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[VDE 8.1] Bauarbeiten Forchheim Nord - Bamberg / Planung Ausbau Bamberg
geschrieben von Manfred Erlg 
Der bisherige Thread zu den Bauarbeiten Fürth - Bamberg soll mit dem 4-gleisigen Ausbau bis Forchheim und Fertigstellung des Bahnhofsumbaus im November 2018 abgeschlossen werden.

Link: [www.bahninfo-forum.de]

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Die Hauptbauleistungen nördlich des Bf Forchheim bis zur Stadtgrenze Bamberg sollen 2019 beginnen. Einzelne Maßnahmen wie z.B. die Beseitigung des Bahnübergangs in Eggolsheim-Neuses und Ersatz durch eine Unterführung für Radfahrer und Fußgänger laufen bereits.

Der Abschnitt Forchheim-Nord (bis Eggolsheim-Neuses) ist bereits planfestgestellt. Für den Abschnitt im Landkreis Bamberg läuft ein Planänderungsverfahren.

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Für den Ausbau in Bamberg sind aus Sicht der Bahn noch zwei Varianten übrig geblieben:
- der 4-gleisige Ausbau der bestehenden Strecke, versehen mit Lärmschutzwänden
- der teurere 2-gleisige Tunnel unter der bestehenden Strecke mit einer aufwändigen Ausfädelung Richtung Schweinfurt für Güterzüge.

Nach der Vorstellung dieser Varianten im Jan./Febr. 2017 (zwei Präsentationen auf der Website der VDE 8) hat der Stadtrat neue Varianten ins Gespräch gebracht und ein neues Gutachten in Auftrag gegeben. Eine Entscheidung wird nicht vor dem Frühjahr 2018 fallen.

Präsentationen: [www.vde8.de]

Presselink: [www.infranken.de]

Weiterer Lesestoff:

"Kein Bahngleis mehr durch Bamberg!" [www.freie-webzet.de]

"Eine Bedingung für den Stadtrat" [www.freie-webzet.de]

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Die Bahn hat bereits die Planungsleistungen für den Ausbau Bamberg ausgeschrieben. Dafür sind fünf Jahre vorgesehen (07/03/2018 bis 04/05/2023).

Link: [ausschreibungen-deutschland.de]
Info der Stadt Bamberg zur heutigen Stadtratssitzung:

>> Am Dienstag, 28. November, kommt bereits ab 14.30 Uhr der Stadtrat zu einer Sondersitzung zum Thema Bahnausbau zusammen. Auf der Tagesordnung stehen ein Sachstandsbericht zur Frage der Notwendigkeit des Bahnausbaus, das Rechtsgutachten zu den Möglichkeiten der Neueinleitung eines Planfeststellungsverfahrens, eine Präsentation der DB Netz AG zum aktuellen Planungssachstand, die Projektstudie „Volluntertunnelung, Tiefbahnhof und Verlegung Güterbahnhof“, Planungsstand und Grundsatzbeschluss zum S-Bahn-Haltepunkt Süd, das Gutachten der VWI Stuttgart GmbH zur Auswahl einer Ausbauvariante und das weitere Vorgehen. <<

Tagesordnung und Sitzungsvorlagen:

[bamberg.sitzung-online.org]

Unter Top 4 wird für die 4-gleisige oberirdische Durchfahrung ein neuer Gleisplan für den Bahnhofsbereich mit einer Ausfädelung nach Schweinfurt per Unterführungen im Gleisfeld des Nordkopfes vorgestellt. Für den Fernverkehr sind jetzt Durchfahrgleise ohne Bahnsteig vorgesehen (wie in Forchheim).



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.11.2017 11:58 von Manfred Erlg.
Danke für diese doch sehr aussagekräftigen Links. Mein Vormittag ist jetzt anders gelaufen als geplant ...

Das wird sicher spannend, wie die Bewertung des Gutachters im Januar aussehen wird.
Und wie sich der Bamberger Stadtrat dann im März 2018 positioniert.

Mir scheint, mit der geänderten Ausfädelung der Gleise Richtung Schweinfurt hat die Bahn jetzt doch einen auch für Bamberg annehmbaren Lösungsvorschlag gebracht. Bleibt zu hoffen, dass man sich darauf einigen kann.

Was die Bamberger SPD da veranstaltet, ist aber nur noch unterirdisch. Meinen die wirklich, man müsste in Bamberg gar nichts tun. Na ja, das wurde ja jetzt auch vom Gutachter verworfen, den der Bamberger Stadtrat beauftragt hat. Hoffentlich sehen sie das ein. Und dass ein "Bamberg21"-Vorschlag vollkommener Blödsinn ist, muss hoffentlich auch nicht ausführlich diskutiert werden.

PS.: Wenn ich mir ansehe, wie Ausfädelungsbauwerke doch wesentlich schlanker geplant werden können als ursprünglich geplant: Da hätte ich mir gewünscht, dass eine solche Diskussion bereits vor der Planfeststellung des Bereichs Eltersdorf gelaufen wäre. Aber das ist "Off Topic". Wer darauf antworten will, bitte hier:
[www.bahninfo-forum.de]
Noch ein paar Presseartikel:


16.10.: Bleibt Bambergs Gärtnerland doch verschont?

Eines der größten Probleme für den Bahnausbau im Bamberger Norden scheint nun doch lösbar.
Die Gärtnerflächen könnten verschont bleiben.

(neuer Vorschlag der Bahn für die Ausfädelung nach Schweinfurt)

[www.infranken.de]


22.11.: Bahnausbau: Welche Variante ist der Favorit in Bamberg?

Ein Riesentunnel oder doch der viergleisige Ausbau im Bestand?
Sind die im neuen Fahrplan versprochenen Verbesserungen der Bahn eine Entscheidungshilfe?

(mit Stimmen der Ratsfraktionen)

[www.infranken.de]


aktuell: Umfrage - Für die Mehrheit ist der Bahnausbau ein Muss

Gleich vorweg: Es ist keine repräsentative Umfrage, die wir im Vorfeld der heutigen Sondersitzung des Stadtrats zum Bahnausbau auf Facebook gestartet haben.

[www.infranken.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.11.2017 17:23 von Manfred Erlg.
So uneinig, wie sich die Bamberger sind, werden sie sich wohl kaum auf eine Variante einigen können, die sie fordern wollen.

Damit dürften sie aber kaum mehr in diese Entscheidung eingreifen können. Nach allem, wie es aussieht, ist der oberirdische 4-gleisige Ausbau die Variante der Wahl. Wird spannend, ob das der von Bamberg bestellte Gutachter am Ende auch so sieht.

Aber irgendwie hat die ganze Diskussion schon etwas von einer Provinzposse. Da geht es um den Ausbau einer europaweiten Magistrale. Und die Bamberger SPD glaubt allen Ernstes, sie könnte aus Bamberger Sicht die Notwendigkeit bezweifeln - nachdem schon Milliarden in dieses Projekt geflossen sind.

Aber lustig ist ja Herr Tschirner. Da sperren wir mal jetzt die Strecke für ein paar Jahre und bauen einen unterirdischen Bahnhof. Und so lange gibt es provisorische Umleitungsgleise an der Autobahn entlang, wenn ich das richtig verstehe. Sorry, aber das sehen die Bamberger wohl denn doch mehrheitlich richtig: "So ein Spinner".

Die Detailplanung soll ja ohnehin erst frühestens im März weitergehen. Bis dahin wird der Bamberger Stadtrat hoffentlich sich endlich geäußert haben.
Termine für den Ausbau Altendorf - Strullendorf (Planung DB Netz)

2017: vorlaufende Umweltmaßnahmen, ESTW Strullendorf
2019: Beginn Hauptbauleistungen, nach Planfeststellungsbeschluss
------ Phase 1: Ingenieurbauwerke / Brücken
------ Phase 2: Neubaugleise östlich der Bestandsgleise, in Strullendorf westlich
------ Phase 3: Erneuerung der Bestandsgleise
2024: Phase 4: Endzustand mit Übergang auf Zweigleisigkeit, Grenze Bamberg


Termine für den Ausbau Bamberg (Planung DB Netz)

2018: vsl. Abschluss Finanzierungsvereinbarung ESTW und provisorische Bahnsteigverlängerung
2019: Wiederaufnahme Planfeststellungsverfahren
2019: vsl. Abschluss Finanzierungsvereinbarung gem. Fulda XVI
2021: Inbetriebnahme ESTW und prov. Bahnsteigverlängerung bis Q4/2021
2022: Beginn Hauptbauleistungen, nach Planfeststellungsbeschluss (vsl. Q4/2021)
2030: Inbetriebnahme (Variante ohne Tunnel)
Zitat
Manfred Erlg
Termine für den Ausbau Bamberg (Planung DB Netz)

2018: vsl. Abschluss Finanzierungsvereinbarung ESTW und provisorische Bahnsteigverlängerung
2019: Wiederaufnahme Planfeststellungsverfahren
2019: vsl. Abschluss Finanzierungsvereinbarung gem. Fulda XVI
2021: Inbetriebnahme ESTW und prov. Bahnsteigverlängerung bis Q4/2021
2022: Beginn Hauptbauleistungen, nach Planfeststellungsbeschluss (vsl. Q4/2021)
2030: Inbetriebnahme (Variante ohne Tunnel)

Gehört zum Ausbau Bamberg dann auch der Abschnitt Bamberg - Breitengüßbach? Oder wann kommt das in welchen Schritten? Dürfte zwar nicht ganz so dringend sein, aber eine durchgehende Fertigstellung der Schnellfahrtrasse bis 2030 wäre schon schön.

Ach ja, ich vergaß: Da gibt es ja noch ein anderes Problem ... Das dann immer noch nicht gelöst sein wird.
Es geht nur um das Bamberger Stadtgebiet. Der folgende PFA beginnt nicht in Breitengüßbach, sondern vor Hallstadt an der A70. Es gibt schon erste Baumaßnahmen; so ist kürzlich eine neue Brücke bei Kemmern fertig geworden, die einen Bahnübergang ersetzt.

In Hallstadt gibt es bereits eine neue Straßenunterführung (EÜ für 4 Gleise ausgelegt). Außerdem liegen hier drei Gleise (Überholgleis in der Mitte) bis unter die Autobahnbrücke und zur Spange nach Schweinfurt.

Satellitenbild: [www.gorvin.de] ("Hallstadt" bei Suche eingeben und vergrößern)



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.11.2017 01:02 von Manfred Erlg.
Fränkischer Tag zur gestrigen Stadtratssitzung:

>> Bahnausbau: Machtkampf um die Ostumfahrung in Bamberg

Ein überraschender Streit im Stadtrat um die bereits tot geglaubte Ostumfahrung hat der Bahndebatte in Bamberg eine erneute Wende beschert. <<

[www.infranken.de] (Der Artikel ist nur für Abonnenten lesbar.)

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Nachtrag 12:15 Uhr: Inzwischen gibt es einen lesbaren Artikel:

>> Bahnausbau Bamberg: Muss der Bahnhof für sieben Jahre gesperrt werden?

Das Streckennetz der Bahn soll in Bamberg in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Doch welche Trassenvarianten stehen zur Auswahl? <<

[www.infranken.de]

Die schon im April 2016 ausgeschiedene Ostumfahrung wird nicht wieder in die zu untersuchenden Varianten aufgenommen.

SPD, CSU und GAL sprachen sich gegen eine extrem teure Volluntertunnelung mit Tiefbahnhof aus. Die Realisierung dieses Projektes würde etwa 17 Jahre dauern - mit 7 Jahre Sperrung des Bahnhofs Bamberg.

Die reißerischen Schlagzeilen auf Bild-Niveau hätte sich der Fränkische Tag ersparen können.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.11.2017 13:25 von Manfred Erlg.
Zitat
Manfred Erlg
Fränkischer Tag:

>> Bahnausbau: Machtkampf um die Ostumfahrung in Bamberg

Ein überraschender Streit im Stadtrat um die bereits tot geglaubte Ostumfahrung hat der Bahndebatte in Bamberg eine erneute Wende beschert. <<

Wer die Ostumfahrung will, dem ist aber hoffentlich auch klar, dass dann auch die meisten ICE's einen Bogen um Bamberg machen werden. Die bekommen dann wahrscheinlich nicht mehr Halts als die Coburger auch.

Das will wohl in Bamberg auch niemand. Aber eine Ostumfahrung nur für Güterzüge wäre ja wohl Quatsch.
Welche Varianten werden von VWI untersucht und bewertet? (Stand vor der gestrigen Sitzung)

• Die fünf Varianten vom Stadtratsbeschluss im Januar 2017:
-- „2-Gleisigkeit bzw. Verzicht auf Ausbau“ (Ohnefall)
-- „Ebenerdige Durchfahrung“ (DB-Variante)
-- „Bergmännischer Tunnel zwischen Tännig und Kronacher Straße“ (DB-Variante)
-- „Kurzer Tunnel“ (Gedeckelter Trogbau zwischen Tännig und EÜ Geisfelder Str.)
-- „3-Gleisigkeit bzw. bedarfsgerechte Ausbauplanung“

• Zwei danach hinzugekommene Varianten:
-- „2-Gleisigkeit im Süden, 4-Gleisigkeit im Norden“ (vorläufig kein Ausbau im Süden)
-- „Unterirdische Führung im Stadtgebiet“ (Volluntertunnelung mit Tiefbahnhof sowie Verlegung des Güterbahnhofs und der Abstellflächen; BBB-Variante)

Eine weitere neue Variante wird von VWI nicht empfohlen:

„Bergmännischer Tunnel durch gesamtes Stadtgebiet“: Ein bergmännischer Tunnel für die zwei zusätzlichen Gleise entlang der Bestandsstrecke oder östlich davon (Beginn südlich Forchheimer Str., Ende nördlich Hallstadt, keine (größeren) Baumaßnahmen an der Bestandsstrecke.


Da die Kriterien zur Entscheidungsfindung erst im Dezember diskutiert werden sollen, ist eine Entscheidung am 6. März 2018 nicht mehr realistisch.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.11.2017 15:41 von Manfred Erlg.
Wird doch noch eine achte Variante (Ostumfahrung) begutachtet?

>> Zeitplan wankt - ICE-Ausbau in Bamberg wird noch komplizierter

Der geplante High-Speed-Ausbau der ICE-Strecke durch Bamberg wird noch komplizierter. Der Stadtrat sieht insgesamt acht Möglichkeiten. Die Entscheidung soll noch vor Weihnachten getroffen werden. <<

[www.br.de]

Schlimmer geht's immer!

>> Völlig überraschend hat der Stadtrat in einer fünfstündigen Sondersitzung nicht wie geplant die bisher möglichen sieben Varianten dezimiert, sondern noch eine achte hinzugefügt, erklärte der für den ICE-Ausbau Verantwortliche Baureferats-Mitarbeiter Claus Reinhardt dem Bayerischen Rundfunk.

So ist nun auf Wunsch mancher Stadträte auch wieder die eigentlich schon beerdigte Ostumfahrung um Bamberg im Rennen. Da sich der Stadtrat zuvor aber eigentlich schon gegen diese Variante entschieden hatte, muss nun bei einer weiteren Sondersitzung am 13. Dezember beschlossen werden, ob die Prüfung der Ostumgehung eigentlich möglich ist. <<

"auf Wunsch mancher Stadträte": Da wedelt doch der Schwanz mit dem Hund!
Zitat
Manfred Erlg

"auf Wunsch mancher Stadträte": Da wedelt doch der Schwanz mit dem Hund!

Sorry: Aber das ist doch nur noch "Bamberger Volkstheater". Glaubt der Stadtrat von Bamberg ernsthaft, auf diese Weise noch Einfluss nehmen zu können auf die Entscheidung, welche Planungsvariante ernsthaft weiter verfolgt wird?
an HansL

> Sorry: Aber das ist doch nur noch "Bamberger Volkstheater". Glaubt der Stadtrat von Bamberg ernsthaft, auf diese Weise noch Einfluss nehmen
> zu können auf die Entscheidung, welche Planungsvariante ernsthaft weiter verfolgt wird?

Nachdem Beton in eine Wiese setzen ja nicht zwangsläufig mehr zum erwünschten Ergebnis führt, finde ich es eigentlich nicht schlecht, wenn man ergebnissoffen rangeht, und jeder Variante ne Chance gibt. Bevor dann wieder angefangen wird, und letztlich was dasteht, was hinterher keinem was nutzt. Wenn man aus Fürth etwas für die Zukunft mitnehmen sollte, dann doch wohl, das kein Bauwerk gegen den Willen der Kommune, auf deren Grund es entstehen soll, gebaut werden darf, weil sonst steht das nächste Gerichtsverfahren ins Haus. Nach dem Fürther Präzedenzfall wird gerade bei VDE-Baumaßnehmen die Hemmschwelle für Gerichte, einen Planfeststellungbeschluss wieder aufzuheben deutlich niederiger liegen, als noch zuvor. Wenns acht Möglichkeiten gibt, müssen eben auch acht ernsthaft untersucht werden, und nicht so nach dem Motto wir untersuchen 7 so, das nur Wunschvariante xy rauskommen kann, gearbeitet werden.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]
Zitat
Daniel Vielberth
Nachdem Beton in eine Wiese setzen ja nicht zwangsläufig mehr zum erwünschten Ergebnis führt, finde ich es eigentlich nicht schlecht, wenn man ergebnissoffen rangeht, und jeder Variante ne Chance gibt.

Dazu am Schluss.

Zitat

Wenn man aus Fürth etwas für die Zukunft mitnehmen sollte, dann doch wohl, dass kein Bauwerk gegen den Willen der Kommune, auf deren Grund es entstehen soll, gebaut werden darf, weil sonst steht das nächste Gerichtsverfahren ins Haus.

Sollen einzelne Konmmunen jetzt nach Gutdünken über Bundes- und Landesrecht stehen und über Projekte des Bundes und des jeweiligen Landes entscheiden? Natürlich nicht. In dem Gerichtsverfahren in der Causa Steinach ging es darum ja auch gar nicht, sondern um Rechtsfehler bei der Planfeststellung.

Zitat

Nach dem Fürther Präzedenzfall wird gerade bei VDE-Baumaßnehmen die Hemmschwelle für Gerichte, einen Planfeststellungbeschluss wieder aufzuheben deutlich niederiger liegen, als noch zuvor.

Das deutsche Verwaltungsrecht kennt keine Präzedenzfälle. Es geht immer um den Einzelfall. Und die Planfeststellung zu Steinach ist gar nicht endgültig aufgehoben.

Zitat

Wenn's acht Möglichkeiten gibt, müssen eben auch acht ernsthaft untersucht werden, und nicht so nach dem Motto, wir untersuchen 7 so, dass nur Wunschvariante xy rauskommen kann, gearbeitet werden.

Drei der acht Varianten beruhen auf der Annahme, dass man nach 2030 keine vier durchgehenden Gleise braucht, der BVWP 2030 also von falschen Verkehrserwartungen ausgeht. Liegt es im Ermessen eines Stadtrats, das zu entscheiden - egal, was ein von ihm beauftragtes Gutachten dazu sagt?

Tatsächlich gibt es nur fünf Varianten, die dem BVWP entsprechen, wovon eine völlig illusorisch ist.

Und niemand sollte glauben, dass eine Planfeststellung gemäß dem Stadtratsbeschluss verhindert, dass dagegen geklagt wird.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.11.2017 20:47 von Manfred Erlg.
anManfred Erlg

> Sollen einzelne Konmmunen jetzt nach Gutdünken über Bundes- und Landesrecht stehen und über Projekte des Bundes und des jeweiligen
> Landes entscheiden?

Soll ggf etwas schlechter als möglich gebaut werden, bloß weil der Ober den Unter sticht? Finde ich nicht. Wenn am Ende für alle das beste rauskommt, wieso soll der Anstoß dazu nicht auch mal von unten kommen? Überall sonst kreiden wir es der Obrigkeit an, wenn über alle Köpfe hinweg etwas nachteiliges entschieden wird, und da fordern wir es? Leuchtet mir nicht ein.

> Natürlich nicht. In dem Gerichtsverfahren in der Causa Steinach ging es darum ja auch gar nicht, sondern um Rechtsfehler bei der
> Planfeststellung.

Formal. Das hat man genommen, um die ungeliebte Planung dann weg zu bekommen (was ja nicht ganz gelungen ist), aber inhaltlich gings von vornherein darum, die Trassenführung entlang der Bestandsstrecke zu bekommen.

Das ist auch mit allen anderen Baustellen so, die wegen irgendwelcher Viechereien/ Landschaftsschutzt/ Wasserschutz etc geplatzt sind. Ich behaupte, 98% der Betroffenen interessieren die Natur oder deren Tiere grundsätzlich erstmal überhaupt nicht, ob die da sind kriegt außer paar Biologen eh kein Mensch mit, aber wenn die Tiere gegen eine Autobahn vor der Haustür helfen, nimmt man die eben in Anspruch. Was anderes ist das bei Steinach auch nicht. Man nimmt das, womit man sich die größten Chancen ausrechnet, eine unliebsame Planung zu verhindern.

Was Bamberg dann finden würde, weiß ich nicht, aber die kennen ihre Stadt besser, und wenn die wollen, das der Bau platzt, weilsie eine andere Trasse wollen, finden die was, da bin ich mir ganz sicher. Und deswegen sollte das mit der Kopf-durch-die-Wand-Politik endlich aufhören, wenn man nicht noch mehr Geld in den Sand setzt will. Ein Gutachten das statt 5 eben 8 Varianten untersucht, dürfte da noch die billigste Baustelle sein, als wenn man dann wieder alles erst eskalieren lassen muss, und noch ein jahrzehntelanger Prozess draus wird. Weil der hat dann garantiert ne noch längere Laufzeit, als Steinach.

> Und niemand sollte glauben, dass eine Planfeststellung gemäß dem Stadtratsbeschluss verhindert, dass dagegen geklagt wird.

In dem Punkt stimme ich dir zu, aber die Summe der Klagen könnte ggf schon reduziert werden, und wenn die Kommune an Ende auf nicht auf der Oppositionsseite steht, ist die Wahrscheinlichkeit, das das bis in die letzte Instanz hochgeht eher unwahrscheinlich, weil ob eine Einzelperson sich sonst die Kosten antut, ist eher Zweifelhaft.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.11.2017 20:57 von Daniel Vielberth.
Also Daniel, dass die Bahn in Fürth versucht hat, Fakten zu schaffen, an denen man nicht mehr vorbeikommt, sehe ich auch so. Da haben sie sich darauf verlassen, dass die Bauwerke südlich Eltersdorf jede andere Lösung schlechter aussehen lassen als den Verschwenk.

Das hat wegen der "Viecher" so nicht geklappt. Aber damit kann auch erst einmal die Bündelungslösung so nicht mehr realisiert werden. Dass es auf "höhere Weisheit" Fürths zurückzuführen wäre, was da gelaufen ist - das ist schon einen eigenartige Interpretation. Welche Variante tatsächlich besser wäre, haben wir hier ausgiebig und ergebnislos diskutiert. Und die reine Fürther Sichtweise ist da auch nicht angemessen, da auch Nürnberg und Erlangen und im Grunde die ganze Region ebenfalls berechtigte Interessen haben, die berücksichtigt werden sollten. Und das Schlimmste jetzt: Es gibt erst mal keine Lösung.

Aber jetzt zu Bamberg: Da hat doch die Bahn wirklich alles versucht, zu einer gütlichen Einigung zu kommen. Seit Jahren werden Varianten vorgestellt und diskutiert. Und es wurde jetzt auch noch erheblich bei der Planung nachgebessert. Letzter Stand der Dinge war die Aufforderung an den Bamberger Stadtrat: Jetzt entscheidet Euch endlich, welche Variante hättet ihr denn gerne.

Dass die Diskussion in Bamberg jetzt klug geführt werden würde, kann aber doch niemand behaupten. Mindestens zwei der diskutierten Vorschläge sind schlicht Quatsch und sinnvoll erscheinen nach jetzigem Diskussionsstand im Grunde auch nur zwei Varianten: Der viergleisige oberirdische Ausbau oder der Kurztunnel.

Aber Bamberg ist sich ja völlig uneinig, jede Gruppierung im Bamberger Stadtrat verbreitet eine andere Meinung, und vieles davon ist Unsinn. Es fällt mir ja außerordentlich schwer, aber in diesem Falle muss ich es doch einmal zugeben: Die einzigen, von denen in dieser Frage weitgehend sachliche Argumente kommen, ist in diesem Fall die CSU.

Wir können nur hoffen, dass dieses Bamberger Theater jetzt nicht in die Verlängerung geht. Sondern dass die Bahn im April mit der Detailplanung anfangen kann und dann 2030 der Bahnverkehr in diesem Knoten endlich ungehindert rollen kann. Lange genug ist es ohnehin noch bis dahin.
Kurz zu dem Bauwerk in Eltersdorf: Das ist in erster Linie für die Ausfädelung der Güterzugstrecke gebaut worden. Diese ist bis zur dreigleisigen Brücke über die Gründlach an der Königsmühle planfestgestellt. Von der Zurückstufung im BVWP 2030 konnte man während der Planung noch nichts wissen (Thema ist hier OT).

Was HansL zu Bamberg schreibt, ist richtig. In langen Diskussionen zwischen Bahn und Stadt sind die ursprünglich 9 Varianten auf 2 1/2 reduziert worden:
- viergleisige oberirdische Durchfahrung (von Bahn, Bund, Land und CSU bevorzugt)
- langer Tunnel bis Nordkopf Bahnhof mit Gartenland fressender Ausfädelung nach Schweinfurt
- kurzer Tunnel bis kurz vor den Südkopf Bahnhof (von Bahn wegen schwierigen Baus des Nordportals nicht gewünscht)

Die SPD möchte eher, das möglichst wenig umgebaut wird (zweigleisige Durchfahrung)

Die zwei Extremvarianten werden von Splitterparteien befürwortet:
- teilweise eingehauste Ostumfahrung: Bamberger Allianz (BA, ehem. FW); vom Stadtrat bereits ausgeschieden
- Volluntertunnelung für 2 bis 3 Mrd. EUR: Bamberger Bürgerblock (BBB, Tscherner); von CSU, SPD, Grünen abgelehnt

Jetzt gibt es einen neuen Artikel der WebZet zur Diskussion im Stadtrat am Dienstag:

>> Die Ostumfahrung hat nochmal eine Chance

Überraschend und heftig. Zwei Lager im Stadtrat standen sich gegenüber, als es darum ging, die sog. Ostumfahrung doch noch einer gutachterlichen Prüfung unterziehen zu lassen. <<

[www.freie-webzet.de]
Zitat
Manfred Erlg

Überraschend und heftig. Zwei Lager im Stadtrat standen sich gegenüber, als es darum ging, die sog. Ostumfahrung doch noch einer gutachterlichen Prüfung unterziehen zu lassen. <<

[www.freie-webzet.de]

Ja, ich wiederhole mich: Wenn man dem Link folgt, ist das sehr amüsant: "Bamberger Bauerntheater"
an Manfred Erlg

Der Kommntar Nummer 5 unter dem zuletzt von dir verlinkten Artikel bringt schön auf den Punkt, was ich mir auch denke. Es mag durchaus sein, das bestimmt Varianten keinen Sinn machen, aber wenn das gutachterlich nochmal festgestellt wird, richtet es keinen Schaden an, sondern sorgt vielmehr dafür, das bei den Anwohnern die Botschaft ankommt, man hat alles gleich geprüft. Das Ergenbiss ist leichter zu akzeptieren. außerdem kann ein Anpassen der Zugzahlen an die Realität und die inzwischen bestehende Faktenlage grundsätzlich nicht schaden. Natürlich rechnet man mit möglichst hohen Zugzahlen um zu Beginn die Thüringer U-Bahn durchzusetzen. Aber seit Projektbeginn sind ein paar jährchen ins Land gegangen, Cargo steht anders da als vor Jahren, Konkurenten sind eingegangen, oder neue entstanden, und das tatsächlich zu erwartende zugprogramm lässt sich nun leichter ermitteln. Natürlich fände ich persönlich z.B eine Dreigleisigkeit nicht schön (mit nur einem Gleis fürh die S-Bahn, weil es wieder neue Zwangspunkte im S-Bahnnetz ergäbe, dennoch könnte es ja sein, das mit tatsächlichen Zugbedarf auch eine Dreigleisigkeit inzwischen Sinn machen würde, die nach den urspünglichen Streckenprognosen keinen gemacht hätte. Und so finde ich die Untersuchung nicht gänzlich falsch.

Was soll man dabei denn verlieren? Im Idealfall bestätigt sich nur, was eh schon alle für das Optimum halten, ansonsten wird sich ein dann unumstößliches erweisen. Und die Bürger haben eher das Gefühl, das man sich ausreichend Gedanken gemacht hat, und wirklich alles mit einbezogen hat. Tatsächlich scheint ja durch die lange Planungszeit schon einige Besser geworden zu sein, mit der Schweinfurter Ausfädelung. die nun platzsparender geworden ist. Mich erinnert das ganz etwas an die Wegfeldtrasse. Wäre deren Planung unwidersprochen durchgelaufen, hätte es wertvolle Verluste ergeben (weniger Haltestellen, Buskonzept mit Streichungen), nun ist wirklich das fahrgasttechnisch allerbeste rausgekommen, und die Fahrgäste - so zumindest mein Eindruck - honorieren das auch. Diese Untersuchung ist nun Bambergs Chance - und sind wir doch mal ehrlich, die Aussicht auf den optionalen Haltepunkt hätten die Bamberger auch nicht gekriegt, wenn sie alles durchgenickt hätten, selbst hier im Forum sollte der ja schon diskussionsseitig abgewürgt werden, und nun isser laut und deutlich wieder da, und gar nimmer so unrealistisch. Deswegen behaupt ich: Wenn schmälere Ausfädelungen und ein weiterer S-Bahnhalt das Resultat der Verzögerung im Bamberger Raum waren, dann war es das wert und ist auch die kommende Untersuchung noch wert.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.11.2017 15:57 von Daniel Vielberth.
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