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Straßenbahnstrecke nach Steglitz
geschrieben von Karl Lauterbach 
Im Koalitionsvertrag ist ja relativ vollmundig versprochen worden, in dieser Legislaturdie Planungen für eine (in meinen Augen absolut gerechtfertigte) Straßenbahnstrecke von Mitte nach Steglitz so voranzutreiben, dass noch vor den nächsten Wahlen der Bau eingeleitet werden kann. Nun kennen wir ja alle die "Geduld" der Berliner Politik, sobald es um Straßenbahnen geht... Sind für die Strecke schon irgendwelche Planungen eingeleitet worden? Wann ist realistisch mit dem Bau des ersten Teilstücks bis Kulturforum zu rechnen? Und traut sich jemand, eine Schätzung darüber abzugeben, wann die Schienen tatsächlich Steglitz erreichen?
Wie war das mit Papier? Es ist...
Ja, das steht da drin. Ich möchte mich nicht im Kaffeesatz-Lesen üben und wage trotzdem eine Prognose...und die sieht eher düster aus. Ich glaube nicht, dass es die jetzige Mannschaft schafft, diese ehrgeizigen Ziele umzusetzen.
Die zuständige Senatorin und auch der zuständige Verkehrs-Staatssekretär - vor vier Wochen angeschrieben - reagieren nicht einmal auf Anfragen. Das hat Herr Kirchner, als er noch Pankower Stadtrat war, anders gehandhabt
Egal.
Was ist - ein Jahr R2G ist rum - passiert? Gibt es irgendwo eine neue Zwischenendstelle? Fahren auf der chronisch überlasteten M 10 lange Flexity? Hat überhaupt schon der Bau der umzubauenden Haltestellen begonnen? Planfeststellungen...? Für 3 (4) Mini-Strecken, die noch unter der alten Regierung angestoßen wurden. Start ist im: Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter...
Planungen für Betriebshöfe (Nord, West, Süd?), Verkehrserschließung Blankenburger Pflasterweg, Pankower Tor...
Schaue ich mir die Begründungen an, warum alles so langsam geht und so ewig dauert und fasse das alles zusammen, dann fährt in diesem Jahrhundert keine M4 mehr nach Steglitz.
Und dabei gibt es die Machbarkeitsstudie der FU (muss man nur wollen...) und eigentlich fuhr ja die 74 schon mal von Weissensee nach Steglitz, aber ob unsere Altvorderen auch derart lange gebraucht haben.
Ein wahres Trauerspiel.
Ich gebe zu, dass ich mit meinen Ausführungen etwas polemisch geworden bin, aber eigentlich bin ich nur traurig und wütend.
Deshalb bitte meine Ausführungen nicht überbewerten.
MP
Ohne die Regierung in Schutz nehmen zu wollen, aber was haben längere Züge auf der M10, mit Politik zu tun?
Sache der Politik ist es, die kurzen Haltestellenanlagen umbauen zu lassen, damit dort lange Flexity fahren können. Damit einher gehen natürlich Flächenverluste für andere (politische) Anliegen: Grünflächen und MIV (ggf. Parkraum).

~ Andreas Kiosk gehört Andrea. Andreas' Kiosk gehört Andreas. Andrea's Kiosk gehört einem Deppen. ~
Zitat
Philipp Borchert
Sache der Politik ist es, die kurzen Haltestellenanlagen umbauen zu lassen, damit dort lange Flexity fahren können. Damit einher gehen natürlich Flächenverluste für andere (politische) Anliegen: Grünflächen und MIV (ggf. Parkraum).

Baustart für die Umbauten ist doch bereits in zwei Wochen. Ich verstehe also das Problem nicht ganz.
Ich denke, die Strecke nach Steglitz wird am 01.05.2023 eröffnet. Auf eine Zwischeneröffnung bis Potsdamer Platz, Kleistpark, Innsbrucker Platz oder Walther-Schreiber-Platz wird man verzichten, da ansonsten der Nachfolgesenat das Projekt an diesen Punkten abbrechen könnte.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
>Nun kennen wir ja alle die "Geduld" der Berliner Politik, sobald es um Straßenbahnen geht...

Was heißt hier Straßenbahn? Ist die Dresdner neuerdings eine Straßenbahn? Und wir haben ja jetzt die Begegnungszonen. Der Berliner sagt: "Dafür ham se Geld."

Heidekraut zum Hauptbahnhof



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.08.2017 22:49 von Heidekraut.
Zitat
Nemo
Ich denke, die Strecke nach Steglitz wird am 01.05.2023 eröffnet. Auf eine Zwischeneröffnung bis Potsdamer Platz, Kleistpark, Innsbrucker Platz oder Walther-Schreiber-Platz wird man verzichten, da ansonsten der Nachfolgesenat das Projekt an diesen Punkten abbrechen könnte.

Hm, ist das Ironie oder ernstgemeint? Ein Senat, der es noch nicht mal schafft, auf der Potsdamer Brücke eine Spur für den M48 gegen den Individualverkehr freizuhalten (s. Meldungen heute), soll binnen 6 Jahren eine vermutlich noch nicht einmal angeplante 13 km lange Strecke bauen? Ich würde eher vermuten, dass bis dahin noch kein einziger Meter dieser Strecke gebaut ist...
Wie war das noch mal? "Bürger der Welt, schaut auf diese Stadt!!!!" Nämlich Mainz! In 6 Jahren 10 km Neubaustrecke und damit das Netz annährend verdoppelt. Und so rechtzeitig dafür Fahrpersonal angeworben und ausgebildet, dass man der Stadt, die durch "Blockade" berühmt ist, aushelfen konnte.
Moin!

Ich würde mir nicht zu viele Hoffnungen machen, dass dort bald etwas passiert. Im Koalitionsvertrag steht, dass bis 2021 mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Laut Aussagen in der Presse sollen die aber erst anfangen, wenn die Bauarbeiten an der zur Leipziger halbwegs parallelen U5 abgeschlossen sind, damit der MIV nicht total lahm gelegt wird. Und selbst dann halte ich Klagen gegen die Planfeststellung für relativ wahrscheinlich, insbesondere in der Leipziger.

Die Planungskapazitäten sind sicherlich noch durch die Strecken zum Ostkreuz und zur Turmstraße gebunden. Und dort werde ich eher ungeduldig.

iGEL
Zitat
Nemo
Ich denke, die Strecke nach Steglitz wird am 01.05.2023 eröffnet. Auf eine Zwischeneröffnung bis Potsdamer Platz, Kleistpark, Innsbrucker Platz oder Walther-Schreiber-Platz wird man verzichten, da ansonsten der Nachfolgesenat das Projekt an diesen Punkten abbrechen könnte.

Ich denke, 01.05.2032 ist da realistischer ;)

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Ich könnte mir auch vorstellen, dass gar nichts aus diesem Plan wird, da der gegenwärtige Senat keinerlei Gespür für Prioritäten und vor allem keine Umsetzungskompetenz zu haben scheint. Man will von Fußgängerzonen über Fahrrad-Highways, Straßenbahnstrecken, beschleunigten Bussen bis neuerdings wieder U-Bahnverlängerungen einfach alles und wird vermutlich am Ende wenig bis nichts bekommen. Vielmehr scheitert man schon an der Verkehrslenkung bei einer einfachen Brückenbaustelle. Ich beginne mich der Meinung der IGEB anzuschließen, die im aktuellen Senat eine einzige verkehrspolitische Enttäuschung sieht. Es könnte durchaus sein, dass die straßenbahnfeindlichen Vorgängersenate am Ende für die Straßenbahn sogar mehr erreicht haben als die vermeintlich ÖPNV-orientierte aktuelle Regierung. Sehr schade, aber zu guter Politik gehört eben nicht nur Wollen, sondern vor allem sehr viel konkretes Können...
Zitat
Karl Lauterbach
Es könnte durchaus sein, dass die straßenbahnfeindlichen Vorgängersenate am Ende für die Straßenbahn sogar mehr erreicht haben als die vermeintlich ÖPNV-orientierte aktuelle Regierung.

Was haben die Vorgänger denn erreicht? Die Strecke durch die Invalidenstr.? Die wurde meines Wissens nach vorher geplant, und selbst wenn wir sie dem letzten Senat zurechnen, ich hab noch keinen getroffen, der die Strecke als besonders gelungenes und leistungsfähiges Stück Infrastruktur bezeichnet. Das ganze wirkt eher wie ein Provisorium.

Darüber hinaus sind mir nur ein paar Taktverdichtungen und die Umwandlung der Bestellung von 30m-Straßenbahnen in 40m-Modelle bekannt. Das waren aber beides Themen, die unausweichlich waren.
Man hätte ja bei der jetzt nötigen umfassenden Instandsetzung der Potsdamer Brücke gleich Schienen einbauen können (analog den "Strieder-Schienen" in der Leipziger Straße und auf der Oberbaumbrücke), dann wäre ein Anfang gemacht und die "paar Meter" zwischen Alexanderplatz und Glinkastraße sowie Potsdamer Platz und Potsdamer Brücke dann 2021 schnell geschlossen.
Hätte man.
Aber so wird uns lt. Koalitionsvertrag versprochen, dass in wenigen Jahren die Fahrbahn der Potsdamer Brücke erneut aufgerissen wird...um dann die Straßenbahn nach Steglitz zu bauen. Wieder Polemik, ich weiß.
Aber ich bleibe dabei, die Ausbeute nach einem Jahr R2G ist blamabel und peinlich und lässt nichts Gutes hoffen.
Und ich bin inzwischen nicht ganz sicher, ob es tatsächlich an der Wahl des Personals lag.
Uns bleibt ohnehin nur, die Dinge abzuwarten und beim nächsten Mal (Wahl) zwischen Pest und Cholera zu entscheiden. Denn eins dürfte auch klar sein, die allermeisten Strecken kämen unter CDU/FDP sofort auf den Prüfstand, sprich die Streichliste. Und da würde auch ein bis 2018 zu erstellendes Straßenbahn-Zielnetz nichts ändern. Und ohnehin, vor welchem Zeithorizont das dann wohl spielt?
Entschuldigt meine Polemik und meinen Sarkasmus, aber derart vollmundige Versprechen und nur heiße Luft (zumindest bis hierher) hätte ich nicht erwartet.
MP
Zitat
linie50
Man hätte ja bei der jetzt nötigen umfassenden Instandsetzung der Potsdamer Brücke gleich Schienen einbauen können

Dazu hätte man aber bestimmt vor zehn Jahren erstmal die Anwohner befragen müssen, ob die das auch möchten.
Zitat
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Ein wahres Trauerspiel.
Ich gebe zu, dass ich mit meinen Ausführungen etwas polemisch geworden bin, aber eigentlich bin ich nur traurig und wütend.
Deshalb bitte meine Ausführungen nicht überbewerten.
MP

Volle Zustimmung und ich fürchte, eine bessere Bilanz wird am Ende der Legislaturperiode auch nicht gezogen werden können. Aber: die Hoffnung stirbt zuletzt und ich würde mich freuen, wenn wir uns irren würden!

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Harald Tschirner
Zitat
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Ein wahres Trauerspiel.
Ich gebe zu, dass ich mit meinen Ausführungen etwas polemisch geworden bin, aber eigentlich bin ich nur traurig und wütend.
Deshalb bitte meine Ausführungen nicht überbewerten.
MP

Volle Zustimmung und ich fürchte, eine bessere Bilanz wird am Ende der Legislaturperiode auch nicht gezogen werden können. Aber: die Hoffnung stirbt zuletzt und ich würde mich freuen, wenn wir uns irren würden!

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber es ist wenig wahrscheinlich, dass eine Koaltion, die bereits an der Abschaffung des Vordereinstiegs bei Bussen, der Reaktivierung von Ampelschaltungen und der vernünftigen Einrichtung einer Brückenbaustelle scheitert, ausgerechnet die ganz dicken Bretter des Baus neuer Straßenbahnstrecken bohren kann...
Meine Prognose: Die Strecke nach Steglitz kann man getrost vergessen, und selbst von den "Quick wins" Turmstraße, Ostkreuz &Co. wird bis Legislaturende nichts gebaut sein. Stattdessen werden wir schöne Machbarkeitsanalysen für nie zu bauende U-Bahnverlängerungen und Fußgänger-Fahrrad-Begegnungszonen bekommen...
Zur Zeit laufen da ein paar Stellenausschreibungen beim Senat. Die geben mir Hoffnung. Wenn es so weitergeht wie bisher, dann wird das sowieso nichts.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
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Man hätte ja bei der jetzt nötigen umfassenden Instandsetzung der Potsdamer Brücke gleich Schienen einbauen können

Dazu hätte man aber bestimmt vor zehn Jahren erstmal die Anwohner befragen müssen, ob die das auch möchten.

...und genau da liegt das Problem: Ein Einzelner kann Projekte durch seine persönlichen Interessen verzögern.
Das Wohl der Allgemeinheit wird heutzutage dem querliegenden Furz eines Individiums und sogar einer Fledermaus untergeordnet.
Zitat
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Man hätte ja bei der jetzt nötigen umfassenden Instandsetzung der Potsdamer Brücke gleich Schienen einbauen können (analog den "Strieder-Schienen" in der Leipziger Straße und auf der Oberbaumbrücke), dann wäre ein Anfang gemacht und die "paar Meter" zwischen Alexanderplatz und Glinkastraße sowie Potsdamer Platz und Potsdamer Brücke dann 2021 schnell geschlossen.

An dem Brückenbauwerk wurde schon öfter rumgedoktert.
Die künftigen Lasten aus dem Straßenbahnbetrieb übersteigen die aus dem Straßenverkehr um einiges. Die heutigen Flexity wiegen leer bereits über 50t, die zulässige Gesamtmasse bei Vollbesetzung über 70t. Jede neue Straßenbahngeneration ist bisher schwerer als die vorige ausgefallen. Die 140t für zwei sich begegnende Straßenbahnwagen müssten also noch aufgerundet werden.
Es ist kaum anzunehmen, dass die bestehende 1964 - 1966 errichtete Spannbetonbrücke für diese Lasten dimensioniert wurde. Bis zum Nachweis der dauerhaften Tragfähigkeit sollte man von einem Ersatzneubau der Brücke beim Neubau der Straßenbahnstrecke ausgehen.

so long

Mario
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