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Höhengleiche Reisendenübergänge
geschrieben von Daniel Vielberth 
Hallo allseits,

in letzter Zeit mach ich als Jahresurlaub ja öfter mal 1-2 tägige Touren in die östlichen Nachbarländer hauptsächlichen Tschechien, letztens erstmalig auch Polen, und jedes Mal fällt mir dort auf, wie erfrischend unverkrampft mit Bahnanlagen umgegangen wird, das dort die Reisenden völlig ohne Reisendensicherer die Gleise queren dürfen, um zum Zug zu gelangen (siehe Bild), bzw man auch zum fotografieren einfach so über die Gleise spazieren darf.

Und ich frage mich jedesmal: Hatten wir das in Deutschland auch früher mal so, das man einfach auf die Gleise durfte und hat dann infolge von Unfällen auf Unterführung und oder Reisendensicherer und Bü-Anlagen, die als Rü arbeiten umgesattelt, oder ist es umgekehrt, das früher überall (also auch in Tschechien Reisendensicherer) saßen, und man sie dort praktisch einfach eingespart hat wärhend man bei uns dann lieber baulich was änderte?

Meine Frage ist also, hatten wir die freie Betretbarkeit von Bahnanlagen früher auch mal, oder nicht? Ist das in Osteuropa schon immer so, oder erst seit kürzerem?



Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)
Hallo,

also höhengleiche Übergänge sollte es gerade früher häufiger gegeben haben.
Ich erinnere mich noch an einen Besuch in Baden-Württemberg anno 2008, da hatte
Osterburken noch einen solchen Übergang.

Auch in Brandenburg gab es diese Übergänge. Pritzwalk hatte beispielsweise mal welche.
Diese wurden vor einigen Jahren dann durch das dortige Personal der Prignitzer Eisenbahn gesichert, anschließend
abgebaut. Ganz früher gab es sogar zwei dieser Übergänge an den jeweiligen Bahnsteigenden.

Etwas weiter nördlich in Meyenburg hat man jetzt sogar wieder einen solchen Übergang neu geschaffen: [www.drehscheibe-foren.de]
Allerdings war dort auch vorher keine Brücke oder ähnliches. Der Trampelpfad wurde einfach etwas befestigt.


Ich gehe mal davon aus, dass es aufgrund von verschärften Bedingungen durch das Eisenbahnbundesamt und
andere Institutionen eben zu einem vermehrten Umbau von Anlagen in Deutschland kam.

Gruß
PEG 650.08
Zitat
PEG 650.08
also höhengleiche Übergänge sollte es gerade früher häufiger gegeben haben.
Ich erinnere mich noch an einen Besuch in Baden-Württemberg anno 2008, da hatte
Osterburken noch einen solchen Übergang.
Also auf Anhieb fällt mir da Lüneburg Bahnhof Westseite ein. Dort muss man auch heute noch immer über die Gleise Richtung Dannenberg gehen, um zum MetronomRegional nach Hamburg zu kommen:
[www.galerie4me.de]
Hallo Daniel,

das hatten und haben wir hier in Deutschland genauso.

Es gab schon vor 25 Jahren Bahnhöfe, an denen es eine Schranke am Hausbahnsteig gab, aufgefallen ist mir das damals vor allem im Weserbergland. Dort hat der örtliche Aufsichtsbeamte auch jeden von den Bahnsteigen vertrieben, der sich nach dem Aussteigen nicht sofort entfernt hat, beispielsweise um noch ein Foto zu machen.

Dagegen gibt es bis heute Bahnhöfe, die betrieblich vergleichbar sind, und auf denen man völlig entspannt über die Gleisübergänge und die schmalen, einseitigen Bahnsteige spazieren kann. Ich nenne bewußt kein Beispiel, aber ich denke dabei an Strecken in Bayern.

Viele Grüße
Manuel
Zitat
manuelberlin
Dagegen gibt es bis heute Bahnhöfe, die betrieblich vergleichbar sind, und auf denen man völlig entspannt über die Gleisübergänge und die schmalen, einseitigen Bahnsteige spazieren kann. Ich nenne bewußt kein Beispiel, aber ich denke dabei an Strecken in Bayern.

Das ist ja fast wie jener Kreuzungsbahnhof an einer ansonsten eingleisigen Strecke, an dem planmäßige Zugkreuzungen stattfinden und dessen Mittelbahnsteig nur über einen höhengleichen Übergang zu erreichen ist. An diesem Übergang hängt ein Schild, das besagt, dass der Bahnsteig Gleis 2 nur nach Aufforderung durch das Bahnpersonal betreten werden darf. Wie gesagt, es handelt sich um einen Mittelbahnsteig...
Danke für die Antworten. Ich schließe aber daraus das alle Deutschlen anlagen an nebenstrecken, aber nciht an Hauptbahnen, oder wenn an Hauptstrecken dann mit Reisendensicherer sind, also kein Betreten gleich dem obigen Bild zulässig ist?

Gruß D. Vielberth
[www.gleistreff.de]

Arbeite rückwärts, dann liegt die Zukunft hinter dir (A. Rebers)
Zitat
Daniel Vielberth
Danke für die Antworten. Ich schließe aber daraus das alle Deutschlen anlagen an nebenstrecken, aber nciht an Hauptbahnen, oder wenn an Hauptstrecken dann mit Reisendensicherer sind, also kein Betreten gleich dem obigen Bild zulässig ist?
Hallo,

früher gab es solche Situationen und Möglichkeiten auch an Hauptstrecken. Aber hier hat man schon relativ schnell diese Möglichkeiten unterbunden, indem man Unterführungen gebaut hat, wo man einstmals über die Gleise stiefelte. So hat man die Züge beschleunigt, da ja auch den Bahnhof durchfahrende Züge nicht mehr so vorsichtig fahren mussten. Ich selbst kann mich noch an Schwaan in Mc.Pom erinnern, das muss so um 2000 - 2002 gewesen sein, dort war der Mittelbahnsteig nur über eine Furt in den Gleisen möglich, allerdings hatte man da schon einen Girlandenschmücker zum Absperren bei Zugfahrt abgestellt.

Es gab auch mal eine Fernsehserie mit Gustav Knuth in einer Hauptrolle, die Serie hieß Kleinstadtbahnhof und wurde in Plön gedreht, dort kann man gut sehen, wie man damals niveaugleich die Gleise überquert hat.

Und ich gebe mal eine Prognose ab, in ca. 20 Jahren werden so gut wie alle Übergänge dieser Art beseitigt sein. Dort wo auf Nebenstrecken die Bahnhöfe und Haltepunkte modernisiert werden, beseitigt man wenn möglich diese Übergänge, mir fällt da spontan Eberbach (zwischen Hanau und Mosbach - Neckarelz) ein.

Und als Übergänge an Hauptstrecken fallen mir gerade spontan noch zwei Übergänge ein, einmal Oberboihingen (Stuttgart - Tübingen über Plochingen) und Mosbach - Neckarelz (dort teilweise, weil man um auf das Hausgleis zu kommen doch noch durch eine Unterführung muss. Oberboihingen wurde aber vor nicht mal zwei Jahren mit neuen Bahnsteigen versehen, im Zuge der S-Bahn Verlängerung nach Kirchheim (Teck). Allerdings war der Übetgang durch den örtlichen Schrankenwärter immer gesichert, kurz bevor ein Zug kam, wurde ein Absperrgiter geschlossen.
Zitat
u-bahnolaf
Und ich gebe mal eine Prognose ab, in ca. 20 Jahren werden so gut wie alle Übergänge dieser Art beseitigt sein. Dort wo auf Nebenstrecken die Bahnhöfe und Haltepunkte modernisiert werden, beseitigt man wenn möglich diese Übergänge, mir fällt da spontan Eberbach (zwischen Hanau und Mosbach - Neckarelz) ein.

Möglich, dass ich es aus dem Zug nicht richtig erkannt habe, aber in Zehdenick(Mark) konnte ich keine Reisendensicherungsanlage an dem höhengleichen Übergang zwischen Haus- und Inselbahnsteig sehen, auch nach der Renovierung (sprich: quasi Neubau) von Gleisen und Bahnsteigen. Wenn die RB dort wieder weiterfahren kann nach Abschluss von anderen Bauarbeiten, sollen sich dort die Züge sogar kreuzen, d.h. es werden beide Bahnsteige regelmäßig genutzt.
Zitat
Jumbo
Zitat
u-bahnolaf
Und ich gebe mal eine Prognose ab, in ca. 20 Jahren werden so gut wie alle Übergänge dieser Art beseitigt sein. Dort wo auf Nebenstrecken die Bahnhöfe und Haltepunkte modernisiert werden, beseitigt man wenn möglich diese Übergänge, mir fällt da spontan Eberbach (zwischen Hanau und Mosbach - Neckarelz) ein.

Möglich, dass ich es aus dem Zug nicht richtig erkannt habe, aber in Zehdenick(Mark) konnte ich keine Reisendensicherungsanlage an dem höhengleichen Übergang zwischen Haus- und Inselbahnsteig sehen, auch nach der Renovierung (sprich: quasi Neubau) von Gleisen und Bahnsteigen. Wenn die RB dort wieder weiterfahren kann nach Abschluss von anderen Bauarbeiten, sollen sich dort die Züge sogar kreuzen, d.h. es werden beide Bahnsteige regelmäßig genutzt.

Hallo,

ich schrieb ja auch "so gut wie alle", dass es auch zukünftig solche Übergänge, auch ohne Sicherungsmaßnahmen gibt, ist durchaus möglich.
Was ist mit Engen (Schwarzwald-/Gäubahn)? Als ich das letzte Mal da war, sind die Fahrgäste des Bahnsteigs Ri. Singen noch "durchs" nordgehende Gleis gegangen, allerdings stets gesichert. Das Rollgitter zum äußeren Bahnsteig ist permanent geschlossen und wird nur punktuell bei Zughalten geöffnet. Aber ob es auch heute noch so ist, weiß ich nicht. Immerhin hat die Strecke sogar internationalen Taktverkehr! (Stuttgart - Zürich ohne und Karlsruhe - Kreuzlingen mit Halt in Engen)

Viele Grüße
Alexander
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