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Mit neuer Technik in die Zukunft: Elektronisches Stellwerk Harz-Weser
geschrieben von MH 
Mit neuer Technik in die Zukunft: Elektronisches Stellwerk Harz-Weser

Göttingen wird Schaltzentrale für den Bahnbetrieb im Harz / Deutsche Bahn investiert rund 140 Millionen Euro
(Hannover, 19. Oktober 2006) Mit einem symbolischen Spatenstich haben heute in Göttingen Joachim Werren, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Hans-Jürgen Meyer, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für die Region Nord und die Länder Bremen und Niedersachsen, und Jürgen Danielowski, Oberbürgermeister der Stadt Göttingen, den Startschuss für das Elektronische Stellwerk Harz-Weser gegeben.

„Das neue Stellwerk ist das Herzstück des HarzWeserNetzes. Mit dem Spatenstich wird das Fundament dafür gelegt, die Schienenerschließung des Weserberglandes langfristig auf eine solide technische und wirtschaftliche Basis zu stellen“, erklärte Staatssekretär Joachim Werren.

In den kommenden zwei Jahren werden die Strecken Altenbeken–Ottbergen–Kreiensen, Ottbergen–Göttingen und Bodenfelde–Northeim mit neuer Signal- und Sicherungstechnik ausgestattet. In weiteren Bauabschnitten folgen die Strecken Herzberg – Nordhausen, Kreiensen/Herzberg – Seesen – Goslar/Salzgitter, Hildesheim – Bad Harzburg. Im letzten Bauabschnitt wird das Harz-Weser-Netz mit den Strecken von Braunschweig nach Salzgitter sowie von Braunschweig nach Bad Harzburg und Oker vollständig auf dem neuesten Stand der Technik sein.

„Wir investieren hier in die Zukunft der Bahn zwischen Harz und Weser. Eine moderne Infrastruktur ist Vorraussetzung für attraktive Verkehrsangebote. Deswegen investieren wir in das Schienennetz und die Bahnhöfe. Die moderne Technik ermöglicht es uns, den Bahnbetrieb langfristig kostengünstig und sicher durchzuführen“, sagte Hans-Jürgen Meyer zum Beginn der Bauarbeiten.

Herzstück der neuen Anlage ist das eigentliche Elektronische Stellwerk, das in einem Gebäude auf dem Gelände des Göttinger Hauptbahnhofs untergebracht wird. Von hier aus werden die Fahrdienstleiter der Bahn künftig per Mausklick Weichen und Signale stellen und den Zugbetrieb auf mehr als 500 Kilometern Strecke überwachen.

Im ersten Bauabschnitt müssen rund 110 Signale neu aufgestellt werden, etwa 30 Weichen und 60 Bahnübergänge werden mit neuer Schalttechnik ausgestattet. Alle Weichen, Signale und Bahnübergänge werden per Kabel mit dem neuen Stellwerk in Göttingen verbunden. Die neue Technik löst die teils mehr als 70 Jahre alten Stellwerke auf den einzelnen Bahnhöfen ab. Durch die Zentralisierung der Stellwerkstechnik lässt sich der Zugbetrieb effizienter und flüssiger steuern.

Insgesamt investiert die Deutsche Bahn in das Vorhaben rund 140 Millionen Euro. Im Endzustand ersetzt das neue Elektronische Stellwerk rund 65 Stellwerke älterer Bauart und steuert mehr als 700 Signale und etwa 160 Weichen.

Herausgeber: Deutsche Bahn AG
Kommunikation, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin
Verantwortlich für den Inhalt: Oliver Schumacher
toller Artikel, was der Artikel aber eigentlich aussagt, wird natürlich in hübsche Worte gekleidet damit es nicht weiter deutlich wird was da eigentlich passiert...

neoliberalies Wirtschafts-Deutsch:
"...den Bahnbetrieb langfristig kostengünstig und sicher durchzuführen...“

auf gutem alten Deutsch:
"...wir bauen neue Technik, um so viele Fahrdienstleiter wie möglich in die Arbeitslosigkeit zu schicken..."

aber das klingt in einem Zeitungsartikel natürlich nicht gut!!!


...die alte Technik war über "70Jahre" genauso sicher wenn nicht sicherer, denn was ist denn wenn in Kreiensen was ist, wie z.B. etwas auf den Gleisen in der Weiche oder starker Schneefall???
Das sehen die paar Fahrdienstleiter in Göttingen natürlich auch, und im Falle des Schneefalles setzen sie sich halt schnell ins Auto und fahren mit der Schneeschippe hin anstatt dass das der ex Fdl (den es dann in Kreiensen ja nicht mehr gibt) dies kurz machen bzw sehen könnte!!!


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Unternehmen Zukunft..., na dann Mahlzeit!
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InterRegio schrieb:
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> ...die alte Technik war über "70Jahre" genauso
> sicher wenn nicht sicherer, denn was ist denn wenn
> in Kreiensen was ist, wie z.B. etwas auf den
> Gleisen in der Weiche oder starker Schneefall???
> Das sehen die paar Fahrdienstleiter in Göttingen
> natürlich auch, und im Falle des Schneefalles
> setzen sie sich halt schnell ins Auto und fahren
> mit der Schneeschippe hin anstatt dass das der ex
> Fdl (den es dann in Kreiensen ja nicht mehr gibt)
> dies kurz machen bzw sehen könnte!!!

Du glaubst doch nicht ernsthaft, daß ein Fdl ins Auto springt...

Da wird ein "Servicetrupp" losgejagt, der irgendwo im Stellwerksbereich unterwegs ist und vielleicht gerade ein ausgefallenes Signal repariert. Die bekommen den Auftrag auf die Warteliste - und peng, solange muß halt um die kaputte Weiche herumgefahren werden (wenn möglich) oder die örtlichen Busunternehmer dürfen sich ein Zubrot verdienen.

Das ist regelmäßig auf der Hamburger S1-West zu sehen, wenn mal wieder einer der Bahnübergänge verrückt spielt. Bis die Ganzkaputtmacher da sind, muß jeder TF jeden dieser 3 Bahnübergänge notfalls per Schlüsselschalter einschalten. Das heißt: Zug anhalten, sichern, runterklettern (sinnloserweise sind die Schlüsselschalter nicht in Cockpitfensterhöhe angebracht), BÜ einschalten, wieder hochklettern, Zug abfahrbereit machen, BÜ-Schließung beobachten (wenn er nicht in der Zeit schließt, die der TF für den Rückweg zu seinem Arbeitsplatz benötigt), Schließung kontrollieren (halten alle Kfz ordnungskonform an?), weiterfahren. Dieses Procedere kostet mindestens 2 Minuten, bei einem 10-Minuten-Takt in der HVZ tödlich, da dieser Zeitpuffer nicht drin ist und dadurch mindestens ein Zug in Blankenese aus dem Umlauf genommen werden muß. Vor etwa einer Woche hat sich dann sogar mal ein Notfallmanager in seinem Auto mit viel Lärm nach Wedel (BÜ Autal) bemüht. Der Service-Trupp war am selben Tag in der Früh-HVZ zuletzt da und hat gebastelt...

Gruß Ingo
Ich hoffe, Du willst damit nicht ausdrücken, dass ein Fdl eigentlich die Sache reparieren müsste. Muss und darf er nämlich nicht. Er hat das Kleinhirn eines Nicht-Technikers und sich von LST-Anlagen fernzuhalten, mit Ausnahme ihrer Bedienung.

Kreiensen ist insofern ein schlechtes Beispiel, da der Bahnhof Kreiensen zum Geschäftsfeld "Fern- und Ballungsnetz" bei DB Netz gehört und insofern von neuem ESTW (Geschäftsfeld "Regionalnetze") nicht betroffen sein wird. Aber es gibt andere Beispiele: Goslar, Holzminden, Herzberg, Vienenburg usw. Aber das ist der Lauf der Dinge...

Im Übrigen sind die Stellwerke z.T. mehr als 100 Jahre alt. Die Goslarer Stellwerke z.B. sind meines Wissens aus dem Jahr 1902. Aber sie funktionieren... Problem: Ersatzteilbeschaffung - z.T. müssen Ersatzteile für mechanische Stellwerke aus DB Museen (!) beschafft werden.
Mechanische Stellwerke und Flügelsignale sind tolle Sachen - aber ihre Zeit ist abgelaufen, so schmerzhaft das für die Eisenbahn-Nostalgiker sein mag.
MrJonas schrieb:
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> Ich hoffe, Du willst damit nicht ausdrücken, dass
> ein Fdl eigentlich die Sache reparieren müsste.
> Muss und darf er nämlich nicht. Er hat das
> Kleinhirn eines Nicht-Technikers und sich von
> LST-Anlagen fernzuhalten, mit Ausnahme ihrer
> Bedienung.

Das habe ich nicht behauptet. Es geht doch aber bei einer Störung zunächst einmal darum, die Ursache festzustellen, damit der Servicetrupp ggf. gleich die passenden Ersatzteile mitbringt.

Hier wiedermal ein Beispiel aus Wedel (S-Bahn Hamburg): Am BÜ Autal war an einem der Schrankenbäume einer der Hydraulikstempel geplatzt und hatte sein Öl in der Landschaft verteilt. Die Techniker rückten an - und mußten unverrichteter Dinge wieder Leine ziehen, weil sie das Teil nicht dabei hatten. Hätten sie aber vom Fdl gewußt,daß sich einer der Schrankenbäume nicht mehr schließen ließ, hätte man damit die Ursache einkreisen und vielleicht die Teile aus Altona (oder wo auch immer das nächste Ersatzteillager ist) mitbringen können. Andererseits ist so ein Teil eigentlich Standard-Ersatzteil, da ja fast jede Halbschranke solche Stempel besitzt.

> Kreiensen ist insofern ein schlechtes Beispiel, da
> der Bahnhof Kreiensen zum Geschäftsfeld "Fern- und
> Ballungsnetz" bei DB Netz gehört und insofern von
> neuem ESTW (Geschäftsfeld "Regionalnetze") nicht
> betroffen sein wird. Aber es gibt andere
> Beispiele: Goslar, Holzminden, Herzberg,
> Vienenburg usw. Aber das ist der Lauf der
> Dinge...

Das Gebiet "da unten" ist nicht meines...

> Im Übrigen sind die Stellwerke z.T. mehr als 100
> Jahre alt. Die Goslarer Stellwerke z.B. sind
> meines Wissens aus dem Jahr 1902. Aber sie
> funktionieren... Problem: Ersatzteilbeschaffung -
> z.T. müssen Ersatzteile für mechanische Stellwerke
> aus DB Museen (!) beschafft werden.
> Mechanische Stellwerke und Flügelsignale sind
> tolle Sachen - aber ihre Zeit ist abgelaufen, so
> schmerzhaft das für die Eisenbahn-Nostalgiker sein
> mag.

Es wundert mich, daß in Sülldorf (S-Bahn Hamburg) noch kein größerer Defekt aufgetreten ist. Denn ein Ausfall des Stellwerkes würde die S-Bahn aus dem Takt werfen, weil die Kreuzung von Sülldorf nach Blankenese und Rissen verlegt werden müßten. Die Kurzläufer müßten dann nach Blankenese Gleis 1 kurzwenden, welches bekanntlich nicht behindertengerecht ist. Und die Strecke nach Wedel müßte mit 10 Minuten Versatz befahren werden - entweder 10 Minuten früher ab Wedel, oder die jetzigen Kurzläufer fahren nach Wedel und die dann-ex-nach-Wedel-Züge müßten in 2 Minuten eine Bahnsteig-Schnellwendung hinlegen.

Gruß Ingo
Na ja, die Weichen in Sülldorf sind elektrisch gestellt und mechanisch verriegelt (um eine Abhängigkeit herzustellen) - soweit ich weiß.

Wo ist der BÜ Autal? Ich sehe bei stadtplandienst.de nur zwei: Sülldorfer Kirchenweg und Sieversstücken. So heißen zumindest die Querstraßen. Ich weiß aber wohl, dass es drei BÜ gibt. Sülldorfer Kirchenweg müsste der mit Vollschrankenabschluss sein. Und dann ist Sieversstücken oder Autal der, der lokführerüberwacht ist; d.h. der Fdl weiß gar nicht, wo das Problem liegt. Eine Störung am BÜ wird auch nur als solche angezeigt (wenn er fernüberwacht ist und nicht lokführerüberwacht) - also nur ein rotes Lämpchen "Stö" leuchtet und ein Summer ertönt. Was genau kaputt ist wird nicht mitgeteilt.
MrJonas schrieb:
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> Wo ist der BÜ Autal? Ich sehe bei
> stadtplandienst.de nur zwei: Sülldorfer Kirchenweg
> und Sieversstücken. So heißen zumindest die
> Querstraßen.

Autal ist in Wedel, Strecken-km 18.390 (19.0 ist der Prellbock) - von den dreien mit Sicherheit der meistgenutzte. Wenn's denn funktioniert, hier. Oder bei Tante Gurgel's Erde unter 53°35'04.38" N und 9°42'43.38" O (ich bekomme es als Link nicht hin).

> Ich weiß aber wohl, dass es drei BÜ
> gibt. Sülldorfer Kirchenweg müsste der mit
> Vollschrankenabschluss sein.

Treffer versenkt.

> Und dann ist
> Sieversstücken oder Autal der, der
> lokführerüberwacht ist;

Sieversstücken ist der mit den Schienenkontakten. Dort gibt es auch das Zusatzsignal mit dem weiß blinkenden Licht.

Autal ist signalabhängig, m.W. in Richtung Wedel aber schienenkontaktgesteuert. Meines Wissens fährt der Zug über einen Schienenkontakt irgendwo am Signal Ölweiche [Ausfahrtsignal(e) Richtung Wedel; diese(s) zeig(t/en) immer Langsamfahrt, Halt erwarten, wenn es vom Stellwerk freigestellt wird]. Das eigentliche Einfahrtsignal Bf. Wedel ist mit Durchrutschweg vor dem BÜ Autal und wird erst kurz vor der Zugdurchfahrt auf grün-gelb-gelb umgestellt. Wenn das tatsächlich vom Stellwerker gemacht wird, muß der irgendwie auf wenige Meter genau wissen, wann der Zug dort ist - der Streckenabschnitt ist aber vom Stellwerk nicht 100%ig einsehbar. Denn vom vollständigen Verschluß des BÜ bis zur Zugdurchfahrt vergehen selten mehr als 30 Sekunden. Der BÜ öffnet in beiden Richtungen über Schienenkontakte.

> d.h. der Fdl weiß gar
> nicht, wo das Problem liegt. Eine Störung am BÜ
> wird auch nur als solche angezeigt (wenn er
> fernüberwacht ist und nicht lokführerüberwacht) -
> also nur ein rotes Lämpchen "Stö" leuchtet und ein
> Summer ertönt. Was genau kaputt ist wird nicht
> mitgeteilt.

Beliebte Störung am BÜ Autal ist, daß Gören die Halbschranken als Klettergerüst oder Schaukel benutzen - und die Elektromechanik dann ihre(n) Null-/Stellpunkt(e) nicht wiederfindet. Das aber (Gören & Spielplatz) ist bei Schließzeiten in der Ausfahrt von bis zu 4 Minuten kein Wunder, wenn die Schulkinder da ohne Aufsicht längsgehen (müssen).

Allerdings ist mir in letzter Zeit aufgefallen, daß viele TF schon in dem Moment Zubleibi quäken, wo das Signal noch Hp0 zeigt, das Sh-Signal aber gerade ausgeht - und damit ziemlich sofort nach Streckenfreigabe abfliegen...

Gruß Ingo
können wir bitte zum eigentlichen thema zurückkommen und den HH teil im HH öpnv-forum besprechen!!!!!!!
Moin aus Kiel,

am 05.Mai 2016 besuchte ich dem Bahnhof Bad Harzburg.



Auf den Bahnsteiggleisen standen zwar einige ERIXX Triebwagen, Baureihe 622, aber wegen Bauarbeiten war der Bahnhof im Tiefschlaf versunken.

Am 07. Mai 2016 hatte ich in Herzberg am Harz mehr Glück.











Mein erster Eindruck war sehr positiv. Der Bahnhof war sehr sauber und die nicht mehr benötigten Gütergleise waren abgebaut.

Gruss aus Kiel vom

D-Zug-Schaffner

[www.eisenbahn-sh.de]
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