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Das Märchen von den "nachhaltigen U-Bahnplanungen" am Beispiel Spandaus
geschrieben von B-V 3313 
Zitat
Henning
Wieso? Es ist doch keine ungewöhnliche Frage.

Schau dich erstmal um, bevor du Fragen formulierst: [de.wikipedia.org]
Hier kannst du erfahren, wann der Tierpark gebaut und eröffnet wurde.

so long

Mario
Zitat
Henning
Wieso? Es ist doch keine ungewöhnliche Frage.
Natürlich gab es vor dem Deutsch-Französischen Krieg noch keine Straßenbahnen.
Zitat
Henning
Fuhr vor dem Krieg eine Straßenbahnlinie vom Alexanderplatz zum Tierpark?

Nö, das war durch den fehlenden Tierpark (Eröffnung 1955) auch nicht möglich.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
Jay
Es gab keinen wirklichen Fertigstellungstermin, sondern nur grob eine Jahreszahl. Für die Kostensteigerungen ist aber nicht allein der zeitliche Verzug verantwortlich, sondern vor allem auch der Fakt, dass Bauen im Untergrund risikobehaftet ist und man nie weiß, ob die getroffenen Annahmen auch tatsächlich zutreffen. Mit den Probebohrungen kann man auch völlig daneben liegen, was sich dann sehr deutlich auf die Kosten auswirken kann, wenn plötzlich das gesamte Bauverfahren umgestellt werden muss.

Richtig, es gilt der alte Bergmannspruch: "Vor der Hacke ist es dunkel!"

Und wohin der U-Bahnbau führen kann, hat man auch in Berlin schon gesehen:
Berliner Zeitung: Schieflage im Sumpf - Als 1200 Berliner auf einen Schlag ihre Wohnungen verloren

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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B-V 3313
Zitat
Jay
Es gab keinen wirklichen Fertigstellungstermin, sondern nur grob eine Jahreszahl. Für die Kostensteigerungen ist aber nicht allein der zeitliche Verzug verantwortlich, sondern vor allem auch der Fakt, dass Bauen im Untergrund risikobehaftet ist und man nie weiß, ob die getroffenen Annahmen auch tatsächlich zutreffen. Mit den Probebohrungen kann man auch völlig daneben liegen, was sich dann sehr deutlich auf die Kosten auswirken kann, wenn plötzlich das gesamte Bauverfahren umgestellt werden muss.

Richtig, es gilt der alte Bergmannspruch: "Vor der Hacke ist es dunkel!"

Und wohin der U-Bahnbau führen kann, hat man auch in Berlin schon gesehen:
Berliner Zeitung: Schieflage im Sumpf - Als 1200 Berliner auf einen Schlag ihre Wohnungen verloren

In dem verlinkten Artikel geht es aber primär nicht um die Folgen des U-Bahnbaus, sondern eher um die Folgen von falscher Bautechnologie auf schlechtem Baugrund und das auch bei Mietshäusern und nicht bei der U-Bahn. Die U-Bahn war quasi nur zufällig in der Nähe.

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!
Nein, die U-Bahn war nicht nur zufällig in der Nähe. Die Baustelle gab den Häusern den Rest.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Nein, die U-Bahn war nicht nur zufällig in der Nähe. Die Baustelle gab den Häusern den Rest.

Das war ja auch höchste Zeit, dass die Stadt die falsch gebauten Häuser abreißen ließ.
Ähnliches geschah schon um 1900 in Charlottenburg, wo ebenfalls einige ältere, unzureichend gegründete Wohnhäuser abgetragen werden mussten, da deren Stadtsicherheit durch den dort ja nicht mal sehr tiefen Baugruben-Graben gefährdet war.
Damals war üblich, solche maroden Bauten billig aufzukaufen, abzutragen und nach dem Tunnel- oder Kanalisationsbau an deren Stelle Neubauten zu errichten. Diese ließen sich dann später gewinnbringend verkaufen. So machten die Altvorderen aus der Not eine Tugend.

Zeitweise gehörten in der Innenstadt viele Häuser der Nordsüdbahn AG oder der Hochbahngesellschaft. Um Klagen von Hausbesitzern gleich aus dem Weg zu gehen, wurden von der U-Bahn zur Unterfahrung vorgesehene Häuser rechtzeitig vor der Veröffentlichung der Baupläne über Makler angekauft. Ganze Bereiche der Ostberliner U-Bahn nutzten bis in die Nachwendezeit Büroetagen solcher Gebäude in der Luxemburg- und Münzstraße.
Außerdem gab es vor dem U-Bahnbau keine direkte Straßenverbindung zwischen den Alexanderplatz und dem Strausberger Platz. Die Straßenbahn fuhr zuvor eingleisig durch schmale Straßen, ähnlich wie zwischen Alexanderplatz und Greifswalder bzw. Prenzlauer. Erst vor dem Bau der Linie E wurde von der Stadt Berlin ein großzügiger Straßendurchbruch vom Alex nach Osten durch Ankauf und Abriss der Bebauung angelegt. Ähnliches erfolgte dann anfangs der 1960er Jahre mit der Herstellung der durchgehenden Hauptstraßenzüge durch Kriegsbrachen von der Prenzlauer Allee bis Unter den Linden sowie von der Greifswalder bis zum Spittelmarkt und der Leipziger Straße einschließlich deren Neubebauung mit Gebäudezeilen im damaligen Stil.

so long

Mario
Zitat
PassusDuriusculus
Zitat
Bovist66

Könntest Du Dich vielleicht um einen etwas besseren Satzbau bemühen :-)? Und Interpunktion ist kein Verbrechen :-) ...

Oh entschuldigt bitte. Da muss ich wohl im Delirium gewesen sein...

Hauptsache, Du hast ´rausgefunden .... :-)


Zitat
PassusDuriusculus

Die parlamentarische Anfrage von 2005 gibt es vermutlich nur noch analog in einem Archiv..., zumindest bin ich online nicht fündig geworden.

Die Anfrage hatte ich vor einigen Jahren auf Bahninfo-Forum und vielleicht auch auf DSO verlinkt. Leider habe ich den Thread nicht mehr in Erinnerung. Ich glaube, die Anfrage stammte von einem Abgeordneten der CDU. Vielleicht auch einmal bei der CDU nachfragen?
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Railroader

Was den U-Bahnbau betrifft so störe ich mich halt etwas an der Arumentation, dass gegenwärtig nicht der richtige Zeitpunkt wäre und an der Tatsache, dass man wenig in die Zukunft schaut und jeglichen Bedarf an den gegenwärtigen Bedingungen misst. Wann ist denn der richtige Zeitpunkt wenn nicht heute, wo Berlin mal wieder mehr Geld hat? Der richtige Zeitpunkt ist aus meiner Sicht nicht gegeben, wenn man in 10 Jahren feststellt, dass einem ja die M4 aus allen Nähten platzt und auch die 150 Meter langen Straßenbahnen im 3 Minutentakt nicht mehr ausreichen. Dann ist es zu spät. Ich denke schon, man sollte auch 'nen bisschen zukunftsorientiert planen. Vielleicht setzt man sich auch mit einem Projekt in die Nesseln, das kann man aber nie ausschließen. Wichtig ist, dass man nun auch agiert und nicht nur plant und es dann wieder verwirft oder aufschiebt. Im dem Punkt sind uns andere Länder etwas voraus. Gewinner und Verlierer wird es auch immer geben, man kann es nie allen rechtmachen.

Berlin hat(te) ja gerade ein großes Problem damit, dass über die Jahre hinweg bei der Verkehrs-Infrastruktur viel für eine (naturgemäß) imaginäre ferne Zukunft geplant wurde - auf Kosten der Gegenwart und der nahen Zukunft.

Die Abschaffung der Straßenbahn im Westteil Berlins hatte ja nicht zuletzt mit dem Versprechen des U-Bahnbaus zu tun, und statt sich um die S-Bahn zu bemühen, entstanden wiederum U-Bahnstrecken auf dem Reißbrett. Mit dem Erfolg diverser Vorleistungen, die heute größtenteils nicht mehr gebraucht werden (insbesondere im Bereich der ehemaligen U10 Süd).

Bei einer realistischeren Bewertung der Möglichkeiten hätte man bei der Erschließung z.B. des Falkenhagener Felds gleich auf die Straßenbahn gesetzt, und 1984ff statt zweifelhafter Spurbus- und U-Bahnplanungen das Naheliegende gewählt: die Reaktivierung der S-Bahn nach Lichterfelde Süd.

Gerade weil es in Berlin oft das Größte mit viel Beton sein muss, kommt hinterher regelmäßig die Null-Lösung heraus oder bestenfalls etwas Mittelmäßiges. Weil man sich eben verkalkuliert hat und die Zukunft doch nicht so ausfällt wie geplant. Überzogene Größe und Mangel liegen in Berlin oft dicht beeinander. So warten die Bewohner/innen des Falkenhagener Felds, der Märkischen Viertels, Marienfelde Süd etc noch heute auf ihre Anbindung an das Schienennetz. Und sie werden das wohl auch noch lange weiter tun (müssen). Bleiben die Träume vom U-Bahnanschluss. Dafür haben die Kleingärten in der Lindauer Allee ihren eigenen U-Bahn-Eingang.

In der Tat sind uns andere Länder voraus - manchmal jedenfalls. In Straßburg und Bordeaux hatte man eben den Mut, die unrealistischen U-Bahnprojekte zu beerdigen und auf die Straßenbahn zu setzen. Vermutlich hätte man sich in Deutschland eher dafür entschieden, weiter zu diskutieren, nichts zu riskieren und am Ende gar nichts zu erreichen.
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der weiße bim
Zitat
Henning
Wieso? Es ist doch keine ungewöhnliche Frage.

Schau dich erstmal um, bevor du Fragen formulierst: [de.wikipedia.org]
Hier kannst du erfahren, wann der Tierpark gebaut und eröffnet wurde.

Ich wusste nicht, dass der Tierpark erst 1955 in Betrieb genommen wurde. Die U5 fährt zwischen Alexanderplatz und Tierpark hauptsächlich unter der Karl-Marx-Allee und der Frankfurter Allee. Meine Frage war, ob auf dieser Route jemals eine Straßenbahn fuhr?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 14.06.2018 23:41 von Henning.
Zitat
Henning
Ich wusste nicht, dass der Tierpark erst 1955 in Betreib genommen wurde. Die U5 fährt zwischen Alexanderplatz und Tierpark hauptsächlich unter der Karl-Marx-Allee und der Frankfurter Allee. Meine Frage war, ob auf dieser Route jemals eine Straßenbahn fuhr?

Ja.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Bis wann fuhren Straßenbahnen auf der Karl-Marx-Allee und der Frankfurter Allee?
Die Strecke wurde abschnittsweise bis 1962 eingestellt.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
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B-V 3313
Die Strecke wurde abschnittsweise bis 1962 eingestellt.

Wobei durchaus gesagt werden darf, dass der Löwenanteil der Strecke bereits 1945 eingestellt wurde.

Der obligatorische Klugschiss (ist bestimmt nicht zuende gedacht) sei mir auch noch gegönnt: Der letzte Abschnitt in der Frankfurter Allee ging 1975 außer Betrieb, allerdings fuhr darunter auch keine U-Bahn. Die Verlängerung der Linie E zum Tierpark machte diese aber erst möglich bzw. bot sie dadurch eine sinnvolle Alternative.
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Railroader
Zitat
Nemo


Klar, wenn man am Ostkreuz wohnt, dann braucht man eigentlich keine weitere Verkehrsanbindung. Daraus zu folgern, das dort nichts hinfahren muss ist aber natürlich Quatsch.

Nicht die Worte im Mund umdrehen. ;) Meine Aussage bezog sich auf das Argument, eine Straßenbahn wäre besser, weil man da ja nicht so weit zur Haltestelle laufen muss. Die Umgebung der Sonntagstr. zeigt, dass die Leute dennoch zur Schnellbahn laufen, auch wenn sie direkt ne Straßenbahn vor der Tür haben. Warum sollten sie es also anderswo nicht tun?

Und wenn die dann ne Haltestelle vor der Tür haben wo eine Linie direkt zum Ostkreuz fährt, glaub mir, die steigen für eine Station in die Straßenbahn. Und das obwohl sie Jahre zuvor gegen die Strecke gewettert haben.
Selbst wenn, ich nutze auch jede Menge Infrastruktur, die ich für fehldimensioniert, falsch angelegt oder einfach für Quatsch halte. Wer tut das nicht?

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.06.2018 15:30 von Nemo.
... nix

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.06.2018 15:31 von Nemo.
Zitat
Platte
Zitat
B-V 3313
Die Strecke wurde abschnittsweise bis 1962 eingestellt.

Wobei durchaus gesagt werden darf, dass der Löwenanteil der Strecke bereits 1945 eingestellt wurde.

Der obligatorische Klugschiss (ist bestimmt nicht zuende gedacht) sei mir auch noch gegönnt: Der letzte Abschnitt in der Frankfurter Allee ging 1975 außer Betrieb, allerdings fuhr darunter auch keine U-Bahn. Die Verlängerung der Linie E zum Tierpark machte diese aber erst möglich bzw. bot sie dadurch eine sinnvolle Alternative.

Der Abschnitt der U5 zwischen Alexanderplatz und Friedrichsfelde ging 1930 in Betrieb. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Straßenbahn in der Karl-Marx-Allee und der Frankfurter Allee später außer Betrieb genommen wurde.
Zitat
Henning
Der Abschnitt der U5 zwischen Alexanderplatz und Friedrichsfelde ging 1930 in Betrieb. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Straßenbahn in der Karl-Marx-Allee und der Frankfurter Allee später außer Betrieb genommen wurde.

Blödsinn, siehe Schönhauser Allee oder Friedrichstraße.

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Ein fester Standpunkt ist immer wichtig - besonders in Kurven und beim Bremsen. Bitte gut festhalten!
Zitat
B-V 3313
Zitat
Henning
Der Abschnitt der U5 zwischen Alexanderplatz und Friedrichsfelde ging 1930 in Betrieb. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Straßenbahn in der Karl-Marx-Allee und der Frankfurter Allee später außer Betrieb genommen wurde.

Blödsinn, siehe Schönhauser Allee oder Friedrichstraße.

Verwunderlich wäre es gewesen, wenn die Straßenbahn vor Eröffnung der U-Bahn stillgelegt worden wäre, wie z.B. auf vielen Strecken im Westteil der Stadt...

Gruß Nemo
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Eine Straßenbahn ist besser als keine U-Bahn!!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 15.06.2018 23:42 von Nemo.
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