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Barrierefreier ÖPNV in Berlin
geschrieben von der weiße bim 
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B-V 3313
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schallundrausch
Bis 2022 Deswegen müssen Tausende Bushaltestellen umgebaut werden

Was nutzt die schönste barrierefreie Haltestelle, wenn sie zugeparkt wird?
Soll man wirklich für viel Geld alle U-Bahnersatznachtlinienhaltestellen für höchstens acht-zehn Fahrten in der Woche ausbauen?

Die nächtlichen U-Bahnersatzhaltestellen sind meistens konsequent zugeparkt und es wird in zweiter Reihe eingestiegen. Barrierefrei ist die nächtliche Fahrt deshalb eh nicht.
Zitat
Chep87

Die viel spannendere Frage ist: Warum hat die Anstalt in den letzten 20 Jahren dieses Thema, wie so viele anderen Themen, schlichtweg wieder verschlafen? Überall sonst wird schon seit diesem Zeitraum solche Haltestellen gebaut.

Da gibt es eine schlichte Antwort: Weil sie dafür nicht zuständig ist. Zuständig ist der Baulastträger der Straße, also Bezirk oder Senat. Die BVG ist nur Nutzer der Anlage. Das Problem ist dabei, daß die Herstellung der Barierrefreiheit nicht erzwungen werden kann.

Zitat
Chep87
Zitat
B-V 3313
Soll man wirklich für viel Geld alle U-Bahnersatznachtlinienhaltestellen für höchstens acht-zehn Fahrten in der Woche ausbauen?
Ja.

Nein. Haltestellen dürfen auch nach 2022 nicht barrierefrei sein. Diese Ausnahmen sind im Nahverkehrsplan definiert.

Zitat
Chep87
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B-V 3313
Darf man ab 2022 keine Haltestellen mehr einfach um ein paar Meter verlegen ohne einen "barrierefreien Ersatzbau"?
Ich hoffe doch. Andere Städte schaffen das ja schließlich auch (dazu kann man z.B. Prima die Betonplatten, die man auch zwischen die Straßenbahngleise legt benutzten). Stell dir vor: Es gibt sogar Städte, die deshalb auf den Einbau von Kneeling in ihren Bussen verzichten können.

Im Nahverkehrsplan wird daher festgeschrieben, daß Haltestellen für Ersatz- und Umleitungsverkehre nicht barieerefrei sein brauchen.
Zitat
Chep87
Die viel spannendere Frage ist: Warum hat die Anstalt in den letzten 20 Jahren dieses Thema, wie so viele anderen Themen, schlichtweg wieder verschlafen? Überall sonst wird schon seit diesem Zeitraum solche Haltestellen gebaut.

Die Frage ist nicht spannend, sie zeugt von Unkenntnis. Die BVG kann nicht als bloßer Nutzer der Haltestellenbereiche plötzlich Bauarbeiten anordnen. Das können nur die zuständigen Tiefbauämter der Bezirke.

Zitat
Chep87
Ich hoffe doch. Andere Städte schaffen das ja schließlich auch (dazu kann man z.B. Prima die Betonplatten, die man auch zwischen die Straßenbahngleise legt benutzten). Stell dir vor: Es gibt sogar Städte, die deshalb auf den Einbau von Kneeling in ihren Bussen verzichten können.

So oft wie die Haltestellen in Berlin zugeparkt sind und die Fahrgäste auf der Straße aussteigen müssen, kann man auf das Kneeling nicht verzichten.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.06.2018 12:29 von B-V 3313.
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Bd2001
Im Nahverkehrsplan wird daher festgeschrieben, daß Haltestellen für Ersatz- und Umleitungsverkehre nicht barierrefrei sein brauchen.

Abgesehen von der Fragwürdigkeit dieser Maßgabe sind die Haltestellen, die von den Linien N1 - N9 bedient werden ja wohl keine SEV- oder Umleitungshaltestellen. Diese Stationen werden ganz regulär und regelmäßig bedient, die Anbindung dieser Stationen dürfte im mit dem Senat ausgearbeiteten ÖPNV-Angebot festgeschrieben sein. Dieses hat barrierefrei zu sein. Mag es Ausnahmen geben können, aber dutzende reguläre Nachtbushaltestellen erscheinen mir 'n bisschen viel für 'ne Ausnahme.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
Philipp Borchert
Abgesehen von der Fragwürdigkeit dieser Maßgabe sind die Haltestellen, die von den Linien N1 - N9 bedient werden ja wohl keine SEV- oder Umleitungshaltestellen. Diese Stationen werden ganz regulär und regelmäßig bedient, die Anbindung dieser Stationen dürfte im mit dem Senat ausgearbeiteten ÖPNV-Angebot festgeschrieben sein. Dieses hat barrierefrei zu sein. Mag es Ausnahmen geben können, aber dutzende reguläre Nachtbushaltestellen erscheinen mir 'n bisschen viel für 'ne Ausnahme.

Ein gewisser SEV sind sie schon.. ;-)

Die Frage ist doch, muss man sie auf den gleichen Standard heben wie normale Haltestellen? Reicht nicht ein Blindenleitstreifen und ein normal hoher Bordstein im Zusammenspiel mit dem Kneeling? Dazu kommt das Problem der oftmals zugeparkten Haltestellen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Mal ganz dumm gefragt: die Busse haben ja ausklappbare Rampen. Damit sind sie doch schon heute (einen halbwegs normalen Bürgersteig vorausgesetzt) barrierefrei oder irre ich mich? Steht irgendwo, dass die Barrierefreiheit komplett ohne Hilfe vom Personal gewährleistet sein muss? Oder kann man sich bei den etwas höheren Borden die Nutzung der Rampe sparen, weil der Restspalt klein genug ist (kann ich mir kaum vorstellen)? Oder ist die Neigung der Rampe beim Einsatz an vorhandenen Haltestellen zu steil?
Der Busfahrer ist für die Hilfestellung natürlich absolut opportun. Der Rollstuhlfahrer mag seine Hilfe benötigen, aber er braucht keine einer extra Begleitperson. Er braucht den Busfahrer dann anschließend noch, um sich mit dem Bus fortzubewegen.

Wenn eine Haltestelle "nur" einen normalen Bordstein hat, sie aber für das Fahrzeug problemlos anfahrbar ist, dürfte die Barrierefreiheit für den Rollstuhlfahrer gewährleistet sein. Wenn dann noch der Leitstreifen an der Kante installiert ist, gilt das auch für Sehbehinderte. Ein erhöhter Bord aus glattem Stein ("Kasseler Bord") bietet darüber hinaus Arbeitserleichterungen für den Fahrer, um diese Barrierefreiheit bestmöglich zu gewährleisten.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
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222
Mal ganz dumm gefragt: die Busse haben ja ausklappbare Rampen. Damit sind sie doch schon heute (einen halbwegs normalen Bürgersteig vorausgesetzt) barrierefrei oder irre ich mich? Steht irgendwo, dass die Barrierefreiheit komplett ohne Hilfe vom Personal gewährleistet sein muss? Oder kann man sich bei den etwas höheren Borden die Nutzung der Rampe sparen, weil der Restspalt klein genug ist (kann ich mir kaum vorstellen)? Oder ist die Neigung der Rampe beim Einsatz an vorhandenen Haltestellen zu steil?

Also, so dumm ist die Frage ja nun nicht... :-)

Grundsätzlich meint Barrierefreiheit nämlich durchaus, ein Angebot (hier: Stadtbusse der BVG) ohne fremde Hilfe nutzen zu können. Das Problem daran ist jetzt, dass jede Haltestelle und jeder Rollstuhl - aber auch jeder behinderte Mensch selbst - unterschiedlich ist, so dass sich Deine Fragen leider nicht mit einem simplen "Ja" oder "Nein" beantworten lassen. Beispielsweise komme ich mit meinem E-Rollstuhl bei jeder denkbaren Rampenneigung in den bzw. aus dem Bus und benötige an einem "Kasseler Bord" keine Rampe - sofern der Bus exakt parallel zum Bord steht - aber mit einem anderen Rolli (kleine drehbare Vorderräder...) sieht die Sache schon ganz anders aus...

Viele Grüße
Arnd
Zitat
Bd2001
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Chep87
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B-V 3313
Soll man wirklich für viel Geld alle U-Bahnersatznachtlinienhaltestellen für höchstens acht-zehn Fahrten in der Woche ausbauen?
Ja.
Nein. Haltestellen dürfen auch nach 2022 nicht barrierefrei sein. Diese Ausnahmen sind im Nahverkehrsplan definiert.

Was wären z. B. akzeptable Ausnahmen?
Zitat
Henning
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Bd2001
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Chep87
Zitat
B-V 3313
Soll man wirklich für viel Geld alle U-Bahnersatznachtlinienhaltestellen für höchstens acht-zehn Fahrten in der Woche ausbauen?
Ja.
Nein. Haltestellen dürfen auch nach 2022 nicht barrierefrei sein. Diese Ausnahmen sind im Nahverkehrsplan definiert.

Was wären z. B. akzeptable Ausnahmen?


Haltestellen entlang des 218.
Zitat
Bd2001
Haltestellen entlang des 218.

Richtig, da gibt es ja teilweise nicht einmal Fußwege.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Philipp Borchert
Ein erhöhter Bord aus glattem Stein ("Kasseler Bord") bietet darüber hinaus Arbeitserleichterungen für den Fahrer, um diese Barrierefreiheit bestmöglich zu gewährleisten.

Jein. Das gilt nur, wenn man dort gerade ranfahren kann. Bei Bushäfen muss man sonst aufpassen, dass man dort nicht beim reinfahren aufsetzt und daher sind die Sonderborde dort teilweise eher hinderlich als nützlich.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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Arnd Hellinger
Beispielsweise komme ich mit meinem E-Rollstuhl bei jeder denkbaren Rampenneigung in den bzw. aus dem Bus

Das kann ich ja kaum glauben, was hast Du denn für einen Super-Rolli?
Dabei denke ich an Rom, wo die Busfahrer grundsätzlich nicht an den Bordstein heranfuhren, sondern mitten auf der Straße hielten. Einige wenige klappten dann noch die Rampe aus, die dann so steil war, daß es für mich einfacher war, den Rolli so in den Bus zu bugsieren, als ihn über die viel zu steile Rampe hineinzuschieben. Wir waren jedenfalls froh, den E-Rolli zu Hause gelassen zu haben. Aber auch der Handrolli mußte nach der Reise zur Generalüberholung.



Bin ich denn hier der Einzigste, wo Deutsch kann?
Am Rüdesheimer Platz ist seit Sonntag der südliche Ausgang gesperrt, bis voraussichtlich 11.12.2018. Es wird der Aufzugseinbau vorbereitet.
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schallundrausch
[D]urch die Errichtung von Haltestellekaps wäre nicht nur die Barrierefreiheit konsequent gegeben (und nicht nur in den seltenene Fällen, wenn sich mal alle Autofahrer der Gegend aufraffen, die StVO einzuhalten - Stichwort "15 Meter"), sondern auch eine gewisse Beschleunigung des Busverkehrs. Und wenn man dann zwischen gegenüberliegenden Haltestellen noch eine langgezogene Mittelinsel einrichtet, die das Überholen des haltenden Busses unmöglich macht, ist auch was für die Sicherheit getan - und für die persönliche Tür-zu-Tür-Reisezeit der Fahrgäste, können diese die Straße i.d.R. schneller queren.

Damit verbunden wäre aber bei einer je Richtung einstreifigen Fahrbahn das komplette Anhalten des MIV und bei einer zweistreifigen Fahrbahn je Richtung das verengen während des Haltes auf eine Richtung verbunden. Die Mittelinsel braucht zudem noch mehr Platz, der bei Straßenumbauten auch für andere Belange benötigt wird, insbesondere für Radverkehrsanlagen. In dem Zusammenhang ist der Vorschlag vielleicht im Interesse des Umweltverbundes gut, aber ich sehe derzeit in Berlin dafür keine Realisierungschancen.

Ob die Tür-zu-Tür-Reisezeit damit wirklich sinkt, ist auch nicht sicher. Man lernt ja schon in der Grundschule, dass man nicht vor dem haltenden Bus die Fahrbahn überqueren soll. Wenn sich hinter dem Bus ein langer Fahrzeugstau gebildet hat, muss der auch erst abfließen, bis man die Fahrbahn queren kann. Sollte der Bus allerdings entgegen vorgenannten Ratschlag das Queren der Fahrgäste abwarten, hat er keine Zeitverlust durch einfädeln in den Verkehr, verliert aber damit wieder Zeit bei Querung der Fahrgäste.
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Arec
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schallundrausch
Und wenn man dann zwischen gegenüberliegenden Haltestellen noch eine langgezogene Mittelinsel einrichtet, die das Überholen des haltenden Busses unmöglich macht, ist auch was für die Sicherheit getan - und für die persönliche Tür-zu-Tür-Reisezeit der Fahrgäste, können diese die Straße i.d.R. schneller queren.

Damit verbunden wäre aber bei einer je Richtung einstreifigen Fahrbahn das komplette Anhalten des MIV und bei einer zweistreifigen Fahrbahn je Richtung das verengen während des Haltes auf eine Richtung verbunden. Die Mittelinsel braucht zudem noch mehr Platz, der bei Straßenumbauten auch für andere Belange benötigt wird, insbesondere für Radverkehrsanlagen. In dem Zusammenhang ist der Vorschlag vielleicht im Interesse des Umweltverbundes gut, aber ich sehe derzeit in Berlin dafür keine Realisierungschancen.

Im Haltestellenbereich Mittelinseln anzuordnen, wurde gelegentlich schon probiert, wie beispielsweise vom Bezirksamt Pankow im Zuge der Granitzstraße. Den MIV dadurch auszubremsen, gelingt aber nur teilweise, da zunehmend Fahrzeugführer mehrspuriger Fahrzeuge (einspurige quetschen sich einfach zwischen Bus und Verkehrsinsel durch) über die Gegenfahrbahn den haltenden Bus umfahren. Dabei kommt es regelmäßig zu Konflikten - von Frontalzusammenstößen mit Fahrzeugen des Gegenverkehrs, bis zur Gefährdung von Fußgängern. Die blicken regelmäßig nur nach rechts und bemerken links durchrauschende Fahrzeuge erst sehr spät.

so long

Mario
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B-V 3313
Zitat
Philipp Borchert
Ein erhöhter Bord aus glattem Stein ("Kasseler Bord") bietet darüber hinaus Arbeitserleichterungen für den Fahrer, um diese Barrierefreiheit bestmöglich zu gewährleisten.

Jein. Das gilt nur, wenn man dort gerade ranfahren kann. Bei Bushäfen muss man sonst aufpassen, dass man dort nicht beim reinfahren aufsetzt und daher sind die Sonderborde dort teilweise eher hinderlich als nützlich.

Ist da nicht die Weiterentwicklung "Kasseler Sonderboard plus" hilfreicher?
Nein. Es kommt ja beim Einschwenken zu den gefährlichen Situationen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Nein. Es kommt ja beim Einschwenken zu den gefährlichen Situationen.
Wieder so ein typisches Berliner Problem weil HamwaSchonImmerSoJemacht?
Zitat
Chep87
Wieder so ein typisches Berliner Problem weil HamwaSchonImmerSoJemacht?

Ein Problem, dass an allen Haltestellen besteht, die aus Rückscht auf den MIV nicht passend ausgebaut werden.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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