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Britzer Garten - Museumsbahn abzugeben
geschrieben von friedjaff 
Laut Homepage der Britzer Museumsbahn ist diese aus Altersgründen zu verkaufen. Quelle: www.britzer-museumsbahn-berlin.de

Bin mit meiner Tochter immer gerne damit gefahren. Dieses Jahr fuhr sie schon nicht mehr. Schade, hoffentlich findet sich ein neuer Betreiber.

Weis jemand ein paar Hintergründe zu dem Thema?
Das wäre wirklich schade wenn diese keinen Nachfolger findet!

Gruß
Markus

*** Berlins Straßen sind zu wichtig um sie dem ÖPNV allein zu überlassen ***
Der Betreiber ist (war) mein ehemaliger Fahrlehrer. Ich schätze mal, dass er inzwischen kanpp 80 Jahre alt sein dürfte, kann also die Entscheidung, den Betrieb aus Altersgründen abzugeben nur gut verstehen.

Bäderbahn
Zur Abwechslung mal eine erfreuliche Nachricht:

Mittlerweile hat die Schmalspurbahn auf dem BUGA-Gelände nicht nur einen neuen Pächter, sondern auch eine neue Lokomotive.
Und 1000 Schoko-Osterhasen gab's auch noch ...
Als wir am Sonntag dort waren, fuhr noch keine neue Lokomotive. Eine Kleinbahnlokomotive von 1955 zog laut Fahrer drei neu gebaute Waggons.



Nur noch für kurze Zeit! Die Original Eisenbahn-Schabeseife der DB - nur echt mit Zitronenduft!
Die Saison sollte laut Betreiber eigentlich erst am kommenden Osterwochenende beginnen - das aber das Wetter so gut war, hat man am 2.4. schon mit dem Fahrbetrieb begonnen und ist seitdem täglich unterwegs.

Hier noch einige Bilder aus dem April des letzten Jahres wo an einem Wochenende - zum ersten Mal in der Geschichte der Bahn - eine Dampflok den Rundkurs befuhr. Damit hat man sich im Britzer Garten durch alle Traktionsarten - elektrisch > Diesel > Dampf - einmal durch rückwärts durch die Geschichte bewegt.

Der Einsatz erfolgte - vorbildlicherweise - klimaneutral. im Hintergrund lagert der Brennstoff am Bahnhof Buckower Damm.


Einmal queer durchs Wiesenmeer... die Lok stammt von privaten Sammlern. Die Wagen sind im Britzer Garten beheimatet und sind allesamt Eigenaufbauten auf alten Feldbahngestellen.


Es war kalt, der Himmel bedeckt, der Einsatz war öffentlich kaum kommuniziert, und das beworbene Highlight des Tages "Spargelfest" schlecht besucht. Doch überall, wo der kleine Zug hinkam, war er dicht umlagert.



Dichtes Gedränge um den Dampfzwerg made in Berlin. Im Hintergrund übrigens der Betreiber und Besitzer der Bahn seit 2014, Peter Erk.


Es wird wohl überlegt, den Einsatz dieses Jahr zu wiederholen - die allgemeine Begeisterung bei allen Anwesenden im Park gibt dem auf jeden Fall recht. Leuchtende Kinderaugen und Park-Urgesteine, die sich ungläubig die Augen reiben.
Ausserdem macht es echt Spaß, der kleine Maschine bei der Arbeit zuzuschauen. Verzeiht mir, wenn ich Selbstverständlichkeiten erzähle, aber für alle, die sich da unten im tiefsten Mariendorf nicht so gut auskennen: Der Britzer Garten wurde auf einer vollkommen ebenen Fläche ehemaliger Rieselfelder angelegt. Dabei hat mein ein ausladendes Seensystem mit einem Hauptsee und mehreren Seitenteichen gestaltet. Mit dem Aushub wurde dann die Landschaft modelliert und etliche Hügel aufgeschüttet. Die Bahnstrecke schlängelt sich durch diese Hügel durch und hat ein recht anspruchsvolles Profil - enge Radien und steile Steigungen.
Insbesondere der Anstieg auf der Brücke über dem Seecafé ist ziemlich heftig. Das war jedes Mal ein Spektakel wenn der Zug mit "Volldampf" aus dem Bahnhof Festplatz ausfuhr, dann in der langgestreckten Kurve "alles, was geht" Anlauf nahm, um es mit seinen 20 PS und den vollbesetzten Wagen bis zur Kuppe hinter der Brücke zu schaffen...
Ich habe mal nachgefragt: aus dem Dampflokeinsatz wird dieses Jahr leider nichts mehr. Gerne hätte man wieder die kleine O&K 7697 eingeladen, aber ihr Besitzer, der die Lok selber an- und abtransportiert und auch fährt, hat wohl in dieser Saison keine Zeit mehr.
Die Familie Erk (die Betreiber der Parkbahn im Britzer Garten) besitzen selber (mindestens) eine Dampflok, einen polnischen C-Kuppler. (Müsste, wenn ich mich nicht irre, eine Schwestermaschine der 'Luise' in der Wuhlheide sein.) Mit den Radien im Park sollte die eigentlich klarkommen. Aber mit ihren 12 t Dienstmasse ist sie fast doppelt so schwer wie die O&K, und das will man dem Oberbau wohl nicht zumuten. Rein rechnerisch müssten die Schienen das abkönnen (sind S18 verbaut), aber weil überwiegend noch die Originalschwellen von 1985 liegen (Weichholz, unimprägniert) und die Gleislage nicht überall die beste ist, wollen die Betreiber lieber kein Risiko eingehen.

Noch zwei fun facts: 1985 dauerte die Rundfahrt nur genau halb so lange, nämlich eine halbe Stunde. Damals gönnte man sich aber auch eine Vmax = 25 km/h auf dem Rundkurs, während man sich heute mit Tempo 10 begnügt.
Zur Buga '85 wurde der Rundkurs noch gegen den Uhrzeigersinn befahren, heute sind die Bahnen im Uhrzeigersinn unterwegs. (Ich meine, auch Klaus Gränert - der übrigens vor rund einem Jahr verstorben ist -
sei schon im Uhrzeigersinn gefahren, aber daran erinnere ich mich nicht genau.)
Grund ist beides Mal die Sicherheit: Die 1985 von der Firma Intamin eingesetzten Züge mit Akkuloks hatten eine durchgehende Druckluftbremse, waren also auf allen Achsen gebremst. Heute fährt man nach Feldbahnstandard, gebremst wird nur die Lok, die Wagen haben keine Betriebsbremse. Deswegen die geringere Geschwindigkeit.
Die Bremsen bestimmen auch die Fahrtrichtung: jetzt wird der steilste Streckenabschnitt auf der Brücke an den Seeterrassen bergauf befahren. Für die Intaminbahnen waren die 45 Promille bergab kein Problem, aber bei den Feldbahnzügen ist nicht ganz ausgeschlossen, dass diese bei ungünstigen Bedingungen ins Rutschen kommen.

Die originalen 'Berliner' (eigentlich sind es ja Münchner) Intaminbahnen fahren übrigens heute noch im Grugapark in Essen und im Westfalenpark in Dortmund.
Wenn du so viel in Erfahrung bringen konntest, welchen Sinn haben eigentlich die Ausweichstellen? Für die Nachtabstellung gibt es ja den "Betriebshof".

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Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Jay, das ist eine gute Frage, und ich habe nicht die geringste Ahnung. Konkret müsste man wahrscheinlich fragen, welchen Sinn sie hatten, denn ich glaube schon seit der Ära Gränert sind sie außer Betrieb (genauer gesagt dienten sie da zum Abstellen von allem möglichen Feldbahnschrott). Einzelne Weichen wurden mittlerweile auch schon ausgebaut, so ist die Ausweiche 'Rosengarten' vorwärts gar nicht mehr erreichbar. Ach der "Betriebshof", der ja noch etliche Gleise neben der heute noch bestehenden Halle bot, wurde auf das heutige Maß schon 1986 zurückgebaut.

Ich kann mir nur vorstellen, dass das damals zur Buga betriebliche Gründe hatte. Bei maximal 10 Zügen im Einsatz und nur 5 Haltepunkten ist ja an ein "Fahren im Bahnhofsabstand" nicht zu denken :P
So konnte dann operativ wenigstens eine Bahnsteigkante angefahren werden, falls der Vordermann noch den Bahnhof blockierte. Vielleicht dienten sie auch dazu, um den Rundkurs gegen die Hauptfahrrichtung zu befahren, um liegengebliebene Züge bergen zu können? Alles nur Vermutungen.
Gab es früher nicht kleine und große Rundkurse im Garten weshalb dafür die Ausweichen dienten?
@micha - nein, es gab immer nur den einen Rundkurs, so wie er auch heute noch befahren wird. Eine Abkürzung, wie beispielsweise im Großen Garten in Dresden, gab es nie.
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