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[BLZ] S-Bahn Berlin: HVZ-Züge fallen weiter aus - Personalmangel
geschrieben von Tradibahner 
Zitat

Neue Kollegen sind subjektiv empfunden deutlich motivierter als die, die hier schon ewig fahren. Ich weiß natürlich nicht, wie das Verhältnis bei Krankschreibungen aussieht.
Kann ich in meinem Job als grüner Briefzusteller bestätigen. Neue Mitarbeiter arbeiten eher nach Regeln und korrekt nebst Überstunde als alteingesessene Kollegen die eher auf "ihr Recht" pochen und Dienst nach Plan machen und am lautesten meckern.

"Zielverzeichnis Berlin 2018 - Eine Sammlung" >> Infos bei Facebook "GraphX Berlin"
Durch den neuen Tarifvertrag wird die Flexibilität schon ein Stück eingeschränkt. Wenn ich z.B. in einem Block >40h arbeite stehen mir danach mindestens 48h Ruhe zu. Daran gibt es momentan nix zu rütteln, auch wenn ich auf absolut eigenen Wunsch zusätzlich arbeiten kommen möchte.

Einige von den "alten Hasen" sind unzufrieden mit den neuen Schichtplänen, dazu kommt das 2 Stadtbahnlinien nach Friedrichstraße gewandert sind zum Ablösen, dazu die immer weniger werdenden Lokführer die alle Baureihen fahren dürfen und der viele Urlaub der Mitarbeiter (entstanden durch Überstunden vom letzten Jahr und des neuen Tarifmodells) und eben die fehlende Flexibilität des neuen Arbeitsmodells die den Personalmangel jetzt zu den Maßnahmen gebracht hat.

Ich sage: wenn wir alle ca 1100 Tf's unter einer Decke sind, ist das in der heutigen Zeit nicht das richtige Modell. Und da hat bei weiten nicht nur der Arbeitgeber die Schuld daran.....
Gelöscht.... Da doppelt



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 08.02.2018 01:28 von jan1144.
Zitat
Railroader
Die Aussage der "laxen" Arbeitseinstellung junger Kollegen bei uns kann ich nicht ganz nachvollziehen. Tatsächlich sind es eher die neuen Kollegen, die häufig auf Frei arbeiten kommen, während die "alten Hasen" das schon aus Prinzip, man würde ja dem Arbeitgeber keinen Gefallen tun wollen, ablehnen. Genau so verhält es sich beim Wegstellen der Züge zum Feierabend in Folge einer Störung. Die neuen Kollegen fahren dann doch eher nochmal eine Runde mehr und machen länger. Auch dürfen sich neue Kollegen oft von älteren vorwerfen lassen, dass sie ihre Arbeit streng nach Vorschrift machen (Thema Befehl geben lassen zum Fahren auf Sicht etc.) Ich kann also nicht wirklich nachvollziehen, was man hier mit "lax" meint. Neue Kollegen sind subjektiv empfunden deutlich motivierter als die, die hier schon ewig fahren. Ich weiß natürlich nicht, wie das Verhältnis bei Krankschreibungen aussieht.

Auch kann ich das Argument der geringen Bewerberzahl nicht nachvollziehen. Die Kurse sind voll, es wird schon bei externen Unternehmen für die S-Bahn ausgebildet. Problem ist eher das, was am Ende bei rauskommt, da die Durchfallquote recht hoch ist bei den Prüfungen.

Danke für diesen Beitrag! Endlich mal eine Darstellung, die dem üblichen Vorurteilen die "Neuen" seien zu faul, zu dumm, zu unmotiviert etwas entgegen setzt.

*******
Logital bei Twitter.
Wobei man aber auch feststellen muß, das die jungen Kollegen wegen des schmalen Salärs d.ö. auf Frei fahren,
man hat Wünsche auf Urlaub oder sonstwas und als Neueinsteller ist am Ende vom Geld der Monat vielleicht auch noch nicht um.

In meinen jungen Jahren bei der BVB hab ich auch d.ö. Überstunden gemacht, weil in der Werkstatt der Lohn so besch..en war,
das hat trotz des weitaus geringeren Preisniveaus zu DDR Zeiten keine großen Sprünge erlaubt.
Erst nachdem diverse Lohnmaßnahmen ab etwa 1986 dafür gesorgt haben das die Werkstatt für die Drecks und körperlich schwere Arbeit adäquat entlohnt wurde,
hat die normale Arbeitszeit zum Lebensunterhalt ausgereicht.

Überstunden im Fahrdienst waren da eher dann Spaßfaktor, weil noch mit richtigen Straßenbahnen unterwegs,
und Klientel im Fahrgastraum und Verkehrsbedingungen weitaus angenehmer waren als heute...

T6JP
Zitat
Railroader
..
Auch kann ich das Argument der geringen Bewerberzahl nicht nachvollziehen. Die Kurse sind voll, es wird schon bei externen Unternehmen für die S-Bahn ausgebildet. Problem ist eher das, was am Ende bei rauskommt, da die Durchfallquote recht hoch ist bei den Prüfungen.

Es wird zwar nicht mehr so intensiv bei der BVG ausgebildet wie in der Zeit nach dem großen Personalmangel,
die Durchfallquoten sind allerdings auch nicht gering, und die Fluktuation (auch zur DB ) weiterhin hoch.

Zur Zeit hängen auch wieder die Bettelzettel der Dienstzuteilung aus..

T6JP
Zitat
Railroader
Problem ist eher das, was am Ende bei rauskommt, da die Durchfallquote recht hoch ist bei den Prüfungen.


Zweideutig formuliert aber geil :-)

"Herr Doktor, kann ich mit Durchfall in die Wanne?
- wenn Sie sie vollkriegen ja"
Wenn schon, dann richtig erzählen:

Kann ich mit Durchfall baden?
Wenn Sie die Wanne voll kriegen, klar!

Denn nur "in die Wanne" kann man ja auch, wenn sie leer ist. Hat schon Loriot gewusst.

~ Es nützt nichts dass du schlau bist wenn du doof bist. Hagen Rether ~
Zitat
micha774

Zweideutig formuliert aber geil :-)

Hahaha, jetzt wo du es sagst. ;)
Zitat
micha774

Hat jetzt wenig mit der S-Bahn zu tun, aber das mit den Jungspunden die ich im Handel als Kollegen bezeichnen muß kann ich bestätigen. Wenn was nicht passt wird krank gemacht, gern auch kurzfristig vor Dienstbeginn.

Ich bin mir sicher, dass es solche Leute auch anfangs bei der S-Bahn geben wird. Der Unterschied ist einfach der, dass die Ausbildung für Externe ein gutes Jahr dauert, wo sich schon sehr viel Spreu vom Weizen trennt. Jemand mit der beschriebenen Einstellung wird vermutlich schon in der Ausbildung selbst aufgeben, rausgeschmissen werden oder die Prüfungen nicht bestehen. Daher erlebt man solche Leute, wenn sie denn neu sind, am Ende im Betrieb eigentlich nicht. Es ist halt recht unwahrscheinlich, dass sich jemand, der derart tickt, ein Jahr zusammenreißt, viel lernt, nie krank ist und mit bestandener Prüfung dann genau ins Gegenteil umschwenkt.
Die gibt es überall. Schau dir die Jugend doch an.
Meiner einer wurde damals getrieben etwas zu lernen und unbedingt eine Ausbildung zu machen. Zum Glück.

Und heute wollen sie alle reich werden aber nix dafür tun. Oder, ganz schlimm, wenn der Glaube mit ins Spiel konmt und man Arbeit verweigert oder hauen nach einem Jahr selbst ab weil sie dann wieder vom Staat unterstützt werden.
Zitat
micha774
Die gibt es überall. Schau dir die Jugend doch an.
Meiner einer wurde damals getrieben etwas zu lernen und unbedingt eine Ausbildung zu machen. Zum Glück.

Wenn man dich treiben musste, dann war nur deine Betreuung besser, nicht dein jugendliches Ich.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
micha774
Die gibt es überall. Schau dir die Jugend doch an.

Ich finde die Jugend nicht so schlimm, wie ihr unterstellt wird. Ich finde sogar, dass ein rücksichtsvoller Umgang wieder zugenommen hat. Ich erlebe durchaus häufiger wieder mehr junge Menschen, die für eine Omi im Bus ihren Sitzplatz freigeben, als zu meinen Zeiten als Jugendlicher. Im täglichen Fahrbetrieb sind es genau so viele Rentner, die die Türen aufhalten, wie Jugendliche.

Ich denke, dass jede Generation sagt, dass früher alles besser war und die Jugend ja so schlimm geworden ist. Sicherlich werden sich Werte verändert haben, was aber nicht immer negativ sein muss. Man selbst verändert sich aber auch mit den Jahren und sieht heute gewisse Dinge ganz anders als mit 17.

Zitat
micha774
Meiner einer wurde damals getrieben etwas zu lernen und unbedingt eine Ausbildung zu machen. Zum Glück.

"Getrieben" ist ein negativ behaftetes Wort. Wenn ich gern Anwalt werden wollte und meine Eltern hätten mich zu einer Ausbildung als S-Bahnkutscher getrieben, wäre ich heute sicher nicht glücklich. Man soll das machen, woran man auch Interesse hat und was einem ein bisschen Spaß macht. Ich stimme dir zu, dass offenbar kaum einer mehr "normale" Berufe erlernen will, alle wollen studieren. Von daher muss man sich Gedanken machen, wie man den Bedarf an Handwerkern oder Bäckern künftig decken will.

Zitat
micha774
Und heute wollen sie alle reich werden aber nix dafür tun. Oder, ganz schlimm, wenn der Glaube mit ins Spiel konmt und man Arbeit verweigert oder hauen nach einem Jahr selbst ab weil sie dann wieder vom Staat unterstützt werden.

Da kommt es aber auch immer auf die Attraktivität des Jobs an. Ich denke mal, dass früher auch nicht jeder Mitarbeiter in einfachen Gewerken am Mindestlohn knabbern musste, Verträge ständig befristet wurden und die Anerkennung des Arbeitgebers für die Tätigkeit so gering war wie heute. Dass du nur jemand bist, wenn du studiert hast und was "Vernüftiges" machst, wird dir von der Gesellschaft vorgegeben.

Wenn der Arbeitgeber Menschen zu den minimalsten Bedingungen einstellt und sie nicht an die Firma bindet, braucht man sich auch nicht über die fehlende Arbeitsmoral wundern. Einige Arbeitgeber haben es einfach noch nicht mitbekommen, dass der Arbeitnehmer nicht mehr in der devoten Haltung sein muss, jeden Job anzunehmen, damit er überhaupt irgendwas hat. Es gibt miitlwerweile mehr offene Stellen als Bewerber. Früher musste eben der potentielle Arbeitnehmer den Arbeitgeber überzeugen, heute ist es oft umgedreht.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 10.02.2018 03:18 von Railroader.
Zitat
micha774
Die gibt es überall. Schau dir die Jugend doch an.

Auch wenn das schon etwas abgenutzt scheint, vielleicht kennt es doch noch nicht jeder:

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer." Sokrates
griechischer Philosoph
* um 469 vChr, † 399 vChr

Beste Grüße
Harald Tschirner
Zitat
Harald Tschirner
Sokrates
griechischer Philosoph
* um 469 vChr, † 399 vChr

neumodisches Geschreibsel ;-)

Schließlich wussten schon die alten Keilschriftschreiber vor 4000 Jahren: „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“
Zitat
T6Jagdpilot
Junge Leute, die kleine oder schulpflichtige Kinder haben, keinen Urlaub in den Ferien bekommen(oder zugeteilt) bekommen haben,
keine andere Betreuuung organisieren können, wenn Kita/Schule oder sonstwer Schließzeit haben, und dann "Kindkrank" werden.

Das verblüfft mich jetzt aber einigermaßen.
Als ich hier im Forum einmal die Frage stellte, warum der Takt einiger Linien während der Schulferien von 10 auf 20 Minuten gestreckt wird, erhielt ich die Antwort, die betreffenden Fahrer seien ihrer Kinder wegen im Urlaub.
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