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Busverkehr erstickt im Stau
geschrieben von Pille 
Heute (Dienstag) früh legte einmal mehr ein Wasserrohrbruch unter einer Hauptstraße das Busnetz im Hamburger Westen lahm. Es traf die Kollaustraße, Höhe Papenreihe. Funktioniert die Echtzeitinformation, kam es zu diversen Fahrten, gerade auf der 5, mit über 1 h Verspätung.
@Wolf Tiefenseegang:
Nichts gegen Fahrlehrer, aber zu solchen haftungsrechtlichen Fragen würde ich schon gerne auf Juristen zurückgreifen wollen.

Mag sein, dass es tatsächlich zu einer (Mit-) Haftung des Falschparkers aus Betriebsgefahr kommt - aber unter welchen Bedingungen und in welcher Höhe wäre dann noch interessant (wenn überhaupt).

Auf die Schnelle habe ich leider keine Urteile gefunden.

Auch wenn es blöd klingt: Wenn die Stelle auf Grund des Falschparkers objektiv zum Halten zu gefährlich ist, muss der Busfahrer wohl oder übel auf den Halt verzichten bzw. an geeigneter Stelle (z.B. bei geradem Bordstein) nachholen.

Das soll jetzt nicht das Falschparken beschönigen - ich sehe es halt als nicht ganz so einfach zu konstruieren, dass der Falschparker (sei es der Halter oder der tatsächlich falsch Parkende) letztendlich voll schadensersatzpflichtig ist. Da wären dann Urteile (im Idealfall OLG oder höher) hilfreich.
Zitat
scotty
Generell hat Hamburg ein verkehrsproblem,
Eine Aussnahme die 39/23.
Warum lässt man sie über den Ring2 fahren?

Hamburg hat, wie viele andere Städte auch, kein Verkehrsproblem, sondern ein Autoproblem.
Der MIV beansprucht im Vergleich zum ÖPNV das hundertfache an Verkehrsfläche!
Und trotzdem diese Zahlen allgemein bekannt und anerkannt sind, wird bei jeder Gelegenheit, davon gesprochen, man müsse einen fairen Interessenausgleich zwischen den Teilnehmern unterschiedlicher Mobilitätssysteme anstreben.

Wie soll der denn aussehen? Der Platzbedarf, den Automobilität kennzeichnet, kann eigentlich gar nicht "fair" ausgeglichen werden. Es sei den man legt fest, wenn 99 Bus und Bahn fahren, dann darf der Hundertste das Auto benutzen. Alles andere ist Augenwischerei!

Verständlich, dass Politik sich nicht so recht traut, dass, was auf der Hand liegt, zur Grundlage ihres Handelns zu machen.
Unverständlich dagegen, warum sich die ÖPNV-Nutzer nicht viel häufiger und deutlicher und lauter zu Wort melden, ob der Tatsache, dass der hohe Flächenverbrauch des MIV dazu führt, dass Omnibusfahrgäste im Autostau stecken bleiben.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.02.2017 17:03 von Jules.


Zitat
flor!an
Ich hab mal eine Frage zum Stau. Ich saß gestern in der großen Stauschau im M5. Zwischen Mö und Zob. Nachdem Minutenlang nichts mehr vor und zurück ging, habe ich dem Fahrer mittig auf der Brücke über den Hbf gefragt ob er nicht auch hier die Türen öffnen könne. Die Anfrage wurde mehrfach überhört/ignoriert, sodass wir mindestens 10min über die Brücke gebraucht haben.
Meine Frage wär, wie hier die offiziellen Regeln/Rechtslagen sind? Dürfen bei Stau die Türen "auf freier Strecke" geöffnet werden? Ist gar der Fahrer Schuld wenn etwas passiert (stolpern etc)? Gibt es andere dinge zu beachten die mir als Laie ggf. nicht bewusst sind?

PS: Natürlich klar, dass der Bus auf der rechtesten Spur fahren sollte, sodass die Passagiere maximal zwischen parkenden (nicht haltenden) Autos aussteigen würden.

Ein solche Stau-Situation sollte genutzt werden, alle smart-phone-Besitzer unter den Fahrgästen dazu zu ermuntern, umgehend eine Email an wahlweise Bürgerschafts-Abgeordnete, Bürgermeister, Verkehrsausschuss-Vorsitzender etc. etc. zu senden mit der dringenden Forderungen, die Infrastruktur gefälligst ÖPNV-freundlich umzubauen, auch dann wenn das zum Nachteil der MIV-Infrastruktur beiträgt.

Eine entsprechende Nachricht könnte z. B. so lauten:
Sehr geehrter Herr Buschhüter,
als Vorsitzender des Verkehrsausschusses dürfte, ja muss es sie dringend interessieren, dass ich hier mal wieder mit 76 (genaue Zahl ermitteln) Leidensgenossen im Autostau festhänge, obwohl ich mir genau das, nämlich das Autofahren, verkniffen habe und stattdessen den Bus benutze.
Bitte schaffen Sie eine ÖPNV-freundliche Infrastruktur, denn nur eine Abkehr von der Autofixierung bei der Verkehrsplanung kann nachhaltig das Verkehrswesen in Hamburg verbessern!
Mit freundlichen Grüßen ...

Man kann einfach lautstark damit beginnen, die Fahrgäste zu zählen, um sie neugierig zu machen, so dass sie fragen, warum man das tut. Und dann erklärt man, dass man gerade dabei ist, eine Email an den Verkehrsausschuss zu tippen. Man kann auch einfach anrufen bei der Stadt um an passender Stelle sich über die aktuelle Situation zu beschweren.

Jemand findet das jetzt übertrieben? Und wie ich überhaupt auf solche Ideen komme?

Ich rief mal wegen einer besonders fußgänger-unfreundlich geschalteten Fußgänger-Drückeampel (auch Bettelampel genannt) bei der Stadtverwaltung an und ließ mich durchverbinden. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung am anderen Ende der Leitung sagte: Ach das ist ja interessant, dass mal ein Fußgänger bei mir anruft. Normalerweise rufen hier nur Autofahrer an. Und viele direkt von der Stelle aus, wo sie länger als eine halbe Minute vor einer roten Ampel stehen.

Du kannst aber auch einfach mal hier vorbeischauen zum Unterschreiben und als Anregung für Hamburg: [www.openpetition.de]



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.02.2017 17:00 von Jules.


Heiner Monheim im Interview mit taz.zeozwei zur Renaissance der Straßenbahn in vielen anderen Städten (außer Hamburg!):
"In München, Leipzig. Auch in Berlin kommt sie zurück. Nur Hamburg verweigert sich noch dem neuen Trend. Als die letzte Straßenbahn 1978 in Hamburg stillgelegt wurde, versprach der Senat den Verkehrsbetrieben, sie bekämen stattdessen überall eine doppelte Busspur. Stimmt aber nicht. Der öffentliche Verkehr ist belogen und betrogen worden. Das Auto hat sich überall breitgemacht."
taz.zeozwei 4/16 [www.taz.de]

ÖPNV und Radverkehr sind die umweltverträglicheren Mobilitätsalternativen zum Autoverkehr!
[www.openpetition.de]


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