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Verkehrsprofessor: Hannover muss mehr tun - unter anderem ein Quartiersbus für Linden-Limmer
geschrieben von Jules 
"Verkehrsprofessor: Hannover muss mehr tun", so lautet der Titel des Artikels in dem die HAZ über die Diskussionsveranstaltung im Lindener Rathaus berichtet:
"Monheim ist überzeugt, dass sich der Verkehr in Hannover radikal verändern muss. Stickoxide, Feinstaub und Lärm schädigten die Gesundheit der Menschen. "Es geht nicht nur darum, Grenzwerte der EU einzuhalten", sagt er. In Hannover vermisse er ein Gesamtkonzept, um die Zahl der Autos, vor allem der Dieselfahrzeuge, zu reduzieren.
Als eine erste Maßnahme schlägt der Experte vor, Autofahrer davon zu überzeugen, dass sie ihr Gefährt besser stehenlassen. "Die Stadt muss mit den Autofahrern kommunizieren", sagt Monheim. Carsharing müsse in großem Umfang gefördert werden, sodass man in Hannover bei etwa 30.000 Autos lande, die geteilt werden. Die breiten Hauptverkehrsstraßen, angelegt für eine autofreundliche Stadt, hält der Professor nicht mehr für zeitgemäß. "Der Rückbau von Fahrbahnen eröffnet Flächen für den Wohnungsbau", meint er. Schon jetzt könne die Stadtverwaltung die Geschwindigkeit auf großen Ausfallstraßen auf Tempo 30 reduzieren. "Bestes Argument ist der Lärmschutz", sagt er."

Hier der Link zum HAZ-Artikel: [www.haz.de]
Nicht nur der Trierer Verkehrswissenschaftler ist von seinen Vorschlägen überzeugt. Für seine Vorstellung der Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Hannover erhielt Monheim mehrfach tosenden Beifall vom Publikum. Ca. 150 Menschen waren zu der Veranstaltung im Lindener Rathaus erschienen.
Monheim forderte außerdem sogenannte Quartierbusse, wendig genug, um auch in engen Straßen fahren zu können. Für den Stadtteil Linden-Limmer liegen diese Pläne bereits seit mehr als 20 Jahren in der Schublade aber bislang traut sich die Politik nicht daran sie auch umzusetzen.
Es reicht nicht aus, so Monheim, hier mal ein bisschen was für den Radverkehr zu tun, oder da mal eine Omnibushaltestelle barrierefrei auszubauen. Hannover braucht eine Verkehrswende und die Verwaltung muss ihre gesamten Verkehrsentwicklungs-Maßnahmen darauf abstimmen, den Autoverkehr zu minimieren. Dazu gehört auch die deutliche Reduktion von Parkplätzen!

Die Pläne für solche Maßnahmen existieren bereits in Modell-Form: Hier ein Bild vom Stadtmodell im Bauamt Hannover.
Im Vordergrund die Clevertor-Brücke. Die Straße wird deutlich verschmalert und am Flohmarktufer entsteht ein breiter und langer Grünstreifen, der am vorderen und hinteren Ende von Gebäuden begrenzt wird. Das Gebäude am hinteren Ende des Grünstreifens steht auf dem heutigen Parkplatzgelände links von der Zufahrt zur Brücke, die am Leineschloss vorbei in die Altstadt führt.



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.02.2017 00:20 von Jules.


"Rund die Hälfte der Großstädter hat kein Auto mehr. Man merkt das nur nicht, weil die Verkehrspolitiker immer noch so planen, als hätte jeder ein Auto." (Heiner Monheim im taz-Interview)
Wer die Diskussionsveranstaltung im Lindener Rathaus verpasst hat, der kann ja mal hier nachsehen:
Mobilität von morgen - Das Auto hat ausgedient, taz.zeozwei 4/16
[www.taz.de]
Auf die Frage:
"Wie viele Autos dürften für Sie bleiben?"
antwortet Monheim:
"Gäbe es bundesweit Carsharing und moderne Mitfahrzentralen, wären nur noch vier Millionen Stück der derzeit angemeldeten und zumeist parkenden 44 Millionen Autos nötig, um Deutschland mobil zu halten. Dem steht die Macht der Autolobby entgegen. Stellen Sie sich vor, schon in den späten 1930er-Jahren hat allein der US-Autokonzern General Motors hundert Nahverkehrsunternehmen gekauft – um sie dann kaputt zu machen und die Straßenbahnen zu verschrotten."
Es ist also nicht einfach die angeblich so große "Faszination" des Autos, die viele Menschen zu Autofahrern gemacht hat, vielmehr wurde kräftig nachgeholfen, indem Träger sanfter Mobilität systematisch zerschlagen wurden!
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