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U5 Hönow: Signale am Gleisende
geschrieben von jorges 
Hallo,

ich verstehe nicht ganz den Sinn dieser Signale kurz vor einem Prellbock. Können die denn etwas anderes anzeigen außer Rot?


Bei der Eisenbahn (also auch S-Bahn) macht man das, um mit "normaler" Geschwindigkeit in das jeweilige Gleis einfahren zu können - das Signal soll also ein Halt (Hp0) zeigendes Ausfahrsignal vorgaukeln. Da dieser Abschnitt damals einschließlich der LST von der DR (Reichsbahn = Eisenbahn) geplant und gebaut wurde, gehe ich davon aus, dass hier ähnliche Überlegungen galten...

Viele Grüße
Arnd
Moin!

Unabhängig von der Frage, das sieht ja aus wie ein HL-Vorsignal (die natürlich kein rot haben). Sind bei der U-Bahn tatsächlich HL-Signale in Verwendung?

iGEL
Nach dem Signalbuch U-Bahn zeigen die Signale am Bahnsteigende den Begriff Sh2 (Schutzhalt) und kennzeichnen die unbefahrbare Gleisstelle mit permanent rotem Licht. Der dazugehörige Fahrsperrenauslöser ist ständig aktiv. Am Prellbock befindet sich zusätzlich ein Signal Sh8 (Stumpfgleisabschluss).
Entsprechend dem eingeschränkten Durchrutschweg darf ab Einfahrsignal max. 25 km/h gefahren werden.

Den Begriff HL-Signal gibt es bei der U-Bahn nicht. Natürlich gleicht sich die Bauform, entsprechend des Herstellers WSSB.

so long

Mario
Zitat
Arnd Hellinger
Bei der Eisenbahn (also auch S-Bahn) macht man das, um mit "normaler" Geschwindigkeit in das jeweilige Gleis einfahren zu können - das Signal soll also ein Halt (Hp0) zeigendes Ausfahrsignal vorgaukeln. Da dieser Abschnitt damals einschließlich der LST von der DR (Reichsbahn = Eisenbahn) geplant und gebaut wurde, gehe ich davon aus, dass hier ähnliche Überlegungen galten...

Hallo zusammen,

ja, klar: Die Einfahrzugstraße (wie man es bei der Eisenbahn nennen würde) endet damit nicht am Prellbock, sondern am Signal. Bei der Eisenbahn würde man von einem "Durchrutschweg" hinter dem Hauptsignal bis zum Gefahrenpunkt (hier Prellbock, andernorts Weiche) sprechen. Dadurch kann man die Einfahrgeschwindigkeit gegenüber dem Fall erhöhen, dass es keinen "Durchrutschweg" gibt, also der Prellbock das Ende der Fahrstraße ist.

Viele Grüße
Manuel
Solch ein Kuriosum gibt es auch im Abstellgleis des nördlichen Teils des Berliner Hauptbahnhofs. Sieht komisch aus, aber hat ja durchaus seinen Sinn, wie ihn Arnd und Manuel schon erklärt haben.



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MfG, S5M



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.06.2017 16:27 von S5 Mahlsdorf.
Im oben genannten Beispiel Hbf gibt es eine Erklärung. Normalerweise würde man in das Gleis als Rangierfahrt reinfahren mit max 25 km/h bzw max so schnell das vor Hindernissen oder halt gebetene Signale zu halten ist. Durch den Signal vorm Bock kann da als Zugfahrt reingefahren werden mit in dem Fall 40 km/h. Diese Zugfahrt steht auch im gedruckten Fahrzeitenheft und Geschwindigkeitsheft für die Lokführer drin. Es gibt zB eine Zugfahrt der ODEG Abends von Rathenow welche normal in Hbf tief endet und dann unter der selben Zugnummer in dieses Gleis reinfährt (im Fahrplan als Hbf Nord bezeichnet). Wobei diese nur bei Bedarf gemacht wird und am Bahnsteig oft gewartet wird.
Zitat
Stadtbahner475
Es gibt zB eine Zugfahrt der ODEG Abends von Rathenow welche normal in Hbf tief endet und dann unter der selben Zugnummer in dieses Gleis reinfährt (im Fahrplan als Hbf Nord bezeichnet). Wobei diese nur bei Bedarf gemacht wird und am Bahnsteig oft gewartet wird.

Aktuell wird auch jede Stunde der RE3 Süd dort abgestellt. Da dieser immer etwa zur Minute 30 aus Süden ankommt und auch wieder nach Süden abfährt, reicht die Wendezeit nicht aus und um den Bahnsteig nicht 60min zu blockieren, enden die Zugfahrten betrieblich erst in Hbf Nord.

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MfG, S5M
Zitat
S5 Mahlsdorf
Zitat
Stadtbahner475
Es gibt zB eine Zugfahrt der ODEG Abends von Rathenow welche normal in Hbf tief endet und dann unter der selben Zugnummer in dieses Gleis reinfährt (im Fahrplan als Hbf Nord bezeichnet). Wobei diese nur bei Bedarf gemacht wird und am Bahnsteig oft gewartet wird.

Aktuell wird auch jede Stunde der RE3 Süd dort abgestellt. Da dieser immer etwa zur Minute 30 aus Süden ankommt und auch wieder nach Süden abfährt, reicht die Wendezeit nicht aus und um den Bahnsteig nicht 60min zu blockieren, enden die Zugfahrten betrieblich erst in Hbf Nord.

Stimmt den RE3 habe ich vergessen
Es mag ja sein, daß all diese Signale ihren Sinn haben, den ich auch gar nicht in Abrede stellen will. Jedoch frage ich mich, ob es denn ein vollausgestattetes, angeschlossenes Signal sein muß, wo doch alle immer so gerne sparen. Da das Signal ohnehin nichts anderes, als "Halt" anzeigt, hätte es doch auch ein alter Signalschirm mit einer roten Scheibe, die ggf. nur bei Finsternis beleuchtet ist, getan, um das haltzeigende Signal sozusagen vorzugaukeln.
Zitat
Alter Köpenicker
Es mag ja sein, daß all diese Signale ihren Sinn haben, den ich auch gar nicht in Abrede stellen will. Jedoch frage ich mich, ob es denn ein vollausgestattetes, angeschlossenes Signal sein muß, wo doch alle immer so gerne sparen. Da das Signal ohnehin nichts anderes, als "Halt" anzeigt, hätte es doch auch ein alter Signalschirm mit einer roten Scheibe, die ggf. nur bei Finsternis beleuchtet ist, getan, um das haltzeigende Signal sozusagen vorzugaukeln.

Da verstehe ich ganz genau, was Du sagen willst und was Du meinst. Ich persönlich bin da ganz ähnlicher Meinung wie Du. Allerdings muss man bei roten Scheiben aufpassen, ob diese nicht bereits anderweitig eine Verwendung als Signal haben. Außerdem würde eine solche "artfremde" Verwendung eine Ausnahmegenehmigung erfordern und diesen Aufwand wollte man sich vielleicht einfach nicht machen. Oder man hat entsprechende Versuche gestartet, sie wurden aber vom EBA bzw. von der TAB nicht zugelassen. Das kann ja auch sein.

Heutzutage könnte man noch einen Spareffekt erzielen, wenn man gerade in solche Signale LED-Leuchtmittel reinschraubt. Die verbrauchen ein vielfaches weniger und halten wesentlich länger.


Was ich mir allerdings gerade so beim Schreiben überlege ist, wie die Eisenbahn das bei Kopfbahnhöfen regelt. Da steht meiner Meinung nach am Bock auch kein Haupt- oder Sperrsignal mehr und es ist möglich, als Zugfahrt bis zum Bock zu fahren...
Und bei der Berliner U-Bahn, steht in Ruhleben am westlichen Bahnsteigende auch noch ein Signal vor dem Bock?
Zitat
Alter Köpenicker
Es mag ja sein, daß all diese Signale ihren Sinn haben, den ich auch gar nicht in Abrede stellen will. Jedoch frage ich mich, ob es denn ein vollausgestattetes, angeschlossenes Signal sein muß, wo doch alle immer so gerne sparen. Da das Signal ohnehin nichts anderes, als "Halt" anzeigt, hätte es doch auch ein alter Signalschirm mit einer roten Scheibe, die ggf. nur bei Finsternis beleuchtet ist, getan, um das haltzeigende Signal sozusagen vorzugaukeln.

Keine Sorge, solche Signale sind nicht voll ausgestattet. Die haben nur eine einzige Signaloptik, also das Dauerrot (in manchen Fällen kann noch ein Rangierfahrtbegriff angezeigt werden, wenn das Signal nicht an einem Gleisabschluss steht, und vielleicht - weiß nicht - gibt es noch ein "Ersatzrot").

Zitat
182 004

[...]

Heutzutage könnte man noch einen Spareffekt erzielen, wenn man gerade in solche Signale LED-Leuchtmittel reinschraubt. Die verbrauchen ein vielfaches weniger und halten wesentlich länger.

Was ich mir allerdings gerade so beim Schreiben überlege ist, wie die Eisenbahn das bei Kopfbahnhöfen regelt. Da steht meiner Meinung nach am Bock auch kein Haupt- oder Sperrsignal mehr und es ist möglich, als Zugfahrt bis zum Bock zu fahren...
Und bei der Berliner U-Bahn, steht in Ruhleben am westlichen Bahnsteigende auch noch ein Signal vor dem Bock?

Ich denke, alle Signale in Neuanlagen haben LED-Leuchtmittel.

In Kopfbahnhöfen ist in der Regel der Gleisabschluss das Ziel der Einfahrzugstraße und ist auch entsprechend gekennzeichnet. Wegen fehlenden D-Wegs wird dann allerdings langsamer eingefahren, nichtsdestotrotz aber als Zugfahrt. Die hier bisher diskutierte Anordnung ermöglicht eben das schnellere Einfahren, weil ein D-Weg zur Verfügung steht.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 11.06.2017 21:11 von les_jeux.
Ist die Vmax in Kopfbahnhöfen nicht meist oder immer 10km/h? (oder 20??)

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Zitat
GraphXBerlin
Ist die Vmax in Kopfbahnhöfen nicht meist oder immer 10km/h? (oder 20??)

Nein. Grundsätzlich gelten bei Fahrten ohne Durchrutschweg 30km/h auf dem Gebiet der Bundesbahn oder 40km/h auf dem Gebiet der Reichsbahn.

VIele Grüße
Florian Schulz

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Zitat
182 004
Und bei der Berliner U-Bahn, steht in Ruhleben am westlichen Bahnsteigende auch noch ein Signal vor dem Bock?

Natürlich nicht.
In Warschauer Straße, Innsbrucker Platz, Ruhleben und derzeit auch im Bahnhof Brandenburger Tor gibt es sogenannte Kaskadenfahrsperren. Das Einfahrsignal begrenzt mit Hp2 schon auf 40 km/h bei Vorbeifahrt, danach folgen zwei weitere G-Signale mit 25 und 15 km/h im entsprechenden Abstand vor dem Haltepunkt (H-Tafel Sh7c), die mit je einer Geschwindigkeitsüberwachung und Fahrsperrenauslöser ausgerüstet sind.
Mit so einer Signalfolge wurde 1987 bei der Wiederinbetriebnahme der S-Bahnlinie S2 in Lichtenrade der Gleisabschluss am Bahnsteigende einschließlich des folgenden Bahnübergangs gesichert. Bei der Eisenbahn eine ziemlich einmalige Anlage, die mit mechanischen Streckenanschlägen arbeitete, nur mit anderen Geschwindigkeitswerten als bei der U-Bahn.

Kaskadenfahrsperren waren 1989 im DDR-Bezirk Frankfurt/Oder (dort lag der Endpunkt Hönow) und im Signalbuch der BVB nicht vorgesehen.

so long

Mario
Was sind die Merkmale der Kaskadenfahrsperren?
Zitat
Henning
Was sind die Merkmale der Kaskadenfahrsperren?

Zitat
der weiße bim
Das Einfahrsignal begrenzt mit Hp2 schon auf 40 km/h bei Vorbeifahrt, danach folgen zwei weitere G-Signale mit 25 und 15 km/h im entsprechenden Abstand vor dem Haltepunkt (H-Tafel Sh7c), die mit je einer Geschwindigkeitsüberwachung und Fahrsperrenauslöser ausgerüstet sind.
Dauerrote Lichtsignalanlagen sind übrigens auch im Straßenverkehr anzutreffen: [www.youtube.com]



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 24.06.2017 12:29 von Alter Köpenicker.
Zitat
les_jeux
Keine Sorge, solche Signale sind nicht voll ausgestattet. Die haben nur eine einzige Signaloptik, also das Dauerrot (in manchen Fällen kann noch ein Rangierfahrtbegriff angezeigt werden, wenn das Signal nicht an einem Gleisabschluss steht, und vielleicht - weiß nicht - gibt es noch ein "Ersatzrot").



Ich hab hier mal ein passendes Beispiel vom Oberhausener Hauptbahnhof, die Blenden an den ausgebauten Optiken sind da noch gut zu erkennen.
Moin!

Würde vermuten, dass da noch nie welche drin waren, aber wozu extra einen Rahmen für so eine seltene "Kombination" stanzen?

iGEL
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