Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der BVG
geschrieben von def 
Zitat
micha774
Das beste Image der BVG wäre ein sauberer und pünktlicher Betrieb, dann braucht man keine Imagekampagne.

Wer kennt denn noch die Sprüche von früher als es sowas schon mal gab?

Meiner Meinung nach waren diese Sprüche damals zeitgemäß, die heutigen sind es heute.

Für Sauberkeit und Pünktlichkeit gibt es vorgegebene Standards, die weitgehend eingehalten werden. Diese liegen nicht bei 100% sondern in einem Bereich, das mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand eingehalten werden kann. Die fehlenden 5-10% wären zwar wünschenswert, aber nur mit sehr großem Aufwand zu erreichen. Daher greift man diese Unzulänglichkeiten in dieser Kampagne mit einem selbstironischen Ansatz auf. Durch den Erfolg der Kampagne steigt auch die Anzahl derjenigen Kommentare, die eine bewusste Steilvorlage für die Kommunikationsabteilung sind.
Ich find es gut, wie die BVG in den sozialen Netzen kommuniziert. Das dadurch natürlich kein Bus pünktlicher kommt, ist klar. Aber das würde auch nicht passieren, wenn die BVG andere Kampagne fahren würde.

-----------
Die Deutsche Sprache ist Freeware, nicht Open Source. Du kannst sie kostenlos nutzen - aber nicht verändern
Zitat
micha774
Wer kennt denn noch die Sprüche von früher als es sowas schon mal gab?

Ganz furchtbar schimpft der Opapa, die Oma hat kein Paech-Brot da.
(Für Oma gilt's, wie für die Braut: Der Mann ist zahm, der Paech-Brot kaut.)
Zitat
micha774
Ich versteh den Sinn dahinter nicht ganz.

Dadurch kommen die Busse und Bahnen nicht pünktlicher und der ein oder andere Kunde kommt sich angesichts der Sprüche dann verarscht vor.

Das beste Image der BVG wäre ein sauberer und pünktlicher Betrieb, dann braucht man keine Imagekampagne.

Wer kennt denn noch die Sprüche von früher als es sowas schon mal gab?

"Netter gehts besser"
"Wer anderen auf der Tasche liegt...."

Na und? Wer noch nicht kapiert hat, dass man die BVG-Sprüche nicht zu 100% ernst nehmen sollte, der hat was falsch gemacht.

Die DB kommt übrigens im Fernverkehr inzwischen viel besser weg als vor einigen Jahren - 80% Pünktlichkeit sind geknackt usw. Trotzdem hört man nie ein "Die Bahn ist seit neustem so pünktlich", sondern weiter ein "Scheiß Bahn" - zumindest manchmal. Fazit: Pünktlichkeit und Sauberkeit sind kein Imagetreiber und die Verbesserung selbiger ist nur ein mickriger Brocken.

Guter Service und etwas Humor tun wiederum viel viel mehr, weshalb auch die gute Information über Störungen viel viel wichtiger ist, als ein 100%-iger Ausschluss selbiger. Ein Kunde kommt wieder, wenn er mal einen anderen Weg nehmen musste, aber davon pünktlich im Büro erfahren hat - eher weniger, wenn er vorher 15 min im Regen stehen gelassen wurde.
Zitat
FlO530
Die DB kommt übrigens im Fernverkehr inzwischen viel besser weg als vor einigen Jahren - 80% Pünktlichkeit sind geknackt usw. Trotzdem hört man nie ein "Die Bahn ist seit neustem so pünktlich", sondern weiter ein "Scheiß Bahn" - zumindest manchmal.

Dennoch erlebt man von Mal zu Mal vollere Züge. Gleiches gilt ja auch innerstädtisch für S-Bahn und BVG. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das alles Katastrophentouristen sind, die sich das "Desaster" nur mal eben ansehen wollen. Und persönlich erlebe ich auch die Bahn nicht erst seit neuestem pünktlich, sondern sie war es bei einer übergroßen Mehrheit meiner Fahrten schon immer.
Zitat
micha774
Das beste Image der BVG wäre ein sauberer und pünktlicher Betrieb, dann braucht man keine Imagekampagne.
Ich gehe jede Wette ein, dass die Imagekampagne der BVG mehr zusätzliche Fahrgäste bringt als Verbesserungen im Betrieb. Es geht ja gerade darum, dass diejenigen, die nicht eh "komme was wolle" BVG fahren anzusprechen und an die BVG zu binden.

Persönlich finde ich, dass die Kampagne gut zur Berliner Schnauze der meisten BVG-Mitarbeiter passt und so authentisch wirkt.

Ich hab mal kurz nachgeschaut: Alleine auf Facebook haben 197.000 Nutzer “Weilwirdichlieben” abonniert. Im Vergleich dazu: DriveNow hat nur 145.000 Abonnenten deutschlandweit, die Bahn 526.000 (also nur ca. 3,5x so viele bei einer ca. 20x größeren Zielgruppe).
Auch auf Twitter sieht es ähnlich aus. Dort erreicht die BVG fast so viele Menschen wie beispielsweise die Berliner Zeitung oder die Morgenpost.
Anhand dieser zwei Kanäle kann man schon davon sprechen, dass die Kampagne erfolg hat und angenommen wird.

Zitat
micha774
Wer kennt denn noch die Sprüche von früher als es sowas schon mal gab?
Früher ist aber nicht jetzt. Solche Kampagnen müssen jetzt wirken und frisch sein. Für olle Kamellen von vor zig Jahren interessiert sich doch eh niemand mehr.
Einigen wir uns darauf das ich humorlos bin ;-)
Ach was, aber vielleicht trifft diese Kampagne einfach nicht Deinen Humor (aber man kann halt auch nicht jeden Geschmack treffen...)
@mich774
Man kann zum lachenber auch wirklich in den Keller gehen und jedesmal mit dem Todschlargargument Pünktlichkeit und Sauberkeit kommen. Genausogut könnte ich der BSR vorwerfen, dass sie mit meinen Gebühren ihre "lustigen" Sprüche finanzieren.
Ich finde die Image-Kampagne der BVG sehr gut und überfällig. Unpünktlichkeit und Verschmutzungen haben damit überhaupt nichts zu tun. Während Deiner "früheren" Werbesprüche gab es auch unpünktliche und verschmutzte Fahrzeuge."Damals" war eben auch nicht alles besser.

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Stimmt. Früher war genug Personal da zum REDEN. ;-)
Irgendwo wurde das schonmal gepostet - aber ich finde das einfach nicht mehr. Egal: das ist bisher mein persönliches Highlight der Kampagne - BVG-Hashtags *gesungen* vom RCO (nebenbei einem der besten wenn nicht sogar dem führenden Chor im deutschsprachigen Raum). Bei der Community rangiert das Video unterfernerliefen, die Klickzahlen sind marginal, aber ich hatte beim Anschauen janz dolle Augenpipi.

https://youtu.be/q0Z-sO_m_KY

Mal abgesehen vom Kunden - meine Güte, wie geil kann man als Agentur eigentlich noch werden? Die deutsche Durchschnittswerbebude dürfte sich glücklich schätzen, wenn sie *einen* solchen Knaller platziert. Aber GUD haut einfach ein Brett nach dem anderen raus - und sie schaffen es tatsächlich, immer noch einen draufzusetzen. Unglaubliche Leistung.

Und was die immer wieder Geäußerte Kritik am Effekt und an den Kosten betrifft - meine Güte!
a) Das ist Imagewerbung und keine Verkaufswerbung, das ist ein große Unterschied. Imagewerbung soll langfristig die Wahrnehmung eines Unternehmens formen und verbessern, niemand erwartet, dass dadurch direkt und kurzfristig der Absatz irgendeines Produkts steigt. Verkaufswerbung = "Heute im Sonderangebot, Einzelfahrscheine, nur wenig benutzt, nur einsneunnunneunzich das Kilo!"
b) Die ganze Kampagne ist so unfassbar billig. Die Werbeaufwendungen sind so ca. 1,6 Mio, wohlgemerkt für alles, die #WWDL-Kampagne ist ja nur ein Teil davon. Mal zum Vergleich, das durchschnittliche am Markt agierende Unternehmen gibt so zwischen 10% und 15% des Jahresumsatzes für Marketing aus. Bei der BVG rangiert der Wert so um die ein oder zwei Promille. Behaupte bitte niemand, da werde sinnlos Geld verbrannt, das stimmt einfach nicht.
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Ich gehe jede Wette ein, dass die Imagekampagne der BVG mehr zusätzliche Fahrgäste bringt als Verbesserungen im Betrieb. Es geht ja gerade darum, dass diejenigen, die nicht eh "komme was wolle" BVG fahren anzusprechen und an die BVG zu binden.

Und ich wette dagegen. Denn die offensichtliche Zielgruppe dieser Aktion ist sowieso schon ÖPNV-affin. Wirklich neue Kunden würde man vor allem gewinnen, wenn man sich fragte, wieso Leute auf welchen Wegen andere Verkehrsmittel bevorzugen - und hier mit konkreten Maßnahmen ansetzen würde.

Mir fallen da ganz andere Themen ein: z.B. gerade in den Abendstunden deutlich längere Fahrzeiten, jenseits von gut und böse. Musterbeispiel ist da ja immer der Verkehr zwischen Marzahn-Hellersdorf (also den namensgebenden Stadtteilen) und Köpenick nach Betriebsschluss des X69 und des 269ers zwischen Kaulsdorf und Kaulsdorf-Nord. Die Fahrt vomnördlichen Blumberger Damm zum S Köpenick dauert z.B. tagsüber ca. 25 min (ohne Umsteigen), abends zwischen 37 und 45 min (zweimal Umsteigen).

Dabei muss noch nicht mal jeder Weg zu jeder Zeit schneller als mit dem Auto sein, das ist sowieso illusorisch. Aber je mehr Wege mit dem ÖPNV schneller als mit dem Auto zurückzulegen sind, desto besser - und wer sowieso eine Zeitkarte hat, akzeptiert auch eher etwas längere Fahrzeiten in den Abendstunden ("etwas länger" heißt freilich nicht, dass man mit dem ÖPNV eine Stunde für einen Weg braucht, der mit dem Auto in 20 min erledigt ist).

Ein anderes Thema dürfte das Sicherheitsempfinden sein. Da halte ich ironischerweise die Videoüberwachung für kontraproduktiv - die immer wieder verbreiteten Bilder und Videos von Übergriffen tragen sicher nicht dazu bei, dass potentielle Fahrgäste sich sicherer fühlen. Da kann man noch so oft betonen, dass Medien eben die Ausnahmen von der Regel und nicht die Regel zeigen (schließlich kommen unbehelligt von Straftätern oder der Presse täglich hunderttausende im gleichen Gesundheitszustand wie vor Abfahrt an ihr Ziel) - es reicht bei vielen aus, U-Bahnfahrten als unsicher abzustempeln, obwohl der Fußweg zum nächsten Supermarkt gefährlicher sein dürfte.

(OT: Dieses Zeigen der Tat dient auch kaum der Identifikation der Täter [denn dazu würde der Ausschnitt eines Standbildes reichen], sondern bedient dumpfen Voyerismus, macht das Opfer immer und immer wieder zum Opfer und schlimmstenfalls wirkt es auch noch motivierend auf Nachahmungstäter. Eigentlich ist es von der Polizei völlig unverantwortlich, die gesamten Aufnahmen zu zeigen, statt sich auf ein, zwei Bilder des Täters zu beschränken. Das öffentliche Interesse sollte hier m.E. deutlich hinter dem Opferschutz zurückstehen.)

Es gibt sicher noch viele weitere Dinge, die Leute von der Nutzung des ÖPNV abhalten. Vielleicht sollte man sie ergründen - z.B. durch Nicht-Kunden-Befragungen oder durch Untersuchungen, auf welchen Korridoren der Anteil des ÖPNV besonders gering ist. Auch wenn es viel etwas mehr Arbeit ist als ein paar St-Oberholz-Stammkunden mit launigen Antworten zu beauftragen. Dabei bin ich mir auch durchaus bewusst, dass die BVG viele dabei aufkommende Themen nicht allein angehen kann (zusätzliche Leistungen, mehr Polizei in Bussen und Bahnen). Aber sie könnte sie zumindest anstoßen und hätte dann auch eine Datengrundlage, auf der sie argumentieren kann.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.2017 08:22 von def.
Zitat
def
Mir fallen da ganz andere Themen ein: z.B. gerade in den Abendstunden deutlich längere Fahrzeiten, jenseits von gut und böse. Musterbeispiel ist da ja immer der Verkehr zwischen Marzahn-Hellersdorf (also den namensgebenden Stadtteilen) und Köpenick nach Betriebsschluss des X69 und des 269ers zwischen Kaulsdorf und Kaulsdorf-Nord.

Da ich von diesem Desaster nahezu täglich betroffen bin, trage ich gerne ein Beispiel bei: Versäume ich die letzte Fahrt der Linie X69 um 20.43 Uhr an der Haltestelle Cecilienstraße/Blumberger Damm ergibt sich die nächste Fahrtmöglichkeit bereits um 20.46 Uhr, nämlich mit dem 191er über Kaulsdorf-Nord, weiter mit dem 197er nach Kaulsdorf und schließlich mit dem 269er, mit dem ich mein Heim schon um 21.42 Uhr erreiche. Mit dem letzten X69er wäre ich übrigens um 21.10 Uhr zu Hause. Im ungünstigsten Fall platzt dann auch noch der knappe Anschluß in Kaulsdorf-Nord, so daß weitere 20 Minuten hinzukommen.

Kleiner Nachtrag:
Gerade habe ich mir den neuen Fahrplan der Linie 269 ab 21.08.2017 angesehen und dabei wird mir nicht besser. Zwar fahren die Busse nun bis 22.45 Uhr ab Kaulsdorf-Nord aber natürlich kam es, wie es kommen mußte und wie ich es kommen sah: Der 269er fährt seinen Anschlüssen 191 und 197 vor der Nase weg. Vermutlich, weil wir Dich lieben?



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.2017 08:48 von Alter Köpenicker.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
def
Mir fallen da ganz andere Themen ein: z.B. gerade in den Abendstunden deutlich längere Fahrzeiten, jenseits von gut und böse. Musterbeispiel ist da ja immer der Verkehr zwischen Marzahn-Hellersdorf (also den namensgebenden Stadtteilen) und Köpenick nach Betriebsschluss des X69 und des 269ers zwischen Kaulsdorf und Kaulsdorf-Nord.

Da ich von diesem Desaster nahezu täglich betroffen bin, trage ich gerne ein Beispiel bei: Versäume ich die letzte Fahrt der Linie X69 um 20.43 Uhr an der Haltestelle Cecilienstraße/Blumberger Damm ergibt sich die nächste Fahrtmöglichkeit bereits um 20.46 Uhr, nämlich mit dem 191er über Kaulsdorf-Nord, weiter mit dem 197er nach Kaulsdorf und schließlich mit dem 269er, mit dem ich mein Heim schon um 21.42 Uhr erreiche. Mit dem letzten X69er wäre ich übrigens um 21.10 Uhr zu Hause. Im ungünstigsten Fall platzt dann auch noch der knappe Anschluß in Kaulsdorf-Nord, so daß weitere 20 Minuten hinzukommen.

Und mit dem Auto würdest Du vielleicht 20 min brauchen. Genau bei solchen Dingen muss man ansetzen, wenn man den ÖPNV stärken möchte, nicht mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für Hipster.

Aber einigen Usern zufolge sagen viele Deiner Leidensgenossen nun sicher: "Hey, ich brauch' drei- bis viermal so lange wie mit dem Auto, aber der flotte Spruch des X54-Busfahrers ("Ein Kind, bitte" - "Gern, aber weiß Ihr Mann das?") hat mich überzeugt!"



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.2017 08:51 von def.
Zitat
def
Und ich wette dagegen. Denn die offensichtliche Zielgruppe dieser Aktion ist sowieso schon ÖPNV-affin.
Woran machst Du das fest?

Zitat
def
Wirklich neue Kunden würde man vor allem gewinnen, wenn man sich fragte, wieso Leute auf welchen Wegen andere Verkehrsmittel bevorzugen - und hier mit konkreten Maßnahmen ansetzen würde.
Das ist immer zu kurz gedacht. Es reicht nicht, wenn man etwas anbietet. Man muss auch ordentlich das Angebot kommunizieren. Und Image ist heutzutage ebenfalls extrem wichtig (sonst würden sicher nicht so viele Leute völlig überteuerte und überdimensionierte PKWs kaufen)
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
[Man muss auch ordentlich das Angebot kommunizieren. Und Image ist heutzutage ebenfalls extrem wichtig (sonst würden sicher nicht so viele Leute völlig überteuerte und überdimensionierte PKWs kaufen)

Und auch daran hapert es wenn ich mir manch Daisy-Anzeige ansehe mit Bussen/Bahnen die nicht fuhren oder längst abgefahren sind.

Kauft man einen VW wegen der TV-Werbung und nicht wegen der Sicherheit?

Andererseits stimmt das mit dem Image oder warum trinken soviele Leute dieses klebrige RB-Zeug ohne zu hinterfragen was da eigentlich dahintersteckt und was dieses Unternehmen in Kauf nimmt um bekannt zu sein.
Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Zitat
def
Und ich wette dagegen. Denn die offensichtliche Zielgruppe dieser Aktion ist sowieso schon ÖPNV-affin.
Woran machst Du das fest?

An der Ansprache.

Zitat
Beförderungsfall Nr. 8821
Zitat
def
Wirklich neue Kunden würde man vor allem gewinnen, wenn man sich fragte, wieso Leute auf welchen Wegen andere Verkehrsmittel bevorzugen - und hier mit konkreten Maßnahmen ansetzen würde.
Das ist immer zu kurz gedacht. Es reicht nicht, wenn man etwas anbietet. Man muss auch ordentlich das Angebot kommunizieren. Und Image ist heutzutage ebenfalls extrem wichtig (sonst würden sicher nicht so viele Leute völlig überteuerte und überdimensionierte PKWs kaufen)

Nein - es ist zu kurz gedacht, mit ein paar flotten Sprüchen massenhaft neue Kunden akquirieren zu wollen. Natürlich müssen die genannten Maßnahmen (welche auch immer das sind) auch kommuniziert werden - und zwar nicht nur über Facebook, um irgendwelchen Hamburger Jugendlichen zu erfreuen, sondern im (räumlichen) Umfeld der Maßnahmen.

Ein Beispiel: sollte man sich endlich entschließen, den X69 vollständig zu vollwertigen Buslinie zu entwickeln (20-Stunden-Betrieb an 7 Tagen pro Woche), muss dies natürlich auch so kommuniziert werden, dass auch Nichtkunden dies mitbekommen. Der klassische Weg (Flyerverteilung an Supermärkten und in Arxtpraxen, Plakate im Stadtteil) hätte dabei dann ebenso eine Berechtigung wie die bewusste Einbeziehung von Facebook - hier allerdings nicht nur über die BVG-Seite, sondern auch die Seiten von Stadtteilinitiativen und Lokalpolitikern. Denn so erreicht man auch die, die einen nicht eh schon gelikt haben - und eben potentielle Kunden und nicht Leute aus anderen Teilen Deutschlands.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.08.2017 10:18 von def.
Zitat
def
Und ich wette dagegen. Denn die offensichtliche Zielgruppe dieser Aktion ist sowieso schon ÖPNV-affin. Wirklich neue Kunden würde man vor allem gewinnen, wenn man sich fragte, wieso Leute auf welchen Wegen andere Verkehrsmittel bevorzugen - und hier mit konkreten Maßnahmen ansetzen würde.

Sie ist einerseits zwar ÖPNV-affin, andererseits aber auch besonders "anfällig" für andere Angebote, die ebenso mit modernen Werbekampagnen und deutlich größeren Werbeetats zum Umsteigen auf Carsharing oder gleich ein eigenes Auto setzen. Dem etwas entgegen zu setzen und durch ein modernes Image diese potenziellen Umsteiger zu halten ist genauso wichtig wie die Gewinnung von Neukunden.

Zitat
def
Mir fallen da ganz andere Themen ein: z.B. gerade in den Abendstunden deutlich längere Fahrzeiten, jenseits von gut und böse. Musterbeispiel ist da ja immer der Verkehr zwischen Marzahn-Hellersdorf (also den namensgebenden Stadtteilen) und Köpenick nach Betriebsschluss des X69 und des 269ers zwischen Kaulsdorf und Kaulsdorf-Nord. Die Fahrt vomnördlichen Blumberger Damm zum S Köpenick dauert z.B. tagsüber ca. 25 min (ohne Umsteigen), abends zwischen 37 und 45 min (zweimal Umsteigen).

Solche Effekte dürfte es an etlichen Stellen des Netzes geben, wenn vom Tages- auf das Spätnetz umgestellt wird und aufgrund der geringeren Nachfrage weniger direkte Relationen angeboten werden. Dies jetzt mit den Kosten für die Kampagne gegenzurechnen, dürfte wenig bringen, einerseits weil man davon vermutlich nur für jede dritte derartige Stelle eine zusätzliche Fahrt finanzieren könnte und zweitens sowas ohnehin in die Mehrleistungspakete gehört und nicht aus dem Marketingetat zu bestreiten ist.

Zitat
def
Ein anderes Thema dürfte das Sicherheitsempfinden sein. Da halte ich ironischerweise die Videoüberwachung für kontraproduktiv - die immer wieder verbreiteten Bilder und Videos von Übergriffen tragen sicher nicht dazu bei, dass potentielle Fahrgäste sich sicherer fühlen. Da kann man noch so oft betonen, dass Medien eben die Ausnahmen von der Regel und nicht die Regel zeigen (schließlich kommen unbehelligt von Straftätern oder der Presse täglich hunderttausende im gleichen Gesundheitszustand wie vor Abfahrt an ihr Ziel) - es reicht bei vielen aus, U-Bahnfahrten als unsicher abzustempeln, obwohl der Fußweg zum nächsten Supermarkt gefährlicher sein dürfte.

Da kann ich Dir nur zustimmen. Da diejenigen, die von einem Ausbau der Videoüberwachung finanziell profitieren, ohnehin gern die Angst schüren, um die Politik zum Handeln durch Produktkauf zu drängen und vor allem die Boulevardmedien dies gern aufgreifen, wäre die BVG gut beraten, nur für die Fahndung erforderliche Bilder weiterzuleiten bzw. für die Veröffentlichung freizugeben. Laut polizeilicher Kriminalstatistik passieren weniger als 10% der angezeigten Körperverletzungen im ÖPNV, wenn man diesen Anteil allein aufgrund der medialen Aufmerksamkeit schätzen sollte, dürfte man auf einen vielfach höheren Anteil kommen und annehmen Körperverletzungen gäbe es fast nur dort plus vielleicht noch am Alexanderplatz oberirdisch.
Zitat
Lopi2000
[...]
Zitat
def
Ein anderes Thema dürfte das Sicherheitsempfinden sein. Da halte ich ironischerweise die Videoüberwachung für kontraproduktiv - die immer wieder verbreiteten Bilder und Videos von Übergriffen tragen sicher nicht dazu bei, dass potentielle Fahrgäste sich sicherer fühlen. Da kann man noch so oft betonen, dass Medien eben die Ausnahmen von der Regel und nicht die Regel zeigen (schließlich kommen unbehelligt von Straftätern oder der Presse täglich hunderttausende im gleichen Gesundheitszustand wie vor Abfahrt an ihr Ziel) - es reicht bei vielen aus, U-Bahnfahrten als unsicher abzustempeln, obwohl der Fußweg zum nächsten Supermarkt gefährlicher sein dürfte.

Da kann ich Dir nur zustimmen. Da diejenigen, die von einem Ausbau der Videoüberwachung finanziell profitieren, ohnehin gern die Angst schüren, um die Politik zum Handeln durch Produktkauf zu drängen und vor allem die Boulevardmedien dies gern aufgreifen, wäre die BVG gut beraten, nur für die Fahndung erforderliche Bilder weiterzuleiten bzw. für die Veröffentlichung freizugeben. Laut polizeilicher Kriminalstatistik passieren weniger als 10% der angezeigten Körperverletzungen im ÖPNV, wenn man diesen Anteil allein aufgrund der medialen Aufmerksamkeit schätzen sollte, dürfte man auf einen vielfach höheren Anteil kommen und annehmen Körperverletzungen gäbe es fast nur dort plus vielleicht noch am Alexanderplatz oberirdisch.

Hier möchte ich partiell widersprechen. Die Veröffentlichung von bewegten Bildern finde ich sehr wohl sinnvoll, weil es die Chance eine Person zu erkennen gegenüber einem Standbild deutlich erhöht. Das Auftreten einer Person und die Bewegungsabläufe [z.B. das hinken eines der Münzdiebe] lassen sich nur aus bewegten Bildern erkennen. Richtig ist allerdings auch, dass es einen deutlich besseren Opferschutz braucht und man die von mir genannten Bilder normalerweise auch zur Verfügung hat, ohne den eigentlichen Vorfall bewegt zeigen zu müssen.

Die BVG hat allerdings mit der Freigabe nichts zu tun. Das regeln Richter und Staatsanwälte und natürlich ist es für die Ermittlung sinnvoll alles dazu verfügbare Material zur Verfügung zu stellen. Das sollte natürlich keinesfalls alles auch veröffentlicht werden.

Um den Bogen zurück zum Marketing zu schlagen. Da sehe ich das ähnlich wie Loopi. Es geht mehr darum die junge Generation auch als Kunden zu halten und so sehr "uns älteren" diese Kampagne auch fremd sein mag - bei den Jungen kommt sie an und erfüllt damit genau ihren Zweck. Nach ein paar anfäglichen derben Ausrutschern haben sie sich inzwischen eigentlich auch ganz gut eingepegelt. Mit einem guten Image bei den Schulabgängern sollte es der BVG potenziell auch leichter Fallen Nachwuchs zu finden und das hat sie bitter nötig, denn die anstehenden Berentungswellen in den nächsten grob 10 Jahren erfordern auch deutlich mehr Nachwuchsgewinnung.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Erstaunlich das die BVG der Neuköllner CDU die Erlaubnis gab, einen Teil des Liniennetzes als Kopie für den Wahlkampf zu nutzen wie man es auf einem Plakat zw.den Haltestellen U Joh.Ch.und Tischlerzeile Richtung Marienfelde sehen kann.
Nur die Schriftart ist anders als im Linienplan.

Dachte immer man wolle neutral sein.
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen