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Erste Elektrobuslinie in Berlin
geschrieben von Heidekraut 
Zitat
Eurabus
eurabus - war auch in Berlin angeboten. Leider ... kein Bedarf, Möglichkeiten, Wille?

Bedarf wäre nach der unverändert schlechten Vorstellung der Solaris electric 12 durchaus vorhanden. Wo doch auf dem Erdgassektor ein Testwagen nach dem anderen rollt.

Vorige Woche waren wieder durchschnittlich zwei von vier E-Busse auf der Linie 204 unterwegs - kein Fortschritt in Sicht. Einen doppelten Wagenbestand können sich nur Kleinbetriebe dauerhaft leisten.
Man sollte alternative Hersteller sofort beim Wort nehmen und deren Produkte unter gleichen Bedingungen auf der Linie 204 prüfen. Da kann man gleich sehen, was an solchen Aussagen wie im verlinkten Werbetext vom Branchendienst dran ist: "Die kleine Ausführung mit einer Länge von 12 Metern kann bis zu 400 Kilometer weit elektrisch fahren, die große Ausführung ist 18 Meter lang und schafft gar bis zu 650 Kilometer."
Der längste Umlauf auf Linie 204 ist einschließlich Ein- und Aussetzen von und nach Hof I ca. 175 km lang, die drei anderen eine Runde (13 km) kürzer. Das sollte der Eurabus doch zwei Tage lang sogar ohne Nachladung schaffen ...

so long

Mario
So ein Eurabus war doch auch mal bei der BVG...bloss nie im Einsatz, oder?

Hier [www.bahninfo-forum.de] gab es auch schon einen kleinen Thread dazu.

_____________

Guten Tag !
Den Eurabus hab ich nicht live gesehen.
Seit heute gibt es aber tatsächlich wieder einen Zusatzbus auf der berüchtigten Linie 204 im Test. Dazu heisst es in einer Pressemitteilung der BVG:

Zitat
PM BVG
Die BVG testet ein weiteres Busmodell mit Elektroantrieb. Seit dem heutigen Dienstag ist der Bus auf der Linie 204 im Einsatz. Die gesamte Elektro- und Antriebstechnik stammt von der Firma Ziehl-Abegg, die der BVG dieses Vorführfahrzeug für den Test zur Verfügung stellt. Die Fahrzeugbasis bildet ein Bus des niederländischen Herstellers VDL (Typ: Citea SLF 120 Electric). Der E-Bus bleibt voraussichtlich für ca. zwei Wochen in Berlin. Er wird wie die vier vorhandenen E-Busse vom Typ Solaris Urbino 12 electric auf der Linie 204 zwischen Zoologischer Garten (Hertzallee) und Bahnhof Südkreuz fahren. Dabei fährt der Gast zusätzlich zum regulären Fahrplan.
Da der Bus per Kabel auf dem Betriebshof geladen wird, können seine Einsatzzeiten variieren. Nach Herstellerangaben sollen die auf dem Dach montierten Batterien für eine Reichweite von 150 Kilometern ausreichen. Die besten Chancen auf eine Probefahrt haben interessierte Fahrgäste montags bis freitags von ca. 7 bis ca. 14 Uhr. An den Wochenenden ist zusätzlich ein Einsatz auf der Linie 100 geplant.
Bereits im Mai hatte die BVG für ca. zwei Wochen einen E-Bus des finnischen Herstellers Linkker getestet.

so long

Mario
Thüringer Städte (bis auf Jena) verzichten bis auf weiteres auf E-Busse in Planung und Anschaffung.
Begründung- zu teuer, zu unzuverlässig, nirgendwo bis jetzt erfolgreicher, störungsfreier (Test)Betrieb im Alltag.

T6JP
Hallo zusammen,

weiß jemand, was es mit diesem Bus auf sich hat? Habe hier im Forum noch nichts dazu gefunden. Website des Herstellers dazu.

Den Zielanzeigen nach ist er im Auftrag der BVG unterwegs (heute Nachmittag am Mollknoten gesehen).

Viele Grüße
Manuel




BVG Pressemitteilung



Berlin, 11. Juli 2017



Mal probieren? Aber gern!



Die BVG testet ein weiteres Busmodell mit Elektroantrieb. Seit dem heutigen Dienstag ist der Bus auf der Linie 204 im Einsatz. Die gesamte Elektro- und Antriebstechnik stammt von der Firma Ziehl-Abegg, die der BVG dieses Vorführfahrzeug für den Test zur Verfügung stellt. Die Fahrzeugbasis bildet ein Bus des niederländischen Herstellers VDL (Typ: Citea SLF 120 Electric). Der E-Bus bleibt voraussichtlich für ca. zwei Wochen in Berlin. Er wird wie die vier vorhandenen E-Busse vom Typ Solaris Urbino 12 electric auf der Linie 204 zwischen Zoologischer Garten (Hertzallee) und Bahnhof Südkreuz fahren. Dabei fährt der Gast zusätzlich zum regulären Fahrplan.



Da der Bus per Kabel auf dem Betriebshof geladen wird, können seine Einsatzzeiten variieren. Nach Herstellerangaben sollen die auf dem Dach montierten Batterien für eine Reichweite von 150 Kilometern ausreichen. Die besten Chancen auf eine Probefahrt haben interessierte Fahrgäste montags bis freitags von ca. 7 bis ca. 14 Uhr. An den Wochenenden ist zusätzlich ein Einsatz auf der Linie 100 geplant.

Bereits im Mai hatte die BVG für ca. zwei Wochen einen E-Bus des finnischen Herstellers Linkker getestet.
Zitat
T6Jagdpilot
nirgendwo bis jetzt erfolgreicher, störungsfreier (Test)Betrieb im Alltag.

T6JP

Doch, in Zermatt. ;-)
Zitat
manuelberlin
Hallo zusammen,

weiß jemand, was es mit diesem Bus auf sich hat? Habe hier im Forum noch nichts dazu gefunden.

[www.bahninfo-forum.de]

Beste Grüße
Harald Tschirner
Hier eine Abb. vom Eurabus.
Sein Vorgänger fuhr schon in Berlin als Shuttle zwischen Schloss Bellevue und Hauptbahnhof anläßlich dem Tag der offenen Tür. Zur IGA gab es keine Anfrage.
In anderen Länder gibt es schon große Nachfrage. In D wird man es abwarten müssen.


Belastbare Ergebnisse erhält man jedoch nur bei einem mehrwöchigen Praxiseinsatz mehrerer Fahrzeuge im Stadtverkehr wie auf der Linie 204.
Im vorherigen Dieselbetrieb kam die Linie mit drei Wagen aus, jetzt werden zur Sicherstellung der Nachladepausen vier Umläufe eingesetzt. Trotz des um ein Drittel höheren Fahrzeug- und Personalaufwandes hat sich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Linie nicht relevant erhöht. Die Solariswagen kommen über durchschnittlich 50% Einsatzfähigkeit offensichtlich kaum hinaus. Obwohl heute morgen drei Urbino 12 electric am Start waren, wurde einer schon wieder gegen einen Diesel getauscht.
Oder erfüllen die E-Busse außer den Einsätzen auf der Linie 204 inzwischen weitere Aufgaben?

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Belastbare Ergebnisse erhält man jedoch nur bei einem mehrwöchigen Praxiseinsatz mehrerer Fahrzeuge im Stadtverkehr wie auf der Linie 204.
Im vorherigen Dieselbetrieb kam die Linie mit drei Wagen aus, jetzt werden zur Sicherstellung der Nachladepausen vier Umläufe eingesetzt. Trotz des um ein Drittel höheren Fahrzeug- und Personalaufwandes hat sich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Linie nicht relevant erhöht. Die Solariswagen kommen über durchschnittlich 50% Einsatzfähigkeit offensichtlich kaum hinaus. Obwohl heute morgen drei Urbino 12 electric am Start waren, wurde einer schon wieder gegen einen Diesel getauscht.
Oder erfüllen die E-Busse außer den Einsätzen auf der Linie 204 inzwischen weitere Aufgaben?

Ich sehe es ja auch so, dass die E-Busse unzuverlässiger sind, aber du machst die hier noch schlechter als sie eigentlich sind:

"Trotz des um ein Drittel höheren Fahrzeug- und Personalaufwandes..."

Fahrzeuge: Hatte der Dieselfahrplan zu allen tageszeiten nur 3 Fahrzeuge? Wenns nur zur HVZ 4 waren, dann egalisiert sich das schon wieder. Die Gesamtlaufleistung steigt ja nicht.

Personal: Werden alle nun vorhandenen Mehrpausen des Personals tatsächlich bezahlt. Kann ch mir bei dem Rumgejammer über die schlechten Pausenrgelungen gar nicht vorstellen.

"...hat sich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Linie nicht relevant erhöht"

Das können wir dir jetzt glauben oder nicht. Auch wissen wir nicht was du überhaupt als "relevant" ansiehst. Die Berechnungslogik der Zuverlässigkeitsquote der BVG ist eh fürn Arsch: Zuverlässig ist bei denen das das was nicht ausgefallen ist. Die können ihre Fahrten also auch zwischen 2 und 3 Uhr nachts nachholen, wären dann entsprechend nur verspätet, aber eben nicht ausgefallen.
Außerdem haben wir von der BVG ja gelernt, dass alle externen Einflüsse eh viel größer und sowieso unbeeinflussbar sind und man nie zwei Zahlen vergleichen kann. Theoretisch sollte ein Fahrplan mit 4 Umläufen durchaus eine höhere Zuverlässigkeit haben als einer mit 3. Die BVG hält sich ja ziemlich bedeckt mit konkreten Betriebskennzahlen, selbst bei dieser geförderten Linien eines Bundesforschungsprojektes.

*******
Logital bei Twitter.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.2017 12:18 von Logital.
Zitat
T6Jagdpilot
... nirgendwo bis jetzt erfolgreicher, störungsfreier (Test)Betrieb im Alltag.

Nirgendwo? Google spuckte nach kurzer Anfrage z.B. aus:

-> Bonn, Münster, Köln
-> Hamburg

Gruß
Micha

Zitat
der weiße bim
Im vorherigen Dieselbetrieb kam die Linie mit drei Wagen aus, jetzt werden zur Sicherstellung der Nachladepausen vier Umläufe eingesetzt. Trotz des um ein Drittel höheren Fahrzeug- und Personalaufwandes hat sich Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Linie nicht relevant erhöht...

Der Versuch dient aber nicht dazu, zu ermitteln, ob mit der heutigen Lade- und Fahrzeugtechnologie Umläufe gegenüber Dieselbetrieb eingespart werden kann, sondern dazu, aus dem Alltagsbetrieb Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Technologie zu gewinnen. In diesem Sinne ist sogar jeder Ausfall im Pilotprojekt ein gewisser Erkenntnisgewinn, der wertvoller ist als ein reibungslos laufender Betrieb.
Ich denke, diese Bustechnik wird bald gesetzlich vorgeschrieben, zumindest in den Smokbelasteten Städten. da beißt dann die Maus kein Faden ab und man wird mit den Unzulänglichkeiten leben müssen, bzw. die Abstellung derselben vorantreiben.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Logital
Fahrzeuge: Hatte der Dieselfahrplan zu allen tageszeiten nur 3 Fahrzeuge? Wenns nur zur HVZ 4 waren, dann egalisiert sich das schon wieder. Die Gesamtlaufleistung steigt ja nicht.
Richtig auch vor der Umstellung auf E-Busbetrieb gab es in den HVZ-Zeiten 4 Wagen auf dem 204.
Zitat
Barnimer
Zitat
Logital
Fahrzeuge: Hatte der Dieselfahrplan zu allen tageszeiten nur 3 Fahrzeuge? Wenns nur zur HVZ 4 waren, dann egalisiert sich das schon wieder. Die Gesamtlaufleistung steigt ja nicht.
Richtig auch vor der Umstellung auf E-Busbetrieb gab es in den HVZ-Zeiten 4 Wagen auf dem 204.

Vor dem Wechsel des Einsatzplanes im Juli 2015 bei gleichem Fahrplan für die Kunden waren drei Wagen mit Fahrer der Firma Hartmann ganztags und ein weiterer zeitweise im Einsatz, alle zusammen knapp 50 Stunden. Ein- und Aussetzfahrten ohne Vergütung.
Nach dem Wechsel auf E-Bus sind die vier ganztags beschäftigten E-Busse und Fahrer vom Hof I insgesamt 63 Stunden unterwegs, einschließlich Ein- und Aussetzfahrten. Der betriebliche Aufwand stieg also um rund 25% ohne Berücksichtigung des Unterschiedes von Eigen- und Fremdleistung.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Nach dem Wechsel auf E-Bus sind die vier ganztags beschäftigten E-Busse und Fahrer vom Hof I insgesamt 63 Stunden unterwegs, einschließlich Ein- und Aussetzfahrten. Der betriebliche Aufwand stieg also um rund 25% ohne Berücksichtigung des Unterschiedes von Eigen- und Fremdleistung.

Da es in dem Testbetrieb aber um ganz andere Fragen ging als die Frage, ob man den E-Bus-Betrieb vom Personaleinsatz her effektiver organisieren kann als den Dieselbus-Betrieb, sind diese Werte kaum von Belang. Wenigstens teilweise sollten sie als Zusatzkosten förder- bzw. erstattungsfähig sein, insofern könnte es für die BVG finanziell ein Nullsummenspiel, ein erkaufter Erkenntnisgewinn oder sogar ein Geschäft mit Gewinn gewesen sein.
Zitat
der weiße bim
Zitat
Barnimer
Zitat
Logital
Fahrzeuge: Hatte der Dieselfahrplan zu allen tageszeiten nur 3 Fahrzeuge? Wenns nur zur HVZ 4 waren, dann egalisiert sich das schon wieder. Die Gesamtlaufleistung steigt ja nicht.
Richtig auch vor der Umstellung auf E-Busbetrieb gab es in den HVZ-Zeiten 4 Wagen auf dem 204.

Vor dem Wechsel des Einsatzplanes im Juli 2015 bei gleichem Fahrplan für die Kunden waren drei Wagen mit Fahrer der Firma Hartmann ganztags und ein weiterer zeitweise im Einsatz, alle zusammen knapp 50 Stunden. Ein- und Aussetzfahrten ohne Vergütung.
Nach dem Wechsel auf E-Bus sind die vier ganztags beschäftigten E-Busse und Fahrer vom Hof I insgesamt 63 Stunden unterwegs, einschließlich Ein- und Aussetzfahrten. Der betriebliche Aufwand stieg also um rund 25% ohne Berücksichtigung des Unterschiedes von Eigen- und Fremdleistung.

Der "betriebliche Aufwand" (was genau meinst du damit?) lässt sich aber nicht anhand von Stunden errechnen. Die Nutzwagenkilometer und bezahlten Stunden sind das was den kosentreibenden Aufwand bestimmen.

*******
Logital bei Twitter.
Zitat
Logital
Der "betriebliche Aufwand" (was genau meinst du damit?) lässt sich aber nicht anhand von Stunden errechnen. Die Nutzwagenkilometer und bezahlten Stunden sind das was den kostentreibenden Aufwand bestimmen.

Natürlich nicht nur Stundenaufwand. Das trifft nur für das Personal der BVG einschließlich Tochterunternehmen zu, was du ja selbst geschrieben hast. Es schlägt die bezahlte Zeit plus einem Grundbetrag pro Person zu Buche.
Für Fahrzeuge ist die gesamte Fahrleistung (Nutz- und Leerkilomter) maßgeblich, plus ebenfalls einem Grundbetrag für Anschaffung, Abschreibung, Werkstätten und andere Fixkosten.

Da Fremdleistung anders gerechnet wird, wahrscheinlich reine Nutzkilometerleistung auf der Linie und Stundenaufwand des Fahrpersonals, wird man keinen exakten Vergleich der Dieselzeit in Fremdvergabe und der E-Busbedienung (unter Bereithaltung von 100% Ersatzfahrzeugen, war leider öfter nötig) ermitteln können.

Bei einem Einsatzkoeffizienten von 50-75% fällt auch die Energie- und Umweltbilanz längst nicht so gut aus, wie in den Hochglanzbroschüren der Hersteller angepriesen wurde.

Seit den allerersten Tests vor nun schon 120 Jahren mit elektrisch angetriebenen, gleislosen Fahrzeugen zur städtischen Personenbeförderung in Berlin sind über kurz oder lang alle größeren und kleineren Versuche an technischen Problemen und/oder den höheren Kosten gescheitert. Ich hatte auch gehofft, dass es im 21. Jahrhundert besser läuft. Bisher deutet leider nichts darauf hin.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Seit den allerersten Tests vor nun schon 120 Jahren mit elektrisch angetriebenen, gleislosen Fahrzeugen zur städtischen Personenbeförderung in Berlin sind über kurz oder lang alle größeren und kleineren Versuche an technischen Problemen und/oder den höheren Kosten gescheitert.

Dann sollte man das seit 1881 funktionierende System nehmen und ausbauen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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