Willkommen! Einloggen Ein neues Profil erzeugen

erweitert
Straßenbahn zum Ostkreuz
geschrieben von krickstadt 
@Arec: Man könnte meinen, du hättest eine Aversion gegen die Anwohner der Neuen Bahnhof und Gürtelstraße. ;-)

Der Grund, warum die A100 vor der Frankfurter Allee auftauchen soll, liegt in einem vor gut 90 Jahren begonnenen Tunnelprojekt, das heute den Namen "U5" trägt und für eine oberflächennahe Tunnelführung im Weg liegt.

Die Buchberger Straße lässt sich kaum vierstreifig "aufbohren", um das Aufkommen einer sechsstreifigen Autobahn aufzunehmen. Die Grünflächen sind eben aus dem Grund heute noch Grünflächen, weil sie für die Autobahn freigehalten werden. Erst mit der Weiterführung zur Storkower Straße (als Stadtstraße) lässt sich die A100 wieder sinnvoll beenden ohne den Verkehr in ungeeignete Stadtstraßen abzukippen.

Die Halbanschlussstelle Frankfurter Allee wird natürlich wie die gesamte Trassierung dieses Abschnitts eine absolute Herausforderung.

Um aber auf das Thema des Threads zurück zu kommen: Mit Fertigstellung des aktuellen A100-Bauabschnitts wird sich der Verkehr in der Kynast- und Gürtelstraße deutlich erhöhen. Als Verbindung zwischen beiden Straßen bleibt nur die Boxhangener Straße unter der Ringbahn hindurch. Insofern ist es sehr praktisch, dass die Straßenbahn dieses Nadelöhr künftig nicht mehr passieren soll.

Für die Führung durch die Sonntagstraße (gegenüber der Neuen Bahnhofstraße) spricht außerdem, dass beide Abzweigungen einen Winkel größer 90° aufweisen und damit die Kurvigkeit geringer ist. als bei zwei 90°-Winkeln vom Vorplatz in die Neue Bahnhofstraße und von dort in die Boxhagener Straße. Ähnlich attraktiv wie die gewählte Führung wäre höchstens noch die Variante durch die Sonntag- und Gryphiusstraße - bezogen auf die Kurvigkeit. Ein anderer Vorteil der gewählten Lösung ist die Haltestellenbündelung in der Holteistraße. Vier Weichen und zwei Kreuzungen ermöglichen eine höhere Flexibilität als heute. Zumindest die Weichenherzstücken lassen sich als Tiefrille ausführen, was eine geringere Lärm- und Erschütterungsbelastung erwarten lässt, als die heutige Vierfachkreuzung mit Flachrille.

Mit stationären und fahrzeugseitigen Schmieranlagen sollte sich auch das Thema Kurvenquitschen in den Griff bekommen lassen. Und die Direktanbindung an das Ostkreuz hat einen dermaßen hohen Nutzen (den die Gegner nicht anerkennen wollen), dass die höhere Kurvigkeit gegenüber der Bestandsstrecke akzeptabel ist.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Hallo zusammen!

Zitat von der tram21-Website:

"Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. [...] Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen 'Ereignisse' der Zugdurchfahrten leiden."

Das muss man sich dann wohl so vorstellen: Youtube :p

Viele Grüße
Manuel
Zitat
manuelberlin
Hallo zusammen!

Zitat von der tram21-Website:

"Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. [...] Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen 'Ereignisse' der Zugdurchfahrten leiden."

Das muss man sich dann wohl so vorstellen: Youtube :p

Viele Grüße
Manuel

Sind wir hier in einer Großstadt oder in einem Kuhkaff im Schwarzwald?
Man hätte sie doch besser Montagsstraße nennen sollen...
Zitat
Jay
@Arec: Man könnte meinen, du hättest eine Aversion gegen die Anwohner der Neuen Bahnhof und Gürtelstraße. ;-)

Der Grund, warum die A100 vor der Frankfurter Allee auftauchen soll, liegt in einem vor gut 90 Jahren begonnenen Tunnelprojekt, das heute den Namen "U5" trägt und für eine oberflächennahe Tunnelführung im Weg liegt.

Die Buchberger Straße lässt sich kaum vierstreifig "aufbohren", um das Aufkommen einer sechsstreifigen Autobahn aufzunehmen. Die Grünflächen sind eben aus dem Grund heute noch Grünflächen, weil sie für die Autobahn freigehalten werden. Erst mit der Weiterführung zur Storkower Straße (als Stadtstraße) lässt sich die A100 wieder sinnvoll beenden ohne den Verkehr in ungeeignete Stadtstraßen abzukippen.

Ich bezweifele, dass der Grünstreifen bei der Anlage des Wohngebietes Frankfurter Allee Süd für eine Autobahnverbindung nach Neukölln freigehalten wurde. Zum einen, weil es nicht der Verkehrsplanung in dem Teil Berlins zu der Zeit entsprach, zum anderen, weil die geplanten Großwohnsiedlungen grundsätzlich eine niedrige Grundflächenzahlen aufweisen, auch, um die hohe Besiedlungsdichte zu kompensieren, Fußwegenetze anzulegen und wohnortnahe Erholungsflächen zu schaffen.

Die Buchberger Straße kann quasi auf ganze Breite relativ problemlos vierstreifig ausgebaut werden. Ggf. müssen bestimmte Gewerbeflächen beschnitten werden oder Parkflächen vor den Gewerbeflächen verlegt werden. Für eine noch breitere Trassierung müsste man wohl das Verwaltungsgebäude mit Kantine am Bahnhof Lichtenberg abreißen und ein Stück vom neugebauten Obi enteignen sowie das schwach genutzte Bürogebäude Buchberger Straße 6 abreißen. Im Vergleich zu dem, was sonst für diese Autobahn betrieben wurde ein wahrlich kleiner Eingriff in die Stadtstruktur. Zudem sollte eine vierstreifige Führung auch ausreichen, wenn die A100 unterirdisch bis zum Containerbahnhof (ohne Anschlusstelle) geführt wird und von dort weiter zur Storkower Straße, dann kommt man übrigens auch unter der U5 durch.

Zitat
Jay
Zumindest die Weichenherzstücken lassen sich als Tiefrille ausführen, was eine geringere Lärm- und Erschütterungsbelastung erwarten lässt, als die heutige Vierfachkreuzung mit Flachrille.

Dazu muss man aber fairerweise sagen, dass das nur bei sehr flachen Winkeln geht. Ansonsten kann das Rad nicht durchgängig geführt werden und der Zug "fällt" in die Herzstücklücke. Ich glaube auch nicht, dass selbst ein Fahrzeug mit Einzelradaufhängung in der Lage ist, die unterschiedlichen Längen der bogenäußeren und bogeninneren Schiene sinnvoll auszugleichen, so das dann kein Spurkranz anläuft. Vermutlich reichen dort unterschiedliche Geschwindigkeiten innen und außen auch nicht mehr aus und das Rad müsste auch angestellt werden. Wenn man sowas alles haben will sollte man sich aber besser gleich eine völlig unabhängige Bahn mit ausgewachsenen Radprofil, großen Radien und Sinuslauf bauen.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2018 18:11 von Arec.
Zitat
manuelberlin
Hallo zusammen!

Zitat von der tram21-Website:

"Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. [...] Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen 'Ereignisse' der Zugdurchfahrten leiden."

Das muss man sich dann wohl so vorstellen: Youtube :p

Viele Grüße
Manuel

Holy ... !

Wenn du da dein Auto auf der falschen Seite geparkt hast, dann kannst du aber erst mal nen großen Kaffe trinken gehen, bisschen Wochenendeinkauf, mal die Tante besuchen... Großartig, ich will bitte auch eine beschrankten Bahnübergang an der Lenbachstraße! Bei Zehn-Minuten-Takt und 8:30 Minuten Passierdauer dürfte die so gegen 2050 mal zufällig für ein paar Sekunden öffnen :D

Gibt's übrigens auch in Zürich - hier stimmt sogar der Gebietscharakter total mit der Sonntagstraße überein! Aber gegen das Amerikanische Lichtraumprofil und die multi-Meilen-langen Züge ist das leider nur ein läppischer Toy Train...

https://youtu.be/RWT58TBAdEw

Danke Manuel für diesen herrlich geistreichen Beitrag!
Zitat von der tram21-Website:

"Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. [...] Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen 'Ereignisse' der Zugdurchfahrten leiden."

Na? Wer von denen meint, dass ein Auto heutzutage über 2m breit sein muss und 2,5 t wiegen darf?

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 30.01.2018 22:57 von Nemo.
Zitat
Nemo
Zitat von der tram21-Website:

"Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. [...] Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen 'Ereignisse' der Zugdurchfahrten leiden."

Na? Wer von denen meint, dass ein Auto heutzutage über 2m breit sein muss und 2,5 t wiegen darf?

1 +

Man sollte Größe der Fahrzeuge (siehe Gejammer über zu kleine Parkbuchten), und die PS-Zahl bei Neuzulassungen begrenzen, ebenso wär ich für ein Ende der Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen, OK ist OT. Der heutige VW Polo ist ja inzwischen so groß wie ein damaliger Golf oder Passat.

Da ist es wohl besser, wenn man durch Vergrößerung von Straßenbahnen den Platz beser ausnutzt. In meinen Augen sind die Gegner der Straßenbahn zum Ostkreuz nur NIMBYS, die Angst haben für ihren großkotzigen SUV den Parkplatz vor der Tür zu verlieren.

Radikal gesagt, ich würde die Sonntagstraße für jeden MIV sperren und nur die Straßenbahn durchlassen, egal ob dort die Eigentumswohnungen an Marktwert verlieren. wenn der Autoverkehr dort weg ist, ist immer noch genug Platz für Fußgänger und Tischen vor den Türen der Lokale.

Es gibt eben kein Grundrecht und kein Menschenrecht für einen Parkplatz vor der Haustür

---------------------------------------------------------
Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit

Viele Grüße aus Wedding
Zitat
Arec
Ich bezweifele, dass der Grünstreifen bei der Anlage des Wohngebietes Frankfurter Allee Süd für eine Autobahnverbindung nach Neukölln freigehalten wurde.

Kannst Du bezweifeln, ist aber so. In der Planung zu DDR-Zeiten natürlich nicht nach Neukölln, sondern in Richtung Adlergestell. Im Norden in der Achse der Ruschestraße (da gabs aber wohl Stress mit den Befindlichkeiten der Stasi), dann entlang des besagten Grünstreifens zwischen den beiden Wandscheiben an der "östlichen" Schulze-Boysen-Straße (die niedrigen Häuser dort auf der geplanten Trasse dürften eine Nachverdichtung aus Nachwendezeiten sein), um weiter südlich dann die beiden Eisenbahn-Verbindungskurven vom Ring genau an der engsten zusammenliegenden Stelle zu kreuzen.

Guckst Du hier (Generalbebauungsplan 1969):
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/fnp/de/historie/index.shtml

Im Plan von 1989 liegt die Trasse dann anders (schräg), von der Storckower kommend entlang der Verbindungskurve Frankfurter Allee-Rummelsburg. U.a. wegen der Stasi-Problematik.

André



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.01.2018 00:28 von andre_de.
Zitat
Wollankstraße
Zitat
Nemo
Zitat von der tram21-Website:

"Die neue Straßenbahn ist noch einmal breiter, länger, wesentlich schwerer (40-50 Tonnen) und lauter geworden, das sind ausgewachsene Züge. [...] Die Sonntagstraße ist eine Wohnstraße mit einem ganz besonderen Flair. Dieses würde durch die ständigen 'Ereignisse' der Zugdurchfahrten leiden."

Na? Wer von denen meint, dass ein Auto heutzutage über 2m breit sein muss und 2,5 t wiegen darf?

1 +

Man sollte Größe der Fahrzeuge (siehe Gejammer über zu kleine Parkbuchten), und die PS-Zahl bei Neuzulassungen begrenzen, ebenso wär ich für ein Ende der Neuzulassungen von Dieselfahrzeugen, OK ist OT. Der heutige VW Polo ist ja inzwischen so groß wie ein damaliger Golf oder Passat.

Da ist es wohl besser, wenn man durch Vergrößerung von Straßenbahnen den Platz beser ausnutzt. In meinen Augen sind die Gegner der Straßenbahn zum Ostkreuz nur NIMBYS, die Angst haben für ihren großkotzigen SUV den Parkplatz vor der Tür zu verlieren.

Radikal gesagt, ich würde die Sonntagstraße für jeden MIV sperren und nur die Straßenbahn durchlassen, egal ob dort die Eigentumswohnungen an Marktwert verlieren. wenn der Autoverkehr dort weg ist, ist immer noch genug Platz für Fußgänger und Tischen vor den Türen der Lokale.

Es gibt eben kein Grundrecht und kein Menschenrecht für einen Parkplatz vor der Haustür

Hallo zusammen,

das wird den meisten Kritikern nicht gerecht.
Es wird dort von einigen Profilsüchtigen ein Schreckenszenario aufgebaut. Dies ist für viele ein gefundenes Fressen. Hier kümmert sich jemand, alles neue ist schlecht, die böse Technik macht uns krank...
Dies sind ähnliche Mechanismen der allgemeinen rechtspoulistischen Tendenz.
Es hilft nur, sachlich und unvoreingenommen die Vorteile zu erläutern. Ebenso müssen Fake Fakten bloßgestellt werden.

Die Kritiker besitzen meist keine SUV, dies Problem wandert meist erst abends zu den Shisha Bars.

Die angesprochenen Kurvenfahrten sind durchaus problematisch aber lösbar. Die Kurve der M13 von der Holtei in die Wühltisch soll doch sogar ausgeweitet werden.

Die Strassenbahnfahrzeuge werden nicht lauter sondern leiser.

Die Konfliktpunkte werden aufgelöst. Der Konfliktpunkt Marktstrasse wird entzerrt, da die neue Trasse parallel läuft und die Strassenbahn nicht mehr im Stau steht.

Die Jugendherberge wird besser angeschlossen.

Die Sonntagstraße wird neu gebaut, asphaltiert und leiser.

Es wird ein Radweg parallel zur Boxhagener und Marktstraße gebaut.

Der Vorplatz des Ostkreuzes wird nicht schwieriger als der Alex.

Die Boxhagener wird umgebaut und freundlicher.


Man darf nicht müde werden dies zu erläutern.

Tun wir dies und erklären es ihnen.
Zitat
OlB
Das wird den meisten Kritikern nicht gerecht. Es wird dort von einigen Profilsüchtigen ein Schreckenszenario aufgebaut. [...] Es hilft nur, sachlich und unvoreingenommen die Vorteile zu erläutern. Ebenso müssen Fake Fakten bloßgestellt werden. [...]

Hallo OlB,

danke! Das ist m.E genau der richtige Ansatz! Ganz lieben Dank für Deine Mühe!

Viele Grüße
Manuel
Zitat
Wollankstraße


Radikal gesagt, ich würde die Sonntagstraße für jeden MIV sperren und nur die Straßenbahn durchlassen, egal ob dort die Eigentumswohnungen an Marktwert verlieren. wenn der Autoverkehr dort weg ist, ist immer noch genug Platz für Fußgänger und Tischen vor den Türen der Lokale.

Ich denke, dass diese Planung kaum einen Einfluss auf den Marktwert der Wohnungen hat - die Verkehrsanbindung geht ja kaum noch zu steigern, Parkplätze sind heute schon schwierig und Lärm hast du in der Stadt immer. Es geht ja auch eher um die Lebensumstände der Anwohner. Eine Sperrung der Sonntagstr. bringt wenig, da Grundstückszufahren weiterhin erreichbar sein müssen und Lieferverkehr auch möglich sein sollte. Durchgangsverkehr gibt es hier nicht.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
Nemo
Zitat
Wollankstraße


Radikal gesagt, ich würde die Sonntagstraße für jeden MIV sperren und nur die Straßenbahn durchlassen, egal ob dort die Eigentumswohnungen an Marktwert verlieren. wenn der Autoverkehr dort weg ist, ist immer noch genug Platz für Fußgänger und Tischen vor den Türen der Lokale.

Ich denke, dass diese Planung kaum einen Einfluss auf den Marktwert der Wohnungen hat - die Verkehrsanbindung geht ja kaum noch zu steigern, Parkplätze sind heute schon schwierig und Lärm hast du in der Stadt immer. Es geht ja auch eher um die Lebensumstände der Anwohner. Eine Sperrung der Sonntagstr. bringt wenig, da Grundstückszufahren weiterhin erreichbar sein müssen und Lieferverkehr auch möglich sein sollte. Durchgangsverkehr gibt es hier nicht.

Nö, aber Parksuchverkehr, und den kann man schon dort raushalten. Zumindest das kurze Stück zwischen Lenbachstraße und der Ecke am Bahnhofsvorplatz schreit ja förmlich danach, als Fußgängerzone dem Vorplatz/ dem Spielplatz zugeschlagen zu werden.
Zitat
andre_de
Zitat
Arec
Ich bezweifele, dass der Grünstreifen bei der Anlage des Wohngebietes Frankfurter Allee Süd für eine Autobahnverbindung nach Neukölln freigehalten wurde.

Kannst Du bezweifeln, ist aber so. In der Planung zu DDR-Zeiten natürlich nicht nach Neukölln, sondern in Richtung Adlergestell. Im Norden in der Achse der Ruschestraße (da gabs aber wohl Stress mit den Befindlichkeiten der Stasi), dann entlang des besagten Grünstreifens zwischen den beiden Wandscheiben an der "östlichen" Schulze-Boysen-Straße (die niedrigen Häuser dort auf der geplanten Trasse dürften eine Nachverdichtung aus Nachwendezeiten sein), um weiter südlich dann die beiden Eisenbahn-Verbindungskurven vom Ring genau an der engsten zusammenliegenden Stelle zu kreuzen.

Guckst Du hier (Generalbebauungsplan 1969):
http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/fnp/de/historie/index.shtml

Im Plan von 1989 liegt die Trasse dann anders (schräg), von der Storckower kommend entlang der Verbindungskurve Frankfurter Allee-Rummelsburg. U.a. wegen der Stasi-Problematik.

Vielen Dank für die Links. Aber deine Ausführungen belegen doch gerade, dass ich recht habe: Im Generalbebaungsplan von 1969 ist die Trasse ja eben noch nicht auf dem Grünstreifen vorgesehen. 1969 wurde aber das Neubaugebiet Frankfurter Allee Süd angelegt, wobei auch die Bebauung John-Sieg-Straße entstand. Die Planung musste zu diesem Zeitpunkt also schon abgeschlossen sein.

Zudem sind sowohl in beiden von dir zitierten Plänen von '69 sowie '89 die Verbindungen lediglich als Hauptverkehrsstraße, nicht als Autobahn oder autobahnähnliche Straße vorgesehen. Es bleibt aber dabei, dass das Stück Wohngrün erst nachträglich die Begehrlichkeit der Verkehrsplaner entdeckt hat. Bei der stadtplanerischen Gestaltung des Wohngebietes war das von den Planern offenbar so nicht vorgesehen.
Zitat
Arec
Vielen Dank für die Links. Aber deine Ausführungen belegen doch gerade, dass ich recht habe: Im Generalbebaungsplan von 1969 ist die Trasse ja eben noch nicht auf dem Grünstreifen vorgesehen. 1969 wurde aber das Neubaugebiet Frankfurter Allee Süd angelegt, wobei auch die Bebauung John-Sieg-Straße entstand. Die Planung musste zu diesem Zeitpunkt also schon abgeschlossen sein.

Zudem sind sowohl in beiden von dir zitierten Plänen von '69 sowie '89 die Verbindungen lediglich als Hauptverkehrsstraße, nicht als Autobahn oder autobahnähnliche Straße vorgesehen. Es bleibt aber dabei, dass das Stück Wohngrün erst nachträglich die Begehrlichkeit der Verkehrsplaner entdeckt hat. Bei der stadtplanerischen Gestaltung des Wohngebietes war das von den Planern offenbar so nicht vorgesehen.

Du bringst ein paar Dinge durcheinander.

Zum Planungszeitpunkt des Wohnkomplexes Frankfurter Allee Süd (WK FAS) sollte die Verbindung weniger als Autobahn sondern als teilniveaufreie Stadtstraße ausgeführt werden. Die Grundidee dafür stammt aus der Nachkriegszeit, als das Neue Berlin dem Zeitgeist entsprechend ein Ring-Tangenten-Straßensystem erhalten sollte. Innerstädtische Nur-Autostraßen, woraus sich später der Straßentyp Stadtautobahn entwickelte, waren zu jenem Zeitpunkt noch unbekannt. Die durch das WK geplante Tangente sollte Richtung Süden weiter entlang der Pfarrstraße verlaufen wo sie per niveaufreiem Kreuz mit dem Straßenzug Hauptstraße/ Köpenicker Chaussee/ Rummelsburger Landstraße verknüpft werden sollte. Daher endet die vierspurigige Hauptstraße an der Stelle noch heute so abrupt auf Höhe der Karlshorster Straße. Richtung Norden wäre die Tangente der Vulkanstraße gefolgt, wofür die Wohnbebauung entsprechend weit Richtung Westen abgerückt ausgeführt wurde, verlief weiter quer über das Hohenschönhauser Tor und hätte ihren Abschluss in der Michelangelostraße gefunden.

Mit der Verabschiedung des Wohnungsbauprogramms 1973 ("Die Wohnungsnot ist eine soziale Frage") und der Planung neuer Wohnungsbaustandorte im Nordosten der Stadt änderten sich die verkehrsplanerischen und städtebaulichen Prioritärten derart, dass die Generalbebauungs- und -verkehrspläne grundlegend überarbeitet wurden. Die Tangente durch den WK FAS verschwand aus den Plänen und der dafür freigehaltene Grünstreifen östlich der Schulze-Boysen-Straße konnte nun zur Nachverdichtung umgenutzt werden. Das erklärt den in Höhe und Grundmaße abweichenden Bautyp WBS70 in 5- und 6-geschossiger Bauweise, während alle umliegenden Wohngebäude langgestreckt und mit deutlich mehr Geschossen ausgeführt wurden (P2-11 und WHH GT18/21).

Nach dem Fall der Mauer änderten sich die verkerspolitischen Rahmenbedingung abermals, weil nun die verkehrliche Verknüfung beider Stadthälften in den Fokus stand. Plötzlich war der Stadtring aus den Nachkriegsplanungen wieder aktuell und ließ Trassenuntersuchungen anfertigen, wo unter anderem der alte Tangentenverlauf wieder aus den Schubladen geholt wurde, aber wegen den bereits bebauten Freiflächen sich nicht ernsthaft durchsetzen konnte. Auch liefen die Stadtentwicklungsmaßnahmen Rummelsburger Bucht und die Sanierungsmaßnahme im Kaskelkiez/ Pfarrstraße an. Insbesondere der Kaskelkiez litt jahrelang unter der Vernachlässigung der Bausubstanz wegen des nie erfolgten Tangentenbaus. Da wäre es töricht gegenüber den Bewohnern gewesen, die Sanierungsmaßnahme anzukündigen und beiläufig den Stadtring durch die Wohnzimmer zu planen.

Vielleicht schaffe ich es heute Abend einen Plan aus der Entstehungszeit des WK FAS rauszukramen, aus der die Tangentenplanung hervorgeht.

Viele Grüße
Florian Schulz

--
Dieser Beitrag endet hier. Sie können noch bis zum nächsten Beitrag mitlesen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.02.2018 16:06 von Florian Schulz.
Et voilà, der Gebäudeplan vom "Wohnkomplex Frankfurter Allee Süd" mit der Plangrundlage von 1972, also mitten aus der Bauzeit. Bauzeit für das Gebiet war etwa 1970-75. Im Zentrum ist die in Nordsüdrichtung verlaufende freigehaltene Trasse der Hauptverkehrsstraße eingetragen. Man erkennt schwach die Bezeichnung "geplante 3. Tangente".

Viele Grüße
Florian Schulz

--
Dieser Beitrag endet hier. Sie können noch bis zum nächsten Beitrag mitlesen.


@Florian: Ihm geht es um den westlicher gelegenen Grünstreifen zwischen "Reichsbahn" und Wohnbebauung in deiner Grafik. Der war, wie von André verlinkt, später als Straßenzug vorgesehen und ist heute etwa zwischen Kietzer Weg und Gürtelstraße für die A100 freigehalten.

Und genau um den Punkt ging es mir. Durch die Freihaltung für die A100 ist dieser Grünstreifen und die dreieckige Grünfläche zwischen Ringbahn, Frankfurter Allee und Gürtelstraße planungsbefangen und daher in den letzten 20 Jahren nicht bebaut worden. Anderenfalls hätte man das dreieckige Filetgrundstück sicher längst verschachert und bebaut.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Arec
Vielen Dank für die Links. Aber deine Ausführungen belegen doch gerade, dass ich recht habe: Im Generalbebaungsplan von 1969 ist die Trasse ja eben noch nicht auf dem Grünstreifen vorgesehen.

Verstehe ich jetzt gerade nicht. Im Generalbebaungsplan von 1969 läuft die Straße genau entlang des besagten Grünstreifens und kreuzt die Eisenbahn-Verbindungskurven nach Lichtenberg/Rummelsburg auch genau an der Stelle, von der ich sprach.

@Florian: Vielen Dank für die sehr interessanten und ausführlichen Erläuterungen und für den Plan!

Viele Grüße
André
Hallo zusammen,

sollten wir nicht einen eigenen A 100 Beitrag verfassen. Die Nähe zur Strassenbahn des Ostkreuzes schwindet etwas.

Anyway, die Tangentenplanung lief anders als die Trasse der A100, oder? Quer durch das Wohngebiet wird sie ja wohl nie kommen. Eine Bündelung der Verkehrswege würde wohl stattfinden. (S-Bahn, Fernbahn und Autobahn.
Die Frage ist, ob dadurch die Autobahn ab Grenzallee nicht komplett überlastet wäre, da ich denke, dass sehr viel Verkehr durch diese Verlängerung generiert würde.

Zurück zum Ostkreuz....
Hallo zusammen,

hier ein neuer Artikel, der sich nahtlos in die m.E. extrem einseitige Berichterstattung des Tagesspiegel zu Straßenbahnthemen einreiht:

Ärger um Tram 21 in der Sonntagsstraße

Stimmt eigentlich die genannte Kostenschätzung von "mehr als 12 Millionen Euro"? Ich habe die Zahlen nicht mehr parat.

Bemerkenswert auch die Darstellung im Artikel, dass die Straßenbahn am Ostkreuz "unterirdisch vorbei geleitet" werden soll. Ja, schon klar. Wenn man 12 Millionen dafür ausgeben will, die Straßenbahn unterirdisch am Ostkreuz vorbeizuleiten, dann ist es natürlich sinnvoller, sie wie bisher am Ostkreuz vorbeizuleiten. (Achtung Sarkasmus).

Viele Grüße
Manuel
Sorry, in diesem Forum dürfen nur registrierte Benutzer schreiben.

Hier klicken, um sich einzuloggen