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{Sammelthread} Störungen im Hamburger Busverkehr
geschrieben von Der Hanseat 
Zitat
Herbert

Die M25 fährt in der HVZ nur alle 10 Minuten. .

Zwischen Altona und Eppendorf faehrt alle 5 Minuten ein Bus.

Zitat
Herbert
Zitat

Deshalb ist es auf soclhen Buslinie viel relevanter die excessive Wartezeit zu ermitteln

Ich will aber nicht warten, sondern ankommen. Relevanter ist, wie sehr die Ankuftszeit am Ziel vom SOLL abweicht.

Tja Herbert, da ist aber dann die exzessive Wartezeit schon relevanter als die Verspaetung bei der Abfahrtszeit. Wenn z.B. alle Busse aehnlich Verspaetung haben ist zwar die Abfahrtspuenktlichkeit niedrig die Kundenpuenktlichkeit aber nicht unbedingt.

London Transport berechnet uebrigens die 'Excess Journey Time' fuer einzelne Linien, d.h. die Wartezeitabweichungen plus Reisezeitabweichungen, was ich fuer einen guten Indikator halte.

Das ist zwar nicht so gut wie die SBB Kundenpuenktlichkeit aber viel einfacher (und billiger) zu berechnen. Wobei eine annaehernde Kundenpuenktlichkeit vielleicht auch gar nicht so schwierig ist wenn man automatische Einsteiger- und Aussteigerdaten hat (durch Gewichtung). Um es wie die SBB zu machen braeuchte man allerdings Daten zu Umsteigern fuer alle relevanten Knoten, und ich denke sowas ist in einem Busnetz wie in Hamburg nicht ganz billig.
Und die britischen Eisenbahnen werten uebrigens Ankunftszeiten fuer ihre Puenktlichkeitsstatistik aus - aber nur am letzten Bahnhof. Und seit die Regulationsbehoerde alle Betreiber dazu verdonnerte Puenklichzeitsstatistiken auf jedem groesseren Bahnhof als Plakat anzubringen brauchen alle Zuege jetzt 5 Minuten laenger von vorletzten zum letzten Bahnhof...
Zitat
christian schmidt
brauchen alle Zuege jetzt 5 Minuten laenger von vorletzten zum letzten Bahnhof...

Das ist die Gefahr. Wenn bei vielen Verspätungen Strafzahlungen oder der Pranger drohen, werden einfach die Fahrplanzeiten hochgesetzt. Aber andererseits: Ein Vorteil des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs ist die Planbarkeit. Wenn die gegeben ist, darf es ruhig etwas länger dauern. Im Sommer sind wir mit Bus, S-Bahn, Flugzeug, Regionalzug, Metro und Fernzug in ein Kaff mitten in Frankreich gefahren. Und wir waren auf die Minute pünktlich.
Zitat
Ingo Lange
Das ist die Gefahr. Wenn bei vielen Verspätungen Strafzahlungen oder der Pranger drohen, werden einfach die Fahrplanzeiten hochgesetzt. Aber andererseits: Ein Vorteil des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs ist die Planbarkeit. Wenn die gegeben ist, darf es ruhig etwas länger dauern.

Blöd nur, dass die Planbarkeit bei dieser Methode nur bei der Endstation gegeben ist.
Zitat
Wolf Tiefenseegang
Blöd nur, dass die Planbarkeit bei dieser Methode nur bei der Endstation gegeben ist.
Das lässt sich ja weiter optimieren, indem bei den Unterwegshalten die veröffentlichte Ankunftszeit 5 Minuten nach der Abfahrtszeit liegt. :-]
Zitat

Aber andererseits: Ein Vorteil des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs ist die Planbarkeit. Wenn die gegeben ist, darf es ruhig etwas länger dauern.

Hamburgs Busnetz braucht deutlich länger als das Auto und ist unplanbar. Finde den Fehler :-)

Nötig wäre endlich eine anständige Echtzeitinformation. Mich interessiert nicht, wie hoch die Pünktlichkeitsquote letzten Monat war, wenn mal wieder eine Kleinbaustelle Hamburgs ÖV zu Stehbussen jeder Sichtweise macht. Mich interessiert, wie lang ich gerade konkret einplanen muss ans Ziel. Das ist 2016 einfach eine Selbstverständlichkeit. Das könnte man verknüpfen mit einer Prognose, die sagt: Hej, nimm vielleicht besser mal die U-Bahn durch die Innenstadt, mit dem M22 wirst du Ewigkeiten von Hagenbecks Tierpark zur Kelle brauchen, da hat die letzte Stunde noch jeder Bus mindestens 15 Minuten Verspätung aufgebaut, das wird wahrscheinlich nix.

Wir haben 2016 und Mitteleuropas teuersten ÖPNV, der sich präsentiert wie zu D-Mark-Zeiten.



5 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.01.2016 23:35 von Herbert.
Die Echtzeitdaten für alle Verkehrsmittel im HVV kommen noch in diesem Jahr.

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Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat
Zitat

Die Echtzeitdaten für alle Verkehrsmittel im HVV kommen noch in diesem Jahr.

Die großen Busbetriebe sollen Ende 2016 in der Fahrplanauskunft auftauchen, der HVV wäre dann in etwa auf dem Stand von Berlin im Frühjahr 2004.

Schön wäre Open Data, damit Fremdentwickler z.B. die beschriebene "Bus-Prognose" programmieren könnten. Open Data will der HVV aber angeblich sehr strikt kontrollieren (mit extra Vertrag und allem pipapo) und die Nutzung der vorhandenen Schnittstelle ist meines Wissens ziemlich mau. Andere Verbünde sind da viel weiter.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.01.2016 03:45 von Herbert.
Wo wir bei den SBB waren:

[www.tagesanzeiger.ch]

Die SBB hat letztes Jahr zur Optimierung der angesprochenen Kundenpünktlichkeit für ein stark belastetes Teilnetz in der Deutschschweiz praktisch alle Anschlüsse und die Auswirkungen verschiedener Warte-Policies simuliert. Im Endeffekt können sie jetzt recht genau sagen, wie sich bestimmte Wartefristen auswirken. Das würde man sich für Hamburg auch wünschen - besonders im Spät- und Nachtverkehr wird nach meinem Eindruck stur ohne großes Überlegen nach uralten Regeln gefahren: Kelle wartet die Langenhorner U1 bei 20-Minuten-Takt nicht auf eine 3 Minuten verspätete U3, wohl aber 3 Stunden früher bei besten Anschlusstakten auf einen 2 Minuten verspäteten Anschluss.

Lübecker Straße fährt die U1 stur pünktlich ab und wartet nicht auf verspätete U3, Dehnhaide rauscht der 171er ohne Wartefrist ab etc. Im Nachtverkehr wäre ggf. auch der Anschluss von Bussen zur Schnellbahn interessant, der aber wohl überhaupt nicht gesichert wird.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.2016 14:02 von Herbert.
Bombenentschärfung + Busunfall auf der Hohenluftchaussee und der Busverkehr im Bereich Eimsbüttel/Eppendorf/Harvestehude ist mehr oder weniger komplett zusammen gebrochen. 20 + 25 fahren über Schlump / Hallerstraße, die 5 angeblich nur zwischen Burgwedel und Nedderfeld und die 4 soll auch betroffen sein.
MOIN,
die Sperrungen sind aufgehoben - die Bombe ist entschärft.
Zitat

Busunfall auf der Hohenluftchaussee

[www.mopo.de]
Die 5 fährt aufgrund der Vollsperrung der Hohenluftchaussee immer noch unregelmäßig.
Es ist uebrigens durchaus moeglich die Auswirkungen auf den Busverkehr zu minimieren wenn man das wirklich will. Wie man auf den Bildern ja schoen sehen kann konnte man auf 1-2 Spuren durchaus an der Unfalstelle vorbeifahren. D.h. man haeete eine Vollsperrung fuer Autos zwischen Hoheluftbruecke und Gaertnerstrasse einrichten koennen waehrend Busse an der Unfallstelle (langsam) vorbeifahren.
Wenn da Platz zum vorbeifahren war, warum sollten dort dann nur Busse fahren und nicht auch der restliche Verkehr?
Stadtauswärts waren zwei Spuren für Autos frei, die aber nichts brachten. Der Autoverkehr stand sich selbst im Weg, weil alle Straßen im nordwetlichen Hamburg bis nach Barmbek aufgrund der Sperrung von wenigen 100 m in Eppendorf völlig verstopft waren.

In einer Idealwelt hätte man die Hoheluftchaussee nun komplett für den Individualverkehr gesperrt, damit wenigstens über den ÖPNV eine Erreichbarkeit von Hoheluft und Lokstedt möglich wäre. Mit dem Auto kam man da nämlich gestern Abend weder hin- noch weg.

Allerdings ist Hamburgs Netz in der Realität so verkorkst, dass die Busse zwar auf den Busspuren zwischen Stephansplatz und Veilchenweg am Stau hätten vorbeifahren können. Nur, danach geht es ja nicht weiter :-) An beiden Enden fehlen selbst Wendemöglichkeiten.

Vielleicht folgerichtig, dass die Hochbahn kurzerhand ihren Laden zusperrte und den Betrieb einstellte. Zwischen Hoheluftchaussee und Eppendorfer Weg standen also um 18.00 Uhr etwa 10 leere Busse der M5 auf der Busspur vor und hinter dem Unfall, ihre Fahrer mit Kaffee vor der Tür. Nix ging mehr, das Busnetz war mal wieder zusammengebrochen.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.01.2016 15:17 von Herbert.
Gegen 22 Uhr war die Hoheluftchaussee in beide Richtungen voll gesperrt.

Zitat
Herbert
Nix ging mehr, das Busnetz war mal wieder zusammengebrochen.
Mir tun ja all die anderen Städte leid, die nicht das modernste Busnetz Europas haben. Fährt da überhaupt jemals ein Bus, wenn das bei uns schon so schwierig ist?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2016 12:46 von PAD.
Naja, die Stadtbahn wäre ja ohne Probleme gefahren, da wäre alles super gelaufen.

Und "PAD", Du machst den gleichen Fehler wie alle anderen, die irgendwo Unterschiede nicht verstehen, verkraften, oder kapieren wollen oder können.
Deshalb ist dieses Forum auch schon seit langer Zeit völlig in den Keller gerutscht, da kann sich der Betreiber und Forum-Leiter nur herzlich bedanken, das man hier den größten Blödsinn über einige Sachen lesen darf, der mit der Realität nicht viel zu tun hat.
Es war niemals die Rede von einem "modernste Busnetz Europas" gewesen, das ist hier so etwas von lächerlich geworden.

Herbert: Ein Teil von dem Busnetz war zusammengebrochen, woanders lief das noch ganz normal weiter.
Das Schlechtreden gegen Hamburg und deren ÖPNV ist ja bei jeden Beitrag zu erkennen, machen es aber nicht wirklich glaubhafter.
Und glauben soll man dann, das überall alles besser ist, schon klar...

Andere Städte sind zwar auch schwer im 2. Weltkrieg getroffen worden, aber wenn man so eine Bombe freilegt und die dann "klick" macht, was eigentlich beim Aufprall passieren sollte, dann muss man sich nicht wundern, das wenn 6.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen, das dann einiges nicht mehr läuft.
Aber wir haben ja allein jetzt durch die Bauarbeiten auf der A7 und sonstiges kein Durchgangsverkehr in Hamburg und der MIV hat ja so viele Möglichkeiten auszuweichen und man kann da locker dem MIV 200 Kilometer Fahrspuren wegnehmen, dann klappt das auch alles besser.

Ich wünsche nur den Fahrer von der Fa. Jasper, das er bald wieder auf die Beine kommt.
Aber es hat auch eins wieder vorgebracht, das es sich absolut nicht lohnt, dieses Forum zu besuchen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2016 13:26 von Heiko T..
Zitat

Mir tun ja all die anderen Städte leid, die nicht das modernste Busnetz Europas haben. Fährt da überhaupt jemals ein Bus, wenn das bei uns schon so schwierig ist?

Also, ernsthaft. Hamburgs Bussystem leistet im Prinzip keine schlechtere Arbeit als die Netze in vielen anderen Städten. Verkehrsstillstand heißt in Wien, München, Paris, Hamburg: Verkehrsstilltand auch beim Bus. Abgesehen vielleicht von komplett unabhängigen Systemen wie dem Metrobüs Istanbul [de.wikipedia.org]). *

Was Hamburg schlecht macht, ist erstens die große Abhängigkeit vom Bus. Und zweitens, aber darauf nagelt mich nicht fest, die anscheinend sehr hohe Störungsanfälligkeit des offenbar stark belasteten Straßennetzes. Im Schnellbahnnetz reicht ein zu lange im Aufbackofen liegendes Brötchen am Jungfernstieg für Chaos auf fast allen Linien. Der Straßenverkehr scheint lauter Jungfernstiege zu haben. Eine Sperrung an einer der vielen neuralgischen Punkte des Straßennetzes sorgt zuverlässig für Chaos in weiten Teilen des Busbetriebs. In Wien wäre mir das völlig egal, in 5 Minuten Entfernung habe ich allermeistens die nächste Bahn. In Hamburg: Pustekuchen. In Wien habe ich die Störung per Qando auf dem Smartphone und weiß schon am Startort, dass der Bus nix wird. In Hamburg bräuchte man die Funktion viel eher, doch die Betriebe liefern einfach nicht.

Das sind aus meiner Sicht die wesentlichen Unterschiede. Hamburg hat vielleicht vor Jahrzehnten die falsche Strategie gewählt - passiert. Lamentieren nutzt nichts, U-Bahnen lassen sich nicht von heute auf morgen durch die Stadt buddeln, Stadtbahnen ebenso wenig. Wo ist aber eine Überprüfung, wie man das Kern-Busnetz möglichst widerstandsfähig machen kann - notfalls unter Einschränkung des MIV? Kein Thema an der Elbe, die Autofahrer dürfen wie gottgegeben nebenbei den teuren ÖPNV mit lahmlegen! Wo sind geeignete Informationsangebote? Gibt es nicht, als wenn das iPhone gestern und nicht vor 10 Jahren auf den Markt gekommen wäre. Exzellente Fehlplanung oder mustergültige Inkompetenz, was auch immer zu der peinlichen Lage ohne Echtzeitdaten heute geführt hat.

* Über Hamburger Vorstellungen von leistungsfähigen Bussystemen musste ich grinsen, als ich den Metrobüs vor einigen Jahren das erste Mal sah. Die haben auf ihrer Stadtautobahn, quasi dem A7-Äquivalent, einfach mal zwei Spuren nur für Busse durchgehend freigeräumt, die so komplett kreuzungsfrei durch die Stadt kommen. Die Haltestellen sind wie U-Bahnhöfe ausgebaut, mit Mittelinseln, Brücken/Tunnels als Zugang, Drehkreuzen, Stationsaufsicht tagsüber immer vor Ort. Selbst einige Wendemöglichkeiten entlang der Strecke sind exklusiv für den Metrobüs gebaut. Lange Stationsabstände, Echtzeitinfo an jeder Haltestelle, 60-Sekunden-Takt, E-Ticketing usw. Unter Garantie keine 1:1-Blaupause für Hamburg, aber für mich die Referenz für Möglichkeiten moderner Busnetze in Europa und meilenweit entfernt von dem niedrigen Ausbaustandard Hamburgs.

@Heiko T.:
Zitat

Das Schlechtreden gegen Hamburg und deren ÖPNV ist ja bei jeden Beitrag zu erkennen, machen es aber nicht wirklich glaubhafter.

Gegen sieben wollte mich HVV.de eiskalt von Hoheluftbrücke zur Uni in den Bus stecken. Ernsthaft, wie kann so etwas passieren? Warum passiert so etwas laufend wieder? Will der Nahverkehr lernen oder verwaltet ihr nur noch? Ist das Benennen der Defizite Schlechtreden oder Diagnose? Ich gebs zu: Ich bin in der Frustphase. Ich will einen bedeutenden, guten ÖPNV. Den hat diese Stadt ebenso verdient wie nötig. Was kommt von Betrieben und Politik? Immer wieder die gleichen Probleme, die gleiche Zaghaftigkeit, eine Strategie so kurzsichtig wie n Maulwurf, ohne erkennbaren Willen zur Verbesserung. Das kann doch nicht sein.



7 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2016 14:32 von Herbert.
Also ich würde sagen dass Problem im Hamburger ÖPNV ist dass die Politik gerne mal grün für blau erklärt. Das kommt in anderen Politikbereichen natürlich auch vor, aber ich würde mal sagen dass der ÖPNV als technisches System davon im allgemeinen eher weniger betroffen ist.

Was Betriebsstörungen angeht ist das Paradebeispiel für politische Eingriffe die Demonstrationen auf der Stresemannstraße 1991. Nachdem mal wieder ein Kind von einem Laster getötet wurde (bei grüner Fußgängerampel) blockierten Anwohner wochenlang die Straße, bis Tempo 30 und Busspuren durchgesetzt wurden. Dabei haben die Demonstranten erklärt dass sie den 111er selbstverständlich durchlassen würden. Da hat es dann ziemlich geknallt zwischen PVG und HVV (die das Angebot gerne angenommen hätten) und der Polizei (die dagegen war). Ein paar Tage führen die Busse auch durch die Blockade, dann hat die Polizei aber die Straße am Pferdemarkt und der Sternbrücke voll gesperrt und die Busse gezwungen Umleitung zu fahren.

Als dann 1997 der Senat rot-grün wurde gab es dann eine Anweisung an die Polizei bei Verkehrsstörungen insbesondere dafür zu sorgen dass die Busse fahren können, und zwar durchaus an Unfallstellen vorbei durch ansonsten gesperrte Straßen. Die würde dann natürlich von Schill sofort kassiert. Seitdem ist es halt wie es jetzt ist - was auch etwas über den Einfluss der Grünen in schwarz-grün 2008-2011 und rot-grün seit 2015 aussagt...
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