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Vordereinstieg im Bus - Ja oder Nein ?
geschrieben von Wollankstraße 
Zitat
Alter Köpenicker
Gerade an Haltestellen, an denen mehrere Linien verkehren, finde ich solchen Brauch recht praktisch.
Erst vorgestern erlebte ich es wieder, daß der Bus unverrichteter Dinge an einer Haltestelle hielt, an der zwei Frauen schwatzten, denen es jedoch völlig fern lag, Bus zu fahren.

Wenn bei mir die falsche Linie vorfahren will und keine anderen Fahrgäste da sind, dann wird der Bus von mir durchgewunken. Bisher haben sich sämtliche Fahrer dafür bedankt.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Angesichts der Variantendiskussion darf ich hier nochmal auf die Passage in der aktuellen Koalitionsvereinbarung hinweisen:

"Der Einstieg beim Bus soll in der Hauptverkehrszeit grundsätzlich an allen Türen erlaubt werden."

Da bedarf es weder einer Kennzeichnung von Haltestellen, Daisy-Informationen, Fahrer-Selbstentscheidungen oder ähnlichem. Mir ist nicht klar, was die BVG-Führung an diesem simplen deutschen Satz nicht versteht (oder nicht verstehen will). Nach meinem Gefühl ist das pure Macht-Arroganz fernab einer sachlichen Lösungsfindung.

André
Erstmal müssen doch die neuen Bus-Kontrolleure im November kommen. (Aktuell sehr schwierige Personalsuche)
Vorher wird man keinen Einstieg überall erlauben.
Zitat
andre_de
Angesichts der Variantendiskussion darf ich hier nochmal auf die Passage in der aktuellen Koalitionsvereinbarung hinweisen:

"Der Einstieg beim Bus soll in der Hauptverkehrszeit grundsätzlich an allen Türen erlaubt werden."

Da bedarf es weder einer Kennzeichnung von Haltestellen, Daisy-Informationen, Fahrer-Selbstentscheidungen oder ähnlichem. Mir ist nicht klar, was die BVG-Führung an diesem simplen deutschen Satz nicht versteht (oder nicht verstehen will).

Öhm, was da steht ist doch erstmal egal und noch lange kein Gesetz. Im letzten Koalitionspapier stand die U4 zum Magdeburger Platz drin...

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Da steht:
1. "soll"; das bedeutet muss, wenn es keine Gründe dagegen gibt, bzw. es möglich ist
2. "grundsätzlich" (als juristische Aussage). Da bedeutet es im Gegensatz zum umgangssprachlichen Gebrauch als "ausnahmslos", genau das Gegenteil, nämlich, dass Ausnahmen möglich sind.
"Auf gut deutsch" etwa soviel wie: wäre schön, wenn es käme. Das macht die Verfechter beider Varianten glücklich, weil jeder das hineinlesen kann, was er will. Also Berliner Politik vom Feinsten.
Zitat
HermannDuncker
Da steht:1. "soll"..."grundsätzlich"

Mir ist die inhaltliche Bedeutung dieser beiden Wörter durchaus bekannt, danke. Der Punkt ist doch, dass die BVG als Anstalt öffentlichem Rechts dem Senat untersteht und Weisungsempfänger ist. Und da gibt es eigentlich genau zwei praktikable Möglichkeiten:

a) Die BVG hält die Füße still und belässt es beim Status Quo, bis eine neue klare Anweisung vom Senat kommt, als Umsetzung der Koalitionsvereinbarung
b) Man geht kundenfreundlich voran und ändert in "vorauseilendem Gehorsam" die Regeln so, wie es der formulierten Intention des Senats entspricht.

Alles andere (und damit konkret das, was die BVG hier abzieht) würde ich es als Senat als Unverschämtheit und Anmaßung empfinden.

André
Zitat
andre_de
Angesichts der Variantendiskussion darf ich hier nochmal auf die Passage in der aktuellen Koalitionsvereinbarung hinweisen:

"Der Einstieg beim Bus soll in der Hauptverkehrszeit grundsätzlich an allen Türen erlaubt werden."

Da bedarf es weder einer Kennzeichnung von Haltestellen, Daisy-Informationen, Fahrer-Selbstentscheidungen oder ähnlichem. Mir ist nicht klar, was die BVG-Führung an diesem simplen deutschen Satz nicht versteht (oder nicht verstehen will). Nach meinem Gefühl ist das pure Macht-Arroganz fernab einer sachlichen Lösungsfindung.

André

Als wenn sich die Leute in der anderen Zeit dann daran halten, vorne einzusteigen... In Berlin...
M.M.blinder Aktionismus der Koalition. Passt aber irgendwie zu dem Senat.
Zitat
Joe
M.M.blinder Aktionismus der Koalition. Passt aber irgendwie zu dem Senat.

Ja. Aber wenn er nichts tut ist's auch wieder nicht richtig.

Nur noch für kurze Zeit! Die Original Eisenbahn-Schabeseife der DB - nur echt mit Zitronenduft!
Hallo zusammen,

die Formulierung aus der Koalitionsvereinbarung ist aber auch windelweich, daraus kann man ableiten, was man will.

Von 2003 bis 2015 habe ich jeweils sehr viel Zeit des Jahres berufsbedingt in Wiesbaden und in den dortigen Bussen verbracht. Dort gilt "Ab 20 Uhr Einstieg nur beim Fahrer" und das ist auch außen an den Bussen deutlich angeschrieben.


Drei Haltestellen gibt es, wo man sich nicht daran hält:

Hauptbahnhof, dort wird niemand abgewiesen, wenn er den Bus gerade noch vor Abfahrt durch die letzte Tür erreicht. Der Takt ist abends schlecht, nicht mit Berliner Verhältnissen zu vergleichen.

Und die Haltestelle "Wilhelmstraße" in der Luisenstraße sowie ihr Gegenstück in der Friedrichstraße: Dort gibt es abends einen Korrespondenzhalt von vier Buslinien. Ich habe dies mindestens schon 50 mal genutzt, es hat immer problemlos geklappt. Dort erwartet auch niemand, dass Fahrgäste aus den hinteren Bussen bis zur vorderen Tür der vorderen Busse vorlaufen.


Ansonsten wird die Regelung in Wiesbaden einfach respektiert. Tagsüber steigt man an allen Türen ein, abends dann nur noch noch beim Fahrer und zeigt seine Fahrkarte vor. Völlig entspannt. In Berlin müsste man das womöglich mit der Polizei durchsetzen, so wie die Verhältnisse hier leider verkommen sind.

Viele Grüße
Manuel



Zitat
Joe
Zitat
andre_de
Angesichts der Variantendiskussion darf ich hier nochmal auf die Passage in der aktuellen Koalitionsvereinbarung hinweisen:

"Der Einstieg beim Bus soll in der Hauptverkehrszeit grundsätzlich an allen Türen erlaubt werden."

Da bedarf es weder einer Kennzeichnung von Haltestellen, Daisy-Informationen, Fahrer-Selbstentscheidungen oder ähnlichem. Mir ist nicht klar, was die BVG-Führung an diesem simplen deutschen Satz nicht versteht (oder nicht verstehen will). Nach meinem Gefühl ist das pure Macht-Arroganz fernab einer sachlichen Lösungsfindung.

André

Als wenn sich die Leute in der anderen Zeit dann daran halten, vorne einzusteigen... In Berlin...
M.M.blinder Aktionismus der Koalition. Passt aber irgendwie zu dem Senat.
Zitat
manuelberlin
[Wiesbaden]
Tagsüber steigt man an allen Türen ein, abends dann nur noch noch beim Fahrer und zeigt seine Fahrkarte vor.

So wird das ja in vielen anderen Städten auch gehandhabt und genauso verhielt es sich einst hierzustadt.
Aber was soll denn der ganze Budenzauber? Warum soll ich ausgerechnet im Bus den Fahrschein vorzeigen, während ich alle anderen Verkehrsmittel unabhängig von der Uhrzeit völlig unbehelligt ganz entspannt benutzen kann? Läßt man mich auf diese Weise dafür büßen, daß meine Ziele nur mit dem Bus erreichbar sind?
Zitat
Alter Köpenicker

Warum soll ich ausgerechnet im Bus den Fahrschein vorzeigen, während ich alle anderen Verkehrsmittel unabhängig von der Uhrzeit völlig unbehelligt ganz entspannt benutzen kann? Läßt man mich auf diese Weise dafür büßen, daß meine Ziele nur mit dem Bus erreichbar sind?

Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil ers kann! Die Fahrzeuglängen sind beim Bus halt so klein, dass es theoretisch geht. Bei der S47 nach 20 Uhr könnte man im Prinzip auch sowas einführen. Auf der RB73 kontrolliert auch der Lokführer die Fahrscheine.
Das soll jetzt aber kein Plädoyer dafür sein, im Gegenteil.

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Logital bei Twitter.
Zitat
B-V 3313
Wenn bei mir die falsche Linie vorfahren will und keine anderen Fahrgäste da sind, dann wird der Bus von mir durchgewunken. Bisher haben sich sämtliche Fahrer dafür bedankt.

Genauso handhabe ich es auch und auch mir wurde es ebenfalls stets gedankt. Spätestens jedoch, wenn sich ein weiterer potentieller Fahrgast an der Haltestelle aufhält, kommt es häufig vor, daß der Bus umsonst anhält. Da wäre es schon praktischer, dem Fahrer seinen Fahrtwunsch zu signalisieren.

Einmal habe ich auch einen Bus durchgewunken, da ich allein an der Haltestelle zu sein glaubte. Dem war aber nicht so und der andere Fahrgast staunte nicht schlecht, als der Wagen vorbeifuhr.
Zitat
Alter Köpenicker
Einmal habe ich auch einen Bus durchgewunken, da ich allein an der Haltestelle zu sein glaubte. Dem war aber nicht so und der andere Fahrgast staunte nicht schlecht, als der Wagen vorbeifuhr.

Kenn' ich. Hab' mal innen (relativ leer war's) die Haltewunschtaste eine Station zu früh betätigt und bin nach vorn, um das zu dementieren. Dann ging's auch durch zur nächsten Station. Von dort musste dann wer anders zurücklaufen...

Nur noch für kurze Zeit! Die Original Eisenbahn-Schabeseife der DB - nur echt mit Zitronenduft!
Zitat
Logital
Zitat
Alter Köpenicker
Warum soll ich ausgerechnet im Bus den Fahrschein vorzeigen, während ich alle anderen Verkehrsmittel unabhängig von der Uhrzeit völlig unbehelligt ganz entspannt benutzen kann?

Die Fahrzeuglängen sind beim Bus halt so klein, dass es theoretisch geht.

Mit dem Argument müsste es auch in einer Tatra-Straßenbahn den Vordereinstieg geben. Und gerade wenn man von einem Gelenkbus in einen davorstehenden Gelenkbus umsteigen will, womöglich noch aus der hinteren Tür aussteigt, finde ich die Fahrzeuglänge und vor allem den Weg, den man meist geschwind zurücklegen muß gar nicht mal so kurz und klein.
Zitat
Alter Köpenicker
Und gerade wenn man von einem Gelenkbus in einen davorstehenden Gelenkbus umsteigen will, womöglich noch aus der hinteren Tür aussteigt, finde ich die Fahrzeuglänge und vor allem den Weg, den man meist geschwind zurücklegen muß gar nicht mal so kurz und klein.

Komisch, ich sehe täglich Experten, die aus einem vorne stehenden Schlenki aussteigen und dann in dem hinteren Schlenki zum Einstieg die letzte Tür nutzen...

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
der weiße bim
Die BVG hat nun entschieden - die Entscheidung Vordereinstieg oder alle Türen zu öffnen ins Ermessen des Fahrpersonals zu legen. Der Mensch vorne links kann die jeweilige Situation am besten beurteilen.
Ab 1.7. gilt eine diesbezügliche Anordnung des Betriebsleiters Omnibus für alle Fahrdienstbeschäftigten, die Busleistungen bei und für die BVG erbringen.

Darin heißt es wörtlich: "Zur Verbesserung des Kundendienstes sind an Haltestellen mit erkennbar hohem Fahrgastwechselaufkommen z.B. in Haltestellenbereichen an S- und U-Bahnhöfen, oder an Umsteigeknotenpunkten mit Mehrfachhaltestellen, alle Türen zu öffnen. Dies gilt ebenfalls bei einer hohen Auslastung des Fahrzeugs. Die Entscheidung, zur Freigabe der hinteren Türen zum Fahrgasteinstieg liegt beim Fahrpersonal."

Na also, geht doch.

Das bedeutet, dass der Fahrgast nun an stark frequentierten Haltestellen jetzt mittig und hinten wartet, mancher Busfahrer nur die Vordertür öffnet und schließlich alle nach vorn laufen, um beim Einstieg ihr Ticket heraus zu suchen. Ob das wirklich schneller ist?

Es braucht klare Regeln sonst endet das tatsächlich nur in Diskussionen.

In Stockholm steigt man grundsätzlich im Bus vorn ein und hält sein elektronisches Ticket (die reine Karte im Fahrcard-Format kostet 2 Euro, alle Fahrscheine werden darauf gebucht) an ein Lesegerät (in Berlin bislang kaum möglich, in Stockholm funktioniert es tatsächlich).
Zitat
DaniOnline
In Stockholm steigt man grundsätzlich im Bus vorn ein und hält sein elektronisches Ticket (die reine Karte im Fahrcard-Format kostet 2 Euro, alle Fahrscheine werden darauf gebucht) an ein Lesegerät (in Berlin bislang kaum möglich, in Stockholm funktioniert es tatsächlich).

Und was soll der Vorteil davon sein, wenn die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste als Zeitkarteninhaber ansonsten ohne solche unnötigen "Arbeitsschritte" bequem einsteigen und mitfahren kann? Selbst wenn man datenschutzrechtliche Bedenken außen vor lässt, sehe ich als Fahrgast darin für mich keinerlei Vorteil und reichlich Nachteil.
Die Fahrausweis-Kontrolle ist keine Placebo-Kontrolle mehr, somit wird die Schwarzfahrerquote stark reduziert. Heute halten die Fahrgäste dem Busfahrer in Berlin alles mögliche hin. Zur Zeiteinsparung verkaufen Stockholms Busfahrer übrigens keine Fahrscheine, diese muss man vorab an Automaten oder via Handy erwerben.

Und länger dauern tut das Einsteigen an der Einen Tür in Stockholm auch nicht, alle Fahrgäste sind sehr diszipliniert.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.07.2017 16:18 von DaniOnline.
Zitat
DaniOnline
Das bedeutet, dass der Fahrgast nun an stark frequentierten Haltestellen jetzt mittig und hinten wartet, mancher Busfahrer nur die Vordertür öffnet und schließlich alle nach vorn laufen, um beim Einstieg ihr Ticket heraus zu suchen. Ob das wirklich schneller ist?

Naja, an stark frequentierten Haltestellen werden ja wohl eh alle Türen aufgehen wegen aussteigenen Fahrgästen. Ob das dann schneller geht, sei dahingestellt.

Zitat
Lopi2000
Zitat
DaniOnline
In Stockholm steigt man grundsätzlich im Bus vorn ein und hält sein elektronisches Ticket (die reine Karte im Fahrcard-Format kostet 2 Euro, alle Fahrscheine werden darauf gebucht) an ein Lesegerät (in Berlin bislang kaum möglich, in Stockholm funktioniert es tatsächlich).

Und was soll der Vorteil davon sein, wenn die überwiegende Mehrheit der Fahrgäste als Zeitkarteninhaber ansonsten ohne solche unnötigen "Arbeitsschritte" bequem einsteigen und mitfahren kann? Selbst wenn man datenschutzrechtliche Bedenken außen vor lässt, sehe ich als Fahrgast darin für mich keinerlei Vorteil und reichlich Nachteil.

Andere Länder, andere Sitten. Nicht nur in Stockholm gibt es den grundsätzlichen Vordereinstieg. Dort wird das Thema Schwarzfahrer nicht so stiefmütterlich behandelt wie in Berlin.
Allerdings habe ich in Stockholm auch schon eine Kontrolle an der (2 oder 3) von einem dafür abgestellten Kontrolleur beobachtet.
Zitat
DaniOnline
Die Fahrausweis-Kontrolle ist keine Placebo-Kontrolle mehr, somit wird die Schwarzfahrerquote stark reduziert. Heute halten die Fahrgäste dem Busfahrer in Berlin alles mögliche hin. Zur Zeiteinsparung verkaufen Stockholms Busfahrer übrigens keine Fahrscheine, diese muss man vorab an Automaten oder via Handy erwerben.

Und länger dauern tut das Einsteigen an der Einen Tür in Stockholm auch nicht, alle Fahrgäste sind sehr diszipliniert.

Und nochmal die Frage angesichts des Umstands, dass der ÖPNV ein öffentlich ko-finanzierter Bestandteil der Daseinsvorsorge ist und ich dauerhaft im Besitz eines gültigen Fahrscheins bin: was ist mein Vorteil davon, dass ich mich "sehr disziplinieren" und die Nicht-Begehung einer Straftat nachweisen muss statt als zahlender Kunde entsprechend behandelt zu werden?
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