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Fahrverbote, Saubere Stadt, ÖPNV der Zukunft
geschrieben von Marktkauf 
Der Unterhalt eines Autos ist teurer als eine Fahrkarte. Der Steueranteil ist für jeden gleich hoch. Nach meiner Rechnung zahlt der Autofahrer mehr. Trotzdem fahren die Leute nicht VAG.
Ein Hamburger fährt mit seinem Auto nach Nürnberg und wieder zurück. Er tankt nicht mal in Nürnberg. Er benutzt alle öffentlichen Strassen kostenlos und lässt seine Abgase in der Nürnberger Luft zurück...

Ein Nürnberger fährt mit dem ICE nach Hamburg und in Hamburg mit den Stadtbus der HHA weiter. Der Nürnberger zahlt seine Fahrkarte und beteiligt sich an den Kosten seiner Fahrt und verunreinigt nicht die Luft in der Hansestadt.

Das Auto des Hamburgers ist sein Privatbesitz. Der ICE und der Stadtbus sind im Besitz der DB bzw. der HHA. Der Nürnberger zahlt über Steuern und seiner Fahrkarte den vollen Preis und subventioniert noch per Steuer den billigen Diesel an der Tankstelle. Der Hamburger zahlt in Nürnberg keinen einzigen Cent, sein Auto ist sein Eigentum und der Diesel in seinem Tank habe ich mitbezahlt. Seine Abgase bekomme ich auch noch dazu...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.02.2018 02:20 von Marktkauf.
Da bleiben nur Fahrverbote bei hoher Luftverschmutzung oder eine Stadtmaut. Über die Maut würdest du den Hamburger erwischen allerdings auch alle Nürnberger.
Tja, darüber entscheidet die Tage der Richter und womöglich die EU. Man hat den Autowahn 50 oder mehr Jahre mitgemacht. Hat immer größere Autos mit mehr PS verkauft und von der autogerechten Stadt geträumt. Der Traum wurde zum Alptraum, aus dem die Politik erwacht. Nun muss einer die Zeche zahlen...

Ich bin kein Autofeind. Ganz im Gegenteil. Vor allen Audi baut wunderschöne Autos. Vom A1 bis zum A8. Auch alle S und Q Schlitten schauen schon gut aus. Nur es sind viel zu viele mit viel zuviel PS und viel zu viel Abgase. Alle anderen Automarken inbegriffen...



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 26.02.2018 08:09 von Marktkauf.
Hallo zusammen,

das Gericht hat entschieden:

Städte dürfen Fahrverbote verhängen

Gilt nicht für Handwerker!
Hoffentlich wird das für Nürnberg bald umgesetzt.
Hallo allseits,

Es ist ja durchaus erfreulich, das nun die rechtliche Grundlage existiert, ob die Städte das dann allerdings nutzen, oder doch sich von irgendwelchen Lobbyisten breitschlagen lassen, darauf zu verzichten, wird man sehen.

Aber ganz egal was dieserhalb die Zukunft bringt, in jeden Fall dürfte es nicht zielführend sein, die verschiedenen ÖPNV-Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen, wie es in schweren Anfällen von Dogmatismus schon einmal passiert. Im Kampf gegen die Autos werden wir jedes rollfähige (Schienen-) Fahrzeug brauchen.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)
Ich stimme Daniel zu. Für den ÖPNV der Zukunft, wie es im Thema heißt, sehe ich diese Faktoren als zentral an:
- Kosten für die Nutzer
- Errechbarkeit der Haltestellen
- Zügiges Durchkommen
- Angemessener Takt

Gerade letzteres kann in Nürnberg auf den Hauptachsen mehr als zufriedenstellend durch die automatisierte U-Bahn erzielt werden. Befragt man ÖPNV-Forscher, so stellen diese häufig heraus, dass eben nicht primär die Ticketkosten, sondern vielmehr ein verlässlicher und enger Takt zielführende sind, wenn es darum geht, eingefleischte Autofahrer für den ÖPNV zu begeistern (siehe diverse Interviews, bspw. in der Zeit). Man behalte hierzu die Linie 7 und das Nürnberger S-Bahn-Netz im Hinterkopf.

Sicherlich muss man individuell prüfen, welches der Nürnberger Verkehrsmittel für welche Strecken sinnvoll ist und welches sich für etwaige Erweiterungen eignet (insbesondere vor dem Hintergrund des zügigen Durchkommens). Ein Ausspielen der einzelnen Möglichkeiten gegeneinander ist wohl nicht erstrebenswert.

Im Allgemeinen darf man aber auch die Vorteile eines Autos meiner Auffassung nach nicht marginalisieren. Ich bin froh, von Zeit zu Zeit auf ein Auto zurückgreifen zu können. Das ist und bleibt die Realität.
Wo sind denn in Nürnberg konkret die Stellen, wo die Luftverschmutzung besonders hoch ist?
Lufthygienische Situation in Nürnberg

Hier sind alle möglichen Daten u.a. auch zur Luftbelastung mit den versch. Schadstoffen zu finden und stehen als pdf-Dateien zur Verfügung.
Von-der-Tann-Str./Muggenhof ist relativ hoch belastet.


Umweltreferent: "Luftqualität in Nürnberg ist unzureichend" - nordbayern.de 30.06.2017



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.2018 19:03 von sebaldus.
Ich bin mir da nicht mehr ganz sicher... Glaube vor Monaten mal gelesen zu haben, dass München-Am Stachus und Nürnberg-Von-der-Tann-Straße wohl die zwei negativen Spitzenreiter aller Messstellen im Bundesland Bayern sind. Fragt mich bitte nicht nach den Werten!?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.2018 20:24 von Marktkauf.
Zitat
Marktkauf
Ich bin mir da nicht mehr ganz sicher... Glaube vor Monaten mal gelesen zu haben, dass München-Am Stachus und Nürnberg-Von-der-Tann-Straße wohl die zwei negativen Spitzenreiter aller Messstellen im Bundesland Bayern sind. Fragt mich bitte nicht nach den Werten!?

Das ist richtig. Und in Nürnberg hat man das dann mit der Wetterlage begründet. Die kalte Luft im Januar war schuld die keinen Luftausgleich zugelassen hat. Am Anfang hatte man noch behauptet das das nix besonderes ist und sich die Werte über das ganze Jahr stabilisieren. Dummerweise waren dann aber auf einmal so viele Tage im Januar belastet das das auf das Jahr gerechnet eben nicht mehr auszugleichen war. Unser Umweltreferent ist doch von den Grünen oder? Haben wir auch einen Realo erwischt... so ein Pech aber auch
Also, dass mit den beiden Messstellen hatte ich, meine ich jedenfalls, irgendwann im Jahr 2017 gelesen. Ob da irgendweleche schlechten Werte im Januar 2018, mit guten Monaten aufgerechnet werden konnte...??? Wie auch immer...

Sebaldus hatte doch einen Link dazu...

Haben wir einen Grünen Umweltreferenten bei uns in der Stadt?



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.02.2018 04:58 von Marktkauf.
Sorry aber ich meinte natürlich Januar 2017.
Hallo,

eine Feinstaub Messstelle in Nürnberg befindet sich an der V.-d.-Tann-Straße ja genau unmittelbar neben der Bushaltestelle.
Link zu Maps
Da wundert es mich nicht, dass genau dort die Messwerte überschritten werden, wenn da alle paar Minuten ein Bus hält.
Wie sinnvoll ist diese Messstelle oder wie sinnvoll ist diese Bushaltestelle dort? Ein paar 100m weiter befindet sich ja der Gustav-Adolf-Platz mit sämtlichen Anschlüssen.

Dort auf dieser Straße fahren auch sehr viele LKWs, die vermutlich Staus auf A73 und SWT umfahren wollen. Oder einfach dort im Südwesten Nürnberg liefern müssen.
Im Falle eines Fahrverbots für den obrigen Abschnitt, sind die LKWs und alle betroffenen Dieselfahrzeuge ja gezwungen, die normale Route via A73 oder SWT zu nehmen. Dadurch verstopfen diese Straßen ja noch mehr?!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.2018 15:36 von Mezzo.
Da hast du aber schön alles umschrieben. Die ganz vielen 1000 Disel PKW, die täglich da im Stau stehen, tauchen in deinen Zeilen kein einziges mal auf...
Und warum stehen die im Stau?
Natürlich wegen den LKW und den Bussen, die sich da auf dem kurzen Abschnitt gegenseitig im Weg stehen.

Ein Fahrverbot für diesen Abschnitt würde das Feinstaubproblem nicht lösen, sondern nur woanders hin schieben.
Zitat
Mezzo
Und warum stehen die im Stau?
Natürlich wegen den LKW und den Bussen, die sich da auf dem kurzen Abschnitt gegenseitig im Weg stehen.

sicher das da nicht die Busse im Stau stehen weil sich die PKW und LKW gegenseitig im Weg stehen?
No2 ist ein ernstes Problem, das man erst in letzer Zeit erkannt hat.

Der Grenzwert von 40 Microgramm wird flächendeckend gerissen. Das wird nur nicht sichtbar, weil es nur eine einzige Messstelle gibt, die dafür relevant sein könnte. Nachmessungen zeigen: das trifft alle Bezirke innerhalb des mittleren Rings.

Einzelheiten: [www.vcd.org]

Aber der Grenzwert liegt um den Faktor 4 zu hoch! Das meldet auch das Umweltbundesamt. Aber man muss nur den nächsten Apotheker fragen: Halb Nürnberg hustet!

Das Problem sind gerade die neuesten Diesel-Fahrzeuge: Sie halten nur auf dem Prüfstand die Grenzwerte ein, aber im Straßenverkehr sind sie bezüglich NoX dreckiger als die ältesten Dieselstinker. Auch mit der aktuellen EUR6-Norm! Das liegt daran, dass die Motoren sehr viel heißer verbrennen und so auch No2 ausstoßen. Das wäre leicht mit Harnsoff-Katalysatoren zu beheben: Die lösen um die 90 % des Stickoxids wieder auf. Aber das hat sich die Automobilindustrie gespart. Nachrüsten ist jetzt teurer.

Aber Staus sind nicht das Problem! Eher der schnell fließende Verkehr. Erst da wird mit hoher Last das No2 erzeugt, das uns husten lässt.
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