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Gleislose Elektromobilität auf dem Vormarsch
geschrieben von Karl Lauterbach 
Zitat
T6Jagdpilot
Da interessiert mich als Techniker so einiges dran..

Das Ding muß ja so getrimmt sein, das es bei Erkennung von Hindernissen/Gefahren etc anhalten muß.
Otto Normalbusfahrer kann drum herum lenken usw.- Wird der Bonsaibus dann aus der Zentrale "resettet" bzw ferngesteuert??
Was passiert wenn sich einige Spinner einen Jux machen das Ding immer wieder auszubremsen etc..?
Was ist wenn die Karre in der Pampa verreckt-kommt dann, und wann bzw. von wo ein Entstörfahrzeug??
Da reicht ja die berühmte Spinne vor dem Sensor, die ja schon für Verwirrung an Wechselzeichenanlagen gesorgt hat.
Die Haftungs bzw Hergangsfrage bei einem Unfall allein dürfte Heerscharen von Juristen beschäftigen.
Denn wie sagt so ein Bus aus- permanentes Filmen ohne Anlaß ist in D verboten-Stichwort Dashcams.

Immerhin ließe sich so am WE zumindestens eine bis jetzt fehlende Verbindung zwischen Pollo bei veranstaltungen und RE6 realisieren..

T6JP

Die Dinger sind faszinierend, ihnen steht als Rufbusersatz auf dem Land, als Zubringer und im Werksverkehr eine große Zukunft bevor. Deine Kritik ist vollkommen berechtigt, viele technische und rechtliche Fragen sind noch nicht geklärt. Ich finde es gut, wenn man jetzt wie in der Prignitz vorangeht, und einfach mal ausprobiert, was die Dinger leisten können (und was nicht). Sonst sind wir in fünf Jahren immer noch am rumdiskutieren und haben keine Erkenntnisse gewonnen.
Wirklich 'autonom' wird es auch bei diesem Anwendungsbeispiel nicht werden:

Zitat
BLZ-Artikel
Nun gelte es zunächst, einen passenden Kleinbus zu bestellen. „Die Fahrzeuge gibt es nicht von der Stange, jedes Fahrzeug ist eine Eigenfertigung“, sagt Nicola Krettek von der Regionalentwicklungsgesellschaft. Der Bus soll Platz für etwa zwölf Insassen haben. Zunächst soll ein Operator mitfahren, der bei Gefahr den Nothalteknopf betätigen kann. Geprüft werde unter anderem auch, wie solch ein Bus in der Bevölkerung akzeptiert werde. – Quelle: [www.berliner-zeitung.de] ©2017

Wobei das in der Realität eher umgekehrt abläuft: Nicht der Operator tritt auf die Bremse, sondern der Bus steigt von sich in die Eisen, weil ihm irgendwas vor die Sensoren geflattert ist, der Operator schaltet die Weiterfahrt frei, wenn keine Gefahr besteht.

Die Kameraproblematik ist keine wirkliche. Jedes moderne Auto hat mehrere Kameras, mit denen die Straße gefilmt und die Assistenzsysteme mit Daten gefüttert werden. Kommt nur drauf an wofür die Bilder verwendet werden und wie sie evtl. gespeichert werden.

Ich habe zum Thema diese nette Video gefunden über den hier viel zitierten Olli. Nett deswegen, weil es eigentlich als Marketing-Promo-Video daherkommt und die neue Technologie anpreist, aber gleichzeitig ganz offensichtlich die größten, zukünftig zu behebenden, Mängel derselben darstellt:
* Der Bus fährt im ganzen Video kaum schneller als Schrittgeschwindigkeit
* Lustig ist die Vollbremsung ohne erkennbaren Grund. Die mitreisende Pilotin muss erst manuell ihr OK geben, dann geht die Reise weiter.
* Der Ingenieur (geiler Bart, traut sich nicht jeder :P ) betont, dass viele Komponenten aus dem 3D-Drucker kommen. Das klingt zwar für den Laien hip und trendy, wer sich ein bisschen mit Fertigungsmethoden auskennt weiß: Es gibt -zig Produktionsverfahren, mit denen man Metall, Kunststoff oder Verbundwerkstoffe bearbeiten und in Form bringen kann. 3D-Druck ist von allen die flexibelste, langsamste, aufwändigste und teuerste, eignet sich deswegen hervorragend zur Einzelteil- und Prototypenfertigung. Damit gibt der Junge zu, dass sie nirgendwo in der Nähe einer Serienreife sind... das nur nebenbei.
Schrittgeschwindigkeit von so einer Kiste auf der Landstraße- das wird wohl nicht geben-
das dürfte schon den Tatbestand der vermeidbaren Behinderung erfüllen-jeder Krankenfahrstuhl ist schneller.
Ich hab schon immer 200 Puls, wenn auf der Landstraße so ein 45kmhMöchtegernauto vor mir auftaucht.

Die Sensoren moderner Autos sind weniger Kamera, als Radarsysteme.
Allerdings können diese eben nicht dokumentieren, was oder wer im Umfeld dieses Fliwatüt auftaucht-wiederum ein Makel bei "Ausagen" des Bonsaibus im VU-Fall.

T6JP
Zitat
ralf51
Zitat
schallundrausch
Zitat

Man kann die freie Mobilität einer Gesellschaft nicht erfolgreich einschränken.
Wenn Du (großgeschrieben) unter 'frei' = 'automobil' setzt: Doch. Kann man. Soll man. Wird man.

Zitat

Werder, indem man ihr das Fahrrad verordnet, noch, dass der Arbeitsplatz nicht weiter als 10 m von der Wohntür entfernt sein darf. ;-)

Nun wird ja nichts zwangsverordnet. ...
Eben doch - Abgasgrenzwerte erfinden und verordnen, die mit der heutigen Motorentechnik nicht oder nur mit Einschränkungen machbar sind, ist doch genau das.
Glücklicherweise macht man das so, aber mit entsprechend langfristigen Vorlaufzeiten. Das hat bisher immer geklappt, auch im Dieselskandal war es nur die Profitsucht der Autoindustrie, die zu Manipulationen geführt hat. Die Techniken, die Abgasgrenzwerte einzuhalten, lagen meines Wissens nach immer vor. Unbestritten liegen sie auch heute vor, es wäre möglich, alle Diesel-PKW so umzurüsten, dass sie die "erfundenen und verordneten" Abgasgrenzewerte einhalten. Technologisch gar kein Problem.

Zitat
ralf51
Elektromobiltät ist gut, aber nicht wenn sie der kleine Mann bezahlen muss. Statt mit Zwang zu agieren, müssen die Alternativen attraktiver gemacht werden, so dass man freiweillig den Verbrennungsmotor stehen lässt oder ganz abschafft.

Da hast du Recht. Die Nachfrage nach einem Gut geht nach volkswirtschaftlicher Theorie dann zurück, wenn das Gut besteuert wird. Da auch die Elektroautos nicht in grünen Wäldern ökologisch vorteilhaft an Bäumen wachsen, sind ggf. auch Verbrennerfahrzeuge für kleine Laufleistungen weniger umweltschädlich. Über eine Besteuerung des Kraftstoffes kann man recht einfach dafür sorgen, dass sich Verbrennerfahrzeuge nur bis zu gewissen Laufleistungen rechnen und danach Elektrofahrzeuge vorteilhafter sind.

Zitat
ralf51
Fahre mal morgens durch die A10 Baustelle zwischen Dreieck Potsdam und Nuthetal, dann wirst Du die wirklichen Probleme sehen. Milliarden ausländischer 40-Tonner fahren die von unseren Steuergeldern gebauten Straßen kaputt, führen zum Verkehrskollaps und kommen nicht mal ansatzweise für die von ihnen verursachten volkswirtschaftlichen Schäden auf.

Das wiederum ist keine so besonders fundierte Argumentation. Glücklicherweise zahlt jeder einzelne von den Milliarden 40-Tonnern, ob aus im Ausland oder in Deutschland zugelassen, einen streckenbezogene Straßennutzungsgebühr (Lkw-Maut). Ich gehe davon aus, dass jene zwar nicht die volkswirtschaftlichen Schäden samt aller externen Kosten aufwiegt, aber dass tut der deutsche Pkw-Nutzer mit Kfz-Steuer und Steuern auf Benzin auch nicht. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Lkw-Maut zumindest die Abnutzung der Infrastruktur angemessen ausgleicht, meines Wissens nach fließt sogar ein Teil der Einnahmen in die Förderung des kombinierten Verkehrs.

Zudem hat die Lkw-Maut dafür gesorgt, dass es sich kaum noch lohnt, Fahrzeuge mit schlechten Emissionsklassen einzusetzen, da für diese eine höhere Maut anfällt. Wie oben erwähnt scheint das Modell also zu funktionieren, dass man über finanzielle Anreize die Nutzer dazu bewegen kann, die gewünschten Verkehrsmittel zu nutzen.
Zitat
Arec
Glücklicherweise macht man das so, aber mit entsprechend langfristigen Vorlaufzeiten. Das hat bisher immer geklappt, auch im Dieselskandal war es nur die Profitsucht der Autoindustrie, die zu Manipulationen geführt hat. Die Techniken, die Abgasgrenzwerte einzuhalten, lagen meines Wissens nach immer vor. Unbestritten liegen sie auch heute vor, es wäre möglich, alle Diesel-PKW so umzurüsten, dass sie die "erfundenen und verordneten" Abgasgrenzewerte einhalten. Technologisch gar kein Problem.
Technologisch ist es machbar, aber wie gesagt nur mit Einschränkungen (viel mehr Pipi einspritzen und mitführen und nachtanken, kleinerer Tank/Kofferraum, mehr Ruß, weniger Leistung, höhere Fahrzeugkosten usw). Bei den Dieseln wurde eben wegen dieser nicht gewollten Einschränkungen beschissen. In den USA hat man den Käufern nicht mal was von den Harnstoffnachfüllungen erzählt, sondern man dachte es reicht bei Werkstattbesuchen den Behälter (heimlich) nachzufüllen. Das Märchen von der problemlosen Machbarkeit wird gern über unsere linke Presse verbreitet. Die Motorenbauer haben aber von Anfang an deutlich vor den Problemen gewarnt. Aber da ja diese Möchtegernphysiker in Brüssel mit ihren durchschnittsbürgerfernen Einkommen (und damit Möglichkeiten) gerne alles besser wissen, kam es halt zum Knall.
Auch die aktuellen Diesel müssen immer noch bescheißen, findet man aber nix in unserer Presse dazu und wenn doch, sind es wieder die bösen Autobauer.

Zitat
Arec
Das wiederum ist keine so besonders fundierte Argumentation. Glücklicherweise zahlt jeder einzelne von den Milliarden 40-Tonnern, ob aus im Ausland oder in Deutschland zugelassen, einen streckenbezogene Straßennutzungsgebühr (Lkw-Maut). Ich gehe davon aus, dass jene zwar nicht die volkswirtschaftlichen Schäden samt aller externen Kosten aufwiegt, aber dass tut der deutsche Pkw-Nutzer mit Kfz-Steuer und Steuern auf Benzin auch nicht. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Lkw-Maut zumindest die Abnutzung der Infrastruktur angemessen ausgleicht, meines Wissens nach fließt sogar ein Teil der Einnahmen in die Förderung des kombinierten Verkehrs.

Zudem hat die Lkw-Maut dafür gesorgt, dass es sich kaum noch lohnt, Fahrzeuge mit schlechten Emissionsklassen einzusetzen, da für diese eine höhere Maut anfällt. Wie oben erwähnt scheint das Modell also zu funktionieren, dass man über finanzielle Anreize die Nutzer dazu bewegen kann, die gewünschten Verkehrsmittel zu nutzen.
Die LKW-Maut deckt gar nix ab, der durchschnittliche PKW-Fahrer macht es aber sehr wohl. Unser Brötchenhol-Golf zahlt sogar noch drauf. Viel-/Langstreckenfahrer könnten aber durchaus noch mehr bezahlen. Aber damit sind wir wieder bei dem eigentlichen Problem. Nicht durch höhere Steuern sollte der zum Stehenlassen überredet werden (das E-Auto ist ja aus technischen Gründen nicht einsetzbar), sondern in dem der ICE eine echte Alternative wird. Sei es durch schnellere Verbindungen / schnellere Züge (die Geschwindigkeit des Baby-ICE schaffe ich auch mit meinem Auto und die der neuen IC sogar mit unserem Golf), dichtere Takte und längere Züge, damit die Fahrzeiten und die Fahrpreise sinken und man nicht nur 6 Monate vor der geplanten Fahrt einen wettbewerbsfähigen Fahrpreis ergattert.

Solche Massen an LKW wie auf unseren Straßen sind mir in keinem anderen europäischem Land begegnet, und das mit Abstand und auch in Ländern mit wesentlich schlechterer Bahninfrastruktur. Gleichzeitig schließt DB-Netz immer mehr Güterverladestellen und die LKW-Maut sinkt im Verhältnis zu den Bahntransportkosten sogar noch. Bus-Maut will die Lobby unserer Obrigkeit schon gar nicht. Unsere Nachbarn im Süden und Westen zeigen sehr deutlich, wie man das ökologisch und volkswirtschaftlich sehr viel besser bewirtschaften kann und zeigen inzwischen mit erhobenem Zeigefinger auf uns.
Unsere Politiker fordern von Dritte-Welt-Ländern die Einhaltung von Klimazielen, während im eigenen Land aus Mangel an Alternativen die Straßen immer voller werden.
Und unsere Presse hat nix anderes zu tun, als den bösen Auspuff des kleinen Mannes zu verteufeln. Man könnte fast meinen, da ist Absicht hinter, um von den dringenderen Problemen abzulenken. Dass das Volk aber doch nicht ganz so blöd ist, zeigt die Bundestagswahl oder der Tegelentscheid.
Richtig erkannt-der ausufernde LKW-Verkehr ist eigentlich das Klimaproblem der Mobilität, da wird so ein Bonsaibus nichts dran retten-
zumal in einer Gegend, wo der Anteil an Kuhpupsen beim Schadstoffausstoß höher ist als beim privaten KFZ-Verkehr.
Genauso muß man auf unnötige Veranstaltungen wie Autorennen, und die bis in die Antarktis vordringende Kreuzfahrtbranche zeigen,
anstatt diejenigen zu knebeln, die ihr Fahrzeug zum Broterwerb benutzen.

T6JP
Ich bin für eine neue Gütertrasse 4-gleisig, nur für den Güteverkehr, parallel zur A2 und zwar von der polnischen Grenze bis zur Niederländischen, bzw. Belgischen Grenze. Finanziert aus EU-Mitteln. Dann kann ich endlich wieder A2 fahren. :-o

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Warum sollte da eine zweigleisige Trasse nicht ausreichen?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
T6Jagdpilot
Richtig erkannt-der ausufernde LKW-Verkehr ist eigentlich das Klimaproblem der Mobilität, da wird so ein Bonsaibus nichts dran retten-
zumal in einer Gegend, wo der Anteil an Kuhpupsen beim Schadstoffausstoß höher ist als beim privaten KFZ-Verkehr.
Schuld sind immer die Anderen?
Hintergrund der drohenden Fahrverbote in den Innenstädten ist nicht die Debatte zur Minderung der klimaschädlichen CO2-Emissionen, sondern die Belastung mit Stickstoffoxide an Hauptverkehrsstraßen in den Innenstädten. Das ist an den bestreffenden Stellen gesundheitsschädlich und hat ersteinmal wenig mit anderen Schadstoffen an anderen Stellen zu tun. Dieses Thema ist seit übrigens Jahren bekannt und wurde von unserer Politik - unter wohlwollender Duldung der Öffentlichkeit - schlichweg ignoriert. Ebenso, wie der massive Betrug bei Dieselfahrzeugen.
Und an den betreffenden Haupstraßen in den Innenstädten tragen nun einmal auch Diesel-PKW erheblich zu den hohen, gesundheitsschädlichen Konzentrationen bei. Und das hier Handlungsbedarf besteht, lässt sich auch nicht mit Verweis auf (zweifellos bestehende und für Gesundheit und Klima gefährliche) Schadstoffbelastungen anderswo wegdiskutieren.
Hier ein Artikel zum Thema:
[www.zeit.de]

Das es unbeachtet von der aktuellen Debatte um Dieselfahrverbote gerade im Verkehrssektor enormen Handlungsbedarf bezüglich mehr Umweltfreundlichkeit und Verträglichkeit gibt, ist natürlich absolut klar. Aber allien mit dem Verweis, es müssen ersteinmal die anderen Probleme (der Anderen) gelöst werden, kommen wir hier nie weiter...

Ingolf
Zitat
T6Jagdpilot
Genauso muß man auf unnötige Veranstaltungen wie Autorennen, und die bis in die Antarktis vordringende Kreuzfahrtbranche zeigen,
anstatt diejenigen zu knebeln, die ihr Fahrzeug zum Broterwerb benutzen.

Darauf zeigen muss man, aber nicht unbedingt anstatt in den PKW-Verkehr mit dem Ziel der Schadstoffminderung einzugreifen sondern zusätzlich. Es gibt einige hundert Kreuzfahrtschiffe, die zwar erheblich mehr Emissionen produzieren als nötig und gleichzeitig kann man auch deren Zweck grundsätzlich in Frage stellen, aber allein aufgrund deren Menge bringen kleinere Einsparungen pro PKW im Ergebnis deutlich mehr. Im Grundsatz sollte die körperliche Unversehrtheit von Menschen ohnehin höher gewichtet werden als irgend ein Recht auf eine bestimmte Mobilitätsform.
>Warum sollte da eine zweigleisige Trasse nicht ausreichen?

Weil ich immer gerne übertreibe. ;-) Zwei Gleise wären auch schon mal was. Aber die sind dann immer mit dem Schnellexpress Warschau-Antwerpen dicht.

Heidekraut zum Hauptbahnhof
Zitat
ralf51
Zitat
Arec
Glücklicherweise macht man das so, aber mit entsprechend langfristigen Vorlaufzeiten. Das hat bisher immer geklappt, auch im Dieselskandal war es nur die Profitsucht der Autoindustrie, die zu Manipulationen geführt hat. Die Techniken, die Abgasgrenzwerte einzuhalten, lagen meines Wissens nach immer vor. Unbestritten liegen sie auch heute vor, es wäre möglich, alle Diesel-PKW so umzurüsten, dass sie die "erfundenen und verordneten" Abgasgrenzewerte einhalten. Technologisch gar kein Problem.
Technologisch ist es machbar, aber wie gesagt nur mit Einschränkungen (viel mehr Pipi einspritzen und mitführen und nachtanken, kleinerer Tank/Kofferraum, mehr Ruß, weniger Leistung, höhere Fahrzeugkosten usw). Bei den Dieseln wurde eben wegen dieser nicht gewollten Einschränkungen beschissen. In den USA hat man den Käufern nicht mal was von den Harnstoffnachfüllungen erzählt, sondern man dachte es reicht bei Werkstattbesuchen den Behälter (heimlich) nachzufüllen. Das Märchen von der problemlosen Machbarkeit wird gern über unsere linke Presse verbreitet. Die Motorenbauer haben aber von Anfang an deutlich vor den Problemen gewarnt. Aber da ja diese Möchtegernphysiker in Brüssel mit ihren durchschnittsbürgerfernen Einkommen (und damit Möglichkeiten) gerne alles besser wissen, kam es halt zum Knall.
Auch die aktuellen Diesel müssen immer noch bescheißen, findet man aber nix in unserer Presse dazu und wenn doch, sind es wieder die bösen Autobauer.

Der Harnstoffverbrauch eines Diesel-Pkw ist äußerst gering. Nach kurzer Internetrecherche liegt er bei wohl höchstes 0,4l/100km, im Durchschnitt wohl sogar da drunter. Das bedeutet, bei einem 10l-Tank Harnstoff im Auto kannst du mindestens 2.500 km fahren. Die Kosten für einen Liter AdBlue werden mit etwa 50ct angegeben, so dass ich davon ausgehe, dass es auch für den schmalen Geldbeutel finanzierbar ist.

Insbesondere aufgrund der Steuervorteile eines Diesel-Pkw halte ich Mehrkosten für AdBlue von 20 ct auf 100 km für absolut vertretbar. Die Autoindustrie wollte es ihren Kunden nur nicht zumuten, alle fünf, sechs Tankfüllungen auch noch den AdBlue-Tank für 5 Euro nachzufüllen. Wie gesagt, technologisch möglich, das Koppeln mit den Inspektionen riecht für mich eher nach Kundenbindungseffekten und hat keinen technologischen Hintergrund. Lastkraftwagen können auch vom Fahrer mit AdBlue nachgetankt werden.

Zitat
Arec
Das wiederum ist keine so besonders fundierte Argumentation. Glücklicherweise zahlt jeder einzelne von den Milliarden 40-Tonnern, ob aus im Ausland oder in Deutschland zugelassen, einen streckenbezogene Straßennutzungsgebühr (Lkw-Maut). Ich gehe davon aus, dass jene zwar nicht die volkswirtschaftlichen Schäden samt aller externen Kosten aufwiegt, aber dass tut der deutsche Pkw-Nutzer mit Kfz-Steuer und Steuern auf Benzin auch nicht. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Lkw-Maut zumindest die Abnutzung der Infrastruktur angemessen ausgleicht, meines Wissens nach fließt sogar ein Teil der Einnahmen in die Förderung des kombinierten Verkehrs.

Zitat
ralf51
Zudem hat die Lkw-Maut dafür gesorgt, dass es sich kaum noch lohnt, Fahrzeuge mit schlechten Emissionsklassen einzusetzen, da für diese eine höhere Maut anfällt. Wie oben erwähnt scheint das Modell also zu funktionieren, dass man über finanzielle Anreize die Nutzer dazu bewegen kann, die gewünschten Verkehrsmittel zu nutzen.
Die LKW-Maut deckt gar nix ab, der durchschnittliche PKW-Fahrer macht es aber sehr wohl. Unser Brötchenhol-Golf zahlt sogar noch drauf. Viel-/Langstreckenfahrer könnten aber durchaus noch mehr bezahlen. Aber damit sind wir wieder bei dem eigentlichen Problem. Nicht durch höhere Steuern sollte der zum Stehenlassen überredet werden (das E-Auto ist ja aus technischen Gründen nicht einsetzbar), sondern in dem der ICE eine echte Alternative wird. Sei es durch schnellere Verbindungen / schnellere Züge (die Geschwindigkeit des Baby-ICE schaffe ich auch mit meinem Auto und die der neuen IC sogar mit unserem Golf), dichtere Takte und längere Züge, damit die Fahrzeiten und die Fahrpreise sinken und man nicht nur 6 Monate vor der geplanten Fahrt einen wettbewerbsfähigen Fahrpreis ergattert.

Die Lkw-Maut bemisst sich an kalkulatorischen Erhaltungskosten der Infrastruktur sowie einem Emissionszuschlag: [de.wikipedia.org] (dort sind auch Primärquellen zu finden, falls du tiefer in das Thema einsteigen möchtest).

Kosten von 12ct/km entsprechen wohl nicht mal der steuerlichen Belastung des Kraftstoffes für Pkw (für Superbenzin ca. 78ct je Liter mit Stand 2016, sollte sich nicht geändert haben), somit ist die Schlussfolgerung, dass die Pkw-Nutzer noch stärker belastet werden, nicht richtig. Selbst wenn der Lkw-Fahrer mit einem vollem Tank über die Grenze fährt, hat er pro km eine höhere Abgabenlast als der Pkw-Fahrer, im Grunde soll diese Abgabenlast auch die verursachten Erhaltungskosten der Straßeninfrastruktur ausgleichen.

Ich stimme dir aber unbeschränkt zu, dass es für Elektromobilität in Deutschland noch große Potentiale auf der Schiene gibt. Meiner Meinung nach müsste endlich ein Fernverkehrsgesetz erlassen werden, was die Lücke zwischen dem eigenwirtschaftlichen "Metropolverkehr" und dem durch die Länder bestellten Regionalverkehr schließt. Diese derzeit künstliche Trennung verhindert meiner Meinung nach mögliche attraktive Angebote auf der Schiene. Wenn sich langlaufende RE-Züge in ein Fernverkehrsnetz integrieren würden, hätten wir relativ schnell mit überschaubaren Kostenaufwand ein engmaschiges Fernverkehrsnetz, da nur an einzelnen Stellen derzeitige Lücken geschlossen werden müssten.

Dazu kommt das Fehlen eines anständigen Tarifsystems für den Regionalverkehr. Es ist allgemein bekannt, dass der aktuelle Nahverkehrstarif für mehr als lokalen Verkehr viel zu hoch ist, insbesondere im Vergleich zur Konkurrenz durch Fernbusse. Deswegen steuert man seit Jahren über Sonderangebote wie Regio120-Ticket, Hopperticket, Ländertickets, Ostsee-Ticket, Stadt-Land-Meer-Ticket, Wochenendticket, Quer-Durchs-Land-Ticket, Regio-Spezial-Tickets und wie sie nicht alle heißen nach. Stattdessen könnte man einfach nach 9 Uhr den Fahrpreis halbieren, dann hört dieser Wildwuchs endlich auf.

Auch das Buchen von günstigen Tickets muss verbessert werden. Entgegen deiner Darstellung bekomme ich zwar häufig noch einige Tage vor meinen Reisen ein preiswertes Ticket, allerdings kann ich dem Durchschnittsfahrgast meine Recherchemethoden wirklich nicht zumuten.
Zum autonomen Bus der Bahn namens Ioki habe ich in der Suche nichts gefunden, hier passt es gut dazu.

[www.zugreiseblog.de]
Zitat
Bovist66
Eine Chance sollte man dem Ding schon geben, trotz aller Skepsis, meine ich.

Das sehe ich ähnlich. Wir sind erst am Anfang einer Entwicklung. Da gibt es natürlich noch verdammt viele offene Fragen aus technischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Sicht. Und wir wissen auch noch nicht definitiv, ob sie sich durchsetzen wird.
Doch warum gleich das Thema maximal schlechtreden? Die Anfänge der ersten (elektrischen) Straßenbahn oder des ersten Automobils waren damals sicher ähnlich schwierig und wurden ebenso belächelt...

Ich sehe im autonomen Fahren sogar eine große Chance für den Öffentlichen Verkehr. Zum Beispiel, um endlich eine nachhaltige Lösung für die berühmte "letzte Meile" zu finden in Räumen, wo ein wirklich verkehrsmarktwirksames öffentliches Angebot nicht ansatzweise wirtschaftlich darstellbar ist. Natürlich wird ein solches System auch Geld kosten - aber es besteht die Chance - verbunden mit enstsprechender Mobiltechnologie, ein weitgehend flächendeckendes und zeitlich rund um die Uhr verfügbares ÖPNV-System zu akzeptablen Kosten zu schaffen.
Und eine Gefahr für gebündelten ÖPNV auf städtischen Hauptachsen sehe ich nicht wirklich - eher wird dieser durch bessere Zubringersysteme gestärkt werden. Vorausgesetzt, wir wollen nicht im Endlosstau von lauter autonomen Minifahrzeugen ersticken... ;-)

Ingolf
Zitat
Ingolf
(...)
Ich sehe im autonomen Fahren sogar eine große Chance für den Öffentlichen Verkehr. Zum Beispiel, um endlich eine nachhaltige Lösung für die berühmte "letzte Meile" zu finden in Räumen, wo ein wirklich verkehrsmarktwirksames öffentliches Angebot nicht ansatzweise wirtschaftlich darstellbar ist. Natürlich wird ein solches System auch Geld kosten - aber es besteht die Chance - verbunden mit enstsprechender Mobiltechnologie, ein weitgehend flächendeckendes und zeitlich rund um die Uhr verfügbares ÖPNV-System zu akzeptablen Kosten zu schaffen.
Und eine Gefahr für gebündelten ÖPNV auf städtischen Hauptachsen sehe ich nicht wirklich - eher wird dieser durch bessere Zubringersysteme gestärkt werden. Vorausgesetzt, wir wollen nicht im Endlosstau von lauter autonomen Minifahrzeugen ersticken... ;-)

Ingolf

Ja. Ein anderer Ansatz ist ein in Hessen verfolgter Modellversuch, private (Auto-) Verkehre für Mitfahrer zugänglich zu machen, und die Spaltung zwischen ÖV und MIV zu relativieren (Mobilfalt). Durch die Verbindung öffentlicher und privater Verkehre wird in den entspechenden Gebieten an allen Tagen ein stündliches Angebot für Menschen ohne eigenen PKW gemacht. Für Interessierte noch ein Link zu einer Seite von Mobilfalt (die womöglich nicht die interessanteste Seite dieser Seite ist: [www.mobilfalt.de]

Noch einen schönen Abend wünscht Euch
Marienfelde
Zitat
Ingolf

Doch warum gleich das Thema maximal schlechtreden? Die Anfänge der ersten (elektrischen) Straßenbahn oder des ersten Automobils waren damals sicher ähnlich schwierig und wurden ebenso belächelt...

Ingolf

Da gibt es aber einen wesentlichen Unterschied: Sowohl die Straßenbahn als auch das Automobil boten vom Ansatz her Aussichten auf eine Mobilität, die 1. mit den damals vorhandenen Transport-Technologien überhaupt nicht zu leisten war und für die 2. im Industriezeitalter ein herausragender Bedarf bestand.

Damit sind m.E. die Perspektiven autonomer Fahrzeuge nicht vergleichbar. Sie werden wahrscheinlich nur in einigen Teilbereichen den heute verfügbaren Fahrzeugen wirklich überlegen sein. Vorteile mögen darin bestehen, dass ein autonomes Fahrzeug Unfälle vermeidet und dass man Personalkosten reduzieren kann. Letzteres scheint mir aber auch nur bedingt aussichtsreich, denn das eingesparte Personal dürfte auch wieder für Kosten an anderer Stelle sorgen. Beispiele dafür habe ich bereits genannt. Selbst bei der Unfall-Sicherheit habe ich Zweifel. Zum Teil scheint sie mir nämlich darauf zu beruhen, dass die autonomen Vehikel einfach nur langsam fahren bzw. auf Rücksichtnahme programmiert sind. Das aber kann man auch mit konventionellen Autos oder Kleinbussen erreichen, und ein "Verkehrsrambo" wird auch automatische Fahrzeuge über kurz oder lang als eine Art Waffe zu verwenden verstehen.

Möglicherweise funktioniert der Straßenverkehr ja gerade deshalb noch so halbwegs, weil er relativ wenig automatisiert ist und der Mensch als Akteur dafür sorgt, dass Lösungen improvisiert werden können. Ich halte es für durchaus nicht so unwahrscheinlich, dass autonomes Fahren auf Dauer in der Praxis so instabil läuft wie der Betrieb auf der Ringbahn. Und das werden sich viele Autofahrer nicht antun wollen. Kann natürlich sein, dass ich mich hier täusche.

Letztlich dürften sich autonome Fahrsysteme auch nur in dem Umfang durchsetzen, wie sich damit Gewinne erzielen lassen bzw. Macht ausüben lässt. Ob das dem ÖPNV wirklich zugute kommen wird? Die Botschaft hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
TESLA hat gestern einen elektrischen Lastwagen vorgestellt:
Truck
und wenn es jemand interessiert Roadster
Kein Kommentar von meiner Seite...
Henner



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 17.11.2017 16:03 von md95129.
Da stellt sich die Frage ob und wann tesla in den Bus Bereich einsteigt.
Es wäre überhaupt mal die Frage, wann Tesla in die Massenproduktion einsteigt.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Der Truck ab 2019 die Autos sind bis auf eins, wenn ichs richtig weis alle schon in Produktion.
Na ja, die Frage war nach der MASSEN-Produktion, und da gibts ja wohl ein paar Probleme, sonst hätte der stets ungeduldige Herr Musk nicht den Termin für die 5000 Einheiten pro Monat beim Model 3 verschieben müssen.... Der Massenmarkt ist eben doch noch eine ganz andere Herausforderung.
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