Fotografierverbot BVG
09.11.2017 22:28
Bei der BVG gibt es ja immer noch das Fotografierverbot, offiziell scheinbar auch für Hobbyfotografen. [unternehmen.bvg.de]
Ich habe bisher nicht gefunden, woraus sich dieses ergeben soll. In den Beförderungsbedingungen scheint jedenfalls nichts geregelt zu sein. [www.bvg.de] Woraus soll sich das denn ergeben?

Mit besten Grüßen

phönix
Zitat
phönix
Bei der BVG gibt es ja immer noch das Fotografierverbot, offiziell scheinbar auch für Hobbyfotografen.

Da steht nichts über private Schnappschüsse. Das gilt für gewerbliche, professionelle Foto-, Film- und Videoproduktionen.
Wer damit sein Geld verdient, soll auch für den Aufwand des Verkehrsbetriebes aufkommen.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim
Da steht nichts über private Schnappschüsse.

Doch, da steht "jegliches Filmen und Fotografieren...".

Es kann sich auch nicht aus den Beförderungsbedingungen ergeben, da ja kein Beförderungsvertrag erforderlich ist, um "nur" zu fotografieren. Ähnlich sieht es mit Menschen aus, die den Bahnhof nur zum Verweilen nutzen. Deshalb gibt es ergänzend zu den Beförderungsbedingungen auch noch die Hausordnung, die vor allem ein paar Verhaltensgrundregeln beinhaltet. Dabei gibt es einen Grundsatz, der durch Beispiele ausgeführt wird, die aber nicht abschließend sind: "Nutzer haben sich bei Benutzung der Betriebsanlagen so zu verhalten, wie es die Sicherheit und Ordnung des Betriebes, ihre eigene Sicherheit und die Rücksicht auf andere Personen gebieten."

Damit kann man schon das Erfordernis einer Fotografiergenehmigung für alle begründen. Immerhin handelt es sich um die Nutzung des Bahnhofs zu einem anderen Zweck als seiner Hauptfunktion.
Zitat
Lopi2000
Damit kann man schon das Erfordernis einer Fotografiergenehmigung für alle begründen. Immerhin handelt es sich um die Nutzung des Bahnhofs zu einem anderen Zweck als seiner Hauptfunktion.

So kann man das auch sehen. Wer also die Betriebsanlagen zur Beförderung mit einem gültigen Fahrausweis in Anspruch nimmt, darf nebenher private Fotos machen.
Das Aufsuchen und der Aufenthalt (auch in öffentlich zugänglichen) Anlagen des Verkehrsbetriebes zwecks Anfertigen von Fotos/Videos wäre demnach genehmigungspflichtig.

so long

Mario
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der weiße bim
Wer damit sein Geld verdient, soll auch für den Aufwand des Verkehrsbetriebes aufkommen.

Welchen Aufwand hat denn der Verkehrsbetrieb, wenn ich ein gewerbliches Foto anfertige, bzw. welchen Aufwand hat er nicht, wenn ich ein privates Foto anfertige? Ich sehe hier keinen Unterschied. Knipse ich zwei Fotos und verwende Bild 1 kommerziell sowie Bild 2 privat hat doch der Verkehrsbetrieb den gleichen Aufwand, als wenn ich überhauptnicht fotographiert hätte.
Zitat
Alter Köpenicker
Zitat
der weiße bim
Wer damit sein Geld verdient, soll auch für den Aufwand des Verkehrsbetriebes aufkommen.

Welchen Aufwand hat denn der Verkehrsbetrieb, wenn ich ein gewerbliches Foto anfertige, bzw. welchen Aufwand hat er nicht, wenn ich ein privates Foto anfertige? Ich sehe hier keinen Unterschied. Knipse ich zwei Fotos und verwende Bild 1 kommerziell sowie Bild 2 privat hat doch der Verkehrsbetrieb den gleichen Aufwand, als wenn ich überhauptnicht fotographiert hätte.

Na den Aufwand die Genehmigung zu prüfen und zu erteilen. ;-)

Aber ich vermute Mario denkt hier an etwas ausufernde Videoaufnahmen im gewerblichen.

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Logital bei Twitter.
Naja, das Thema wurde ja zuletzt wieder einmal besprochen nach dem Vorkommnissen bei den ersten IK-Fahrten auf der U5. Die Angaben aus der BVG-Pressestelle hierzu sind mehr als schwammig. Auch die Antworten auf entsprechende Anfragen bei der BVG sind nicht besser und ebenfalls mehr als schwammig.

Entweder kann man sich in den entsprechenden Fachabteilungen nicht vorstellen oder erklären, dass es Leute gibt die so etwas als Hobby betreiben oder man überlegt noch wie man Antworten sollte in Zukunft. Nur egal wie es ist bei der BVG hat sich immer noch nichts geändert, denn es sind die selben Antworten wie damals als das Video die Runde machte mit dem etwas genervten Fahrer auf der U9.

Vogtland-Express
Zitat
Vogtland-Express
Entweder kann man sich in den entsprechenden Fachabteilungen nicht vorstellen oder erklären, dass es Leute gibt die so etwas als Hobby betreiben oder man überlegt noch wie man Antworten sollte in Zukunft. Nur egal wie es ist bei der BVG hat sich immer noch nichts geändert, denn es sind die selben Antworten wie damals als das Video die Runde machte mit dem etwas genervten Fahrer auf der U9.

Ich denke schon, dass man sich das vorstellen kann und nicht, dass man sich noch neue Antworten überlegen will. Die Regelung mit einer Genehmigungspflicht, die im Normalfall bei nicht störenden Hobbyfotografen jedoch nicht umgesetzt wird, ist aus BVG-Sicht sicher die sinnvollste Vorgehensweise. So hat man einerseits die Möglichkeit, störende Fotografen relativ unproblematisch loszuwerden und andererseits keine neuen Probleme mit Hobbyfotografen, die 1. einen großen Verwaltungsaufwand bedeuten würden, wenn sie sich tatsächlich immer Genehmigungen einholen würden und 2. eine Genehmigung in der Tasche als Freibrief für noch störenderes Verhalten ansehen würden.

99% der Fotografen und 99 % der Fotoversuche sind sicher unproblematisch, aber wenn ich an Einzelfälle zurück denke, bei denen Hobbyfotografen ihre Stative in den Weg der Fahrgastmengen stellen und sich dann noch beschweren, dass man keinen ausreichenden Bogen drumherum läuft, finde ich es durchaus angemessen, wenn die BVG (wie andere Verkehrsunternehmen) auf Nummer sicher geht und eher strengere Regeln hat.

Zum einen sind die Fahrgäste die Hauptnutzer der Verkehrsmittel und Bahnhöfe und die Fotografen nur untergeordnete "Nebennutzer", zum anderen hat die BVG auch die Sicherheit und die Interessen ihrer Arbeitnehmer sicherzustellen.
Dem ist doch nichts hinzuzufügen. In den allermeisten Fällen wird dem nicht nachgegangen. Wenn man aber auf übereifriges Personal trifft, kann die BVG voll hinter ihren Leuten stehen. Dann hat man schlicht Pech gehabt. Oder wie ich es sehen würde: Man hatte die anderen hundert Mal ohne Kontrolle und Beanstandung Glück.

:)

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du du doof bist. Hagen Rether ~
Zitat
Philipp Borchert
Dem ist doch nichts hinzuzufügen. In den allermeisten Fällen wird dem nicht nachgegangen. Wenn man aber auf übereifriges Personal trifft, kann die BVG voll hinter ihren Leuten stehen. Dann hat man schlicht Pech gehabt. Oder wie ich es sehen würde: Man hatte die anderen hundert Mal ohne Kontrolle und Beanstandung Glück.

:)

Genau das ist ein Problem - und aus meiner Sicht auch symptomatisch für die BVG:
Man duldet es - muss aber jeden Moment damit rechnen, dass man sanktioniert wird. Egal, wie sich der Nutzer verhält - die BVG hat bei dieser Regelung immer Recht. Damit ist man diesbezüglich rechtlos dem von der BVG betrauten Personal ausgesetzt.

Eine deutlich klarere Regelung wäre hier wünschenswert. Sowohl im Interesse der Nutzer als auch des Personals.
Das betrifft übrigens auch andere Regelungen im Alltagsbetrieb: Ein Beispiel davon ist das Einnehmen von Speisen und Getränken, einschließlich Alkohol. Eigentlich verboten - aber es wird geduldet. Außer, wenn ein Wachdienstler oder Fahrer schlechte Laune hat...

Die nächste Ebene ist dann noch die Durchsetzung von tatsächlichen Verboten, wie z.B. das Rauchen auf U-Bahnsteigen. Im Spät- und Nachtverkehr ist es Standard, dass gequalmt wird. Ganz egal, ob Wachdienste unterwegs sind oder nicht. Ganz im Gegenteil, die qualmen dann mit - gehen aber im Zweifelsfall mit viel Elan gegen harmlose Fotografen vor...

Insofern ist das Ganze ein wenig eine akademische Diskussion. Denn de facto kann sich in den Anlagen der BVG jeder ziemlich alles erlauben - denn Sanktionierungen sind nur selten zu erwarten.

Ingolf
... Aber eine Rechtsgrundlage für das auf der Webseite der BVG dargestellte Fotografierverbot hat bisher keiner von uns gefunden. Weder Beförderungsbedingungen noch Hausordnung geben das Verbot des Fotografierens her...

Mit besten Grüßen

phönix
Jedermann kann bei der Benutzung der Verkehrsmittel und Betriebsanlagen leicht feststellen, dass sich geschätzte 80-90% (also die große Mehrheit) der Kunden völlig korrekt benimmt, ohne dass es einer Kontrolle bedürfte. Darunter auch der ebenso große Anteil an der Minderheit gelegentlich fotografierender Fahrgäste.

Der Rest setzt sich in wechselnden Anteilen aus betrieblicher Sicht "ungeliebten" Menschen zusammen, die mehr oder weniger gegen die Beförderungsbedingungen und die Hausordnung verstoßen: Rauchende, Alkoholisierte, Essende, Bettelnde, Verdreckte, Stinkende, Schwarzfahrende, Krachmachende, Im-Wege-Stehende, Herumlungernde, Randalierende, Schmierfinken, Eckenpinkler, Leute mit Hunden ohne Leine und Maulkorb ... (die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen). Bei mehreren Millionen täglicher Nutzer kommt eine doch recht große Menge "unerwünschter" Personen zusammen, die natürlich erheblich mehr auffallen als die (meist schweigende) Mehrheit.

Wollte man den Anteil "Unerwünschter" wirksam reduzieren, brauchte es wie etwa in Singapur eine große Anzahl Kontrollkräfte mit umfangreichen Vollmachten, hervorragend ausgebildet, ausgerüstet und durchsetzungsstark. Und dahinter eine politische Rückendeckung und merkbare Strafen für Überführte. Wollte man die Kosten für die Vollüberwachung auf die Fahrpreise aufschlagen, würde man die große Mehrheit der Korrekten damit belasten obwohl sie gar nichts dafür können. Der Preis für Ordnung und Sauberkeit wäre den meisten zu hoch. Das sind halt die Risiken und Nebenwirkungen von Toleranz und Weltoffenheit in der Gesellschaft. Vom Verkehrsbetrieb kaum zu beeinflussen.

so long

Mario
Zitat
phönix
Aber eine Rechtsgrundlage für das auf der Webseite der BVG dargestellte Fotografierverbot hat bisher keiner von uns gefunden.

Versuchs mal mit dem Hausrecht [de.wikipedia.org]

so long

Mario
"brauchte es wie etwa in Singapur eine große Anzahl Kontrollkräfte"

eben nicht !!! Es reichen wenige bis keine Kontrollkräfte in Singapore;

und der Unterschied der U-Bahnen zB. ist nur an den Wagennummern zu erkennen; alle sehen gleich aus ! (Gleich neu wie sauber ).

waran das liegt sollte mal der eine oder andere erkunden...

Nebenbei wird in Singapore (fast) jedes Jahr eine neue U-Bahnlinie geplant und zügig gebaut.

Hier wird nur schnell eine Strapazenbahn gebaut, da wo eine U-Bahn droht.

Gute Nacht Deutschland (Berlin sowieso)

Es grüßt

Ein echter Berliner



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.2017 15:47 von Tunnelfunzel.
Ich verstehe die erneut aufkommende Diskussion hier nicht. Seit hundert Jahren machen Privatmenschen Fotos im Bereich der BVG. Egal ob gewerblich oder privat. Ich bin mir sicher, dass die BVG, S-Bahn oder DB nie etwas sagen wird solange man sich unauffällig verhält und in keinster Weise den Betrieb stört, wie etwa Blitzlicht oder ungefragt von vorne mitsamt dem Fahrer.
Auch habe ich schon zahlreiche Bahnhöfe im Detail abfotografiert. Dies immer sehr unbemerkt an einem Sonntag wenn wenig Fahrgäste unterwegs sind.
Ein einziges mal haben mich vor Jahren am S-Anhalter Bahnhof Security-Leute angesprochen. Ich habe gesagt, dass ich die Bilder nur rein privat machen möchte und gut war.
Solange hier kein User ernsthaft rechtlich Probleme bekommt finde ich die Diskussion überflüssig und unnötige Angstmache.
Richtig ist natürlich neuen Usern ein wenig Hinweise zu geben.

Gruß
Carsten

"Zielverzeichnis Berlin 2016 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Re: Fotografierverbot BVG
10.11.2017 23:35
Zitat
Tunnelfunzel
"brauchte es wie etwa in Singapur eine große Anzahl Kontrollkräfte"

eben nicht !!! Es reichen wenige bis keine Kontrollkräfte in Singapore;

und der Unterschied der U-Bahnen zB. ist nur an den Wagennummern zu erkennen; alle sehen gleich aus ! (Gleich neu wie sauber ).
Dann hat man ja auch schnell alles abfotografiert!

Zitat




Nebenbei wird in Singapore (fast) jedes Jahr eine neue U-Bahnlinie geplant und zügig gebaut.

Hier wird nur schnell eine Strapazenbahn gebaut, da wo eine U-Bahn droht.
Schnell wird eine Straßenbahn auch in Berlin nicht gebaut. Das Fotografieren von Straßenbahnen kann einem die BVG wenigstens nicht verbieten. Das war sogar in der DDR erlaubt.
Zitat

Gute Nacht Deutschland (Berlin sowieso)
Ich bin mir sicher, dass wir in Deutschland größere Probleme haben, als zu kleine U-Bahnnetze oder die Möglichkeit diese zu fotgrafieren!


Gute Nacht Erde!

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
der weiße bim
Der Preis für Ordnung und Sauberkeit wäre den meisten zu hoch. Das sind halt die Risiken und Nebenwirkungen von Toleranz und Weltoffenheit in der Gesellschaft. Vom Verkehrsbetrieb kaum zu beeinflussen.

Eine so wunderliche Begründung habe ich schon lange nicht gehört...
Andauernder Dreck, Vandalismus und Gewalt im Öffentlichen Verkehrssystem sind kein Preis für "Toleranz und Weltoffenheit in der Gesellschaft", sondern schlichtweg ein Zeichen dafür, dass die betreibenden Verkehrsunternehmen (und seine Eigentümer) nicht in der Lage sind oder schlichtweg kein Interesse daran haben, an diesen Missständen etwas ändern zu wollen.

Ingolf
Zitat
Ingolf
Andauernder Dreck, Vandalismus und Gewalt im Öffentlichen Verkehrssystem sind kein Preis für "Toleranz und Weltoffenheit in der Gesellschaft", sondern schlichtweg ein Zeichen dafür, dass die betreibenden Verkehrsunternehmen (und seine Eigentümer) nicht in der Lage sind oder schlichtweg kein Interesse daran haben, an diesen Missständen etwas ändern zu wollen.

Deine Begründung ist nicht besser. Irgendwann wird den Verkehrsunternehmen noch unterstellt, sie verteilten die Kotze selbst in den Zügen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Ingolf
Andauernder Dreck, Vandalismus und Gewalt im Öffentlichen Verkehrssystem sind kein Preis für "Toleranz und Weltoffenheit in der Gesellschaft", sondern schlichtweg ein Zeichen dafür, dass die betreibenden Verkehrsunternehmen (und seine Eigentümer) nicht in der Lage sind oder schlichtweg kein Interesse daran haben, an diesen Missständen etwas ändern zu wollen.

Deine Begründung ist nicht besser. Irgendwann wird den Verkehrsunternehmen noch unterstellt, sie verteilten die Kotze selbst in den Zügen.


Ingolf kritisiert im Gegensatz zum bim nicht, dass die Fahrgäste überall rumkotzen, sondern dass die Kotze stunden- oder tagelang im Kreis fährt, ohne dass der Verkehrsbetrieb Notiz davon nimmt.

Guten Appetit
Florian Schulz

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Aber da fängt das Problem an. Alles wird vollgepinkelt, beschmiert und vermüllt.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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