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HVV will Fahrkartenpreise erhöhen ab dem 1.01.2014
geschrieben von Veddel 
HVV will Fahrkartenpreise erhöhen

[www.ndr.de]

Quelle:NDR
Grundsaetzlich habe ich nichts gegen moderate Fahrpreiserhoehungen - aber 3,2% sind zu viel.

Mal zum Vergleich: Im Von Maerz 2012 bis Maerz 2013 lag die allgeimen Inflation bei 1,4%, waehrend Loehne sogar nur um 1,3% stiegen.
Für Norderstedt hingegen wird es laut dem Hamburger Abendblatt bei einigen Fahrten jedoch günstiger.
Grund hierfür ist, dass einige Zahlgrenzen wegfallen sollen.

Damit ist der HVV der Stadt Norderstedt entgegen gekommen, die eigentlich die Stadtkarte für Norderstedt wollten, aber diese nur für Städte außerhalb des Großbereichs vorgesehen ist.

Bus- und Bahnfahren in Norderstedt wird attraktiver-Hamburger Abendblatt

Bus- und Bahnfahren in Norderstedt wird attraktiver-Hamburger Abendblatt mobil

Wir brauchen mehr Investitionen in den ÖPNV! Damit noch mehr Leute mit den ÖPNV fahren- die Umwelt wird danken
In der Pressemitteilung dazu heißt es, dass der eigens beim HVV für die Tarifanpassungen berechnete Index um 2,3 % gestiegen ist. Die restlichen 0,9 % sind der Aufschlag, um die nominale "Zuzahlung" aus dem Staatshaushalt im von der Politik gewünschten Rahmen zu halten.

Der Verbraucherpreisindex ist beim Statischen Bundesamt unter diesem Link einsehbar. Der HVV-Index enthält weitere Bestandteile.
Ach, was regen wir uns auf. Unsere verkehrspolitisch äußerst kompetente Frau Koeppen von der SPD ("SPD-Verkehrsexpertin") stellt im Abendblatt ja wohl nicht umsonst folgendes fest:

"Die Fahrpreise für den ÖPNV in Hamburg sind im Vergleich zu anderen Großstädten nicht überhöht. Außerdem sind Service, Taktung und Pünktlichkeit überdurchschnittlich gut."

Also, hinlegen und ruhig bleiben! Und bitte nur nicht von Fakten verwirren lassen!
Zitat
M2204
" *** ZEITUNGSZITAT *** Die Fahrpreise für den ÖPNV in Hamburg sind im Vergleich zu anderen Großstädten nicht überhöht. Außerdem sind Service, Taktung und Pünktlichkeit überdurchschnittlich gut."

Ja nee - ist klar.
Wir bilden uns die überfüllten Kurzzüge, Baustellen und Zugausfälle nur ein. Alles klar...

***
Busbeschleunigungsprogramm - mit Vollgas und 20-Sitzplatz-Gelenkbussen ins Chaos.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.2013 13:01 von Erol.
Preise rauf - Aber keine Verbesserungen im Service. Irgendwas stinkt hier gewaltig...
Also zur Aussage mit dem ueberdurchschnittlichen OEPNV bezieht sich wohl auf das OEPNV-Kundenbarometerhier.

Leider wird in dem Bericht bei den einzelnen Merkmalen nur der Spitzenreiter genannt, man kann also nicht nachschauen wo der HVV bei 'Preis-Leistungs-Verhaeltnis' und 'Tarifsystem' steht - ausser das der HVV nicht top ist und das die Note deutlich schlechter als bei anderen merkmalen ist. Generell kann man sicher Grossstaedte finden wo der OEPNV deutlich teurer ist (z.B. London) und auch solche wo es deutlich billiger ist (z.B. Wien).

Wenn man nur mal ein Abo fuer die deutschen Millionenstaedte anschaut sieht Hamburg nicht so gut aus:
HVV-Grossbereich: 958,80 Euro pro Jahr
MVV-Innenraum: 689 Euro pro Jahr
VBB-Berlin A B: 722 Euro pro Jahr
VRS-Koeln 1b: 883.20 Euro pro Jahr
Bei nahverkehrhamburg.de gibt es eine Grafik mit Tariferhoehungen seit 2004. Das kann man dann schoen mit Inflation und Bruttoeinkommen vergleichen:

Jahr HVV Preise Loehne 
2003 100.0 100.0 100.0
2004 103.2 101.8 102.3
2005 103.2 103.3 104.2
2006 108.2 105.2 106.0
2007 111.9 107.4 108.6
2008 111.9 110.9 111.5
2009 115.6 110.4 112.9
2010 117.7 111.6 116.0
2011 121.5 113.9 119.0
2012 124.9 116.1 121.8
2013 129.3 118.3	
2014 133.4

Es zeigt sich das die HVV-Preise seit mindestens 10 Jahren schneller steigen als die allgemeine Inflationsrate, und auch schneller als die Bruttoeinkommen. Ich finde das eine ziemliche Frechheit.

Fuer Verschwoerungstheoretiker: Erst kuendigt der Wirtschaftsenator an dass er nicht daran glaubt das die Fahrgastzahlen weiter so steigen (=man also den OEPNV nicht weiter ausbauen muss), und dann werden die Fahrpreise erhoeht (=damit die Fahrgastzahlen nicht weiter so steigen).
Ich finds auch falsch den HVV für die Preise verantwortlich zu machen. Letztendlich legt die Politik fest, wieviel sie "dazugeben" will, und der Rest muss durch die Preise erwirtschaftet werden.

Meiner Meinung nach könnts auch billiger sein, nur ist es meiner Meinung nach ausschließlich politisch bestimmt, wieviel der HVV die Nutzer kostet.

Ergänzung:

Man muss aber schon sagen, dass Energiekosten und Personalkosten nie die gleiche Entwicklung haben wie die Inflation. Insofern ist es schon nachvollziehbar, dass die Werte auseinander driften. Zum Vergleich, 1 Liter Diesel kostet heute 1,499, im April 2004 waren es 0,899 Cent.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.2013 16:52 von BruceMcLaren.
Zitat
christian schmidt
Bei nahverkehrhamburg.de gibt es eine Grafik mit Tariferhoehungen seit 2004. Das kann man dann schoen mit Inflation und Bruttoeinkommen vergleichen:

Jahr HVV Preise Loehne 
2003 100.0 100.0 100.0
2004 103.2 101.8 102.3
2005 103.2 103.3 104.2
2006 108.2 105.2 106.0
2007 111.9 107.4 108.6
2008 111.9 110.9 111.5
2009 115.6 110.4 112.9
2010 117.7 111.6 116.0
2011 121.5 113.9 119.0
2012 124.9 116.1 121.8
2013 129.3 118.3	
2014 133.4

Es zeigt sich das die HVV-Preise seit mindestens 10 Jahren schneller steigen als die allgemeine Inflationsrate, und auch schneller als die Bruttoeinkommen. Ich finde das eine ziemliche Frechheit.

Fuer Verschwoerungstheoretiker: Erst kuendigt der Wirtschaftsenator an dass er nicht daran glaubt das die Fahrgastzahlen weiter so steigen (=man also den OEPNV nicht weiter ausbauen muss), und dann werden die Fahrpreise erhoeht (=damit die Fahrgastzahlen nicht weiter so steigen).

Wäre es möglich hier noch den Kostendeckungsgrad im HVV zu ergänzen? Das würde meine Argumentation vermutlich unterstützen :) Steigender Kostendeckungsgrad = Weniger Zuzahlung aus dem Staatshaushalt



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.08.2013 17:02 von BruceMcLaren.
Zitat
BruceMcLaren
Man muss aber schon sagen, dass Energiekosten und Personalkosten nie die gleiche Entwicklung haben wie die Inflation. Insofern ist es schon nachvollziehbar, dass die Werte auseinander driften. Zum Vergleich, 1 Liter Diesel kostet heute 1,499, im April 2004 waren es 0,899 Cent.

Bei dem Diesel muß es sich aber um den Superluxussaft von der Muschelmarke handeln...
Zuletzt habe ich gerade heute "Normal"-Super für 1,549 € getankt -- und Diesel ist im Schnitt etwa 15 Cent billiger.

Desweiteren muß man auch berücksichtigen, daß sich der Verbrauch der Busse eher nach unten denn nach oben entwickelt. Man darf hierbei natürlich nicht den Verbrauch pro 100km berücksichtigen, sondern muß dies auf den Personenkilometer herunterrechnen -- und dafür steht zumindest an einem PVG-Bus die Zahl 0,47 L/km dran. Soweit ich es von einem Bekannten -- selber Busfahrer -- gehört habe, liegen die aktuellen MAN bei etwas über einem halben Liter und die alten Gurken O405 lagen bei über 0,6 L.

Gruß Ingo
Zitat
Erol
Ja nee - ist klar.
Wir bilden uns die überfüllten Kurzzüge, Baustellen und Zugausfälle nur ein. Alles klar...

Nein, nein, du siehst das nur falsch.
Durch die ungeplanten und vor allem durch die jährlich wechselnden geplanten (und aufgrund grosser Beliebtheit verlängerten) Ausfälle und Ersatzverkehre verbringt man einfach nur viel mehr Zeit in den wundervollen Verkehrsmitteln des HVV als früher.
Da der geneigte Fahrgast den tollen Service des HVV daher immer länger in Anspruch nehmen darf, ist die Fahrpreiserhöhung natürlich gerechtfertigt, nein, effektiv ist es sogar eine Fahrpreissenkung ;)
Quasi wie jedes Jahr, traurig wir sollen alle brav die öffis nutzen, der wiederum immer teurer weden, ein Teufelskreis. Leider unternehmen die Bürger nichts, der Sprit wird immer teurer, die Steuereinnahmrn steigen, aber der Bürger wird nicht entlastet, ein Teufelskreis. Wiederum wird zu wenig investiert, da fragt man sich, wo das Geld hinfliesst...
Masso, dann sollte dir klar sein wo du am 22.9. dein Kreuz machst.
Ich glaube, die ganzen Vergleichsrechnungen hier bringen nichts - interessanter wäre tatsächlich eher zu wissen, wie sich der Index zusammensetzt, der den Preissteigerungen zugrundegelegt wird. Und gerade mit Blick auf die Dieselpreisentwicklung sollte verständlich sein, warum dieser Index eine andere Kostensteigerung zeigt als der Inflationsindex. Schliesslich basiert der Inflationsindex auf unterschiedlichen Preissteigerungsraten - die Kosten für ÖPNV sind ein Teil davon und nicht umgekehrt.

Dass die Preissteigerungen nochmal über dem HVV Index liegen, was mit dem gleichbleibenden kommunalen Zuschuss begründet wird, ist eher eine politische Entscheidung. So steigt zumindest der Kostendeckungsgrad, auf jeden Fall löst es keine Haushaltsdiskussion aus. Bezahlt werden müssen die Kostensteigerungen sowieso - aus welchem Topf, darf jeder von uns tatsächlich bei den nächsten Wahlen ansatzweise mitbestimmen.

Tobias
Zitat
McPom
... interessanter wäre tatsächlich eher zu wissen, wie sich der Index zusammensetzt, ...

Zitat
Drucksache 20/5604, Hamburgische Bürgerschaft


Auf Basis der Entwicklung der Jahre 2010, 2011
und 2012 ergibt sich beim HVV-Index eine Steigerung von 2,5 %. Der Wert leitet sich aus einem
durchschnittlichen Anstieg der Verbraucherpreise
um 1,9 %, der Lohntarife um 2,5 %, der Dieselpreise um 12,6 % und der Strompreise um 0,9 %
ab. Dabei gehen die Verbraucherpreise mit einer
Gewichtung von 59,4%, die Lohnkosten mit 32,4%,
die Dieselpreise mit 4,0 % und die Strompreise mit
4,2 % in die Berechnung ein

Also 59,4 % Verbraucherpreise, 4,0 % Diesel, 32,4 % Personal, 4,2 % Strom
Bruce,

Sehr interresant.

Eigentlich gar keine so schlechte Idee - aber sie zeigt eindeutig dass auf Fahrgäste (bzw deren finanzielle Lage) keinerlei Rücksicht genommen wird, und dass der Senat keine Verkehrspolitik hat.
Zitat
christian schmidt
Bruce,

Sehr interresant.

Eigentlich gar keine so schlechte Idee - aber sie zeigt eindeutig dass auf Fahrgäste (bzw deren finanzielle Lage) keinerlei Rücksicht genommen wird, und dass der Senat keine Verkehrspolitik hat.

Genau, der Senat......nicht der HVV:)
Zitat
BruceMcLaren
Also 59,4 % Verbraucherpreise, 4,0 % Diesel, 32,4 % Personal, 4,2 % Strom

Mit welcher Rechtfertigung erhöht der HVV seine Preise, wenn Butter und Kartoffeln teurer werden? Energie und Personal verstehe ich, aber die Fahrpreise zu erhöhen, einfach nur weil sowieso alles teurer wird, ist unlogisch.
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