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[BLZ] Güter-Tram für Berlin
geschrieben von Tradibahner 
Güter-Tram soll künftig Pakete in die Innenstadt bringen

Dass ein Preuße die Sachsen lobt, kommt eher selten vor. Doch Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner steht dazu: Er hält ein Logistikkonzept, das sich in Dresden bewährt hat, für vorbildlich. In der Hauptstadt des Freistaats wurden Güter mit der Straßenbahn befördert. Das könnte es auch in Berlin geben, sagte der Grünen-Politiker: „Was Dresden kann, kann Berlin schon lange – eine Güterstraßenbahn als Teil moderner Logistik.“ Sein Plan: Schuhe, Kleidung, Bücher und andere Internetbestellungen fahren per Tram in die Innenstadt.

Die Planungen haben begonnen. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz will den Gütertransport neu organisieren und arbeitet an einem Konzept dafür, so Kirchner. Während ihrer Ideensuche kamen die Experten auf die Dresdener CarGoTram. So hieß die Güterstraßenbahn, die 15 Jahre lang für VW Autoteile befördert hat. – weiter: [www.berliner-zeitung.de]

MfG Holger



[tradibahner.de]


*gähn* Hatten wir doch alles schon. Erst wird nach der Wende alles abgeschafft und verboten und jetzt wird alles wieder nach und nach neu erfunden.
Zitat
Alter Köpenicker
*gähn* Hatten wir doch alles schon. Erst wird nach der Wende alles abgeschafft und verboten und jetzt wird alles wieder nach und nach neu erfunden.

Nach dem Motto, alles aus dem Osten ist schlecht, also weg damit.

MfG Holger



[tradibahner.de]


Hallo!
Es fuhren z.B. täglich Lastenstraßenbahnen mit 2 Anhängern beladen mit gepreßten Altpapierballen von Sero Hultschiner Damm (heute ALBA) nach Grünau und wurden dort in den Binnenkahn verladen zum Transport in die Papierfabrik. War sicherlich sehr umweltfreundlich aber! (Den Rest erspare ich mir)
Grüße
Naja, nicht gleich bis Grünau aber die Richtung stimmt schonmal.
Na gut, bis zu Beladestelle an der Dahme. Ungenauer Weise haben wir immer Grünau gesagt.
Zitat
Tradibahner
Nach dem Motto, alles aus dem Osten ist schlecht, also weg damit.

Gütertransporte mit Straßenbahnen gab es schon weit vor der DDR. Dein ostalgisches Gejammer zieht hier also nicht.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Bauart Bernau
Na gut, bis zu Beladestelle an der Dahme. Ungenauer Weise haben wir immer Grünau gesagt.

Wie genau hat das denn stattgefunden? Hatte der heutige Albahof einen eigenen Gleisstumpf mit Anbindung zur Straßenbahntrasse oder wurden die Güterwagen direkt auf dem Hultschiner Damm beladen? Und welche Beladestelle an der Dahme ist denn gemeint?

Gibt es davon noch Aufzeichnungen und/oder Bilder?
Der Hof des Serobetriebes hatte eine eigene Gleisschleife, die nach der Wende weggebaut wurde. Wo an der Dahme beladen wurde weiß ich nicht mehr genau, da ich nur einmal dort war. (Es könnte die Wendenschloßseite gewesen sein) Es gab 1988 einen Pressebericht mit Bildern darüber, daß ein ganzer Autobus voll westdeutscher und internationaler Altpapierhändler sich Verladung und Entladung anläßlich einer Fachveranstaltung angesehen hat, aber wo das veröffentlicht wurde, weiß ich auch nicht mehr.
Korrekterweise muß man sagen, daß es früher in vielen Städten solche Lastenfahrten mit der Straßenbahn gegeben hat. Verlade und Entladepunkte mußten nur passend zur Straßenbahn liegen. Die Besonderheit zu DDR Zeiten war wohl, daß nicht ausschließlich rein rechnerische Gründe für einen solchen Betrieb, wo auch immer, entscheident waren. Bei dem erwähnten Betrieb war m.E. die Spriteinsparung der ausschlaggebende Anlaß.
Grüße



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.03.2017 16:31 von Bauart Bernau.
Die befand sich meines Erachtens dort wo sich heute die Haltestelle Glienicker Str. der 68 befindet.

Die Idee an sich finde ich ja toll, frage mich jedoch obs da überhauot passende Quell-Ziel-Verkehre gibt, die passend zum Netz liegen, damit eine solche Gütertram Sinn macht. Und wenn die Gütertram eh nachts fahren soll wird der Verkehr auch gar nicht entlastet. Da würde ich mir jetzt (obwohl ich wahrlich ein großer Freund der Straßenbahn bin) von elektrischen LKWs mehr Einsatzfelder versprechen. Mit Steuergeldern gefördert werden müsste das Projekt ja ohnehin.

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Liebe Leser, zur Ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie, sich während des Lesens den Bauch zu halten.
Zitat
Bauart Bernau
Der Hof des Serobetriebes hatte eine eigene Gleisschleife, die nach der Wende weggebaut wurde. Wo an der Dahme beladen wurde weiß ich nicht mehr genau, da ich nur einmal dort war. (Es könnte die Wendenschloßseite gewesen sein)

Ich weiß nicht, ob es zu dem beschriebenen Gütertransport gehört, aber an der Grünauer Straße Höhe Haltestelle Glienicker Straße befanden sich zumindest bis vor kurzem noch Reste einer Gleisschleife auf einem Gewerbegrundstück zwischen Straße und Dahme. Vermutlich liegt das Gleis auch heute noch, denn auf der OpenRailwayMap ist es als „ungenutzt“ eingetragen: [www.openrailwaymap.org]
Es kann durchaus auch an der Glienicker gewesen sein.
Zitat
Jumbo
Zitat
Bauart Bernau
Der Hof des Serobetriebes hatte eine eigene Gleisschleife, die nach der Wende weggebaut wurde. Wo an der Dahme beladen wurde weiß ich nicht mehr genau, da ich nur einmal dort war. (Es könnte die Wendenschloßseite gewesen sein)

Ich weiß nicht, ob es zu dem beschriebenen Gütertransport gehört, aber an der Grünauer Straße Höhe Haltestelle Glienicker Straße befanden sich zumindest bis vor kurzem noch Reste einer Gleisschleife auf einem Gewerbegrundstück zwischen Straße und Dahme. Vermutlich liegt das Gleis auch heute noch, denn auf der OpenRailwayMap ist es als „ungenutzt“ eingetragen: [www.openrailwaymap.org]

Genau dort war die Entladestelle. Das Gleis liegt noch heute auf dem Grundstück. Die Zufahrt wurde im Zuge der Erneuerung der Grünauer Straße entfernt.

Das war aber keine Gleisschleife. Der Atw drückte die beiden Anhänger in die Entladestelle und fuhr zurück auf die Straße. Anschließend setzte er um und setzte sich auf die andere Seite der Anhänger.
Klingt interessant, aber wo haben wir denn große Industrie in Berlin?

In Dresden fahren die ja auch nur zum Porschewerk. Das Konzept von Kirchner klingt interessant, ist aber sehr viel komplizierter. Und ich würde hier auch eher eine unterirdische Lösung bevorzugen:
Mit dem Güterzug zu einem Logistikzentrum am Rande der Stadt, dann per Rohrpost zu verschiedenen Verteilpunkten. Für die letzte Meile dann per Elektro-Lkw oder Lastenrad.

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Nicht-dynamische Signatur
Ich sehe da kein großes Potenzial. An sich ist es ja eine schöne Idee, Güter mit der Straßenbahn transportieren zu wollen. Aber:

1. Hat so eine Straßenbahn eine gewisse Länge, die muss erstmal gefüllt werden.
2. Lassen sich damit nicht durchgehende Transportketten wie beim LKW einrichten.
3. Ist ein LKW hinsichtlich der Ladungsart (Gewicht, Volumen, Kühlung etc.) bestimmt flexibler.
4. Gibt es für die Infrastruktur (Gleise, Fahrzeuge) hohe Investitionskosten.
5. Kann der Betrieb der Personenstraßenbahn dadurch gestört werden (nachts natürlich nicht so sehr wie tagsüber).
6. Ist die Straßenbahn in engen Kurven wesentlich lauter als ein LKW, was vor allem nachts ein großer Nachteil ist.
7. Müssten für einen ernsthaften Betrieb Gleisanschlüsse gelegt werden. Das heißt: viele zusätzliche Weichen und enge Kurven. Das heißt: Lärm und Kosten.
8. Ist oft auch gar nicht der Platz für eine Umschlagstelle vorhanden.

Die Liste kann man bestimmt noch ergänzen und genauer ausführen.
Ich sehe einfach sehr viele Nachteile und ganz wenige Vorteile. Eine Güterstraßenbahn kann sinnvoll sein, wenn ein Großteil der Ladung ohnehin per Bahn oder Schiff in die Stadt kommt und die Ziele der Sendungen an wenigen Punkten im Stadtzentrum liegen und ein großes Aufkommen haben. Spontan fällt mir da aber gar nichts ein in Berlin.
Güterstraßenbahn lohnt sich mit dem aktuellen Netz gar nicht.
Zitat
Bauart Bernau
...
Korrekterweise muß man sagen, daß es früher in vielen Städten solche Lastenfahrten mit der Straßenbahn gegeben hat. Verlade und Entladepunkte mußten nur passend zur Straßenbahn liegen. Die Besonderheit zu DDR Zeiten war wohl, daß nicht ausschließlich rein rechnerische Gründe für einen solchen Betrieb, wo auch immer, entscheident waren.
Bei dem erwähnten Betrieb war m.E. die Spriteinsparung der ausschlaggebende Anlaß.

Grüße

Und es mußten Ergebnisse her koste es was es wolle,
Hauptsache irgendwelche LKW Fahrten gespart und wenn nur auf dem Papier,
das sich damalige Ökonomen und Parteibonzen auf die Schultern hauen konnten.
Egal wieviel zusätzliche Umladevorgänge gemacht werden und dafür eh schon knappe Personalrecourcen aufgetan werden mußten.
Üble Beispiele waren für derartige Transporte Neu-PKW in Magdeburg oder Schreibmaschinen in Erfurt,
oder der Getränketransport zu Kaufhallen in Berlin.

Der Sero-Transport in Berlin brachte dagegen den BVB blankes Geld,
so das um einen Ausfall der Gütertouren zu vermeiden,
auch mal ein 25E stehen blieb oder der Rangierer Sw ans Schaltrad ging.

Außerdem gab es in Berlin noch Transporte mit 2 bzw 4achsLore von TRO in Schweineöde zur Schillerstraße in Nordend.
Für die jeweligen Transporte gab es Fahrpläne!!

T6JP
Zitat
Lehrter Bahnhof
Klingt interessant, aber wo haben wir denn große Industrie in Berlin?

In Dresden fahren die ja auch nur zum Porschewerk. Das Konzept von Kirchner klingt interessant, ist aber sehr viel komplizierter. Und ich würde hier auch eher eine unterirdische Lösung bevorzugen:
Mit dem Güterzug zu einem Logistikzentrum am Rande der Stadt, dann per Rohrpost zu verschiedenen Verteilpunkten. Für die letzte Meile dann per Elektro-Lkw oder Lastenrad.

Dein "Porschewerk" ist die Gläserne Manufaktur von Volkswagen, die dank des Dieselskandals derzeit stillgelegt ist. Soweit mir bekannt ist, sollen dort künftig Elektroautos produziert und damit auch der Betrieb der CarGo-Tram wieder aufgenommen werden.

Wirklich sinnvoll wäre so eine Güterbahn in Berlin nur dann, wenn dadurch maximal ein zusätzlicher Umladevorgang nötig wird. Der Betriebshof Marzahn bietet da gar nicht mal so schlechte Voraussetzungen für ein Logistikzentrum. Die A10 als "Einflugschneise" für LKW liegt relativ nahe. Die Schleife am Jahn-Sportpark passt auch ganz gut als innerstädtischer Verteilungsknoten. Alternativ bietet sich der Gleisbauhof an der Kniprodestraße an. Selbst die Schleife Hauptbahnhof könnte sich entsprechend nutzen lassen, wenn für die Logistik die Fläche unter der Stadtbahntrasse genutzt wird.

Ansonsten böte sich noch der Westhafen als innerstädtisches Umschlags-Hub an. Um das mal weiter zu spinnen: Container sind mit 2,44m allerdings etwa breiter als die Flexity. Die entsprechenden Strecken für einen Transport von Standard-Containern müssten also für 2,5 Meter Breite trassiert sein. Beste Lage hätte natürlich auch der ehemalige Containerbahnhof Frankfurter Allee gehabt.

Kurzum: Anwendungsbereiche ließen sich sicher finden, aber die Grenzen sind doch sehr eng gesteckt.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Tradibahner
Doch Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner steht dazu: Er hält ein Logistikkonzept, das sich in Dresden bewährt hat, für vorbildlich. ... Sein Plan: Schuhe, Kleidung, Bücher und andere Internetbestellungen fahren per Tram in die Innenstadt.

Der Mann sollte sich erst mal informieren. Die Dresdner Güterstraßenbahn wurde letztes Jahr stillgelegt, die Güterstraßenbahnfahrzeuge sind abgestellt.
Das geeignete Transportmittel für das angesprochene Transportgut ist doch längst gefunden: das Lastenfahrrad. Braucht keine Zulassung, verbraucht keine Energie, erzeugt keine Abgase, benötigt kein (nicht vorhandenes) Fachpersonal, schafft Arbeitsplätze im Mindestlohnsektor, erfordert keinen Führerschein, keinen Parkschein, fährt auf der Busspur oder dem Radweg am Stau vorbei ...

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Zitat
Tradibahner
Doch Verkehrs-Staatssekretär Jens-Holger Kirchner steht dazu: Er hält ein Logistikkonzept, das sich in Dresden bewährt hat, für vorbildlich. ... Sein Plan: Schuhe, Kleidung, Bücher und andere Internetbestellungen fahren per Tram in die Innenstadt.

Der Mann sollte sich erst mal informieren. Die Dresdner Güterstraßenbahn wurde letztes Jahr stillgelegt, die Güterstraßenbahnfahrzeuge sind abgestellt.

Der Mann hat sich informiert, die CargoTram fährt ab Montag wieder.
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