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Stillgelegter Stadtbahn-Tunnel in Ludwigshafen
geschrieben von Zephyr 
Hallo,

seit mittlerweile 2 Monaten ist in Ludwigshafen ein Stadtbahn-Tunnel in der Innenstadt komplett stillgelegt. Bei Robert Schwandl habe ich dazu diese Seite über die Stadtbahn Ludwigshafen gefunden, auf der auch ein Netzplan eingezeichnet ist:
[www.urbanrail.net]

Es handelt sich offenbar um die Strecke Rathaus - Danziger Platz - Hauptbahnhof - Ostausgang auf der seit 12.12.2008 kein Zug mehr fährt. Interessant ist, dass der Bahnhof Danziger Platz damit zu einem unterirdischen Geisterbahnhof geworden ist, einer der wenigen stillgelegten unterirdischen Bahnhöfe in Deutschland.

Was ich mich frage: Warum wurde diese Strecke so wenig genutzt? Ich kenne mich in Ludwigshafen nicht aus, aber der Netzplan verrät mir, dass dies die einzige Direktverbindung zwischen Hbf und Rathaus war - ist da etwa kein Bedarf?

Was passiert nun mit der Strecke und vor allem mit dem offenbar gut erhaltenen Bahnhof Danziger Platz? Wenn man mal ein wenig recherchiert, liest man ja gerne von Plänen für ein Stadtbahn-Museum? Wäre eine tolle Idee. Hat da jemand genauere Informationen?

Gruß,
Z.

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What is a Zephyr? [en.wikipedia.org]
Der Hauptbahnhof in Ludwigshafen liegt sehr unglücklich im Stadtgebiet, insbesondere zur Innenstadt. Deshalb wurde der S-Bahnhof Ludwigshafen Mitte, der deutlich zentraler liegt, größer ausgelegt als zunächst geplant und übernimmt somit die Funktion des Hauptbahnhofs fast mit.

Da sich die Fahrgastströme ohnehin wohl vor allem auf die Innenstadt ausrichten, lag der Tunnel nie wirklich glücklich im Netz, wenn man von seiner Anbindung des Hauptbahnhofs absieht. Somit ist er inzwischen verkehrlich überflüssig geworden und wurde konsequenterweise stillgelegt.
Man könnte noch hinzufügen, dass da, wo das Rathaus steht, bis 1969 der Hauptbahnhof war (Kopfbahnhof). Nachdem 1969 der neue Hbf in Betrieb gegangen war, wurde das freigewordene Gelände neu verplant und untendrunter eine moderne Verbindung vom neuen Hbf zum neuen Rathaus in modernster U-Bahn-Bauweise angelegt und 1976 eröffnet.

Durch die Eröffnung des von Lopi2000 erwähnte neuen Bahnhof LU-Mitte,
der als Station eines neuen S-Bahn-Netzes finanziert wurde, faktisch aber den Hbf ersetzt und auch sehr gut an das Straßenbahnnetz angeschlossen ist,
wurde dann 2003 die Bahnhofsverlegung von 1969 praktisch korrigiert, nach gerade mal 34 Jahren!
Der U-Tunnel hat dadurch seine Funktion weiter verloren und wurde die letzten Jahre nur noch von einer HVZ-Linie befahren.

Fragen über die Weiternutzung könnte man mal in folgendem Forum stellen: forum.mysnip.de/list.php?13803

Das Beispiel könnte man also so verallgemeinern (und auf Berlin übertragen?), dass man eine eigentlich noch recht neue U-Bahn mit einer noch neueren S-Bahn und einer altbewährten Straßenbahn ins Abseits drängen könnte.
Martin Kley schrieb:
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> Das Beispiel könnte man also so verallgemeinern
> (und auf Berlin übertragen?), dass man eine
> eigentlich noch recht neue U-Bahn mit einer noch
> neueren S-Bahn und einer altbewährten Straßenbahn
> ins Abseits drängen könnte.

???

Neugierig,
L.W.
Sagen wir es mal so:

In LU gab es 1969 einen euphorisch neugebauten Hauptbahnhof, dessen städtebauliche Einbindung sich dann aber nicht so richtig einstellen wollte.

Und die U-Bahn-Strecke, die "natürlich" nur als Auftakt für eine viel längere Strecke gedacht war, blieb ein Torso ...

So was Ähnliches gibt es in Berlin doch auch -
nur dass es hier dann ander weitergehen könnte: ...

S21 und M10 machen der U55 den Garaus.
Hier findet man das Teilnetz Ludwigshafen der RNV als PDF.

Weitere hier bei der RNV, dem Verkehrsunternehmen MA/LU/HD
oder hier beim VRN, dem Verkehrsverbund
Martin Kley schrieb:
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> S21 und M10 machen der U55 den Garaus.

War das womöglich als Antwort auf meine Frage gedacht? Der Beitrag ist nicht mit meinem verknüpft...

Warum sollten die Nord-Süd-S-Bahn und eine Bus- oder Straßenbahnlinie der U-Bahn-Linie "den Garaus" machen? OK, die U55 als kurze Insellinie erinnert an die Anfangszeiten der Berliner Hoch- und Untergrundbahnen, sie wartet noch auf den Lückenschluß zwischen Brandbenburger Tor und Alexanderplatz. Aber eigentlich ist das ein Thema für das Berlin-Brandenburger Forum...

Mf,
L.W.
Martin Kley schrieb:

> S21 und M10 machen der U55 den Garaus.

Wunschdenken?
Genau! Das hat heir nichts zu suchen. Ich jedenfalls finde es immer schade wenn ein Tunnel stillgelegt wird, weil es nicht unbedingt besser dadurch wird.
Und was wird nun aus dem Tunnel?
In Hannover haben wir eine so genannte "Geisterstation" unter der jetzigen U-Bahnhaltestelle Hauptbahnhof. Es ist nicht mehr als eine Betonhalle, die nie als U-Bahn-Station in Betrieb war, aber vorbehaltlich einer Erweiterung des hannoverschen unteriridschen Stadtbahnsystems Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre gebaut wurde.
Derzeit findet im Rahmen des Projektes Zehn Siebzehn eine Ertüchtigung der nach wie vor oberirdisch verkehrenden Stadtbahnlinien 10 und 17 statt. Diese Ertüchtigung wurde jahrzehntelang verzögert, ist absolut überfällig und wird die Strecke barrierefrei machen. Trotzdem wird immer wieder von Gegnern des Projektes Zehn Siebzehn gefordert, doch anstatt einen oberirdischen Ausbau vorzunehmen, endlich den damals geplanten Tunnel zu bauen.
Besonders ausdauernd wird von den Projekt Zehn Siebzehn Gegnern betont, dass die so genannte "Tunnellösung" keinesfalls teurer komme, als eine oberirdische Lösung.
a) Welche Rolle spielten die Kosten in Ludwigshafen für die Entscheidung, das im Startbeitrag beschriebene Tunnelstück stillzulegen?
b) Wie lang ist das erwähnte Teilstück?
c) Wird der einst unterirdische U-Bahnverkehr durch oberirdischen ÖPNV ersetzt?
d) Wie konnte der zusätzliche oberirdische ÖPNV-Verkehr gegen die Autofahrerlobby durchgesetzt werden?

Besonders die letzte Frage interessiert mich, denn in Hannover ist klar ersichtlich, dass die Gegner von Projekt Zehn Siebzehn sehr viel Beifall von der Autolobby erhalten. Die Autofahrer beanspruchen den oberirdischen Straßenabschnitt, in dem die Linien 10 und 17 verkehren, komplett für sich und wollen deshalb die Straßenbahn in einen Tunnel verbannt sehen oder sogar einfach nur weg haben.
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