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Fahrkartenkontrollen im VGN
geschrieben von Silberling 
Zitat
Phantom

zur kriminalisierung: wer sein auto dreist falschparkt, gefährdet damit u.u. menschen. ordnungswidrigkeit. ist es da verhältnismäßig, dass schwarzfahren (das niemandem persönlich schadet) überhaupt eine straftat ist?

Am Schluss zahlt natürlich die Allgemeinheit also Du und ich mit. Entweder über den höheren Fahrpreis oder über die Stadtkasse.

Den Vergleich mit dem Falschparker finde ich super. Das stimmt 100%. Wenn Kreuungen so zugeparkt sind das der Verkehr nicht mehr einsehbar ist wird es gefährlich für Leib und Leben. Gleiches gilt für blockierte Gehwege oder noch Schlimmer Rettungswege. Das das nur eine Ordnungswidrigkeit mit 40 Euro bedeutet ist eine Frechheit. Wenn überhaupt einer kontrolliert...
An Phantom

> die einen kapieren schlicht das tarifsystem nicht und kaufen den falschen schein

Solchen würde ich prinzipiell immer erstmal helfen, damit die den richtigen Lösen. Außemdem fragen die Automaten soviel durch, das eine schlichte driekte Fahrt von A noch B nun wirklich idotensicher zu bekommen ist. Kompliziert wirds nur bei Rück- und Rundfahrten wo man mit den Einschlägigen Tageskarten fast immer besser bedient ist. Im Zweifelsfall muss man eben umstehende fragen, oder Personale.

> oder fahren irgendwann entnervt ganz ohne mit, um überhaupt vom fleck zu kommen.

Das wiederum geht ganz entschieden NICHT. Dann muss man sich eben den sogenannten Antrittfahrschein beschaffen, und dann eben im Zug den richtigen (ich glaube in diesem Fall sogar zuschlagsfrei) lösen. Der Fall, das das eigene Ziel nicht im Automaten ist, ist also ebenfalls lößbar.

> anderen sind die Fahrpreise wirklich zu teuer, so dass sie es sich nicht leisten können.

Es gibt für sozial Schwächere entsprechend verbillgte Karten (Stichwort Nürnberg Pass), wenn ich die aber, warum auch immer, nicht nutzen will, dann habe ich auch keinen Grund ein Fahrzeug oder den Fahrkartenpflichtigen Bereich zu betreten. Wenn ich weiß, das ich es mir nicht leisten kann, darf ich nicht fahren. Tut man es trotzdem, gehört man in die Kategorie 4 und wird völlig zurecht gejagt.

> es gibt die schussel, die einmal was vergessen

Wenn die es noch vor einer Kontrolle merken, dann kann man von jedem halbwegs mit Moral und Gewissen ausgestatteten Menschen Verlangen, sich trotz gültiger, aber eben zuhause liegender Karte für die Fahrten, bis eben wieder Zugriff auf die Stammkarte besteht Einzelfahrscheine oder eine Tageskarte zu holen. Dieses Lehrgeld habe ich auch schon paarmal zahlen müssen, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit bemerkt hab, das das Jahresabo für die VAG zuhause liegt.

Und für die die es nicht merken bis eine Kontrolle kommt: Die legen ja dann nachträglich vor, und sind so aus der Nummer raus, die kann man auch nicht denunzieren, weil versehentlich nicht dabei haben da wissen diejenigen ja selber nix davon, bis zur Kontrolle. Wenn sie es dagegen wussten, und dennoch nichts unternahmen => Kategorie 4 aber kommen ja, mittels der Stammfahrkarte aus der Nummer wieder raus.

> oder kaputte automaten

Klarer Fall, spätestens am nächsten Umstieg nachlösen, gemäß der Preisstufe für die Gesammtstrecke. Wenn dazwischen Kontrolle, Automatennummer des gestörten Automaten angeben, die Leitstelle kann dann bestätigen: Richtig, dieser Automat zeigt Störmeldung, dann wird auch Kulanz gezeigt. Wenn natürlich der Automat nicht gestört, und man nur keine Zeit mehr hatte => Kategorie 4 absichtlicher Schwarzfahrer. Nicht die passende Stückelung gehabt => von andern Reisenden Wechseln lassen, oder Kartenzahlung machen, anosten sofort beim Zugbegleiter melden und dort nachlößen, jedenfall muss man alles daran setzen, sich so zeitnah wie möglich in den Besitz eines Fahrscheine zu versetzen. Wenn mans nicht versucht => Kategorie 4. Und natürlich gibt es auch Stationen wie z.B Nürnberg HBF, wo man mit Automat gestört nicht weiter kommt, dort ist es zumutbar, einen funktionierenden zu suchen, auch wenn im Zeifel mal erst der dritte ist (auch schon selbst gehabt, beim einen fehlte die richtige Karte, der andere hatte sie, ließ aber keine Kartenzahlung zu, erst der dritte hat mir dann richtigen Fahrschein ausgespotzt)

> und es gibt diejenigen, die es nicht einsehen und ganz bewusst /aus prinzip schwarzfahren.

Ja und diese sollte man mit voller Härte treffen. Im wesentlichen sind das auch nur die, die ich verpfeifen würde und werde, weil wie gesagt, ich erlebe es oft, das diese auch noch vor meinem Ohren damit angeben (wohl weil man mich nicht als Mitarbeiter erkennt) oder neulich, wo eine regelrechte Schaulspielschulung am Bahnsteig in Ansbach in meiner Hörweite stattfand, wie man man bei absichtlichen Schwarzfahren so spielt, das es wie versehentliches Schwarzfahren aussieht => Die beiden, also Lehrer und Schüler hätte ich so gerne direkt noch vom Bahnsteig abführen lassen wollen, weil das geht sowas von nicht, solche Straftäter sollen sich dann ruhig mal etwas im Gefängnis zamtreten lassen, damit die drüber nachdenken können, ob das Dasein als und die Gemeinsachaft von Straftätern wirklich so erstebenswert ist.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.2018 15:56 von Daniel Vielberth.
mal ne andere frage: wie war das eigentlich in der ddr, wenn man ohne fahrschein erwischt wurde?
oder mit einem westfahrschein :P? wieviel hat das gekostet? rein interessehalber, habe eben eine doku
über die ddr gesehen.

schwarzfahren lohnt sich übrigens nicht, auch für die welche das einkalkulieren: die zahlen zwar
die 60 Euro, aber nach beim dritten mal innerhalb von zwei jahren gibt es automatisch eine anzeige.
als ich noch 14 oder so war bin ich mal nachts vom kino 1 oder 2 stationen ohne karte gefahren.
sonst würde ich mir aber immer eine karte kaufen, oder nicht fahren. ohne karte hat man noch mehr
stress weil man immer damit rechnen muss. ist doch beruhigender wenn man eine karte hat. :)

stimmt, es gibt den nürnberg pass. wobei es sicher auch personengruppen gibt, die unterhalb
des existenzminimums leben und keinen anspruch darauf haben. aber prinzipiell hast du recht,
es gibt in den meisten städten für finanziell schwächer gestellte auch günstiger tickets.
dann gibt es noch das firmenabo wenn sich mehrere zusammenschließen, gibt es schon ab 5
arbeitnehmern im betrieb.

wenn jemand notorisch schwarz fährt, entweder "absitzen", oder besser: dem servicepersonal
einige tage zur hand gehen, sprich sozialstunden wobei es nicht bei allen geht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.06.2018 15:59 von katie32.
Ein bestimmter Anteil an Schwarzfahrer gehört halt zu einem System bei dem stichprobenartig geprüft wird einfach dazu. Ansonsten bräuchte man ja keine Kontrollen. Deswegen sind Schwarzfahrer für die Verkehrsunternehmer genauso teuer wie zu viele Kontrollen, die auch Geld kosten. Die "Allgemeinheit" hat davon keine Vor- oder Nachteile. Im Prinzip ist es die Aufgabe des Verkehrsunternehmens die beste Balance zwischen Kontrollen und Schwarzfaherquote zu finden, die die wenigsten Verluste generiert.

Ich kann durchaus das Schwarzfahren als Protest gegenüber hohen Preisen nachvollziehen, auch wenn es nichts bringt. Dadurch werden sicherlich die Preise, die wirklich viel zu hoch sind, nicht gesenkt. Ich habe 1,5 Jahre in Hamburg gelebt und was man dort also Preis/Leistungsverhältnis bekommt ist was ganz anderes als bei uns.

Das Beste wäre natürlich der kostenfreier innerstädtischer Nahverkehr finanziert durch kommunale Steuern. Keine Kontrollen, keine Tickets, keine Kosten die nur das System finanzieren und nicht die Leute von A nach B befördern. Und natürlich zahlen alle Einwohner die Stadt die Steuer, da auch die davon profitieren, die nicht mit den Öffentlichen fahren (Stichwort: Lebensqualität).
Man muss sich mal das Wiener Modell genauer anschauen: Für 1 EUR pro Tag ein Jahresabo, das einen Bereich abdeckt, der etwa gleich groß ist wie die Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen, Schwabach, Feucht, Zirnfdorf, Heroldsberg und was es sonst noch so an Vororten gibt.

Die Hälfte der Wiener hat dieses Abo. Die können somit nicht mehr schwarz fahren und der Rest fährt ohnehin nicht mit dem ÖPNV.

Finanziert wird dies übrigens nicht nur über die verstärkt gekauften Abos. Sondern auch über Parkgebühren, die kräftig erhöht wurden. So geht das!

Aber Nürnberg findet wohl schon wieder keine Lösung, für die sie nicht das passende Problem haben.

Die Schwarzfahrer sind nicht das Problem, das Problem sind die völlig überzogenen Fahrpreise bei uns - weil Nürnberg eine U-Bahn finanzieren muss. Und der fehlende Wille, von den Autofahrern angemessene Parkgebühren einzusammeln.
Hallo Hans,

es stellt sich herbei die Frage, ob man das Abo nicht kostenlos macht und dadurch den ganzen Buchungs-, Kontoll-, und Ticketaufwand spart. Gerne auch gegenfinanziert durch höhere Parkplatzgebühren. Der Vorteil dabei wäre der, dass man die Steuer/Abopreise einkommensabhängig gestalten kann. Damit hätte man auch das Sozialticket erschlagen. Des Weiteren kann man für Pendler kostenfreie Park&Ride-Parkplätze mit kostenloser Fahrt in die Innenstadt anbieten.
Zitat
DaZZZl
Hallo Hans,

es stellt sich herbei die Frage, ob man das Abo nicht kostenlos macht und dadurch den ganzen Buchungs-, Kontoll-, und Ticketaufwand spart. Gerne auch gegenfinanziert durch höhere Parkplatzgebühren. Der Vorteil dabei wäre der, dass man die Steuer/Abopreise einkommensabhängig gestalten kann. Damit hätte man auch das Sozialticket erschlagen. Des Weiteren kann man für Pendler kostenfreie Park&Ride-Parkplätze mit kostenloser Fahrt in die Innenstadt anbieten.

Hallo Dazzi,
das sollte man zumindest diskutieren.
Das Gegenargument ist immer: "Was nichts kostet, ist nichts wert".

Aber andererseits: Für Autofahrer wird gefordert, dass Parkplätze nichts kosten sollen. Und sie kosten auch weitgehend nichts - mit wenigen Ausnahmen in den Innenstädten.

Und die Straßen werden auch kostenfrei genutzt - keine Autobahnmaut, keine Citiymaut, nichts.

Und jetzt komme mir keiner mit Mineralöf- und KfZ-Steuer: Beides deckt nur einen Bruchteil der Kosten und Schäden ab, die vom Autoverkehr verursacht werden.

Aber hier diskutieren wir lieber, ob "Schwarzfahrer" kriminell sind und ob man sie denunzieren sollte. Da stimmen einfach die Gewichte nicht!
Hallo alle zusammen: Da die Frage aufgeworfen wurde, warum Schwarzfahren nicht nur eine Ordnungswidrigkeit ist, sondern ein Vergehen, kann ich auch nur Vermutungen dartun: In den sechziger Jahren waren viele Verkehrsverstöße Übertretungen (wie das Schwarzfahren. Da ein großer Anteil der Autofahrer sich in solche Übertretungen verwickelte,(z.B. Rotlichtverstöße, überhöhte Geschwindigkeiten usw.) kam bald die Befürchtung auf, dass demnächst die " halbe Republik" Straftäter sein würde. Um dies zu vermeiden wurden die damit zusammenhängenden Übertretungen zu Ordnungswidrigkeiten also bloßem Verwaltungsunrecht herabgestuft.Ob da die blühende Autoindustrie und ADAC etc. Lobbyarbeit geleistet haben, mag jeder selbst eruieren.

Auf der anderen Seite erwarteten Handel und Verkehr Schutz vor Ladendiebstahl und Schwarzfahrern: das dürfte wohl
die Aufstockung von "Mundraub" und "Schwarzfahren" zum Vergehen bewirkt haben. Allerdings muss man beim Schwarzfahren zugeben, dass damals derjenige dem das gelang, schon eine gehörige Portion krimineller Energie aufbringen musste, um Erfolg zu haben. Da kam so leicht niemand überhaupt zu den Bahnsteigen, denn er wurde davor zu annähernd 100% kontrolliert:Stichwort Bahnsteigkarte. In Straßenbahnen gab es in jedem Wagen einen Schaffner auch im Bus, bis zur Einführung des "Einmannbusses",bei dem dann der Fahrer die Schaffneraufgaben übernehmen musste (aber auch eine Einmannzulage erhielt). Bei einer solchen Kontrolldichte Schwarzfahren zu wollen und gar zu erreichen, bedurfte es einer Reihe von Rechtsverstößen, die eine besondere tiefsitzende, unredliche Gesinnung widerspiegelte, dass ich die Aufstockung zum Vergehen gut nachvollziehen konnte. Allerdings ist das heutige Schwarzfahren eben zu leicht. Es ist kein Hemmnis außer vielleicht dem schlechten Gewissen da. Heutzutage bei der fehlenden Kontrolle erschiene mir jedenfalls eine Einstufung als Ordnungswidrigkeit (Verwaltungsunrecht) auch in Ordnung.

Trotz allem muss ich zugeben, dass ich in jüngeren Jahren die Meinung von Daniel wohl vertreten hätte.

freudliche Grüße
Zitat
HansL


Die Schwarzfahrer sind nicht das Problem, das Problem sind die völlig überzogenen Fahrpreise bei uns - weil Nürnberg eine U-Bahn finanzieren muss.

Woran machst du den Zusammenhang zwischen vorhandener U-Bahn und teuren Fahrpreisen konkret fest?
Zitat
RathausSpandau
Zitat
HansL


Die Schwarzfahrer sind nicht das Problem, das Problem sind die völlig überzogenen Fahrpreise bei uns - weil Nürnberg eine U-Bahn finanzieren muss.

Woran machst du den Zusammenhang zwischen vorhandener U-Bahn und teuren Fahrpreisen konkret fest?

Nürnberg hat sich eine reine U-Bahn geleistet, obwohl die Stadt für so etwas viel zu klein ist.

Jetzt kommen enorme Sanierungskosten vor allem für die mittlerweile maroden U-Bahnhöfe auf die Stadt zu. Die ohnehin viel zu wenig Geld hat.

Da wird über die Fahrpreise abkassiert, um das Loch nicht noch größer werden zu lassen. Nürnberg hat mittlerweile im Vergleich zu anderen Städten völlig überzogene Fahrpreise. Und bekommt trotzdem keine vernüftige Finzanzierung mehr hin.

Wie heißt es so schön: "Willst Du eine stadt ruinieren: Schenk ihr eine U-Bahn".
an HansL,

und woran hätte man zum Beschlusszeitpunkt wissen sollen, das die Stadt nicht wie geplant wächst? Und wer sagt uns, das ein verhindern der U-Bahn uns ein besseres Netz gebracht hätte? Stellen wir uns nur ein Augenblick vor, man hätte damals per Bürgerentscheid den Politikern ihr "Spielzeug" weggenommen. Wieviel Motivation wäre noch übrig geblieben, irgendwas in die Region zu investieren? Nein wir hätten dann auch nicht die Stadtbahn bekommen sondern unserer Straßenbahnnetz (zunächst) behalten, aber niemals nicht auch nur irgendwelche Fördergelder vom Bund und Land je gesehen. Irgendwann müssen aber auch Trambahnstrecken saniert werden, und dafür gibts und gabs noch nie Kohle. Zu Senkung des Defizits hätte man dannirgendwann trotzdem Straßenbahnstrecken geschlossen, das hätte wiederum die Öffis noch unatraktiver gemacht, und heute wären wir wohl Deutschlands größte stadt ohne schienengebundenen Städtischen Nahverkehr mit einem reinem Busnetz, das noch enttäuschender wäre, als wir alle es uns in unserem künsten Alpträumen vorstellen können. Bei selben Preisniveau versteht sich, weil Diesel und die zahlreichen Fahrer wollen ja auch bezahlt werden... Ab gesehen, das die ständigen Straßensanierungen durch den Busverkehr anstelle der U-Bahnbauwerke getreten wären.

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.2018 23:46 von Daniel Vielberth.
@Daniel,

ich habe damals noch die Diskussion verfolgen können: Es war eine "Unterpflasterstraßenbahn" geplant und der Bau bereits an der Bauernfeindstraße begonnen worden (deshalb hier heute noch die zu enge Kurve, die nur mit Sondergenehmigung befahren werden darf). Dafür wurde auch bereits die Förderung ausgehandelt.

Das ist das Modell, das alle anderen Städte wie Frankfurt, Stuttgart, Köln, ... auch gewählt haben. Eine Stadtbahn, die nur bei Bedarf in den Keller geht und mit der oberirdischen Stadtbahn kompatibel bleibt.

Dann kam die Olympiade und München begann den U-Bahn-Bau und brauchte Fahrzeuge für dieses Großereignis. Und da hat die Bayerische Regierung Nürnberg beschwatzt, dass es ganz toll wäre, als "kleinste Stadt der Welt" eine "reine U-Bahn" zu betreiben. Und schon mal Fahrzeuge zu beschaffen, die man den Münchnern leihen kann.

So kam diese größte Fehlentscheidung der Nürnberger Nahverkehrsgeschichte zustande. Am Anfang wollte man wie Berlin und Hamburg die Straßenbahn komplett abschaffen. Der Schwenk kam, als man irrsinnigerweise die Linie zum Südfriedhof einstellen wollte, als die U-Bahn den Bahnhof erreichte. Da gab es massive Proteste und dann hat man entschieden, die Straßenbahn doch noch zu erhalten. Weil München zur gleichen Zeit ähnlich entschieden hat. Da hat man endlich erkannt, dass Busse keine Alternative sind und der weitere U-Bahnbau nicht finanzierbar ist - und vor allem der Unterhalt nicht.

Das alles ist heute verschüttete Milch. Aber das Problem haben wir jetzt: Nürnberg kann seine U-Bahn kaum mehr finanzieren und greift den Fahrgästen unverschämt in die Tasche. Die Strecken nach Ziegelstein, Fürth und auch Richtung Gustav-Adolf-Straße hätten bis auf wenige Stellen auch oberirdisch weiterbetrieben werden können. Mit Straßenbahnen selbstverständlich, ganz sicher nicht mit Bussen.

So weit kann Nürnberg gar nicht wachsen, dass sich in einer Stadt unserer Größenordnung eine U-Bahn lohnen könnte. Das war eine Fehlentscheidung größenwahnsinniger Kommunalpolitiker damals, mit der wir heute zurechtkommen müssen.
Allgemein war die U3 ein Schuss in den Ofen, denn deren Strecke hätte man ja auf alle Fälle als Straßenbahn lassen können, und da hätte man sehr gut von der Gustav-Adolf-Straße dann gen Zirndorf weiter bauen können ich glaube eine Straßenbahn wäre nicht so grandios durchgefallen bei dem Zirndorfer Bürgerentscheid wie es die U3 eben nunmal ist!

Die Bibertbahn wird es aber auch nie mehr wieder geben... nun so bleibt Zirndorf wo auf lange Zeit ein Ort mit nur einer Schienenverbindung, eben jener aus Fürth Hbf... Ich hoffe ja wenigstens das die StuB einnahmentechnisch einiges reißen kann, aber auch hier müsste man sehen das man das Netz sehr schnell vergrößern könnte, denke aber das wird auch nicht passieren, man kann froh sein falls sie überhaupt gebaut wird...

Viele Grüße
Christian0911
(Mein YouTube-Kanal)
@HansL
Gibt es eigentlich Zahlen von der VAG wie viel sie für die Beförderungen z.B. pro Personen*km ausgeben, aufgeschlüsselt zwischen U-Bahn, Tram und Bus?

Ich glaube wir sollten ein neues Thema aufmachen, das hat jetzt weniger mit Schwarzfahrer zu tun. Nur, bei höheren Fahrpreisen steigt natürlich die Schwarzfahrerquote bei gleichen Aufwand für Kontrollen und Strafen.
Passt hier auch

Nach CSU-Vorstoß: Was ist der ÖPNV noch wert? [www.nordbayern.de]
Zitat
DaZZZl
@HansL
Gibt es eigentlich Zahlen von der VAG wie viel sie für die Beförderungen z.B. pro Personen*km ausgeben, aufgeschlüsselt zwischen U-Bahn, Tram und Bus?

Ich glaube wir sollten ein neues Thema aufmachen, das hat jetzt weniger mit Schwarzfahrer zu tun. Nur, bei höheren Fahrpreisen steigt natürlich die Schwarzfahrerquote bei gleichen Aufwand für Kontrollen und Strafen.

Es wäre sinnvoll, das in einem eigenen thread zu diskutieren. Wenn wir handfeste Zahlen hätten.

Aber mit den Kosten pro Fahrgastkilometer bezogen auf die Verkehrsmittel kann ich jetzt erst mal nicht dienen. Das wäre wohl ziemlich viel Arbeit, das aus den diversen Haushalten und Fahrgastzahlen herauszufiltern. Da wird auch von offizieller Seite viel Verschleierung betrieben.

Man kann das nur etwa grob abschätzen: Ein km U-Bahn kostet etwa so viel wie 10 km Straßenbahn. Die Bündelung der Fahrgäste müsste also im Durchschnitt auf jeder Linie ein 10-faches an Fahrgästen bringen. Da gibt es aber halt doch immer sehr unterschiedlich belastete Abschnitte. Aber wenn man sich die Zahlen ansieht, so kann man schon erkennen, dass die U-Bahn-Linien bei weitem nicht so stark in Anspruch genommen werden.

Aber was überhaupt nicht transparent gemacht wird, sind die Unterhaltskosten. Die Sanierung der U-Bahnhöfe ist jetzt unumgänglich, aber finanziell kaum zu stemmen. Man muss sich nur ansehen, wie lange es jetzt auch nur dauert, die lumpigen Lichtkuppeln entlang der Fürther Straße zu sanieren. Rolltreppen, bröckelnder Beton, da kommt einiges zusammen. Demnächst steht eine Grundsanierung des U-Bahnhofs Plärrer an - völlig unabsehbar hohe Kosten und ein ernstes logistisches Problem: Wie soll unten und oben einigermaßen ungestört der Verkehr weiterrollen.

Das geht jetzt nicht unmittelbar in die Fahrpreise ein. Aber die Bereitschaft der Stadt Nürnberg für Zuschüsse des Defizits sinkt damit zwangsläufig. Nürnberg hat einfach nicht das benötigte Geld!
Zitat
HansL
Zitat
RathausSpandau
Zitat
HansL


Die Schwarzfahrer sind nicht das Problem, das Problem sind die völlig überzogenen Fahrpreise bei uns - weil Nürnberg eine U-Bahn finanzieren muss.

Woran machst du den Zusammenhang zwischen vorhandener U-Bahn und teuren Fahrpreisen konkret fest?

Nürnberg hat sich eine reine U-Bahn geleistet, obwohl die Stadt für so etwas viel zu klein ist.

Jetzt kommen enorme Sanierungskosten vor allem für die mittlerweile maroden U-Bahnhöfe auf die Stadt zu. Die ohnehin viel zu wenig Geld hat.

Da wird über die Fahrpreise abkassiert, um das Loch nicht noch größer werden zu lassen. Nürnberg hat mittlerweile im Vergleich zu anderen Städten völlig überzogene Fahrpreise. Und bekommt trotzdem keine vernüftige Finzanzierung mehr hin.

Wie heißt es so schön: "Willst Du eine stadt ruinieren: Schenk ihr eine U-Bahn".

Sind 400.000 Fahrgäste täglich auf so einem kleinen Netz so schlecht?
Zitat
Christian0911
Allgemein war die U3 ein Schuss in den Ofen, denn deren Strecke hätte man ja auf alle Fälle als Straßenbahn lassen können, und da hätte man sehr gut von der Gustav-Adolf-Straße dann gen Zirndorf weiter bauen können ich glaube eine Straßenbahn wäre nicht so grandios durchgefallen bei dem Zirndorfer Bürgerentscheid wie es die U3 eben nunmal ist!

Die Bibertbahn wird es aber auch nie mehr wieder geben... nun so bleibt Zirndorf wo auf lange Zeit ein Ort mit nur einer Schienenverbindung, eben jener aus Fürth Hbf... Ich hoffe ja wenigstens das die StuB einnahmentechnisch einiges reißen kann, aber auch hier müsste man sehen das man das Netz sehr schnell vergrößern könnte, denke aber das wird auch nicht passieren, man kann froh sein falls sie überhaupt gebaut wird...

So weit ich gehört habe, war die U3 doch ein großer Erfolg, oder? Oder täusche ich mich da?
Zitat

Nürnberg hat sich eine reine U-Bahn geleistet, obwohl die Stadt für so etwas viel zu klein ist.

Jetzt kommen enorme Sanierungskosten vor allem für die mittlerweile maroden U-Bahnhöfe auf die Stadt zu. Die ohnehin viel zu wenig Geld hat.

Da wird über die Fahrpreise abkassiert, um das Loch nicht noch größer werden zu lassen. Nürnberg hat mittlerweile im Vergleich zu anderen Städten völlig überzogene Fahrpreise. Und bekommt trotzdem keine vernüftige Finzanzierung mehr hin.

Wie heißt es so schön: "Willst Du eine stadt ruinieren: Schenk ihr eine U-Bahn".


Da muss ich dir ganz klar wiedersprechen. Der Ballungsraum nürnberg Fürth Erlangen Schwabach Zirndorf Oberasbach Unterasbach und Stein hat ganz klar eine Ubahn berechtigung. Das Problem ist nur das Nürnberg die kosten für die ubahn allein aufbringen muss obwohl diese auch von erlangern steinern oberasbachern genutzt wird.

Hier ist ganz klar das Land gefragt bei der Finanzierung zu unterstützen so wie sie es seid jahren ganz extrem in München machen.

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Pro S-Bahn Cadolzburg - Fürth - Nbg Nordost - Gräfenberg
[/quote]
Sind 400.000 Fahrgäste täglich auf so einem kleinen Netz so schlecht?[/quote]

Meines Wissens sind es sogar 600.000 (U-Bahn, Tram und Bus zusammen) und das ist sicher nicht schlecht!
Dennoch, ob die U-Bahn aufgrund ihrer hohen Unterhaltskosten für die Größe Nürnbergs und Fürths sinnvoll war, ist zumindest diskutabel.
Eine Stadtbahn ala Stuttgart/Frankfurt wäre meiner Meinung nach besser gewesen, aber die U-Bahn ist nun mal da und deshalb muss man das beste aus der Situation machen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.06.2018 18:10 von dirk1970.
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