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? zu Gleis / Brückenresten in Berlin
geschrieben von Johannes S. 
Hallo zusammen!

Frage 1:
Die Brücke über die Spree (parallel Spindlersfelder Brücke) und die anschließende Brücke über die Straße "An der Wuhlheide" haben Widerlager für zwei oder gar drei zusätzliche Gleise. Waren die Brücken dazu in der Vergangenheit eingebaut? Sind es evtl. Reste des ehemaligen Güteraußenrings?

Frage 2:
Östlich der Rummelsburger Landstraße sind Oberleitungsmasten für eine Trasse direkt neben der Straße zu erkennen. Ist dies eine ehemalige Straßenbahnstrecke? Der ehemalige Anschluss des Umspannwerks verläuft laut openrailwaymap.org deutlich weiter östlich und diese war vermutlich auch nicht elektrifiziert.

Danke,
Johannes
Zitat
Johannes S.
Hallo zusammen!

Frage 1:
Die Brücke über die Spree (parallel Spindlersfelder Brücke) und die anschließende Brücke über die Straße "An der Wuhlheide" haben Widerlager für zwei oder gar drei zusätzliche Gleise. Waren die Brücken dazu in der Vergangenheit eingebaut? Sind es evtl. Reste des ehemaligen Güteraußenrings?

Frage 2:
Östlich der Rummelsburger Landstraße sind Oberleitungsmasten für eine Trasse direkt neben der Straße zu erkennen. Ist dies eine ehemalige Straßenbahnstrecke? Der ehemalige Anschluss des Umspannwerks verläuft laut openrailwaymap.org deutlich weiter östlich und diese war vermutlich auch nicht elektrifiziert.

1. M.W. Vorleistungen für eine S-Bahn am Außenring.
2. Könnte das da passen?
Was meinst du damit im Bezug auf die Industriebahn Schöneweide?
Zitat
Global Fisch
Zitat
Johannes S.
Frage 2:
Östlich der Rummelsburger Landstraße sind Oberleitungsmasten für eine Trasse direkt neben der Straße zu erkennen. Ist dies eine ehemalige Straßenbahnstrecke? Der ehemalige Anschluss des Umspannwerks verläuft laut openrailwaymap.org deutlich weiter östlich und diese war vermutlich auch nicht elektrifiziert.
2. Könnte das da passen?

Das müsste passen.
Und anders als auf der Karte im Wikipedia-Artikel dargestellt, verlief die Anschlussbahn nahezu auf der gesamten Ostseite der Rummelsburger Landstaße, vom Blockdammweg bis zur Treskowallee. Die Kreuzungen mit dem Blockdammweg und der Treskowallee wurden jedoch nicht erreicht, die Bahn bog vorher ab.
Auf dem Grundstück am Nordende der Rummelsburger Landstraße, wo sich heute der Hafen der Reederei Riedel befindet, kann man auf den aktuellen Luftbildern von Google und Bing (am besten in der Schrägansicht mit Blickrichtung Westen) noch einen Gleisrest direkt nördlich des großen Gebäudes (das ehemalige Kraftwerk Rummelsburg?) erkennen.
Hallo!
Ich glaube mich zu erinnern, daß die Fernbahnbrücken über An der Wuhlheide und über die Spree mal erneuert wurden. Dabei wurde die neue Brücke jeweils neben die alte gebaut und dann verschwenkt.
Die alten Widerlager hat man einfach liegen gelassen.
Grüße
Zitat
Jumbo
Zitat
Global Fisch
Zitat
Johannes S.
Frage 2:
Östlich der Rummelsburger Landstraße sind Oberleitungsmasten für eine Trasse direkt neben der Straße zu erkennen. Ist dies eine ehemalige Straßenbahnstrecke? Der ehemalige Anschluss des Umspannwerks verläuft laut openrailwaymap.org deutlich weiter östlich und diese war vermutlich auch nicht elektrifiziert.
2. Könnte das da passen?

Das müsste passen.
Und anders als auf der Karte im Wikipedia-Artikel dargestellt, verlief die Anschlussbahn nahezu auf der gesamten Ostseite der Rummelsburger Landstaße, vom Blockdammweg bis zur Treskowallee. Die Kreuzungen mit dem Blockdammweg und der Treskowallee wurden jedoch nicht erreicht, die Bahn bog vorher ab.
Auf dem Grundstück am Nordende der Rummelsburger Landstraße, wo sich heute der Hafen der Reederei Riedel befindet, kann man auf den aktuellen Luftbildern von Google und Bing (am besten in der Schrägansicht mit Blickrichtung Westen) noch einen Gleisrest direkt nördlich des großen Gebäudes (das ehemalige Kraftwerk Rummelsburg?) erkennen.

Ist völlig richtig, gehört zur ehem. "Bullenbahn".
Diese besaß auch einige nicht elektrifizierte Anschlußgleise in div Betrieben, dort wurde u.a. mit einer V 15 rangiert.

T6JP
Zitat
Jumbo
Auf dem Grundstück am Nordende der Rummelsburger Landstraße, wo sich heute der Hafen der Reederei Riedel befindet, kann man auf den aktuellen Luftbildern von Google und Bing (am besten in der Schrägansicht mit Blickrichtung Westen) noch einen Gleisrest direkt nördlich des großen Gebäudes (das ehemalige Kraftwerk Rummelsburg?) erkennen.

Da sind mehrere Gleisreste. Meinst Du die im Poggendorffweg am Funkhaus oder die weiter nördlich? Alles in allem war das früher alles TRO-Gelände. Das Hauptwerk in Oberschöneweide war mit TRO Rummelsburg durch den Bullen verbunden.

Was meinst Du denn mit dem ehemaligen Kraftwerk Rummelsburg? Es gibt dort eigentlich nur das Kraftwerk Klingenberg (seit 1926), es liegt jedoch etwas weiter nördlich.
zu 1: ja das passt.

zu 2.: das sind jetzt aber drei völlig unterschiedliche Varianten...was den nun?

Danke
Hallo,

speziell im Bereich Wuhlheide wurden beim Bau des BAR auch Vorleistungen für einen weiteren Ausbau des Rbf Wuhlheide geschaffen. Dies gilt insbesondere für die Nordseite Richtung Biesdorf, wo dann insbesondere der Aufbau weiterer Gruppen sowie niveaufreier Ausfädelungen etc., möglich gewesen wären. Dieser spätere Ausbau des Rbf wurde jedoch aus Gründen mangelnder Baukapazitäten, fehlenden Materials und Geldes nur äußerst minimal umgesetzt, so dass dieser Rbf im Grunde immer ein Provisorium blieb, obwohl er zu DDR-Zeiten gut ausgelastet war. Zudem ist zu erwähnen, dass der Rbf Wuhlheide schon als Hilfs-Rbf Bestandteil des provisorischen GAR aus der NS-Ära war. So ist es also durchaus möglich, dass hiervon das eine oder andere bauliche Relikt blieb und nicht wieder für den BAR genutzt wurde.

Vorleistungen für eine S-Bahn am südöstlichen BAR wurden meines Wissens nur im Bereich Grünau / Grünauer Kreuz erbracht und dies nur in Form einer niveaufreien Ausfädelung von Gleisen aus der Strecke vom Flughafen Schönefeld östlich des S-Bhf. Altglienicke in Richtung Grünauer Kreuz (heute beseitigt, aber leicht wieder herstellbar) sowie die westlichen Widerlager einer S-Bahnbrücke, gut zu sehen vom Adlergestell, die BAR-S-Bahngleise aus den Richtungen Altglienicke und Grünau in Richtung Spindlersfeld aufgenommen hätte.

Gruß
Die Ferkeltaxe
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
Jumbo
Auf dem Grundstück am Nordende der Rummelsburger Landstraße, wo sich heute der Hafen der Reederei Riedel befindet, kann man auf den aktuellen Luftbildern von Google und Bing (am besten in der Schrägansicht mit Blickrichtung Westen) noch einen Gleisrest direkt nördlich des großen Gebäudes (das ehemalige Kraftwerk Rummelsburg?) erkennen.

Da sind mehrere Gleisreste. Meinst Du die im Poggendorffweg am Funkhaus oder die weiter nördlich? Alles in allem war das früher alles TRO-Gelände. Das Hauptwerk in Oberschöneweide war mit TRO Rummelsburg durch den Bullen verbunden.

Die Abkürzung TRO für Transformatorenwerk Oberspree musste ich jetzt erstmal ergoogeln.

Der Gleisrest, der die Nalepastraße in Höhe Poggendorfweg kreuzt, passt meiner Meinung nach nicht, um die Existenz der Trasse der Bullenbahn an der nördlichen Rummelsburger Landstraße eindeutig nachvollziehen zu können. Wenn man diesen Gleisrest nach Osten geradeaus verlängert, kommt man auf den Hegemeisterweg, in dem ja auch mal eine Anschlussbahn verlaufen sein könnte. Eine Kurve Richtung Rummelsburger Landstraße ist nach meiner Erinnerung vom letzten Besuch (nur 'ne kurze Wanderung von der F11, solange es die noch gibt, zur nächsten Straßenbahnhaltestelle) nicht mehr erkennbar.

Ich meinte die Gleisreste weiter nördlich, direkt nördlich von dem großen Gebäude an der Rummelsburger Landstraße, dessen schmalere Seite an die Nalepastraße grenzt. Dieser Gleisrest ist deutlicher eine Verlängerung der Trasse an der Rummelsburger Landstraße.

Zitat
Alter Köpenicker
Was meinst Du denn mit dem ehemaligen Kraftwerk Rummelsburg? Es gibt dort eigentlich nur das Kraftwerk Klingenberg (seit 1926), es liegt jedoch etwas weiter nördlich.

Auf Openstreetmap ist das Gelände, das ich meine, mit „Altes Kraftwerk Rummelsburg“ beschriftet: [www.openstreetmap.org] (Nachdem ich auf Bing keine Möglichkeit gefunden hatte, die Kartenansicht zu verlinken, habe ich gleich völlig vergessen, einen Link zu setzen)
Zitat
Jumbo
Zitat
Alter Köpenicker
Was meinst Du denn mit dem ehemaligen Kraftwerk Rummelsburg? Es gibt dort eigentlich nur das Kraftwerk Klingenberg (seit 1926), es liegt jedoch etwas weiter nördlich.

Auf Openstreetmap ist das Gelände, das ich meine, mit „Altes Kraftwerk Rummelsburg“ beschriftet: [www.openstreetmap.org] (Nachdem ich auf Bing keine Möglichkeit gefunden hatte, die Kartenansicht zu verlinken, habe ich gleich völlig vergessen, einen Link zu setzen)

Das Ding steht noch, finde ich recht eindrucksvoll. Am Tag des offenen Denkmals im September gibt es gelegentlich Führungen.

Berlin du bist so wunderbar
modern ruins



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2017 11:41 von Global Fisch.
Zitat
Jumbo
Der Gleisrest, der die Nalepastraße in Höhe Poggendorfweg kreuzt, passt meiner Meinung nach nicht, um die Existenz der Trasse der Bullenbahn an der nördlichen Rummelsburger Landstraße eindeutig nachvollziehen zu können. Wenn man diesen Gleisrest nach Osten geradeaus verlängert, kommt man auf den Hegemeisterweg, in dem ja auch mal eine Anschlussbahn verlaufen sein könnte. Eine Kurve Richtung Rummelsburger Landstraße ist nach meiner Erinnerung vom letzten Besuch (nur 'ne kurze Wanderung von der F11, solange es die noch gibt, zur nächsten Straßenbahnhaltestelle) nicht mehr erkennbar.

Im Einzugsgebiet der Bullenbahn gab es keine Industriegleisanschlüsse, die von anderen Eisenbahnen als der Bullenbahn betrieben wurden. Der Poggendorffweg bildet lediglich die Verlängerung des Hegemeisterwegs. Der Gleisrest an der Poggendorffstraße war ein Anschließer zum Petroelumwerk und war bis in die 1960er Jahre in Betrieb. Es mündete tatsächlich auf das parallel zur Rummelsburger Landstraße verlaufende Gleis der Bullenbahn.


Zitat
Jumbo
Ich meinte die Gleisreste weiter nördlich, direkt nördlich von dem großen Gebäude an der Rummelsburger Landstraße, dessen schmalere Seite an die Nalepastraße grenzt. Dieser Gleisrest ist deutlicher eine Verlängerung der Trasse an der Rummelsburger Landstraße.

Korrekt, das Gleis knickte kurz hinter der Einmündung der Nalepastraße in die Rummelsburger Straße in einem langen Bogen nach Westen ab. Bis zu der Stelle verlief es östlich der Rummelsburger Landstraße.


Zitat
Jumbo
Auf Openstreetmap ist das Gelände, das ich meine, mit „Altes Kraftwerk Rummelsburg“ beschriftet [...]

Das war das erste Rummelsburger Kraftwerk. Es wurde in den 1930er Jahren durch das Großkraftwerk Klingenberg ergänzt und Mitte der 1970er Jahre ersetzt.

Viele Grüße
Florian Schulz

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Zitat
Johannes S.
Frage 2:
Östlich der Rummelsburger Landstraße sind Oberleitungsmasten für eine Trasse direkt neben der Straße zu erkennen. Ist dies eine ehemalige Straßenbahnstrecke? Der ehemalige Anschluss des Umspannwerks verläuft laut openrailwaymap.org deutlich weiter östlich und diese war vermutlich auch nicht elektrifiziert.

Die Karte auf openrailwaymap.org ist korrekt, aber schlecht erkennbar. Sie zeigt deutlich die Bullenbahn und den Anschluss des Umspannwerks, der gleichzeitig der ältere Streckenverlauf der Bullenbahn war.

Höhe Am Walde stand ein Prellbock und es lag ein elektrifiziertes Gleis parallel zur Rummelsburger Landstraße. Das sind die unscheinbaren Punkte am Straßenrand auf der Karte. Hinter dem alten Kraftwerk querte das Gleis die Straße und bog in das Betriebsgelände ein. Die Bullenbahn wurde tatsächlich im angenäherten 90°-Winkel gekreuzt. Der Anschluss an die Bullenbahn erfolgte über die bestehende Verbindungskurve.

Das ist der Stand Ende 80er/Anfang 90er Jahre. Irgendwann in den 90ern wurde die Strecke dann abgebaut.

Edit: Korrektur, die gepunktete Linie, die ich da für das Gleis hielt, hat eine andere Bedeutung. Sie zeigt aber tatsächlich in etwa den Verlauf dieses ehemaligen Anschlussgleises an.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2017 12:12 von Jay.
Zitat
Jay
Zitat
Johannes S.
Frage 2:
Östlich der Rummelsburger Landstraße sind Oberleitungsmasten für eine Trasse direkt neben der Straße zu erkennen. Ist dies eine ehemalige Straßenbahnstrecke? Der ehemalige Anschluss des Umspannwerks verläuft laut openrailwaymap.org deutlich weiter östlich und diese war vermutlich auch nicht elektrifiziert.

Die Karte auf openrailwaymap.org ist korrekt, aber schlecht erkennbar. Sie zeigt deutlich die Bullenbahn und den Anschluss des Umspannwerks, der gleichzeitig der ältere Streckenverlauf der Bullenbahn war.

Höhe Am Walde stand ein Prellbock und es lag ein elektrifiziertes Gleis parallel zur Rummelsburger Landstraße. Das sind die unscheinbaren Punkte am Straßenrand auf der Karte. Hinter dem alten Kraftwerk querte das Gleis die Straße und bog in das Betriebsgelände ein. Die Bullenbahn wurde tatsächlich im angenäherten 90°-Winkel gekreuzt. Der Anschluss an die Bullenbahn erfolgte über die bestehende Verbindungskurve.

Das ist der Stand Ende 80er/Anfang 90er Jahre. Irgendwann in den 90ern wurde die Strecke dann abgebaut.

Edit: Korrektur, die gepunktete Linie, die ich da für das Gleis hielt, hat eine andere Bedeutung. Sie zeigt aber tatsächlich in etwa den Verlauf dieses ehemaligen Anschlussgleises an.

Zur Bullenbahn gab es vor sieben Jahren mal eine Ausstellung im Industriesalon Schöneweide. Dort wurden auch der Gleisverlauf und alle Anschlüsse gezeigt. Andreas Lebioda hatte dazu sehr viel zusammengetragen. Trotzdem blieben Lücken. Zum Beispiel der Verlauf des Anschlußgleises zum Wasserwerk Wuhlheide ist noch unklar. Auch in openrailwaymap.org ist das nicht eingezeichnet.

Übrigens fand der letzte Transport am 26.03.1997 von BAE statt.

Wer mehr lesen will empfehle ich Ivo Köhler, Andreas Lebioda, Wolfgang Dath, Peter Bock: Die Bullen von
Oberschöneweide / Eine Industriebahn im Berliner Südosten, vb 4/2003 S.86-99, vb 5/2003 S. 131-137
Zitat
Jumbo
Die Abkürzung TRO für Transformatorenwerk Oberspree musste ich jetzt erstmal ergoogeln.

Um genau zu sein: Transformatoren- und Röntgenwerk Oberspree

Zitat
Jumbo
Ich meinte die Gleisreste weiter nördlich, direkt nördlich von dem großen Gebäude an der Rummelsburger Landstraße, dessen schmalere Seite an die Nalepastraße grenzt. Dieser Gleisrest ist deutlicher eine Verlängerung der Trasse an der Rummelsburger Landstraße.

Das müßte der TRO-Gleisanschluß sein, der verlief hinter der Kantine, die auch einen Verkauf auf die Straße hatte, schräg über die Rummelsburger Landstraße, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe. Das meiste ist da ja heute alles weggerissen, so daß es schwer nachvollziehbar ist.
Zitat
Jay
die gepunktete Linie, die ich da für das Gleis hielt, hat eine andere Bedeutung.

Sie bildet die Grenze zwischen Oberschöneweide, Karlshorst und Rummelsburg ab.
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