Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Öffi-Flatrate
geschrieben von Tradibahner 
Öffi-Flatrate
29.05.2015 08:05
Berliner Oppositionsparteien wollen Öffi-Flatrate - Für 30 Euro im Monat freie Fahrt mit Bus und Bahn

Berlin wächst und ist mobil. Den Verkehr in der Stadt wollen die Oppositionsfraktionen im Abgeordnetenhaus
noch besser machen. Die Berliner Linke will freie Fahrt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln für einen
festen Betrag ermöglichen. Um die "Öffi-Flatrate" geht es auch auf dem Landesparteitag am Wochenende. Von Holger Hansenhttp://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2015/05/flatrate-oeffentliche-verkehrsmittel-berlin-linke-landesparteita.html

dort sagte Frau Reetz u.a.: [...] das Geld würde nicht reichen für weitaus höhere Investitionen in Fahrzeuge, Personal und Netze.
Die würden nach Ansicht der Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Petra Reetz, aber notwendig werden, weil mehr Menschen auf Bus und Bahn umsteigen würden. "Natürlich ist das ein super Angebot, wenn ich den Nulltarif haben oder nur einen kleinen Monatsbeitrag zahlen muss", so Reetz. Es bedeute aber auch, dass sehr viel mehr Menschen die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen würden. Im Umkehrschluss bräuchte die BVG sehr viel mehr Material und hätte deutlich mehr Arbeit, fürchtet die Sprecherin.
[...]

MfG Holger



[tradibahner.de]


Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 09:49
...und monatlich grüßt das Flatrate-Tier.

Ist die Monatskarte nicht die Flatrate? Die wollen doch aber eine Zwangsabgabe, richtig? Also doch keine Flatrate, sondern eine Öffi-GEZ, richtig?
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 09:51
Ja. Bei 3,8 Mio. Einwohnern lohnt sich das dann.
Wären dann 114 Mio. EUR monatlich!
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 10:02
Zitat
micha774
Ja. Bei 3,8 Mio. Einwohnern lohnt sich das dann.
Wären dann 114 Mio. EUR monatlich!

die aber auf BVG, S-Bahn und Regio (ODEG, NEB, DB Regio) aufgeteilt werden müssten, minus der Ermäßigungen für minder bemittelte Bevölkerungsgruppen (Kinder, Schüler, Rentner, Alg2-Bezieher)

auf was ich aber eigentlich mit dem Thread aufmerksam machen wollte, man möchte gar nicht mehr Fahrgäste, da man mit mehr Fahrgästen mehr Arbeit hat, die man nicht stemmen kann, daher also die regelmäßigen Fahrpreiserhöhungen, um die Fahrgastzahlen stabil zu halten, also mit der BVG ist eine Zwangsabgabe nicht machbar

MfG Holger



[tradibahner.de]


Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 10:54
Zitat
Tradibahner
auf was ich aber eigentlich mit dem Thread aufmerksam machen wollte, man möchte gar nicht mehr Fahrgäste, da man mit mehr Fahrgästen mehr Arbeit hat, die man nicht stemmen kann, daher also die regelmäßigen Fahrpreiserhöhungen, um die Fahrgastzahlen stabil zu halten, also mit der BVG ist eine Zwangsabgabe nicht machbar

Als AöR ist die BVG da aber nicht frei in ihrer Entscheidung. Wenn die Idee an Schwung gewinnt und politisch durchgesetzt wird, wird die BVG das hinnehmen müssen und sich den neuen Rahmenbedingungen anpassen. Es ist aber durchaus richtig und wichtig, dass sie hier frühzeitig auch Bedenken anmeldet und auf erhebliche Mehrbedarfe hinweist. Würde man die Vorstandsbezüge stärker an den Umsatz oder die Unternehmensgröße koppeln, sähen die Interessen des Vorstand sicher auch schon anders aus.
Das muss gar nicht die Meinung von Frau Reetz sein!
Der Finanzsenator sieht das garantiert genauso: Mehrausgaben? Bloß nicht!
Was er sparen kann dadurch, sieht er natürlich nicht, wetten?

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 12:07
Zitat
dubito ergo sum
Das muss gar nicht die Meinung von Frau Reetz sein!
Der Finanzsenator sieht das garantiert genauso: Mehrausgaben? Bloß nicht!
Was er sparen kann dadurch, sieht er natürlich nicht, wetten?

Ein Stück weit ist es ja auch seine Aufgabe, Ausgaben kritisch zu hinterfragen. Der neue Finanzsenator ist als diplomierter Volkswirt sicherlich besser in der Lage, den Sinn von langfristigen volkswirtschaftlichen Synergieeffekten zu erkennen als es seine Vorgänger waren. Abgesehen davon ist auch ein Senator von Parlamentsbeschlüssen abhängig und die aktuelle Diskussion ist ja eher ein Vorbote der Abgeordnetenhauswahl im kommenden Jahr, nach der es möglicherweise andere Mehrheitsverhältnisse und/oder Regierungskonstellationen gibt.
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 13:23
Trotzdem ist es ein Ding, dass offenbar die BVG so teuer ist, damit sie keine Fahrgäste zu befördern braucht. Wenn das der gesamte Verkehrsverbund auch so sieht, na dann gute Nacht und fröhliches MIV.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Heidekraut
Trotzdem ist es ein Ding, dass offenbar die BVG so teuer ist, damit sie keine Fahrgäste zu befördern braucht.

Trotz gestiegener Fahrpreise (vor allem der Eigenanteil der Fahrgäste wurde erhöht, der Zuschuss aus den Landesfinanzen blieb fast konstant) steigt die Fahrgastzahl kontinuierlich an, für 2015 wird allein bei der BVG mit über einer Milliarde beförderter Personen gerechnet. Das erfordert weitere Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur sowie zusätzliches Personal. Beides gibt es hierzulande nicht zum Nulltarif.

so long

Mario
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 16:51
Zitat
der weiße bim
Trotz gestiegener Fahrpreise (vor allem der Eigenanteil der Fahrgäste wurde erhöht, der Zuschuss aus den Landesfinanzen blieb fast konstant) steigt die Fahrgastzahl kontinuierlich an, für 2015 wird allein bei der BVG mit über einer Milliarde beförderter Personen gerechnet. Das erfordert weitere Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur sowie zusätzliches Personal. Beides gibt es hierzulande nicht zum Nulltarif.

Hinzu kommt, dass ein Gratis-ÖPNV den Umweltverbund schwächst, so seltsam es klingt. Denn die Gratis-Nutzung sorgt für übertrieben viele überflüssige Ultra-Kurzstrecken-Nutzungen, für die normalerweise Fuß oder Fahrrad genutzt worden wäre.
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 18:43
Zitat
DonChaos
Zitat
der weiße bim
Trotz gestiegener Fahrpreise (vor allem der Eigenanteil der Fahrgäste wurde erhöht, der Zuschuss aus den Landesfinanzen blieb fast konstant) steigt die Fahrgastzahl kontinuierlich an, für 2015 wird allein bei der BVG mit über einer Milliarde beförderter Personen gerechnet. Das erfordert weitere Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur sowie zusätzliches Personal. Beides gibt es hierzulande nicht zum Nulltarif.

Hinzu kommt, dass ein Gratis-ÖPNV den Umweltverbund schwächst, so seltsam es klingt. Denn die Gratis-Nutzung sorgt für übertrieben viele überflüssige Ultra-Kurzstrecken-Nutzungen, für die normalerweise Fuß oder Fahrrad genutzt worden wäre.
Mit dem Argument könnte man sofort auch alle Abos und Zeitkarten abschaffen! Hinterher fahren die Pendler wohlmöglich noch mit der Straßenbahn zu ihren Freizeitaktivitäten! Am Wochenende darf man dazu sogar noch jemanden mitnehmen, das ist besonders brisant, zwei Leute, die nicht mehr zu Fuß gehen! ;)



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.2015 18:43 von Arec.
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 19:57
Auch wenn das Thema zum x-ten mal hier durchgekaut wird-BVG Maut bringt nix..

es gibt z.B. Linien die bereits jetzt an der Grenze ihrer Durchlaßfähigkeit fahren, z.B. M4+10-
da könnte man durch solche "Flatteratten" zusätzlich generierte Fahrgastmassen gar nicht adäquat abfangen.
Abgesehen davon, das wie von Mario schon erwähnt wird,
der Fahrzeug+Fahrermehrbedarf die Kosten für Senat und BVG explodieren lassen,
denn logischerweise wird die Infrastruktur dann auch höher belastet und muß eher ersetzt werden.

T6JP
Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 20:44
Zitat
T6Jagdpilot
Auch wenn das Thema zum x-ten mal hier durchgekaut wird-BVG Maut bringt nix..

es gibt z.B. Linien die bereits jetzt an der Grenze ihrer Durchlaßfähigkeit fahren, z.B. M4+10-
da könnte man durch solche "Flatteratten" zusätzlich generierte Fahrgastmassen gar nicht adäquat abfangen.
Abgesehen davon, das wie von Mario schon erwähnt wird,
der Fahrzeug+Fahrermehrbedarf die Kosten für Senat und BVG explodieren lassen,
denn logischerweise wird die Infrastruktur dann auch höher belastet und muß eher ersetzt werden.

T6JP

also lieber höhere Fahrpreise, damit man vom Nutzen des ÖPNV abgeschreckt wird, also, umso mehr Fahrgäste, umso höher der Fahrpreis?
Das kann nur ein BVG-Mitarbeiter verlangen, der für das Nutzen des ÖPNV nur den steuerwerten Vorteil zahlen muss!

MfG Holger



[tradibahner.de]


Re: Öffi-Flatrate
29.05.2015 22:34
Ja, aber ein Pressesprecher darf doch so nicht argumentieren. Das klingt einfach nach Angebotsverweigerung. Man darf auch nicht vergessen, dass manche Strecken und Angebote zur Disposition stehen, da könnte man einen Anfang machen und diese kostenlos oder zur Flatte anbieten. Wie wär's mit der Straßenbahn nach Rahnsdorf. ;-)))
Zitat
T6Jagdpilot
Auch wenn das Thema zum x-ten mal hier durchgekaut wird-BVG Maut bringt nix..

es gibt z.B. Linien die bereits jetzt an der Grenze ihrer Durchlaßfähigkeit fahren, z.B. M4+10-
da könnte man durch solche "Flatteratten" zusätzlich generierte Fahrgastmassen gar nicht adäquat abfangen.
Abgesehen davon, das wie von Mario schon erwähnt wird,
der Fahrzeug+Fahrermehrbedarf die Kosten für Senat und BVG explodieren lassen,
denn logischerweise wird die Infrastruktur dann auch höher belastet und muß eher ersetzt werden.

T6JP

Der Ausbau diverser Strecken für 55m-Züge hat die BVG nicht überfordert - dabei werden sie nicht einmal gefahren!
Warum sollte ein weiterer Ausbau und dementsprechende Nutzung die Kosten "explodieren" lassen?
Ein weiteres Stumpfgleis für die M10 in der Warschauer ist auch "peanuts" im Vergleich zu allen möglichen derzeitigen Bauprojekten.
Wenn alle die Öffentlichen stürmen, "implodieren" die Kosten der Infrastruktur der anderen Verkehrsträger!
Vorhandene Fahrräder und Autos werden weiter genutzt werden - jede dennoch durch die Öffentlichen ersetzte Fahrt entlastet die Straßen, was das fahren für die verbleibenden Fahrer attraktiver macht!
Drastische Verlagerungen im modal split sind erst zu erwarten, wenn die derzeitige Fahrzeuggeneration zur Erneuerung ansteht und diese teilweise zugunsten verstärkter Nutzung der Öffentlichen ausbleibt.
Wir reden also von einem mindestens über ein Jahrzehnt verteilten Prozess, zzgl. der Zeit, die bis zu einer eventuellen politischen Durchsetzung verstreichen würde!
Die Öffentlichen Verkehrsmittel Berlins haben vor der Massenmotorisierung ungefähr doppelt so viele Fahrgäste jährlich befördert - es geht also nicht um die Möglichkeit, sondern um den politischen Willen!

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
Die BVB sind doch auch nicht unter der Last der symbolischen Fahrpreise zusammengebrochen!
Der politische Wille war gegeben - darin lag der Unterschied!

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
Re: Öffi-Flatrate
30.05.2015 07:37
Zitat
dubito ergo sum
Die BVB sind doch auch nicht unter der Last der symbolischen Fahrpreise zusammengebrochen!
Der politische Wille war gegeben - darin lag der Unterschied!

Und das sich Kosten auf einem weit geringeren Niveau als heute bewegt haben, der ÖPNV weit weniger
durch den MIV als heute behindert wurde ( Stichwort unengeschränkte Vorfahrt der Straßenbahn),
es weit weniger Ampeln gab und nur die halbe Fläche der Stadt bedient wurde.

Ausfälle wegen Personalmangel gab es allerdings früher auch, und da wurden (auch) wegen der geringen Löhne
noch viel mehr Überstunden geknüppelt...

T6JP
Re: Öffi-Flatrate
30.05.2015 09:48
Zitat
T6Jagdpilot
[...]wegen der geringen Löhne noch viel mehr Überstunden geknüppelt[...]

T6JP

geringeren Löhne?

1.) wurde in Berlin auch zu DDR-Zeiten schon besser entlohnt

2.) waren zu DDR-Zeiten die Lebenshaltungskosten auch um ein vielfaches geringer

MfG Holger



[tradibahner.de]


Re: Öffi-Flatrate
30.05.2015 10:17
Zitat
Tradibahner
Zitat
T6Jagdpilot
[...]wegen der geringen Löhne noch viel mehr Überstunden geknüppelt[...]

T6JP

geringeren Löhne?

1.) wurde in Berlin auch zu DDR-Zeiten schon besser entlohnt

2.) waren zu DDR-Zeiten die Lebenshaltungskosten auch um ein vielfaches geringer

1.) trotzdem im Vergleich zu anderen Berufen immer noch geringer

2.) Luxus kostete auch zu DDR-Zeiten und die Wenigsten wollten drauf verzichten
Re: Öffi-Flatrate
30.05.2015 10:21
Zitat
Arec
Zitat
DonChaos
Zitat
der weiße bim
Trotz gestiegener Fahrpreise (vor allem der Eigenanteil der Fahrgäste wurde erhöht, der Zuschuss aus den Landesfinanzen blieb fast konstant) steigt die Fahrgastzahl kontinuierlich an, für 2015 wird allein bei der BVG mit über einer Milliarde beförderter Personen gerechnet. Das erfordert weitere Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur sowie zusätzliches Personal. Beides gibt es hierzulande nicht zum Nulltarif.

Hinzu kommt, dass ein Gratis-ÖPNV den Umweltverbund schwächst, so seltsam es klingt. Denn die Gratis-Nutzung sorgt für übertrieben viele überflüssige Ultra-Kurzstrecken-Nutzungen, für die normalerweise Fuß oder Fahrrad genutzt worden wäre.
Mit dem Argument könnte man sofort auch alle Abos und Zeitkarten abschaffen! Hinterher fahren die Pendler wohlmöglich noch mit der Straßenbahn zu ihren Freizeitaktivitäten! Am Wochenende darf man dazu sogar noch jemanden mitnehmen, das ist besonders brisant, zwei Leute, die nicht mehr zu Fuß gehen! ;)

Die Pendler fahren im Regelfall 2x am Tag und nicht zig mal, so wie es eine Flatrate für alle höchstwahrscheinlich nach sich ziehen würde. Welchen Vorteil gibt es überhaupt wenn der ÖPNV völlig überlastet ist?
Wie stellt man sich die Flatrate überhaupt vor, sollen Eltern mit mehreren Kindern dann monatlich hundert und mehr Euro zwangsweise zahlen müssen oder gelten die 30€ pro Haushalt?
Ich persönlich möchte keine ÖPNV-GEZ und lehne diesen Vorschlag grundlegend ab!
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen