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[VDE 8.1] Bauarbeiten Fürth - Bamberg 2016 ... 18
geschrieben von Manfred Erlg 
Zitat
kukuk
Zitat
HansL
Den "Höffner-Effekt" kann man einfach nicht wegdiskutieren: In Steinach gibt es neues Fahrgastpotential.

Höffner läßt auf eigene Kosten einen Bus im Stundentakt fahren. Wenn ich den sehe, sitze da im Durchschnitt 6 ältere Personen drin. Es wird wahrscheinlich Zeiten wie Mittags oder Samstags geben, wo er voller ist, sonst würde Höffner sich den nicht leisten.
Das heißt, das Potential des "Höffner-Effekt" läßt sich sehr genau bestimmen. Und da gebe ich eher Fürth recht, einen echten Höffner Effekt Fahrgastmäßig für einen S-Bahn Verschwenk gibt es meiner Ansicht nach nicht.

Aber man kann doch eine unattraktive Buslinie im Stundentakt nicht mit einer S-Bahn im 20/40 Minutentakt vergleichen. Logisch will den Bus keiner nutzen und logisch rechnet man bei einem S-Bahn Halt mit mehr Fahrgästen.... = Höffner Effekt
Aber ich glaube Elixir meint dass man bis zum geplanten Halt Stadeln Süd nach der Brücke alles fertig bauen sollte.
Das geht eben nicht, weil die Bestandstrasse an der Stelle nach Norden abschwenkt und der Verschwenk hier geradeaus fahren soll.
Daher ist der künftige S Bahnhof Stadeln Süd etwas versetzt neben der Besandsstrecke, also schon leicht aufgefächert. Soweit ich das richtig verstanden habe.
Und das ist eben der Grund warum man diesen Halt nicht bauen kann. Käme der Verschwenk nicht, dann läge der Bahnhof falsch und die Kurve wäre dann zu groß um wieder an die Bestandsstrecke zu kommen.
Von daher kann man das geplante Gleis eben nur zwischen Unterfarrnbach und der Regnitzbrücke anbinden, nicht aber nach der Brücke Richtung Erlanger Str.
Zitat
Straßaboh-Fan

Von daher kann man das geplante Gleis eben nur zwischen Unterfarrnbach und der Regnitzbrücke anbinden, nicht aber nach der Brücke Richtung Erlanger Str.

So ist es ja auch angedacht.
Von Unterfarrnbach kommend nach der Rechtskurve wird die zweigleisige Strecke eingleisig. Die Signalbrücken für diese Abzweigstelle stehen ja schon. Nach dieser "Zusammenführungsweiche" soll dann an die Bestandsstrecke angebunden werden

Was die DB gerne verschweigt:
Diese Anbindung wurde schon - zumindest teilweise - geplant und sollte ursprünglich mal in 2010 bzw. 2011 realisiert werden.
Vermutlich aus taktischen Gründen (Streit DB ./. Fürth) ist das Thema dann wohl gestoppt worden.

Gruß,
Wolfgang
[www.nahverkehr-franken.de]
Zitat
Straßaboh-Fan
Aber man kann doch eine unattraktive Buslinie im Stundentakt nicht mit einer S-Bahn im 20/40 Minutentakt vergleichen. Logisch will den Bus keiner nutzen und logisch rechnet man bei einem S-Bahn Halt mit mehr Fahrgästen.... = Höffner Effekt

Also eine Direktverbindung vom Fürther Hauptbahnhof mit Anschluß an RE, S-Bahn und U-Bahn ist genauso Attraktiv wie eine S-Bahn, wo ich auch von U-Bahn oder RE vorher umsteigen muß. Und wer heute mit Auto zum Höffner zum einkaufen fährt wird es es auch morgen machen. Ich sehe den Höffner Effekt nicht und halte den für ein vorgeschobenes Argument, da man keine echten Gründe oder Zahlen hat, die den Verschwenk ansonsten rentabel machen.
Wenn die Bahn sich ihres Zahlenwerkes so sicher gewesen wäre, hätte sie nicht selbst dann noch versucht das geheim zu alten, als sie schon die ersten Verfahren deswegen verloren haben.
Hallo allseits,

also ein im Stundentakt verkehrender und sogar kostenloser Bus, der Direktverbindungen nach Fürth HBF und am Wegfeld bietet, und trotzdem verhältnismäßig leer ist, ist der Beweis, das man in Steinach eine kostenpflichtige S-Bahn halten lassen muss. Wenn das künftig das Kriterium für neue S-Bahnen ist, dann wird speziell an den Rändern des Verbunds bald ein riesen S-Bahnbauboom einsetzen, und wir binnen kurzen mehr S- als Regionalbahnen haben...


Aber zurück zu Fakten: So löblich ich es finde, das Höffner sich eigene Zubringerbusse leistet, aber wenn dorthin keine reguläre Buslinie führt, ist das für mich ein Zeichen, das sich normaler staatsfinanzierter Busverkehr offenbar nicht lohnt. Wen schon ein Bus sich nicht rentieren würde, und deswegen Höffner selbst den Verkehr übernimmt, ist der Standort offenbar zu unattraktiv und wirft von sich aus erst recht nicht genügend Fahrgäste für eine S-Bahn ab.

Fragen wir also weiter: Wie hat man dann die S-Bahn schöngerechnet? Antwort durch Zufütterung, indem man mit Zubringerbussen aus Fürth und Nürnberg unter Schaffung eines neuen Busbahnhofes, das Potential künstlich da hin karrt. Aus Nürnberg kennen wir diesen Effekt vom Flughafen und von am Wegfeld. Wenn auf diesem Weg eine ohnehin gewollte Linie zustande kommt, ist das auch nichts verwerfliches. Was ist aber die Besonderheit dieser künstlichen Standorte? Ihre Lage ist völlig egal, nur die Verbindungen der Linien untereinander sorgt für Fahrgastumschlag. Was heißt das für Steinach? Ob man den Busbahnhof in Steinach oder am Vacher Bahnhof machen würde, ist völlig egal, es gibt keinen "Standortvorteil".

Warum kämpft man dann so verbissen für Steinach? Weil man für den ohnehin erforderlichen Ausbau der Straßen in der einen Version schon fertige Pläne in der Tasche hat, für Vach erst welche entwickeln muss. Und weil der Straßenanteil bei Steinach etwas geringer ist, die Busse von Nürnberg her also nicht ganz so weit fahren müssen. Dafür solche aus Fürth umzu weiter. Bei Vach wäre es umgekehrt.

Spricht davon jetzt irgendwas für Steinach mehr als für Vach? Ich kann nichts erkennen.

Jetzt wird wieder das Argument kommen: Ja aber die da in Fürth hätten die doch schon vor Jahren den Busbahnhof bauen können, ham die aber nicht, und deswegen haben wir jetzt das Recht, uns die S-Bahn zu holen, und bei uns einen zu bauen! Die Fürther gaben in all den Jahren versagt , drum sind jetzt wir mit baue dran. Oder so. Anders gesagt Nürnberg - Fürther Eitelkeiten. Um nichts anderes als die Eitelkeiten der Städte dreht sich dieser Standortstreit. Man will mit seinen Bussen nicht auf das Territorium des andern -Iiiiiiiiiieeeee! - fahren. Weil objektiv betrachtet ließe sich Vach genauso pushen und künstlich - ich betone - künstlich attraktiv machen wie Steinach. Und umgekehrt gilt, ohne Begleitmaßnahmen ist Steinach mindestens so unattraktiv wie Vach.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.11.2017 08:13 von Daniel Vielberth.
Da geht wohl einiges durcheinander.

Das Fahrgastpotential eines S-Bahnstopps berechnet der Gutachter mit Hilfe von standardisierten Verfahren. Ob sich das Ergebnis nach Inbetriebnahme als richtig herausstellt, ist dann nicht mehr relevant. Aber das Gericht wird gegnerische Gutachten nach der Einhaltung solcher Standards bewerten.

Es wird weder in Vach noch in Steinach einen Busbahnhof geben. Wozu auch, da genügen die Haltestellen an der Straße. Und die Straßen in Steinach (rund um Höffner) sind längst gebaut - mit drei Kreisverkehren, wo Busse wenden können.

Den Hauptnachteil für den Verschwenk sehe ich in der Zerschneidung des Ackerlands und der Einschnürung der Ortschaft Steinach. Wie gewichtig das ist, muss das Gericht beurteilen.
Das hat Manfred völlig richtig dargestellt: Es gibt ein Gutachten nach standardisiertem Verfahren. Da hatte auch weder Fürth noch Nürnberg Einfluss darauf, weil es vom Zuschussgeber - also dem Freistaat Bayern bezahlt worden ist.

Dieses Gutachten hat als Ergebnis ganz klar die Aussage, dass sich ein S-Bahn-Halt Steinach lohnt und den Verschwenk über einen NKF > 1 bringt. Da kann man lange darüber streiten, ob die Prognosen richtig sind, aber das spielt keine Rolle. Das Ergebnis wurde nach dem vorgeschriebenen standardisierten Verfahren berechnet. Und soweit ich erkennen kann, hat das Gericht da auch keine fehlerhafte Anwendung erkannt.

Man kann jetzt sicher diskutieren, ob dieses Verfahren immer sinnvolle Ergebnisse liefert. In manchen Fällen passt das angewandte Modell sicher nicht zu 100 %. Aber es ist nun mal der Standard und der muss angewandt werden. Das Methodenhandbuch zur Anwendung des Verfahrens wird jedoch durchaus laufend verbessert. Dass auch mit dem Verfahren Tricksereien möglich sind, sei unbestritten. Wichtig ist zum Beispiel immer die Länge der betrachteten Strecke, aber das haben wir oben ja auch schon diskutiert.

Aber das Ergebnis scheint plausibel zu sein:
- Es gibt unbestritten auch heute schon Fahrgäste, die mit dem Direktbus zum Höffner fahren. Die würden dann künftig S-Bahn fahren.
- Dass eine S-Bahnlinie mit vielen Haltepunkten auf einer Strecke von Bamberg bis Nürnberg und darüber hinaus (Im Moment Hartmannshof, künftig wohl Neumarkt) mit einer Taktfrequenz von 20 Minuten attraktiver ist als ein stündlich verkehrender Pendelbus zum Fürther Hauptbahnhof: Will das wirklich ernsthaft jemand bestreiten? Da kann man doch nur diskutieren, wieviel das im Ergebnis ausmacht.
- Aber zu den Bussen: Es ist geplant, 3 Buslinien von Osten her anzuschließen. Und das bringt sicher nicht nur Busumsteigeverkehr, sondern das ist auch ein Zubringer zur S-Bahn.
Diese Busse kommen heute nun mal nicht ohne Straßenneubauten auf die Westseite des Frankenschnellwegs und der Bestandstrasse, weil man bewusst dorthin keine Anbindung geschaffen hat, damit die Stadelner ihre Ruhe haben. Die Autofahrer sollen auf der A73 zum Höffner und dort die Ausfahrt nutzen, aber man kommt nicht vernünftig auf die andere Seite.
Damit bringen also die Busfahrgäste auch noch zustätzliche Fahrgäste.
- Und dann sind da auch noch Leute, die den Parkplatz beim Höffner nutzen werden, um in die S-Bahn einzusteigen, um in Nürnberg einzukaufen. Das wird sicher nicht im Sinne des Möbelhauses sein, aber das ist wohl kaum zu verhindern.

Die standardisierte Bewertung wird also sicher nichts hergeben, was den Verschwenk verhindert. Es war übrigens nicht geheim, wie das Gutachten zum Verschwenk zustande gekommen ist. Was die Bahn nicht rausrücken wollte, waren Details, wie sich zu einem NKF < 1 für die Bündelungstrasse gekommen sind.

Wenn, dann scheitert der Verschwenk an Artenschutzproblemen. Aber das ist ein anderes Thema.
an Manfred Erlg

> Es wird weder in Vach noch in Steinach einen Busbahnhof geben.
> Wozu auch, da genügen die Haltestellen an der Straße.

Ich setzte diese Planungen
[www.vag.de] als bekannt voraus, das nahezu sämtliche Buslinen, die in Großgründlach wie auch der Schmalau vorhanden sind, nach Steinach umgeleitet werden sollen, um die S-Bahn zuzufüttern. Und wie Hans L. ja schon ausführte hat man diese sehr wohl in die Berechnung eingeflossenen Fahrgäste etwas getarnt, indem an sie unter dem "Höffner-Effekt" verbucht hat, obwohl die kausal nicht mit dem Höffner zusammenhängen. Natürlich formal definiert sich der Bushalt in Steinach vielleicht nicht als Busbahnhof, aber defakto isses genau das.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
@Daniel: Das ist nur ein Schlagwort, unter dem man die Änderungen zusammengefasst hat, die sich durch den Bau von Möbel-Höffner ergeben haben. Da wurde überhaupt nichts getarnt, das wurde ganz offen angesprochen.

Und sicher lohnen sich auch die Buslinien dorthin ein Stück mehr, weil es die Märkte dort gibt. Da fahren dann sicher auch ein paar Leute von Erlangen-Süd, Großgründlach und Boxdorf und die ganzen anderen Vororte mit dem Bus zum Möbel-Höffner, die bisher dafür gar keine andere Möglichkeit hatten. Das sind dann ja auch die Taktverkehre, mit denen das Gebiet jetzt schon bedient wird.

Für die S-Bahn alleine wäre es vielleicht fraglich, mit allen Bussen die zusätzliche Schleife zu fahren, für Möbel-Höffner alleine wären es mit Sicherheit nicht genügend Fahrgäste. Aber beide Effekte zusammen führen dazu, dass sich das rechnet und dadurch sogar noch Busumsteiger dazu kommen können. Das dürften aber nicht allzu viele sein.

Aber selbstverständlich sind das alles Nutzeneffekte, die den NKF nach oben treiben. Das ist ja nichts, was in irgend einer Form anrüchig wäre.
Zitat
kukuk
...Also eine Direktverbindung vom Fürther Hauptbahnhof mit Anschluß an RE, S-Bahn und U-Bahn ist genauso Attraktiv wie eine S-Bahn, wo ich auch von U-Bahn oder RE vorher umsteigen muß. Und wer heute mit Auto zum Höffner zum einkaufen fährt wird es es auch morgen machen. Ich sehe den Höffner Effekt nicht und halte den für ein vorgeschobenes Argument...

Naja, nicht ganz. Die S-Bahn vor der Haustür hätte den Vorteil einer umsteigefreien Verbindung aller Orte zwischen Bamberg und Hartmannshof, wozu immerhin auch Forchheim, Erlangen und Nürnberg gehören.

Weiterer Vorteil: Wer nicht weiß, dass es diesen Zubringer gibt, wird ihn auch nicht nutzen. Oder findet man den etwa beim VGN oder der DB auf irgendwelchen Netzplänen oder in der Fahrplanauskunft? Außer der Linie 178 ist da nichts zu finden. Und die ist mit ihrem Humpeltakt und 21 min Fahrzeit zur U-Bahn (Rathaus) bzw. 28 min zum Hbf ja wohl nicht allzu überzeugend. Und nochmal zum Höffner-Bus selbst: Wenn man den in Google sucht findet man Fahrpläne, auf denen u. a. Fahrten an verkaufsoffnenen Sonntagen 11.10. ab Fürth Hbf oder 09.10. ab Busbahnhof Erlangen angeboten werden. Der 11.10. war zuletzt 2015 und der 09.10. immerhin erst 2016 ein Sonntag. Sehr vertrauenserweckend, dieses Suchergebnis.

Eine S-Bahn, deren Fahrplan man nicht nur zuverlässig in der Auskunft sieht sondern einem auch noch auf dem Liniennetzplan ins Auge springt, ist da schon was anderes als diese Busse mit ihren "Takten" die diese Bezeichnung wirklich nicht verdienen.

Stadeln (insgesamt betrachtet) ist durch den geplanten Haltepunkt bei der Erlanger Straße nicht schlechter angebunden als bisher mit dem Bahnhof Vach. Wenn man unterstellt (kann ich nur vermuten, ich weiß es nicht), dass der Vekehr von Stadeln hauptsächlich in Richtung Fürth / Nürnberg geht (und nicht nach Erlangen) wird es für den Flächenschwerpunkt auf der Landkarte sogar besser, weil man nicht erst am Ort vorbeifährt und dann wieder ein oder zwei km zurückfahren oder laufen muss sondern sich ohne diesen Umweg immer in Zielrichtung bewegt. Für Mannhof werden die Wege weiter, dafür würde es aber Schmalau und Großgründlach erheblich besser.

Übrigens, wegen dem nicht vorhandenen Verkehrsbedürfnis wurde da auch keine Autobahnausfahrt ganz neu gebaut? Der Höffner allein wird den Haltepunkt und erst Recht den ganzen Verschwenk sicher nicht rechtfertigen. Wenn die neuen Haltepunkte aber mal da sind werden sich um die herum aber sehr wahrscheinlich neue Ansiedlungen (ob zum Wohnen oder für Gewerbe) bilden.

Als vorgeschobenes Argument könnte man auch das der Verschwenkgegner hernehmen, der böse, böse Flächenverbrauch in einer Gegend wo gerade in den letzten paar schon zigtausend Quadratmeter bebaut wurden.

Abschließend sei noch gesagt, dass es mir völlig egal ist, ob der Verschwenk gebaut wird oder die Bestandsstrecke erweitert wird. Haupsache, es passiert überhaupt mal irgendwas.
an Habs K

> Aber selbstverständlich sind das alles Nutzeneffekte, die den NKF nach
> oben treiben. Das ist ja nichts, was in irgend einer Form anrüchig wäre.

Das ist bekannt, diese netzwirkenden Maßnahmen haben z. B. selbst beim Wegfeld eine Rolle gespielt, dort besonders der 30 zum Flughafen.

Es drängt sich nur sehr der Eindruck auf, das speziell diese eine Maßnahme nämlich das Buskonzept, Steinach sehr "geholfen" hat, und diese eine Maßnahme ist halt eigentlich kein Argument für Steinach, weil sich vergleichbares auch für Vach bauen ließe, man also in beiden Fällen erstmal Geld in die Hand nehmen muss. Das Steinach mit Busbahnhof besser abschneidet, als Vach ohne, halte ich für geradezu naturgegeben, ist aber irgendwie so ein Äpfel - Birnenvergleich.

Meine These ist: Würde man Vach mit Busbahnhof versehen rechnen, und Steinach dafür ohne, würden sich die Zahlen des KNF für beide Halte exakt umkehren, im Sinne von vertauschen.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.11.2017 10:14 von Daniel Vielberth.
@Daniel: Seh Dir doch bitte mal das Buskonzept Nord an, das Du oben selbst gepostet hast: Dann siehst Du, dass es für die 3 Linien einen sehr viel größeren Umweg bedeutet, wenn sie zum Bahnhof Vach fahren als nur bis Steinach. Die Buslinien bewegen sich ja alle im Osten der Trasse.

Um auf die Westseite der A73 und über die Bestandsstrecke zu kommen, fehlen darüber hinaus nicht nur die geeigneten Straßen, die man erst noch bauen müsste. Da ist auch noch mindestens ein Bahnübergang im Weg, den man dann auch ersetzen müsste. Die Beseitigung der drei Bahnübergänge ist nicht geplant, wenn der Verschwenk kommt, wenn die Bündelungstrasse das erforderlich macht, so sind das auch Kosten, die dieser zugerechnet werden müssen.

Von Westen her gibt es jedenfalls keinen Bus, der nicht genausogut Stadeln-Süd ansteuern könnte anstatt Bahnhof Vach oder Stadeln Nord. Im Gegenteil: Wenn es Bahnhof Vach nicht mehr gibt, so ist wahrscheinlich der Schlenker für den Bus dorthin entbehrlich und er könnte direkt Richtung Innenstadt fahren. Das wäre für die Vacher auf jeden Fall ein Vorteil, weil der Bus schneller wäre und die Infra könnte damit auch Kosten sparen.

Ein Busbahnhof in Stadeln gibt keinen Sinn, weder am alten Bahnhof Vach noch am angedachten Haltepunkt Stadeln-Nord und er wird deshalb keinesfalls kommen, auch nicht mit der Bündelungstrasse.

Und dass man Änderungen im Busnetz in die Betrachtung einbezieht, ist doch sinnvoll und im Sinne des Fahrgastes. Das war am Wegfeld sinnvoll, dass man das verbunden hat mit der Flughafenanbindung und das ist für Steinach genauso sinnvoll mit der Höffner-Anbindung.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.11.2017 10:47 von HansL.
> Um auf die Westseite der A73 und über die Bestandsstrecke zu kommen

Über die Bestandsstrecke will ich mit den Bussen gar nicht drüber. Vor paar Jahren ist hier im Forum schon mal festgestellt worden, das Vach Gleis 3 für betriebliche Zwecke freigehalten werden muss, und die S-Bahn wenn, dann auf einem Gleis 4 halten muss. Für dieses bietet sich ein östlicher Seitenbahnsteig ja geradezu an.

Und dann geht das super Einfach: Fürther Bus hält wie bisher vorm Bf. Unterführung zu Gleis 2\3 verlängert bis Gleis 4 mittlerer Aufgang verschlossen (vgl Reichelsdorf oder Eibach) Ebenfalls östlich Gleis 4 Verbindungsstraße zwischen Herboldshofer Str und Steinacher Str. Die Busse hielten dadurch direkt Gegenüber der Bahnsteigkante von Gleis 4 (vgl. U6 Garching-Hochbrück). So bequem wäre das Umsteigen nichtmal in Steinach (S-Bahn in Dammlage, Bus unten).

Ja der Fahrweg der Busse wäre ggf. 1-2 Minuten länger, beim direkten Umstieg, ist die Zeit aber wieder drin. Die Busse müssen nicht über die Bü (sofern das dann nicht eh Unterführungen sind, zumindest eine, und die andre auflassen, damit man den Durchgangsverkehr nicht befeuert), also keine Wartezeiten, nur für den Umstieg von den Nürnberger auf die Fürther Busse gibts halt einen längeren Fußweg.

Wenn man mit diesem Konzept für Vach anträte, gäbe es gegenüber Steinach keine Nachteile, das Geld, was für die beiden Überführungen der S-Bahn über genannte Straßen wegfällt, flösse eben in die Bus-tauglichmachung der Frankenschnellweg Unterführungen (soweit erforderlich)

EDIT: Ergänzend könnte man den Nürnberger Bussen nach Vach jeweils noch Haltestellen in Herboldshof und Steinach geben, wenn die da eh schon durchfahren.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.11.2017 10:57 von Daniel Vielberth.
Sorry, Daniel: Selbst wenn es nur 1-2 Minuten wären, die ein Bus hin- und zurück bis Bf Vach länger braucht als bis Steinach - was ich sehr bezweifle -, so ist das auf jeden Fall doch ein Nachteil, den Du berücksichtigen musst. Und der Nachteil ist so groß, dass die Lösung ausscheidet, was noch nicht einmal Fürth bezweifelt.

Du musst ja auch noch berücksichtigen, dass alle Fahrgäste auf allen 3 Linien diese Zeiten verlieren würden, also auch die, die gar nicht umsteigen wollen. Die Mehrzahl der Fahrgäste wird nach wie vor am S-Bahn-Halt durchfahren.

Dazu kommt, dass bisher auf der Ostseite des Bahnhof Vach auch noch keine Straßen und kein Busbahnhof vorgesehen sind. Von niemandem! Die Kosten dafür und den Flächenverbrauch musst Du ja auch noch hinzurechnen. In Steinach ist das alles schon vorbereitet. Das musst Du also auch in den Vergleich mit einbeziehen und führt zusätzlich dazu, dass sich ein Busbahnhof am Bahnhof Vach niemals rechnen wird.

Selbst Fürth hat eingesehen, dass der Bahnhof Vach als Haltepunkt keinen Sinn mehr gibt, wenn es einen Haltepunkt Stadeln-Süd gibt. Das dritte Gleis braucht man als Ausweichgleis für wartende Güterzüge.

Fürth argumentiert mit einem neuen Haltepunkt Stadeln-Nord. Und da kannst Du herumrechnen, wie Du willst - wie sich auch in Leipzig gezeigt hat: Das lohnt sich auf keinen Fall. Noch nicht einmal dann, wenn es tatsächlich eine Bündelungslösung gibt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.11.2017 11:02 von HansL.
So sehr ich Fan des Bahnhaltes Vach(Stadeln) bin so wenig glaube ich an den Erhalt selbigem im Personenverkehr... es wäre zwar wünschenswert würde in einem reinen 20 Minuten Takt jede zweite S-Bahn in Vach/Stadeln und die anderen in Steinach anhalten, defakto wird das wohl nicht passieren...

So ein wenig würde ich mir ja (jetzt wo die Fürther auch offiziell einen Mercedes-Sprinter-Linienbus im Bestand haben) eine Linie Vach Bahnhof-Steinach-Kleingründlach wünschen, für den Fall das Steinach realisiert werden könnte, aber ich glaube diese Linie hätte auch eher einen solchen KNF das man beim buddeln nach selbigem in Australien raus käme...

Viele Grüße
Christian0911
(Mein YouTube-Kanal)
Hab gerade Drehscheibe im ZDF gesehen. Da ging es um das Dorf Altenfeld im Landkreis Bamberg und wie die Bahn mit den Anwohnern umgeht die an der Bestandsstrecke wohnen. Sehr empfehlenswert, sucht es mal bei der ZDF Mediathek (Sendung ist um 12.10 Uhr gestartet). Versteht mich nicht falsch ich bin unbedingt für den Ausbau, aber die Dörfer werden ja wie West-und Ostberlin voneinander getrennt. Die Anwohner sind echt nicht zu beneiden.
Und zum Verschwenk-Thema: Ich bin gegen den Verschwenk aus einem ganz einfachen Grund. Die Landschaftszerschneidung nimmt einfach überhand. Außerdem dachte ci das sollte an der Bestandsstrecke die S Bahn entlang führen der Halt Vach verlegt wird und der alte aufgegeben wird.
Zitat
Undergrounder
Hab gerade Drehscheibe im ZDF gesehen. Da ging es um das Dorf Altenfeld im Landkreis Bamberg und wie die Bahn mit den Anwohnern umgeht die an der Bestandsstrecke wohnen. Sehr empfehlenswert, sucht es mal bei der ZDF Mediathek (Sendung ist um 12.10 Uhr gestartet). Versteht mich nicht falsch ich bin unbedingt für den Ausbau, aber die Dörfer werden ja wie West-und Ostberlin voneinander getrennt. Die Anwohner sind echt nicht zu beneiden.

Die Diskussion in Altendorf habe ich auch neulich in "quer" mitbekommen. Das ist sicher nicht schön, dass da ein alter Mann ein Haus hergeben muss und die Bahn noch nicht einmal an ihn herangetreten ist. Das ist schlechter Stil!

Es ist hart, aber vier Gleise müssen halt nun mal irgendwo liegen. Wenn wir den Ausbau wollen, so kommt man halt leider um solche Härten einfach nicht herum.

Aber dass Altendorf wie "Ost- und Westberlin getrennt" würde, ist doch - mit Verlaub - einfach Quatsch: Dort gibt es einen Bahnübergang, der durch eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ersetzt wird. Zusätzlich kommt noch im Süden eine Unterführung für Autofahrer. Die Bahnlinie hat die Ortsteile bisher schon zerschnitten, weil es keine weiteren Übergänge gab. Und das wird mit dem Ausbau sogar besser.
Zitat
Undergrounder
Und zum Verschwenk-Thema: Ich bin gegen den Verschwenk aus einem ganz einfachen Grund. Die Landschaftszerschneidung nimmt einfach überhand. Außerdem dachte ci das sollte an der Bestandsstrecke die S Bahn entlang führen der Halt Vach verlegt wird und der alte aufgegeben wird.

Die Landschaft sollte nicht weiter zerschnitten werden, sehe ich auch so. Es wäre besser gewesen, von vorneherein an der Bestandsstrecke zu planen.

Das hat man leider nicht gemacht und südlich Eltersdorf auch schon anders gebaut. Auch wenn man jetzt noch die Kurve kriegen könnte nach Stadeln-Nord: Diese Kurve zerschneidet auch die Landschaft, beeinträchtigt Waldvögel im kleinen Wäldchen und den Kibitz auf den Wiesen nördlich von Höffner.

Das ist bis Herbolzhof sicher nicht besser als der Verschwenk. Wo man noch Zerschneidung vermeiden könnte, wäre südlich davon bis Stadeln-Süd. Aber da soll ja ohnehin auch noch die Güterzugtrasse hin, die hoffentlich noch kommt.

Die Planung in diesem Bereich ist sicher nicht oprimal. Aber ein Großteil davon ist nun einmal bereits gebaut. Und die Lücke dazwischen lässt sich nun mal nur mit der Verschwenktrasse heute noch vernünftig schließen.

Wie schon dargelegt: Die Alternative ist auf Dauer gar kein S-Bahn-Gleis.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 04.11.2017 09:56 von HansL.
Wir warten ja alle gespannt auf die Gerichtsentscheidung nächste Woche:
[www.nordbayern.de]

Der Artenschutz dürfte tatsächlich das größte zu lösende Problem für die Verschwenktrasse sein. Alles andere erscheint lösbar mit geringen Auflagen.

Beim Artenschutzgutachten wurde unglaublich geschlampt. Und das wirkt sich vor allem dadurch aus, dass der sehr seltene Kibitz hier brütet und beeinträchtigt wird.

Man hat aber versäumt, festzuhalten, wo genau die Flächen sind. Es deutet aber einiges darauf hin, dass das ursprüngliche Brutrevier zu einem großen Teil da bestand, wo heute Möbel-Höffner samt Parkplatz und Autobahnanschluss entstanden sind. Das Kibitz-Problem war vorher bekannt, selbst Fürth hat sich von Beginn an darauf berufen. Weshalb hat es dann bei der Genehmigung des Projekts keine Rolle gespielt, weshalb hat da dann niemand dagegen geklagt? Das ist schon sehr eigenartig!

Mangels genauer Zahlen ist es nicht nachgewiesen, aber es deutet einiges darauf hin, dass es dem Kibitz wegen Möbel-Höffner heute deutlich schlechter geht als zur Zeit der Entstehung des Gutachtens. Das könnte zur absurden Folge haben, dass der Verschwenk nicht gebaut werden kann, weil diese zusätzliche Maßnahme der Population jetzt den Rest geben könnte.

Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist und dass man ihm dafür zusätzliche Ausgleichsflächen geben muss. Die bisher geplanten scheinen zu klein zu sein und teilweise an der falschen Stelle zu liegen. In diesem Punkt könnte die Klage für die betroffenen Bauern aber auch nach hinten losgehen.

Es scheint so zu sein, dass man auf ausreichend große ökologische Ausgleichsflächen gezielt verzichtet hat, um die betroffenen Bauern zu schonen. Auch das könnte im Urteil stehen, dass da nachgebessert werden muss.

Hier kommt noch ein anderes Thema ins Spiel, wo Fürth m.E. ein echtes Eigentor geschossen hat: Die Bestandstrasse führt durch ein Wasserschutzgebiet, das aber nach neuesten Erkenntnissen falsch umgrenzt worden ist. Das müsste Fürth ändern, hat es aber nicht getan. Trotzdem berufen sie sich darauf, dass die Grundwasserzuflüsse anders laufen als früher gedacht.

Fürth wird sicher die Grenzen ändern müssen und Flächen in das Wasserschutzgebiet aufnehmen müssen, die bisher nicht enthalten waren. Das hat jetzt mit dem Verschwenk gar nichts zu tun. Wenn ich mir die neuesten Karten anschaue, wo das Wasser herkommt, so sieht es so aus, als würden die Zuflüsse genau die bisher am intensivsten genutzten Flächen der Bauern durchschneiden. Wenn dem so ist, so trifft sie das sicher hart.

Aber im Gegenzug könnte es dann auch sein, dass der Kibitz dann im Bereich des neuen Wasserschutzgebiets seine Rückzugsflächen bekommt.

Ich bin gespannt, was das Gericht nächste Woche zu diesen Themen entscheidet.
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