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Einfacheres und günstigeres Tarifsystem
geschrieben von Tom81 
Angestoßen durch die Diskussion des "kostenlosen" Nahverkehrs", welche - selbst wenn es der Bund vollständig finanzieren würde, Berlin vor zahlreiche Probleme stellen würde - kam ich auf den Gedanken, ob es nicht für die Steigerung der ÖV-Nutzung und Reduzierung des IV schon ein riesen großer Schritt wäre, wenn der Tarif deutlich günstiger und vereinfacht würde.

Also beispielsweise für das gesamte Berliner Stadtgebiet nur noch 4 Ticket-Arten anzubieten:
(1) Einfache Fahrt: 2€ (Kinder: 1€) gilt 2 Stunden ab Kauf, auch für Rückfahrten; ersetzt ebenfalls die Kurzstrecke und 4 Fahrten-Karten
(2) Tagesticket: 5€, erlaubt außerdem die Mitnahme von bis zu 3 Kindern; ersetzt ebenfalls die Kleingruppenkarte
(3) Monatskarte, gleitend (d.h. ab jedem beliebigen Datum kaufbar): 50 € (Kinder 25€)
(4) Jahresticket im Abo: 365 € (Kinder + Rentner + Berechtigte des Sozialtickets: 182,50 €), also 1€ pro Tag (0,50 € für Kinder/Rentner/Sozialticket-Berechtigte), so wie in Wien sehr erfolgreich; das ersetzt dann auch alle sonstwie nach zeitl. Nutzung oder Berechtigten-Gruppe ausdifferenzierten vergünstigten Monatskarten/Jahresabos)

Und samstags und sonntags würde ich dann tatsächlich kostenlosen ÖPNV anbieten.

Was haltet Ihr davon?
Zitat
Tom81
Was haltet Ihr davon?

Weniger als nichts. Du vergisst völlig das Umland.

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Es gibt in Berlin schon ein relativ einfaches Tarifsystem. Besser als unzählige Ringe wie in HH oder München.
Außerdem muss ein günstigeres oder gar kostenloses Tarifsystem finanziert werden und das wird letztendlich der Steuerzahler tun.
Also was man am Fahrpreis spart, zahlt man an Steuern obendrauf.
Zitat
B-V 3313
Zitat
Tom81
Was haltet Ihr davon?

Weniger als nichts. Du vergisst völlig das Umland.

Wieso, ich schrieb doch oben explizit "für das Berliner Stadtgebiet"!?

Natürlich braucht man noch andere VBB-Tarife fürs Umland. Aber da finanzieren (und entscheiden) es ja auch andere und man kann ja Mal mit einer umweltpol. motivierten Tarifreform in Berlin anfangen.

Berlin hat ja auch eine Regierung, die den Umweltverbund deutlich stärken will.

Zudem gehe ich davon aus, dass weitaus mehr als 95% aller Wege der Berliner sich ausschließlich im Berliner Stadtgebiet befinden, d.h. Fahrten ins Umland sind für die meisten Berliner Einzelfälle. Und dafür könnte man ja auch noch ein vergünstigtes Erweiterungsticket für Jahresabo-Inhaber anbieten.
Ich finde das System eigentlich auch ok, hätte eher gerne noch sowas wie eine Doppel-Kurzstrecke, also 6 Stationen mit der U-Bahn, weil der AB-Fahrschein lediglich dann zu teuer ist, wenn man nur etwas länger als mit einer Kurzstrecke erreichbar ist, unterwegs ist. Bei der gegenwärtigen Lage scheint es mir auch sinnvoller zu sein, eher mehr Geld ins System zu pumpen, anstatt durch Tarifsenkungen etwas rauszuholen. Also eher Tarife erhöhen, damit die Verbesserung des Verkehrs finanzieren und die Abwanderung zum Auto durch Einführung eines flächendeckenden Parkraummanagements in der Stadt bekämpfen. Eine vergünstigte Umweltkarte finde ich da auch weitaus interessanter, als den Gelegenheitsfahrern Angebote zu machen, wobei diese natürlich auch nicht durch zu hohe Tarife abgeschreckt werden düfen.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 13.02.2018 17:31 von Nemo.
Zitat
Tom81
Zudem gehe ich davon aus, dass weitaus mehr als 95% aller Wege der Berliner sich ausschließlich im Berliner Stadtgebiet befinden, d.h. Fahrten ins Umland sind für die meisten Berliner Einzelfälle. Und dafür könnte man ja auch noch ein vergünstigtes Erweiterungsticket für Jahresabo-Inhaber anbieten.

Täglich pendeln 300.000 Menschen nach Berlin aus oder ein. Das sind 300.000 potenzielle Autofahrer die du mit deinem kurzsichtigen Blick allein auf Berlin provozierst!

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Tom81
Zudem gehe ich davon aus, dass weitaus mehr als 95% aller Wege der Berliner sich ausschließlich im Berliner Stadtgebiet befinden, d.h. Fahrten ins Umland sind für die meisten Berliner Einzelfälle. Und dafür könnte man ja auch noch ein vergünstigtes Erweiterungsticket für Jahresabo-Inhaber anbieten.

Täglich pendeln 300.000 Menschen nach Berlin aus oder ein. Das sind 300.000 potenzielle Autofahrer die du mit deinem kurzsichtigen Blick allein auf Berlin provozierst!

Sie dürfen ja weiterhin nach Berlin fahren. Es ist nur die Frage, ob Berlin dafür zahlen muss.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
In der Tat sollte es darum gehen, durch verbesserte Angebote außerhalb Berlins, die Brandenburger Pendler, die nach Berlin fahren, zu motivieren, ihr Fahrzeug schon in Brandenburg abzustellen bzw. gar nicht erst zu nutzen. Durch kostenlosen oder besonders begünstigten Nahverkehr nur innerhalb Berlins wird man natürlich Gegenteiliges erreichen. Und Stau und Parkplatzsuche fängt ja nicht erst in Berlins Mitte an.
Zitat
Nemo
Eine vergünstigte Umweltkarte finde ich da auch weitaus interessanter, als den Gelegenheitsfahrern Angebote zu machen, wobei diese natürlich auch nicht durch zu hohe Tarife abgeschreckt werden düfen.

Gelegenheitsnutzer des ÖPNV sind nicht allein Autofahrer. Für Radfahrer - immer noch die ökologisch beste Fortbewegungsart in der Stadt - muss es auch ein sehr gutes Gelegenheitsangebot geben, wenn man nur einige Male im Jahr die Öffentlichen nutzen will/muss.
Zitat
Tom81
Was haltet Ihr davon?

Nichts.
Innerhalb des VBB werden jährlich 1,4 Millarden Euro Fahrgeld eingenommen. Quelle siehe unten (VBB Zahlen und Fakten, 2016).
Verringern sich die Einnahmen, müssen die Kosten reduziert werden. Das bedeutet, das Fahrtangebot muss ausgedünnt werden, weiteres Personal eingespart, Investitionen gestrichen oder verschoben werden. Die Folge wäre eine weitere Zunahme des motorisierten Individualverkehrs.

Schon heute liegen die Fahrgeldeinnahmen pro Personenkilometer oder pro Fahrgastfahrt im (west)europäischen Vergleich sehr niedrig. Die Folge sind ständig steigende Fahrgastzahlen, überlastete Fahrzeuge, Personalmangel u.s.w.
Die deutschen Verkehrsunternehmen brauchen nicht weniger, sondern mehr Einnahmen um den Standard aufrecht zu erhalten.

so long

Mario


In Stuttgart kann man wohl bei Emissionsproblemen regelmäßig ein ermäßigtes Ticket ziehen. Bringt aber offenbar auch nicht so viel, die Leute fahren doch nicht aus ökonomischen Gründen mit dem Auto...
Zitat
Arec
In Stuttgart kann man wohl bei Emissionsproblemen regelmäßig ein ermäßigtes Ticket ziehen.

Ne, in der kompletten Feinstaubsaison - und inklusive Umland.
Zitat
Stichbahn
Zitat
Nemo
Eine vergünstigte Umweltkarte finde ich da auch weitaus interessanter, als den Gelegenheitsfahrern Angebote zu machen, wobei diese natürlich auch nicht durch zu hohe Tarife abgeschreckt werden düfen.

Gelegenheitsnutzer des ÖPNV sind nicht allein Autofahrer. Für Radfahrer - immer noch die ökologisch beste Fortbewegungsart in der Stadt - muss es auch ein sehr gutes Gelegenheitsangebot geben, wenn man nur einige Male im Jahr die Öffentlichen nutzen will/muss.

Ich fahre überwiegend Fahrrad. So eine 365-Euro-Karte würde ich mir sicherlich trotzdem anschaffen, unabhängig davon, ob ich sie brauche und wie oft ich fahre. Bei Einzeltickets ist für mich zur Zeit der Preis nicht relevant, weil ich auf kurzen Strecken eben viel laufe und Fahrrad fahre und auf längeren oder mit vollen Taschen eben auch bereit bin zu bezahlen! Natürlich hat da meine Bereitschaft zu zahlen auch ihre Grenzen. Bei meinen längeren Wegen wird diese Grenze aber mit Sicherheit bei weitem nicht ausgeschöpft, bei kürzeren und mittelkurzen schon. Das könnte aber auch an meiner individuellen Wohnlage, meiner Bewegungsbereitschaft, der mangelnden Zuverlässigkeit des M29ers und dem Zwang auf vielen mir wichtigen Relationen mehrmals umzusteigen liegen. Das wird teilweise vielleicht zukünftig behoben, aber eben nicht durch irgendwelche vergünstigungen am Tarif.

Gruß Nemo
---

Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Zitat
der weiße bim
Zitat
Tom81
Was haltet Ihr davon?

Nichts.
Innerhalb des VBB werden jährlich 1,4 Millarden Euro Fahrgeld eingenommen. Quelle siehe unten (VBB Zahlen und Fakten, 2016).
Verringern sich die Einnahmen, müssen die Kosten reduziert werden. Das bedeutet, das Fahrtangebot muss ausgedünnt werden, weiteres Personal eingespart, Investitionen gestrichen oder verschoben werden. Die Folge wäre eine weitere Zunahme des motorisierten Individualverkehrs.

Schon heute liegen die Fahrgeldeinnahmen pro Personenkilometer oder pro Fahrgastfahrt im (west)europäischen Vergleich sehr niedrig. Die Folge sind ständig steigende Fahrgastzahlen, überlastete Fahrzeuge, Personalmangel u.s.w.
Die deutschen Verkehrsunternehmen brauchen nicht weniger, sondern mehr Einnahmen um den Standard aufrecht zu erhalten.

Aufgepasst! Es geht überhaupt nicht darum, der BVG, welche du gleich wieder reflexartig wie eine Bestie verteidigst, sämtliche Einnahmen zu entziehen.
Zitat
Wutzkman
Zitat
der weiße bim
Verringern sich die Einnahmen, müssen die Kosten reduziert werden. Das bedeutet, das Fahrtangebot muss ausgedünnt werden, weiteres Personal eingespart, Investitionen gestrichen oder verschoben werden. Die Folge wäre eine weitere Zunahme des motorisierten Individualverkehrs.

Aufgepasst! Es geht überhaupt nicht darum, der BVG, welche du gleich wieder reflexartig wie eine Bestie verteidigst, sämtliche Einnahmen zu entziehen.

Richtig, man sollte erstmal den volkswirtschaftlichen und verkehrspolitischen Nutzen betrachten, bevor man in betriebswirtschaftliche Diskussionen um Kosten und Aufwand für jeden einzelnen Verkehrsbetrieb einsteigt. Diese lassen sich jetzt noch gar nicht abschätzen, weil es eine Debatte um einen deutschlandweite kostenlosen Nahverkehr noch nie gab.

Viele Grüße
Florian Schulz

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Zitat
Wutzkman
Aufgepasst! Es geht überhaupt nicht darum, der BVG, welche du gleich wieder reflexartig wie eine Bestie verteidigst, sämtliche Einnahmen zu entziehen.


Öhm, doch darum geht es in dem Vorschlag von Tom81 ganz oben. Er will die Fahrpreise senken und damit sinken die Einnahmen von BVG, DB und S-Bahn. Der Vorschlag des Bundes wird woanders diskutiert. ;-)

x--x--x--x

Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Öhm, doch darum geht es in dem Vorschlag von Tom81 ganz oben. Er will die Fahrpreise senken und damit sinken die Einnahmen von BVG, DB und S-Bahn. Der Vorschlag des Bundes wird woanders diskutiert. ;-)

Nein. Durch Maßnahmen, die zur Senkung der Fahrgelderlöse führen, wäre nur die BVG direkt betroffen. Die S-Bahn Berlin GmbH und die Regionalverkehrsunternehmen sind Bruttovertragsunternehmen, d.h. Fahrgelderlöse, die sie einnehmen stehen nicht ihnen sondern den Aufgabenträgern zu. Sie werden für die Erbringung der Verkehrsleistung bezahlt (fast) unabhängig davon, wie viel Erlöse sie erzielen.
Zitat
der weiße bim
Schon heute liegen die Fahrgeldeinnahmen pro Personenkilometer oder pro Fahrgastfahrt im (west)europäischen Vergleich sehr niedrig. Die Folge sind ständig steigende Fahrgastzahlen

Oh Gott, wie schrecklich!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Wutzkman
Aufgepasst! Es geht überhaupt nicht darum, der BVG, welche du gleich wieder reflexartig wie eine Bestie verteidigst, sämtliche Einnahmen zu entziehen.


Öhm, doch darum geht es in dem Vorschlag von Tom81 ganz oben. Er will die Fahrpreise senken und damit sinken die Einnahmen von BVG, DB und S-Bahn. Der Vorschlag des Bundes wird woanders diskutiert. ;-)

Nee tun sie nicht, bestenfalls die der landeseigenen BVG, die anderen haben Bruttoverträge.

*******
Logital bei Twitter.
Die S-Bahn hat meines Wissens nach derzeit Nettoverträge und wird an den Einnahmen aus dem Fahrgeld beteiligt. Der neue Vertrag zum Netz Ring ist ein Bruttovertrag, das ist auch ein Grund, warum der Zuschussbedarf erheblich höher als bisher ist: Die Fahrgeldeinnahmen gehen an den VBB bzw. die Aufgabenträger Berlin/Brandenburg.
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