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Unwetter über Berlin (05.10.2017)
geschrieben von Tradibahner 
Ihr seit also mehrheitlich der Meinung, dass es zwar richtig war, den Verkehr zu stoppen, aber es sinnvoller gewesen wäre, es den Pasagieren zu gestatten in den abgestellten Fahrzeugen zu verweilen.
Nach meinem Kentnisstand wurde das bei der S-Bahn auch so gemacht. Die genaue Anweisung im Bereich Bus kenne ich nicht.

Bäderbahn
Das wäre der Konsens. Bei der Straßenbahn war es ebenfalls genau so. Beim Bus sah es wohl anders aus, sicher bin ich mir aber nicht.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Ich sah an dem Abend auf meinem Weg von Reinickendorf nach Marzahn etliche Busse und Bahnen, in denen Menschen ausharten. Lediglich die Bahnen im stromlosen Abschnitt in der Buschallee waren geräumt.

Es grüßt - der Fuchs ;-)
Der Tagesspiegel war schnell und hat zur IGEB-Pressemitteilung einen Artikel verfasst:

http://www.tagesspiegel.de/berlin/wo-es-wieder-rollt-und-wo-es-hakt-bahnfahrer-nach-sturm-xavier-ohne-zug-und-ohne-plan/20428528.html

Viele Grüße
André
Zitat
Bäderbahn
Ihr seit also mehrheitlich der Meinung, dass es zwar richtig war, den Verkehr zu stoppen, aber es sinnvoller gewesen wäre, es den Pasagieren zu gestatten in den abgestellten Fahrzeugen zu verweilen.
Nach meinem Kentnisstand wurde das bei der S-Bahn auch so gemacht. Die genaue Anweisung im Bereich Bus kenne ich nicht.

Jein. Den Schienenverkehr oberirdisch zu stoppen war richtig, wobei die Erkundungen & Freigaben nach dem Durchzug des Sturms hätten teilweise schneller gehen können. Beim Busverkehr sehe ich das alles sehr zwiegespalten. Die Generaleinstellung halte ich für eine falschen Abwägungsentscheidung, weil dadurch sehr viel mehr Leute völlig ungeschützt im Freien unterwegs waren. Da Aussetzen von Fahrgästen, das teilweise passiert ist, ist sogar klar rechtswidrig! Auch wenn sich jetzt vermutlich gleich wieder jemand beschwert, wie ich die Verantwortung auf das "kleinste Licht" abschieben kann, aber aus meiner Sicht wäre es richtig gewesen den Busfahrern freizustellen, ob sie vorsichtig weiter fahren oder stehen bleiben und allenfalls bestimmte Streckenabschnitte (z.B. Tegel, Havelchaussee) komplett gesperrt. Als gleich zu Beginn des Sturms reihenweise Bäume fielen (als auch die S-Bahn kapitulierte), wäre auch eine kurzzeitige Kompletteinstellung beim Bus (bis zu 30 Minuten) aus meiner Sicht OK gewesen. Das sollte aber reichen, um einen Überblick zu bekommen und anschließend die "Fahren auf eigene Verantwort"-Regelung in Kraft zu setzen.

Ansonsten stimme ich mit Philipp darin überein, dass ein Bus deutlich robuster gebaut ist als ein PKW. Und die weitaus größte Gefahr für ein Schadereignis ging von herabfallenden Ästen aus, die beim Bus allenfalls Lackkratzer und Dellen verursachen, aber keinesfalls die Statik des Fahrzeugs gefährden. Astfall auf Fußgänger ist da deutlich gefährlicher.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
Da Aussetzen von Fahrgästen, das teilweise passiert ist, ist sogar klar rechtswidrig!

Was soll wo passiert sein?

Zitat
Jay
Auch wenn sich jetzt vermutlich gleich wieder jemand beschwert, wie ich die Verantwortung auf das "kleinste Licht" abschieben kann, aber aus meiner Sicht wäre es richtig gewesen den Busfahrern freizustellen, ob sie vorsichtig weiter fahren oder stehen bleiben und allenfalls bestimmte Streckenabschnitte (z.B. Tegel, Havelchaussee) komplett gesperrt.

Ich sehe diese Einstellung als etwas scheinheilig an. Gerade in Waldgebieten, wo die Wahrscheinlichkeit von Ästen getroffen zu werden am höchsten ist, sollen die Leute entweder stehengelassen oder alleine durchgeschickt werden?

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Eine Krone der Berichterstattung kommt von der BZ.
Dort redet eine Kundin die aus einem Bus aussteigen mußte von vorsätzlicher Körperverletzung der BVG (und posiert vor einem 123er obwohl das Geschehen im Südosten war).
Zitat
micha774
Eine Krone der Berichterstattung kommt von der BZ.
Dort redet eine Kundin die aus einem Bus aussteigen mußte von vorsätzlicher Körperverletzung der BVG (und posiert vor einem 123er obwohl das Geschehen im Südosten war).

Und du kritisierst jetzt den ort der Fotoaufnahme?

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Logital bei Twitter.
Zitat
B-V 3313
Zitat
Jay
Da Aussetzen von Fahrgästen, das teilweise passiert ist, ist sogar klar rechtswidrig!

Was soll wo passiert sein?

Zitat
Jay
Auch wenn sich jetzt vermutlich gleich wieder jemand beschwert, wie ich die Verantwortung auf das "kleinste Licht" abschieben kann, aber aus meiner Sicht wäre es richtig gewesen den Busfahrern freizustellen, ob sie vorsichtig weiter fahren oder stehen bleiben und allenfalls bestimmte Streckenabschnitte (z.B. Tegel, Havelchaussee) komplett gesperrt.

Ich sehe diese Einstellung als etwas scheinheilig an. Gerade in Waldgebieten, wo die Wahrscheinlichkeit von Ästen getroffen zu werden am höchsten ist, sollen die Leute entweder stehengelassen oder alleine durchgeschickt werden?

@B-V: Bitte verfalle jetzt nicht in blinde BVG-Verteidigung. Der BZ-Artikel ist in der Tat nur die Krone. Am Donnerstag gab es u.a. auch auf Twitter viele Leute, die sich beschwert haben, dass sie aus den Bussen geworfen wurden (und die Busse teilweise im Anschluss leer weiter fahren). Willst du das etwa leugnen? Die Bedeutung des §221 StGB sollte doch auch bei der BVG bekannt sein. Der gilt nicht nur für Minderjährige, Betrunkene und anderweitig gefährdete Personen, sondern im Falle einer extremen Wetterlage für alle Personen im Fahrzeug. Selbst bei Erreichen der Endhaltestelle müsste Fahrgästen auf Wunsch das Verbleiben im Fahrzeug gestattet werden. Anders wäre es, wenn der Fahrer seinen Bus direkt vor einem Bahnhof, Einkaufszentrum oder sonstigem frei begehbaren Gebäude anhält und den Bus dorthinein evakuiert und sich ebenfalls dorthin begibt oder jemanden findet, der die Verantwortung für seine Fahrgäste übernimmt. Selbstverständlich dürfen sich die Fahrgäste auf eigene Gefahr selbst aus der Obhut entlassen, aber für alle anderen liegt die Verantwortung beim Fahrer. Das muss man nicht toll finden, ist aber so.

Die Streckensperrung hinter Tegel ist ja wohl unstrittig. Die Straße war physisch nicht passierbar und mindestens ein Bus stand da im Wald fest. Deswegen wurde zunächst die Einstellung im Norden verfügt, bevor dann die Gesamteinstellung kam. Ob die Havelchaussee passierbar war, ist mir nicht bekannt, aber hier, wie auch zur Pfaueninsel liegt keine nennenswerte Wohnbebauung und das Wetter zuvor lud nicht unbedingt zu Ausflügen ein, so dass nicht die Gefahr bestand, dass massenweise Ausflüger im Wald stranden, wie es z.B. bei einem Sommergewitter vorkommen kann. Insofern sehe ich hier die Kompletteinstellung eines Abschnittes (für die Zeit des Sturms) gerechtfertigt - natürlich mit Bauchschmerzen, denn wie zuvor geschrieben, bin ich da in Bezug auf die Rechtsgüterabwägung äußerst zwiegespalten.

Aber da du mir ja so schön Scheinheiligkeit vorwirfst, bin ich nun auf deine Lösung gespannt. Immerhin hab ich hier nicht nur einfach meine Meinung abgeworfen, sondern auch versucht sie zu begründen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Flexist
Die U5 wechselt Richtung Hönow in Biesdorf Süd auf das mittlere Gleis. Da scheint wohl noch was zu sein.

Das wird immer spät abends so gehandhabt. Warum? Keine Ahnung.
Die Abendschau berichtete heute, dass noch immer "26 S-Bahn-Wagen" aufgrund von Sturmschäden nicht wieder verfügbar sind: [www.rbb-online.de] (S-Bahn ab 1:25)
In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm. Aber bei vergangenen Malen hatten meines Wissens nie so viele S-Bahnfahrzeuge Schäden erlitten und waren deswegen nicht fahrfähig. Was war diesmal der Grund?
Zitat
Henning
In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm. Aber bei vergangenen Malen hatten meines Wissens nie so viele S-Bahnfahrzeuge Schäden erlitten und waren deswegen nicht fahrfähig. Was war diesmal der Grund?

Bäume.
Zitat
Flexist
Zitat
Henning
In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm. Aber bei vergangenen Malen hatten meines Wissens nie so viele S-Bahnfahrzeuge Schäden erlitten und waren deswegen nicht fahrfähig. Was war diesmal der Grund?

Bäume.

Da gab es die Angabe dass mehr als 30 Bäume Tapetenwechsel* über S-Bahngleise versuchten!
Und wer weiß was da noch so alles auf die Schienen geweht wurde. Bemerkenswert dass auch Fahrleitungsmaste der Fernbahn umgehauen wurden. Deren Neubau dürfte dauern, vor allem die neue Gründung. Wie lange braucht Beton bis er belastbar ist?

* sorry, wird nicht jeder verstehen: es gab mal einen Hildegard Knef Song "ich brauch Tapetenwechsel, sprach die Birke und macht sich in der Dämmerung auf den Weg..." ;-)

[de.m.wikipedia.org]

[youtu.be]

Beste Grüße
Harald Tschirner



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.2017 11:47 von Harald Tschirner.
Zitat
Henning
In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm. Aber bei vergangenen Malen hatten meines Wissens nie so viele S-Bahnfahrzeuge Schäden erlitten und waren deswegen nicht fahrfähig. Was war diesmal der Grund?

Ich habe gestern am Hamburger Hauptbahnhof einige Gesprächsfetzen zwischen zwei Bahnmitarbeitern (eher nicht nur DB, aber nach Feierabend auch nicht erkennbar) aufgeschnappt, die sich darüber austauschten, wo im Netz noch überall Züge defekt oder von umgestürzten Bäumen blockiert herum stehen. Das Problem besteht also wohl nicht nur bei der Berliner S-Bahn und ist so groß, dass es auch unter Bahnern ein besonderes Thema ist.
Zitat
Henning
In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm. Aber bei vergangenen Malen hatten meines Wissens nie so viele S-Bahnfahrzeuge Schäden erlitten und waren deswegen nicht fahrfähig. Was war diesmal der Grund?

Ich glaube den Satz "In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm." kann man nicht einfach so stehen lassen.

Mit ein wenig Suche im Netz habe ich gefunden dass z.B an den Wetterstationen in
- Berlin-Dahlem: Mit 111 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1950 (alter Rekord 107 km/h vom 27.10.2002)
- Berlin-Tegel: Mit 111 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1971 (alter Rekord 99 km/h vom 28.10.2002)
- Berlin-Schönefeld: Mit 119 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1973 (alter Rekord 112 km/h vom 21.10.1986)
- Lindenberg bei Beeskow: Mit 117 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1967 (alte Rekorde 104 km/h vom 21.10.1986+27.10.2002)

Dieser Sturm gehört also ganz sicher zu den stärksten die hier seit langer Zeit stattgefunden haben.
Warum sollen die Resultate nicht besonders schlimm sein?

Bei mir in der Nähe hat es einen völlig gesunden Baum samt Wurzeln aus dem Boden gerissen.
Die Wurzeln sind am Stamm nach wie vor dran. Da ist nichts gebrochen. Das System Wurzel-Boden-Stamm
konnte den Baum nicht im Boden halten. Natürliche Systeme haben versagt. Warum sollen technische Systeme,
die meist nicht für extreme Belastungen ausgelegt sind (Kostenfrage), nicht versagen?
In Wilhelmshaven ist ein Ladekran abgeknickt und in den Hafen geworfen worden. Das sind Extreme.
Da kann auch mal bei BVB/S-Bahn/Bahn was kaputt gehen.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Henning
In Berlin gab es schon immer wieder einen starken Sturm. Aber bei vergangenen Malen hatten meines Wissens nie so viele S-Bahnfahrzeuge Schäden erlitten und waren deswegen nicht fahrfähig. Was war diesmal der Grund?

Ich habe gestern am Hamburger Hauptbahnhof einige Gesprächsfetzen zwischen zwei Bahnmitarbeitern (eher nicht nur DB, aber nach Feierabend auch nicht erkennbar) aufgeschnappt, die sich darüber austauschten, wo im Netz noch überall Züge defekt oder von umgestürzten Bäumen blockiert herum stehen. Das Problem besteht also wohl nicht nur bei der Berliner S-Bahn und ist so groß, dass es auch unter Bahnern ein besonderes Thema ist.

Richtig, in ganz Norddeutschland gibt es noch massive Streckenschäden und "eingesperrte" Züge. Hauptstraßen und Autobahnen sind dagegen längst wieder frei. Ich bin gespannt, ob die gerade in Lethargie stehende Bundesebene nun der Bahn in den anstehenden Sondierungsrunden und Koalitionsverhandlungen einen größeren Raum gibt und eventuell gar eine neue Bahnreform beschließt. Die beiden "kleinen" FDP und Grüne haben in der Hinsicht ja auch ein paar Übereinstimmungen.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Ohne ein Sturmfachmann zu sein denke ich, die Hauptursache war nicht der kontinuierliche starke Wind, sondern die punktuell und in schneller Folge und mit großer Kraft auftretenden Böen, die die noch belaubten und in nassem Boden stehenden Bäume umgehauen haben.

Auch die eigentlich massiven und wohl gut gegründeten Fahrleitungsmaste konnten diesen Belastungen, die außerhalb von bebauten und bewaldeten Gebieten wohl besonders stark waren, nicht standhalten. Bäume lassen sich relativ schnell zersägen und entfernen, bei den Masten sieht das anders aus.

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Harald Tschirner
Ohne ein Sturmfachmann zu sein denke ich, die Hauptursache war nicht der kontinuierliche starke Wind, sondern die punktuell und in schneller Folge und mit großer Kraft auftretenden Böen, die die noch belaubten und in nassem Boden stehenden Bäume umgehauen haben.

Auch die eigentlich massiven und wohl gut gegründeten Fahrleitungsmaste konnten diesen Belastungen, die außerhalb von bebauten und bewaldeten Gebieten wohl besonders stark waren, nicht standhalten. Bäume lassen sich relativ schnell zersägen und entfernen, bei den Masten sieht das anders aus.

Richtig Harald. Wobei die Böen und der kontinuierliche Wind auch gut zusammenspielen können. Die Mastschäden sind in vielen Fällen durch Bäume/Äste aufgetreten. Es stellt sich aber natürlich auch die Frage, ob ggf. Materialfehler Ursache waren. Erinnert sei hier an die reihenweise umgeknickten Hochspannungsmasten in NRW vor ein paar Jahren und das teils mehrtägige "Blackout".

Eben deswegen ist es so wichtig nun zu analysieren und Schlussfolgerungen zu ziehen, damit es "beim nächsten Mal" besser läuft.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
murkelpurkel
- Berlin-Dahlem: Mit 111 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1950 (alter Rekord 107 km/h vom 27.10.2002)
- Berlin-Tegel: Mit 111 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1971 (alter Rekord 99 km/h vom 28.10.2002)
- Berlin-Schönefeld: Mit 119 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1973 (alter Rekord 112 km/h vom 21.10.1986)
- Lindenberg bei Beeskow: Mit 117 km/h stärkste Oktober-Bö seit Messbeginn 1967 (alte Rekorde 104 km/h vom 21.10.1986+27.10.2002)

Dieser Sturm gehört also ganz sicher zu den stärksten die hier seit langer Zeit stattgefunden haben.
Warum sollen die Resultate nicht besonders schlimm sein?

Und noch ein weiteres Detail fällt auf: die alten Rekorde waren durchweg vier Wochen später, was für die Belaubung der Bäume einen entscheidenden Unterschied machen dürfte.
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