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U3 Fertig! Was kommt danach?
geschrieben von R-ler 
Zitat
R-ler
Wenn du eine stammstreck willst nimm doch:

Zabo - HBF - Lorenzkirche - Hauptmarkt - Maxtor - Maxfeld - nordstadt

Ja, die von dir favorisierte Linie erfüllt diese meiner Anforderungen:
  • Anbindung U-Bahn Zerzabelshof
  • Anbindung Zentrum -> insbesondere Plärrer oder besser Hbf

Mir fehlt dabei allerdings:
  • Anbindung U-Bahn Eibach/Reichelsdorf
  • Verzweigungsmöglichkeiten

Außerdem würde deine Stammstrecke Buslinien aus der Innenstadt vertreiben, wodurch wieder weitere Umsteigezwänge entstünden.
Zitat
Julian
Aber angenommen ich halte an einer weiteren U-Bahnstammstrecke in meinen privaten Überlegungen fest. Welche andere Option bliebe denn?

Ich sehe keine Optionen für eine U-Bahn-Stammstrecke mehr.

Jeder weitere U-Bahn-Ausbau im Innenstadtbereich würde das dort ohnehin schon viel zu stark reduzierte Straßenbahnnetz noch stärker seiner Funktion berauben (müssen) und damit letztlich ganz in Frage stellen; so wie es die ursprüngliche Konzeption mit drei Stammstrecken und fünf Linien schließlich auch vorsah. Wenn Du also unbedingt eine weitere U-Bahn-Stammstrecke möchtest, dann gehört meines Erachtens auch dazu, zu erkennen und zu akzeptieren, dass dies nur zusammen mit der Abschaffung des Straßenbahnnetzes sinvoll ist (inkl. Umstellung der verbleibenden, nicht durch diese neue Stammstrecke ersetzten Straßenbahnstrecken auf Busbetrieb).

Nur, warum so etwas tun? Und wozu? Was ist das Ziel? Der Zweck?
U-Bahn-Netzkilometer-Maximierung als Selbstzweck?

Warum nach der U3 nicht endlich Schluss machen mit dem U-Bahnbau? Ich finde, nach 50 Jahren U-Bahnbau, die das Nürnberger ÖPNV-Netz bei Weitem nicht nur verbessert haben (dort wo die U-Bahn fährt), sondern in ebenso großem Maße auch zerstört haben (dort wo die U-Bahn nicht fährt), ist es meines Erachtens dringend an der Zeit, sich dem Heilen der ins Netz gerissenen Wunden, der Verbesserung und dem seit Jahrzehnten überfälligen Wachstum nach außen zu widmen, um die Gelder effektiver einzusetzen. Wenn man sich ansieht, wie in der gleichen Zeit die Straßenbahn- und Stadtbahn-Netze andernorts im inneren verbessert und mancherorts auch stark nach außen gewachsen sind, dann hat Nürnberg sein Geld in der Vergangenheit schlecht "angelegt".

Weiterer U-Bahnbau würde im großen und ganzen nur das bedeuten, was er die vergangenen 50 Jahre war: Ersatz von Straßenbahnstrecken durch U-Bahnstrecken und Ausseinanderreißen von Verbindungen. Und das ist unterm Strich ein Bärendienst am ÖPNV.

Warum also nicht das Straßenbahnnetz hochwertig ausbauen?
Dazu können auch Tunnelstrecken gehören, dort wo es sinnvoll ist.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.10.2017 01:01 von benji2.
an benji2

Das ist die eine Seite der Medaille. Andererseits leben wir hier in Deutschland, das heißt die Politiker sämtlicher relevanter Parteinen hängen an den Fäden der Lobby - hierzuland in besonderem Maße der Autolobby. Das hat zur Folge, das trotz erwiesener Schäden durchs Auto niemals nicht die Benutzung des Autos eingeschränkt werden wird - allen Skandalen zum Trotz. Wir werden auch niemals dauerhafte Fahrverbote bekommen, und damit wird die Aufenthaltsqualität auf den Straßen weiter abnehmen, bzw. wir irgendwann dan Zustand erreichen, das man beim Warten auf straßenbündige Verkehrsmittel Mundschutz und Sauerstoffflasche und Nebelscheinwerfer brauchen wird, weil der Autoverkehr weiterhin blindlings gefördert wird. Und irgendwann wird es auch nicht mehr punktuelle Staus geben, sondern die Städte sind dann ein gigantiascher Stau, dem auch die straßenbündigen Verkehrsmittel nicht entkommen können, denen bis dahin sämtliche Ampelvorrangschaltungenund Busspuren genommen und dem allgemeinen Verkehr zur Verfügung gestelt worden sind und spätestens dann macht eine weitere U-Bahnstammstrecke Sinn. Zugegeben ein sehr dysotopisches Zukunftsbild, aber lieber vom schlechten ausgehen, und dann kommt es besser als erwartet, als das man vom Guten ausgegangen, und dann maßlos enttäuscht werden.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.10.2017 23:24 von Daniel Vielberth.
an Daniel (bisserl' Off-Topic)

Phantasievoll, aber allenfalls ein Bruchteil der Wahrheit, ein sehr kleiner. Ja, das Auto hat noch immer einen hohen Stellenwert, aber der ist seit Jahrzehnten im Sinken begriffen, über alle Parteien hinweg und die Bevölkerung teilt das, ist der Politik eher sogar schon voraus. Weit verbeitet ist durchaus die Einstellung, dass man zu Einschnitten beim Pkw-Verkehr durchaus bereit ist, wenn dafür der Umweltverbund bzw. ÖPNV verbessert wird, jedenfalls im großstädtischen Raum. Und die verkehrspolitische Abkehr vom U-Bahnbau als Straßenbahn-Ersatz, an der seit Mitte/Ende der 1980er Jahre mühevoll gearbeitet wurde, kann als vollendet angesehen werden. Das sind gute Nachrichten, denn darin steckt die Hoffnung, dass Nürnberg tatsächlich noch die Straßenbahn entdeckt. Die Entwicklungen der letzten ca. 10-15 Jahre sind da durchaus verheißungsvoll (Stichwort: Stadt-Umland-Bahn). Politiker, für die früher nur die U-Bahn modern und die Straßenbahn ein Auslaufmodell war, feiern heute die Straßenbahn und hängen keinen U-Bahn-Ideen nach Erlangen etc. mehr nach. All diese Kehrtwenden brauchen und brauchten Zeit, und auch heute verbinden viele mit der U-Bahn noch Modernität, Fortschritllichkeit, Überlegenheit, weil sie die damit verbundenen Probleme nicht sehen. In meinen Augen ist hingegen die Straßen- und Stadtbahn der U-Bahn in praktisch jeder Disziplin überlegen, weil sie alles kann, von der Straßenbahn bis zur Quasi-U-Bahn, frei skalierbar und verzweigbar, fähig zur Bildung ausgedehnter, durchgehender und stark verknüpfter Netze.

Natürlich gibt es auch andere Tendenzen. Mit den E-Autos, sofern sie sich wirklich etablieren sollten, verlieren die Pkw eventuell ihr Schmuddel-Image als Umweltbelaster (Mundschutz und Sauerstoffflaschen wären dann eher nicht mehr so die Zukunft) und das stimmt dann hinsichtlich der Abgase und des Lärms sogar, erst recht in der Stadt; der Umweltvorsprung des ÖPNV wird dadurch kleiner, bleibt aber grundsätzlich in anderen Teilen trotzdem noch erhalten, zum Beispiel bei dem für den städtischen Verkehr so entscheidenden Aspekt des Platzbedarfs je beförderter Person (diesen Vorteil tangiert allenfalls das Carsharing hinsichtlich der Parkplätze, sofern es in der Zukunft einen deutlich größeren Zuspruch erfahren sollte).

Und insgesamt nimmt der Pkw-Verkehr in den meisten Städten auch schon längere Zeit nicht mehr zu, weil er sich immer am kritischen Querschnitt bemisst und darüber hinaus nicht mehr steigen kann. Beseitigt man dann aber so einen Engpass (z. B. Frankenschnellweg in N, Mittlerer Ring in M) ist durchaus noch einmal einee Anhebung des Pkw-Gesamtverkehrsniveaus zu befürchten. Es staut sich danach dann auch wieder, nur eben woanders; der kritische Querschnitt wird nur verlagert (das ist auch der Hauptgrund, warum der kreuzungsfreie Ausbau des FSW verkehrlich kein bloßer Segen sein wird).

Eher hat der ÖPNV eine ganz neue Konkurrenz: Nach Jahrzehnten des milliardenschweren ÖPNV-Ausbaus hat der Radverkehrs inzwischen einen ganz neuen hohen poltitischen Stellenwert (jedenfalls vorgeblich). So hoch, dass man ihm sogar die Bibertbahntrasse opfern will, und damit eine U3-Verlängerung in den Landkreis Fürth verbaut..... Das hätte ich vor 20 Jahren nicht für möglich gehalten. Und ich finde es auch nicht gut. Für Rad(schnell)wege findet man auch anderswo Platz, z. B. entlang der Rothenburger Straße. ÖPNV-Bahnen sind da wesentlich starrer, erst recht die hochflurig-großkalibrigen DT3.

Off-Topic-Ende




1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.10.2017 01:04 von benji2.
"Phantasievoll, aber allenfalls ein Bruchteil der Wahrheit, ein sehr kleiner." Ja, womöglich auch ein wenig schwarzmalerisch. Gleichermaßen scheinen allerdings auch deine Ausführungen - wenngleich ausführlicher und ausgewogener - nicht die ganze Wahrheit darzustellen - zumindest nicht wie die ganze Realität in meinem Leben und in meiner Umweld erscheint:

  1. "Ja, das Auto hat noch immer einen hohen Stellenwert, aber der ist seit Jahrzehnten im Sinken begriffen [...]"
    Diese Einschätzung kann ich womöglich als grobe Tendenz teilen, allerdings zeigt meine persönliche Erfahrung ein anderes Bild. Ich kann nicht erkennen, dass die Bevölkerung der Politik hier derart voraus sein soll. Womöglich kann ich das allerdings nur für die junge Erwachsenengesellschaft erkennen, nachdem ich zu dieser gehöre. In meinem studentischen Umfeld haben tatsächlich nur wenige Kommilitonen ein Auto. Als Grund gegen ein Auto werden fehlende Parkmöglichkeiten und Staus auf dem Frankenschnellweg angesehen - selten Umweltbewusstsein. So weit so gut. Ist man sich dieser Problematik bewusst, sucht man sich Wohnungen im Stadtzentrum, um schnell pendeln zu können etc. - hierfür muss aber auch das nötige Kleingeld vorhanden sein. Allerdings kenne ich kaum jemanden der nicht an einer U- oder Trambahnstrecke wohnt und kein eigenes Auto besitzt - in unserem Studentenalter. Zirndorf ist da ein schönes Beispiel. Gäbe es dort einen U-Bahnanschluss würden sicherlich viele Menschen in Richtung Nürnberg Zentrum ihr Auto stehen lassen - jetzt, da der ungeliebte Bus überholt ist. Allerdings bestünde gleichermaßen die Tendenz, dass jeder der es sich leisten kann, sein Auto behält, um weiterhin flexibel sein zu können, wenn es um Fahrten geht, die nicht ins Zentrum führen. Man fahre beispielsweise nur mal von Zirndorf zur ehemaligen EWF, da ist das Auto deutich attraktiver.
    Deswegen kann die Lösung für mich nur in einer Synergie zwischen U-Bahn, Straßenbahn, attraktiven Busverbindungen, Radwegen und ganz klar gut ausgebauten Straßen liegen.
  2. "[D]ie verkehrspolitische Abkehr vom U-Bahnbau als Straßenbahn-Ersatz, an der seit Mitte/Ende der 1980er Jahre mühevoll gearbeitet wurde, kann als vollendet angesehen werden."
    Einen U-Bahnbau als Straßenbahn-Ersatz empfände ich auch nicht als sinnvoll. Eine U-Bahn kann es nur schlecht leisten, Menschen ausreichend in den Vororten - eben als Stadt-Umland-Bahn abzuholen. Auf ein Ende des U-Bahnbaus möchte ich deswegen aufgrund obiger Synergie doch nicht hoffen. Für mich brauchen alle oben genannten Verkehrsmittel sinnvolle eigene Netze, das gilt sowohl für Tram als auch U-Bahn sowie die politisch offenbar neu entdeckten Radwege. Deswegen stehe ich sowohl zur Altstadtquerung als auch zu einer dritten und letzten U-Bahnstammstrecke, die innerhalb des U-Bahnnetzes Umsteigemöglichkeiten und Alternativen bietet. Beachtet man die aktuellen Forderungen aus München zum großflächigen Ausbau des ÖPNV, so lässt sich erstmal kein Ende des U-Bahnbaus verheißen. Womöglich hat da ja Nürnberg mit unserem Lokalkönig M. Söder irgendwann auch gute Chancen.
Ich mache mal eienen großen Rundumschlag.

Autos

Ich denke der Autoverkehr und auch der LKW-Verkehr wird in den nächsten 20/30 Jahre noch viel mehr ansteigen. Das seltsame dabei ist nur, dass dieser Umstand sogar eher noch zum Vorteil der Straßenbahn ausgelegt werden kann. So blöd es klingt, aber um so mehr Autos zugelassen werden, um so mehr Straßenbahnlinien, Wagen und neue Strecken bedarf es. Ich sehe die Stadt wie einen Eimer der voller Wasser ist. Der Eimer ist die Stadt mit seinen Straßen und das Wasser sind die Autos die täglich durch die Stadt fahren. Der Eimer darf und kann aber nicht überlaufen, weil sonst die Stadt im Verkehr erstickt. Um so mehr Autos um so mehr Stillstand im Stau. Die Stadt ist dazu verdonnert, den ÖPNV auszubauen, sonnst läuft das Wasser im Eimer über und der Verkehr bleibt stehen.

Straßenbahn

Das leidige Thema, eine Straßenbahn im Straßenbereich würde den Autoverkehr behindern ist eigentlich eine glatte Lüge. Nehmt aus der Südstadt nur die Linien 4, 5 und 6 raus und gibt jeden Fahrgast ein Auto zum fahren. Der Verkehr und das tägliche Leben würde im Süden von Nürnberg zusammenbrechen. Schaut euch nur die wenigen Tage an, wo an den Rampen die Straßendecke erneuert wurde. Zwischen Plärrer und Landgrabenstr. standen die Autos Stoßstange an Stoßstange. Ein Beweiß dafür, daß alle wichtigen Straßen in der Südstadt keinen weiteren Autoverkehr aufnehmen kann. Es geht nichts mehr. Eine Ausgebaute A73 in diesen Bereich würde den Autoverkehr noch mehr ansteigen lassen. Somit ist der Ausbau der A73 eher zum Schaden als zum Nutzen der Stadt. Geht man weiter, sollte man auch seine Denkweise ändern. Nicht die Straßenbahnschienen nuten den Straßenbereich der Autos, sondern die Autos nutzen den Schienenbereich der VAG, indem viele Straßenbahnstrecken als Straße befahrbar sind. Nicht die Straßenbahn ist das Problem in der ganzen Geschichte, sondern die Autos sind das Problem. Denkt man noch weiter, ist jede Straßenbahn ein Segen für die Stadt und jedes Auto ein Problem. Somit sollte man immer erst an die Straßenbahn denken und danach die Autos einpassen.

U-Bahn

In den letzten Jahrzehnten hat man dafür gesorgt, daß man für sehr sehr sehr viel Geld ein U-Bahnsystem zu errichten hat, daß viel Geld gekostet hat, um den Autofahrern die Straßenbahnschienen von den Straßen zu nehmen. Die U-Bahn hat aber nicht (viel) mehr Fahrgäste gebracht. Sie hat die Fahrgäste der Straßenbahn übernommen und teilweise an den Rändern der Stadt (Städte) neue Gebiete erschlossen. Diese Strecken hätte man mit der Straßenbahn aber in wenigen Jahren erschließen können. Man wollte es aber so... Der kleine Vorteil der U-Bahn, die Geschwindigkeit, wird durch die Umsteigezwänge am Hauptbahnhof und Plärrer wieder weggenommen. Auch die Kosten für den Unterhalt lösen in Nürnberg und Fürth teilweise Kopfschmerzen aus.

Jeder kann seine eigene Meinung über Autos und U-Bahnen haben, aber nur die Straßenbahn kann günstig und schnell Probleme lösen.
An Benji2 und Julian,

Ich habe das worst case Szenario angenommen, weil viele Leute, mit denen ich mich unterhalte, selbst solche, die mit dem Thema Bahn beruflich verbunden sind, privat nichts von der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel halten. Eine Trendwende spüre ich da nicht. Und ich spüre ja selbst auch den Druck, mit dem man immer wieder Richtung Auto gedrängt werden soll, ohne jetzt hier ins Detail gehen zu dürfen. Ich fürchte, es gilt für das was Julian sagt, aus Mangel an Alternative wird öffentlich gefahren, und kaum aus Überzeugung.

Nun könnte ich zwar so zynisch sein und sagen, zum Glück verschärft sich der Mangel an Alternative ja dadurch, dass durch die gegenwärtige Politik sich ja die Mittelschicht auflößen wird, und 10% treten den Weg in die Oberschicht an, die anderen 90% den Richtung Unterschicht, d.h die werden sich irgendwann ihr Auto nimmer leisten können und dann auf Öffentliche angewiesen sein. Nur ob man das den Menschen und sich selbst wünschen soll, steht auf einem anderen Blatt... Aber, an einen allgemeinen Ausbruch von Vernunft in Sachen Verkehrsmittelwahl glaube ich noch nicht, örtlich begrenzt vielleicht schon, aber flächendeckend nein. Und auch in Nürnberg haben wir zwar punktuell schon gewisse Sternstunden des Nahverkehrs erlebt, aber in Summe noch keine Flächendeckende Umkehr.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Daniel, da kann ich dir nur Zustimmen, insbesondere deinem Abschlusssatz.

Um sinnvolle Alternativen zu schaffen, bin ich der Meinung, man müsse das Straßenbahnnetz deutlich ausbauen, d. h. konkret an sinnvollen Außenästen zur StUB ausbauen. Dafür bieten sich beide Enden der Linie 4 an. Wie ich es verstanden habe, soll der Ausbau des Frankenschnellweges ja in Verbindung mit einer StUB nach Kornburg kommen, oder sehe ich das falsch?
Außerdem würde ich gerne eine innerstädtische Expresslinie, die neue U-bahnumsteigemöglichkeiten schafft, d.h. Eine neue U-Bahnlinie. Nur mit U-Bahnen im Stadtinneren und dort ebenso Straßenbahnen, die sich über die Stadtgrenzen erstrecken (mit Ausnahme U3 Oberasbach/Zirndorf), können echte Alternativen geschaffen werden.
Zitat
Marktkauf
Ich mache mal eienen großen Rundumschlag.

Autos

Ich denke der Autoverkehr und auch der LKW-Verkehr wird in den nächsten 20/30 Jahre noch viel mehr ansteigen. Das seltsame dabei ist nur, dass dieser Umstand sogar eher noch zum Vorteil der Straßenbahn ausgelegt werden kann. So blöd es klingt, aber um so mehr Autos zugelassen werden, um so mehr Straßenbahnlinien, Wagen und neue Strecken bedarf es. Ich sehe die Stadt wie einen Eimer der voller Wasser ist. Der Eimer ist die Stadt mit seinen Straßen und das Wasser sind die Autos die täglich durch die Stadt fahren. Der Eimer darf und kann aber nicht überlaufen, weil sonst die Stadt im Verkehr erstickt. Um so mehr Autos um so mehr Stillstand im Stau. Die Stadt ist dazu verdonnert, den ÖPNV auszubauen, sonnst läuft das Wasser im Eimer über und der Verkehr bleibt stehen.

Die Argumentation ist für mich auch schwer nachvollziehbar und ich halte sie für falsch. Wenn mehr Leute ein Auto haben, dann fallen sie als ÖPNV Nutzer weg, somit braucht man keine neue Straßenbahn.
Es sei denn du setzt die neuen Autofahrer als Ortsfremde, also Außerstädtische an.
Ich glaube nicht das der Autoverkehr extrem zunehmen wird. Natürlich wird er tendenziell steigen.
Aber haben nicht die Politiker oder wer sonst noch seit Jahrzenten vor dem "ABSOLUTEN" Verkehrsinfarkt gewarnt? Und wo ist er geblieben?
Sorry aber war von euch schon mal jemand in HongKong, NeuDelhi oder New York? Da kannste von Infarkt reden, aber unser Verkehr ist viel und groß und es gibt ab und an mal nen Stau, vor allem auf dem Frankenschnellweg, aber so richtig Infarkt ist was ganz anderes.
Selbst beim Umbau am HBF blieb merkwürdigerweise das totale Chaos aus.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein Verfechter des Autos, nein ich bin ein Verfechter des ÖPNV. Aber wir neigen gern zur Übertreibung.

Als ich mal aus HongKong zurückkam und am HBF in ein Taxi stieg, da hat der Fahrer am Rathenauplatz über den unmöglichen Verkehr gejammert, nur weil wir eine Ampelphase dort standen. Ich hab meinen Freund angeschaut und wir mussten echt lachen. In HongKong stehst du 4-5 Ampelphasen an manchen Stellen und der Verkehr ist immer gestaut.

Das Hauptproblem ist doch eher ein Anderes: Das Geld wird nicht zur Verfügung gestellt und die starke Autofahrerlobby duldet keine Behinderung.
Bau die U1 auch auf Fahrerlos um und schon könnte man auch von den U2 und U3 Ästen in die Innenstadt fahren und ganz neue Linienverknüpfungen erreichen (U21 Röthenbach - Hasenbuck, U31 Gustav-Adolf-Str. - Aufseßplatz, U11 Fürth - Flughafen), Umsteigezwänge minimieren, die vorhandenen Resscourcen nutzen. Ebenso könnte man mehr Straßenbahnlinien wieder mit der Innenstadt verknüpfen (Gibitzenhof - HBF, Dutzendteich - HBF)..... dafür fehlen aber die finanziellen Mittel oder der Wille.
Zitat
Daniel Vielberth

Nun könnte ich zwar so zynisch sein und sagen, zum Glück verschärft sich der Mangel an Alternative ja dadurch, dass durch die gegenwärtige Politik sich ja die Mittelschicht auflößen wird, und 10% treten den Weg in die Oberschicht an, die anderen 90% den Richtung Unterschicht, d.h die werden sich irgendwann ihr Auto nimmer leisten können und dann auf Öffentliche angewiesen sein. Nur ob man das den Menschen und sich selbst wünschen soll, steht auf einem anderen Blatt... Aber, an einen allgemeinen Ausbruch von Vernunft in Sachen Verkehrsmittelwahl glaube ich noch nicht, örtlich begrenzt vielleicht schon, aber flächendeckend nein. Und auch in Nürnberg haben wir zwar punktuell schon gewisse Sternstunden des Nahverkehrs erlebt, aber in Summe noch keine Flächendeckende Umkehr.

Auch das halte ich für übertrieben. Es ist unlogisch und auch nicht davon auszugehen dass die Mittelschicht zu 100 % wegbricht.
90 % nach unten 10 % nach oben. Das es tendenziell so sein mag da stimme ich dir zu, aber die Mittelschicht wird nicht zu 90 % nach unten wandern, das ist unrealistisch. Soziologische Studien, Wirtschaftsstudien denen ich mehr Kompetenz unterstelle als uns die hier im Forum ja nur ihre persönliche Überzeugung austauschen, glaube ich da mehr. Und da erwartet man keine derlei Horrorszenarien.

Das Problem mit dem schleppenden Ausbau der Straßenbahn liegt ja eher wo anders. siehe oben



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.10.2017 13:18 von Straßaboh-Fan.
Zitat
Straßaboh-Fan
Zitat
Marktkauf
Ich mache mal eienen großen Rundumschlag.

Autos

Ich denke der Autoverkehr und auch der LKW-Verkehr wird in den nächsten 20/30 Jahre noch viel mehr ansteigen. Das seltsame dabei ist nur, dass dieser Umstand sogar eher noch zum Vorteil der Straßenbahn ausgelegt werden kann. So blöd es klingt, aber um so mehr Autos zugelassen werden, um so mehr Straßenbahnlinien, Wagen und neue Strecken bedarf es. Ich sehe die Stadt wie einen Eimer der voller Wasser ist. Der Eimer ist die Stadt mit seinen Straßen und das Wasser sind die Autos die täglich durch die Stadt fahren. Der Eimer darf und kann aber nicht überlaufen, weil sonst die Stadt im Verkehr erstickt. Um so mehr Autos um so mehr Stillstand im Stau. Die Stadt ist dazu verdonnert, den ÖPNV auszubauen, sonnst läuft das Wasser im Eimer über und der Verkehr bleibt stehen.

Die Argumentation ist für mich auch schwer nachvollziehbar und ich halte sie für falsch. Wenn mehr Leute ein Auto haben, dann fallen sie als ÖPNV Nutzer weg, somit braucht man keine neue Straßenbahn.
Es sei denn du setzt die neuen Autofahrer als Ortsfremde, also Außerstädtische an.
Ich glaube nicht das der Autoverkehr extrem zunehmen wird. Natürlich wird er tendenziell steigen.
Aber haben nicht die Politiker oder wer sonst noch seit Jahrzenten vor dem "ABSOLUTEN" Verkehrsinfarkt gewarnt? Und wo ist er geblieben?
Sorry aber war von euch schon mal jemand in HongKong, NeuDelhi oder New York? Da kannste von Infarkt reden, aber unser Verkehr ist viel und groß und es gibt ab und an mal nen Stau, vor allem auf dem Frankenschnellweg, aber so richtig Infarkt ist was ganz anderes.
Selbst beim Umbau am HBF blieb merkwürdigerweise das totale Chaos aus.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin kein Verfechter des Autos, nein ich bin ein Verfechter des ÖPNV. Aber wir neigen gern zur Übertreibung.

Als ich mal aus HongKong zurückkam und am HBF in ein Taxi stieg, da hat der Fahrer am Rathenauplatz über den unmöglichen Verkehr gejammert, nur weil wir eine Ampelphase dort standen. Ich hab meinen Freund angeschaut und wir mussten echt lachen. In HongKong stehst du 4-5 Ampelphasen an manchen Stellen und der Verkehr ist immer gestaut.

Das Hauptproblem ist doch eher ein Anderes: Das Geld wird nicht zur Verfügung gestellt und die starke Autofahrerlobby duldet keine Behinderung.
Bau die U1 auch auf Fahrerlos um und schon könnte man auch von den U2 und U3 Ästen in die Innenstadt fahren und ganz neue Linienverknüpfungen erreichen (U21 Röthenbach - Hasenbuck, U31 Gustav-Adolf-Str. - Aufseßplatz, U11 Fürth - Flughafen), Umsteigezwänge minimieren, die vorhandenen Resscourcen nutzen. Ebenso könnte man mehr Straßenbahnlinien wieder mit der Innenstadt verknüpfen (Gibitzenhof - HBF, Dutzendteich - HBF)..... dafür fehlen aber die finanziellen Mittel oder der Wille.

Wir können die Region Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach doch nicht mit Hong Kong, Neu Delhi oder New York vergleichen. Jede Stadt hat seine Eigenarten, seine bestimmte Größe und Gegebenheiten. Die Stadt und ihre Verkehrsströme im Zentrum einer City können sich baulich kaum verändern. Das Straßennetz in der VGN Zone 100 ist (fast) noch genauso wie in den 70er Jahren. Die Autos in der Stadt und der Autoverkehr hat sich aber stark nach oben verändert. Will sagen, dass nicht die Straßenbahn Platz für das Auto machen muss, sondern die Straßenbahn nun mal ihren Platz braucht. Damit muss man nun mal umgehen. Deshalb würde ich auch jeden Meter Straßenbahnschiene bezuschussen, und nicht nur die Strecken im Schotterbett und als Rasengleis. Nein, es ist auch nicht übertrieben, der viele Autoverkehr in und um Nürnberg ist ein Problem, daß kann man auch nicht klein reden...
Will man den ÖPNV stärken, muss man das Netz der Straßenbahn ausbauen!!!
An Straßabohfan

Meine Zahlen stammen aus den USA und zeigen Kapitalismus im Endzustand. Und da wir alle schlechten Ideen aus den USA mit einiger Verzögerung immer nachmachen (vgl Halloween oder Amokläufe) werden auch wir diesen Schadzustand ansteuern, wenn wir bei unserm Wirtschaftssystem bleiben.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Der U-Bahnhof "Großreuth bei Schweinau" wird der schönste U-Bahnhof Deutschland.


Zitat
Lose
Der U-Bahnhof "Großreuth bei Schweinau" wird der schönste U-Bahnhof Deutschland.

Ironie? Da kann ich dem goldenen Ambiente am Klinikum Nord deutlich mehr abgewinnen, wenngleich dort die Umsetzung teilweise schon enttäuschend ist.
Glücklicherweise ist Gefallen ja doch noch Geschmacksache.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.10.2017 11:43 von Julian.
Find ich jetzt nicht so schlimm.

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München blüht und Franken zahlts.... Danke CSU.

[www.partei-fuer-franken.de]
Der schönste Deutschlands steht für mich in Rathaus Spandau. Dessen Design würde problemlos für eine Science-Fiction-Kulisse oder einen mondänen Ballsaal passen. Grade Reiner Rümmlers Werke stellen große Teile der Bauten anderswo, also auch bei uns, in den Schatten.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.2017 01:07 von Daniel Vielberth.
Zitat
R-ler
Find ich jetzt nicht so schlimm.

Nein, von schlimm kann auch wirklich keine Rede sein. Ich frage mich nur, weshalb es in Nürnberg nicht auch mal architektonisch relevante Bahnhöfe geben kann, wie der von Daniel präsentiere beispielsweise.

Der Bahnhof Klinikum Nord geht für mich in eine solche Richtung. Die Klanginstalation ist eine Besonderheit. Ebenso die goldfarbenen Wände. Sicherlich kann man auch geflieste Wölkchen als eine Besonderheit ansehen, allerdings bewegt man sich damit tendenziell auf einem anderen Niveau als in Spandau.
Zitat
Julian
Zitat
R-ler
Find ich jetzt nicht so schlimm.

Nein, von schlimm kann auch wirklich keine Rede sein. Ich frage mich nur, weshalb es in Nürnberg nicht auch mal architektonisch relevante Bahnhöfe geben kann, wie der von Daniel präsentiere beispielsweise.

Das ist ein Grundsätzliches Problem von Nürnberg. Es muss alles zweckmäßig und möglichst billig sein.
Mal etwas "schön" oder Bürgerfreundlich zu Bauen kommt hier so gut wie garnicht vor.
Meiner meinung nach Müsste die Lebensqualität an erste Stelle stehen.

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München blüht und Franken zahlts.... Danke CSU.

[www.partei-fuer-franken.de]
Um hier zu sagen, was meiner Meinung nach gesagt werden muss:

Die größte Enttäuschung sind die revitalisierten Bahnsteige des Scharfreiterrings.
Dennoch ist Scharfreiterring mittlerweile der schönste Bahnhof zwischen Hasenbuck und Langwasser-Süd, auch wenn man auf die einst geplanten, farbigen Paneele verzichtet hat.
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