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Krise bei der Berliner U-Bahn
geschrieben von Marienfelde 
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B-V 3313
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Nemo
Wettbewerb war damals das Buzzword! Damit konnte man alles durchkriegen. Das war also sozusagen eine Art Chewbacca-Verteidigung der Liberalisierung, mit der man immer durchgekommen ist.

Die BVG hat sich damals auf den Wettbewerb vorbereitet. Seit 2002 ist sie ja auch als EVU zugelassen um an eventuellen Ausschreibungen teilnehmen zu können, für das Kerngeschäft wäre das nicht nötig.

Die BVG darf nicht an Ausschreibungen teilnehmen, so lange sie direkt mit Verkehrsleistungen beauftragt ist. Sie könnte höchstens für weitere Verkehrsleistungen im Land Berlin (ggf. mit geringem Umlandsanteil) direkt beauftragt werden, an einem Ausschreibungsverfahren nur für vorbenanntes Gebiet darf man sich meines Wissens nach auch nicht beteiligen. Aus diesem Grund möchte sich die Hochbahn auch von den Anteilen an der Benex-Holding trennen (Beteiligungen an Metronom, Agilis, Cantus und weitere).

Für die BVG bleibt also höchstens die S-Bahn, und das nicht in einem Ausschreibungsverfahren. Daran hat dem Vernehmen nach die BVG selbst aber ein geringes Interesse, kritische Stimmen mahnen dort vor allem wegen Problemen durch die Trennung von Netz und Betrieb. Mittlerweile geht die Diskussion auch dazu über, wenn nach einem In-House-Betrieber für die S-Bahn gesucht wird, den außerhalb der BVG anzusiedeln. Zumindest waren das die letzten Meinungen aus den Regierungskreisen, die in der Presse verlautet wurden.

Zudem ist die BVG als nichtöffentliches Eisenbahnverkehrsunternehmen eingetragen (vgl EBA). Das EVU darf deshalb nicht gewerbs- oder geschäftsmäßig betrieben werden (§ 3 AEG), das würde sich ausschließen. Das legt Nahe, dass der Hintergrund nicht die Teilnahme an Ausschreibungsverfahren ist, sondern andere Umstände maßgeblich für die Eigenschaft als EVU sind.



3 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.2018 11:34 von Arec.
Ich habe die BVG nur bei den öffentlichen EVU gefunden:
aber nur gültig bis 13.03.2017, bei einem Stand vom 7.3.2018. Das heißt, die Lizenz wird vermutlich abgelaufen sein.

Welchen Sinn sollte es für die BVG haben, ein nichtöffentliches EVU zu sein? Für Werkstransporte also von Britz über die Mittenwalder Eisenbahn zum Gleisanschluss Wuhletal? Da fehlt natürlich der Gleisanschluss in Britz.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
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Arec
Die BVG darf nicht an Ausschreibungen teilnehmen, so lange sie direkt mit Verkehrsleistungen beauftragt ist.

Erzähl uns doch mal was neues. 2002 war das aber noch nicht klar.

Zitat
Arec
Das legt Nahe, dass der Hintergrund nicht die Teilnahme an Ausschreibungsverfahren ist, sondern andere Umstände maßgeblich für die Eigenschaft als EVU sind.

Bleiben wir doch lieber bei für alle nachlesbaren Wahrheit: BVG will Bahn fahren

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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Nemo
Ich habe die BVG nur bei den öffentlichen EVU gefunden:
aber nur gültig bis 13.03.2017, bei einem Stand vom 7.3.2018. Das heißt, die Lizenz wird vermutlich abgelaufen sein.

Welchen Sinn sollte es für die BVG haben, ein nichtöffentliches EVU zu sein? Für Werkstransporte also von Britz über die Mittenwalder Eisenbahn zum Gleisanschluss Wuhletal? Da fehlt natürlich der Gleisanschluss in Britz.

Stimmt, du hast recht. Ich hab beide Listen geöffnet und durchsucht, wohl verwechselt. Nichtöffentliches EVU könnte als Wagenhalter möglich sein, oder weil keine Geschäftsmäßigkeit vorliegt. Ich weiß nicht, wie eng die im Sinne des AEG auszulegen, ist, aber denkbar wäre das zum Beispiel, wenn mal geplant gewesen wäre, dass man Wagen selbst von/zu Hersteller/Aufarbeitung überführt. Es hätte auch sein können, dass man für Übernahmen/Übergaben in Wuhletal EVU sein müsste. Ist aber alles egal, da die Lizenz, wie du geschrieben hast, wohl abgelaufen ist ;)

Zitat
Arec
Das legt Nahe, dass der Hintergrund nicht die Teilnahme an Ausschreibungsverfahren ist, sondern andere Umstände maßgeblich für die Eigenschaft als EVU sind.

Bleiben wir doch lieber bei für alle nachlesbaren Wahrheit: BVG will Bahn fahren[/quote]

Der Wille ist ja toll. Sind die auch reale Ausschreibungsteilnahmen bekannt? Immerhin gab es auch Zeiten, in denen man eine U10, U11, U3(neu) usw. bauen wollte. Teilweise hat man bekanntermaßen sogar schon damit angefangen.
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Arec
Der Wille ist ja toll. Sind die auch reale Ausschreibungsteilnahmen bekannt? Immerhin gab es auch Zeiten, in denen man eine U10, U11, U3(neu) usw. bauen wollte. Teilweise hat man bekanntermaßen sogar schon damit angefangen.

Erfasst. Hier werden aber der damalige Wille/ die Planungen/ Befürchtungen zum Wettbewerb teilweise völlig bestritten. So als würde man die Planungen für die U10 leugnen, weil es sie ja nicht im Netzplan gibt...

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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Arec
Der Wille ist ja toll. Sind die auch reale Ausschreibungsteilnahmen bekannt? Immerhin gab es auch Zeiten, in denen man eine U10, U11, U3(neu) usw. bauen wollte. Teilweise hat man bekanntermaßen sogar schon damit angefangen.

Zu denen ist es nie gekommen und angesichts der verschärften Bedingungen für die In-House-Vergabe wird es dies wohl auch nie. Es war zu der Zeit durchaus eine plausible Überlegung, denn warum sollten Regionalbahnstrecken im Berliner Umland durch eine (halbe) Tochter der Hamburger Hochbahn bedient werden, die die ODEG damals war, wenn es auch die BVG kann?

Der Versuch dabei über einen polnischen Kooperationspartner die Gehälter zu drücken, hat damals auch Schlagzeilen gemacht: [www.tagesspiegel.de]
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Lopi2000
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Arec
Der Wille ist ja toll. Sind die auch reale Ausschreibungsteilnahmen bekannt? Immerhin gab es auch Zeiten, in denen man eine U10, U11, U3(neu) usw. bauen wollte. Teilweise hat man bekanntermaßen sogar schon damit angefangen.

Zu denen ist es nie gekommen und angesichts der verschärften Bedingungen für die In-House-Vergabe wird es dies wohl auch nie. Es war zu der Zeit durchaus eine plausible Überlegung, denn warum sollten Regionalbahnstrecken im Berliner Umland durch eine (halbe) Tochter der Hamburger Hochbahn bedient werden, die die ODEG damals war, wenn es auch die BVG kann?

Vermutlich war es auch damals schon bedenklich, die Hochbahn ist nämlich eine (insolvenzfähige) Aktiengesellschaft, die BVG als Anstalt öffentlichen Rechts ist nicht insolvenzfähig, sondern besteht auf Grundlage eines Gesetzes. Das Land Berlin haftet unbeschränkt für alle Verbindlichkeiten der Gesellschaft und zahlt einen Ausgleich, wenn die BVG nicht aus eigenen Mitteln seine Aufgabe erfüllen kann.
Man muss das im damaligen Kontext betrachten. Privatisierungen waren in Mode (Bahn, Post, Vivantes, ja selbst Buslinien der BVG) und Monopole brachen weg (Telekom, Gas, Strom etc.). Da war die Angst vor den "Busfahrern aus Portugal zum Billiglohn", die damals auf den Betriebshöfen zu hören war, durchaus nicht von der Hand zu weisen.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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B-V 3313
Man muss das im damaligen Kontext betrachten. Privatisierungen waren in Mode (Bahn, Post, Vivantes, ja selbst Buslinien der BVG) und Monopole brachen weg (Telekom, Gas, Strom etc.). Da war die Angst vor den "Busfahrern aus Portugal zum Billiglohn", die damals auf den Betriebshöfen zu hören war, durchaus nicht von der Hand zu weisen.

Ja, das stimmt natürlich. Veränderungen bringen oft Unsicherheiten mit sich. Glücklicherweise hat sich alles nicht so entwickelt, wie man schlimmstenfalls befürchten musste. Mittlerweile gibt es beispielsweise auch Regionen in Polen, in denen Vollbeschäftigung herrscht. Auch dort haben Betriebe die selben Probleme wie hier, es mangelt selbst dort an Arbeitnehmern in Berufen, in denen nicht nur Höchstqualifizierte eingesetzt werden können, mit ein paar Zloty mehr lassen sich wohl dort auch keine Arbeitnehmer mehr locken, wenn es anderswo bessere Arbeitsbedingungen gibt.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.2018 13:49 von Arec.
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Arec
Zitat
B-V 3313
Man muss das im damaligen Kontext betrachten. Privatisierungen waren in Mode (Bahn, Post, Vivantes, ja selbst Buslinien der BVG) und Monopole brachen weg (Telekom, Gas, Strom etc.). Da war die Angst vor den "Busfahrern aus Portugal zum Billiglohn", die damals auf den Betriebshöfen zu hören war, durchaus nicht von der Hand zu weisen.

Ja, das stimmt natürlich. Veränderungen bringen oft Unsicherheiten mit sich. Glücklicherweise hat sich alles nicht so entwickelt, wie man schlimmstenfalls befürchten musste.

Glücklicherweise, du sagst es. Auch die bei den damaligen Personalvollversammlungen (im ICC) wurden von den anwesenden Politikern immer der Wettbewerb beschrien. Wobei der Weg zur Wettbewerbsfähigkeit ja schon Stilblüten trieb. Innerhalb der BVG bewarben sich die Bushöfe auf SEV-Leistungen! Erinnert sei da auch an den Betriebshof Zehlendorf, der zum "Volvo-Hof" werden sollte und die Buswerkstatt dann zur Vertragswerkstatt wurde. Was passierte? Die Fremdaufträge brachten Geld und wurden bevorzugt, die eigenen Wagen waren dann zweitrangig. Oder die Verkleinerung des Betriebshofes Spandau zur Einnahmenerhöhung. Heute würde man den Platz dringend brauchen...

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zusammenfassung letzte Woche:

Diverse Kurzzüge auf der U8/U9 (tgl. mind. drei pro Linie)
dafür alle pünktlich und dadurch auch nicht zu voll
Zitat
PassusDuriusculus
Zusammenfassung letzte Woche:

Diverse Kurzzüge auf der U8/U9 (tgl. mind. drei pro Linie)
dafür alle pünktlich und dadurch auch nicht zu voll
Hast du nicht etwa aufgepasst? Der Personalrat der BVG hat doch gesagt, alles sei Tuti. Es gäbe keinerlei Wagenmangel.
Im Gegensatz zum Personalmangel gibt es beim Wagenmangel einen gewissen Spielraum zwischen Kurzzügen und Ausfällen und ich war überrascht wie gut es funktioniert, wenn Kurzzüge (pünktlich) unterwegs sind. Die Monate davor habe ich fast keine Kurzzüge erlebt (außer Sonntag morgens) dafür aber diverse Ausfälle
Einspruch!
Zumindest am Montag Nachmittag war auf der U9 das übliche Chaos - natürlich ohne Hinweis auf Twitter oder der Homepage, aber immerhin(?) gab es die Standardansage zum unregelmäßigen Zugverkehr. Wie lange da nichts kam, kann ich nicht mal genau sagen, als ich allerdings Ku'damm auf den Bahnsteig kam, war die Osloer Seite voll mit Menschen. Die erste Bahn habe ich fahren lassen, weil sie objektiv voll war, in die Zweite wäre ich hineingekommen, war aber zu neugierig, ob die nächste Bahn wirklich direkt dahinter kommt; das war dann meine.

Den Rest der Woche war ich erst verreist und dann krank - wenn es da wirklich besser lief, freut mich das; ich kann nur nicht so recht daran glauben...
Wahrscheinlich habe ich einfach Glück gehabt, aber ich probiere halt auch schon immer gegen 7 Uhr in die Uni zu fahren, da hat sich alles wohl noch nicht aufgeschaukelt. Die nächsten meiner Erfahrungszeiten sind dann gegen 14, 18 und 21 Uhr



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.03.2018 09:40 von PassusDuriusculus.
Zitat
Chep87
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PassusDuriusculus
Zusammenfassung letzte Woche:

Diverse Kurzzüge auf der U8/U9 (tgl. mind. drei pro Linie)
dafür alle pünktlich und dadurch auch nicht zu voll
Hast du nicht etwa aufgepasst? Der Personalrat der BVG hat doch gesagt, alles sei Tuti. Es gäbe keinerlei Wagenmangel.

Das ist eine absolute Ausrede.
Wenn der Personalrat sowas sagt, dann heißt das wohl, dass der Wagenmangel nicht zu Tage tritt, weil der Personalmangel für mehr Ausfälle sorgt.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Sowohl der Personal- als auch der Wagenmangel führen zur jetzigen Krise.
Da brauchst du nicht mal bis New York "reisen", schau' mal nach München.
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