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Modernstes Busnetz Europas
geschrieben von Norderstedt 
Da ja vom Hamburger Senat ja das modernste Busnetz Europas geplant wird, möchte ich darüber diskutieren, was dafür getan werden muss. Zwar bin ich, wie viele andere bestimmt auch, lieber für eine Stadtbahn als für ein modernes Busnetz, doch hier soll die Stadtbahn kein Thema sein.

Im Hochbahn Magazin vom April wird darüber schon gesprochen:
HOCHBAHNmagazin April 2011

Was muss dafür getan werden?
Ich bin erst ein Mal ein Gegner den Takt zu erhöhen, auch wenn die Busse schon fast überfüllt sind.
Viel besser währe es dann, ähnlich wie in Berlin, ein Eilbusnetzt aufzubauen, welches nicht an allen Haltestellen hält und somit noch schneller ist. Die Linienwege könnten ähnlich sein, wie manche vollen Buslinie (vor allem Metrobuslinien), aber auch etwas anders.

Hier ein Beispiel, wie es für die Linie 21 aussehen könnte:
Der E21 startet in Niendorf Nord, fährt dann Vielohweg (hält nicht an der Haltestelle Vielohweg (Mitte) und Wagrierweg. Dann fährt diese Linie weiter über Oldeloer Straße und Holsteiner Chaussee. Haltestellen bis zum Eidelstedter Platz währen ab Niendorf Nord: Mode Centrum, Kriegerdankweg, Halstenbeker Straße und Wiebschenkamp. Dann geht es bis zum Bahnhof Elbgaustraße ohne Halt weiter. Dann geht es dort weiter wie die Buslinie 21 bis Schenefelder Platz, mit halt aber nur an folgenden Haltestellen: Katzbachstraße, Jevenstedter Straße und Recknitzstraße. Dann fährt die Linie E21 weiter bis zur Haltestelle Immenbusch mit Halt an den Haltestellen Böttcherkamp und Achtern Born. Von da aus biegt der Bus dann links in den Rugenbarg ab und dann rechts in die Flurstraße weiter gerade aus in die Heinrich-Plett-Straße bis zum Bahnhof Klein Flottbek. Dabei hält der Bus an folgenden Haltestellen: Geranienweg, Flurkamp und Hemmingstedter Weg.

Dies ist nur ein Beispiel für einen „E-Bus“ (Eilbus) und auch die Haltestellenauswahl ist ein Beispiel. Bei der Haltestellenauswahl solltes dabei um Haltestellen gehen, die eher stark benutzt werden.

Vorteil Einführung von „E-Bussen“ gegenüber von einem dichteren Takt:
-schneller Fahrtzeit (halt an weniger Haltestellen)
- etwas andere Linienweg, sodass mehr Fahrtmöglichkeiten es gibt (z.B bei meinem Beispiel mit der Linie E21 kommt man jetzt von Klein Flotttbek zusätzlich ohne Umsteigen zu den Haltestellen Flukamp, Geranienweg und Kriegerdankweg, Halstenbeker Straße, welche man bei einer Taktverdichtung der Linie 21 nicht hinkäme

Meine E-Busse würden auch außerhalb der Berufsverkehrszeit fahren und sind daher ehr mit den Schnellbussen zu vergleichen als mit den Eilbussen, die wir heute haben und nur in der Berufsverkehrszeit fahren. Daher könnte man die Eilbusse auch Schnellbusse nennen (anstelle von E21, S21), doch bei der S21 würde es dann Verwirrungen geben, da es auch eine S-Bahnlinie S21 und daher habe ich lieber E-Busse genommen. Trotzdem würde man solch ein E-Busnetz hinbekommen, indem man das Schnellbusnetz grundlegend ändert. So dürfte keine Kongruenz zwischen Schnellbussen und U-Bahn, S-Bahn und R-Bahn geben und die müssen zuschlagefrei sein!

Dann müsste natürlich die Busse noch Ampelvorrangschaltungen und Busspuren bekommen, damit die Busse wirklich schneller sind.
Was haltet ihr von diesem System?

Wir brauchen mehr Investitionen in den ÖPNV! Damit noch mehr Leute mit den ÖPNV fahren- die Umwelt wird danken



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.05.2011 12:05 von Norderstedt.
Zitat
Norderstedt
Hier ein Beispiel, wie es für die Linie 21 aussehen könnte:
Der E21 startet in Niendorf Nord, fährt dann Vielohweg (hält nicht an der Haltestelle Vielohweg (Mitte) und Wagrierweg. Dann fährt diese Linie weiter über Oldeloer Straße und Holsteiner Chaussee. Haltestellen bis zum Eidelstedter Platz währen ab Niendorf Nord: Mode Centrum, Kriegerdankweg, Halstenbeker Straße und Wiebschenkamp. Dann geht es bis zum Bahnhof Elbgaustraße ohne Halt weiter. Dann geht es dort weiter wie die Buslinie 21 bis Schenefelder Platz, mit halt aber nur an folgenden Haltestellen: Katzbachstraße, Jevenstedter Straße und Recknitzstraße. Dann fährt die Linie E21 weiter bis zur Haltestelle Immenbusch mit Halt an den Haltestellen Böttcherkamp und Achtern Born. Von da aus biegt der Bus dann links in den Rugenbarg ab und dann rechts in die Flurstraße weiter gerade aus in die Heinrich-Plett-Straße bis zum Bahnhof Klein Flottbek. Dabei hält der Bus an folgenden Haltestellen: Geranienweg, Flurkamp und Hemmingstedter Weg.

Nicht gut.
Eilbuslinien sollten kurz sein und Wohngebiete an die Schnellbahn anschließen.

Diese Eilbuslinie nimmt alle Staustellen der M21 mit.
Ein Eilbus als Entlastung oder Verstärkung der M21 müßte genau umgekehrt durch den Born fahren, um auf schnellstmöglichem Weg zur nächsten Schnellbahnstation zu kommen.

Ein E21 müßte (wegen chronischen Platzmangels kann er nicht am Schenefelder Platz beginnen) beispielsweise am zukünftigen Kreisel Schenefeld Siedlung (wenn er denn mal gebaut wird, Kreuzung Friedrich-Ebert-Allee/Lornsenstraße) beginnen. Hier müßten beim Bau des Kreisels gleich die erforderlichen Überliegeplätze mit berücksichtigt werden. Linienweg (mit allen Haltestellen [hier nicht aufgezählte Halte sollen dann auch nicht bedient werden!]) wäre dann Schenefelder Platz, Böttcherkamp, Achtern Born, Immenbusch, Grubenstieg (neu!), Rugenbarg/Flurstraße oder Kressenweg (könnte am Platzmangel scheitern! [die Busse blockieren jetzt schon oftmals die Straßenausfahrt Kressenweg, wenn auf M22 und M3 G-Züge aufeinandertreffen!]), Rugenbarg (Nord), Lüdersring, Fangdieckstraße Nord (bestehende Haltestelle Fangdieckstraße) und Mitte (zwischen Wohn- und Gewerbegebiet) und S/A Eidelstedt (wegen Platzmangels dürfte Elbgaustraße nicht gehen, Eidelstedt ist genügend Platz vorhanden).

Die Idee einer Linie von Klein Flottbek kommend über die Flurstraße in den Born ist nicht neu, wurde meines Wissens aber deswegen bisher nicht umgesetzt, weil sich der Fahrgaststrom aus dem Born eher in Richtung der Pinneberger S-Bahn-Strecke orientiert hat. Als es seinerzeit noch den Eilbus E84 von Schenefelder Platz nach S-Hochkamp gab, verkehrte die S1 fast ganztags alle 5 Minuten. Seit aber wegen der City-Strecke auf der Pinneberger Strecke der 5-Minuten-Takt gefahren werden muß (wegen fehlender stadtnäherer Kehrmöglichkeiten), hat sich der Fahrgaststrom eher in Richtung S-Elbgaustraße orientiert.
Und weil ja irgendwann eines fernen Jahres auch mal eine S-Bahn nach Kaltenkirchen fahren wird, habe ich die Endhaltestelle meines E21 gleich nach Eidelstedt verlegt, damit nahezu ganztags alle 10 Minuten eine Fahrmöglichkeit sowohl zur Verbindungsbahn (ist schneller am Hbf) als auch zur arbeitsplatzintensiven City-Strecke besteht -- denn daß, wenn die S21 nach Kaki fährt, Elbgaustraße den 5-Minuten-Takt verliert, dürfte klar wie Kloßbrühe sein...

Entlang der jetzigen AKN-Stammstrecke könnte man noch die eine oder andere Eilbuslinie installieren, beispielsweise als E5 von A-Burgwedel nach Niendorf-Markt mit nur 4-6 Haltestellen oder von der Stadtgrenze Rellingen/Eidelstedt (Nord) als E4 zum Schlump. Sollte allerdings die jetzige A1 doch irgendwann mal S-Bahn werden (werde ich das noch erleben?), müssen zur besseren Auslastung alle derartigen Buslinien so umgedreht werden, daß die S-Bahn vollgeschaufelt wird bis zum gehtnichtmehr. Dann könnte eine solche E4 vom Eidelstedter Platz kommend durch die "Ackerstraßen" über Hörgensweg (der BÜ müßte dann kreuzungsfrei werden) zu Möbel Höffner oder als Schleifenfahrt mit Berührung der Haltestelle Schnelsen-Wählingsallee fahren. Der M21 fährt straßenlagebedingt dort getrennte Richtungswege.
Diese Idee hätte sogar noch einen weiteren Vorteil: Der Systemwechsel der S-Bahn könnte dann wegen nicht mehr vorhandener Bahnübergänge bis Schnelsen-Süd verlegt werden.

Gruß Ingo
Fahrzeiteinsparungen im einstelligen Minutenbereich, auflaufen der "E-Busse" auf die Planwagen der Linie 21 und nicht zuletzt das wenig fahrgastfreundliche Vorbeifahren an Haltestellen (siehe Linie 3 zwischen Kressenweg und BAT) machen das angeführte Beispiel wenig attraktiv.

Einzige sinnige Massnahme wäre eine Teilung/ Kürzung der Linie zwecks Fahrplanstabilität (man darf gespannt sein, was an Advents-Wochenenden und Ferienbeginn passieren wird, wenn Höffner eröffnet ist, IKEA wie immer leer gekauft wird und zusätzlich die A7 wie so oft ab Quickborn südwärts steht...) und die Einführung des 5-Minuten Taktes ganztags.

Wozu muss man von Kl. Flottbek zum Flurkamp kommen können, wenn man von Othmarschen UND/ODER Blankenese dahin kommt?
Ich schlage vor, dass auf dem 4er der Fünf-Minuten-Takt zwischen Eidelstedter Platz und Schlump in BEIDEN Richtungen sowohl in der Früh-HVZ, als auch am frühen Nachmittag wieder eingeführt wird, genauso wie damals, als die Linie noch 182 hieß. Ständig muss ein leerer Bus vom Eidelstedter Platz nach Schlump fahren, weil am Nachmittag der 5-Min-Takt nur zwischen Schlump und Eidelstedter Platz besteht und in Gegenrichtung dies zur selben Zeit nicht der Fall ist. Ich meine, ist die Last in Fahrtrichtung Schlump wirklich so niedrig, dass ein Zehn-Minuten-Takt reicht? Mein Eindruck ist, dass in dieser Richtung auch am Nachmittag der 4er zur Sardinendose wird.

Grüße,

Richie

"Auftrag ausgeführt. Dieser Zug ist garantiert schwarzfahrerfrei!" - Amboss, der Kontrolator
Zitat
Klawitter
Einzige sinnige Massnahme wäre eine Teilung/ Kürzung der Linie zwecks Fahrplanstabilität (man darf gespannt sein, was an Advents-Wochenenden und Ferienbeginn passieren wird, wenn Höffner eröffnet ist, IKEA wie immer leer gekauft wird und zusätzlich die A7 wie so oft ab Quickborn südwärts steht...) und die Einführung des 5-Minuten Taktes ganztags.

Da wird man sich eh was einfallen lassen müssen -- nur was?

Einerseits will man auf Teufelkommraus eine Linie von Schnelsen zur Pinneberger S-Bahnstrecke haben -- das geht mangels anderer Straßenverbindungen nur auf dem Linienweg der M21. Andererseits will man unbedingt eine Linie von Osdorf/Lurup mindestens bis zum Eidelstedter Platz anbieten. Auch das geht mangels anderer Straßen nur auf dem jetzigen sehr stauanfälligen Linienweg.

Genau aus diesem Grund plädiere ich ja so gerne für den "E21" wie oben dargestellt. Der würde nur in der Lornsenstraße selbst derzeit eine Haltestelle (und vielleicht mal 2, wenn Moorweg/Parkgrund irgendwann mal in Betrieb geht) auslassen. Im weiteren Verlauf werden nur noch Farnhornweg und Langbargheide ausgelassen -- die könnte man aber jederzeit als zusätzliche Haltestellen hinzufügen, der Zeitmehrbedarf liegt bei vielleicht einer Minute. Warum ich die Linie nach S/A-Eidelstedt verbiegen möchte, habe ich auch bereits erklärt -- auch wenn ich wohl keine S21/A21 nach Kaltenkirchen mehr erleben werde. Vorrangig denke ich hier an das Platzproblem in Elbgaustraße.

Zitat
Klawitter
Wozu muss man von Kl. Flottbek zum Flurkamp kommen können, wenn man von Othmarschen UND/ODER Blankenese dahin kommt?

Wieso muß man das überhaupt? Man kommt doch schon heute aus allen Richtungen zum Flurkamp -- der beginnt bekanntlich zwischen Ex-Haspa und Penny...
Klar, es war die Haltestelle gemeint -- aber wer muß da schon hin? Die Orchideenringbewohner können auch zum Windmühlenweg gehen. Und vom Stiefmütterchenweg ist man genausoschnell an den EEZ-Haltestellen wie man am Flurkamp auf 'ne Fensterkiste warten muß.
Im Übrigen kommt man derzeit von diesen Schnellbahnhaltestellen zum Flurkamp: Elbgaustraße (SB39), Stellingen (M22), Bahrenfeld (SB37), Hochkamp (SB39), Blankenese (M22). Von Othmarschen kommt man nicht direkt zur Haltestelle Flurkamp.

Da wäre es wichtiger, in Höhe der Straße Wesperloh eine Haltestelle einzurichten. Bei dem nach meinem Wissen geplanten Abriß des Chinarestaurants kann man hier gleich das Land zukaufen, um den dort vorhandenen spiegelfressenden Straßenknick etwas zu entschärfen und gleich die Bushaltestelle zu bauen.

Gruß Ingo
Ich bin gegen Busse die vorbeifahren besonders weil sie eh an der Ampel halten und nur nicht die Tür aufmachen man sollte an vielen stellen den Tackt erhöhen und nicht warten bis sich das Problem von selbst löst in dem die Fahrgäste auf das Auto umsteigen. Man sollte auch aufhören den HVV teurer zumachen wenn die Qualität an einigen stellen schlechter wird oder sich nichts verändert . Man sollte auch zeigen das man für den Kunden da ist und nicht wenn man bei dem VU anruft von einem gesagt bekommt er hat keine Ahnung er kann nichts machen. Man muss einfach das machen was hier immer gesagt wird aber nicht so übertrieben .
Mit meiner Linie E21 sollte nur ein Beipsiel gegben werden, wie die Eilbusse aussehen können. Welche Haltestelle angefahren werden welche nicht, sollte man erst nach Prüfungen enstscheiden und ob mein Linienweg der Richtige war weiß ich auch noch nicht ganz. Da die Linie E21 ein Beispiel für weitere Eilbusse in Hamburg sein sollen, darf gerne auch über weitere Eilbuse oder andere Maßnahmen in anderen Stadteilen nachgedacht werden.

Die Linienweg von INW für die Buslinie "E21" finde ich auch nicht schlecht, doch sind dies für ein E-Bus nicht doch zu viele Haltestellen und dann erst durch die Langabrheide und dann duch Fangdieckstraße zu fahren ist doch ein Umweg. Wieso nicht bis zur Haltestelle Schnackenburgsallee und dann nach norden bis Eidelstedt oder dann doch gleich bis Stellingen. Wenn man bis Eidelstedt fährt, kann man den Bus auch weiter über die Rennbahnstraße und Kielerstraße bis zum Eidelstedtet Platz oder Eildester Zentrum (weil hier bestimmt mehr Platz für den Bus ist, da Eidelstedtet Platz jetz schon sehr voll ist), sodass man vom Eidelstedtet Platz zu einer S-Bahnhaltestelle kommt, wo beide Linie S21( später aus Kaltenkirchen) und S3 verkehren.

Eine weitere Möglichkeit für ein E-Bus währe die Linie E26. Diese könnte von Kellinghusenstraße bis Rahlstedt fahren. Dabei würde dieser Bus ab der Eichnlohweg weiter gerade aus fahren und nicht an den Haltestellen Alfred-Mahlau-Weg und Cesar-Klein-Ring halten. Zwischen Kellinghusenstraße und Rübenkamp würde der Eilbus dann wie die heutige Buslinie 118 fahren, nur mit vielleicht ein oder zwei weniger Haltestellen.

Bei all diesen Maßnahmen müsste dann aber auch weiter Ampelvorrangschaltungen und Busspuren für Busse geben, damit die Busse wirklich schneller sind.

Wir brauchen mehr Investitionen in den ÖPNV! Damit noch mehr Leute mit den ÖPNV fahren- die Umwelt wird danken



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.05.2011 21:59 von Norderstedt.
An der Diskussion zum Thema "Modernstes Bussystem Europas" sehen wir leider sehr deutlich, wo Hamburg derzeit im Hinblick auf die ÖPNV-Zukunft steht: Am absoluten Nullpunkt.

Es gibt keinerlei System-/Linien-/Zielvorstellungen, verkehrspolitische Vorgaben (Wieviel Einschränkungen des MIV zugunsten des ÖPNV sind zugestanden?, Was darf der Spaß kosten?) oder nur irgendwelche diskussionswürdigen Ansätze zum Bussystem.

Stattdessen geht die Diskussion um Überliegeplätze und konkrete Haltestellen, die ggf. ausgelassen werden könnten.

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Das Metrobusnetz ist weitgehend vorgegeben und bildet die wesentlichen Verkehrsbeziehungen ab. Jetzt brauchen wir keine Phantom-Diskussionen um irgendwelche Antriebssysteme. Jetzt geht es an Eingemachte: Welche Parkplätze fallen für Busspuren weg? Wo werden Kaphaltestellen eingerichtet? Wo werden grüne Wellen für die Bus-Bevorzugung unterbrochen? Das ist nicht angenehm, aber, wenn Herr Scholz irgendwas ernst meint, kann er sich jetzt schonmal auf den Kampf mit ADAC, Bild etc. vorbereiten.

Pessimistisch oder realistisch (?) muss man wohl davon ausgehen, dass er sich darauf nicht einlässt sondern weiter Ankündigungspolitik betreibt und sich somit in Sachen ÖPNV wiedermal nichts tun wird.

Um ins Konstruktive zu kommen: Vielleicht sollten wir - im treuen Glauben an die Ankündigungen des 1. BGM - mal die einzelnen Metrobus-Achsen durchgehen.

Ich mach mal mit dem 6er einen Anfang mit folgendem Sofortprogramm:

- Umbau der Haltestelle Gertigstraße zur Kaphaltestelle (ständig zugeparkt)
- konsequente Verkehrsüberwachung/Abschleppung im Bereich Mühlenkamp (kein 2./3.-Reihe-Parken, kein Nicht-Einhalten absoluter Halteverbote mehr dulden, Überwachung der Lieferzonen auf Missbrauch)
- LSA-Pförtnerregelung zwischen Mundsburger Brücke und Alster, d.h. der Stau wird vor die Mundsburger Brücke verlegt, so dass der 6er als Pulkführer behinderungsfrei zur Hst. Graumannsweg durchkommt.
- Lange Reihe: LSA lassen nur soviele Fahrzeuge rein, wie Kapazität vorhanden ist; Parkplätze im Mittelstreifen hinter der Haltestelle AK St. Georg fallen zugunsten Busspur weg, so dass der 6er als Pulkführer am Stau vorbei durch die Lange Reihe fahren kann; konsequente Verkehrsüberwachung; Haltestelle Gurlittstraße als Kaphaltestelle
- Umbau Haltestelle Hbf./Kirchenallee als Kaphaltestelle in beiden Richtungen, Anordnung der Richtungshaltestellen auf einer Höhe (z.B. Höhe Schauspielhaus) und direkter Fußgängerübergang zur Haltestelle
- LSA-Bevorzugung an den Knotenpunkten ist neben den infrastrukturellen Maßnahmen Basisvoraussetzung

So, damit hätten wir die Basisaufgaben erledigt und können im weiteren Verlauf über die Umstellung auf O-Bus, Hybrid-XXL-Bus, Wasserstoffantrieb, Bustrain, Tram sur pneu usw. im Linienverlauf des 6ers nachdenken.
Solche Maßnahmen waren zumindest mal ein Anfang. Aber was ist eine Kaphaltestelle?
Bei der Kaphaltestelle hält der Bus direkt auf der Fahrbahn ohne Busbucht. Hierbei ist die Wartefläche für die Fahrgäste wesentlich vergrößert. Baulich ist die Haltekante einige Zentimeter gegenüber dem Parkstreifen in die Fahrbahn vorgezogen.

Vorteil ist, dass die Haltestellen nicht zugeparkt werden, der Bus parallel anfahren kann, so dass der Fahrgastwechsel massiv beschleunigt wird (insbesondere Rollstuhlfahrer und Kinderwagen kommen besser rein). Zuletzt nimmt die Kaphaltestelle wesentlich weniger Straßenlänge in Anspruch und ein Einfädeln des Busses in den Verkehrsstrom wird wesentlich erleichtert.

Einen sehr schöner Vergleich zwischen Hamburger Standard und Kaphaltestelle bietet diese Präsentation (S. 23-25):

Planungsbeispiel Berlin

Schöne Erklärung auch hier:

Kaphaltestelle aus Sicht der Barrierefreiheit

Die MVG München als "alter Hase" in Sachen ÖV-Beschleunigung hat auch eine kleine Zusammenstellung auf der Homepage. Unter "Maßnahmen" findet sich auch ein Bild einer Kaphaltestelle:

Busbeschleunigung München

Im Übrigen ist die Kaphaltestelle heute der Stand von Wissenschaft und Technik und wird durch das Verkehrsministerium als Standard empfohlen. Wo gibt es in Hamburg bereits eine Kaphaltestelle, mal abgesehen von den "normalen" Bordsteinhaltestellen in gering befahrenen Bereichen oder zweispurigen Straßen ;-)?
Zitat
M2204
Bei der Kaphaltestelle hält der Bus direkt auf der Fahrbahn ohne Busbucht. Hierbei ist die Wartefläche für die Fahrgäste wesentlich vergrößert. Baulich ist die Haltekante einige Zentimeter gegenüber dem Parkstreifen in die Fahrbahn vorgezogen.

Vorteil ist, dass die Haltestellen nicht zugeparkt werden, der Bus parallel anfahren kann, so dass der Fahrgastwechsel massiv beschleunigt wird (insbesondere Rollstuhlfahrer und Kinderwagen kommen besser rein). Zuletzt nimmt die Kaphaltestelle wesentlich weniger Straßenlänge in Anspruch und ein Einfädeln des Busses in den Verkehrsstrom wird wesentlich erleichtert.

Zusätzlich sei noch bemerkt, daß bei Kaphaltestellen die Bordsteinkanten oftmals erhöht sind, so daß teilweise sogar ein Hineinfahren für Rollstuhlfahrer ohne Rampe ermöglicht ist.

Gruß Ingo
Also Kaphaltestellen, wie sie in den verlinkten Beispielen beschrieben sind, finde ich ziemlich gut. Allerdings frage ich mich, ob das bei nur einem Fahrstreifen je Richtung funktioniert. Die vorgeschlagenen Straßen sind ja nicht vierspurig (Lange Reihe, Mühlenkamp)
Zitat
BruceMcLaren
Also Kaphaltestellen, wie sie in den verlinkten Beispielen beschrieben sind, finde ich ziemlich gut. Allerdings frage ich mich, ob das bei nur einem Fahrstreifen je Richtung funktioniert. Die vorgeschlagenen Straßen sind ja nicht vierspurig (Lange Reihe, Mühlenkamp)

Es hat zu funktionieren. Diese Fragestellung verdeutlicht nämlich wieder das grundlegende "Problem" (welches hier auch schon angesprochen wurde): Einschnitte für den MIV sind unvermeidbar. Dann müssten die Autofahrer eben warten.
Zitat
M2204
Wo gibt es in Hamburg bereits eine Kaphaltestelle, mal abgesehen von den "normalen" Bordsteinhaltestellen in gering befahrenen Bereichen oder zweispurigen Straßen ;-)?

Linie: 116
Haltestelle: Am Elisabethgehölz

Die Haltestelle befindet sich zwar in einer wenig befahrenen Straße (Caspar-Voght-Straße), ist aber als Haltestellen-Kap ausgeführt. Als Besonderheit sei angemerkt, dass durch den Mittelstreifen der Straße ein überholen des Busses während des Haltestellenaufenthaltes nicht möglich ist. Das macht den Fahrgastwechsel zwar sicherer, wäre aber für Durchgangsstraßen kein besonders geeignetes Beispiel. Dennoch finde ich diese Art von Haltestellen in Wohngebieten sehr gut.
Genau das sind die Grundsatzfragen, die zu beantworten sind:

Soll es so bleiben wie heute, dass der Fahrgast an der Haltestelle "Gertigstraße" stadteinwärts einen 1-2m Sprung zwischen Bordstein und Nachläufer des Gelenkbusses machen muss, weil ein Auto am Beginn der Busbucht geparkt hat oder müssen für wahrscheinlich 15-20 Einsteiger pro Abfahrt des M6 und den schon im Bus befindlichen Fahrgästen ein paar Autofahrer im Extremfall die Haltestellenaufenthaltszeit abwarten?

Hier fehlt es - hoffentlich nur noch vorübergehend - an klaren Aussagen des Senats.

Die Liste der notwendigen Paradigmenwechsel ließe sich beliebig fortsetzen.

Nur noch ein Bespiel, weil es ganz gut in diesem Zusammenhang passt: Warum nutzen die HVV-Busunternehmen eigentlich nicht die Warnblinkerfunktion (§20 StVO), die ein Überholverbot bzw. Schrittgeschwindigkeit der passierenden Autos erzwingt? In HH wird an haltenden Bussen mit Höchstgeschwindigkeit vorbeigebraust und noch Gas gegeben, sofern die Abfahrt des Busses "droht".
Zitat
BruceMcLaren
Also Kaphaltestellen, wie sie in den verlinkten Beispielen beschrieben sind, finde ich ziemlich gut. Allerdings frage ich mich, ob das bei nur einem Fahrstreifen je Richtung funktioniert.

Funktioniert ganz einfach:
Kaps sind nichts anderes als ein "Halten am Fahrbahnrand".
Während des Fahrgastwechsels muß der MIV hinterm Bus warten.
Dafür entfallen unfallträchtige Situationen beim Wiedereinfädeln des Busses (Abfahrt aus Haltestellenkap).

Allerdings gibt es in HH noch die Vorgabe, Haltestellen am Fahrbahnrand nicht in der Nähe von Ampeln zu genehmigen. (Beispiel: H Saling, Linie 161 oder auch - recht neu - Osakaallee, Linie 6).
Da es keine Straßenquerung in zumutbar empfundener Entfernung gibt, queren viele Fahrgäste direkt und ungesichert die Fahrbahn.
Zitat
Incentro
Linie: 116
Haltestelle: Am Elisabethgehölz

Hier nochmal der Streetview-Link:

Am Elisabethgehölz

Das ist ja tatsächlich schon eine unglaubliche Behinderung des MIV für Hamburger Verhältnisse. Wahrscheinlich war der Erhalt der Parkplätze im Seitenstreifen hinter der Kreuzung in diesem Fall wichtiger als das flüssige Durchkommen der Autos ;-). Bei den meisten z.B. in Berlin neu angelegten Buskaps ist i.d.R. ein Überholen des haltenden Busses durch nachfolgende Autos weiter möglich, wenn der Gegenverkehr es ermöglicht.

Solche Zwangs-Halt-Mittelinseln bei Haltestellen findet man deutschlandweit tatsächlich schon recht häufig, aber meist nur bei geringem Verkehrsaufkommen oder an entsprechenden Konfliktpunkten (z.B. Schulen).
... und weil Streetview so schön ist, noch ein Beispiel aus Berlin:

Haltestelle Bouchéstraße

Vorher auch ständig zugeparkt, jetzt ist alles top. Sogar die Wartehalle hat jetzt vernünftig Platz. In der Gegenrichtung erdreistet sich zwar ein Umzugswagen, die neue Haltestellenfläche zum Aufstellen zu nutzen ;-), aber der Bus kommt noch einigermaßen parallel ran.
Zitat
M2204
...
Nur noch ein Bespiel, weil es ganz gut in diesem Zusammenhang passt: Warum nutzen die HVV-Busunternehmen eigentlich nicht die Warnblinkerfunktion (§20 StVO), die ein Überholverbot bzw. Schrittgeschwindigkeit der passierenden Autos erzwingt? In HH wird an haltenden Bussen mit Höchstgeschwindigkeit vorbeigebraust und noch Gas gegeben, sofern die Abfahrt des Busses "droht".

Meine Meinung bzw. Beobachtung: Im nördlichen Hamburger Umland wurde das vor einigen Jahren praktiziert (ich weiß nicht ob das noch aktuell ist). Defacto haben die Autofahrer das aber ignoriert.
Was passiert mit der HVV-Busoffensive zur Zeit, wenn das Busnetzt zusätzlich ausgebaut werden soll, dann wurden doch dort super Ideen vorgestellt.

DT4-Fan
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