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Gepolsterte Stehplatz-Sitze
geschrieben von Jules 
Es ist schon kurios: Die Üstra vergönnt ihren Fahrgästen in der Stadtbahn keine Polstersitze. (Die HAZ berichtete: [www.haz.de])

In den neuen Hybridomnibussen von MAN, die heute auf dem hannoverschen Opernplatz vorgestellt wurden, gibt es jedoch sogar gepolsterte Stehplätze. Oder genauer gesagt: Es sind Stehplätze mit einer Aufstützhilfe, auf die man so ein bisschen "sitzen" kann.

Freilich sind es nur drei und zwar im Heck des Fahrzeuges, hinter der hinteren Tür. Im Solaris Urbino 12, die in Hannover verkehren, sind an dieser Stelle drei richtige Sitzplätze - allerdings mit wenig Kniefreiheit beim Sitz am Fenster und dem daneben.

Ein Durchzählen der Sitzplätze und ein Vergleich mit der angegebenen Anzahl von Sitzplätzen ergab, dass diese "Sitze" nicht als Sitzplätze gezählt werden.

Weil es so weit ich sehe eine echte Neuheit in Hannover ist, hier ein Foto davon und darunter eine Aufnahme des Busses, wie er vor der Oper präsentiert wird.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.09.2015 17:05 von Jules.


Im Bus wird es wahrscheinlich auch nie "ungepolsterte" Sitze geben. Also zumindest ein Bezug muss vorhanden sein, denn solche Sitze wie in den Bahnen sind nicht zulässig. Ein Bus kann nämlich bei einer Vollbremsung sofort zum stehen kommen. Eine Bahn braucht da schon etwas länger.
Zudem ist es in Bussen meist sauberer, als in der Bahn.

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Im Bus wird es hoffentlich nie "ungepolsterte" Sitze geben weil Strassen viel unebener als Schienen...

Gepolsterte Anlehn-Stehplaetze gibt es in der Londoner U-Bahn schon seit Jahren.
Zitat
Deniz90
Im Bus wird es wahrscheinlich auch nie "ungepolsterte" Sitze geben. Also zumindest ein Bezug muss vorhanden sein, denn solche Sitze wie in den Bahnen sind nicht zulässig. Ein Bus kann nämlich bei einer Vollbremsung sofort zum stehen kommen. Eine Bahn braucht da schon etwas länger.
Zudem ist es in Bussen meist sauberer, als in der Bahn.

Der Bezug dieser schräg angebrachten Stehhilfe wird jedoch vermutlich keine große Hilfe sein, wenn es darum geht, einen Sturz beim plötzlichen Bremsen des Busses abzumindern. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass bei rasanten Kurvenfahren ein seitliches Wegrutschen gemindert wird.
Wie ist das eigentlich mit dem Bremsen bei Omnibussen?
Nachdem was ich dazu rausgefunden habe, bremsen Straßenbahnen in Notfällen mit einer Bremsverzögerung von max. 3m/Sek². Das normale Betriebsbremsen z. B. beim regulären Anfahren an eine Haltestelle geschieht mit einer Bremsverzögerung von 1m/Sek².
Aber ist eine Bremsverzögerung bei einer Straßenbahn von 3m/Sek² bereits die Obergrenze des technisch machbaren? Oder wird auf eine stärker ausgelegte Bremse bewusst verzichtet, weil dann die Unfallgefahr für die Fahrgäste unverhältnismäßig stark ansteigt?
Und wie ist das bei Omnibussen? Beim Autofahren ist ein extrem starkes Abbremsen des Fahrzeuges ja deshalb kein Sicherheitsproblem für die Fahrgäste, weil für diese Gurtpflicht besteht. Ab welcher Bremsverzögerung braucht es einen Gurt, um nicht vom Sitzplaz geschleudert zu werden?
Und gibt es beim Omnibus auch eine Obergrenze für die Bremsverzögerung, wie bei der Straßenabhn, wo diese Grenze möglicherweise technisch bedingt, vielleicht aber auch bewusst nicht stärker vorgeschrieben oder sogar nicht stärker erlaubt, obwohl technisch möglich, bei max. 3m/Sek² liegt?

In einem Gerichtsverfahren bei der es um einen verletzten Fahrgat aufgrund einer Notbremsung ging, habe ich in der Urteilsbegründung folgenden Satz gefunden: Angemessen sei es gewesen, sich mit beiden Händen festzuhalten, da bereits Bremsverzögerungen von 2m/s² zu einem Sturz führen könnten, wenn sich die Fahrgäste nicht quer zur Fahrtrichtung stellen und sich festhalten. ( [www.ra-kotz.de] )
Auf den Stehplatzsitzen in Hannovers neuen MAN-Hybridbussen steht man ja nicht quer zur Fahrtrichtung sondern in Fahrtrichtung. Also sollte man sich auf jeden Fall festhalten, um auch dann sicher zu stehen, wenn der Bus "nur" mit einer Bremsverzögerung von 2m/Sek² bremst.

Nach diesen ganzen Bremserei-Geschichten jedenfalls habe ich mir jetzt erst mal vorgenommen bei meinen nächsten ÖPNV-Fahrten bevorzugt die Sitz-Plätze aufzusuchen, bei denen man mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt. Das scheint mir am sichersten zu sein.

Bremsverzögerung bis max. 1m/Sek²: Wenn man steht kann man sich gerade noch so eben auf den Beinen halten.
Bremsverzögerung bis max. 2m/Sek²: Wenn man quer zur Fahrtrichtung steht, dann kann man sich gerade noch so eben auf den Beinen halten.
Bremsverzögerung bis max. 3m/Sek²: Wenn man steht muss man sich gut festhalten, um nicht von den Beinen gerissen zu werden und zu Fall zu kommen. Wenn man auf einem rutschsicheren gepolsterten Sitz in Fahrtrichtung sitzt und sich dabei gleichzeitig noch mit den Füßen am Boden abstützen kann, dann kann einem nichts passieren.
Und ab welcher Bremsverzögerung ist man nur dann sicher, wenn man mit dem Rücken zur Fahrtrichtung sitzt? Und bremsen Busse überhaupt so stark ab? Oder ist die Bremskraft von Omnibussen irgendwie nach oben begrenzt, wie bei der Straßenbahn?
Mal eine ganz doofe Frage: Aber Du hast irgendwie an allem etwas auszusetzen oder? Kannst Du dich im Nahverkehr (speziell in Hannover) eigentlich an irgendetwas erfreuen, oder eher nicht so?
Ich meine, Werbung nervt dich, Sitze in den TW3000, et al. Ich habe von dir kaum bisher etwas positives gelesen. Versteh mich nicht falsch, ich schätze kritische Stimmen, auch die, die auf Missstand aufmerksam machen, aber es ist doch mitnichten alles schlecht?!

Edit: So eben habe ich doch einen positiven Beitrag von dir gelesen - den über die Üstra Eigenwerbung. Somit ist ein Teil meiner Aussage ein wenig obsolet.

Saludos,
Felipe



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.09.2015 00:07 von Pille.
Nun, die Sitze in den 3000ern mag nahezu niemand aus Hannover.

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Seit wenigen Wochen sind die neuen MAN-Hybridbusse regelmäßig auf der Linie 100/200 im Einsatz. Hier einmal mit dem Lindener Rathaus im Hintergrund und noch einmal mit dem Ihme-Zentrum im Hintergrund:



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.11.2015 23:47 von Jules.


Ist die Zielanzeige so grottenschlecht oder ist das nur ein Fotoeffekt?
Zitat
christian schmidt
Ist die Zielanzeige so grottenschlecht oder ist das nur ein Fotoeffekt?

Fotoeffekt. Bei kurzen Belichtungszeiten wird deutlich, dass die Anzeige, die dem Fahrgast als Standbild erscheint, offensichtlich ähnlich wie bei einem Fernsehbild tatsächlich ein sich ständig erneuerndes Bild ist. Das menschliche Auge ist zu langsam, um den ständig sich erneuernden Bildaufbau mitzubekommen. Das ist tatsächlich ein großes Ärgernis beim Fotografieren. Bei längeren Belichtungszeiten tritt der Effekt nicht auf, aber dann ist natürlich das Bild schnell verwackelt. Für den Fahrgast dagegen ist das überhaupt kein Problem, zumindest habe ich noch keinen getroffen, der eine so schnelle Bildverarbeitung im Kopf hat, dass er die Anzeigetechnik "durchschaut".
Der neue MAN-Hybridbus der Üstra verfügt wie die anderen Stadtbusse der Üstra über eine automatische Rampe für Rollifahrer (siehe Foto)!

Ein bislang ungelöstes Problem beim Einsatz der automatischen Rampe ist anscheinend, dass der Bus an neueren Haltestellen mit hoher Haltestellenkante (das sind in Hannover 16-18 cm) der Bus nicht abgesenkt werden kann, weil dann die Rampe beim Ausfahren die Haltestellenfläche berühren kann, was dazu führt, dass der Ausfahrvorgang abgebrochen wird. Für den Rollifahrer gibt es dann zwar eine Rampe, aber die ist verhältnismäßig steil. Und für die anderen Fahrgäste ist die Stufe in den Bus höher als in den Fällen, in denen der Bus abgesenkt (gekneelt) wird. (Kneeling übersetzt=in die Knie gehen!)


Zitat
christian schmidt
Ist die Zielanzeige so grottenschlecht oder ist das nur ein Fotoeffekt?

Dieses Foto vom neuen MAN-Hybridbus wurde mit einer etwas längeren Belichtungszeit aufgenommen. Die Zielanzeige ist besser zu lesen. Allerdings immer noch nicht so gut wie in Wirklichkeit. Im Hintergrund das Hannah-Arendt-Geburtshaus (das mit der Apotheke) an der Ecke Falkenstraße/Lindener Marktplatz.


Wie ich es auf dem Foto sehen kann, ist die Steigung nicht so übertrieben. Letztendlich wurden die Rampen damals eben für solche Haltestellen erfunden, an denen kein Bordstein oder nur ein niedriger vorhanden ist.
Somit ist der Zustand auf dem Bild nicht weiter dramatisch und hinnehmbar.

Ggf. sollte es aber dennoch möglich sein, den Bus abzusenken und gleichzeitig die Rampe auszufahren. Denn der Bus lässt sich auch nur teilweise absenken.
Der Bus senkt sich nämlich nur solange, wie der Absenkeknopf vom Fahrer gedrückt wird. Nur das wieder hochstellen des Busses erfolgt nach einmaliger kurzer Betätigung des Knopfes automatisch auf die volle Höhe.

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Zitat
Deniz90
Wie ich es auf dem Foto sehen kann, ist die Steigung nicht so übertrieben. Letztendlich wurden die Rampen damals eben für solche Haltestellen erfunden, an denen kein Bordstein oder nur ein niedriger vorhanden ist.
Somit ist der Zustand auf dem Bild nicht weiter dramatisch und hinnehmbar.

Ggf. sollte es aber dennoch möglich sein, den Bus abzusenken und gleichzeitig die Rampe auszufahren. Denn der Bus lässt sich auch nur teilweise absenken.
Der Bus senkt sich nämlich nur solange, wie der Absenkeknopf vom Fahrer gedrückt wird. Nur das wieder hochstellen des Busses erfolgt nach einmaliger kurzer Betätigung des Knopfes automatisch auf die volle Höhe.

Vermutlich ist es eine ziemlich "hakelige" Angelegenheit, den Bus gerade so stark abzusenken, dass die Rampe beim Ausfahren nicht anstößt. Es verhält sich so, dass die Rampe beim vorzeitigen Aufsetzen nicht einfach auf dem Bodenbelag weiterschrappt, bis sie ganz ausgefahren ist. Sie bleibt dann einfach stehen und muss erst wieder komplett eingefahren werden. Wenn der Bus nach Ausfahren der Rampen abgesenkt wird, dann kann es passieren, dass die Rampe hinten (nahe dem Eigang) aufsetzt. Habe ich einmal erlebt, weil der Busfahrer es ganz besonders gut machen wollte. Leider war danach eine Weiterfahrt erst mal gar nicht mehr möglich, weil sich etwas in der Mechanik hoffnungslos verkantet hat.
Ein erster Eindruck von der Fahrt mt dem neuen MAN-Hybridbus. Der Omnibus hat ein gutes Beschleunigungsvermögen und wenn man einen Fahrer erwischt, der Spaß daran hat, das maximal auszukosten, kriegt man das als Fahrgast voll mit. Ich bevorzuge ja eher ein ruhiges Fahren.

Ruhig - im Sinne von geringe Lautstärke - ist es im neuen Bus. Manchmal schaltet sich der Dieselmotor komplett ab, dann ist es so leise, dass man sich gut unterhalten kann, ohne gegen irgendwelche Motorengeräusche anreden zu müssen. Auch bei eingeschaltetem Dieselmotor ist es leiser als in einem herkömmlichen Bus. Vermutlich weil der Motor stets im optimalen Drehzahlbereich arbeiten kann. Allerdings ist die dennoch vorhandene wenn auch deutlich leisere Geräuschkulisse noch gewöhnungsbedürftig. Statt Brummen hört man Summen. So lässt es sich wohl knapp zusammenfassen.

Und weil es so schön rasant aussieht nochmal ein Foto vom neuen MAN-Hybridbus vor der Lindener Marktapotheke. Dort wurde inzwischen eine neue Gedenktafel an das Geburtshaus von Hannah Arendt angebracht:


Fröhliche Weihnachten von der Linie 100/200, auf der die neuen MAN-Hybrid regelmäßig zum Einsatz kommen:


Die Wintertauglichkeit der MAN-Hybridbusse scheint gegeben. Allerdings ist mir beim Fahren mit den neuen MAN-Hybridbussen aufgefallen, dass sich regelmäßig ziemlich lautstark ein Gebläse im Wageninneren einschaltet, wenn es draußen sehr kalt ist. Dafür sind die Scheiben nicht beschlagen.
Bild 1: Begegnung auf der Linie 100/200 am winterlichen Lindener Marktplatz. Die einhundert fährt stadteinwärts Richtung Könisworther Platz, die zweihundert zurück zum August-Holweg-Platz.
Bild 2: MAN-Hybridbus mit dem winterlich beschneiten Maschpark und dem Rathaus im Hintergrund.


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