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Zustände auf der RE 3
geschrieben von Marienfelde 
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Marienfelde
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Jay

Die Zustände auf dem RE3 und RE5 bei schönem Wetter sind nun allerdings schon seit Jahren bekannt.

Ja - daher meine Frage, warum in einem der reichsten Länder der Welt solche Zustände anscheinend über Jahre hinweg nicht zu ändern sind.

Vermutlich wäre es mit dem Reichtum schnell dahin, wenn man alle Mißstände ausmerzen würde. Daher steht man nun vor der Frage, was besser ist: Reichtum oder genügend Reisezugwagen samt passender Bahnsteige.

Ich muß ja immer schmunzeln, wenn ich derlei Argumente höre, wenn es um das Thema Geld geht; aufregen kann ich mich schon lange nicht mehr darüber.
Da hört man aus dem einen Mund, wie reich das Land sei, während der andere stöhnt, an allen Ecken und Enden fehlt das liebe Geld und nur deshalb dreht sich kein Rad.
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Alter Köpenicker
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Marienfelde
Ja - daher meine Frage, warum in einem der reichsten Länder der Welt solche Zustände anscheinend über Jahre hinweg nicht zu ändern sind.

Vermutlich wäre es mit dem Reichtum schnell dahin, wenn man alle Mißstände ausmerzen würde. Daher steht man nun vor der Frage, was besser ist: Reichtum oder genügend Reisezugwagen samt passender Bahnsteige.

Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Im Grundsatz sollte der eine oder andere Verstärkerzug am Wochenende aber halbwegs günstig finanzierbar sein, vor allem, wenn man die Ausschreibungspakete geschickt schnürt. Es gibt die eine oder andere Linie, die stark auf den Berufsverkehr ausgerichtet ist. Dieses Wagenmaterial könnte man sicherlich für einige Zusatzzüge als Wochenendverstärker an die Ostsee oder in andere Ausflugsregionen verwenden und tut es ja auch. Etwas mehr davon wäre sicher wünschenswert und machbar.

Da das Problem mit den Fahrradausflüglern ja sicherlich nicht auf Berlin begrenzt ist, könnte auch mal jemand auf die Idee kommen, einen modernen Fahrradanhänger zu entwickeln, der nicht auf 100 km/h begrenzt ist, das muss ja nicht immer aus ausrangierten museumsreifen Altbauwagen in Eigenregie zusammengezimmert werden, sondern kann auch mal ein paar Entwicklungseuro kosten, wenn man die geschickt aufteilt und Fördermittel eintreibt.
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Lopi2000
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drstar
Ganz toll, wie Du bewußt meinen mittleren Absatz beim Zitieren ausgeblendet hast, der da lautete...

Ich habe ihn nicht weggelassen, um Dich zu diskreditieren, sondern weil ich nur die Absätze zitiert habe, auf die ich etwas zu entgegnen hatte bzw. mich bei meinen Entgegnungen eher auf die Beispiele konzentriert hatte. Entschuldige bitte.

Da Du ansonsten meinen kompletten übrigen Beitrag zitiert hast, um dann an meinen Aussagen Kritik zu üben, sehe ich ein solches Vorgehen schon als fragwürdig an.

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Lopi2000
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drstar
Es geht um etwas ganz anderes - auch die BVG ist schon desöfteren drauf reingefallen. Die Vergabe an ein Unternehmen, welches dann Subunternehmen beuaftragt, die ihrerseits Subsupunternehmen usw. Damit haben wir ein klassisches Schneeballsystem - es hat bei den Baumaßnahmen in Ruhleben zugeschlagen, es schlägt beim BER zu und bei diversen anderen Projekten ebenso. Es ermöglicht zum Einen Lohndumping bei den Subsubsubunternehmen - die bekommen ohnehin fast nichts mehr vom Kuchen - und ganz ehrlich stelle ich mich auf den Standpunkt, es ist politisch so gewollt. Das Geld, welches versickert, gehört ja nur dem Steuerzahler, aber nicht den Politikern.

Ich würde nicht sagen, dass es politisch gewollt ist, denn dazu müsste es überhaupt mal Gegenstand der politischen Willensbildung sein. Ich denke es ist vielmehr ein Bestandteil des Systems zwischen Politik und Wirtschaft, das eine ernsthafte Überwachung und Hinterfragung solcher Probleme vermeidet und diese mangelnde Hinterfragung durch legale gut dotierte Posten für Spitzenpolitiker honoriert.

Da das Problem schon seit Jahren besteht und - vor allem auch im SGB II und SGB III gezielt darauf hin vermittelt wird - würde ich Deiner Aussage widersprechen. Hinzu kommt, daß der Lobbyismus durch diverse Arbeitgeberverbände derart ausgeufert ist, daß man inzwischen den Bundestag mit Lobbyisten durchsetzt ansehen muß. Was für die Wirtschaft als Vorteil propagiert wird, ist für den Steuerzahler ein enormer Nachteil.

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Lopi2000
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drstar
Na, das Ergebnis sehen wir ja. Es haben mehrere Experten aufgrund des viel zu geringen Abstands zwischen befahrener (!) Eisenbahnstrecke und neuer Tunneldecke sowie wegen des sehr ungünstigen Erdreichs ausdrücklich vor genau dieser Gefahr gewarnt. Sie wurden ignoriert!

Möglicherweise wird die Frage ja noch offiziell geklärt, aber es ist durchaus möglich, ein bekanntes Risiko in Kauf zu nehmen, wenn man in der Abwägung der Alternativen zu dem Ergebnis kommt, damit leben zu können.

Das hoffe ich doch sehr - bei der Gelegenheit sollte man auch gleich mal klären, welche Aufgaben unser werter Herr Pofalla denn eigentlich hat. Er streicht reichlich Gelder ein, und es stellt sich die Frage, wofür eigentlich? Abgesehen davon sollte auch geklärt werden, wer nun für dieses Desaster verantwortlich ist.

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Lopi2000
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drstar
So, mein Fazit dazu: Es muß endlich eine Haftung her für Politiker! Jeder Arbeitnehmer, der grob fahrlässig oder gar mit Vorsatz einen Schaden dem Arbeitgeber zufügt, muß dafür (teilweise) haften. Der Arbeitgeber der Politiker sind wir - die Steuerzahler.


Mal abgesehen davon, dass die Politiker selbst beschließen müssten, so eine Haftung einzuführen, was sie vermutlich eher nicht tun würden, wäre dies auch demokratietheoretisch gar nicht machbar. Dies würde ja bedeuten, dass nur noch Fachexperten zu Politikern werden dürften und könnten, weil nur diese ansatzweise in der Lage sind, die Folgen der Beschlüsse zu bewerten. Wobei gleichzeitig zu klären wäre, welche fachliche Kompetenz denn erforderlich ist, schließlich ist ein Ökonomieexperte nicht unbedingt in der Lage, die ökologischen Folgen abzuschätzen und umgekehrt. Von betrieblichen Belangen der Bahn haben wiederum beide eher keine Ahnung usw.

Und genau das ist das, was ich anprangere. Ich erwarte nicht, daß ein Politiker alles kann, aber wnen er ein Ressort übernimmt, sollte dieser auch jemand sein, der sich auf diesem Gebiet auskennt - das, was wir derzeit haben, ist einfach nicht mehr hinnehmbar. Und was die Haftung angeht, warum sollte das nicht machbar sein? §266 StGB würde sich hier prinzipiell durchaus anwenden lassen, denn das Vermögen, über daß die Politiker "verfügen", gehört dem Steuerzahler. §264 StGB paßt leider nicht, aber Untreue schon. Und wenn hier bewußt Gelder verbrannt werden, ist das Untreue. BER ist ein Paradebeispiel dafür, und ein Ende nicht in Sicht.

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Lopi2000
Eine Haftung für Beschlüsse würde in letzter Konsequenz relativ zügig dazu führen, dass zum einen niemand mehr Interesse hätte, Politiker zu werden und zum anderen diejenigen, die noch Politiker sind, keine Beschlüsse aus denen irgendwelche Haftungsrisiken entstehen könnten, mehr treffen würden. Bei Bauprojekten würde dies zwar einerseits dazu führen, dass man jegliche Haftungen für Kostensteigerungen den Unternehmen überhelfen würde, andererseits würde diese dann aber all diese Risiken auch einpreisen und die Kosten massiv steigen. Im Bahnbetrieb könnte man auch jegliche Zugausfälle ausschließen bzw. mit so massiven Maluszahlungen belegen, dass sie faktisch ausgeschlossen sind, nur würden dann alle Anbieter mit doppelt so hoher Fahrzeug- und Personaldecke kalkulieren müssen und auch hier die Kosten wieder massiv ansteigen für einen eher geringen Gewinn an Zuverlässigkeit.

Auch das ist falsch, denn wenn die Risiken von Politikern, die genau von der Materie Ahnung haben, richtig eingeschätzt werden, sehe ich bei der Haftung gar kein Problem. Es kann immer etwas schiefgehen, nicht automatisch ist es dann fahrlässig oder gar Vorsatz. Aber mit Regelmäßigkeit werden Projekte in Angriff genommen, ohne jeden sinnvollen Plan und oftmals leider ohne jeden Verstand. Dazu kommen Kardinalfehler - mehr als die Hälfte der Politiker sind Juristen, etliche Volljuristen. Und genau die liegen bei juristischen Fragen so daneben, daß es einem die Nackenhaare zu Berge stehen läßt. BER wird unter anderem deshalb nie fertig, weil man bei Umbaumaßnahmen - man höre staune - keine Bauänderungsanträge gestellt, sondern neue Baugenehmigungen beantragt hat, mit weitreichenden Folgen. Für Bauänderungsanträge wären die Maßgaben, z . B. beim Brandschutz, zum Zeitpunkt des Bauantrags verbindlich gewesen, also mit unter eine ältere und somit weniger strenge Vorgabe; bei einer neuen Baugenehmigung hingegen natürlich die Vorgabe zum Zeitpunkt der Beantragung der (neuen) Baugenehmigung. Und sowas wissen die Juristen des Bundes sowie der Länder Berlin und Brandenburg nicht? Aber dann als Rechtsanwalt noch "Nebeneinkünfte" *hust* erwirtschaften. Aber in einem Punkt hast Du recht, das wird nicht passieren, denn natürlich wollen Politiker nur die Steuerzahler schröpfen. Deshalb auch in schöner Regelmäßigkeit die Diätenerhöhung von 8 bis 10 Prozent jährlich.

Dennis
An sich möchte ich gar nicht den Fehler begehen und auf oben stehende Diskussion zwischen drstar und Lopi2000 eingehen, aber manch Hanebüchenes ist wirklich zu grotesk:

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drstar
[...]Die Vergabe an ein Unternehmen, welches dann Subunternehmen beuaftragt, die ihrerseits Subsupunternehmen usw. Damit haben wir ein klassisches Schneeballsystem [...]

Bitte(!) frage dich selbst, welches Unternehmen sämtliche Bestandteile seiner Leistung selber herstellt und befasse dich mit dem Thema Arbeitsteilung in der Wirtschaft. Weder die Infrastrukturhersteller noch die Currywurstbude um die Ecke! Auch der Friseur und der Fleischer nicht. Alle kaufen Sachen dazu, die besser in der Lage sind die jeweiligen Halb- und/oder Werkzeuge herzustellen.

Auch der Generalunternehmer wird nicht alle Teile einer Bauleistung selber verrichten. Er trägt vor allem eines: das Erfüllungsrisiko bei der Errichtung. Das ist im privaten Hausbau, Wohnungssanierung etc. nicht anders. Da gibt es Spezialisten, die den ganzen Tag nichts anderes machen, als Estrich verlegen, Fugen setzen, etc. Die können das einfach besser als andere und machen deshalb nichts anderes...
Das soll nicht heißen, dass es keine Grenzen der Arbeitsteilung gibt, aber eine grundsätzliche Verteufelung ist schlichtweg realitätsfern!
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Lopi2000
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Alter Köpenicker
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Marienfelde
Ja - daher meine Frage, warum in einem der reichsten Länder der Welt solche Zustände anscheinend über Jahre hinweg nicht zu ändern sind.

Vermutlich wäre es mit dem Reichtum schnell dahin, wenn man alle Mißstände ausmerzen würde. Daher steht man nun vor der Frage, was besser ist: Reichtum oder genügend Reisezugwagen samt passender Bahnsteige.

Ich denke, die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Im Grundsatz sollte der eine oder andere Verstärkerzug am Wochenende aber halbwegs günstig finanzierbar sein, vor allem, wenn man die Ausschreibungspakete geschickt schnürt. Es gibt die eine oder andere Linie, die stark auf den Berufsverkehr ausgerichtet ist. Dieses Wagenmaterial könnte man sicherlich für einige Zusatzzüge als Wochenendverstärker an die Ostsee oder in andere Ausflugsregionen verwenden und tut es ja auch. Etwas mehr davon wäre sicher wünschenswert und machbar.

Da das Problem mit den Fahrradausflüglern ja sicherlich nicht auf Berlin begrenzt ist, könnte auch mal jemand auf die Idee kommen, einen modernen Fahrradanhänger zu entwickeln, der nicht auf 100 km/h begrenzt ist, das muss ja nicht immer aus ausrangierten museumsreifen Altbauwagen in Eigenregie zusammengezimmert werden, sondern kann auch mal ein paar Entwicklungseuro kosten, wenn man die geschickt aufteilt und Fördermittel eintreibt.

Ja - in einem der reichsten Länder der Welt sollten solche Lösungen jedenfalls auf mittlere Sicht möglich sein. Nur: Sie werden zu einem Teil über viele Jahre nicht angegangen - das ist mein Eindruck.

Es ergibt sich die Frage, woran das liegt? Warum scheint es in der Bahnpolitik über Jahrzehnte im "Kernbereich" des "Brot- und Buttergeschäfts" (hier also die zuverlässige Beförderung erwartbarer Fahrgast-"Mengen") so wenig Bewegung zu geben? Warum gibt es das seit Weihnachten 1993 im Grundgesetz vorgesehene "Fernverkehrsgesetz" (Artikel 87e (4) GG; Gesetzentwurf des Bundesrats sh. hier: [www.bundesrat.de]) auch im Jahre 2017 noch immer nicht? Weil die Deutsche Bahn AG dagegen ist? Hat die Deutsche Bahn AG eigentlich ein Direktmandat im Bundestag?

Hinsichtlich der auch hier wieder aufgeworfenen Frage nach einer Haftung von Politikern bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz neige ich eher der Position von Lopi2000 zu, die Ursachen solcher Fehlentwicklungen mehr in den Entscheidungsmechanismen und weniger im individuellen Fehlverhalten zu suchen.

Aber: Auch wenn der Versuch, den derzeitigen "Bundesverkehrsminister" Dobrindt und seinen Vorgänger Ramsauer bezüglich der A1 wegen Untreue zu belangen, vermutlich nicht zum "Erfolg" führen würde, wäre die sofortige Entlassung solch eines Ministers aus meiner Sicht obligatorisch; sh. hier: [www.berliner-zeitung.de]

Klar: Dann könnte man auch gleich den Rücktritt der aktuellen Bundeskanzlerin verlangen, wegen des von der Regierung Merkel/Westerwelle zu verantwortenden Debakels um die sogenannte "Kernbrennstoffsteuer", die die Steuerzahler vsl. etwa 7 Mrd. € kosten wird.

Rheintalbahn - in der "Basler Zeitung" gab es dazu diesen Kommentar: [mobile2.bazonline.ch]

Zurück zu den Niederungen der RE 3: Ich habe deswegen "spaßhalber" mal das Büro des in "meinem" Wahlkreis direkt gewählten Bundestagsagsabgeordneten Jan Marco Luczak (CDU) angemailt - immerhin hat man als Einzelner ja die Möglichkeit, auch Politiker gelegentlich mit "Anfragen" zu konfrontieren.

Von dieser Möglichkeit sollte man ab und zu Gebrauch machen,

meint Marienfelde
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Marienfelde
Rheintalbahn - in der "Basler Zeitung" gab es dazu diesen Kommentar: [mobile2.bazonline.ch]

Was für eine famose Idee:

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Basler Zeitung
Die Schweiz muss sich deshalb überlegen, ihr Entwicklungshilfebudget aufzustocken, um so im Krisengebiet vor Ort dringend benötigte Planer und Ingenieure zum Einsatz bringen zu können. Nach Deutschland reisen könnten gleich auch ein paar Juristen, die in Berlin die Bedeutung von Unterschriften erklären.

Vor allem jetzt, da der Gotthard-Basistunnel fertig ist, dürfte doch so manche Kapazität frei sein. Der Ceneri wird ja mit weniger Personal auskommen, denke ich mal.

Zitat
Marienfelde
Zurück zu den Niederungen der RE 3: Ich habe deswegen "spaßhalber" mal das Büro des in "meinem" Wahlkreis direkt gewählten Bundestagsagsabgeordneten Jan Marco Luczak (CDU) angemailt

Fährt denn der RE 3 auch durch den Wahlkreis des Abgeordneten? Nicht, daß der die Anfrage mit der Begründung abbügelt, nicht zuständig zu sein.
Zitat
Marienfelde
Aber: Auch wenn der Versuch, den derzeitigen "Bundesverkehrsminister" Dobrindt und seinen Vorgänger Ramsauer bezüglich der A1 wegen Untreue zu belangen, vermutlich nicht zum "Erfolg" führen würde, wäre die sofortige Entlassung solch eines Ministers aus meiner Sicht obligatorisch...

Auch wenn ich wenig Anlass sehe, diese beiden "Traumbesetzungen" für das Amt in Schutz zu nehmen: immerhin haben sie damit die (meiner Meinung nach fragwürdigen) politischen Ziele ihrer Partei umgesetzt, die auch Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hatten. Es war auch keine Überraschung sondern soweit ich mich erinnere von der CSU aktiv als Wahlkampfthema eingebracht.

Es ist ohnehin problematisch, dass eine Partei mit so deutlichem Regionalbezug ein Ressort mit ebenso deutlichem Regionalbezug nun schon über zwei und - wenn es nach ihren angekündigten Wünschen geht - auch über drei Legislaturperioden leitet. Die Haltung des Ministers in der AirBerlin- und TXL-Debatte ist ja auch eher von regionalpolitischen Interessen als von einer verkehrs- und wirtschaftspolitischen Vernunft, die eines Bundesministers angemessen wäre, geprägt. Mit der Prioritätensetzung im Bundesverkehrswegeplan und anderen Verteilungsmechanismen sieht es nicht viel besser aus. All dies ist aber auch nur bedingt ein individuelles Fehlverhalten als eine institutionelle Frage und wäre unter einem Bundesverkehrsminister Scheuer nicht viel anders.
Jay
Re: Zustände auf der RE 3
30.08.2017 11:44
Zitat
Marienfelde
[...]
Es ergibt sich die Frage, woran das liegt? Warum scheint es in der Bahnpolitik über Jahrzehnte im "Kernbereich" des "Brot- und Buttergeschäfts" (hier also die zuverlässige Beförderung erwartbarer Fahrgast-"Mengen") so wenig Bewegung zu geben? Warum gibt es das seit Weihnachten 1993 im Grundgesetz vorgesehene "Fernverkehrsgesetz" (Artikel 87e (4) GG; Gesetzentwurf des Bundesrats sh. hier: [www.bundesrat.de]) auch im Jahre 2017 noch immer nicht? Weil die Deutsche Bahn AG dagegen ist? Hat die Deutsche Bahn AG eigentlich ein Direktmandat im Bundestag?
[...]

Es gab hierzu bereits mehrfach Bundesratsinitiativen, die bisher alle am Desinteresse der Bundesregierung gescheitert sind. Auch der aktuelle Versuch wird wohl mit dem Ende der Legislaturperiode hinfällig sein.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
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Lopi2000
Zitat
Marienfelde
Aber: Auch wenn der Versuch, den derzeitigen "Bundesverkehrsminister" Dobrindt und seinen Vorgänger Ramsauer bezüglich der A1 wegen Untreue zu belangen, vermutlich nicht zum "Erfolg" führen würde, wäre die sofortige Entlassung solch eines Ministers aus meiner Sicht obligatorisch...

Auch wenn ich wenig Anlass sehe, diese beiden "Traumbesetzungen" für das Amt in Schutz zu nehmen: immerhin haben sie damit die (meiner Meinung nach fragwürdigen) politischen Ziele ihrer Partei umgesetzt, die auch Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hatten. Es war auch keine Überraschung sondern soweit ich mich erinnere von der CSU aktiv als Wahlkampfthema eingebracht.

Es ging mir nicht um die (aus meiner Sicht falsche) politische Zielsetzung an sich, sondern um eine anscheinend jahrelange vorsätzliche Täuschung des Bundestags und des Bundesrats, um die für die angestrebte "Autobahnprivatisierung" nötigen Grundgesetzänderungen durchzukriegen.

Es mag strafrechtlich nicht relevant sein, Bundestag und Bundesrat jahrelang fortgesetzt über entscheidungserhebliche Sachverhalte - ich formuliere mal: nicht zu informieren - aber es ist und bleibt ein politischer Skandal.

Klar: Eine SPD-Fraktionsspitze, die die Fraktion wirklich politisch führen würde, wäre darauf mit Sicherheit nicht hereingefallen.

Allseits eine gute Nacht wünscht Euch
Marienfelde
Faszinierend ist ja, dass der RE3 eine der längsten Regionalexpresslinien überhaupt ist und dennoch seit Jahren stiefmütterlich behandelt wird.
Eigentlich sollten schon längst alle alten DoStos aus dem Verkehr gezogen und gegen modernere getauscht worden sein, aber das ist bis heute nicht passiert. Und das in einer Zeit, in der andernorts RE140 und RE160-Wagen durch Triebwagen freigesetzt werden. Eine Zumutung und eine Vertragsverletzung.

Und das die dafür eigentlich vorgesehen Fahrradwagen nicht vernünftig eingereiht werden ist ein Skandal.
Hallo!
Momentan ist der RE 3 auch geteilt!
Viel blöder finde ich den Laufweg in Berlin, wobei besonders die Frühzuege noch nicht einmal in Lichtenberg halten und da einfach durchfahren. Man braucht 45 Minuten bis Bernau.
Auch vermehrt auftretende technische Störungen z.b. am 12.08.2017 , wo der Zug um ca. 07:30 Uhr in Lichtenberg ohne Ansage auf anderem Gleis aussetzt und gar nicht erst nach Berlin -Hbf weiterfuhr.
Dieser Zug würde um 08:13 Uhr ab Hbf. als RE 3 zurück fahren.
Stattdessen 08:45 Uhr mit 10 Minuten Verspätung in einem Ausgetauschten Zug ab Lichtenberg.
(Baumassnahmen bei der S- Bahn ab Lichtenberg bis Ostbahnhof mit Schienenersatzverkehr!)
Deshalb sind solche 4 Wagenzüge erklärbar.
Jeder Zug sieht auch anders in seiner Zusammensetzung aus.

MFG strolch
Guten Morgen, gibt es denn einen Grund, weshalb man den RE3 auf dem südlichen Ast (Lutterstadt Wittenberg bzw. Falkenberg - Berlin Hbf.) nicht einfach 30 Minuten früher fahren lässt, um den Anschlusszug in Hbf. zu erreichen? Ich nehme mal an, dass das mit diversen Anschlussrelationen an den restlichen ÖPNV im südlichen Abschnitt zu tun hat?
Zitat
Olliver1977
Guten Morgen, gibt es denn einen Grund, weshalb man den RE3 auf dem südlichen Ast (Lutterstadt Wittenberg bzw. Falkenberg - Berlin Hbf.) nicht einfach 30 Minuten früher fahren lässt, um den Anschlusszug in Hbf. zu erreichen? Ich nehme mal an, dass das mit diversen Anschlussrelationen an den restlichen ÖPNV im südlichen Abschnitt zu tun hat?

Zum einen dies, aber eine Fahrt in der Zeit mit Anschluss an den RE3Nord würde auch so einige Trassen der vielen ICE/IC-Linien nach Süden blockieren.

-------------------
MfG, S5M



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.09.2017 06:22 von S5 Mahlsdorf.
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S5 Mahlsdorf
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Olliver1977
Guten Morgen, gibt es denn einen Grund, weshalb man den RE3 auf dem südlichen Ast (Lutterstadt Wittenberg bzw. Falkenberg - Berlin Hbf.) nicht einfach 30 Minuten früher fahren lässt, um den Anschlusszug in Hbf. zu erreichen? Ich nehme mal an, dass das mit diversen Anschlussrelationen an den restlichen ÖPNV im südlichen Abschnitt zu tun hat?

Zum einen dies, aber eine Fahrt in der Zeit mit Anschluss an den RE3Nord würde auch so einige Trassen der vielen ICE/IC-Linien nach Süden blockieren.

Außerdem sollen sich die RE 3 Süd und die RE 4 für Ludwigsfelde (HVZ auch Jüterbog) sinnvoll ergänzen. Der Fahrplan der RE 4 stünde dann auch zur Debatte, und der Fahrplan der RB zwischen Rathenow und Brandenburg usw.
Dazu käme dann noch die Frage, wie viele Leute überhaupt südlich von Teltow einsteigen und ein Ziel nördlich von Bernau haben und umgekehrt (also mit dem RE3 durch Berlin fahren), und wie viele mit dem Ziel Berlin von einer 30 Minuten früheren Abfahrt betroffen wären. Ich vermute, die letzte Zahl dürfte um den Faktor 50 höher sein. 50 Leute eine halbe Stunde früher aus dem Bett jagen, damit einer am Hauptbahnhof seinen gewohnten Zug bekommt, ist auch nicht gerade kundenfreundlich.
Zitat
VvJ-Ente
Dazu käme dann noch die Frage, wie viele Leute überhaupt südlich von Teltow einsteigen und ein Ziel nördlich von Bernau haben und umgekehrt (also mit dem RE3 durch Berlin fahren),

Meiner persönlichen Erfahrung nach werden innerhalb Berlins alle Reisenden ausgetauscht, so daß die von Dir erfragte Zahl gegen null tendieren dürfte.
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