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NOB stellt ab 11.11.2016 wegen Fahrzeugmängeln Verkehr zwischen Niebüll und Hamburg ein
geschrieben von Giovanni 
Zitat
Boris Roland
Hallo,

Zitat
FoxMcLoud
Nach meinen letzten Infos wurden doch von den Twindexx die Mittelwagen schon geliefert und verkehren schon von Hamburg nach Flensburg und Kiel.

Ja, nur ist direkt hinter der Lok immer ein "alter" DoSto dazwischen gekuppelt, was die Fahrzeug-Situation nicht besser macht.

Grüße
Boris
Zitat
VBB/HVV
Sind das nicht die 1. Klasse-Wagen, die sind immer sichtbar in rot, und eben die Steuerwagen.

Jepp, das liegt wirklich an der 1. Klasse, da diese bei den Twindexx im Oberdeck in den angetriebenen Endwagen liegen soll und die Endwagen ja noch nicht geliefert wurden, die DB aber weiterhin eine 1. Klasse anbieten will. Finde es aber auch sinnlos, bei beiden Endwagen jeweils eine 1. Klasse anzubieten, obwohl (zumindest auf der Strecke nach Flensburg) schon in EINER Sektion 1. Klasse gähnende Leere herrscht.

mfg fox

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"Ich bringe unseren Busfahrern noch sportlicheres Fahren bei"
Reza "Racer" F., Gruppenleiter Betriebsrennsport
Viele Monate ist es inzwischen her, dass an den Married-Pair-Wagen der ex-NOB Mängel an den Kupplungen entdeckt wurden. Viele Monate ist ebenfalls die Übernahme der Strecke Hamburg-Westerland durch die DB und die damit einhergehende Übernahme der Married-Pair-Wagen her.

Am Pfingst-Wochenende hatte ich die Gelegenheit mit der Bahn nach Westerland zu fahren - die Hinfahrt war angenehm im klimatisierten (und offenbar reparierten) Married-Pair-Wagen. Entgegen kamen mir auf der Strecke allerdings ausschließlich Ersatzgarnituren bestehend aus alten SH-Express-Wagen, Steuerwagen mit Wittenberger Kopf (und 3-Löwen-Takt-Logo an der Seite) sowie alten ex-Silberlingen der Süd-Ost-Bayernbahn.
Auf den Abstellgleisen in Husum und Niebüll sah ich mehrere, offenbar völlig intakte Married-Pair-Garnituren mit angekoppelter Lokomotive.
Nun stellt sich natürlich die Frage: Wenn die regulären, für die Strecke vorgesehenen Züge zur Verfügung stehen und die Reparatur an ihnen abgeschlossen ist - warum ist dann das minderwertige Ersatzmaterial in Überzahl auf der Strecke?

Die Rückfahrt musste ich in eben einer solchen Ersatzgarnitur verbringen. Die ehemaligen SH-Express-Garnituren bieten zugegebenermaßen noch einen gewissen Komfort - wenn sie denn gepflegt wären und nicht so völlig verdreckt wie bei meiner Reise. Aufgrund der Zugbesetzung musste ich im Steuerwagen mit den altbekannten Silberling-Sitzen Platz nehmen. Eine dreistündige Bahnfahrt wird so wirklich zur Tortur.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.06.2017 11:49 von Arne.
Also es fahren 16 Married-Pair-wagen, das entspricht 3 kompletten Zügen. Diese Wagen würden aber nicht repariert, sondern hatten als einzige keine Schäden an den Kupplungen. Die Reparatur der übrigen Wagen hat wohl immer noch nicht begonnen.
Wenn dem wirklich so ist, dass die Reparaturen noch nicht einmal begonnen haben, wäre der Vorgang umso erschreckender.

Seit gut acht Monaten sind die Schäden an den Married Pair-Wagen bekannt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Interesse, die Waggons repariert wieder in Betrieb zu setzen, eher gering ist. Nach dem Motto: Der alte Krempel rollt ja auch - und die Kunden zahlen trotzdem.
Hallo Arne,

Zitat
Arne
Es drängt sich der Eindruck auf, dass das Interesse, die Waggons repariert wieder in Betrieb zu setzen, eher gering ist. Nach dem Motto: Der alte Krempel rollt ja auch - und die Kunden zahlen trotzdem.

Wenn man den Eindruck Eindruck seien ließe, hätte man herausbekommen können, dass es nicht an der DB liegt. ;-) Die Kupplungen müssen erst neu gefertigt werden und dazu braucht man unglaublich lange Zeit - es war gleich von Monaten die Rede.

Es wäre ja sehr wünschenswert, würde sich die Politik dort einmal kompetent einschalten, schließlich ist es der Fahrzeugpool des Landes zu dem die Married-Pair-Wagen, die immer noch mit Defekten zu kämpfen habenden Loks und die ebenfalls nicht immer einsatzbereiten Triebwagen für die Marschbahn gehören. Bis auf ganz wenige Ausnahmen Fehlanzeige und schon gar nicht an führender Stelle, was man einer Debatte dazu entnehmen konnte und da war die Sache schon ein viertel Jahr alt.

Grüße
Boris
Zitat
Arne
Die Rückfahrt musste ich in eben einer solchen Ersatzgarnitur verbringen. Die ehemaligen SH-Express-Garnituren bieten zugegebenermaßen noch einen gewissen Komfort - wenn sie denn gepflegt wären und nicht so völlig verdreckt wie bei meiner Reise. Aufgrund der Zugbesetzung musste ich im Steuerwagen mit den altbekannten Silberling-Sitzen Platz nehmen. Eine dreistündige Bahnfahrt wird so wirklich zur Tortur.

Naja, die Bänke in den NOB-Wagen sind auch recht hart geplostert, auch auf denen merkt man nach 3h Fahrt seinen Hintern und Rücken.

mfg fox

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"Ich bringe unseren Busfahrern noch sportlicheres Fahren bei"
Reza "Racer" F., Gruppenleiter Betriebsrennsport
Zitat
Boris Roland

Wenn man den Eindruck Eindruck seien ließe, hätte man herausbekommen können, dass es nicht an der DB liegt. ;-) Die Kupplungen müssen erst neu gefertigt werden und dazu braucht man unglaublich lange Zeit - es war gleich von Monaten die Rede.

In der Tat habe ich nach Infos zu diesem Thema gegoogelt, aber nichts zum Stichwort Neuproduktion von Kupplungen gefunden.
Und ich finde es auch etwas merkwürdig, dass eine derartige Neuproduktion Monate in Anspruch nehmen soll. Immerhin handelt es sich um Kupplungen (auch wenn es bei diesen Waggons vielleicht eine Spezialkonstruktion ist) - nicht um die Neuerfindung des Rades.

Was aber schon der DB anzulasten ist: Warum stehen einsatzbereite Married-Pair-Garnituren in Husum und Niebüll nebst Loks auf dem Abstellgleis, während der Regelverkehr mit Ersatzzügen gefahren wird. Das ist nicht nachvollziehbar. Bei knapp über drei Stunden Fahrzeit plus Umlaufzeit müsste man mit sieben bis acht Garnituren auf der Strecke auskommen. Wie oben beschrieben wurde, sind drei Married-Pair-Garnituren einsatzbereit. Also könnte fast die Hälfte aller Züge mit den dafür vorgesehenen Garnituren gefahren werden - wenn man denn wollte.
Wenn die Kupplungen nicht als 100%ig sicher gelten, wird mit den Wagen nicht gefahren. Fertig. Stell dir vor, da passiert doch irgendwas, dann ist das Geschrei groß. Seit Eschede ist man da einfach sehr vorsichtig geworden.
Eschede? Da war ein Radreifen gebrochen - mit Kupplungen hatte das rein gar nichts zu tun.
Habe ich auch nicht behauptet. Aber seit dem ist man schneller dabei, Züge aus dem Verkehr zu ziehen, wenn etwas nicht 100%ig sicher ist.
Trotzdem stehen in Niebüll und Husum zwei augenscheinlich intakte Züge (siehe oben), die (zumindest am Pfingstsonntag) nicht zum Einsatz kamen und stattdessen das Ersatzmaterial fuhr.
Und wie gesagt: Kupplungen sind weiß Gott kein Hexenwerk. Für mich als Nutzer ist es ein Rätsel, warum sieben Monate vergangen sind und die Reparatur der defekten Waggons noch nicht einmal begonnen hat.
Sicherheit ist wichtig, keine Frage. Niemand will auf der Strecke ein Unglück erleben, weil unsicheres Material im Einsatz war. Aber es ist nirgendwo ein Hinweis zu finden, WARUM es denn so schwierig ist, diese Waggons zu reparieren.
Woher weißt du denn, dass die Wagen intakt sind?
Arne - Also sehe ich dass jetzt richtig, du faehrst an den Wagen vorbei, schaust sie an, siehst keine Maengel, und bist deshalb der Meinung dass sie intakt sind? Ich wuerde ja daraus dass sie nicht fahren eher schlussfolgern dass sie nicht intakt sind.

Wie Boris schreibt, die Wagen gehoeren dem Land, DB hat laut Verkehrsvertrag diese Wagen zu benutzten, und wenn sie wirklich fahrtuechtig waeren, wuerden sie schon benutzt. Wenn DB einfach nein sagen wuerde obwohl die Zuege intakt sind, dann koennte das Land sofort subtantiellen Schadensersatz fordern, und ich kann mir auch ueberhaupt nicht vorstellen das irgendein Sachbearbeiter bei Nah.SH die DB nicht anweisen wuerde die Wagen zu fahren wenn das fuer Wartung zustaendige Unternehmen den Wagen das okay gegeben hat.

In der Praxis sind es doch drei (zusammenhaengende) Probleme die zur jetzigen Situation fuehren. Erstens sind da die technischen Probleme - die Wagen und Kupplungen sind scheinbar nicht 'von der Stange', deshalb dauert es laenger. Zweitens ist es eindeutig ein neues Problem fuer die NAH.SH und zwar eins wo es etwas unklar sein koennte wer dafuer verantwortlich ist dass es dazu kam - der Hersteller? Das Wartungsunternehmen? Der Betreiber? Keiner von denen (also dann NAH.SH)? Das sollte eigentlich die Reparatur nicht verzoegern, aber ich kann mir schon vorstellen dass einige der Beteiligten (weil sie halt nicht sicher sind ob sie nicht vielleicht doch mitverantwortlich sind) bei allen Entscheidungen dabei sein wollen und ueberall doppelt hinschauen wollen - was dann schoen fuer (weitere) Verzoegerungen fuehren kann. Drittens ist es natuerlich etwas ungluecklich dass das Problem genau zwischen Auftragserteilung an den neuen Betreiber und Betriebsaufnahme entstanden ist - da kann ich mir sehr gut vostellen dass so eine Situation nicht vorrausgesehen wurde.
Ich fahre nicht dran vorbei und sehe, dass die Waggons intakt sind. Ich wäre dankbar, wenn hier nicht Dinge unterstellt werden, die ich nicht gesagt habe. Wer einmal diesen Diskussionsfaden liest, der kann daraus entnehmen, dass drei komplette Züge technisch in Ordnung sein sollen. Es war aber nur ein einziger im Einsatz. Der Zug in Niebüll stand ebenso wie der Zug in Husum nicht etwa auf einem abseitigen Betriebsgleis im BW sondern mit eingeschalteter Schlussbeleuchtung und angekoppelter Lokomotive in Bahnhofsnähe. Unwahrscheinlich, dass es sich um nicht betriebsbereite Garnituren handelt. Wenn Du präzisere Informationen hast... immer her damit :-)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.2017 15:31 von Arne.
8 Wagen befinden sich seit gestern in Bremervörde bei der EVB zum Testen. Wer es nicht glaubt, ich habe die Wagen bei der Überführung fotografiert:
Bildergalerie auf epochevi.webege.com

Als ich das letzte Mal an der Marschbahn war, habe ich mich sehr über die bequemen n-Wagen gefreut. Nur der Zustand war tatsächlich teilweise schlecht.
Hallo Arne,

Zitat
Arne
Und ich finde es auch etwas merkwürdig, dass eine derartige Neuproduktion Monate in Anspruch nehmen soll. Immerhin handelt es sich um Kupplungen (auch wenn es bei diesen Waggons vielleicht eine Spezialkonstruktion ist) - nicht um die Neuerfindung des Rades.

Mit dem merkwürdig finden, stehst Du nicht allein. Das Problem stellt sich wohl so dar, dass erst der Fehler gefunden werden musste. Ob es dann konstruktive Anpassungen der Kupplungen gab, kann nur vermutet werden. Allerdings sind die Kupplungen eben nicht von der Stange, weshalb die Produktion offenbar erst wieder langwierig anlaufen muss - dankenswerter Weise hat man mit den Married-Pairs eine ziemliche Sonderserie erstanden.

Und dann reden wir hier schließlich von Bombardier. ;-)


Zitat
Arne
Was aber schon der DB anzulasten ist: ...

Möchte ich in Abrede stellen. Die Waggons wurden immerhin vom EBA stillgelegt und das ist kein Pappenstiel. Nach welchen Gesichtspunkten die Fahrzeuge daher wie eingesetzt werden (können), kann man von außen schlecht beurteilen.

Was allerdings eine Katastrophe ist, ist die Informationspolitik. Egal wie man es dreht, man hat das Gefühl nur Versatzstücke als Informationen zu bekommen, die bei Verkündung schon wieder lange überholt sind. Und das Kompetenz ein vollkommenes Fremdwort in der Sache zu sein scheint, habe ich in meinem ersten Beitrag ja schon geschrieben.

Da hat sich Niedersachsen mit seinen 08/15 Fahrzeugen besser entschieden, da muss man so einen Mangel "nur gut" verwalten und nicht umfangreich erklären. ;-)

Grüße
Boris
Selbst wenn die Fahrzeuge in Husum für den Betrieb zugelassen sein sollten kann es ja sein, dass sie auf einen Verstärkerumlauf Husum - Westerland disponiert sind, die am Wochenende ja bekanntlich nicht fahren oder sie warten auf routinemäßige Wartungsarbeiten. Fahrzeugdisposition ist mehr als nur "der kann fahren, also raus damit". Es gibt diverse Fristen (Zeit- und/oder Kilometerfristen) zu beachten, Reinigungsintervalle (Außen, wie Innenreinigung), die Betankung der zugehörigen Lokomotive, gemeldete Schäden die die Einsatzfähigkeit beschränken oder den Fahrgastbetrieb ausschließen etc. etc.
Es gibt am Wochenende diverse Verstärkerfahrten zwischen Niebüll und Westerland. Da die Wagen zu zeit auch nur mit einer beschränkten km.Frist laufen, können die Fahrzeuge auch mal stehen bzw auf die Verstärker eingesetzt werden. In der Regel sind 2-3 Wagenpark täglich unterwegs.

Mfg

Sascha Behn
Ich sehe hier ein Problem, welches ähnlich bis vor wenigen Wochen auch bei der U-Bahn in Hamburg auftrat. Da standen am Tage massenweise DT5 Saarlandstraße, während man zahlenmäßig fast alle Regelumläufe mit DT5 hätte fahren können. Doch standem dem noch betriebliche Dinge im Weg. Inzwischen ist hier die Umschaltung erfolgt und der DT5 ist die Regel geworden. Tagsüber stehen Saarlandstraße DT3. Obwohl isch in den wenigen Wochen dazwischen zahlenmäßig nur wenig getan hat.

Wie HOCHBAHN-Fan schon richtig schrieb, sind die Eisenbahnumläufe noch viel stärker als die U-Bahnumläufe in feste Schemen einsortiert. Diese werden betriebswirtschaftlich optimiert erstellt und entsprechend disponiert. Die Einsatzszenarien erstrecken sich über hunderte von Kilometer.

Die Disponenten werden sicher keine Leerüberführungen über hunderte von Kilometern machen, nur um die vorhandenen MP-Garnituren möglichst wenig stehen zu haben – der Betrieb ist froh, wenn er seinen Betrieb überhaupt verlässlich gebacken bekommt.

Dann stehen auch schon einmal Wagen nach außen hin "sinnlos" herum. Im übrigen sind mir andere Zahlen zur Verüfgbarkeit der MP-Garnituren bekannt, und die Ursachenforschung kennt auch andere Facetten. Aber das Forum ist die falsche Adresse, um so etwas zu diskutieren.

Gerade Arne lege ich ans Herz, mal den Pressesprecher der Bahn über die Gründe anzumorsen - da kommen sicher brauchbarere Antworten heraus, als hier im Forum. Auch wenn der Pressesprecher natürlich Unternehmenssprachrohr ist.

Gruß

Jan

--
Das Fototagebuch der Bahnfotokiste: [fototagebuch.bahnfotokiste.de]
Zitat
Boris Roland
Das Problem stellt sich wohl so dar, dass erst der Fehler gefunden werden musste.
Sehe ich auch so.
Den freundlichen NSA-Agenten bitten, bei Bombardier die Zeichnungen zu mopsen?
Dann könnte man neue Kupplungen bauen und den Fehler gleich mitliefern.

Reli 2017: Der Jahn als Großwildjäger
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