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[BLZ] S-Bahn Berlin: HVZ-Züge fallen weiter aus - Personalmangel
geschrieben von Tradibahner 
Bitte ins Wageninnere durchtreten, es wollen noch mehr Leute mitfahren! Für viele Nutzer der S-Bahn-Linien S1 und S5 sind die Arbeitswege purer Stress – und nun wurde bekannt, dass das auf absehbare Zeit so bleibt.

Denn die die zusätzlichen Zugfahrten, die dort in den Stoßzeiten einen Takt von fünf statt zehn Minuten ermöglichten, kehren vorerst nicht zurück. Sie wurden 2017 eingestellt.

[mobil.berliner-zeitung.de]

MfG Holger



Hoch lebe die Meinungs- und Pressefreiheit!



Da sind ja einige interessante Aussagen vorhanden:

"Schuld ist der Tarifvertrag und viel freie Tage" Tja, aber so ist das nun mal. Das ist ein Verhandlungsergebnis, der von allen Seiten getragen wurde und trägt ja auch auf der anderen Seite zur Flexibilität bei.

"Laxe Einstellung von Jungkollegen, die sich nicht alles gefallen lassen." Das ist doch das komplette Gegenteil. Nicht alles gefallen lassen ist doch komplett richtig. Laxe Einstellung wäre Unpünktlichkeit, Fehler im Dienst, ungepflegtes Auftreten usw.. Das wäre, wenn dem so ist, schon eher problematisch. Aber das hat doch nichts mit gefallen lassen zu tun oder?

Das mit den Diensten und den langen Vorlaufzeiten verstehe ich nicht so ganz. Das ist doch im Sinne der Beschäftigten oder? Warum machen die dann krank um kurzfristig frei zu haben? Das klingt irgendwie verquert und ich will da auch keinen was unterstellen.

Sollen das alles Ausreden sein oder ist das was dran?
Zitat
Reißwolf
"Laxe Einstellung von Jungkollegen, die sich nicht alles gefallen lassen."
Laxe Einstellung wäre Unpünktlichkeit, Fehler im Dienst, ungepflegtes Auftreten usw.. Das wäre, wenn dem so ist, schon eher problematisch.

Das mit den Diensten und den langen Vorlaufzeiten verstehe ich nicht so ganz. Das ist doch im Sinne der Beschäftigten oder? Warum machen die dann krank um kurzfristig frei zu haben?

Hat jetzt wenig mit der S-Bahn zu tun, aber das mit den Jungspunden die ich im Handel als Kollegen bezeichnen muß kann ich bestätigen. Wenn was nicht passt wird krank gemacht, gern auch kurzfristig vor Dienstbeginn.
Wollen alle Geld verdienen aber nichts für tun oder verlassen sich auf ihre Eltern.

Lernen wollen heute die wenigsten und wer stellt heutzutage noch gelernte Kräfte ein?
Zitat
Reißwolf
[...]
Das mit den Diensten und den langen Vorlaufzeiten verstehe ich nicht so ganz. Das ist doch im Sinne der Beschäftigten oder? Warum machen die dann krank um kurzfristig frei zu haben? Das klingt irgendwie verquert und ich will da auch keinen was unterstellen.

Sollen das alles Ausreden sein oder ist das was dran?

Das Dienstmodell ist wesentlich umfangreicher und komplizierter geworden. Ja, es ist gut für die Beschäftigten, wenn sie durch längere Vorlaufzeiten ihre Dienste kennen. Das erschwert eben aber auch das Finden von Tauschpartnern, wenn man eben doch mal einen Dienst tauschen will. In das neue Modell müssen sich ersteinmal alle reinfinden. Insofern sehe ich da keinen Widerspruch.

Und ja, dass das neue Dienstmodell und die zusätzlichen Urlaubstage den Personalbedarf erhöht war bekannt, aber der Markt ist leer und unter Lokführermangel leidet inzwischen auch die DB recht deutlich.

Bekannt sind auch die Engpässe beim Fahrzeugpark und die ganzen anstehenden Maßnahmen. Wenn da irgendwo im Werkstattdurchlauf oder in der Lieferkette (wieder) größere Probleme eintreten, dann wirkt sich das unmittelbar auf die Fahrzeugverfügbarkeit aus. Und "Wehwehchen" haben alle drei Baureihen. Hinzu kommt, dass dieses Jahr wieder deutlich mehr Hauptuntersuchungen anstehen, weil jetzt zyklisch konzentiert wieder all das auftritt, was nach der Krise 2009 im Hauruck-Verfahren bei allen Fahrzeugen durchgeführt wurde.

Insofern könnte es 2018 bei der Fahrzeugverfügbarkeit noch mal deutlich bergab gehen und beim Personal sieht es auch nicht so rosig aus, da ja 75% die zusätzlichen Urlaubtage genommen haben.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Und die GmbH wird bestimmt wieder einen Gewinn vermelden und überweisen.

Aber solange man in der Politik genügend Zeit dafür hat, notorischen Schwarzfahrern das Gefängnis ersparen zu wollen, anstatt die wirklichen Probleme des Wahlvolks anzugehen, braucht man sich über Wahlbeteiligung und Wahlergebnisse auch zukünftig nicht wundern.
Dann wundert mich ja nicht, dass morgens regelmäßig Züge der S26 ausfallen und heute Nachmittag sogar komplett eingestellt wurden (S25= 20 min -Takt)

"Zielverzeichnis Berlin 2018 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Ich finde, dass der neue Tarifvertrag und deren Regelungen völlig daneben sind. Sie führen genau dazu, dass nicht genügend Fahrpersonal für alle vorgesehenen Fahrten vorhanden sein werden. Wenn dieser Vertrag bleibt, wird sich daran so gut wie nichts ändern.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 06.02.2018 22:56 von Henning.
Zitat
Henning
Ich finde, dass der neue Tarifvertrag und deren Regelungen völlig daneben sind. Sie führen dazu, dass nicht genügend Fahrpersonal für alle vorgesehenen Fahrten vorhanden sind.

Das Gegenteil ist der Fall: Der neue Tarifvertrag macht den Job eines Tf wieder etwas attraktiver. Damit sorgt er dafür, das mittelfristig genügend Fahrpersonal vorhanden ist.
Zitat
GraphXBerlin
Dann wundert mich ja nicht, dass morgens regelmäßig Züge der S26 ausfallen und heute Nachmittag sogar komplett eingestellt wurden (S25= 20 min -Takt)

Hatte ich doch heute Nachmittag/Abend im Nachbarthread kundgetan [www.bahninfo-forum.de] und [www.bahninfo-forum.de]

MfG Holger



Hoch lebe die Meinungs- und Pressefreiheit!



Zitat
Henning
Ich finde, dass der neue Tarifvertrag und deren Regelungen völlig daneben sind. Sie führen genau dazu, dass nicht genügend Fahrpersonal für alle vorgesehenen Fahrten vorhanden sein werden. Wenn dieser Vertrag bleibt, wird sich daran so gut wie nichts ändern.

Ohne diesen neuen Tarifvertrag gebe es irgendwann gar keine Lokführer/Triebfahrzeugführer

MfG Holger



Hoch lebe die Meinungs- und Pressefreiheit!



Warum meint ihr, dass der alte Tarifvertrag dazu führt, dass es irgendwann keine Lokführer mehr geben wird?
Zitat
micha774
Lernen wollen heute die wenigsten und wer stellt heutzutage noch gelernte Kräfte ein?

Letzteres bedingt ersteres

Berlins Straßen sind zu eng, um sie nur dem MIV zu opfern!
Nicht unbedingt. Entweder man beendet heutzutage die Schule mit Hauptschulabschluß oder gar keinem Abschluß oder man versucht das Abitur. Eine Ausbildung machen tritt immer mehr in den Schatten.
Zitat
Reißwolf
Da sind ja einige interessante Aussagen vorhanden:

"Schuld ist der Tarifvertrag und viel freie Tage" Tja, aber so ist das nun mal. Das ist ein Verhandlungsergebnis, der von allen Seiten getragen wurde und trägt ja auch auf der anderen Seite zur Flexibilität bei.

"Laxe Einstellung von Jungkollegen, die sich nicht alles gefallen lassen." Das ist doch das komplette Gegenteil. Nicht alles gefallen lassen ist doch komplett richtig. Laxe Einstellung wäre Unpünktlichkeit, Fehler im Dienst, ungepflegtes Auftreten usw.. Das wäre, wenn dem so ist, schon eher problematisch. Aber das hat doch nichts mit gefallen lassen zu tun oder?

Das mit den Diensten und den langen Vorlaufzeiten verstehe ich nicht so ganz. Das ist doch im Sinne der Beschäftigten oder? Warum machen die dann krank um kurzfristig frei zu haben? Das klingt irgendwie verquert und ich will da auch keinen was unterstellen.

Sollen das alles Ausreden sein oder ist das was dran?

Tjaaa da gibt's so einiges...
Nicht alles gefallen lassen..da sind solche Dinge das sich Kollegen den vorturnierten Dienst nicht kurzfristig wegnehmen lassen,
oder darauf bestehen, den turnierten Dienst zu fahren, weil sie entsprechend ihre Termine nach Dienstende gelegt haben.
Bei knapp gehaltener Zeit zwischen Diensten eben nicht länger fahren, wenn keine Ablösung da ist und den Zug in die nächste Kehre fahren.
Junge Leute, die kleine oder schulpflichtige Kinder haben, keinen Urlaub in den Ferien bekommen(oder zugeteilt) bekommen haben,
keine andere Betreuuung organisieren können, wenn Kita/Schule oder sonstwer Schließzeit haben, und dann "Kindkrank" werden.
usw...usw...

Und wie schon andere User treffend festgestellt haben, ist die Bereitschaft rollende Schichten, Sonn+Feiertags zu arbeiten, in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen,
und daran sind nicht nur Armutslöhne wie der TVN schuld.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Und wie schon andere User treffend festgestellt haben, ist die Bereitschaft rollende Schichten, Sonn+Feiertags zu arbeiten, in den letzten Jahren spürbar zurückgegangen,
und daran sind nicht nur Armutslöhne wie der TVN schuld.

Immerhin erhält das Fahrpersonal in Stufe 1 (einschließlich 1000 Euro Jahressonderzahlung und 75 Euro Zulage monatlich für unregelmäßige Dienste) pro Stunde ca. 13,50 Euro. Ich gebe ja zu, dass das nicht sonderlich üppig ist, es liegt allerdings weitestgehend über dem Gehalt von dem, was ein Busfahrer bei privaten Unternehmen, und liegt auch über dem, was andere Arbeitnehmer in Berufen, in denen keine abgeschlossene Berufsausbildung Voraussetzung ist, erhalten. Ziemlich mau fällt aber der Stufenaufstieg aus, auch nach jahrezehntelanger Berufserfahrung kommt man nur auf 14,85 Euro die Stunde.

Dazu kommen allerdings weitere Erleichterungen, die anderes Fahrpersonal nicht hat (z.B. Mindestwendezeiten, Begrenzung der unbezahlten Pausenzeiten) sowie Begrenzungen der Vergaben an Subunternehmer.

Man kann natürlich, eine entsprechende Organisationskraft vorausgesetzt, auch wesentlich höhere Löhne und bessere Bedingungen im Arbeitskampf erstreiten. Dazu müsste man eine Zielgröße, die man erreichen möchte, allerdings auch an die Gewerkschaften kommunizieren, streikbereit sein und dort Mitglied sein.
Die Arbeitgeber, auch die öffentlich/kommunalen, würden aber am liebsten bei den Tarifverhandlungen weniger als mehr zahlen.
Angeblich sei ja kein Geld da..was die blanke Lüge schon allein wegen sprudelnder Steuereinahmen und kürzlich erwähnter "Sonderausgaben" ist.

Und andererseits muß man sich auch vor Augen halten, das man "ungelernten Werktätigen" Fahrzeuge im Millionenwert und deren Insassen anvertraut.
Ob man woanders vergleichsweise gering qualifizierten ähnlich wertvolle Anlagen/Arbeitsmittel vollverantwortlich überantwortet..?
Hat da jemand Beispiele auf Lager??

T6JP
Deutsche Bank ;-)

Milliarden Miese aber Millionen Boni ausgezahlt.
Die Deutsche Bank ist eher das Gegenteil:
Angeblich topausgebildete Banker, sicherlich nicht nur studiert, sondern häufig promoviert und am Ende ist alles kaputt. Beim Fahrpersonal der BVG sind Unfälle mit Schaden eher die Ausnahme.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Die Aussage der "laxen" Arbeitseinstellung junger Kollegen bei uns kann ich nicht ganz nachvollziehen. Tatsächlich sind es eher die neuen Kollegen, die häufig auf Frei arbeiten kommen, während die "alten Hasen" das schon aus Prinzip, man würde ja dem Arbeitgeber keinen Gefallen tun wollen, ablehnen. Genau so verhält es sich beim Wegstellen der Züge zum Feierabend in Folge einer Störung. Die neuen Kollegen fahren dann doch eher nochmal eine Runde mehr und machen länger. Auch dürfen sich neue Kollegen oft von älteren vorwerfen lassen, dass sie ihre Arbeit streng nach Vorschrift machen (Thema Befehl geben lassen zum Fahren auf Sicht etc.) Ich kann also nicht wirklich nachvollziehen, was man hier mit "lax" meint. Neue Kollegen sind subjektiv empfunden deutlich motivierter als die, die hier schon ewig fahren. Ich weiß natürlich nicht, wie das Verhältnis bei Krankschreibungen aussieht.

Auch kann ich das Argument der geringen Bewerberzahl nicht nachvollziehen. Die Kurse sind voll, es wird schon bei externen Unternehmen für die S-Bahn ausgebildet. Problem ist eher das, was am Ende bei rauskommt, da die Durchfallquote recht hoch ist bei den Prüfungen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.02.2018 23:16 von Railroader.
Zitat
Henning
Warum meint ihr, dass der alte Tarifvertrag dazu führt, dass es irgendwann keine Lokführer mehr geben wird?

Der neue Tarifvertrag kann dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen für den Beruf entscheiden. Er macht den Job attraktiver. Er enthält mehr Planbarkeit, was vielen heutzutage wichtiger ist als das Geld. Wenn du Arbeitsbedingungen und Pläne ausreizt, führt das dazu, dass der Krankenstand steigt. Im Endeffekt hast du dann also weniger Personal zur Verfügung.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 07.02.2018 23:23 von Railroader.
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