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"Parken im Märkischen Viertel wird teuer"
geschrieben von Marienfelde 
13,3 Mio. € will die Gesobau in ihre 4.900 Parkplätze im Märkischen Viertel investieren - und künftig für 35 € monatlich vermieten. Dies steht in der heutigen Berliner Zeitung (S. 11):

[www.berliner-zeitung.de]
Zitat
Marienfelde
13,3 Mio. € will die Gesobau in ihre 4.900 Parkplätze im Märkischen Viertel investieren - und künftig für 35 € monatlich vermieten. Dies steht in der heutigen Berliner Zeitung (S. 11):

[www.berliner-zeitung.de]

Wenn man den Bodenpreis und die Investitionen in die Erneuerung der Anlagen berücksichtigt, kostet jeder Parkplatz rund 10.000 Euro. Eine monatliche Miete von 35 Euro bedeutet somit weiterhin eine (geringe) Subvention der Parkplätze, d.h. die Mieter ohne eigenen Parkplatzbedarf zahlen den Parkplatzmietern indirekt einen Zuschuss. Ich bin nach wie vor Fan des japanischen Modells, dass nur ein Auto zulassen lassen darf, wer einen eigenen Parkplatz nachweisen kann.
Moin!

Sehe ich ähnlich (mit dem japanischen Modell). Natürlich kann man Autos nicht abschaffen, aber manchmal finde ich es schon krass, wie sehr wir uns daran gewöhnt haben, dass alle Straßen links und rechts mit Autos zugestellt sind. Manche sehen ja offenbar einen kostenlosen (oder praktisch kostenlosen -> Anwohnerparken) Parkplatz auf öffentlichen Grund als Grundrecht an, während in der Wohnung nebenan problemlos 100€ kalt pro Monat für die gleiche Fläche bezahlt werden.

iGEL
Zitat
iGEL
...während in der Wohnung nebenan problemlos 100€ kalt pro Monat für die gleiche Fläche bezahlt werden.

Dazu kommt noch, dass von den Wohnungen auf dieser Grundfläche ja meist fünf bis sieben übereinander stehen. Somit nimmt ein PKW-Stellplatz ähnlich viel Grundstücksfläche ein wie eine ziemlich große Mietwohnung. (15 qm Grundfläche mal 7 Geschosse = 105 qm Wohnfläche).
Ich will kein Forenpolizist sein, aber was bitte hat dieses Thema hier im Forum verloren??? Das hat rein gar nichts mit dem Nahverkehr zu tun.

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Zitat
Lopi2000
Ich bin nach wie vor Fan des japanischen Modells, dass nur ein Auto zulassen lassen darf, wer einen eigenen Parkplatz nachweisen kann.

Die Idee ist ja nett, nur löst sie nicht die Probleme in Berlin. Gerade Pendler aus Brandenburg mit Eigenheim lachen sich dann ins Fäustchen und die nutzen weiterhin die Parkplätze in Berlin. Gerechter wäre es, wenn für die Parknutzung öffentlichen Straßenlandes gezahlt werden müsste. Da ist es dann egal ob das Kennzeichen ein B oder BAR vorne hat. Natürlich mit entsprechender Kontrolldichte und Strafhöhe bei Zuwiderhandlungen.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
GraphXBerlin
Ich will kein Forenpolizist sein, aber was bitte hat dieses Thema hier im Forum verloren??? Das hat rein gar nichts mit dem Nahverkehr zu tun.

Ich glaube doch - jedenfalls hat die Einrichtung von Parkraumbewirtschaftungszonen direkte Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel.

Vielleicht noch ein Blick zurück in das Jahr 1954: "Zunächst hatten sich auf dem "Kurfürstendamm", der sich immer mehr zur Repräsentationsstraße West-Berlins entwickelte, Verkehrsverhältnisse herausgebildet, bei denen die hier verkehrende Straßenbahn als störend empfunden wurde. Ihre Gleise lagen in Straßenmitte und von der Uhlandstraße ab bis zur Gedächtniskirche sogar in eigenen Bahnkörpern seitlich rechts und links neben einer Mittelpromenade, was die Fahrdämme natürlich stark einengte. Um hier mehr Platz zu schaffen, sowie auch zu Erzielung von mehr Parkmöglichkeiten für den Geschäftsverkehr forderte man die Beseitigung der Straßenbahn und ihren Ersatz durch Autobuslinien, wogegen die BVG nun keinen Einspruch erhob, da eine solche Maßnahme ja nun auch im Sinne ihrer eigenen Bestrebungen lag.

Am 1. Juli 1954 wurden daher die beiden Straßenbahnlinien 76 - Grunewald, Hagenplatz - Anhalter Bahnhof über Hubertusallee und 79 - Grunewald, Hagenplatz - Anhalter Bahnhof über Königsallee, die beide den Kurfürstendamm in seiner ganzen Länge durchfuhren, stillgelegt und durch die beiden Autobuslinien A 19 - Grunewald, Roseneck - Flughafen Tempelhof und A 29 - Grunewald, Roseneck - Anhalter Bahnhof ersetzt." (Dr. Walter Schneider in "Der Städtische Berliner Öffentliche Nahverkehr", Bd. 12, S. 9)

Die seinerzeit von der Spitze der BVG-West eingenommene Haltung mag ich nicht kommentieren.

Also dann eine gute Nacht,
Marienfelde
Zitat

Ich glaube doch - jedenfalls hat die Einrichtung von Parkraumbewirtschaftungszonen direkte Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel.
Sei mir nicht böse aber irgendwo ist eine Grenze. Meinst Du tatsächlich, dass jetzt unzählige Bewohner auf den ÖPNV ausweichen?
Dein Beispiel von 1954 ist nicht annähernd mit der heutigen Zeit vergleichbar bzw. mit diesem Thema.
Mir ist nicht annähernd bekannt, dass irgendwelche Parkraumbewirtschaftungszonenen etwaige neue Linien benötigt bzw. hervorgebracht hat. Warum auch?
Somit hat dieses Thema hier nichts zu suchen. Dies gehört in irgend ein Stadtbezirks-Forum.

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Ich hab es schon mal geschrieben, MIV ist auch Nahverkehr und sehr öffentlich. Also es gehört hier hin. Auch wenn sich dann die Antiautofraktion hier austoben kann. Schlimm genug, dass man so hohe Mieten zahlen muss, nun muss man auch noch das Auto als Wohnung betrachten. ;-)

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
Heidekraut
Ich hab es schon mal geschrieben, MIV ist auch Nahverkehr und sehr öffentlich. Also es gehört hier hin. Auch wenn sich dann die Antiautofraktion hier austoben kann. Schlimm genug, dass man so hohe Mieten zahlen muss, nun muss man auch noch das Auto als Wohnung betrachten. ;-)

Man muss weder das Auto als Bestandteil des ÖPNV (darum geht es ja in diesem Forum) noch als Wohnung betrachten, aber dennoch gibt es gewisse Wechselwirkungen zwischen der derzeitigen massiven Subvention des Autoverkehrs durch die unentgeltliche Zurverfügungstellung von Parkplätzen und dem Erfolg des ÖPNV, insofern finde ich es schon sinnvoll, dies hier zu diskutieren.
Zitat
GraphXBerlin
Zitat

Ich glaube doch - jedenfalls hat die Einrichtung von Parkraumbewirtschaftungszonen direkte Auswirkungen auf die Fahrgastzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel.
Sei mir nicht böse aber irgendwo ist eine Grenze. Meinst Du tatsächlich, dass jetzt unzählige Bewohner auf den ÖPNV ausweichen?
Dein Beispiel von 1954 ist nicht annähernd mit der heutigen Zeit vergleichbar bzw. mit diesem Thema.
Mir ist nicht annähernd bekannt, dass irgendwelche Parkraumbewirtschaftungszonenen etwaige neue Linien benötigt bzw. hervorgebracht hat. Warum auch?
Somit hat dieses Thema hier nichts zu suchen. Dies gehört in irgend ein Stadtbezirks-Forum.

Es ist doch folgendes zu bedenken: Wenn im Märkischen Viertel demnächst 4.900 Parkplätze kostenpflichtig reserviert werden, nimmt der Druck auf den kostenfrei zur Verfügung stehenden Parkraum im öffentlichen Straßenraum zu, während die vermieteten Parkplätze zeitweise ungenutzt sind. Dies kann z.B. zu mehr Parksuchverkehr oder auch zum "zuparken" von Kreuzungen und Einmündungen führen. Der Busverkehr der BVG wird davon vermutlich nicht unberührt bleiben.

Jede neu eingerichtete Parkraumbewirtschaftungszone dürfte zu mehr Fahrgästen im öffentlichen Verkehr führen bzw. schon geführt haben. Dies ließe sich sicherlich auch nachweisen. Seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung in Teilen Friedenaus ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel durch die Kolleginnen und Kollegen in "meiner" Dienststelle jedenfalls gestiegen. Klar, wenn man sich die Parkgebühren in einer Parkraumbewirtschaftungszone für etwa 20 Tage im Monat einmal ausrechnet.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 09.06.2017 00:12 von Marienfelde.
Zitat

Jede neu eingerichtete Parkraumbewirtschaftungszone dürfte zu mehr Fahrgästen im öffentlichen Verkehr führen bzw. schon geführt haben. Dies ließe sich sicherlich auch nachweisen. Seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung in Teilen Friedenaus ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel durch die Kolleginnen und Kollegen in "meiner" Dienststelle jedenfalls gestiegen. Klar, wenn man sich die Parkgebühren in einer Parkraumbewirtschaftungszone für etwa 20 Tage im Monat einmal ausrechnet.
Komischerweise sind diese Parkplätze in jedem Stadtteil gut gefüllt. Somit komme ich zu dem Schluß, dass die Anwohner ungerne auf ihren PKW verzichten und lieber die Kosten zahlen. Somit wiederum kann ich mir kaum eine Steigerung der Fahrgastzahlen vorstellen, zumindest nicht in dem Rahmen, dass das Angebot seitens der BVG verbessert wird. Und wo wir schlußendlich bei dem Sinn des Thread sind. Aber ich will hier gar nicht streiten. Ich empfand dieses Thema nur irgendwie ein wenig zu abwegig zum Thema Nahverkehr.

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Zitat
GraphXBerlin
Zitat

Jede neu eingerichtete Parkraumbewirtschaftungszone dürfte zu mehr Fahrgästen im öffentlichen Verkehr führen bzw. schon geführt haben. Dies ließe sich sicherlich auch nachweisen. Seit Einführung der Parkraumbewirtschaftung in Teilen Friedenaus ist die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel durch die Kolleginnen und Kollegen in "meiner" Dienststelle jedenfalls gestiegen. Klar, wenn man sich die Parkgebühren in einer Parkraumbewirtschaftungszone für etwa 20 Tage im Monat einmal ausrechnet.
Komischerweise sind diese Parkplätze in jedem Stadtteil gut gefüllt. Somit komme ich zu dem Schluß, dass die Anwohner ungerne auf ihren PKW verzichten und lieber die Kosten zahlen. Somit wiederum kann ich mir kaum eine Steigerung der Fahrgastzahlen vorstellen, zumindest nicht in dem Rahmen, dass das Angebot seitens der BVG verbessert wird. Und wo wir schlußendlich bei dem Sinn des Thread sind. Aber ich will hier gar nicht streiten. Ich empfand dieses Thema nur irgendwie ein wenig zu abwegig zum Thema Nahverkehr.

Ich glaube, das ist ein Mißverständnis. Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist unter anderem die Bereitstellung von Parkraum für "Anwohner" in der jeweiligen Zone mit Parkraumdruck. Jeder Bewohner hat Anspruch auf einen Bewohnerparkausweis, der in Berlin für einen sehr niedrigen Preis (20,40 € für bis zu zwei Jahre Gültigkeit) beantragt werden kann (bei mir kann Herr Google mit dem Wort "Bewohnerparkausweis" etwas anfangen).

Die "Anwohner" werden begünstigt und geschützt, während Pendler relativ hohe Parkgebühren entrichten müssen. Dies führt in den betreffenden Gebieten zu einem höheren Anteil des öffentlichen Verkehrs bei den Pendlern, was in Berlin auch ein Ziel der Parkraumbewirtschaftung ist. Bösartig formuliert: Die Anzahl der "Zwangskunden" im öffentlichen Verkehr wird erhöht - wobei in der Zeit der "Sparpolitik" die BVG damit ohne finanziellen Ausgleich allein zurechtkommen mußte. In den "bewirtschafteten" Zonen Friedenaus hat sich die Situation verbessert: Heute ist nicht gleich "alles aus", wenn die BSR kommt.

Für das Märkische Viertel würde ich mir nicht isoliertes Handeln der (landeseigenen) Gesobau zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil wünschen, sondern ein mit dem Bezirk und der BVG (die ja auch ein Träger öffentlicher Belange ist) abgestimmtes Gesamtkonzept.

Ein schönes Wochenende wünscht Euch
Marienfelde
Zitat
Marienfelde
Für das Märkische Viertel würde ich mir nicht isoliertes Handeln der (landeseigenen) Gesobau zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil wünschen, sondern ein mit dem Bezirk und der BVG (die ja auch ein Träger öffentlicher Belange ist) abgestimmtes Gesamtkonzept.

In Großsiedlungen ist es üblich, dass ein Großteil der Freiflächen den jeweiligen Wohnungsunternehmen gehört. Diese sind nun mal gehalten, wirtschaftlich zu handeln und wenn der Senat sie durch Verbote von Mietsteigerungen und hohe Auflagen beim Bauen darin einschränkt, müssen sie andere Wege gehen, Einnahmen zu generieren. Da finde ich ein solches Modell gut und fair, weil niemand dazu gezwungen wird, das Angebot anzunehmen.

Eine Gleichbehandlung würde ich mir übrigens auch wünschen, aber besser wäre, das Modell der Gesobau auf die übrigen Parkraumbewirtschaftungszonen zu übertragen. Insbesondere für Anwohner ist das Parken in den Bewirtschaftungszonen viel zu billig. Ein erheblicher Teil der Autos wird nur wenig bewegt und steht ansonsten die Kieze voll. Hier wäre es besser, insbesondere diejenigen, die ihr Auto nur wöchentlich benötigen zu Alternativen zu bringen und somit auch den ÖPNV zu stärken. Günstig finde ich Modelle wie in anderen europäischen Großstädten, wo es für Anwohner nur einen Rabatt auf die Stundenpreise gibt und kein grundsätzlich kostenfreies Parken, wenn man sich für eine minimale Bearbeitungsgebühr registriert hat.
Parkgebühren sind unmittelbar an der Erreichbarkeit mit dem ÖPNV gekoppelt. Je besser die Erreichbarkeit desto höher die Gebühren. Das Thema gehört mak sowas von in dieses Forum!
Als nächstes erzählst du noch dass Innenstadtmaut nix mit Nahverkehr zu tun hat.

*******
Liebe Leser, zur Ihrer eigenen Sicherheit bitten wir Sie, sich während des Lesens den Bauch zu halten.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.2017 22:03 von Logital.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Marienfelde
Für das Märkische Viertel würde ich mir nicht isoliertes Handeln der (landeseigenen) Gesobau zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil wünschen, sondern ein mit dem Bezirk und der BVG (die ja auch ein Träger öffentlicher Belange ist) abgestimmtes Gesamtkonzept.

In Großsiedlungen ist es üblich, dass ein Großteil der Freiflächen den jeweiligen Wohnungsunternehmen gehört. Diese sind nun mal gehalten, wirtschaftlich zu handeln und wenn der Senat sie durch Verbote von Mietsteigerungen und hohe Auflagen beim Bauen darin einschränkt, müssen sie andere Wege gehen, Einnahmen zu generieren. Da finde ich ein solches Modell gut und fair, weil niemand dazu gezwungen wird, das Angebot anzunehmen.

Eine Gleichbehandlung würde ich mir übrigens auch wünschen, aber besser wäre, das Modell der Gesobau auf die übrigen Parkraumbewirtschaftungszonen zu übertragen. Insbesondere für Anwohner ist das Parken in den Bewirtschaftungszonen viel zu billig. Ein erheblicher Teil der Autos wird nur wenig bewegt und steht ansonsten die Kieze voll. Hier wäre es besser, insbesondere diejenigen, die ihr Auto nur wöchentlich benötigen zu Alternativen zu bringen und somit auch den ÖPNV zu stärken. Günstig finde ich Modelle wie in anderen europäischen Großstädten, wo es für Anwohner nur einen Rabatt auf die Stundenpreise gibt und kein grundsätzlich kostenfreies Parken, wenn man sich für eine minimale Bearbeitungsgebühr registriert hat.

0. Jeder macht seins, und das Ganze gerät aus dem Blick. Meine Position zur Mietpreisbindung ist bekannt:

"Gelingt es nicht, die Entwicklung der Mieten in den Griff zu bekommen, kann dies zu Abwanderungen einkommensschwächerer Teile der Bevölkerung an die Stadtränder oder ins Umland führen. Dies wäre verbunden mit einer Zunahme des Verkehrs - wobei ein überproportionaler PKW-Anteil am Mehrverkehr wahrscheinlich ist.

Die in bester Absicht eingeführte Mietpreisbremse halte ich für nicht ausreichend, daher der Rückbezug auf das Reichsmietengesetz vom 24. März 1922, mit dem im Deutschen Reich für Mieter die Möglichkeit eröffnet wurde, die "frei" vereinbarte Miete durch einseitige Erklärung auf die sogenannte gesetzliche Miete zu senken.

Wegen des dann folgenden Abzugs privaten Kapitals wäre ein viel stärkeres Engagement der öffentlichen Hand im Wohnungsbau erforderlich. "Wohnraum darf doch keine Ware sein!", meinte ein guter Genosse um das Jahr 1980. Das hat mir immer eingeleuchtet."

1. Meine Forderung nach einem abgestimmten Gesamtkonzept beruhte auf der Annahme, im Märkischen Viertel gäbe es womöglich weniger Parkplätze als Kraftfahrzeuge. Offensichtlich habe ich mich geirrt: Im Außenbezirk Reinickendorf gibt es keine einzige Parkraumbewirtschaftungszone, die ja auch nur dann erforderlich sein würde, wenn die Nachfrage nach Parkraum viel größer wäre als das Angebot.

2. Geht man (einschließlich des Grundstücks) von Kosten i.H.v. 10.000 € für einen Stellplatz und einer Nutzungsdauer von 25 Jahren aus, dann liegt eine Stellplatzmiete von 35 € monatlich in einem vertretbaren Rahmen (10.000 € : 300 Monate = 33,33 €).

3. Diejenigen Mieter, die sich einen "eigenen" Stellplatz nicht leisten können oder wollen, haben die Möglichkeit, die im öffentlichen Straßenraum weiterhin in großer Zahl vorhandenen Stellplätze zum Nulltarif zu nutzen.

4. Meine Annahme, die kostenpflichtige Reservierung von 4.900 Parkplätzen würde den Druck auf den kostenfrei zur Verfügung stehenden Parkraum im öffentlichen Straßenraum zu sehr erhöhen, während die vermieteten Parkplätze zeitweise ungenutzt sind, trifft wahrscheinlich nicht zu.

Die Gesobau erhöht ihre Einnahmen, und die Kolleginnen und Kollegen der BVG mit ihren Fahrgästen können sich über die Unregelmäßigkeiten im Busverkehr durch Parksuchverkehr sowie zugeparkte Kreuzungen und Einmündungen freuen, das war meine (unbegründete) Befürchtung.

5. Geht man wie unter 2. von "realen Stellplatzkosten" von 33,33 € aus - die dann wohl die Obergrenze einer Bewohnerparkgebühr sein müßte, und einem pauschalen Abschlag wegen des ja nicht vorhandenen "individuellen" Parkplatzes, könnte man vielleicht eine Gebühr von 25€ monatlich für einen Bewohnerparkausweis rechtfertigen. Bezogen auf die "billigsten" Parkraumbewirtschaftungszonen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (Montags - Samstags 1 € von 9 - 22 Uhr), wäre den Bewohnern ein Rabatt von etwa 92 % einzuräumen.

6. "Wir leben in einer Gesellschaft, die sehr von privaten PKW mitgeprägt ist - was man unserer Stadt leider durchaus ansehen kann. Ich denke, dies über für breite Schichten der Berliner/innen unbezahlbare Anwohnerparkplätze grundsätzlich ändern zu wollen, wäre nicht der richtige Weg." - um mich noch einmal selbst zu zitieren.

Einen schönen Sonntag wünscht Euch
Marienfelde

P.S.: Der Beitrag ist recht lang geraten - es ging einfach nicht kürzer.
Zitat
Marienfelde
0. Meine Position zur Mietpreisbindung ist bekannt:
... Rückbezug auf das Reichsmietengesetz vom 24. März 1922...
... Abzugs privaten Kapitals wäre ein viel stärkeres Engagement der öffentlichen Hand im Wohnungsbau erforderlich. "Wohnraum darf doch keine Ware sein!", meinte ein guter Genosse um das Jahr 1980. Das hat mir immer eingeleuchtet."

Im Grundsatz finde ich es richtig, dass Wohnraum zumindest keine "normale Ware" sein, sondern einen deutlichen Schutz gegenüber zu starken kapitalistischen Auswüchsen haben sollte. Allerdings denke ich, dass eine so starke Regelung, die faktisch langfristig eine vollständige Verstaatlichung des Wohnungswesens bedeuten würde, zu erheblichen Folgeproblemen führen würde. Letztlich liegen die hohen Kosten für Neubauten (die sich auch auf den Bestandsmarkt auswirken) ja auch nicht nur in der Rendite der Eigentümer sondern auch in den gestiegenen Baukosten durch höhere Auflagen und durch knappe Ressourcen (Grundstücke mit Baurecht und Baufirmen). Man müsste mindestens diese mitverstaatlichen, damit dieses Modell dauerhaft funktionieren kann.

Zitat
Marienfelde
5. Geht man wie unter 2. von "realen Stellplatzkosten" von 33,33 € aus - die dann wohl die Obergrenze einer Bewohnerparkgebühr sein müßte, und einem pauschalen Abschlag wegen des ja nicht vorhandenen "individuellen" Parkplatzes, könnte man vielleicht eine Gebühr von 25€ monatlich für einen Bewohnerparkausweis rechtfertigen. Bezogen auf die "billigsten" Parkraumbewirtschaftungszonen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg (Montags - Samstags 1 € von 9 - 22 Uhr), wäre den Bewohnern ein Rabatt von etwa 92 % einzuräumen.

Dies würde aber dann wiederum eine Subvention des Parkraumes bedeuten. Bei Mieten kann man ja noch darüber streiten, ob diese massiv subventioniert werden sollten bzw. gegen den Markt angesteuert werden sollte, aber beim Parkraum sehe ich da keinen Anlass für. Insofern würde ich diese "realen Stellplatzkosten" eher als Untergrenze denn als Obergrenze ansehen. Zusätzlich sollte natürlich auch die öffentliche Hand ihre Subventionierung des Parkraumes einstellen und hier eine Parkraumbewirtschaftung einführen.

Zitat
Marienfelde
6. "Wir leben in einer Gesellschaft, die sehr von privaten PKW mitgeprägt ist - was man unserer Stadt leider durchaus ansehen kann. Ich denke, dies über für breite Schichten der Berliner/innen unbezahlbare Anwohnerparkplätze grundsätzlich ändern zu wollen, wäre nicht der richtige Weg." - um mich noch einmal selbst zu zitieren.

Es geht ja nicht darum, zu verdrängen, sondern darum, realistische Kosten anzusetzen und nicht zulasten der noch ärmeren, die sich keine Autos leisten können oder wollen, die Autobesitzer zusätzlich zu subventionieren.

Zitat
Marienfelde
P.S.: Der Beitrag ist recht lang geraten - es ging einfach nicht kürzer.

Wenn es viel zu sagen gibt, muss ja auch nicht unnötig gekürzt werden.
Zitat
Lopi2000
Im Grundsatz finde ich es richtig, dass Wohnraum zumindest keine "normale Ware" sein, sondern einen deutlichen Schutz gegenüber zu starken kapitalistischen Auswüchsen haben sollte. Allerdings denke ich, dass eine so starke Regelung, die faktisch langfristig eine vollständige Verstaatlichung des Wohnungswesens bedeuten würde, zu erheblichen Folgeproblemen führen würde. Letztlich liegen die hohen Kosten für Neubauten (die sich auch auf den Bestandsmarkt auswirken) ja auch nicht nur in der Rendite der Eigentümer sondern auch in den gestiegenen Baukosten durch höhere Auflagen und durch knappe Ressourcen (Grundstücke mit Baurecht und Baufirmen). Man müsste mindestens diese mitverstaatlichen, damit dieses Modell dauerhaft funktionieren kann.

Dieses Modell wurde in den Bezirken des sowjetischen Sektors von Berlin doch bis 1990 praktiziert. Zur Einstellung des Wohnungsbaues hat sie nicht geführt, aber zur starken Vernachlässigung der Instandhaltung bestehender Bausubstanz, da die Einnahmen dafür nicht ausreichten.
Im übrigen steigen die Mieten vor allem durch höheren Komfort. Eine kleine Wohnung mit Ofenheizung, knarrenden Holzdielen, einfach verglasten Fenstern, ohne Badewanne/Dusche/Einbauküche, Leimfarbanstrich oder Ölsockel statt Tapete wie vor 50 Jahren ortsüblich wäre heute kaum vermietbar.

Zitat
Lopi2000
Es geht ja nicht darum, zu verdrängen, sondern darum, realistische Kosten anzusetzen und nicht zulasten der noch ärmeren, die sich keine Autos leisten können oder wollen, die Autobesitzer zusätzlich zu subventionieren.

Dauerhaft genutzter Parkraum sollte genauso wie Wohnraum vermietet werden, egal ob auf Privatgrundstücken, Parkhäusern oder öffentlichen Straßen/Plätzen. Was nichts kostet, wird nicht wertgeschätzt. Unfair ist es ohnehin gegenüber Leuten, die ihren Wagen stets auf dem eigenen Grundstück oder in Garagen abstellen.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Zitat
Lopi2000
Im Grundsatz finde ich es richtig, dass Wohnraum zumindest keine "normale Ware" sein, sondern einen deutlichen Schutz gegenüber zu starken kapitalistischen Auswüchsen haben sollte. Allerdings denke ich, dass eine so starke Regelung, die faktisch langfristig eine vollständige Verstaatlichung des Wohnungswesens bedeuten würde, zu erheblichen Folgeproblemen führen würde. Letztlich liegen die hohen Kosten für Neubauten (die sich auch auf den Bestandsmarkt auswirken) ja auch nicht nur in der Rendite der Eigentümer sondern auch in den gestiegenen Baukosten durch höhere Auflagen und durch knappe Ressourcen (Grundstücke mit Baurecht und Baufirmen). Man müsste mindestens diese mitverstaatlichen, damit dieses Modell dauerhaft funktionieren kann.

Dieses Modell wurde in den Bezirken des sowjetischen Sektors von Berlin doch bis 1990 praktiziert. Zur Einstellung des Wohnungsbaues hat sie nicht geführt, aber zur starken Vernachlässigung der Instandhaltung bestehender Bausubstanz, da die Einnahmen dafür nicht ausreichten.
Im übrigen steigen die Mieten vor allem durch höheren Komfort. Eine kleine Wohnung mit Ofenheizung, knarrenden Holzdielen, einfach verglasten Fenstern, ohne Badewanne/Dusche/Einbauküche, Leimfarbanstrich oder Ölsockel statt Tapete wie vor 50 Jahren ortsüblich wäre heute kaum vermietbar.

Zitat
Lopi2000
Es geht ja nicht darum, zu verdrängen, sondern darum, realistische Kosten anzusetzen und nicht zulasten der noch ärmeren, die sich keine Autos leisten können oder wollen, die Autobesitzer zusätzlich zu subventionieren.

Dauerhaft genutzter Parkraum sollte genauso wie Wohnraum vermietet werden, egal ob auf Privatgrundstücken, Parkhäusern oder öffentlichen Straßen/Plätzen. Was nichts kostet, wird nicht wertgeschätzt. Unfair ist es ohnehin gegenüber Leuten, die ihren Wagen stets auf dem eigenen Grundstück oder in Garagen abstellen.

1. Mietpreisbindung bedeutet keineswegs Mietpreisstop. In Berlin (West), in der die Mietpreisbindung für Altbauten ja noch bis etwa 1988 (?) galt, gab es regelmäßig Erhöhungen der Grundmieten, damit der Wohnungsbestand unterhalten werden konnte.

2. Es ist ein großer Unterschied, ob kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen preisgünstige Wohnungen bauen und kostendeckend vermieten, oder irgendwelche Konzerne mit Renditezielen von 20% aufwärts.

3. Hier wird Geld rausgezogen, ist mein Eindruck, wenn ich heute durch die Belßstraße in Lankwitz laufe (Eigentümer ist jetzt wohl die "Deutsche Wohnen"). Das war früher anders.

4. "Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum." (Artikel 28 Abs. 1 S. 1 der Verfassung des Landes Berlin). Es bedarf eines starken öffentlichen/genossenschaftlichen Sektors, um diesen Anspruch verwirklichen zu können.

5. Soweit ich weiß, war die Gemeinnützige Heimstättenbaugesellschaft der BVG im Zeitpunkt ihres Verkaufs in einem ordentlichen Zustand. Die Konzepte, außer den Betriebshöfen Charlottenburg, Müllerstraße, Gradestraße usw. auch Wohnungen für die dort Beschäftigten zu bauen, waren alles andere als dumm.
Vielleicht sollten Politik und BVG darüber nachdenken, ob solche Konzepte auch heute (wieder) sinnvoll sein könnten.

6. Berlin ist eine Mieterstadt, keine Stadt von Haus- und Grundstückseigentümern. Fairneß von Leuten mit relativ wenig Geld zu fordern, ist schwierig. Wenn der Staat am "Arbeitsmarkt" durch seine Politik für die Mehrung von Arbeitsplätzen gesorgt hätte, von denen man nicht ordentlich leben kann, wäre es sogar zynisch (gemeint ist die in unserem Land betriebene Politik).

Einen guten Start in die Woche wünscht Euch
Marienfelde



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2017 10:01 von Marienfelde.
Zitat
Marienfelde
4. "Jeder Mensch hat das Recht auf angemessenen Wohnraum." (Artikel 28 Abs. 1 S. 1 der Verfassung des Landes Berlin). Es bedarf eines starken öffentlichen/genossenschaftlichen Sektors, um diesen Anspruch verwirklichen zu können.

5. Soweit ich weiß, war die Gemeinnützige Heimstättenbaugesellschaft der BVG im Zeitpunkt ihres Verkaufs in einem ordentlichen Zustand. Die Konzepte, außer den Betriebshöfen Charlottenburg, Müllerstraße, Gradestraße usw. auch Wohnungen für die dort Beschäftigten zu bauen, waren alles andere als dumm.
Vielleicht sollten Politik und BVG darüber nachdenken, ob solche Konzepte auch heute (wieder) sinnvoll sein könnten.

6. Berlin ist eine Mieterstadt, keine Stadt von Haus- und Grundstückseigentümern. Fairneß von Leuten mit relativ wenig Geld zu fordern, ist schwierig. Wenn der Staat am "Arbeitsmarkt" durch seine Politik für die Mehrung von Arbeitsplätzen gesorgt hätte, von denen man nicht ordentlich leben kann, wäre es sogar zynisch (gemeint ist die in unserem Land betriebene Politik).

Ja, gut, was ist "angemessen"? Für jede gemeldete Person ein separater Wohnraum, Innen-WC, Bad/Dusche mit fließend Warmwasser, Balkon/Terrasse/Mietergarten, Einbauküche, Fernwärme/Zentralheizung, barrierefreier Zugang durch Aufzug oder Rampe ... Wenn das vom Land jedem Bürger unabhängig vom Einkommen garantiert wird, entfällt tatsächlich der Anreiz auf Erwerb einer eigenen Wohnung oder eines eigenen Hauses.

Die GHG der BVG stammt aus einer Zeit, als die BVG mit Gewinn arbeitete und an die Stadt Berlin Steuern abführte. Die ließen sich durch Investitionen in Werkswohnungen auf betriebseigenen Grundstücken für die eigene Belegschaft sicher etwas reduzieren und gleichzeitig die Mitarbeitertreue durch preisgünstige Mieten und Bildung an den Arbeitsvertrag erhöhen und bei plötzlichem Bedarf an Personal schnell ein paar Leute zur Hand zu haben. Funktioniert heute alles nicht mehr, eher klagen die Mieter auf Betriebsruhe in den umbauten Höfen.

Der Unterhalt für ein eigenes Kraftfahrzeug ist meines Wissens noch nicht im Hartz-X-Regelsatz enthalten (sicher zum Ärger der Automobilbranche). Daher ist eine kostendeckende Parkgebühr keineswegs unsozial. Der Staat kann nicht alle sozialen Probleme lösen, weil sich zu viele Wohlhabende ("Besserverdienende") nicht ausreichend an der Finanzierung beteiligen, sondern gutbezahlte Steuerberater mit dem Ziel beschäftigen, möglichst wenig an die Allgemeinheit abgeben zu müssen.

so long

Mario
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