Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Lichtenrade Bahnhofstraße: Schienen unter Straße, oder umgekehrt?
geschrieben von L.Willms 
Zitat
B-V 3313
Wow, musst du frustriert sein...

Was ist denn den Anwohnern vorzuwerfen? Sie nutzen doch nur alle ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel aus.
Hast ja recht. Aber ich muß gestehen, dass ich seine Meinung (auch ironisch) verstehe bzw. irgendwie teile. So ein Tara hat bei der Reaktivierung der Anhalter Vorortbahn (Südkreuz - Lichterfelde-Ost) keiner gemacht und auch da stehen viele Wohn-Einfamilienhäuser, die eine Schallschutzmauer bekommen haben.
Theoretisch können solche Klagen in Zukunft noch in den restlichen drei Himmelsrichtungen auf uns zukommen.
Herrje, Berlin ist nunmal kein Dorf sondern eine Großstadt...
Wie ich bereits schon vorher schrieb: Brandenburg leidet unter Einwohnermangel (mal so als Ironie...)

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Ich bin auch frustriert als Berliner und das war ich vom ersten Tag an, sprich seit dem Fall der Mauer, dass man die Dresdner nicht sofort angepackt hat. Man kann den Lichtenradenern vorwerfen, dass sie nur an sich denken, nach dem St Florians-Prinzip. Und nicht als Berliner. Ich habe sie ja schon lange nach Brandenburg gewünscht. Überigens an der Anhalter Bahn gab es ebenfalls ziemliche Verzögerungen und bis Berlin sich bequemt hat, hat es auch gedauert, auf Brandenburger Seite war ja die Strecke schon viele Jahre fertig, bevor man auf Berliner Gebiet mit dem PfV begann. Also so groß unterscheiden sich die Lichterfelder von den -Radenern nicht.

Es ist ungefähr so, als würden Anwohner sagen, nein, reißt die Mauer nicht ein, sie hat uns so nützlich als Grundstückgrenze gedient. Und überhaupt, die vielen Ossis jetzt auf unseren Straßen. Das wolln wir nicht.

Heidekraut zum Hauptbahnhof



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.2017 22:15 von Heidekraut.
Populismus ist genau so schädlich wie Lobbyismus. Lobbyismus muss auf andere Weise bekämpft werden, als mit Bürgerinitiativen. Politische Entscheidungen finde ich genauso problematisch,die Sachentscheidung ist mir immer noch am liebsten. Natürlich muss ein Interessenausgleich stattfinden.Eine Entscheidung eggen das Allgemeinwohl ist, keine gute Sachentscheidung. Aber eine Entscheidung für eine Interessengruppe ist immer eine probelmatische Angelegenheit. Ihr wollt die Autostadt nciht, denn die Autofahrer sind ja auch nur eine Gruppe, aber warum wollt ihr dann die Fahrradstadt? Aus Sicht der Fahrradfahrer ist jeder andere Verkehrsteilnehmer von Übel. Genausowenig hat es mit Vernunft zu tun, dass nun keinerlei randbebauung an dem irrsinig großen Tempelhofer Feld möglich ist, nur weil hier das Volk gesprochen hat.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Heidekraut
Überigens an der Anhalter Bahn gab es ebenfalls ziemliche Verzögerungen und bis Berlin sich bequemt hat, hat es auch gedauert, auf Brandenburger Seite war ja die Strecke schon viele Jahre fertig, bevor man auf Berliner Gebiet mit dem PfV begann.

Nicht doch. Auf Brandenburger Seite war die Strecke zwar all die Jahre bis zum Bf. Teltow in Betrieb (wobei das nicht die ursprüngliche Hauptbahn war, sondern nur ein früheres Baugleis) und südlich des Außenrings sowieso als Hauptbahn. Aber das Stück nördlich des Außenrings wurde zusammen mit dem Berliner Abschnitt gebaut und ging zusammen mit dem Berliner Teil in Betrieb, da war nichts "schon viele Jahre" fertig. Auch die Ertüchtigung südlich des Außenrings auf 200 km/h kam erst 2005/06 zusammen mit dem Bau des Teils nördlich des Außenrings.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.06.2017 22:35 von Global Fisch.
Zitat
Heidekraut
... aber warum wollt ihr dann die Fahrradstadt? Aus Sicht der Fahrradfahrer ist jeder andere Verkehrsteilnehmer von Übel...

Es ist ja nicht so, dass irgendjemand eine reine Fahrradstadt fordern würde. Der Volksentscheid Fahrrad fordert im Kern eine leichte Umverteilung des Straßenraums zugunsten von mehr Sicherheit und Komfort für Radfahrende. 95 % des Straßennetzes sind überhaupt nicht betroffen und selbst bei einer Umsetzung aller geforderter Maßnahmen wird man noch sehr gut mit dem Auto durch die Stadt kommen.
Also ich kann die Jahre zählen wo ich dort hingelaufen bin, das fertige schon mächtig verrostete Gleis (zwei Gleise) bis zum Stadtrand reichte und auf Berliner Seite sich absolut nichts tat. Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, wirst Du mir nicht ausreden. Es gab damals heftige Diskussionen um die Anhalter Bahn auf Berliner Gebiet. Der Widerstand war vielleicht nicht so groß wie in Lichtenrade, reichte aber auch um die Fertigstellung zu verzögern. Brandenburg hatte längst seinen Abschnitt gebaut.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Marienfelde
Das Eisenbahn-Bundesamt macht die Planfeststellung für das Vorhaben "Wiederaufbau der Dresdner Bahn", Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1, Bahn-km 6,062 - 12,300 der Strecke 6135 Berlin Südkreuz - Elsterwerda und der Strecke 6035 Berlin - Blankenfelde öffentlich bekannt.

Der Planfeststellungsbeschluss mit den dazugehörigen Zeichnungen und Erklärungen liegt ab

19.06.2017 bis einschließlich 30.06.2017 im
Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Berlin,
Steglitzer Damm 117, 12169 Berlin
im Erdgeschoss, Zimmer E.02


zur allgemeinen Einsichtnahme aus.

Zeiten: Montags bis Donnerstags von 09.00 - 17.00 Uhr
und Freitag von 09.00 - 16.00 Uhr


Fahrverbindungen: S 2 sowie Ol 184 und 282 bis S-Bf Attilastraße.

Es geht um den Planfeststellungsabschnitt 1 vom Abzweig Berlin-Mariendorf bis Eisenbahnüberführung Schichauweg.

Gegenstand des Vorhabens: Bau zweier zusätzlicher elektrifizierter Gleise zwecks Trennung des Fern-, Regional- und Güterverkehrs vom Berliner S-Bahn-Verkehr sowie die Beseitigung der Bahnübergänge Säntisstraße und Buckower Chaussee, außerdem Neubau einer Straßenüberführung über die Buckower Chaussee, einer Eisenbahnüberführung über die Säntisstraße, dem Bau oder Ersatzneubau der Eisenbahnüberführungen über die Attilastraße, den Teltowkanal, die Großbeerenstraße und den Schichauweg und Umbaumaßnahmen im Bf Marienfelde. Vorbehalten bleibt die Entscheidung über einen neuen südlichen Zugang zum S-Bahn-Hp Buckower Chausse.

Vorgesehene Ersatzmaßnahme: "Regionales Band: Mauergrünzug - vom Mauerpark zum Naturpark Barnim" im Bezirk Pankow.

Dies ergibt sich aus der heutigen Berliner Zeitung, S. 13. Ich hoffe, es hat sich kein Fehler eingeschlichen. Einen Link für die Bekanntmachung habe ich leider nicht gefunden.

Link:
https://www.eba.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/PF/Beschluesse/Berlin/51_Dresdner-Bahn_PFA1.html
Nur kurz: In meinem Ursprungsbeitrag habe ich die Wörter "für die Bekanntmachung" im letzten Satz nachträglich gefettet. Die Planfeststellungsbeschlüsse selbst sind vom EBA verlinkt. Wenn man hingeht, ergibt sich aber evtl. die Möglichkeit, jemandem Fragen zu stellen, der sicher auch etwas von der Materie versteht.
Zitat
Heidekraut
Also ich kann die Jahre zählen wo ich dort hingelaufen bin, das fertige schon mächtig verrostete Gleis (zwei Gleise) bis zum Stadtrand reichte und auf Berliner Seite sich absolut nichts tat. Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, wirst Du mir nicht ausreden. […] Brandenburg hatte längst seinen Abschnitt gebaut.

Richtig, und um hier nicht zu sehr abzuschweifen, zeige ich mal zwei historische Bilder im passenden Thread: [www.bahninfo-forum.de]
Zitat
Heidekraut
Also ich kann die Jahre zählen wo ich dort hingelaufen bin, das fertige schon mächtig verrostete Gleis (zwei Gleise) bis zum Stadtrand reichte und auf Berliner Seite sich absolut nichts tat. Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, wirst Du mir nicht ausreden. Es gab damals heftige Diskussionen um die Anhalter Bahn auf Berliner Gebiet. Der Widerstand war vielleicht nicht so groß wie in Lichtenrade, reichte aber auch um die Fertigstellung zu verzögern. Brandenburg hatte längst seinen Abschnitt gebaut.

Es mag sein, dass die Planfeststellungsverfahren seinerzeit unterschiedlich liefen. Es mag sein, dass (wie bei jedem größeren Bauprojekt) Abschnitte unterschiedlich schnell fertig wurden.
1999 begannen jedenfalls die ersten Vorarbeiten im Bereich Teltow, mit der Dammschüttung, später die neuen Bahnsteige. Aber das sind Vorarbeiten. Kann sein, dass zu den Vorarbeiten auch schon ein Stück Gleis an der Stadtgrenze (danke an Jumbo für das Bild) gehörte.

Dass der Brandenburger Abschnitt der Anhalter Bahn Jahre vor dem Berliner fertig gewesen wäre, entspricht einfach nicht den Tatsachen. Auch "so gut wie fertig "war er noch lange nicht.

Dort:
bsisb.de

gibt es schöne Bilder von 2003/2004 aus dem Raum Teltow/Großbeeren. Kein Meter neues Gleis liegt dort, zwei Jahre vor der Fertigstellung der Strecke (Einweihung bekanntlich Mai 2006)!

Übrigens, was Formulierungen wie "Brandenburg hatte längst seinen Abschnitt gebaut" angeht: weder Berlin noch Brandenburg haben irgendeinen Meter der Strecke gebaut. Solche Strecken sind keine Ländersache.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.06.2017 10:14 von Global Fisch.
Zitat
Jumbo
Zitat
Heidekraut
Also ich kann die Jahre zählen wo ich dort hingelaufen bin, das fertige schon mächtig verrostete Gleis (zwei Gleise) bis zum Stadtrand reichte und auf Berliner Seite sich absolut nichts tat. Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, wirst Du mir nicht ausreden. […] Brandenburg hatte längst seinen Abschnitt gebaut.

Richtig, und um hier nicht zu sehr abzuschweifen, zeige ich mal zwei historische Bilder im passenden Thread: [www.bahninfo-forum.de]

Alles richtig. Aber was hätte es verkehrlich gebracht, schon 2001/2002 auf Berliner Gebiet weiterzubauen, wo doch weder Südkreuz (TSFKA Papestraße) noch der Fernbahntunnel betrieblich auch nur ansatzweise nutzbar war? Nur einen weiteren Zwangs-Umsteigepuckt in Lichterfelde Ost...

Viele Grüße
Arnd
Nun, um fertig zu sein, gehören natürlich Signale und vielleicht auch noch einmal neue Schienenköpfe. Aber er war über Jahre so fertig, wie es das Foto zeigt auf Brandenburger Seite, während sich auf der Berliner überhaupt nichts tat. Auch der Regionalbahnhof war sehr lange fertig und eingemottet. Und das ging wohl über den Rohbau hinaus.

Man kann es auch so betrachten, als der Rohbau (Bahndamm, Gleiskörper) des Planfeststellungsabschnittes Teltow bereits fertig war, hatte das PfV des Abschnittes Lichterfelde noch gar nicht begonnen. Um die Kurve zum Topik zu bekommen, warum hat man nicht bei der Dresdner mit bereits fertigen planfestgestellten Abschnitten früher begonnen? Weil hier nicht zwei Bundesländer beteiligt waren? Sind aber ja im Prinzip doch auch.

Ich denke aber, dass es jetzt recht zügig gehen wird, denn der Druck auf die Anhalterbahn durch die SFS und den steigenden ICE-Verkehr wächst. Wenn dann auch noch der BER öffnet, wo zum Glück die Berliner Götter vor sind, täte sich der Druck nochmal erhöhen. Aber da brauchen wir uns ja keine Sorgen machen.

Heidekraut zum Hauptbahnhof



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.06.2017 16:02 von Heidekraut.
Zitat
Arnd Hellinger
Zitat
Jumbo
Zitat
Heidekraut
Also ich kann die Jahre zählen wo ich dort hingelaufen bin, das fertige schon mächtig verrostete Gleis (zwei Gleise) bis zum Stadtrand reichte und auf Berliner Seite sich absolut nichts tat. Was ich mit eigenen Augen gesehen habe, wirst Du mir nicht ausreden. […] Brandenburg hatte längst seinen Abschnitt gebaut.

Richtig, und um hier nicht zu sehr abzuschweifen, zeige ich mal zwei historische Bilder im passenden Thread: [www.bahninfo-forum.de]

Alles richtig.

Nochmal: nein, nein und nochmals nein.

Die These, "Brandenburg hatte seinen längst seinen Abschnitt gebaut" ist grob falsch.
Gebaut war der Abschnitt vom Bf. Teltow zur Stadtgrenze, etwa ein Viertel des brandenburgischen Abschnitts bis zum Außenring. Auf dem dreimal so langen Abschnitt von Teltow bis zum Außenring war bis ca. 2004 so gut wie nichts fertiggestellt, mag sein, dass es Vorarbeiten gab, aber es lag nichts. Keine Gleise, keine Masten etc.

Das einzige was lag, war das Bauhilfsgleis aus den 1940ern, das einzige Gleis, was dort nicht den Reparationsleistungen zum Opfer gefallen war.

Zitat

Aber was hätte es verkehrlich gebracht, schon 2001/2002 auf Berliner Gebiet weiterzubauen, wo doch weder Südkreuz (TSFKA Papestraße) noch der Fernbahntunnel betrieblich auch nur ansatzweise nutzbar war? Nur einen weiteren Zwangs-Umsteigepuckt in Lichterfelde Ost...

Es ging um die Verlängerung der Regionalbahn, wie sie bis 1998 nach Teltow fuhr, weiter nach Lichterfelde Ost oder wenigstens Süd. Deswegen war das neue Gleis in Teltow auch an das alte Gleis nach Süden angebunden. Nachzulesen etwa hier:

Berliner Zeitung

oder dort:

Signalarchiv

Das wäre sicherlich ganz nett gewesen, aber dazu kam es nie. Ob das nun am Land Berlin lag (denkbar) oder an der DB (zuviele bevorstehende Bauzustände) müsste ich genauer nachlesen.
Zitat
Heidekraut
Nun, um fertig zu sein, gehören natürlich Signale und vielleicht auch noch einmal neue Schienenköpfe. Aber er war über Jahre so fertig, wie es das Foto zeigt auf Brandenburger Seite, während sich auf der Berliner überhaupt nichts tat. Auch der Regionalbahnhof war sehr lange fertig und eingemottet. Und das ging wohl über den Rohbau hinaus.

Dein Beitrag hat sich mit dem von Arnd etwas überschnitten, ausführliche Antwort dort, hier nochmal soviel: gebaut wurde auf Brandenburger Seite der Abschnitt von Teltow zur Stadtgrenze. Ein Viertel der Strecke von der Stadtgrenze zum Außenring. Mehr nicht.

Zitat

warum hat man nicht bei der Dresdner mit bereits fertigen planfestgestellten Abschnitten früher begonnen? Weil hier nicht zwei Bundesländer beteiligt waren?

Warum sollte der Bauherr, die Deutsche Bahn, das tun? Was hätte die DB davon, wenn sie all die Menschen, Maschinen, die für den Bau nötig wären, rankarrt, um erstmal ein verkehrlich nicht nutzbares Teilstück zu bauen,
und sie dann danach erstmal wieder woanders hinschickt?

Im übrigen: auch wenn ich keine größeren Probleme dort sehe: planfestgestellt sind m.W. nur die Berliner Abschnitte der Dresdener Bahn, der Brandenburger noch gar nicht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.06.2017 18:50 von Global Fisch.
Warum die DB das tun sollte? Na genau wie bei der Anhalter Bahn, um Zeit zu sparen bei der Bauausführung. Was fertig ist, ist fertig. Man nennt das auch Vorleistung. Niemand hat bestritten, dass der Brandenburger Abschnitt jeweils recht kurz ist. Dass bei der Dresdner Bahn der Brandenburger Teil noch gar nicht eingeleitet wurde, zeigt ja erst recht, wie hirnverbrant das ist. Das hätte schon vor 10 Jahren erfolgt sein können. Ich gehe davon aus, dass es auf diesem Abschnitt keine Klagen geben wird.

>Das einzige was lag, war das Bauhilfsgleis aus den 1940ern,

Ok, das entzieht sich meiner Kenntnis. Obwohl, ich bin damals auch ständig während und auch schon vor den Bauarbeiten auf dem alten für die S-Bahnverlängerung nach Zossen vorgesehenen Bahndamm gewandert und zumindest die Gleise für den Güterbahnhof Groß Behren waren ja längst fertig. Es stimmt aber, dass die Fernbahnstrecke in diesem Bereich erst nach und nach gebaut wurde. Das hatte ich jejtzt nicht mehr auf dem Schirm.

Heidekraut zum Hauptbahnhof



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.06.2017 20:00 von Heidekraut.
Zitat
Global Fisch
Im übrigen: auch wenn ich keine größeren Probleme dort sehe: planfestgestellt sind m.W. nur die Berliner Abschnitte der Dresdener Bahn, der Brandenburger noch gar nicht.

Ja, der Planfeststellungsabschnitt 3 (von Landesgrenze bis kurz vor Dahlewitz) dürfte wohl auch noch offen sein, hier noch einmal dieses als Gedankenstütze: [www.deutschebahn.com]
Die Verbindungskurve von Blankenfelde Richtung Schönefeld soll wohl nur noch eingleisig sein.

Prima, meint
Marienfelde



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.06.2017 20:48 von Marienfelde.
Danke für die Stütze. Abschnitt 4 und 1 hätte längst fertig gebaut sein können, schließlich gab es dort "kürzlich" Sanierungsarbeiten. Der Abschnitt mit dem Außenring mag ja noch problematisch sein, da sich die DB nicht einig ist. Aber diese Verzögerungstaktik hat den Vorteil, dass man nochmal über eine S2 zum BER nachdenken kann. Zeit dürfte dafür ja noch genug sein. ;-)

Wenn ich die Grafik richtig verstehe, wird es ja drei Kurven geben.

edit: Fehler erkannt.

Heidekraut zum Hauptbahnhof



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.06.2017 12:01 von Heidekraut.
Zitat
Heidekraut
Ein Volksentscheid gibt immer nur Stimmungen wieder und ist ein Einfallstor für Populismus. Mit Vernunft sind Volksentscheide eher selten gepaart. Ein demokratisches Verfahren sieht andere Register vor und ist eindeutig gründlicher und von mehr Wissen und Fachleuten gesegnet. Man sieht das an Tegel, auch wenn ich gewiss dafür stimmen werde, so bin ich doch sehr skeptisch gegenüber Volksentscheiden. Man siehts auch an Tempelhof und ja auch am Fahrradentscheid.

In der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung findet sich auf Seite 7 ein Artikel unter der Überschrift: "Die Republik als Anlageprodukt". Eine Verlinkung ist anscheinend noch nicht möglich.

In dem Artikel geht es um eine Analyse von sechs Privatisierungswellen in Deutschland von 1960 bis heute durch die den "Grünen" nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung. Ich will kurz auf das aktuelle Beispiel der "Autobahnprivatisierung" eingehen.

Hierzu wird u.a. ausgeführt: "Anfang Juni peitschten Union und Sozialdemokraten eine Grundgesetzänderung durch, um eine solche (Autobahn-) Infrastrukturgesellschaft zu etablieren. Künftig wird diese GmbH im Besitz des Bundes Finanzierung, Erhalt und Bau der Autobahnen steuern. Zentral statt föderal, privatrechtlich statt öffentlich-rechtlich."

Die Infrastrukturgesellschaft wird außerhalb des Bundeshaushalts Schulden aufnehmen können, die - fragwürdige - sogenannte "Schuldenbremse" ausgehebelt.

Noch ein Zitat aus dem Artikel: "Mit dem Wechsel der Rechtsform von öffentlich zu privat, verschiebt sich Grundlegendes: An die Stelle des ursprünglich auf demokratisierenden Ausgleich zielenden Prinzips der Daseinsvorsorge, tritt das Prinzip der Maximierung. Investoren setzen nicht auf gleiche Lebensverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, sondern auf maximale Rendite. Die in dieser Expertise schlüssig dargelegte Folge dieses Prinzipienwechsels ist die Erosion der Demokratie selbst."

Die Autoren empfehlen eine "Reform der Schuldenbremse, bei der Investitionen in die Daseinsvorsorge erlaubt werden. Statt Privatrecht sollte das öffentliche(s) Recht "als verpflichtender Rechtsrahmen für Einrichtungen der Daseinsvorsorge Verfassungsrang bekommen".

Gäbe es - nach dem Muster der Schweiz - ein fakultatives Referendum auf Bundesebene, könnte diese von der gewählten Regierung und dem Bundesrat getroffene Entscheidung dem Souverän (dem Volk) vorgelegt werden.

Diese Grundgesetzänderung mag formal demokratisch zustande gekommen sein - aber sie ist ihrem Inhalt nach alles andere als demokratisch. Gäbe es einen Volksentscheid auf Bundesebene, hätten CDU/CSU und SPD es wahrscheinlich nicht gewagt, so ein Gesetz zu beschließen.

Ein Volksentscheid auf Bundesebene wäre ein starkes Gegengewicht gegen Versuche, alle möglichen nicht demokratisch legitimierten Interessen "am Volk vorbei" durchzusetzen.

Soweit ich weiß, war in der Anhörung zur Infrastrukturgesellschaft eine sehr breite Gegnerschaft zur "Autobahnprivatisierung" zu erkennen: Das Spektrum reichte vom ADAC bis zur Linkspartei.

Noch einen schönen Abend wünscht Euch
Marienfelde

P.S.: Nunmehr steht der Artikel online zur Verfügung, hier also noch der Link: [www.berliner-zeitung.de]



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2017 06:42 von Marienfelde.
Ich will das jetzt nicht ausweiten. Natürlich ist die Frage von Privatisierung öffentlicher Angelegenheiten umstritten und problematisch. Die Frage ist aber schon, was ist Daseinsvorsorge und was nicht. Zu der Grundgesetzänderung gibt es immer noch das Verfassungsgericht. Es ist nicht ausgemacht, dass die These stimmt, dass ein Volksentscheid auf Bundesebene ein starkes Gegengewicht darstellt. Das ist eine den Grünen nahestehende These, die man aber auch sehr anfechten kann. Die Grünen unterstützen ja auch Anthroposophie und Homöopathie. Und wenn man fragt, wird das von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt. ;-) Ohne Kommentar.

Ich denke eher, das Problem liegt darin, dass wir einen CSU-Verkehrsminister haben.

Heidekraut zum Hauptbahnhof



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2017 09:37 von Heidekraut.
Zitat
Heidekraut
Warum die DB das tun sollte? Na genau wie bei der Anhalter Bahn, um Zeit zu sparen bei der Bauausführung. Was fertig ist, ist fertig. Man nennt das auch Vorleistung.

Es ist eine kurze Strecke. Die DB würde nicht nennenswert Zeit sparen, wenn sie die in Etappen bauen würde.
Und nach meinem - zugebenermaßen laienhaften - Verständnis kostet es mehr, weil man Menschen, Material,
Maschinen mehrfach rankarren müsste. Und der schon fertige Abschnitt müsste auch gewartet werden, sonst
wächst er zu und alles rostet vor sich hin.

Zitat
Heidekraut
Niemand hat bestritten, dass der Brandenburger Abschnitt jeweils recht kurz ist. Dass bei der Dresdner Bahn der Brandenburger Teil noch gar nicht eingeleitet wurde, zeigt ja erst recht, wie hirnverbrant das ist. Das hätte schon vor 10 Jahren erfolgt sein können. Ich gehe davon aus, dass es auf diesem Abschnitt keine Klagen geben wird.

Das denke ich auch. Meine Vermutung, warum das Planfeststellungsverfahren noch nicht lief, ist, dass man danach nur eine begrenzte Zeit Baurecht hat (als "Heidekraut" kennst Du die Problematik ja) und das schönste Planfeststellungsverfahren wieder neu aufgerollt werden muss, wenn auf den anderen Abschnitten noch diverse Klagen laufen.

Zitat
Heidekraut
Ok, das entzieht sich meiner Kenntnis. Obwohl, ich bin damals auch ständig während und auch schon vor den Bauarbeiten auf dem alten für die S-Bahnverlängerung nach Zossen vorgesehenen Bahndamm gewandert und zumindest die Gleise für den Güterbahnhof Groß Behren waren ja längst fertig.

Da gab mehrere interessante Projekte damals um 1940. Der Bahndamm dort war für die S-Bahn nach Ludwigsfelde (nicht Zossen). Dieser wurde ab ca. 1941 (müsste nachschlagen) auch für Vorortzüge genutzt, wenn auch noch ohne Stromschiene. Ebenfalls auf diesem Bahndamm lagen die verlegten Ferngleise, auch die waren m.W. schon in Betrieb. Unten daneben, etwa an der alten Trasse, lag dann das Bauhilfsgleis für den Güterbahnhof, das einzige, was nicht 1945 demontiert wurde. Der Güterbahnhof lag auf der anderen Seite der Gleise, heute schön zugewachsen. Viele Spuren findet man nicht.

Weil Du Zossen nanntest: dorthin sollte von Großbeeren eine Güterstrecke entstehen. Gab diverse Vorleistungen, mancherorts findet man heute noch Einschnitte im Gelände oder schon Betonwiderlager für geplante Brücken. Etwa den Einschnitt bei Groß Schulzendorf oder die Betonbrückenreste nordwestlich von Dabendorf.

BSISB nennt Details



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 20.06.2017 10:55 von Global Fisch.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen