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Nachrüsten von U-Bahn-Stationen mit Fahrstühlen
geschrieben von HHNights 
Zitat
flor!an
Der Stau an der Treppe ist gemeint (nicht der am Aufzug), der entsteht wenn weniger Treppe zur Verfügung steht (weil der Aufzug Teile dieser einnimmt)

Werden in Hamburg Treppen-/Bahnsteig-/Wege-Kapazitaeten der U-/S-Bahnstationen eigentlich durchgerechnet? Abgesehen von kleineren Verzoegerungen an Treppen wenn gerade eine Bahn ankommt ist es doch eigentlich (von Veranstalltungen mal abgesehen) nicht so voll dass es da regelmaessig Engpaesse gibt?
Moin,
wie das bei der Hochbahn läuft kann ich nicht beantworten, aber bei der Bahn (und das allgemein und nicht nur S-Bahn) gibt es ein Regelwerk mit Mindestmaßen bei der Erstellung von Personenbahnhöfen. Bei Neubauten werden Verkehrsstromanalysen und Berechnungen angefertigt, welche dann die Breiten der Treppen und Bahnsteige definiert.
Zudem wird im Rahmen des Brandschutzkonzeptes die Mindestbreiten der Treppenauf-/abgänge festgelegt, so das in einer vorher definierten Zeit der Bahnsteig komplett evakuiert ist. Bei den S-Bahn-Stationen in der Regel 1,20 Meter.
Kornweg (Klein Borstel) kriegt jetzt auch einen Aufzug und wird so barrierefrei.
Allerdings wird der Zugang zum Bahnsteig während der heißen Umbauphase anscheinend eine echte klettertechnische und sportliche Herausforderung, zumindest sieht die in Bild 2 dargestellte Fußgängerbrücken-Konstruktion danach aus.


Das ist bei solchen provisortischen Zugängen immer so (Alsterdorf, Sternschnaze, Alte Wöhr). Hier baut man immer eine Brücke (im Gerüststil), da eine "Ersatzunterführung" zu aufwändig wäre. Insofern geht man einen Umweg. Aber das ganze wird ja in absehbarer zeit wieder zurückgebaut. Von daher sehr verständlich.
@Computerfreak
besten Dank für den Hinweis. Aber es gibt doch sicher auch Hochbahnhaltestellen mit Mittelbahnsteig, die an beiden Bahnsteigenden Zugänge haben, so dass man erst das eine und dann das andere Ende angehen kann?

Ups, mir fällt grad auf, dass der Thread "Nachrüsten von U-Bahn-Stationen mit Fahrstühlen" heißt. Kornweg (Klein Borstel) aber ist eine S-Bahn-Station.
Ist es möglich den Thread-Titel entsprechend zu erweitern, oder gibt es einen weiteren Thread, in der mein Beitrag zum barrierefreien Haltestellenumbau der S-Bahn-Haltestelle Kornweg (Klein Borstel) besser aufgehoben wäre?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.07.2017 01:46 von Jules.
Zitat
Jules
@Computerfreak
besten Dank für den Hinweis. Aber es gibt doch sicher auch Hochbahnhaltestellen mit Mittelbahnsteig, die an beiden Bahnsteigenden Zugänge haben, so dass man erst das eine und dann das andere Ende angehen kann?

Ja klar, aber ich bezog mich hierbei auf die Fälle, in denen ein Ersatzzugang gebaut wird.
Im Informationssystem der BV Nord sind unter der Sitzung des Regionalausschusses Barmbek... vom Juni die Pläne der Hochbahn für die U1-Umbauten im Bezirk zu finden.

Alter Teichweg wird ein Sparumbau. Die Haltestelle verliert alle Rolltreppen und einen der vier Zugänge. Anstelle der Rolltreppen kommen zwei Vertikalaufzüge samt Steg von den Bahnsteigen in die Zwischenebene. Von dort führt ein weiterer Vertikalaufzug im Schacht einer heutigen Treppe nach oben und zwar zum Nordwestende. Die Bahnsteige werden teilerhöht.

Straßburger Straße muss ebenfalls eine Treppe zur Oberfläche dran glauben - und zwar am Nordwestende der Anlage. Interessant wäre, warum man nicht in den Schacht der 2009 stillgelegten Treppe südwestlich der Straßburger Straße geht. Hier hätte man kürzere Wege und weniger Kreuzungsüberquerungen zu den Bushaltestellen und den Geschäften in der Straßburger Straße hinbekommen. Die Fläche an der Oberfläche ist weithin frei. Zumal wäre man unmittelbar im Bereich des Vertikalaufzugs von der Schalterhalle Nord zum Bahnsteig, der dort direkt vor das Wandmosaik gesetzt werden soll. Der Bahnsteig wird teilerhöht. Sieht im Plan so aus, als würden Kurzzüge fortan - wie in Gartenstadt - am südlichen Bahnsteigende halten.

Lübecker Straße wird aufwendiger. Es gibt einen neuen Aufzug von der Bahnsteigebene U1 zum Zwischengang zur U3. Dort sieht man die Rolltreppe offenbar als nötiger an, jedenfalls bleibt die (Fahr-)treppe in ihrer Breite unangetastet. Stattdessen wird es einen neuen Gang neben der Treppe über dem Streckentunnel und dem Bahnsteig zum Aufzug geben. Ein weiterer Aufzug führt dann von dem Zwischengang neben dem Zugangsgebäude an die Oberfläche. Von dort zur U3 Außenring wieder runter scheint es noch keinen Plan zu geben.
Zitat
Herbert
Straßburger Straße muss ebenfalls eine Treppe zur Oberfläche dran glauben - und zwar am Nordwestende der Anlage. Interessant wäre, warum man nicht in den Schacht der 2009 stillgelegten Treppe südwestlich der Straßburger Straße geht. Hier hätte man kürzere Wege und weniger Kreuzungsüberquerungen zu den Bushaltestellen und den Geschäften in der Straßburger Straße hinbekommen.

Meine naive Vermutung - um zu der stillgelegten Treppe zu kommen, sind 8 Stufen zu überwinden. Man hätte hier also wohl einen dritten Aufzug einbauen müssen...

Zitat
Herbert
Der Bahnsteig wird teilerhöht. Sieht im Plan so aus, als würden Kurzzüge fortan - wie in Gartenstadt - am südlichen Bahnsteigende halten.

Das halte ich für eine Fehlinterpretation. Der Ein- und Ausstiegsbereich für Rollstühle und Kinderwagen ist immer in der Zugmitte - und dort muss der Bahnsteig erhöht sein - egal ob es ein Kurzzug ist oder nicht. Kurzzüge können demzufolge nur dort weiter vorne oder weiter hinten halten, wo der komplette Bahnsteig erhöht ist.

Zitat
Herbert
Lübecker Straße wird aufwendiger. Es gibt einen neuen Aufzug von der Bahnsteigebene U1 zum Zwischengang zur U3. Dort sieht man die Rolltreppe offenbar als nötiger an, jedenfalls bleibt die (Fahr-)treppe in ihrer Breite unangetastet.

Nachvollziehbar - Lübecker Straße ist ein Umsteigepunkt mit entsprechender Anzahl ein- und aussteigender Fahrgäste. Da wird man die Breite der Treppe (ob Fahrtreppe oder nicht) vermutlich tatsächlich brauchen.

Tobias
Zitat
Herbert
Im Informationssystem der BV Nord sind unter der Sitzung des Regionalausschusses Barmbek... vom Juni die Pläne der Hochbahn für die U1-Umbauten im Bezirk zu finden.

Oh Danke für den Tipp. Hier die Pläne: [sitzungsdienst-hamburg-nord.hamburg.de]


Zu Straßburger Straße: Wow hier hatte ich eigentlich fest damit gerechnet, dass der Aufzug mittig auf der Straße (auf der Fußgängerinsel) rauskommt. Also so wie der Aufzug zwischen Bahnsteig und Schalterhalle nur verlängert nach oben. Aber ok die Treppe die entfällt ist glaub ich wirklich eher schwach genutzt.

Aber wie man hier schon schreibt. Es sind totale Sparmaßnahmen. Auf der Liste ist der Bahnhof dann barrierefrei, aber in Realität alles andere als freundlich. Die eine Sache ist die, zum Aufzug an der Straßenebene zu kommen. Dann muss man aber "ein Fußballfeld" gehen um zum Aufzug Richtung Bahnsteig zu kommen. Von der Bahnsteigebene dann noch "ein Fußballfeld" zum teilerhöhten Bahnsteig.
... dann kann man sich auch gleich vom 23er zum Wandsbeker Markt fahren lassen :/
@McPom:

Hatte die Treppe einen Sockel? Wäre eine Erklärung, wenn man sich das Geld sparen will, den zu beseitigen. Liegt da etwas drunter?

Zitat

Das halte ich für eine Fehlinterpretation.

Der "Schachbrettbereich" ist etwa mittig in der südlichen Hälfte. Wenn die Kurzzugmitte dort halten soll, muss der Zug bis ganz vorn durchfahren. Die Skizze hat aber keine Längenangaben zur Position auf dem Bahnsteig und das Südende fehlt, deshalb unter Vorbehalt ;-)

Zitat

Aber ok die Treppe die entfällt ist glaub ich wirklich eher schwach genutzt.

Er ist nur für einige Häuser mit vielleicht 50-60 Wohneinheiten der nächste Zugang und der nächste Eingang liegt gleich 45 Meter weiter. Die Treppe wird schon recht gering frequentiert sein. Dass man den vielleicht 100 Leuten den Weg zur U-Bahn jetzt aber noch um eine halbe Fußweg Minute verlängert, ist prinzipiell keine erstrebenswerte Veränderung. Die nimmt man offenbar in Kauf, weil man so recht preiswert den nötigen Aufzug reingequetscht bekommt.

Zitat

Zu Straßburger Straße: Wow hier hatte ich eigentlich fest damit gerechnet, dass der Aufzug mittig auf der Straße (auf der Fußgängerinsel) rauskommt.

Das wäre für die Erreichbarkeit der Umgebung ziemlich gut gewesen. Die Insel ist aber nur 2,50 m breit und der Ring 2 an der Stelle mit knapp 50.000 Autos/Tag so stark belastet, dass die Stadt keinen Bock auf die nötigen Bauarbeiten mitten im Straßenraum haben dürfte. Dem Ausschuss-Protokoll zufolge dürfen an der Lübecker Str. sogar mehrere Bäume dran glauben, weil die Stadt die Vierspurigkeit der Straße trotz Baustelle gewährleisten möchte.

Zitat

Die eine Sache ist die, zum Aufzug an der Straßenebene zu kommen. Dann muss man aber "ein Fußballfeld" gehen um zum Aufzug Richtung Bahnsteig zu kommen. Von der Bahnsteigebene dann noch "ein Fußballfeld" zum teilerhöhten Bahnsteig.

Ja, das wirkt so ein bisschen nach Gewürge und Billigheimer-Umbauerei, obwohl man für die nächsten Jahrzehnte arbeiten will. Wer Straßburger Straße von der U1 zum 171/271er umsteigen will, wird dafür mit zwei Aufzügen fahren, 250 m gehen/Rollstuhl fahren und zwei Ampeln von Hauptverkehrsstraßen mit jeweils einigen zehntausend Autos/Tag überqueren müssen. Da investiert man die Kohle aber in ganz attraktiven ÖPNV. ;-)



6 mal bearbeitet. Zuletzt am 16.07.2017 22:45 von Herbert.
Ich weiss ja nicht, was ihr für Ansprüche habt - ich denke schon, dass man beim barrierefreien Ausbau realistisch bleiben sollte.

Zum einen: Einen Aufzug auf einer Verkehrsinsel enden zu lassen, ist nicht wirklich wünschenswert, es sei denn, diese ist übermässig breit. Es muss ja komfortabel Platz für 2 Rollstühle / Kinderwagen nebeneinander sein, zudem muss auch komfortabel Platz zum Warten vorhanden sein. Von beiden Seiten fahrende Autos und LKWs samt Abgasen - da möchte ich eigentlich nicht auf einen Aufzug warten.

Und sicher wäre es schöner, wenn es gleich 4 Aufzüge zur Straßenebene gäbe - dann müsste man anschliessend keine Straße überqueren. Aber ob das ein sinnvoller Umgang mit Steuergeldern wäre? Für mich ist das hier keine Sparversion, wenn man vielleicht einmal davon absieht, dass ich allgemein ein redundante Ausstattung mit Aufzügen sinnvoll fände (falls einer mal ausfällt...) - aber das ist tatsächlich allgemein nicht üblich.

Die Nachfrage bzgl. des Treppensockels verstehe ich übrigens nicht...

Tobias
Zitat
McPom
Zum einen: Einen Aufzug auf einer Verkehrsinsel enden zu lassen, ist nicht wirklich wünschenswert, es sei denn, diese ist übermässig breit. Es muss ja komfortabel Platz für 2 Rollstühle / Kinderwagen nebeneinander sein, zudem muss auch komfortabel Platz zum Warten vorhanden sein. Von beiden Seiten fahrende Autos und LKWs samt Abgasen - da möchte ich eigentlich nicht auf einen Aufzug warten.

Ich versteh natürlich was du meinst. Aber zum einen könnte man die Insel bequem verbreitern (von Süden die Rechtsabbiegerspur in Richtung Friedrich-Ebert-Damm ist eher unnötig, da es den Eulenkamp gibt [dessen Kopfsteinpflaster u.a. entfernt werden soll]; die westliche Nebenfläche [dort wo die Treppe vor ein paar Jahren entfernt wurde] ist auch Breit genug sodass man die Fahrbahn dorthin verschwenken kann).
Und ob du jetzt auf der Insel zwischen fahrenden Autos wartest, oder sagen wir an 2 verschiedenen Ampeln die du queren musst und dann auf den Aufzug 2m neben dem Ring 2 zu warten musst, macht es auch nicht umbedingt besser. Zumal solche Mittelinseln mit Aufzügen meist mit starken Pollern "gesichert" werden im Vergleich zu den Ampelquerungen: Beispiel [www.mopo.de]
Moin,

zwischen U-Bahntunneldecke und Fahrbahn befindet sich eine Menge Infrastruktur in Form von Kabeln, Versorgungs- und Entsorgungsleitungen usw.. Auch neben den Bauwerken ist in diesem Bereich eine Menge vorhanden. Schon aus diesem Grunde kann man nicht mal eben, an vielleicht eher wünschenswerten Stellen, einen Aufzug vom Bahnsteig oder aus der Zwischenebene nach oben bauen. Zudem sind auch statische Gründe Hemnisse für die Erstellung einer Aufzugsanlage relevant, beispielsweise weil eine Gründung eben wegen bestehender Leitungen im Boden nicht vorgenommen werden kann oder der Einbau eine Schwächung der Bestandskonstruktion bedeuten würde. Das immer und überall den Planern ihre Kompetenz dahingehend abgesprochen wird, ist mittlerweile eine typische Forumskultur.

Grüße
Djensi
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