Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Siemens kann ICE nicht liefern - Bahn bangt um Fahrplan
geschrieben von nh4sp-hh 
"Auslieferung von Zügen verzögert sich wegen Softwareproblemen auf unbestimmte Zeit. Konzern fehlt Reserve für Winterverkehr."

ganzer Artikel hier: Abendblatt

Meine Meinung: Selbst Schuld! Wieso setzen heute alle noch auf Siemens? Die sind alle fertig mit der Welt! Nicht nur Schienenverkehr, auch sonstige Geräte sind Müll. Ich hoffe die müssen ordentlich Strafe zahlen. Nur so merken die evtl. etwas und verändern evtl. etwas. Pech nur für die Fahrgäste, die (mit Sicherheit?) dafür büßen müssen, wnen es zu Ausfällen kommt...
Na, Bombardier ist da mit dem Talent2-Desaster auch nicht besser. Und ich denke, daß andere Firmen genauso Ihre Probleme bekommen wenn sie erst einmal anfangen sich beim EBA um die Zulassung zu bemühen. Vor allem die Asiaten, auf die die Bahn jetzt verweist hatten mit denen doch noch nie etwas zu tun.

Tschö
UHM
Hallo,

ich glaube auch, dass dar Problem nicht aus dem Namen Siemens besteht, Bombardier, Stadler, Alstom und wie sie alle heißen, haben früher, oder später mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, auch wenn das EBA schon genickt hat. Meines Erachtens nach, liegt das Problem eher bei der DB, bzw. den Aufgabenträgern. Die wollen schnell, schnell, einen neuen Zug haben. Hier das Lastenheft, Zack, Bumm, Bonjour. Irgendwas zaubert der Hersteller schon aus dem Hut, es gibt ja immer diese tollen Designstudien, oder man greift auf etwas zurück, was schon "im Lager" liegt. Früher wurde eine neue Baureihe ettliche Jahre getestet, auch mit verschiedenen Baumustern, siehe E10, und oft hatte sie dann mit dem späteren Serienfahrzeug nicht mehr viel gemein. Oder man hat während der Serienfertigung Änderungen eingebracht, siehe V160 Familie, oder die VT 62X Familie, das hat gedauert, aber dafür waren die Fahrzeuge auch weitestgehend ausgereift, immerhin fahren ein paar Vertreterinnen der E10 heute noch. Und bei den Aufgabenträgern ist es ähnlich, die schreiben eine Strecke aus und wollen neue Fahrzeuge, ob die da sind, bzw. zum richtigen Zeitpunkt da sind, interessiert erstmal nicht. Man setzt sich selbst, den SPNV Betreiber und die möglichen Lieferanten unter Druck. Und das Ganze nennt sich
Bananentechnologie - die reift beim Kunden.
Es ist aber fakt, dass Siemens mit dem AUSLIEFERN (!) schon JAHRE hinterherhinkt!
In dem Falle ist die Vorgeschichte (Planung, etc.) eigentlich durch. Warum legt man einen Termin fest, wenn er zig mal nicht eingehalten wird?
M.E. ist die Schuldfrage allein Siemens-Problem!

Wer gewissenhaft und ordentlich arbeitet, hat nur wenige bis keine Nacharbeiten. Anders Siemens...
Außerdem muss man den Auslieferungstermin bei der Planung eines solchen Unterfangens kalkulieren. Dass es immer zu Verzögerungen kommen kann, weil Nacharbeiten notwendig werden ist bei so einem Projekt, genauso wie bei Projekten wie der 787 "Dreamliner" und des A380.
Dennoch ist es keine gute Werbung, wenn Unternehmen mit der Bestellung eine Erwartung haben auch diese möglichst zum Bestellungstermin haben möchte und ein Betrieb zum wiederholten Male nicht liefern kann.
Im Zuge der 787 Produktionsverzögerung gab es auch mal eine Auslieferung von 767 Modellen (meine ich mal gelesen zu haben, finde die Artikel nur leider nicht mehr) als vorübergehenden Ersatz. Hat Siemens da nichts vergleichbares was man der Bahn anbieten kann für die Zeit?

Saludos,
Felipe
Zitat
Pille
Außerdem muss man den Auslieferungstermin bei der Planung eines solchen Unterfangens kalkulieren. Dass es immer zu Verzögerungen kommen kann, weil Nacharbeiten notwendig werden ist bei so einem Projekt, genauso wie bei Projekten wie der 787 "Dreamliner" und des A380.
Dennoch ist es keine gute Werbung, wenn Unternehmen mit der Bestellung eine Erwartung haben auch diese möglichst zum Bestellungstermin haben möchte und ein Betrieb zum wiederholten Male nicht liefern kann.
Im Zuge der 787 Produktionsverzögerung gab es auch mal eine Auslieferung von 767 Modellen (meine ich mal gelesen zu haben, finde die Artikel nur leider nicht mehr) als vorübergehenden Ersatz. Hat Siemens da nichts vergleichbares was man der Bahn anbieten kann für die Zeit?

Hallo,

diese Fristen sind aber auch gute Druckmittel. Natürlich wird ein ausichtsreicher Bieter auf einen Auftrag möglichst kurze Lieferzeiten anstreben, denn wenn Anbieter A meint, er braucht sechs Monate ab Unterzeichnung, bis zur Indiensstellung erster Fahrzeuge, und Anbieter B meint, er braucht vier, dann hat Anbieter B einen Vorteil, die Beschaffungskosten alleine sind nämlich längst nicht alles. Der Anbieter wird den Termin so kalkulieren, dass er einen Termin nennt, der im bestmöglichen Falle eintritt, an die ganzen möglichen Proleme, denkt dabei erstmal keiner. Aber was soll ein Hersteller auch machen, da bin ich wieder bei meinem ersten Post zum Thema, der Auftraggeber, wer auch immer sagt, wir brauchen 20 Fahrzeuge für die und die Strecke, am besten den und den Typ, wie halt vom Hersteller vorgeschlagen wird, aber fix zum XX.XX.20XX. Ein Mitbewerber bekommt das gleiche Angebot, also wird doch der Hersteller versuchen, den Termin als möglich anzugeben, auch wenn er es genau genommen gar nicht vorher sehen kann, ob er wirklich liefern kann. Und beim ICE hat sich wohl Siemens gesagt, bisher ging doch alles, (mit "kleinen" Pannen), warum soll jetzt was passieren, und dann passiert was, und schon hat Siemens ein Problem. Mit dem Talent II (Bombardier) dürfte es ähnlich gewesen sein. Ettliche Fahrzeuge vom Lint, Talent I, Waggons und Loks sind bisher weitesgehend störungsfrei in den Dienst gegangen, warum sollte es auch unbedingt beim Talent II nicht klappen? Nun, es klappte nicht, und jetzt ist der Ärger da. Aber mindestens so verantwortlich wie es der Hersteller für die Nichtverfügbarkeit seines Produktes ist, ist es in dem Falle auch die Auftragsvergabepraxis der Kunden.
Das Problem ist eindeutig EBA, und die Vorschriften die sich dauernd ändern (z.T. noch während der Bauphase!). Was sich da in den letzten paar Jahren abspielt ist nicht anderes als die Proleme die es in Großbritannien seit der Privatisierung und Zersplitterung der Zuständigkeiten. Mitlerweile hat man zumindest bei neuen Fahrzeugen dies wieder ganz gut im Griff, aber es hat lange gedauert, auch weil so einige der daran beteiligten Organisationen erstmal von der Idee daß das was Recht ist auch immer richtig ist abkommen mussten.

Witzigerweise war es von den großen Fahrzeugbauern übrigens Siemens die die Situation als erste richtig erfassten, als erste einen brauchbaren neuen Elektrotriebwagen zugelassen und zuverlässig fahrend auf die Schienen brachten (nämlich den Desiro UK), und deshalb nun mit über 1200 Wagen Marktführer sind. Aber solange das EBA und DB Netz nicht mitspielen wird das schwierig...
Zitat
christian schmidt
Das Problem ist eindeutig EBA, und die Vorschriften die sich dauernd ändern (z.T. noch während der Bauphase!). Was sich da in den letzten paar Jahren abspielt ist nicht anderes als die Proleme die es in Großbritannien seit der Privatisierung und Zersplitterung der Zuständigkeiten. Mitlerweile hat man zumindest bei neuen Fahrzeugen dies wieder ganz gut im Griff, aber es hat lange gedauert, auch weil so einige der daran beteiligten Organisationen erstmal von der Idee daß das was Recht ist auch immer richtig ist abkommen mussten.

Witzigerweise war es von den großen Fahrzeugbauern übrigens Siemens die die Situation als erste richtig erfassten, als erste einen brauchbaren neuen Elektrotriebwagen zugelassen und zuverlässig fahrend auf die Schienen brachten (nämlich den Desiro UK), und deshalb nun mit über 1200 Wagen Marktführer sind. Aber solange das EBA und DB Netz nicht mitspielen wird das schwierig...

Hallo,

eben was ich auch implizit meinte. Ein Hersteller, der heute ein Angebot und einen Liefertermin für ein Fahrzeug abgiebt, weiß noch gar nicht, kann es noch gar nicht wissen, was morgen das EBA für Zulassungsvorschriften erlassen hat. Aber sicherlich gibt es nicht selten auch von Seiten der Besteller her Änderungen, die die Lieferzeit herauszögern. Oder aber der Praxisbetrieb einer verwandten Baureihe, stellt man da einen Dauerschaden fest, z. B. beim ICE 3 Die Achswellen, so muss nicht nur ein standfestes Ersatzprodukt in die neuen Fahrzeuge integriert werden, nein es muss auch noch Ersatzmaterial für die Schadhaften Teile in den im Dienst stehenden Züge eingearbeitet werden. Und das alles verlängert eine Lieferfrist. Da aber im Schienenverkehrssektor sich jeder Hersteller an einer Hand ausrechnen kann, wie viele mögliche Konkurrenten für ein bestimmtes Produkt zur Verfügung stehen, die dann auch noch Fertigungskapazitäten frei hätten, wird sich der Hersteller aber auch keine Beine ausreißen um den Liefertermin zu halten.
Na ja, das war wohl keine neue Anforderung, an der Siemens nun gescheitert ist.
"Wird der Befehl zur Aktivierung der Bremsen ausgelöst, erlaubt sich die Steuerung eine Art Gedenksekunde, ehe sie das Kommando umsetzt. Bei einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern kommt der Zug nach einer Vollbremsung deshalb erst rund 70 Meter später zum Stehen als die alten ICE. "

Aber die Konkurrenz will wohl auch nicht.
"Der Kauf neuer Züge in Asien jedenfalls scheint keine Lösung zu sein. Als Bahn-Chef Rüdiger Grube vor einiger Zeit bei einem japanischen Hersteller vorfühlte, winkte dieser ab: Das Zulassungshickhack mit dem Eisenbahn-Bundesamt wolle man sich für keinen noch so großen Auftrag antun."

Beides aus: Eine Sekunde bis zum Stopp

Tschö
UHM
Und damit hatten die Japaner auch nicht Unrecht, wie man sieht:
[faz.net]

Otto-Normal-BahnfahrerIn interessiert das alles wenig, denkt sich ihren/seinen Teil und steigt auf's Auto um. Sollen sich doch die Schlüsselindustriefirmen gegenseitig zuklagen. Dem Wirtschaftsstandort Deutschland kann es nur schaden.
Wenn man bedenkt welche Strecke ein Zug in 1s zurücklegt bevor der Bremsvorgang eingeleitet wird würde ich das nicht unbedingt als Hickhack bezeichnen. Da geht es um Sicherheit.

Die da mehr zurückgelegten Meter können schon entscheidend sein wenn z.B. ein Hindernis auf den Gleisen ist.

Zumal man dem Lokführer auch noch Zeit für's erkennen des Hindernisses und eine gewisse Reaktionszeit zustehen lassen muß. Da summiert sich was zusammen.

Alles im allen ist das kein Ruhmesblatt für Siemens...
Ohman, wenn sich das wirklich so doll auf den Fahrplan auswirkt, dann mal gute Nacht. Finde es immer wieder erstaunlich, wie Firmen mit ihren Aufträgen hinterhängen können. Klar, es kann hier und da immer mal ein Zulieferer was in den Sand setzen, aber man kann doch nicht die Produktionspläne immer so eng gestalten, das gleich alles den Bach herunter läuft. Oftmals werden die Anlagen auch nicht richtig gewartet oder erneuert (hier mehr dazu) Zeit = Geld ... und genau das ist das Problem.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.2012 09:55 von MojitoJoe057.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen