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[MOPO] Verkehrssenatorin unzufrieden mit Leistung der S-Bahn
geschrieben von Tradibahner 
Verkehrssenatorin unzufrieden mit Leistung der S-Bahn

"Der Mangel an Fahrzeugen lässt sich zwar erst mit den neuen Zügen beseitigen, aber die S-Bahn schwächelt auch an Stellen, wo sie besser sein kann", sagte Günther dem "Tagesspiegel" (Freitag). So reiche der Informationsservice bei Störungen nicht aus, die digitale Technik werde zu wenig genutzt." Und wir brauchen bei Störungen im Betrieb mehr Personal in den Bahnhöfen, das den Fahrgästen mit Rat und Tat helfen kann." Außerdem gebe es nach wie vor zu viele Signal- und Weichenstörungen. [www.morgenpost.de]

MfG Holger



[tradibahner.de]


Zitat
Tradibahner
Verkehrssenatorin unzufrieden mit Leistung der S-Bahn

Außerdem gebe es nach wie vor zu viele Signal- und Weichenstörungen.

Naja sie hat sich auf jeden Fall gut informiert.
Tolle Nebelkerze. Man hat grad schlechte Presse, weil man es wiederholt nicht hinbekommt, endlich die dringend benötigte Neufahrzeugbestellung auf den Weg zu bekommen, da hackt man einfach mal wieder ein bisschen auf der S-Bahn rum.
Zitat
Verkehrssenatorin
So reiche der Informationsservice bei Störungen nicht aus, die digitale Technik werde zu wenig genutzt."
*Fünf Euro in das Bullshit-Bingo-Phrasenschwein-Werf*
Lustig, dass sich die Politik beschwert, aber selber mit der Hauptverursacher dieeser Misere ist. Solang es keine hohen Strafzahlungen für Nichterreichen der Vertragsziele durch den VBB/Besteller gibt, wird sich daran nichts ändern....
Zitat
Chep87
Zitat
Verkehrssenatorin
So reiche der Informationsservice bei Störungen nicht aus, die digitale Technik werde zu wenig genutzt."
*Fünf Euro in das Bullshit-Bingo-Phrasenschwein-Werf*

Die passen da gar nicht mehr rein die 5 Euro :-)
Zitat
TobiBER
Lustig, dass sich die Politik beschwert, aber selber mit der Hauptverursacher dieeser Misere ist. Solang es keine hohen Strafzahlungen für Nichterreichen der Vertragsziele durch den VBB/Besteller gibt, wird sich daran nichts ändern....
Hohe Strafzahlungen ergeben nur ein noch teureres Angebot...
Die Politik, in Form des alten (und anscheinend auch neuen) Berliner Senates ist aber trotzdem nicht unschuldig. Mit einem Fahrzeugpoolmodell hätten schon längst neue Fahrzeuge gekauft und möglicherweise in Betrieb genommen werden können.
Zitat
TobiBER
Lustig, dass sich die Politik beschwert, aber selber mit der Hauptverursacher dieser Misere ist.
(...)

Das stimmt. Dennoch sollte man nicht "die Politik" pauschal aburteilen, sondern immer die Frage "Wer macht was?" stellen. Pauschales "Politiker-Bashing" führt direkt in die eigene Handlungsunfähigkeit.

Die Verantwortung der aktuellen "Verkehrssenatorin" für den Zustand der Berliner S-Bahn dürfte dem Wert 0 recht nahekommen. Als zentrale Ausgangsbedingung der "entstandenen komplizierten Lage der Berliner S-Bahn" sehe ich nach wie vor die sogenannte "Bahnreform" (ein absoluter Mißbrauch des Wortes "Reform", aber das ist hierzulande ja mittlerweile Standard).

Ich würde einer ganzen Reihe heutiger Politiker/innen das Bemühen nicht absprechen, gemeinwirtschaftlichen Zielsetzungen bei der Bahn wieder stärkeres Gewicht zu verleihen, wenn auch meist inkonsequent.

Die Idee, einen landeseigenen Fahrzeugpool bei der Berliner S-Bahn aufzubauen, geht in diese Richtung - wie auch die gelegentlichen Vorstöße aller Bundesländer, das seit Weihnachten 1993 im Artikel 87e des Grundgesetzes vorgesehene "Fernverkehrsgesetz" endlich zu verwirklichen.

Es wäre schon schön, wenn sich der Bundestag auch in dieser Frage an das ja von ihm selbst mitbeschlossene Grundgesetz halten würde,

meint
Marienfeide.
Prinzipiell gebe ich Marienfelde vollumfänglich recht, möchte aber zu bedenken geben, dass wir die Zukunft der S-Bahn im jetzt mittlerweile dritten Thread diskutieren..
Zitat
vasarius
Prinzipiell gebe ich Marienfelde vollumfänglich recht, möchte aber zu bedenken geben, dass wir die Zukunft der S-Bahn im jetzt mittlerweile dritten Thread diskutieren..

Entschuldigung das ich einen neuen Thread eröffnet habe, wenn euch das Thema S-Bahn nicht interessiert, braucht man nicht mehr über die S-Bahn hier in diesem Forum zu schreiben.

MfG Holger



[tradibahner.de]


Zitat
Tradibahner
Zitat
vasarius
Prinzipiell gebe ich Marienfelde vollumfänglich recht, möchte aber zu bedenken geben, dass wir die Zukunft der S-Bahn im jetzt mittlerweile dritten Thread diskutieren..

Entschuldigung das ich einen neuen Thread eröffnet habe, wenn euch das Thema S-Bahn nicht interessiert, braucht man nicht mehr über die S-Bahn hier in diesem Forum zu schreiben.

Ich finde es gut, dass du ein neues Thema aufgemacht hast, denn der Artikel hat eine andere Perspektive und bietet ausreichend Diskussionpotenzial. So lässt sich der Beitragsbaum auch später noch deutlich leichter finden, als wenn er in irgendeinem Sammelthread "versteckt" ist. Ich denke da ganz aktuell z.B. an das U11-Zwiegespräch im S21-Thread, wo der Absprung zum eigenen Thread nicht geklappt hat.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Ich schließe mich der Senatorin an!

Junge-Reyer hätte 2009 das Fahrzeugpoolmodell einführen sollen, wie ich es schon damals gefordert hatte.

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Nicht-dynamische Signatur
"Ist die S-Bahn eigentlich noch im Takt, oder besser: die Ausschreibung? Der FDP-Abgeordnete Henner Schmidt wollte in der Fragestunde wissen, ob die Ausschreibung zur S-Bahn ohne Zeitverzögerung läuft. Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) sagte, für die Jahre 2026 bis 2033 müssten nur Fahrzeuge beschaffen werden."

Wieso?

[www.tagesspiegel.de]

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Nicht-dynamische Signatur
Leute,

ich finde es wirklich bedenklich und überhaupt nicht zielführend, Wenn hier der Link zu einem Artikel gepostet wird, der sich nur aus einer Agenturmeldung (!) speist welche genau zwei Statements aus einem längeren Interview wiedergibt. Also die Kopie der Kopie der Kopie. Und über diese aus dem Kontext gerissenen Taglines wird sich dann aufgeregt, bis @Marienfelde (danke!) den ersten Beitrag zur Sache verfasst.
Ist irgendwer vielleicht mal auf die Idee gekommen, mal in die Primärquelle zu schauen? Habt ihr überhaupt den Mopo-Artikel gelesen, in dem fett auf eine Interview im Tagesspiegel verwiesen wird? Hier scheint mir sehr, einige wollen nur in den immer selben Phrasen nur das ausdrücken, was sie sowieso sagen wollten, ohne Bezug auf die Quelle zu nehmen. Das ist doch keine gute Diskussionskultur.

Hier das Interview in voller Länge:

„Die S-Bahn schwächelt, wo sie stärker sein kann“

Darin sagt die Verkehrssenatorin ein paar ziemlich schlaue Sachen:

Zum Vergabeverfahren:
Zitat
Regine Günther
Das Besondere bei dem vor uns liegenden Verfahren ist, dass damit auch Strukturen festgelegt werden, die für den reibungslosen und preiswerten Betrieb in der Zukunft extrem wichtig sind. Es hat sich gezeigt, dass Herstellung und Wartung möglichst eng verzahnt und Monopolsituationen vermieden werden sollten. Monopole führen zu hohen Renditen beim Betreiber und beim Hersteller, aber eben nicht zur besten Verfügbarkeit der Wagen für den Betrieb. Deshalb prüfen wir jetzt, welches Beschaffungsmodell für Berlin am besten wäre.

Zu den Befürchtungen der Gewerkschaft EVG:
Zitat

Auch wenn ein anderes Unternehmen mit der Wartung beauftragt wird, braucht es Fachkräfte. Wir sehen in anderen Bundesländern, dass entweder die Beschäftigten übernommen werden oder dass die Deutsche Bahn die Züge als Dienstleistung in den bisherigen Werkstätten wartet. Kurze Wege insbesondere für die laufende betriebsnahe Instandhaltung sind für jedes Unternehmen, das künftig diese Aufgabe übernehmen wird, ein entscheidender Faktor, um den Ländern ein wirtschaftliches Angebot machen zu können. Daher wird auch bei neuen Beschaffungsmodellen weiterhin ein großer Teil der Wertschöpfung in der Region bleiben.

Darüber, warum die Angst vor dem Landeseigenen Fahrzeugpool eine Chimäre ist:
Zitat

Die Fahrzeuge werden den Ländern in keinem Modell geschenkt. Wenn der Fahrzeugdienstleister die Fahrzeuge beschafft, wird er den Kaufpreis in die während der gesamten Vertragslaufzeit zu zahlende Vergütung einpreisen. Wenn die Länder ihm die Fahrzeuge nach gewisser Zeit abkaufen, wird es einen früh zu bezahlenden Kaufpreis geben. Der fortlaufende Zuschussbedarf für den S-Bahn-Betrieb wird dann aber merklich günstiger. Welches Modell insgesamt – auch mit Blick auf die Vorgaben der Schuldenbremse – für uns am besten ist, wollen wir mit der Markterkundung klären.

... und sie geht auch mit ziemlich deutlichen Seitenhieben auf die Ringausschreibung ein und benennt genau die nachteiligen Faktoren, die hier im Forum common sense sind.

Die Aussage zur 'Digitalisierung' geht übrigens noch deutlich weiter, sie fordert explizit mehr Personal auf den Bahnhöfen und generell eine bessere Leistung von DB Netz. Aber lest das bitte selber, sonst habe ich in Zitaten gleich den ganzen Artikel hier reinkopiert.

Zuletzt noch ein Zitat, dass hohen Fuzzyfaktor hat aber besonders den Threadersteller (zumindest wenn ich seinen Usernickname richtig interpretiere) sehr freuen dürfte:

Zitat

Werden die Fahrzeuge bei unterschiedlichen Betreibern auch verschieden lackiert?

Wie die Fahrzeuge aussehen, geben ja die Länder vor, und da gibt es sicher keine zwei Meinungen: Eine einheitliche Farbgebung steht außer Frage – sicher wieder mit den traditionellen Berliner Farben.

So, können wir jetzt bitte über die Ansichten und Ziele der Senatorin diskutieren? Im Stile "Ich finde/glaube/meine sie hat in diesem Punkt [Zitat] genau ins Schwarze getroffen/vollkommen unrecht/gut argumentiert/nicht mehr alle Tassen im Schrank, WEIL ... "

Das würde mich sehr freuen und die Sache wirklich voran bringen.

Schöne gute Nacht und viele Grüße,

Arian
Das die S -Bahn noch "stottert" ist einer Mischung aus verschiedenen Kompositionen geschuldet, an denen der Senat - oder sagen wir - die Vorgängersenate nicht ganz unschuldig sind. Zunächst einmal liess man 2003? den Vertrag mit der S-Bahn auslaufen, handelte dann einen neuen Vertrag aus, in dem ein zweistelliger Millionenbetrag an die S-Bahn gekürzt wurde und schaute dann seitens des Senates tatenlos zu, wie die Deutche Bahn die Berliner S-Bahn durch völlig überzogene Zahlungsvorstellungen, man möchte fast sagen Abpressungen an die Wand gefahren hat. Außer "du du du" kam da nicht viel von Frau Reyer und Herrn Wowereit hat das ganze Thema S-Bahn offensichtlch eh nie interessiert, er fuhr ja auch Dienstwagen.

Wie dem auch sei, die Deutsche Bahn tobte wie ein Verrückter, vergraulte fachkundiges Personal - angeblich soll sogar die Benutzung eines bewärhten Schmierfetts unter Drohung den Werksattmitarbeitern verboten worden sein - schob reihenweise Züge aufs Abstellgleis, die z T noch keine 20 Jahre alt waren - und schloss die Werkstatt Friedrichsfelde. Jeder S-Bahner sagte damals voraus, was kommen würde und es kam so......

Das die S-Bahn heute überhaupt noch fährt, ist sicherlich den vielen Mitarbeitern zu verdanken, die entweder trotz allem Terror seitens der DB - ja ich möchte es einmal öffentlich so benennen, denn es war Terror! - bei der Stange geblieben sind oder die nach Wiedereröffnung von Friedrichsfelde zurückgekehrt sind. (ICh persönlich hätte keinen Finger mehr für diesen Laden krumm gemacht aber hier waren es offensichtlich Mitarbeiter, denen die S-Bahn am Herzen lag und die alles andere damit beiseite geschoben haben, meinen Respekt!). Jahrelang musste man die Fehler wieder gutmachen, die man sich im eigenen Hause DB eingebrockt hat und hat es tatsächlich geschafft, das die S-Bahn mit dem vorhandenen Wagenpark wieder einigermassen funktioniert.

Initiativen wie eine Übernahme der S-Bahn durch einen privaten Betreiber, die Schaffung eines landeseigenen Fahrzeugpools konnten vom Senat nicht durchgesetzt werden, es schien auch m. E. am dafür notwendigen Willen zu hapern. Eine Ausschreibung fand dann zwar statt - Teilnetz Ring - aber unter Bedingungen, wo von vornherein klar war, das sich das kein EU ans Bein bindet. Und an der Infrastruktur hätte eine solche Ausschreibung nichts geändert, die hätte ja weiter die DB gestellt un wenn die kaputt gespart wird, dann fährt auch der modernste und top gewartete S-Bahnzug nicht.

Seitens der Bevölkerung war auch während des S-Bahnchaoses 2009 bis 2011 nicht wirklich eine Proteststimmung vernehmbar, so das sich der Senat gedacht haben mag, ok wir sitzen das halt aus und so ist es dann ja auch gekommen. Erst als das Eisenbahnbundesamt die Betriebsgenehmigung nur noch auf ein Jahr verlängerte, haben wohl bei allen Verantwortlichen seitens der DB die Alarmglocken geschrillt und es wurde massiv investiert.

Ja, es ist wirklich ein ziemlich es Gemisch und man muss wirklich mehrere Faktoren bedenken, wenn man die Situation beurteilt wie sie heute ist. Dabei hat niemand eine rühmliche Rolle gespielt.

Hoffen wir also, das es diesmal anders ist und nicht erst wieder so schlimm kommen wird wie Ende der "00 Jahre". Berlin braucht eine funktionierende S -Bahn



4 mal bearbeitet. Zuletzt am 18.01.2018 13:13 von Hansawagen.
Während der Krise gab es sehr wohl Unmut in der Bevölkerung. Aber dieser traf hauptsächlich die DB AG als unmittelbar Schuldigen, daß dabei auch die Bundes- und Landespolitik ihren Beitrag zu geleistet haben, wurde in den Medien kaum thematisiert und somit auch nicht in die Köpfe der Berliner gebracht. Nicht jeder kennt die Aufteilung so wie viele hier im Forum. Somit müßte man eigentlich sogar den Medien eine gewisse Mitschuld geben - wäre hier sachlicher und ausführlicher über die Rollen aller Beteiligten berichtet worden, wäre auch der Senat schlechter bei weggekommen.
In Bezug auf Wowereit stimme ich allerdings Hansawagen zu, er hat - leider in praktisch allen politischen Fragen - einfach das Aussitzen und Totschweigen draufgehabt. Man könnte es auch unfeiner benennen und ihm nachsagen, er hätte bei Merkel gelernt. Müller macht es leider nicht viel anders, daher rechne ich nicht damit, daß sich der Senat tatsächlich intensiver und konstruktiver mit der S-Bahn-Problematik auseinandersetzen wird.

Dennis
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