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In Hamburg sagt man Tschüss zu den Doppelgelenkbusse
geschrieben von Norderstedt 
Zitat
Jules
Sind denn diese Busse tatsächlich 2016 zum Einsatz gekommen, wie es in dem Artikel heißt?

Nicht mit Fahrgästen. Für weitere Informationen empfiehlt sich dieses hochmoderne und innovative Google. Da muss man einfach nur einen Begriff eingeben und es werden einem Ergebnisse in weniger als einer Sekunde angezeigt, ohne dass Forenuser Informationen, die auch hier im Forum schon (mehrmals?) besprochen wurden, wiederholt vorbringen müssen.

________________________
Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat
Hallo Hanseat,

vielen Dank für die Auskunft, so innovativ Google auch sein mag, manche Sachen beantwortet der Hanseat einfach schneller und trefflicher.
Im Ernst, wenn ich in dieser Sache lang rumgoogele, dann komm ich vom "Hölzken auf's Stöcksken" und vielleicht kommt auch mal was Gescheites bei raus. Aber eine Frage in die wohlinformierte Hamburger Runde führt mithin zu einer Auskunft mit einer besonderen Qualität!

Ein anderes Beispiel für die Fragwürdigkeit von Google-Auskünften steckt übrigens in dem bereits erwähnten Artikel selbst drin. Vielleicht hast du dir da ja auch schon mal Gedanken drüber gemacht und magst dazu eine Einschätzung abgeben:
In dem Artikel heißt es:
"Nach dem Mitbewerber Hamburger Hochbahn setzt nun auch die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein GmbH (VHH) auf Nullemission: Mit dem belgischen Bushersteller Van Hool hat das Verkehrsunternehmen einen Vertrag über die Lieferung von zwei Elektro-Gelenkbussen abgeschlossen, die voraussichtlich in einem Jahr auf den Straßen Hamburgs rollen sollen."
[www.eurotransport.de]
Und weiter unten heißt es im selben Artikel:
" Emissionsfrei bis zum Jahr 2020
Zum Einsatz kommen sollen die neuen Busse auf der MetroBus Linie M3. Laut dem Hamburger Senator für Wirtschaft, Verkehr und Inovation, Frank Horch, sollen die beiden ÖPNV-Betreiber Hamburger Hochbahn und VHH ihre gesamte Busflotte, die aktuell etwa aus 1.500 Fahrzeugen besteht, bis zum Jahr 2020 emissionsfrei betreiben."
Hier kann doch eigentlich nur ein Missverständnis vorliegen: Vielleicht ist mit der Aussage in dem Zitat gemeint, dass ab dem Jahr 2020 nur noch CO2-freie Elektrobusse angeschafft werden sollen. Innerhalb von vier Jahren kann doch unmöglich die komplette Hamburger Busflotte auf Elektrobusse umgerüstet werden.
Zumal das müsste doch dann auch für den Ersatz der Doppelgelenkbusse gelten. Das ist doch nie und nimmer realistisch.

Viele Grüße, Jules



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.05.2017 23:16 von Jules.
Anlässlich eines Hamburg-Besuches gönnte ich mir den Spaß einer Fahrt im neuen Doppelachs-Gelenkbus auf der Metrolinie 5.

Aufgefallen ist mir die Sitzplatzanordnung im Bereich der Doppelachse im hinteren Teil des Busses. (linke Spalte)
Und weil diese Anordnung so schön kommunikativ ist, bin ich mit einem älteren Hamburger Ehepaar ins Gespräch gekommen, das mich dann ganz stolz darauf aufmerksam machte, dass ich gerade im größten und am stärksten frequentierten Omnibusliniennetz in ganz Europa unterwegs sei.

Keine Frage: Es gibt Hamburgerinnen und Hamburger, die sehr stolz sind auf ihr Metrobusnetz!

Ferner sind mir die fünf Türen aufgefallen über die die Fahrgäste ein- und aussteigen können. Die drei Türen im vorderen Teil des Busses, vor dem Gelenk, sind in der rechten Spalte des Bildes zu sehen. Allerdings fuhr ich an einem reichlich verregneten Samstagvormittag, so dass ich die Wirksamkeit der fünf Türen zur Bewältigung einer großen Zahl ein- und aussteigender Fahrgäste nicht so gut beobachten konnte.

Der Bus blieb auf der von mir gefahrenen Strecke zwischen Hauptbahnhof und Gärtnerstraße nicht im Autostau stecken, aber es war auch nicht viel Autoverkehr an diesem verregneten Samstagvormittag.

Die Farbgebung sowohl innen, als auch außen und dazu noch aufeinander abgestimmt, finde ich gelungen. Die Qualität der Sitzpolster ist mehr als ausreichend. Aber ich bin von Hannover ja die harte "Holzklasse" der Stadtbahnen gewöhnt, das könnte den Eindruck von der Sitzpolster-Qualität verfälscht haben.

Ebenfalls angenehm fand ich, dass der Bus recht ruhig fuhr, auch im hinteren Teil des Busses gab es wenig "Geschuckel". In den Gelenkbussen mit einer einfachen Achse unter dem hinteren Wagenteil, die ich aus Hannover kenne, fährt es sich m. E. mit mehr "Geschuckel", besonders hinten auf der "Affenschaukel" (so nannte meine Mutter gerne die letzte Sitzbank im Bus).

Viele Grüße aus Hannover, Jules



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.07.2017 19:59 von Jules.


Das mit den Sitzpolstern hängt meines Wissens vom Sitztyp ab, es gibt welche, die haben eher dickere Polster (so wie die, die in Hamburg bei der HHA bestellt werden), es gibt aber auch welche, die haben dünnere Polster (den Parallel-Vergleich hat man da bei den MB der VHH), erkennbar auch an der schalenmäßigeren Sitzform. Die dünnen Sitze heißen m.W. CSE, die dickeren CSF. Sehr dünn bepolsterte Sitze gibt es in einigen MAN, beispielsweise in allen in Berlin, Solaris hat hier auch solche verbaut.

Zu dem weniger schaukeligen Fahrgefühl als bei 3-Achs-Gelenkbussen: Sicherlich ist die Doppelachse auch den 3 mehr Metern Länge geschuldet, aber relativ logisch ist auch die Konsequenz, dass sie für mehr Stabilität beim Fahren sorgt.
Zitat
Jules
Keine Frage: Es gibt Hamburgerinnen und Hamburger, die sehr stolz sind auf ihr Metrobusnetz!
Wenn das eine Frage ist: Ich glaube du beantwortest es in Teilen schon selbst mit:
Zitat
Jules
[...]Und weil diese Anordnung so schön kommunikativ ist, bin ich mit einem älteren Hamburger Ehepaar ins Gespräch gekommen[...]

Ich weiß ja nicht welches Alter diese hatten bzw. das alle alten Menschen es gut finden, aber Busse haben nunmal i.d.R. einen ebenerdigen Einstieg bei U- und S-Bahn muss man manchmal unzählige Stufen überwinden (und viele sind (noch) nicht barrierefrei). Dazu kommt dann vielleicht auch noch, das jemand der Samstagvormittags Bus fährt es sicher auch nicht besonders eilig hat irgendwo hinzukommen. Sprich der "Weg ist das Ziel". Vielleicht haben sie es ähnlich gemacht wie du und sich einfach durch die Stadt kutschieren lassen und dabei aus dem Fenster zu schauen (was mit U- und S-Bahn im Citybereich ja nicht so sehr spannend ist aufgrund der Tunnellagen)

Und klar also warum sollte man nicht stolz dadrauf sein (in vielen Bereichen der Stadt) einfach zur Bushaltestelle zu gehen und kurze Zeit später einzusteigen ohne wirklich einen Fahrplan im Kopf haben zu müssen, weil quasi "immer" einer fährt. Abgesehen vom Berufsverkehr steht man in Hamburg ja auch gefühlt nie im Stau also ist Busfahren auch nur in der HVZ frustrierend (wegen Stau und Platzangebot).
Und allem on Top vielleicht freut man sich einfach über das was da ist, denn das ist ja bekanntermaßen immer noch besser als wenn nichts da wäre ;)

Währen Schnellbusse zuschlagsfrei (das sind ja quasi auch Metrobusse, da sie quer durch die Stadt fahren) würde ich sicher auch gelegentlich damit fahren, einerseits wenn man zu faul ist 1-2-3x umzusteigen, andererseits um ein bisschen durch die Stadt zu Cruisen bzw. was von ihr zu sehen. (Ok vielleicht würde ich das auch nur 1x machen und hätte dann kein Bock mehr drauf :D )
Zitat
flor!an
Abgesehen vom Berufsverkehr steht man in Hamburg ja auch gefühlt nie im Stau also ist Busfahren auch nur in der HVZ frustrierend (wegen Stau und Platzangebot).
Ha, guter Witz.
Halbgut ;-)

Hab ich mir heute morgen auch gesagt
Also ich spreche von Stau wenn ich Stau meine. Wenn man in einer Grünphase nicht über die Ampel zu kommt, bedeutet das nicht gleich Stau. Genauso wie ein Bus nicht "voll" ist, wenn alle Sitzplätze besetzt sind ;)

Aber ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn mir jemand am Samstagvormittag ein Foto von einen Bus im Stau zeigt (und der nicht wegen irgend einer Veranstaltung in diesem steht) :D
Zitat
flor!an
Also ich spreche von Stau wenn ich Stau meine. Wenn man in einer Grünphase nicht über die Ampel zu kommt, bedeutet das nicht gleich Stau. Genauso wie ein Bus nicht "voll" ist, wenn alle Sitzplätze besetzt sind ;)

Aber ich lass mich gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn mir jemand am Samstagvormittag ein Foto von einen Bus im Stau zeigt (und der nicht wegen irgend einer Veranstaltung in diesem steht) :D

Hallo flor!an!
Also für einen Omnibus sollte es eigentlich keine roten Ampeln geben, außer Rettungsfahrzeuge haben sich den Weg frei geschaltet oder eine andere Omnibuslinie kreuzt. Rotlicht vor einem Bahnübergang wäre auch noch ein akzeptabler Grund. Ansonsten ist ein Omnibus, der vor einer roten Ampel halten muss, doch eher ein Hinweis, dass an der ÖPNV-Vorrangschaltung nachgebessert werden muss.

Vielen Dank für deine Erläuterungen weiter oben. Nach deinen Schilderungen, bin ich froh, die Metrolinie 5 nur an einem regnerischen Samstagvormittag gefahren zu sein.

Solltest du mal in Hannover eine kostengünstige Rundfahrt mit dem Omnibus machen wollen, dann empfehle ich dir die "Erlebnislinie" 100/200. Die hält auch in Bahnhofsnähe und fährt einen Rundkurs bei dem sie durch zahlreiche Stadtteile und Teile der Innenstadt fährt. Allerdings ist auch hier das Problem, dass in Hauptverkehrszeiten auch die Ampelvorrangschaltung bislang keine ausreichende freie Fahrt für den ÖPNV erlaubt.
Viele Grüße, Jules



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.07.2017 14:06 von Jules.
Schön, dass es in Hannover bei der üstra mit 38 Buslinien zumindest teilweise klappt.

Hamburg hat aber ein paar mehr Buslinien und entsprechend sind nicht die Mittel vorhanden, um jede Ampel sofort entsprechend auszustatten. Insbesondere an Kreuzungen, wo sich zwei oder mehrere Linien kreuzen (und davon gibt es in Hamburg nicht wenige) ist eine "grüne Welle" für alle Busse nicht möglich.

Auch und gerade im Hamburger Nahverkehr gibt es einige Dinge zu verbessern, aber manche Forderungen sind wirklich weltfremd.

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Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat
Zitat
Der Hanseat
Schön, dass es in Hannover bei der üstra mit 38 Buslinien zumindest teilweise klappt.

Hamburg hat aber ein paar mehr Buslinien und entsprechend sind nicht die Mittel vorhanden, um jede Ampel sofort entsprechend auszustatten. Insbesondere an Kreuzungen, wo sich zwei oder mehrere Linien kreuzen (und davon gibt es in Hamburg nicht wenige) ist eine "grüne Welle" für alle Busse nicht möglich.

1. Wieso sollten die Mittel nicht vorhanden sein? Hamburg hat schließlich ein paar mehr Einwohner als Hannover, entsprechend mehr Buslinien und entsprechend mehr Steuermittel verfügbar, um den ÖPNV zu beschleunigen.

2. Auch in Hannover soll es durchaus vorkommen, dass sich Buslinien oder sogar Bus- und Bahnlinien kreuzen und somit eine Priorisierung der Bevorrechtigung (z.B. nach Wichtigkeit der Linie oder Verspätungslage der betroffenen Fahrten) erforderlich wird. Dies ist dort selbstverständlich umgesetzt, so dass gerade die genannten Linien 100/200 als Ringlinien eben nicht an jeder zu kreuzenden Radiale unmittelbaren Vorrang bekommen können.

Alles das ist jedoch keine Ausrede, dass in Hamburg hier über Jahre nix passiert ist, während in der "Provinz" diese Maßnahmen, die Hamburg jetzt ergreift, bereits ein alter Hut sind.

Um mal wieder etwas OT zu werden: So einen Krampf wie Doppelgelenkbusse oder ähnliches braucht man in H nicht, weil die wichtigen Achsen erheblich weitgehender als in HH mit dem für die zu bedienende Nachfrage entsprechend geeigneten Verkehrsmittel ausgestattet sind.
Tja, in Hamburg haben wir aber eine Bürgerschaft die zu nichts, aber auch gar nichts eine klare Stellung bezieht. Wenn also irgendwer einen Galapagos Enzian in Gefahr sieht und Einwände gegen dieses oder jenes erhebt, dann wird wieder alles abgesagt und im Ergebnis jagt der Hund seinen eigenen Schwanz.

***Es bedeutet harte Arbeit, wenn man aus einem Beförderungsfall, einen Fahrgast machen möchte.***
Zitat
Jules
Und weil diese Anordnung so schön kommunikativ ist, bin ich mit einem älteren Hamburger Ehepaar ins Gespräch gekommen, das mich dann ganz stolz darauf aufmerksam machte, dass ich gerade im größten und am stärksten frequentierten Omnibusliniennetz in ganz Europa unterwegs sei.

Cool - Märchenstunde im Bus. ;-)

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
M2204
Zitat
Der Hanseat
Schön, dass es in Hannover bei der üstra mit 38 Buslinien zumindest teilweise klappt.

Hamburg hat aber ein paar mehr Buslinien und entsprechend sind nicht die Mittel vorhanden, um jede Ampel sofort entsprechend auszustatten. Insbesondere an Kreuzungen, wo sich zwei oder mehrere Linien kreuzen (und davon gibt es in Hamburg nicht wenige) ist eine "grüne Welle" für alle Busse nicht möglich.

1. Wieso sollten die Mittel nicht vorhanden sein? Hamburg hat schließlich ein paar mehr Einwohner als Hannover, entsprechend mehr Buslinien und entsprechend mehr Steuermittel verfügbar, um den ÖPNV zu beschleunigen.

2. Auch in Hannover soll es durchaus vorkommen, dass sich Buslinien oder sogar Bus- und Bahnlinien kreuzen und somit eine Priorisierung der Bevorrechtigung (z.B. nach Wichtigkeit der Linie oder Verspätungslage der betroffenen Fahrten) erforderlich wird. Dies ist dort selbstverständlich umgesetzt, so dass gerade die genannten Linien 100/200 als Ringlinien eben nicht an jeder zu kreuzenden Radiale unmittelbaren Vorrang bekommen können.

Alles das ist jedoch keine Ausrede, dass in Hamburg hier über Jahre nix passiert ist, während in der "Provinz" diese Maßnahmen, die Hamburg jetzt ergreift, bereits ein alter Hut sind.

Um mal wieder etwas OT zu werden: So einen Krampf wie Doppelgelenkbusse oder ähnliches braucht man in H nicht, weil die wichtigen Achsen erheblich weitgehender als in HH mit dem für die zu bedienende Nachfrage entsprechend geeigneten Verkehrsmittel ausgestattet sind.

Hannover ist keine Provinz! (Da reagieren manche Hannoveraner sehr vergrätzt!) Und leider flutscht auch in Hannover längst nicht alles. Viele innerstädtische Buslinien bleiben regelmäßig im Stau stecken. Und leider wird auch in Hannover das Auto immer wieder als unantastbar erklärt. Sagte nicht kürzlich der Ex-Bürgermeister von Hannover, Stefan Weil, (und jetziger MP von Nds.) "Deutschland müsse Automobilland Nummer eins bleiben". Dazu kommt, das in Hannover ein riesiges VW-Werk steht.

Das Hauptproblem bleibt m. E.: Die Fahrgäste der Omnibusse sind zu sehr leidensfähig. Warum nicht mal den im Stau feststeckenden Fahrer eines Omnibusses bitten, die Tür zu öffnen und dann kollektiv raus aus dem Bus und unter Beschimpfung der herumstehenden Autofahrer zu Fuß bis zur nächsten Bushaltestelle gehen?
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