Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
U5-Planungen
geschrieben von Glinder 
Guenter,

Man muss wohl zwischen Verkehrs-, Stadtplanungs- und Finanzpolitik unterscheiden. Verkehrsplanerisch wuerde ich bauen wo es den meisten Leuten (jetzige Fahrgaeste und potenzielle Umsteiger) am meisten hilft. Stadtplanungsmaessig wuerde ich bauen wo es zukuenftige Wohn-/Buerogebiete am besten erschliesst. Finanzpolitisch wie es am billigsten ist.

Verkehrspolitisch wuerde ich natuerlich wie die 2 bauen. Stadtplanerisch haben sowohl die S-Bahn ab Diebsteich als auch die U-Bahn via Stellingen einiges fuer sich - weder die Gegend um den westlichen Holstenkamp noch noerdlich des Volksparkstadions sind stark entwickelt. Finanziell schein eine U-Bahn pro KIlometer billiger - was wohl sowohl am System liegt als auch daran dass es bei der DB gerne mal teuer.

Und da in Hamburger ja praktisch keine Verkehrspolitik gemacht wird(*), wird es wohl die U-Bahn...

(*) auch bei den Gruenen nicht, sonst haettten wir jetzt eine Strassenbahn von der Innenstadt nach Niendorf anstelle eines ehemaligen Stadtplanungsprojekt von Eppendorf nach Bramfeld...
AJL
Re: U5-Planungen
30.11.2017 10:04
Ich habe Jahrzehnte jegliche Art von Berichten und Planungen für Neubauten aufgesaugt. Auch bei der Stadtbahn sprühte ich vor Energie bis in grenzwertige Bereiche.
Aber diese unfassbare Langsamkeit, das endlose Planen bis zum Scheitern hat mir jeden Glauben und jede Lust genommen.

Die S4 ist schon seit 30 Jahren ein Thema mit endlosem Geplane. Baubeginn 2021 - wer soll sich damit noch motiviert beschäftigen ?

Die U5 im Bramfelder Bereich befand sich schon im Planfestellungsverfahren, ( wie die Stadtbahn ja auch schon 1997 und 2010 bis die Grünen es für alle Zeiten verhinderten ). Jetzt sind fast drei Jahre vorbei, und die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Zügigkeit, hat bisher noch nicht mal ergeben, durch welche Stadtteile sie gehen soll. Selbst im ersten Teilstück in Barmbek noch alles unklar. Erstes Teilstück soll 2027 fertig sein.
Wahrscheinlicher ist das rein gar nichts gebaut wird, wie in guter alter SPD-Tradition.
Die Grünen haben noch nie etwas Positives bewirkt - sie sind ein ÖPNV-Sargnagel. In den beiden Bundeskoalitionen sollte die Mehrwertsteuer für die DB wegfallen ? In beiden Legislaturperioden verzichtet oder vergessen. Sicher auch egal.

Nur der Bau und Planung der U 4 ging wirklich flott. Dafür hat man die Bahnhöfe unterwegs weggelassen, und so ist die Bahn enstprechend leer, weil fast sinnlos.
Re: U5-Planungen
30.11.2017 10:59
Zitat
AJL
...
Nur der Bau und Planung der U 4 ging wirklich flott. Dafür hat man die Bahnhöfe unterwegs weggelassen, und so ist die Bahn enstprechend leer, weil fast sinnlos.

Kann Dir nur zustimmen!

Aber wie die U4 gebaut wurde, passt zur Hamburger Tradition!

Auch bei der U1 und U2 wurden bauliche Fehler gemacht, z.B. dass es keine Verknüpfung zw. der Verbindungsbahn und der U1/U2 gibt. Die U1 hätte einen Bahnhof am Dammtor gebraucht, die U2 hätte man besser über Sternschanze bauen sollen (am besten mit einem bahnsteiggleichen Verknüpfungsbahnhof mit der U3).

Auch bei der Flughafenanbindung hat man m.E. falsch entschieden: Statt der S-Bahn hätte man den Flughafen m.E. als Abzweigung von der U1 anbinden sollen. Die Neubaustrecke wäre deutlich kürzer gewesen, und verkehrlich wäre es sinnvoller, weil das U1-Angebot in Ohlsdorf Richtung Norden ohnehin ausgedünnt wird, und damit auch das zeitraubende Flügeln und Zusammen-fahren auf der S1 nicht notwendig wäre.
AJL
Re: U5-Planungen
30.11.2017 12:46
Zitat
Tom81


Auch bei der U1 und U2 wurden bauliche Fehler gemacht, z.B. dass es keine Verknüpfung zw. der Verbindungsbahn und der U1/U2 gibt. Die U1 hätte einen Bahnhof am Dammtor gebraucht, die U2 hätte man besser über Sternschanze bauen sollen (am besten mit einem bahnsteiggleichen Verknüpfungsbahnhof mit der U3).

Auch bei der Flughafenanbindung hat man m.E. falsch entschieden: Statt der S-Bahn hätte man den Flughafen m.E. als Abzweigung von der U1 anbinden sollen. Die Neubaustrecke wäre deutlich kürzer gewesen, und verkehrlich wäre es sinnvoller, weil das U1-Angebot in Ohlsdorf Richtung Norden ohnehin ausgedünnt wird, und damit auch das zeitraubende Flügeln und Zusammen-fahren auf der S1 nicht notwendig wäre.

Die U2 fur bis 1973 über Sternschanze. Die schnelle Direktverbindung von Eimsbüttel ins Centrum ist schon ok.
Bei der U1 sehe ich es ähnlich. Es wäre kein Problem gewesen den Tunnel so zu legen, dass das östliche Ende noch direkter beim Dammtor wäre.

Für eine Flughafenanbindung ist die größere S-Bahn schon besser ( Koffer ). Aber es hätte einen Halt am Ratsmühlendamm geben müssen. So haben die Bewohner von Fuhlsbüttel gar nichts davon.
Re: U5-Planungen
30.11.2017 12:54
Zitat

Die U2 fur bis 1973 über Sternschanze. Die schnelle Direktverbindung von Eimsbüttel ins Centrum ist schon ok.

Gemeint ist wohl mehr diese Führung der U2:

[umap.openstreetmap.fr]
Re: U5-Planungen
30.11.2017 13:42
Unter der Überschrift "Haltestelle in Barmbek-Nord: Entscheidung noch in diesem Jahr" hat die Hochbahn am 30.11.2017 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Demnach sind nur noch die Haltestellen Hartzlohplatz und Nordheimstraße im Rennen.

In der Mitteilung heißt es u.a. "Mit der jetzt getroffenen Entscheidung werden die möglichen Haltestellenlagen Hartzloh West, Hartzloh Ost, Rümkerstraße und Rungestraße nicht weiter verfolgt."

Über den aktuellen Stand informiert die Hochbahn auf zwei Infoveranstaltungen

U5-Planung Hartzlohplatz
Mittwoch, 13. Dezember 2017 | 18 – 20.30 Uhr
Stadtteilschule Helmuth Hübener
Benzenbergweg 2 | Hamburg

U5-Planung Nordheimstraße
Donnerstag, 14. Dezember 2017 | 18 – 20 Uhr
Auferstehungskirche Hamburg-Fuhlsbüttel
Rübenkamp 310 | Hamburg

Weitere Infos im Internet.


Re: U5-Planungen
30.11.2017 15:18
Die Haltestelle Hartzlohplatz läge knapp 250 m von der "Fuhle" entfernt. Inklusive Fußweg aus der Tieflage hoch werden das um die 4 Minuten Gehzeit sein. Das wäre also reine Lokalerschließung der umliegenden Wohnbebauung, ein potentieller Knoten mit den Bussen in der Fuhle maximal schlecht. Die U Rübenkamp würde in Nord-Süd-Ausrichtung östlich und parallel zum S-Bahnsteig liegen, etwas nach Norden verschoben, so dass das Nordende an der Hebebrandstraße liegt.

Bei der Nordvariante würde die Haltestelle Nordheimstraße direkt östlich der Kreuzung Fuhle/Nordheimstraße/Hebebrandstraße liegen und damit eine sehr gute Anbindung an das Busnetz erlauben.

Interessant ist, wie genau die Netz- und Erschließungswirkung der beiden Varianten nun aussieht.
Re: U5-Planungen
30.11.2017 17:29
Zitat
Michael
Unter der Überschrift "Haltestelle in Barmbek-Nord: Entscheidung noch in diesem Jahr" hat die Hochbahn am 30.11.2017 eine Pressemitteilung veröffentlicht. Demnach sind nur noch die Haltestellen Hartzlohplatz und Nordheimstraße im Rennen.

In der Mitteilung heißt es u.a. "Mit der jetzt getroffenen Entscheidung werden die möglichen Haltestellenlagen Hartzloh West, Hartzloh Ost, Rümkerstraße und Rungestraße nicht weiter verfolgt."

Weitere Infos im Internet.

Wenn ich mir die dort verlinkte Luftbildaufnahme ansehe, kommt für mich nur noch eine Variante in Betracht:
Nordheimstraße!
Die Lage in der Nordheimstraße erschließt die Gegend zwischen Schmuckshöhe und Elligersweg und bietet den Bewohnern zwischen Rübenkamp und Fuhlsbüttler Straße eine zusätzliche Fahrmöglichkeit neben der bestehenden S-Bahn. Die Bewohner zwischen Fuhlsbüttler Straße und Rübenkamp werden somit abwägen können, ob sie ihr Fahrtziel weiterhin mit der S-Bahn oder nunmehr auch mit der U5 besser erreichen können und wer von Bramfeld/Steilshoop sein Ziel mit der S-Bahn besser als mit der U5 erreicht, kann mit einem knapp 5-minütigen Fußweg zwischen U5 und S-Bahn umsteigen. Das ist etwas umständlicher als Stephansplatz <-> Dammtor, da etwas weiter auseinander, aber ansonsten genauso weit wie Landwehr <-> Wartenau. Von daher kein Ding der Unmöglichkeit, wenn Fahrgäste von Bramfeld/Steilshoop ihr Ziel mit der S-Bahn besser erreichen als mit der U5. Denkbar wäre natürlich eine (Um)Benennung der Haltestellen in Hebebrandstraße Ost (U5) und Hebebrandstraße West (S Rübenkamp).
Ebenso ist es noch denkbar, die Haltestelle Habichtstraße etwas weiter westwärts zu verlegen, wenn dieses aufgrund der größeren Nähe zur Fuhlsbüttler Straße mehr Fahrgäste zur U3 ziehen würde.
Re: U5-Planungen
30.11.2017 18:03
Aus meiner Sicht geht eine Haltestelle "Nordheimstraße", durch die dann eine Verknüpfung mit der S-Bahn am Rübenkamp verzichtet wird, gar nicht!

Dann macht man den gleichen Fehler wie bei der U2, die die Verbindungsbahn unterquert, ohne eine Umsteigemöglichkeit zu bieten.

Denkt nicht nur an die Leute aus Steilshoop und Bramfeld, die auf die S-Bahn umsteigen wollen (und selbst für die sind m.E. 5-10 Min. Fußmarsch bei Wind und Wetter unzumutbar), sondern auch an die Kunden aus Uhlenhorst und der City Nord, die am Rübenkamp Richtung Flughafen und Poppenbüttel umsteigen wollen. Die Verknüfung zw. U5 und S1/S11 ist einfach mega-wichtig. Die Attraktivität von Schnellbahn-Netze lebt von guten Verknüpfungen!!!

Warum ist die ursprünglich geplante Haltestelle "Harzloh" gestorben? Wegen der Anwohner-Proteste?? Das wäre m.E. mit Abstand die beste Variante gewesen.
Re: U5-Planungen
30.11.2017 19:21
Was wäre denn ein besserer Planungsansatz für einen Übergang zur S-Bahn? Am Rübenkamp ist es nur sehr unattraktiv darstellbar, aus großer Tiefenlage hoch, am Schachcafe vorbei, über die Holzbrücke und runter zum S-Bahnsteig.

Aus Richtung Uhlenhorst steigt man bahnsteiggleich in der Sengelmannstraße Richtung Ohlsdorf um.

Heute berichtet das Abendblatt, dass über eine weitere S-Bahn zum Flughafen nachgedacht wird – vielleicht passt das ins Bild?


Kommt eine eigene S-Bahn-Linie zum Hamburger Flughafen?
LH
Re: U5-Planungen
30.11.2017 19:59
Mich würde mal interessieren, was gegen Hartzloh West sprach - Platz genug für die Baugrube wäre ja vorhanden.
So bleibt dann nur noch zu hoffen, dass von den beiden Übeln das bessere gewählt wird:
  • Hartzlohplatz / Rübenkamp haben eine ordentliche Erschließungswirkung, eine S-Bahn-Anbindung, aber keine Anbindung der Fuhle-Busse
  • Nordheimstraße hat eine Busanbindung, aber keine S-Bahn-Anbinung

Ich wäre dann für Hartzlohplatz - Erschließung und S-Bahn-Verknüpfung (Poppenbüttel, Barmbek, Airport) halte ich um einiges wichtiger als die Fuhle-Busse.
Ich fürchte aber, es wird Nordheimstraße - dann hätten wir die fünfte (!) Stelle im Netz, wo eine U-Bahn-Linie eine S- / Eisenbahn-Linie kreuzt ohne zu halten.
LH
Re: U5-Planungen
30.11.2017 20:03
Zitat
Tom81
Aus meiner Sicht geht eine Haltestelle "Nordheimstraße", durch die dann eine Verknüpfung mit der S-Bahn am Rübenkamp verzichtet wird, gar nicht!
Wenn man schon unbedingt diese Nordvariante haben möchte, dann bitte "irgendetwas" zusammenbasteln, damit ein Übergang zur S-Bahn entsteht. Zur Not durch "Umklappen" des S-Bahnhofs nördlich der Hebebrandstraße.
Re: U5-Planungen
30.11.2017 20:50
Zitat
Tom81
Aus meiner Sicht geht eine Haltestelle "Nordheimstraße", durch die dann eine Verknüpfung mit der S-Bahn am Rübenkamp verzichtet wird, gar nicht!

Doch, das geht! Man darf nie vergessen, dass der derzeitige Umstieg M26/118 <-> S-Bahn am Rübenkamp der fehlenden Schnellbahn nach Steilshoop/Bramfeld geschuldet ist. Wenn die U5 in der 1. Stufe von Bramfeld nach Jahnring in Betrieb ist, wird sich der derzeitige Umstieg M26/118 <-> S-Bahn in Rübenkamp auf U5 <-> U1 in Sengelmannstraße verlagern. Wenn die U5 in weiteren Stufen dann auch noch den Hauptbahnhof erreicht, werden die meisten Fahrgäste von Bramfeld/Steilshoop bis Hauptbahnhof in der U5 sitzen bleiben. Das Umsteige-Potenzial U5 <-> S-Bahn in Rübenkamp wird spätestens ab U5-Eröffnung nach Hauptbahnhof sehr gering werden. Von daher dürfte der Umstieg von Nordheimstraße nach Rübenkamp machbar sein, wenn das einer braucht.

Zitat
Tom81
Denkt nicht nur an die Leute aus Steilshoop und Bramfeld, die auf die S-Bahn umsteigen wollen (und selbst für die sind m.E. 5-10 Min. Fußmarsch bei Wind und Wetter unzumutbar), sondern auch an die Kunden aus Uhlenhorst und der City Nord, die am Rübenkamp Richtung Flughafen und Poppenbüttel umsteigen wollen. Die Verknüfung zw. U5 und S1/S11 ist einfach mega-wichtig. Die Attraktivität von Schnellbahn-Netze lebt von guten Verknüpfungen!!!

So viele Fahrgäste werden es nicht sein, die nach Fertigstellung der U5 von U5 auf S-Bahn umsteigen! Es wird sicher den einen oder anderen Fahrgast der heutigen M26/118 geben, der weiterhin von Rübenkamp aus mit der S-Bahn fahren möchte, weil er so sein Ziel besser erreicht. Aber diejenigen werden in der absoluten Minderheit sein!

Zitat
Tom81
Warum ist die ursprünglich geplante Haltestelle "Harzloh" gestorben? Wegen der Anwohner-Proteste??

Anwohner-Proteste, beengte Straßenverhältnisse.

Zitat
Tom81
Das wäre m.E. mit Abstand die beste Variante gewesen.

Offensichtlich nicht.

Zitat
eimsbüttel72
Heute berichtet das Abendblatt, dass über eine weitere S-Bahn zum Flughafen nachgedacht wird – vielleicht passt das ins Bild?

Kommt eine eigene S-Bahn-Linie zum Hamburger Flughafen?

Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Vielleicht S1 Flughafen - Citytunnel - Wedel und eine dann dauerhaft verkehrende S11 Poppenbüttel - Verbindungsbahn - Blankenese? Vielleicht könnte der Osdorfer Ast auch durch eine S12 Flughafen - Verbindungsbahn - Osdorf bedient werden? Wenn das Pergolenviertel und auch die Haltestelle Ottensen kommen, könnten die Fahrgastzahlen so steigen, dass evtl. die S11 dann dauerhaft verkehren muss.

Zitat
LH
Wenn man schon unbedingt diese Nordvariante haben möchte, dann bitte "irgendetwas" zusammenbasteln, damit ein Übergang zur S-Bahn entsteht. Zur Not durch "Umklappen" des S-Bahnhofs nördlich der Hebebrandstraße.

Darüber habe ich auch schon nachgedacht. U5-Haltestelle zwischen Fuhlsbüttler Straße und Rübenkamp und S-Bahn-Haltestelle wird in Richtung Norden "umgeklappt". Zugang wäre dann in der Straße Langenbeckshöh.
Re: U5-Planungen
01.12.2017 12:19
Zitat
Tom81

Denkt nicht nur an die Leute aus Steilshoop und Bramfeld, die auf die S-Bahn umsteigen wollen (und selbst für die sind m.E. 5-10 Min. Fußmarsch bei Wind und Wetter unzumutbar), ...

"Interessanter" Satz, vor allem wenn man Einwohner der genannten Stadtteile ist.

Zum Thema:
Ich verstehe es auch nicht, daß Hamburg es einfach nicht hinbekommt vernünftige Netzbeziehungen und Erschließungen zu schaffen.
Und nicht in der Lage ist, das scheinbar weder bei Neuplanungen als auch tatsächlich im Bestand hinzubekommen.

Das sogenannte Netz ist zum Haare raufen.
Neben kompletten Fehlplanungen (z.B. wie U2-Verbindungsbahn oder U1-Ahrensburg), müssen solche Krüppel wie Dammtor-Stephansplatz oder Rathaus-Jungfernstieg herhalten.
Haltestellen wie Berliner Tor oder Sternschanze sind Fahrgastseitig auch schon eine Zumutung.

38% der Bewohner Hamburgs leben im Erschließungsbereich von S- und U-Bahn. Ein Armutszeugnis.
Und nein, die Erschließungsentfernung sind nicht 1000m. Auch nicht in Hamburg. Auch nicht in Steilshoop.
Diese Gewaltmarschobsession regt mich unendlich auf.

Dazu gehören auch die Vielzahl an Haltestellen ohne zweiten Zugang, a la Sierichstraße, Wandsbeker Chaussee oder Holstenstraße.

Warum geht man in Hamburg nicht erstmal die ganzen Mißstände im Bestand an?
Re: U5-Planungen
01.12.2017 14:18
Zitat
bukowski
Das sogenannte Netz ist zum Haare raufen.
Neben kompletten Fehlplanungen [...], müssen solche Krüppel wie Dammtor-Stephansplatz oder Rathaus-Jungfernstieg herhalten.

Starke Zustimmung! Man könnte auch einfach mal aufhören, zu behaupten, man könnte vom Rathaus in die U1/S1-3 umsteigen. Ja ok, es gibt einen Tunnel zwischen beiden. Mehr aber auch nicht. Es sagt ja auch keiner am Rödingsmarkt oder Wartenau man könne zur S-Bahn umsteigen, nur weil die Station nicht weit entfernt liegt.

Rathaus hat keine Umstiegsmöglichkeit! Maximal 'exit here for Town Hall'
Re: U5-Planungen
01.12.2017 15:55
@ Herbert

Woher stammen die Planungen, dass man zwischen Borgweg und Mundsburger Brücke mittlerweile nicht mehr von 5 möglichen Haltestellen 3 auswählt, sondern sich lediglich auf 2 festgelegt hat: "Kampnagel" und "Beethovenstr."? Leider fehlt dann der Übergang U-Bahn Mundsburg. Dies wurde noch nicht öffentlich kommuniziert.


@ Jan Gnoth; bukowski; christian schmidt

Die Verkehrsplanung in Hamburg wurde zu lange vom Leitbild der "autogerechten Stadt" geprägt. Dies scheint m.E. der tiefere Grund zu sein, warum man sich mit Verknüpfungen im Schnellbahnnetz so schwer tut. In der Tat müssen manchmal alte Stationen verlegt werden, um dies hinzubekommen. Im Falle von U-Bahn Berliner Tor wurde das 1962-64 wegen der Ausfädelung nach Billstedt so gehandhabt. Und der Knotenpunkt Jungfernstieg entstand im Hinblick auf die projezierte City-S-Bahn mit einer Verbindung zur neuen U2 und der alten Kell-Jung-Linie. Der alte Bahnsteig für die U1 musste aufwendig abgestützt werden, um die zusätzlichen Trassen unterdurch zu bauen. Es war aber trotz der Binnenalster logistisch machbar. Die alten S-Bahnhöfe hätten ggf auch verlegt bzw. umgestaltet werden müssen, wenn man neue Verknüpfungen mit anderen Schnellbahntrassen anstrebt. Dies unterblieb jedoch, besonders in Zeiten, als der HVV noch nicht existierte und Hamburg seine stadteigene U-Bahn aus eigener Kasse ausbaute. Die S-Bahn der Bundesbahn interessierte das schließlich nicht (Siehe zB Wandsbeker Chaussee). Und im Falle Rübenkamp schließlich wird deutlich, wie die Verkehrspolitik das Auto bevorzugte. Der S-Bahnhof hat sich seit 1907 kaum verändert. Die von Schrebergärten umgebene Brambergstr. wurde dann zugunsten der Hebebrandstr. aufgegeben, die mehrspurig ausgestattet über eine seinerzeit neu gebaute Brücke in die City Nord führen sollte. Der Namensgeber Werner Hebebrand war federführend bei Planung und Ausführung der damals noch Geschäftsstadt Nord benannten dabei. Aber auch er kam wohl nicht auf die Idee, den Bahnhof an die neue Brücke zu verlegen, einmal abgesehen davon, ob sich die Bundesbahn darauf eingelassen hätte. Die Umsteigesituation zu den Bussen ist somit von Anfang sehr unpraktisch gestaltet. Spätestens jetzt müsste man im Rahmen der U5 sich in dieser Frage bewegen. Unterbleibt dies, wäre ein Umsteigepunkt S1/U5 nicht sinnvoll, abgesehen davon, ob sich der Aufwand im Hinblick auf Flughafen-Fahrgäste lohnt, denn in die Innenstadt zu kommen, steigen die Leute sicherlich nicht in die S-Bahn um, sondern bleiben in der U5.

Wie dem auch sei, in Hamburg gibt es viele Nachteile bei den Knotenpunkten. Das Netz wurde nicht nach Generalplan gebaut, sondern ist in über 100 Jahren gewachsen. Man hätte dann an einigen Stellen großzügige Umbauarbeiten vornehmen müssen. Aber das Auto war wichtiger, so als Statussymbol des einstigen "Wirtschaftswunders". Die Weichen wurden falsch gestellt. Dies soll nun in kurzer Zeit berichtigt werden. Ist das möglich?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.2017 16:00 von Günter Wolter.
Re: U5-Planungen
01.12.2017 16:06
Zitat
Günter Wolter
Woher stammen die Planungen, dass man zwischen Borgweg und Mundsburger Brücke mittlerweile nicht mehr von 5 möglichen Haltestellen 3 auswählt, sondern sich lediglich auf 2 festgelegt hat: "Kampnagel" und "Beethovenstr."? Leider fehlt dann der Übergang U-Bahn Mundsburg. Dies wurde noch nicht öffentlich kommuniziert.

War das nicht so, dass bei der alten U4 die Haltestellen Jarresstadt und Winterhuder Weg zwischen Borgweg und Mundsburger Brücke vorgesehen waren? Wenn dem so ist, dann kommt das doch voll mit der alten U4 hin. Mundsburg / Übergang zum Ring war doch eh nie bei der alten U4 vorgesehen. Warum sollte das jetzt bei der U5 so sein?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.2017 17:01 von Jan Gnoth.
Re: U5-Planungen
01.12.2017 16:57
Zitat
Günter Wolter
Wie dem auch sei, in Hamburg gibt es viele Nachteile bei den Knotenpunkten. Das Netz wurde nicht nach Generalplan gebaut, sondern ist in über 100 Jahren gewachsen. Man hätte dann an einigen Stellen großzügige Umbauarbeiten vornehmen müssen. Aber das Auto war wichtiger, so als Statussymbol des einstigen "Wirtschaftswunders". Die Weichen wurden falsch gestellt. Dies soll nun in kurzer Zeit berichtigt werden. Ist das möglich?

Wahre Worte. Ebenso bukowskis Feststellung "Das sogenannte Netz ist zum Haare raufen." Von systematischer Planung kann keine Rede sein - immer nur klein, klein und ad hoc entschieden. Nach dieser U5 - Planung wird weiterer Murks unter Hamburg einbetoniert.

Man hat oft das Gefühl, Haltestellen werden in Hamburg als notwendiges Übel betrachtet. Doch was bringt eine Bahn, die nur vorbeifährt? Dass es bei der U5 mit Beethovenstraße und Jarrestadt so bleiben soll, wie schon mit der U4alt in den 1960-ern (!) geplant, ist nun wirklich kein Fortschritt.

Freundliche Grüße
Horst Buchholz - histor
Re: U5-Planungen
01.12.2017 17:17
@ Jan Gnoth; histor

Die U4-alt ist an dieser Stelle auch nicht vorbildhaft. Seinerzeit sollte noch der Alsterhalbring gebaut werden, der eine Verbindung zur Mundsburg geschaffen hätte. Da
das aber nicht mehr vorgesehen ist, bräuchte man schon eine Umsteigehaltestelle Mundsburg. Eine Kurve muss eh gebaut werden. Die müsste dann weiter südlich liegen. Machbar wäre das. Aber dass der Ring und die U5 hier aneinander vorbei fahren, ist m.E. ein Schildbürgerstreich. Mundsburg ist ein Knotenpunkt schon jetzt mit den Bussen 25 und 172/173. Natürlich kann man sagen, die U5 fährt auch in die City, von daher braucht es kein Umsteigen mehr wie jetzt bei den Bussen. Es ist aber auch eine Verbindung Borgweg-Kampnagel, ab Mundsburg Ri. Berliner Tor oder Barmbek bzw. Barmbek, ab Mundsburg Ri. St. Georg denkbar.
Über Rübenkamp kann man streiten, ob es dort zu einem Umsteigepunkt wird, zumal dann, wenn der alte S-Bahnhof bleibt, wo er ist. Sein Standort ist auf ganz andere Zeiten zugeschnitten und macht ihn schwer erreichbar, wenn man von der heutigen Hebebrandstr. bzw. der neuen U5 ausgeht, er erzwingt die Barmbeker Beule.

In Berlin gibt es ein interessantes Beispiel für eine - U5 :-)
Dort wird bei der U6 der Bahnhof Französische Straße geschlossen, um mit der neuen U5 eine Umsteigehaltestelle 500 m südlich zu erhalten: "Unter den Linden".
Ich wette, in Hamburg hätte man das nicht gemacht. Denn was hat denn eine Bestandslinie mit einer neuen zu tun? ...
Der Unterschied zwischen Verkehrs-, Stadtplanungs- und Finanzpolitik, wie sie christian schmidt oben beschreibt, ist nicht immer zielführend. Wenn im finanzpolitischen Sinne die billigste Lösung sein muss, leiden die anderen Aspekte und die Fahrgäste stehen bzw. steigen um im Regen ... Und beim Ring und U5 Winterhuder Weg/Mundsburg können sie sich nicht einmal zuwinken.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.12.2017 17:30 von Günter Wolter.
Ich habe nie gesagt dass es zielführend ist. Aber wenn man sich mal in Hamburg so die Politiker zumindest der letzten 30 Jahre anschaut, dann ist klar zu sehen, dass es da doch einige gab die sich für Stadtplanung oder Finanzen (oder Umwelt oder Bildung usw) interessieren und die in diesem Bereich sich auch Fachwissen zugelegt haben und versuchen durch Verknüpfung von politischer Macht und Fachwissen was zu erreichen. In der Verkehrspolitik sehe ich das nur bei radfahren in den letzten Jahren.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen