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"Freie Fahrt für Jugendliche" contra "Freie Fahrt für alle" Der Kommunalwahlkampf in Hannover entdeckt den ÖPNV als Thema
geschrieben von Jules 
Der Wahlkampf für die bevorstehenden Wahlen in den Städten und Gemeinden der Region Hannover und für die Regionsversammlung nimmt an Fahrt auf und erfreulicherweise wird der Öffentliche Personennahverkehr als Wahlkampfthema eine wichtige Rolle spielen:

Die SPD fordert:
Hannover: Freie Fahrt für Jugendliche?
Schüler und Auszubildende in der Region Hannover sollen kostenlos mit Bussen und Bahnen fahren dürfen, das will die SPD erreichen. Hintergrund ist eine Forderung der Jusos für das Programm zur Kommunalwahl im September.
Quelle: [www.neuepresse.de]

Die Grünen setzen noch eins oben drauf und fordern einen Umlagen-finanzierten ÖPNV:
Grüne wollen Fahrkarten abschaffen
Am Sonnabend haben die Grünen ihr Programm zur Kommunalwahl in Hannover beraten. Ein Bestandteil davon ist auch die Forderung, dass Busse und Bahnen für alle Bürger kostenlos nutzbar werden sollen. Die Finanzierung solle dann über eine Sonderabgabe oder eine entsprechende Steuer funktionieren.
Quelle: [www.haz.de]

Warum ausgerechnet der Befürworter einer autofreien Gesellschaft dazu auffordert, die Idee eines kostenlosen ÖPNV's genügend skeptisch zu sehen erfährt man hier:
Welche Vor- und Nachteile hat ein kostenloser ÖPNV?
[www.zukunft-mobilitaet.net]

Der Autor des angegebenen Beitrags wurde u. a. im Spiegel mit dem Satz vorgestellt:
"Martin Randelhoff träumt von einer Zukunft ohne Autos. Seine Visionen sind der Horror für die deutsche Blech-Industrie. Für den Studenten und Blogger sind sie ein einträgliches Geschäft."
"Zukunft der Mobilität: Der PS-Skeptiker" Spiegel, 7.12.2013
[www.spiegel.de]

Meine These zum Einstieg in die Diskussion: Das Herumgefahre mit dem Auto schadet der Umwelt und führt zu Flächenzersiedelung und vielen Unfällen. Und es ist in diesem hohen Umfange wie es stattfindet nur möglich, weil es hochgradig von allen Steuerzahlern, insbesondere auch von denen, die kein Auto fahren, subventioniert wird. Da macht es keinen Sinn, neben dem MIV (Motorisierten Individualverkehr) ein zweites Mobilitätssystem (den ÖPNV) so zu gestalten, dass es ebenfalls zum billigen Herumgefahre einlädt. Auch wenn die Umweltbelastung und der Ressourcenverbrauch beim ÖPNV deutlich geringer ist als beim MIV!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.04.2016 11:59 von Jules.
Man muss das Autofahren nicht nur aus der Sicht eines Großstadtbewohners sehen. Auf dem platten Land ist logischerweise der öffentliche Nah- und Bezirksverkehr nicht in dieser Dichte vorhanden und für das Fahrrad sind manche Wege zu weit oder zu zeitaufwendig.

Im Übrigen: Schon in den 1960-er Jahren gab es die Diskussion eines kostenlosen öffentlichen Stadtverkehrs - Protagonist Herr Slezak in Wien (u.a. mit mehreren Beiträgen im Stadtverkehr). Viel Neues in Für und Wider hat sich da nicht ergeben.

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
Zitat
histor
Man muss das Autofahren nicht nur aus der Sicht eines Großstadtbewohners sehen. Auf dem platten Land ist logischerweise der öffentliche Nah- und Bezirksverkehr nicht in dieser Dichte vorhanden und für das Fahrrad sind manche Wege zu weit oder zu zeitaufwendig.

Im Übrigen: Schon in den 1960-er Jahren gab es die Diskussion eines kostenlosen öffentlichen Stadtverkehrs - Protagonist Herr Slezak in Wien (u.a. mit mehreren Beiträgen im Stadtverkehr). Viel Neues in Für und Wider hat sich da nicht ergeben.

Hallo histor,

auch wenn das Thema nicht ganz neu ist, so spricht das keineswegs dagegen, den Vorschlag unentgeltliche Nutzung des Nahverkehrs für Hannover zu diskutieren. Irgendwo muss man ja mal anfangen so ein Modell umzusetzen. Dass darüber schon länger geredet wird, kann ja auch heißen, dass es nach wie vor sehr aktuell ist und nur auf eine Verwirklichung wartet.
Dagegen, bzw. gegen Hannover, spräche allerdings, was Martin Randelhoff in: Welche Vor- und Nachteile hat ein kostenloser ÖPNV? Werden Autofahrer wirklich zur ÖPNV-Nutzung animiert?, 4. April 2012 geschrieben hat:

"Es ist auffällig, dass bislang nur kleinere Städte die Nutzung des ÖPNV kostenlos gemacht haben. Templin und Lübben haben etwa 15.000 Einwohner, die belgische Stadt Hasselt etwa 73.000.
In beiden brandenburgischen Städten wie auch in Hasselt existierte nur ein kleines Netz mit ein oder zwei Buslinien, die nur mit großem zeitlichen Abstand bedient wurden. Die Nutzung des Busses wurde in allen Städten aus der Not heraus kostenlos gemacht. In Lübben und Templin aufgrund niedriger Fahrgastzahlen sodass die Linien von der Einstellung bedroht waren, in Hasselt aufgrund der großen Verkehrsprobleme und des hohen MIV-Anteils."
[www.zukunft-mobilitaet.net]

In Hannover ist der ÖPNV-Anteil vergleichsweise groß und allgemein ist der ÖPNV gut angesehen und wird geschätzt. Bei einer Finanzierung über ein Umlagensystem wäre natürlich mit erheblichem Widerstand aus der Autofahrerecke zu rechnen und zwar gerade deshalb, weil der ÖPNV-Anteil in Hannover so hoch ist. Deshalb müsste auch ein Umlagen-Beitrag recht hoch sein, um die Einnahmen-Ausfälle zu kompensieren, die durch den Wegfall der Einnahmen durch Fahrkartenverkauf entstehen. In einem ÖPNV-Struktur-schwachen ländlichen Raum, in dem es bislang kaum ÖPNV gibt, wäre dagegen ein Umlagenbeitrag deutlich niedriger, weil ja längst nicht so viel ÖPNV-Angebote damit finanziert werden müssten. In manchen Landkreisen existiert der ÖPNV fast ausschließlich nur noch, um den Schüler-Transport zu gewährleisten. Und der wird ohnehin schon vom Landkreis finanziert. Da würde ein Umlagenfinanziertes ÖPNV-Angebot für den alle den selben Beitrag bezahlen, egal wie intensiv der ÖPNV genutzt wird, möglicherweise deshalb besser akzeptiert als in Hannover, weil die Umlagenbeiträge sehr viel niedriger wären. Zumindest erst mal. Denn sollte die unentgeltliche ÖPNV-Nutzung sehr stark angenommen werden, müsste auch die Umlage erhöht werden. Dafür würde sich allerdings auch das Angebot verbessern können.

Tatsächlich verhält sich m. E. der Sachverhalt so, dass durch eine Minderbelastung der Straßen und weniger Unfälle auch Einspareffekte erzielt werden. Aber eben nicht unbedingt ausschließlich auf Seiten der Kommune, sondern z. B. bei den Berufsgenossenschaften, die weniger Geld für Wege-Unfälle ausgeben müssten. Und die Einspareffekte wären nicht sofort deutlich sichtbar. In der politischen Diskussion bestünde die Gefahr, dass sie zerredet würden.

Was sagt eigentlich dieser Herr Slezak zu der Frage, ob die Chancen für ein Modell zur unentgeltlichen Nutzung des ÖPNV besser in Kleinstädten gegeben sind oder eher in einer Großstadt wie Hannover?

Viele Grüße, Jules
Damals (immerhin über 40 jahre her) bezog sich Slezaks Initiative auf Wien. Es ging dabei nur um größere Städte.

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
Typisches Wahlkampfthema. Schon kurz nach der Wahl wird es dann plötzlich heißen, "oh entschuldigung, wir haben das jetzt in einem gutachten mal konkret durchrechnen lassen und sind zu dem ergebnis gekommen, dass es sich nicht so finanzieren lässt, wie ursprünglich geplant."

Alles heiße Luft für mehr Stimmen!
Bei kostenlosen ÖPNV sehe ich folgenden Vorteil: Unnötiger Fahrkartenverkauf und Kontrolle dieser entfällt für den Fahrer. Die Standzeiten und Fahrzeiten verringern sich.

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Bei kostenlosem ÖPNV sehe folgenden Nachteil: Es werden zusätzliche Fahrgäste in die Busse und Bahnen geholt, an Stellen, wo es schon heute mit den Kapazitäten knirscht oder sogar schon zu eng ist! Leider ist man in der Region Hannover nicht so vorausschauend mit Planungen, dass diese für einen Fahrgastzuwachs ausgelegt sind! Und das schon heute, wo ÖPNV für den Fahrgast nicht kostenlos ist!
Einen Bus, in denen lediglich 10 Personen stehen müssen, als voll zu bezeichnen, finde ich schon sehr gewagt.

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Du möchtest also nur in Buslinien, die noch nicht ausgelastet sind, den kostenlosen ÖPNV anbieten?
Damit wollte ich sagen, es gibt keinen Bus, der überlastet ist. Es gibt im Gelenkbus im Durchschnitt 44 Sitzplätze und ca. 100 Stehplätze. So viele Leute habe ich noch NIE in einem Bus gesehen, also ist alles im grünen Bereich.

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Der Plakatwahlkampf hat begonnen. Pünktlich am ersten Tag an dem das möglich ist, nämlich zwei Monate vor dem Wahltermin am 11. September 2016, haben die ersten Parteien damit begonnen Wahlplakate aufzuhängen. Und der ÖPNV ist Thema im Wahlkampf. Hier ein Plakat der Partei Bündnis 90/Die Grünen, die damit auf den Umweltverbund dieser Mobilitätsträger aufmerksam machen. Rad, Bus und Bahn müssen zusammengedacht werden, so die Botschaft, um gemeinsam eine umweltverträgliche Alternative zum Motorisierten Individualverkehr zu ermöglichen. Dazu passen die Radwege-Hinweisschilder, von denen eines im Hintergrund zu sehen ist. Sie zeigen Richtung und Entfernung zu wichtigen Zielen in der Stadt an. In den letzten Jahren sind zahlreiche dieser Schilder in Hannover installiert worden. Vielleicht sollten sie noch ergänzt werden um einen Hinweis zur nächsten Stadtbahnhaltestelle?
"Freie Fahrt für alle" im ÖPNV, was ja von den Grünen vor einigen Wochen als als Wahlkampfthema angekündigt wurde, wird dagegen (noch?) nicht auf den Plakaten thematisiert, die ich bislang gesehen habe.
(Erkennt jemand das Bahnhofsgebäude im Plakat-Hintergrund und weiß, um welchen Bahnhof es sich dabei handelt? Ich weiß leider nicht, welcher Bahnhof das ist.)


Der Bahnhof auf dem Plakat könnte Neustadt am Rübenberge sein.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.07.2016 16:49 von Vielfahrer.
Zitat
Vielfahrer
...
???
Musste noch was berichtigen
Vielen Dank Vielfahrer!

Ich hab' grad mal nach Bildern vom Bahnhof Neustadt am Rübenberge gegoogelt. Da bin ich tatsächlich auch schon einige Male ein- und ausgestiegen auf der Fahrt mit der Bahn/dem Rad zum Steinhuder Meer. Habe den Bahnhof aber auf dem Plakat nicht wieder erkannt. Du musst ein echter Vielfahrer sein!

Dieses kleine Bildchen auf der Internetseite der Region Hannover zeigt den Bahnhof aus der selben Perspektive wie auf dem Plakat (allerdings mit einem Bagger im Vordergrund):
[www.hannover.de]

Allerdings habe ich auf keinen der Bilder die Bahnhofs-Uhr auf dem Giebeldreieck gefunden, die auf dem Plakat zu sehen ist. Dort prangt lediglich das DB-Logo. Möglicherweise hat der Fotograf hier ein bisschen getrickst und statt des DB-Logo eine Bahnhofsuhr ins Bild montiert.
Siehe z. B.: dieses Bild: [www.ruebenberge.de]

Ergänzung: Oder das folgende Bild! (Bin vielleicht nicht so viel unterwegs wie Vielfahrer, aber am Wochenende zufällig im Zug am Bahnhof Bad Nenndorf vorbeigefahren, so dass ich den Bahnhof von der Bahnsteigseite aus fotografieren konnte.)



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.2016 14:55 von Jules.


Nicht nur Bündnis 90/ Die Grünen wirbt mit ÖPNV-Bildern aus der Region Hannover für die bevorstehenden Kommunalwahlen am 11. September 2016. Auch die Partei Die Linke hat Plakate zum Thema ÖPNV aufgehängt. Wie SPD und Grüne, den Nahverkehr preiswerter gestalten wollen, ist bereits weiter oben diskutiert worden. Dabei handelt es sich zwar um konkrete Vorschläge, die allerdings eher in den Diskussionsstatus gehoben werden sollen, deren Umsetzung im Falle eines Wahlerfolges jedoch sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen würde. Einige Vor- und Nchteile wurden ja bereits weiter oben diskutiert.
Die Linke formuliert einen eher allgemein gehaltenen Wahl-Slogan zum ÖPNV, den sie auf einem Plakat veröffentlicht, auf den ein Zug des Unternehmen ERIXX abgebildet ist.
"Mit der Heidekreuzbahn gehört dann auch ein neues Eisenbahnunternehmen zum GVH. Unter dem Namen „erixx: Der Heidesprinter“ fährt sie auf dem sogenannten Heidekreuz zwischen Hannover und Buchholz (Nordheide) sowie Bremen und Uelzen. Auf diesen genannten Streckenabschnitten gilt der der GVH-Tarif bzw. der Regionaltarif des GVH." Quelle: Internetseite der Region Hannover, Dezember 2011, [www.hannover.de]
Bei NDR.de fand ich dazu dieses Foto: [www.ndr.de]
Den anderen Zug kann ich leider nicht eindeutig zuordnen.

Hier das Wahl-Plakat der Partei Die Linken zum ÖPNV:



5 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.07.2016 15:31 von Jules.


"Üstra führt Alkoholverbot ein" so titelte heute die HAZ
Der Artikel kann auch kostenfrei im Internet gelesen werden: [www.haz.de]
Die Üstra hatte dazu eine Umfrage bei ihren Fahrgästen durchgeführt. Lange Zeit lehnte die Üstra ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen ab. Zuletzt bei der Wahl des Regionspräsidenten aber auch in vorangegangenen Kommunalwahlen wurde das Thema jedoch immer wieder zum Wahlkampfthema gemacht. Zur bevorstehenden Kommunalwahl hatte die CDU angekündigt, offensiv für ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen einzutreten. Die für den ÖPNV zuständige Region Hannover, aber auch die Üstra selbst standen bislang jedoch einem Alkoholverbot in Bussen und Bahnen der Üstra eher skeptisch gegenüber. "Das Umfrageergebnis ändert die Dinge nun. "Das Votum der Nutzer ist eindeutig", sagt Hauke Jagau, Präsident der für den Nahverkehr zuständigen Region Hannover. Der Üstra-Vorstandsvorsitzende André Neiß zeigte sich von der Deutlichkeit des Resultats überrascht. Vor allem ältere und weibliche Befragte wollen keinen Alkoholkonsum mehr in Bussen und Bahnen sowie in den unterirdischen Tunnelstationen, für die das Verbot ebenfalls gelten soll."
In der Studie, die ebenfalls im Internet einsehbar ist, heißt es unter anderem:
" - Nicht das aktive Trinken von Alkohol in den Fahrzeugen, sondern der Alkoholpegel und das Verhalten Einzelner sind (für die Fahrgäste, die an der Studie teilnahmen) entscheidend.
- Die Teilnehmer (an der Studie) fühlen sich von alkoholisierten Personen, die gewaltbereit sind und andere Fahrgäste belästigen, am stärksten gestört.
- Sie (die Fahrgäste, die an der Studie teilnahmen) wünschen sich verstärkte Kontrollen, um diese Extremfälle in den Griff zu bekommen."

[www.haz.de]
Schade eigentlich, dass das Extremverhalten Einzelner zu einem Verbot für alle führt.
Und ob die chronisch unterbezahlten Protec-Mitarbeiter, die oft nur über eine minimale Ausbildungsqualifikation verfügen, mit der Aufgabe das Verbot sinnvoll durchzusetzen nicht überfordert sind, muss sich erst noch zeigen.
Mit diesem SPD-Wahlkampfplakat macht die Partei zur Zeit in der ganzen Region Hannover Werbung für den kostenlosen Schülerinnen- und Schüler-ÖPNV. Damit setzt die SPD ein deutliches Zeichen im aktuellen Kommunal-Wahlkampf, an dem sie sich messen lassen muss, wenn es nach der Kommunalwahl zu einer Fortsetzung der Rot-Grünen-Regierungskoalition in der Regionsversammlung kommt. Denn die Grünen hatten einen kostenlosen ÖPNV für alle angekündigt. Da liegt es nahe, einen kostenlosen Schülerinnen- Schüler ÖPNV als kleinste gemeinsame Schnittmenge umzusetzen. Leider habe ich bislang noch kein Grünen-Plakat entdeckt mit dem die Grünen ihre Wahlkampfforderung ausdrücklich unterstrichen hätten. Da ist die SPD mutiger!

"Wir setzen uns für die kostenlose ÖPNV-Nutzung für alle Schülerinnen und Schüler an allen Schulen und Berufsschulen der Region Hannover ein. Wir möchten, dass junge Menschen unabhängig von ihrer finanziellen Situation in der Lage sind, sich in der Region Hannover frei zu bewegen. Mobilität ist ein soziales Recht, das ohne unüberwindbare Hürden zugänglich sein muss. Gerade Schülerinnen und Schüler sind aber oft finanziell nicht in der Lage, sich uneingeschränkt in der Region zu bewegen. Mit unserem "Freifahrtschein" für Schülerinnen und Schüler wollen wir die soziale und individuelle Mobilität für die Jüngeren in der Region Hannover deshalb verstärken."
Aus dem SPD-Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2016, Seite 34f. [zukunftsregion-hannover.de]


Fnanzierungsfrage natürlich ungeklärt. Wie immer im Wahlkampf - erst groß rumtönen und nach der Wahl dann zurückrudern, weil leider nicht finanzierbar. Alles wie immer
Zitat
TWhanno
Fnanzierungsfrage natürlich ungeklärt. Wie immer im Wahlkampf - erst groß rumtönen und nach der Wahl dann zurückrudern, weil leider nicht finanzierbar. Alles wie immer

Diese Gefahr sehe ich vor allem in dem Fall gegeben, dass es für eine Neuauflage von Rot-Grün oder einer neuen Regierungskoalition von Rot-Rot-Grün nicht reicht. Diese drei Parteien haben sich im Vorfeld der Kommunalwahl sehr weit aus dem Fenster gelegt für niedrigere Fahrpreise. Die Linke und die SPD haben sogar entsprechende Plakate gehängt! Und die Grünen werben immerhin mit dem Slogan "Rad, Bus, Bahn: Guter Plan" (siehe weiter vorne)
Eine entsprechende Regierungskoalition sollte dann auch den Mut aufbringen, ihre Wahlkampfforderungen umzusetzen. Die Verkehrsausschuss-Sitzungen sind übrigens öffentlich und es gibt die Möglichkeit in der Bürgerfragestunde sich nach dem Stand der Dinge in Sachen kostenloser Schülerinnen- und Schüler-ÖPNV zu erkundigen! Vielleicht treffen wir uns ja mal dort? Und hoffentlich gehen dort viele Schülerinnen und Schüler hin!
Was mir mehr Sorgen macht ist die Gefahr, dass die notwendigen finanziellen Mitteln nicht zusätzlich für den ÖPNV zur Verfügung gestellt und dafür anderen Ressorts entzogen werden, sondern dass Umschichtungen innerhalb der ÖPNV-Gesamtausgaben stattfinden und z. B. beim Ausbau barrierefreier Bushaltestellen gekürzt wird. Oder die Fahrkarten für Erwachsene verteuert werden.
Hier sollten alle ÖPNV-Nutzer zusammenstehen und ganz klar den Abzug der Gelder aus anderen Ressorts fordern, zum Beispiel beim Ausbau der Autoverkehrsinfrastruktur! Viele Straßen könnten schon alleine dadurch deutlich preiswerter und weniger aufwendig gebaut werden, wenn man eine niedrigeres Tempolimit einplant.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.08.2016 00:17 von Jules.
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