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Straßenbahn-Neubaustrecken
geschrieben von Karl Lauterbach 
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der weiße bim
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Nemo
Das einzige, was da dann problematisch wäre, ist die Haltestelle Ecke Friedrichstr. Anderswo generiert man da den notwendigen Platz durch Linksabbiegeverbote. Der Verzicht auf die Linksabbiegespur würde ja bereits Bahnsteige ermöglichen.

Genau das ist der Plan. Zwei Mittelbahnsteige ähnlich wie in der Eberswalder Straße Ecke Schönhauser auf beiden Seiten der Kreuzung mit der Friedrichstraße.

Die komplette Planung von Intraplan München und Ingenieurbüro BPR Darmstadt liegt bei Senat und BVG bereits seit 2013 in den Schubladen. Dort bleibt sie auch, bis der amtierende und der nachfolgende Senat den Stadtumbau im Abschnitt Grunerstraße - Molkenmarkt - Mühlendamm - Gertraudenbrücke - Spittelmarkt - Leipziger Str. erledigt haben.

Wollte der R²G-Senat wirklich ernsthaft das Projekt wollen, wäre jetzt bei Wiederherstellung der Spandauer Straße nach dem U5-Tunnelbau Gelegenheit gewesen, zumindest den neuen Straßenverlauf in diesem Bereich vorzubereiten ...

Ganz so pessimistisch würde ich nicht sein. Zumal Bauausführung an einer nicht die Planung an anderer Stelle ausschließt. Leider hat genau das aber die Vorgängerregierung behauptet und mit dem Argument eine Weiterplanung der Straßenbahn vor dem Roten Rathaus unterlassen, solange noch an der U5 gewerkelt wird. Nicht nachvollziehbar.

Zu den Straßenquerschnitten - hier gibt es verschiedene Vorschläge und Studien. Ein Beispiel hast Du gerade genannt. Die TU-Studie von 2009 schafft sogar einen durchgehend besonderen Bahnkörper in der Leipziger Straße mit Teilüberfahrbarkeit für Einsatzfahrzeuge und überfahrbaren Haltestellenkaps an der Friedrichstraße und U-Stadtmitte.

Also Lösungen gibt es deren viele, man muss nur mal festlegen, was man will. Und welchen Stellenwert die einzelnen Verkehrsträger künftig haben sollen. Alle die bisher gezeigten Vorschläge haben ihre Vor- und Nachteil. Aber ich sehe bei keinem, warum dieser nun zwingend bei der Planfeststellung berücksichtigt werden muss, noch die physische Unmöglichkeit. Also sind noch alle im Rennen bis irgendwann mal eine verbindliche Vorentscheidung getroffen wird. Genauso übrigens wie die immer noch untersuchte Parallelführung durch die Französische/Mohren/Mauer oder Zimmerstraße...
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Jay
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hansaplatz
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Jay
Wie schließt man die U2 am Potsdamer Platz an? Die Haltestelle wird ja direkt über dem Regionalbahnhof liegen und mit (mindestens) 60 Metern Länge die heutige Haltestelle Varian-Fry-Straße einschließen. Auch diese Haltestelle muss ausreichend dimensioniert sein, da hier in ferner Zukunft wohl noch die M9/M41 hinzu kommt.
M9/M41 kommt doch aus der Stresemannstr. und biegt von dort rechts in die Leipziger. Eine Haltestelle Potsdamer Platz am heutigen Standort des Boulevard der Stars würde von dieser Linie also gar nicht angefahren werden.

Da müsstest du aber deinen Kompass noch mal erden. Was soll die Linie denn am Leipziger Platz? Von der Stresemannstraße kommend wird natürlich nach links (Westen) in den Mittelstreifen abgebogen, wo es dann eine gemeinsame Haltestelle mit der "M4" gibt. Es wäre natürlich auch möglich geradeaus zu fahren, aber da wird sich kaum Platz für eine Haltestelle und Wendeanlage finden. Irgendwann soll es dann mal weiter Richtung Zoo gehen.

Ach, Du bist mir zuvorgekommen - ja, genau so isses ;)

Entweder geradeaus und weiter über die Bellevue- und Tiergartenstraße 'hintenrum' (so in früheren Visualisierungen) oder (wie neulich in der BVG Präsentation) nach links einbiegen auf den 'Walk of Fame', gemeinsam mit der M4 über die Potsdamer Brücke und dann über die Lützowstraße Richtung Wittenbergplatz.

Wir müssen aber ganz dringend differenzieren zwischen 'wird kommen', 'ist geplant' und 'da schwebt ne Idee im Raum'. Während Richtung Turmstraße und in Adlershof gerade die Lage der einzelnen Schwellenschrauben fixiert wird, sind wir am Potsdamer Platz ja noch bei groben Planspielen und Korridorbetrachtungen. Wann wo welche Linie wie an welcher Kreuzung wohin abbiegt, das ist jetzt eher eine astrologische Frage.
Geht da wer von Euch hin? Das Panel sieht interessant aus. Die Anmeldefrist war leider schon vorbei.

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der weiße bim
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samm
Warp und Teleportation sind physikalisch zwei völlig unterschiedlich funktionierende Konzepte.

:P

Die haben gemeinsam, dass sie derzeit nicht funktionieren.

Immerhin gibt es ausreichend Diskussionsstoff für die morgige Veranstaltung der Berliner Morgenpost [www.morgenpost.de].
Leider mit einem Schreibfehler im Einladungstext:
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Leserforum: Die Wiederentdeckung der Straßenbahnen
Morgenpost vor Ort: Am 11. Oktober diskutieren Experten im Zoo Palast über die Verkehrspolitik der rot-rot-grünen Landesregierung
...
Mehr als 20 Strecken für die Straßenbahn werden in der Koalitionsvereinbarung aufgelistet. Gebaut, geplant oder vorbereitet werden sollen sie bis zum Ende der Legislaturperiode 2012. Darunter auch mehrere Gleisverbindungen, die wieder in den einstigen Westteil der Stadt führen sollen. Vier Projekte die der rot-schwarze Vorgängersenat angeschoben hatte, haben Priorität. Die Verlängerung der Straßenbahn vom Hauptbahnhof zum U-Bahnhof Turmstraße, die Anbindung des Bahnhofs Ostkreuz, die Erschließung des Wissenschaftsstandortes Adlershof durch eine Strecke zum S-Banhof Schöneweide und die Verlängerung der Tram bis um S-Bahnhof Mahlsdorf.

Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband kritisiert das Bearbeitungstempo. "Bislang geht das viel zu langsam", sagte er. Denn es gibt bislang kaum Fortschritte bei der Umsetzung der Pläne. Experten zweifeln an den Plänen, alle vier Linien noch während der Legislaturperiode in Betrieb zu nehmen.
...

Die Jahreszahl 2012 und der S-Banhof ohne "h" stehen so im originalen Text.
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Mariosch
Wie man vor dem Gebäude- Altbestand zwischen Wilhelm- und Mauerstr. sieht, waren da ursprünglich wohl 2-3 Fahrspuren mehr vorhanden. also ziemlich genau der Platz, den man heute für die Straßenbahn gebrauchen könnte.

Am Leipziger Platz wärs allerdings wohl so oder so eng geworden...

~ Mariosch

Eigentlich könnte man sich bei der Leipziger Straße die Radspuren sparen. Dafür müsste man nur den Straßenzug Mohrenstr. - Spittelmarkt als vorfahrtberechtigte Fahrradstraße ausbauen, alle zwei Blocks mit Pollern um den Durchgangsverkehr fernzuhalten.
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VvJ-Ente
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Mariosch
Wie man vor dem Gebäude- Altbestand zwischen Wilhelm- und Mauerstr. sieht, waren da ursprünglich wohl 2-3 Fahrspuren mehr vorhanden. also ziemlich genau der Platz, den man heute für die Straßenbahn gebrauchen könnte.

Am Leipziger Platz wärs allerdings wohl so oder so eng geworden...

~ Mariosch

Eigentlich könnte man sich bei der Leipziger Straße die Radspuren sparen. Dafür müsste man nur den Straßenzug Mohrenstr. - Spittelmarkt als vorfahrtberechtigte Fahrradstraße ausbauen, alle zwei Blocks mit Pollern um den Durchgangsverkehr fernzuhalten.

Könnte man machen, allerdings würde diese Fahrradstraße dann sicherlich bedingungslos zugeparkt, insbesondere an den Pollern.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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Nemo
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VvJ-Ente
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Mariosch
Wie man vor dem Gebäude- Altbestand zwischen Wilhelm- und Mauerstr. sieht, waren da ursprünglich wohl 2-3 Fahrspuren mehr vorhanden. also ziemlich genau der Platz, den man heute für die Straßenbahn gebrauchen könnte.

Am Leipziger Platz wärs allerdings wohl so oder so eng geworden...

~ Mariosch

Eigentlich könnte man sich bei der Leipziger Straße die Radspuren sparen. Dafür müsste man nur den Straßenzug Mohrenstr. - Spittelmarkt als vorfahrtberechtigte Fahrradstraße ausbauen, alle zwei Blocks mit Pollern um den Durchgangsverkehr fernzuhalten.

Könnte man machen, allerdings würde diese Fahrradstraße dann sicherlich bedingungslos zugeparkt, insbesondere an den Pollern.

ja, das könnte man machen, allerdings sind wir dann wieder beim Thema Verkehrspolitik, Ideologie und Priorisierung von Verkehrsträgern. Radfahrer in Nebenstraßen abzuschieben, wo 'sie am wenigsten den Verkehr stören' ist halt typisch 80er Jahre. Das Rad ist nunmal das Umwegsensitivste Verkehrsmittel gleich nach dem Fußgeherverkehr, und warum sollen seine Nutzer auf eine Schlängelkurs wie den der U2 gezwungen werden, wenn sie eigentlich nur vom P-Pl. zum Alex wollen? Die Voss/Mohren hat schon Charme, aber spätestens am Hausvogteiplatz ist Schluss mit den Vorteilen.
Und Du meinst die Ideologie der Jetztzeit ist, dass das Fahrrad flächendeckend den übrigen Verehr einschließlich Fußgänger verdrängt. Da bleibt dann nur die U-Bahn, oder muss die auch noch dran glauben? Auf potenziellen S-Bahnstrecken werden ja auch nur noch Fahrradstraßen gebaut, hörte man munkeln...

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Müsste man eigentlich nur noch die Legislaturperioden auf 6 Jahre verlängern. ;-) Aber dann werden wir R2G ja nie wieder los und Trump natürlich auch nicht so bald.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
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Heidekraut
Müsste man eigentlich nur noch die Legislaturperioden auf 6 Jahre verlängern. ;-) Aber dann werden wir R2G ja nie wieder los und Trump natürlich auch nicht so bald.

Die Mehrheit für R2G ist in Berlin zur Zeit ja auch recht stabil und eher vom Willen der Kooperationspartner abhängig, so dass die Dauer der Legislaturperiode nicht zwingend mit der Dauer von R2G zusammenhängt. Die Mehrheit besteht rechnerisch sogar schon seit der Wiedervereinigung.
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Heidekraut
Und Du meinst die Ideologie der Jetztzeit ist, dass das Fahrrad flächendeckend den übrigen Verehr einschließlich Fußgänger verdrängt. Da bleibt dann nur die U-Bahn, oder muss die auch noch dran glauben? Auf potenziellen S-Bahnstrecken werden ja auch nur noch Fahrradstraßen gebaut, hörte man munkeln...
[Humor]
Also in London wollte man doch mal stillgelegte U-Bahntunnel in Radwege verwandeln. Dafür müsste man dann erstmal Tunnel stilllegen, was aber ja aber kein größeres Problem sein sollte. Die Straßenbahn hatte man ja in West-Berlin dem Auto geopfert, warum dann nun nicht die U-Bahn dem Fahrrad?
[/Humor]
Der Stammbahnradweg ist aber erstmal vom Tisch, wo soll es denn sonst noch einen Radweg auf einer S-Bahntrasse geben?

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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Heidekraut
Und Du meinst die Ideologie der Jetztzeit ist, dass das Fahrrad flächendeckend den übrigen Verehr einschließlich Fußgänger verdrängt. Da bleibt dann nur die U-Bahn, oder muss die auch noch dran glauben? Auf potenziellen S-Bahnstrecken werden ja auch nur noch Fahrradstraßen gebaut, hörte man munkeln...

Aha! Danke für den geistreichen Input. Mein Lieber, Du kannst gerne betonen , dass die aktuelle Regierung nicht 'Deine' Regierung ist, Du kannst gerne sage, dass Dir R2G unsympathisch ist und Du kannst gerne bessere Alternativen formulieren. Was Du nicht kannst, ist andauernd und wiederholt Unwahrheiten verbreiten und erwarten, dass das dann unkommentiert durchgeht.
Niemand, weder ich, noch wer im Senat, noch parteilinke Treehugger wollen mit dem Radverkehr andere Verkehrsträger 'flächendeckend verdrängen'. Wo hast Du das nur her? Gefühlte temperatur, gefühlte Gerechtigkeit, gefühlte Politik? Ganz konkret geht es beim (nich nicht verabschiedeten!) Mobilitätsgesetz um Flächenumverteilung vor allem vom Ruhenden Verkehr hin zu Fahrradverkehr UND Fußgängerverkehr. Beide sollen also profitieren. Nenn mir mal ein Beispiel wo Fuß- und Radverkehr um Flächen konkurrieren und nach dem Regierungswechsel der Radverkehr unverhältnismäßig bevorzugt wird. Ja? Nee. Danke.
Nur in wenigen Fällen geht es um Umwidmung von Fahrspuren, aber auch hier immer vom MIV zum Umweltverbund.

Und die von Dir angesprochene Stammbahn (Du meinst doch die Stammbahn?) war ja nun ganz eindeutig eine taktische Finte der SüdwestCDU. Wurde auch als solche erkannt und konsequenterweise ad acta gelegt. Da darfst Du Dich bei - richtig - R2G bedanken.
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schallundrausch
Und die von Dir angesprochene Stammbahn (Du meinst doch die Stammbahn?) war ja nun ganz eindeutig eine taktische Finte der SüdwestCDU. Wurde auch als solche erkannt und konsequenterweise ad acta gelegt. Da darfst Du Dich bei - richtig - R2G bedanken.
…und eine Finte, die echt gut funktioniert hat, muss ich aus eigener Erfahrung sagen. Keine Ahnung wievielen Leuten hier aus dem Südwesten ich in den letzten Monaten erklären durfte, dass das eben keine grüne Schnapsidee war, wie sie eigentlich dachten. Verschiedene umweltfreundliche Verkehrsträger gegeneinander auszuspielen scheint gleich auf mehreren Ebenen zu funktionieren
Der Stammbahnradweg war keine Finte, sondern eine ernstgemeinte Idee aus der Ecke Volksentscheid Fahrrad (parteiunabhängig). Die wollten auch die Trassen nur "zwischennutzen", bis die Bahn sie wieder braucht. Die Frage, wie man den Fahrradverkehr dann wieder von der Strecke wegbekommt, konnten die einem aber auch nicht beantworten. Unter den Parteien hat sich die CDU diese Strecke auf die Fahnen geschrieben, weil man sich hier hinter den unvermeidlichen Radboom stellen konnte, ohne die kostbaren Flächen dem Autoverkehr wegnehmen zu müssen. Das war vielleicht eine Finte, weil für die CDU das Fahrrad allenfalls ein Freizeitverkehrsmittel ist.

Für den SPNV würde hier natürlich eine wichtige und vorallem relativ günstige Ausbauoption größtenteils zugebaut werden, daher lehne ich als Radfahrer mit ÖPNV-Interesse diesen Radschnellweg ab. Ich denke aber, dass durch diese Radwegplanung die Stammbahn wieder ins Gespräch gekommen ist, und hoffe, dass die neuerlichen Diskussionen und Planungen an dieser Strecke keine Finte der Politik sind, und ich hier dann noch innerhalb der nächsten Dekade zusätzlich Personenzüge ohne Seitenstromschiene benutzen kann.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.2017 18:04 von Nemo.
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Nemo
Die Frage, wie man den Fahrradverkehr dann wieder von der Strecke wegbekommt, konnten die einem aber auch nicht beantworten.

Du meinst, es gibt tatsächlich so Hartgesottene, die unbeirrt die Strecke weiterhin mit dem Fahrrad befahren werden, obwohl dort wieder ein Schottergleis liegt?
Kann das OFF TOPIC bitte mal beendet werden? Man muss doch nicht über jedes Stöckchen springen. Danke.
>Wo hast Du das nur her?

Fake News? Funtkioniert aber sehr gut hier im Forum und schon wird wieder über das Fahrrad diskutiert. Gegen die Radfahrstreifen, die die Fahrbahn auf einen Fahrstreifen für den MIV verengen, habe ich oft gar nichts. Nur dass dann gleich Tempo 30 angesagt, ist wieder übertrieben. Und war da nicht auch was mit TKO?

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Kommen wir doch mal wieder zum Thema des Threads: Straßenbahn-Neubaustrecken

Der Engpass in der Leipziger Straße wurde bekanntlich sehenden Auges produziert. Wenn man es mit Neubaustrecken ernst meint, dann muss man da durch und auch den "Verteilungskampf" gegen den Pkw angehen. Das nimmt nämlich deutlich mehr Platz weg als alle anderen Verkehrsmittel.

Ich bin leider nicht sehr optimistisch und befürchte, dass man nicht den Popo in der Hose hat, die Planung dort gegen ADAC und Co. durchzusetzen. Was dann wiederum dazu führt, dass viel geplant aber gar nichts gebaut wird.
Einen Popo in der Hose bräuchte man in der Leipziger Str. nur, wenn man den Autoverkehr auf eine Spur je Richtung einengen würde. Das traue ich dem Senat aber nicht zu.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.2017 22:56 von Nemo.
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Latschenkiefer
Kommen wir doch mal wieder zum Thema des Threads: Straßenbahn-Neubaustrecken

Der Engpass in der Leipziger Straße wurde bekanntlich sehenden Auges produziert. Wenn man es mit Neubaustrecken ernst meint, dann muss man da durch und auch den "Verteilungskampf" gegen den Pkw angehen. Das nimmt nämlich deutlich mehr Platz weg als alle anderen Verkehrsmittel.

Ich bin leider nicht sehr optimistisch und befürchte, dass man nicht den Popo in der Hose hat, die Planung dort gegen ADAC und Co. durchzusetzen. Was dann wiederum dazu führt, dass viel geplant aber gar nichts gebaut wird.

Der Widerstand hat bereits einen prominenten Bart:

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in Blickpunkt Straßenbahn 3/2000 habe ich folgendes geschrieben:
Verkehrspolitik: Streit um Straßenbahn in der Leipziger Str.: Nach Pressemeldungen hat die Verwaltung des Bundesrats gefordert, auf das Verlegen von Straßenbahngleisen vor dem Sitz der Länderkammer in der Leipziger Str. zu verzichten. Sonst sei es absehbar, dass sich die Mitglieder des Bundes-rates bei Sitzungen und Empfängen regelmäßig verspäten würden. Die Ländervertretung will ihren neuen Amtsitz im ehemaligen Preußischen Herrenhaus am 1.8.2000 eröffnen. Die einzige Zufahrt zu dem Gebäude liegt an der Leipziger Straße, in der der Verkehrssenator im Zuge der z.Zt. laufenden Reparaturarbeiten die Gleise für die geplante Straßenbahn-Verbindung vom Alexanderplatz zum Kulturforum bereits jetzt einbauen lassen will; das Genehmigungsverfahren soll später folgen.

Planer sind der Meinung, dass die Politiker viel wahrscheinlicher vom Autoverkehr aufgehalten werden. Die Leipziger Straße sei ein Nadelöhr im Ost West Verkehr mit und ohne Straßenbahn! Das ursprüngliche Ziel der Verkehrsverwaltung, 2000 Autos je Stunde und Richtung durch die Leipziger Straßen zu schleusen, lasse sich auch ohne Straßenbahn nicht erreichen, heißt es in einem Gutachten des Berliner Planungsbüros Stadt- und Regionalverkehr (PSV), das 1998 im Auftrag der Verkehrsverwaltung erstellt wurde. Der Senat hat den Querschnitt der Straße zwischen dem Leipziger Platz und der Charlottenstraße auf das historische Maß festgelegt, was zu einer Fahrbahnbreite von 16,5 m führt Zwischen Charlottenstr, und Spittelmarkt ist der in der DDR entstandene Straßenzug dagegen 62 m breit. Auf dem schmalen westlichen Abschnitt sollen sich Autos und Bahnen dagegen die Fahrbahn teilen. Unter Mitnutzung der Spur mit den Gleisen gibt es für den Autoverkehr weiter zwei Spuren je Richtung. Durch Ampelschaltungen sollen die Bahnen freie Fahrt bekommen, ohne den Autoverkehr über Gebühr aufzuhal-ten. Theoretisch könnten die Mitglieder des Bundesrates bei ihren Fahrten zum Amtssitz sogar die freie Trasse der Straßenbahn mit nutzen und ihr Ziel schnell erreichen, wahrscheinlicher sei aber, dass bei den Protokollfahrten ohnehin der gesamte Bereich jeweils kurzfristig gesperrt werde. Übrigens: ein Termin für die erste Fahrt einer Straßenbahn durch die Leipziger Str. ist auch nicht entfernt abzusehen. Es ist also sehr zweifelhaft, ob die derzeitigen Mitglieder des Bundesrates etwas so exotisches wie eine Straßenbahn jemals an ihrem Haus vorbeifahren sehen werden!

In BS 4/2000 gab es dann Nachschlag:

Gleise in der Leipziger Straße (s. BS 3/2000): Seit Ende Mai werden im Rahmen der Straßenbauarbeiten in der Leipziger Straße zwischen der Wilhelm- und Mauerstraße Straßenbahngleise verlegt. Nach den bereits beschriebenen Bedenken des Bundesrates hat mit der gleichen Begründung die Fa. DaimlerChrysler vergeblich versucht, durch eine einstweilige Anordnung den Stop der Bauarbeiten zu erreichen. Aus Sicht des Berliner Senat ist für das Verlegen von Schienen keine planungsrechtliche Genehmigung erforderlich. Erwähnenswert ist noch, dass erst im Rahmen dieser Straßenbauarbeiten unter dem Asphalt verborgene Schienen der bis 1970 hier gefahrenen SL 74 entfernt wurden.

Tja, jeder blamiert sich so gut wie er kann! Der vom damaligen Bundesrat befürchtete Stau in der Leipziger Straße ist heute Alltag, aber eine Straßenbahn habe ich dort seit 1970 nicht mehr gesehen, insofern war meine Prognose damals leider nur zu realistisch. Die so agile und um ihre Erreichbarkeit so besorgte Fa. DaimlerChrysler ist dort auch längst nicht mehr aktiv.

Beste Grüße
Harald Tschirner



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.2017 23:04 von Harald Tschirner.
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Nemo
Einen Popo in der Hose bräuchte man in der Leipziger Str. nur, wenn man den Autoverkehr auf eine Spur je Richtung einengen würde. Das traue ich dem Senat aber nicht zu.

Dann verrate uns doch bitte auch, wo Du in der Ecke den MIV sonst führen möchtest. So viele aufnahmefähige Ausweichrouten sehe ich da leider nicht.. :-(

Viele Grüße
Arnd
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