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P+R wird kostenpflichtig
geschrieben von NWT47 
Danke, Ebostrab für deine Recherche. Das sind schon beeindruckende Zahlen, wie gesagt immer vor dem Hintergrund, dass der Busverkehr in und um Ahrensburg von Angebot und Taktung eigentlich eher zu den besser gestellten im Kreis gehört.
Zitat
EBostrab
"Ein besonders geringer" Anteil solcher "ist am Bahnhof festzustellen. Dies liegt darin begründet, dass die P&R-Kunden fast ausschließlich aus dem Kreis Stormarn kommen."

Und das - wie trefflich beschrieben - trotz vorbildlichen ÖPNVs. Der kommt beim so genannten Modal Split in Ahrensburg gerade einmal auf 11 %. Mit 55 % dominiert hier klar der MIV. Noch niederschmetternder fällt in dieser Studie schließlich das Fazit aus:
...

Der Kannibalisierungseffekt ist offenkundig und bedauerlicherweise kein Einzelfall, wie ein Blick in ähnlich gelagerte Analysen anderer Regionen verrät.

Aus den Zahlen sehe ich nicht zwingend einen Kanabalisierungseffekt. Dass ein Großteil der P+R-Nutzer in Ahrensburg ein OD-Kennzeichen hat, finde ich nicht wirklich überraschend. Auch Pendler aus den umliegenden Dörfern, die 1. tatsächlich oft eine ziemlich schlechte Busanbindung haben und 2. außerhalb des Großbereichs liegen, haben dieses Kennzeichen. Dass die Stadt Ahrensburg ein solches P+R-Parkhaus finanziert, gehört auch zu ihren Aufgaben als Mittelzentrum für das Umland. Für die Bereitstellung gewisser Infrastruktur erhalten die Mittelzentren auch besondere finanzielle Zuweisungen.

Ich finde P+R-Anlagen in solchen Randlagen der Metropolregion deutlich sinnvoller als im Hamburger Stadtgebiet. Hier kommt man dann wirklich in Bereiche, in denen das ÖPNV-Angebot nicht wirklich zur Anreise mit dem Bus zum Bahnhof verlockt. Im ländlichen Raum in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg kann man ja schon froh sein, auf den Hauptlinien inzwischen mal so etwas wie einen Taktverkehr im 1- oder 2-Stunden-Takt zu haben, nachdem es lange Zeit kaum mehr als Schülerverkehr gab.

Ob ein P+R-Parkhaus für diese Region nun im Stadtzentrum von Ahrensburg liegen muss, kann man natürlich noch diskutieren. Auch der neue Standort Gartenholz wäre für P+R interessant. Falls es einen größeren Bedarf noch weiter außerhalb gibt, wären Delingsdorf oder Kupfermühle potenzielle Standorte.

Innerhalb von Ahrensburg ist der geringe Anteil an Busfahrgästen zumindest in Richtung Bahnhof ja auch den kurzen Wegen und der großen Bedeutung von Fußgängern und Radfahrern geschuldet. Der Anteil der Ahrensburger an den P+R-Nutzern ist laut den Befragungen eher gering. Das Busnetz könnte offenbar mal eine Imagekampagne benötigen. Für die Stadtgröße ist es an sich ein ganz ordentliches Angebot.
Zitat
Lopi2000
Auch der neue Standort Gartenholz wäre für P+R interessant.

Bedenke, dass der Takt in Ahrensburg-Gartenholz schlechter ist, als in Ahrensburg:

		HVZ	|   NVZ
Ahrensburg	20	|   30
Gartenholz	20/40	|   60

________________________
Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 05.04.2014 23:16 von Der Hanseat.
owT



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 27.10.2016 12:56 von Boris.
Zitat

Für die Bereitstellung gewisser Infrastruktur erhalten die Mittelzentren auch besondere finanzielle Zuweisungen

Sind das die 2 Mio. € pro Jahr Landeszuweisung für überörtliche Aufgaben eines Mittelzentrums? Die wären bei Ahrensburg zu einem guten Teil in diesem Parkhaus gebunden.
Zitat
Herbert
Sind das die 2 Mio. € pro Jahr Landeszuweisung für überörtliche Aufgaben eines Mittelzentrums? Die wären bei Ahrensburg zu einem guten Teil in diesem Parkhaus gebunden.

Zum einen werden die Investitionen ja nur in einem Jahr in diesen Dimensionen wirksam, in anderen entstehen "nur" die Betriebskosten, die man auch stärker auf die Nutzer umlegen sollte. Zum anderen gibt es für solche Investitionen meist noch andere Finanztöpfe, so dass der Eigenanteil der Stadt deutlich gesenkt wird.

Zitat
Boris
Wobei die Anlage im Zentrum wegen des dichteren Takts attraktiver bliebe. Selbst wenn man die RBs alle bis Gartenholz verlängert, für die Fahrgäste Richtung Bad Oldesloe und Lübeck oder wer zum RE muss ergäbe sich keine große Alternative.

Natürlich müsste eine solche Investition in Einklang mit den Rahmenbedingungen stehen und mit dem Land abgestimmt sein. In Kombination mit der S4, der Durchbindung weiterer Züge von Bad Oldesloe nach Lübeck usw. wäre sie deutlich sinnvoller als im heutigen Fahrplan.
Zitat
Lopi2000

Aus den Zahlen sehe ich nicht zwingend einen Kanabalisierungseffekt. Dass ein Großteil der P+R-Nutzer in Ahrensburg ein OD-Kennzeichen hat, finde ich nicht wirklich überraschend. Auch Pendler aus den umliegenden Dörfern, die 1. tatsächlich oft eine ziemlich schlechte Busanbindung haben und 2. außerhalb des Großbereichs liegen, haben dieses Kennzeichen. Dass die Stadt Ahrensburg ein solches P+R-Parkhaus finanziert, gehört auch zu ihren Aufgaben als Mittelzentrum für das Umland. Für die Bereitstellung gewisser Infrastruktur erhalten die Mittelzentren auch besondere finanzielle Zuweisungen.

Aus den von mir präsentierten Daten lässt sich die These in der Tat erst bei näherer Betrachtung herleiten und unter statistischen Gesichtspunkten indirekt durch Widerlegen des kontradiktorischen Gegenteils und mittels Annahmen aus thematisch gleichgelagerten Studien beweisen:

Kapitel 3.4 Masterplan Verkehr Ahrensburg 2012         ZUKUNFT MOBILITÄT -                                         Hamburger Abendblatt - verschiedene Ausgaben
Obwohl die Wege innerhalb Ahrensburg                   Wie P+R-Anlagen die Nutzung des Pkw fördern können          Fazit: Hohe Auslastung weiterer P+R-Anlagen 
überwiegend unter 5 km und damit im                    Die Untersuchung hat gezeigt, dass Park + Ride-Anlagen             im Kreis Stormarn abseits von Ahrensburg   
fuß- und fahrradläufigen Entfernungsbereich            einen Teil des ÖPNV und des Radverkehrs im ersten Teil      Quellen: [mobil.abendblatt.de]  
liegen, nutzen die Ahrensburger intensiv ihr Auto.     der Wegstrecke auf den MIV bzw. beim Radverkehr auf MIV              [mobil.abendblatt.de]
Etwa 55% aller Wege werden mit dem Pkw als             und ÖPNV verlagern. Dieser unbeabsichtigte negative                  [mobil.abendblatt.de]  
Selbstfahrer oder Mitfahrer zurückgelegt.              Effekt ist vergleichsweise groß.                                     [mobil.abendblatt.de]
                   |                                                           |                                                         |
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                   |        Realer Einzugsbereich P+R-Anlage Bf Ahrensburg     |                                                         |                                
                   |_ Laberg, Bünningstedt, Kremerberg, Timmerhorn, Klein Hansdorf,    _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _   Auspendler nach Hamburg      
                                          Ahrensburg, Delingsdorf                                                             Ammersbek: 2.144
                     ÖPNV-Nutzer Kr. Stormarn: 2 Mio. Regionalbahn; 1,5 Mio. U-Bahn                                       Ahrensburg, Stadt: 5.045
                    Quelle: Dritter Regionaler Nahverkehrsplan Kreis Stormarn 2011-2015 (3. RNVP)                                                     |
                              Verkehrsverflechtungen und ÖPNV-relevante Verkehrsziele                                                             |
                                               |_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _|  
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                                                                        Ausgeprägte Dominanz von Ahrensburger P+R-Nutzern
                                                                                = Kannibalisierung des ÖPNV
                                                                                    Hierzu aus 3. RNVP:
Zitat
Dritter Regionaler Nahverkehrsplan Kreis Stormarn 2011-2015
Dem ÖPNV ist es bisher nur auf wenigen Regionalbuslinien gelungen, einen signifikanten Anteil an „wahlfreien“ Verkehrsteilnehmern zu gewinnen.

Zitat
Lopi2000
Ich finde P+R-Anlagen in solchen Randlagen der Metropolregion deutlich sinnvoller als im Hamburger Stadtgebiet. Hier kommt man dann wirklich in Bereiche, in denen das ÖPNV-Angebot nicht wirklich zur Anreise mit dem Bus zum Bahnhof verlockt. Im ländlichen Raum in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg kann man ja schon froh sein, auf den Hauptlinien inzwischen mal so etwas wie einen Taktverkehr im 1- oder 2-Stunden-Takt zu haben, nachdem es lange Zeit kaum mehr als Schülerverkehr gab.

Generell sind Randlagen für Park-and-ride-Stellplätze natürlich deutlich empfehlenswerter als Anlagen im Einzugsbereich von Oberzentren. Als problematisch erweisen sich indes verkehrlich polyzentrisch organisierte Agglomerationsräume wie der Speckgürtel von Hamburg. Er besteht zu einem nicht unerheblichen Teil aus kleinen und großen Mittelstädten, deren ÖPNV abgesehen von seiner Zubringerfunktion zu übergeordneten Relationen auch innerstädtische Mobilität abbildet. Hier sollte bei der Konzeption von P+R-Flächen zwar ein wohnortnaher Standort gewählt werden, dieser muss sich jedoch wiederum in der Peripherie abseits vom eigenen Zentrum befinden. Auf Ahrensburg bezogen ergibt Gartenholz am ehesten Sinn, weil Standorte inmitten des Ortskerns, wie der am Ahrensburger Bahnhof, die Anreize zum Umsteigen auf den ÖPNV drastisch senken, indem sie die Attraktivität des Autofahrens steigern.

Zitat
Lopi2000
Ob ein P+R-Parkhaus für diese Region nun im Stadtzentrum von Ahrensburg liegen muss, kann man natürlich noch diskutieren. Auch der neue Standort Gartenholz wäre für P+R interessant. Falls es einen größeren Bedarf noch weiter außerhalb gibt, wären Delingsdorf oder Kupfermühle potenzielle Standorte.

Innerhalb von Ahrensburg ist der geringe Anteil an Busfahrgästen zumindest in Richtung Bahnhof ja auch den kurzen Wegen und der großen Bedeutung von Fußgängern und Radfahrern geschuldet. Der Anteil der Ahrensburger an den P+R-Nutzern ist laut den Befragungen eher gering. Das Busnetz könnte offenbar mal eine Imagekampagne benötigen. Für die Stadtgröße ist es an sich ein ganz ordentliches Angebot.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, dass der im Vergleich zum gemittelten Deutschlandwert von 10% mit 17% überdurchschnittliche Anteil des Radverkehrs für den geringen Anteil an Busfahrgästen verantwortlich ist. Und in der Tat belegt die Analyse des besagten Masterplans die elementare Bedeutung des Fahrrads als Zubringer zur Bahn bei den Pendlern. Dieser aus ökologischer Sicht zunächst erfreuliche Parameter wird jedoch durch den weit abgeschlagenen Fußgängeranteil negiert. Gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 24% gehen in Ahrensburg lediglich 17% zu Fuß. Zwar kommt der Pkw laut dem Papier für Fahrten ausschließlich ins Stadtzentrum Ahrensburgs nur noch auf einen Modal Split von 33%, "angesichts der kurzen Entfernungen zum Stadtzentrum steckt hierin aber immer noch Verlagerungspotenzial."

An anderer Stelle wird die Publikation noch deutlicher: "Dieser ausgeprägte Pkw-Bezug hängt sicherlich auch mit der hohen Motorisierung der Ahrensburger Bevölkerung zusammen." Die obig parallel zitierten Studienergebnisse von Giuliano Mingardo, "P&R Systeme würden" zusammengefasst "nicht für weniger, sondern mehr Verkehr (und damit CO2-Emissionen) sorgen", dürften in Ahrensburg sonach voll zum Tragen kommen. Eine Erkenntnis, die sich (mittlerweile) übrigens bis zur Politik vor Ort herumgesprochen hat.

Im Dritten Regionalen Nahverkehrsplan Kreis Stormarn 2011-2015 heißt es daher zum Thema "Park and Ride": "Allein die Auslastungen der großen P+R-Anlagen in Bad Oldesloe und Ahrensburg deuten auf einen hohen Bedarf hin. Allerdings ist zu hinterfragen, ob eine zusätzliche Kapazitätsaufstockung nicht durch ein verbessertes Bus-Zubringersystem vermieden werden kann."
Richtig, Ebostrab.

Und schlussendlich stellt sich dann eben die Frage: Was wäre effektiver und nutzerfreundlicher? (natürlich muss man das aus 2 Winkeln betrachten: Besteller vs. Nutzer, das ist klar, das ist nicht dieselbe Perspektive):
Das P+R-System als eine (überregional förderbare) Möglichkeit des ÖPNV-Nutzerangebots zu finanzieren, oder eben zusätzliche Busfahrten zu bestellen, welche häufig nur als Schulbusse und ASTs im Zubringerraum zwischen Bargteheide & Bad Oldesloe existieren, und zwar regelmäßig - also auch am Wochenende und Ferien-/Feiertagen ?

Als überregionale Buslinie existiert eben im Zubringerbereich zwischen Bad Oldesloe und Bargteheide zb. - mal vom Oldesloer Stadtbusverkehr (5 Linien) - nur die 8110, welche unabhängig von Schultagen in SH auch am Wochenende im 2-Stundentakt (frühmorgens Verstärkerfahrten) verkehrt. Der restliche Verkehr ist leider eher schultagsorientiert. Ohne fahrbaren Untersatz also auch kein Krankenhausbesuch, keine Versorgungsfahrten etc. pp. Besser wird es erst wieder im Bereich Trittau sowie Südstormarn und eben Ahrensburg selbst.

Deshalb sehe ich eigentlich das meiste Nutzerpotential in den Gemeinden außerhalb Ahrensburgs ohne direkten Bahnanschluss, wo im Prinzip fast nur Schulbusverkehr angeboten wird, welches wiederum eine verpflichtende Aufgabe des Landes SH als Erfüller des Schulgesetzes ist, in dem der Schülerverkehr verpflichtend festgehalten wird, ergo: angeboten werden muss.

Und hier muss die Frage erlaubt sein - wieviel Busverkehr könnte man z.b. mit 2 Millionen finanzieren? Genug, um alle P+R-Nutzer als Vollnutzer in den ÖPNV zu integrieren?



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.2014 21:12 von BussHamburg001.
P+R als Alternative zu hinreichenden Buszubringern zu sehen, das heißt letztlich, den ÖV in der Gegend abseits der Zubringerfunktion nach Hamburg abzuschreiben. P+R statt Bussen, das deckelt die Zahl der ÖV-Nutzer aus den abgedeckten Gebieten auf wenig mehr als die Zahl der vorhandenen Stellplätze. Das sind beim millionenteuren Parkhaus Ahrensburg genau 540. P+R limitiert die abgedeckten lokalen Relationen stark. P+R erfordert immer ein privates Auto mit allen Folgen. Und so weiter.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.2014 21:35 von Herbert.
@BussHamburg001:

Ich lehne P+R ja nicht generell ab. Allerdings müssen an den Bau und Erhalt derlei Anlagen harte Bedingungen geknüpft werden, um die geschilderten Negativeffekte möglichst gering zu halten. Dazu gehört zuallererst die besagte Standortwahl. Im Stadtkern oder nahe des Zentrums sind solche Stellflächen kontraproduktiv. Auf Ahrensburg bezogen ist Gartenholz eine sinnvolle Alternative.

Ferner muss zwingend für Stellflächen aller Art, aber auch für Park-and-ride ein angemessenes Nutzungsentgelt erhoben werden, um die ungewünschten Aspekte weiter zu dezimieren. Dass Gebühren hierbei zur Abschreckung führen, ist - wie meinerseits in diesem Thread einige Seiten zuvor ausgiebig erläutert - eher unwahrscheinlich.

Die P+R-Plätze am Bahnhof Reinfeld demonstrieren das auf anschauliche Art und Weise: Sie sind die einzigen, die im Kreis Stormarn Geld kosten und trotzdem ungeachtet der liederlichen Bedingungen laut Hamburger Abendblatt zu 100% ausgelastet sind.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.04.2014 21:57 von EBostrab.
Zitat
EBostrab
Im Stadtkern oder nahe des Zentrums sind solche Stellflächen kontraproduktiv. Auf Ahrensburg bezogen ist Gartenholz eine sinnvolle Alternative.

Alles in allem stimmt dies zwar, aber:
- Die Anbindung an die RB/RE in Ahrensburg ist sehr viel besser als in Ahrensburg-Gartenholz. Wenn man seinen Zug verpasst hat, ist man dort in der Einöde ganz schön auf sich allein gestellt... (Glaube mir, ich spreche aus eigener Erfahrung...)

So besteht das Problem, dass die Zentren auf Grund der besseren nahverkehrstechnischen Anbindung von Autofahrern eher angefahren werden, als eine Haltestelle in Dummelshofen, Milchkanne.
Sobald sich größere Zentren bilden, gibt es ein riesen Verkehrschaos; Das ist leider die Natur des Menschen. Abhilfe könnten mehr Fußgäger- und Autofreiezonen schaffen, welche aber in Hamburg undenkbar sind... (Wer will schon Wählerstimmen verlieren...)

________________________
Mit freundlichen Grüßen,

Roman Berlin | Der Hanseat



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.04.2014 21:46 von Der Hanseat.
@Herbert

Du bringst es auf den Punkt. Deswegen müssen nachhaltige Strategien meiner Ansicht nach auf andere Konzepte als P+R abzielen. Vor allem hinsichtlich des Gebrauchs unterschiedlicher Gefäßgrößen bei Omnibussen in der Flächenerschließung sind wir bisweilen sehr unkreativ. Das gilt ebenfalls für alternative Formen des ÖPNVs wie das Schweizer Publicar. Ein solcher bedarfsgesteuerter Flächenbetrieb böte vielen Gemeinden eine adäquate Option.
Die Idee eines Publicar ist in Deutschland nicht neu, sie heißt TAXI.
Zitat
bc2
Die Idee eines Publicar ist in Deutschland nicht neu, sie heißt TAXI.

Allerdings sind sie erst im Form eines Anrufsammeltaxis eine sinnvolle Verstärkung des ÖPNV, ansonsten allenfalls eine Ergänzung zu (für viele Fahrgäste) schwierig finanzierbaren Preisen. Im HVV gibt es schon eine ganze Anzahl an AST-Angeboten, allerdings mit stark unterschiedlichen Konditionen: [www.hvv.de]

Sie sind aber in vielen Bereichen eher geeignet, Lücken zu schließen und Zubringerfunktionen zu Hauptlinien zu erfüllen als dass die das Potenzial zu einem Alltagsangebot für die breite Fläche haben. Dafür ist die Region dann doch noch gut genug besiedelt. In Regionen wie der Altmark sind Sammeltaxen inzwischen schon fast das Standardangebot.
Zitat
bc2
Die Idee eines Publicar ist in Deutschland nicht neu, sie heißt TAXI.

... und hat parabolisch damit so viel zu tun, wie ein Nilpferd mit dem Rückenschwimmen. Eine kurze Recherche über die einschlägigen Suchmaschinen respektive bei Wikipedia liefert bereits angemessene Ergebnisse.

Zitat
Institut für Ländliche Räume - Mobilität in ländlichen Räumen unter besonderer Berücksichtigung bedarfsgesteuerter Bedienformen des ÖPNV, Barbara Steinrück und Patrick Küpper, Arbeitsberichte aus der vTI-Agrarökonomie

Im Flächenbetrieb (F-Bus = Anrufbus im Flächenbetrieb und RF-Bus = Anrufbus im Flächenbetrieb ohne Haustürbedienung) werden Fahrgäste mit annähernd gleichen Zielen in einem Kleinbus auf gemeinsamen Fahrten befördert, wenn und nur wenn tatsächlich der Fahrtwunsch mindestens eines Fahrgastes vorliegt. Es existieren die Bedienungsformen Haustür-zu-Haustür (F-Bus) und Haltestelle-zu-Haltestelle (RF-Bus). Dabei bilden alle bedarfsbedienten Haltestellen oder Haustüren innerhalb eines definierten Gebiets eine Einheit, in der die Reihenfolge der Bedienung sich ausschließlich aus der räumlichen und zeitlichen Verteilung der Fahrtwünsche ergibt (Mehlert, 2001). Wesentlicher Unterschied zu den anderen Bedienformen ist die fehlende Fahrplanbindung. Der Bus verkehrt innerhalb einer Rahmenbedienzeit (VBB, 2008). Unterschiede zum Taxi bestehen darin, dass der Fahrtablauf nicht vom Fahrgast bestimmt werden kann und deshalb Umwegfahrten möglich sind. Es können mehrere Fahrgäste mit nahegelegener Quelle und Ziel befördert werden. Im Unterschied zum Taxi darf der F-Bus keine Fahrgäste ohne Anruf, beispielsweise durch Herbeiwinken auf der Straße, aufnehmen (Sieber, 2002a).



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.04.2014 09:21 von EBostrab.
In einem Artikel der MoPo stand heute, dass in Rissen eine P&R Parkplatz geplant ist. Weiß jemand evtl. wo dort dieser Parkplatz entsehen soll?
Übrigens überlegt sich zur Zeit Norderstedt, wie es den dann mit den anstehenden "Park-Tourismus" umgehen soll. Norderstedt befürchtet nähmlich, wenn man in Zukunft für das benutzen der P+R Plätze in Hamburg bezahlen muss, dass sehr viele nach Norderstedt ausweichen würden. Ganz abwegig ist dies wirklich nicht.

[mobil.abendblatt.de]

Wir brauchen mehr Investitionen in den ÖPNV! Damit noch mehr Leute mit den ÖPNV fahren- die Umwelt wird danken
Zitat
Norderstedt
Übrigens überlegt sich zur Zeit Norderstedt, wie es den dann mit den anstehenden "Park-Tourismus" umgehen soll. Norderstedt befürchtet nähmlich, wenn man in Zukunft für das benutzen der P+R Plätze in Hamburg bezahlen muss, dass sehr viele nach Norderstedt ausweichen würden. Ganz abwegig ist dies wirklich nicht.

Hmm, ich kann mir kaum vorstellen, dass Hamburger extra stadtauswärts nach Garstedt gurken, um dann mit der U-Bahn wieder stadteinwärts zu fahren. Oder befürchtet Norderstedt, dass Norderstedter in Norderstedt parken?
Zitat
MaxM
Zitat
Norderstedt
Übrigens überlegt sich zur Zeit Norderstedt, wie es den dann mit den anstehenden "Park-Tourismus" umgehen soll. Norderstedt befürchtet nähmlich, wenn man in Zukunft für das benutzen der P+R Plätze in Hamburg bezahlen muss, dass sehr viele nach Norderstedt ausweichen würden. Ganz abwegig ist dies wirklich nicht.

Hmm, ich kann mir kaum vorstellen, dass Hamburger extra stadtauswärts nach Garstedt gurken, um dann mit der U-Bahn wieder stadteinwärts zu fahren. Oder befürchtet Norderstedt, dass Norderstedter in Norderstedt parken?

Naja, es ist schon die Frage woher die Leute die die P+R Anlage zum Beispiel in Kiwitsmoor oder Langenhorn Markt benutzen her kommen? Es gibt doch bestimmt einige aus dem Umland, die zur Zeit noch zu den P+R Anlagen in Hamburg fahren. In Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass diese Leute die heute "auf den Land leben" oder es bequemer ist mit dem eigenen Auto zur nächsten P+R Anlage dann schon eher zum Beispiel dann Garstedt ansteurn würden. Man sieht doch gerade in Kiwitsmoor wie viele dort immer in der Berufsverkehrszeit aussteigen und wie voll dieser Anlage ist. Das sind nicht alles Hamburger.

Um die Hamburger braucht sich Norderstedt keine sorgen zu machen.

Wir brauchen mehr Investitionen in den ÖPNV! Damit noch mehr Leute mit den ÖPNV fahren- die Umwelt wird danken
Genauso ist es. Viele Pendler aus angrenzenden Orten fahren ins Hamburger Randgebiet und parken dort. Norderstedter in Langenhorn, Ammersbeker in Volksdorf usw.

Ich finde das Vorhaben der Gebühren, auch noch in dem hohen Maße und auch für Zeitkartenbesitzer, frech! Zugleich bin ich sicher, daß das Modell nach hinten los gehen wird. Die Parkhäuser werden unausgenutzt werden. Am Beispiel Volksdorf werden die Parker auf den Marktplatz ausweichen, generell Hamburgs Nebenstraßen zuparken und von dort mit dem Bus zum nächsten Bahnhof fahren oder, zum Leid der Umwelt und zum Leid der allmorgendlichen Stausteher (jetzt schon!), ganz mit dem Auto zum Zielort fahren.
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