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Tarifverhandlungen BVG 2018
geschrieben von nicolaas 
Ich glieder das mal aus, weil das noch länger gehen könnte. Erstmal meinUrsprungsartikel aus "neues deutschland", in dem auch die 100-Euro-Lohnerhöhungsforderung von ver.di steht:

Zitat
Der U-Bahn mangelt es an allem/Personalmisere hängt auch mit Bezahlung zusammen
»Das Personal kriecht auf dem Zahnfleisch«, sagt ein Mitarbeiter der U-Bahn-Leitstelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Knapp 14 Wochen Überstunden haben sich auf seinem Arbeitszeitkonto angesammelt. Weil er wie der Großteil der Leitstellenmitarbeiter nur teilzeitbeschäftigt ist und Personal fehlt, hat er fast keine Möglichkeit, seine Überstunden abzufeiern.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Berlin hat heute erstmals eine Pressemitteilung zum Thema verschickt (Fehler im Original):

Zitat
PRESSEINFORMATION Nahverkehrsarbeitgeber legen Angebote vor
Berlin, 28. Mai 2018. ver.di versucht mit einer Kundgebung Druck auf die Nahverkehrsarbeitgeber BVG AöR und Berlin Transport GmbH
in der aktuellen Tarifrunde auszuüben.
„Wir sind über die heutige Kundgebung vor der zweiten Tarifverhandlung verwundert,“ so die KAV-Geschäftsführerin und Verhandlungsführerin
Claudia Pfeiffer. Und weiter: „Wir haben die erste Verhandlungsrunde, wie üblich, zu einem Austausch der Positionen genutzt. Die Gewerkschaften haben ihre Forderungen erläutert, wir haben unsere Einschätzungen hierzu dargelegt. Eine Protestkundgebung ist aus unserer Sicht zum jetzigen Zeitpunkt eine doch ungewöhnliche Maßnahme.“
Grundlage für die Tarifverhandlungen ist der 2013 abgeschlossene Tarifvertrag Zukunftssicherung. Dieser sieht bis 2020 jedes Jahr eine lineare Entgeltsteigerung im Volumen von 2,5 Prozent vor, wenn das im Tarifvertag vorgesehene Betriebsergebnis erreicht wird. Obwohl das Betriebsergebnis nicht erreicht wurde, haben die Nahverkehrsarbeitgeber bereits in der 1. Runde ein Angebot von 2,5 Prozent Erhöhung der Entgelte vorgelegt. Dies ist aus Sicht der Arbeitnehmer nicht genug. Ver.di fordert 100 Euro als Mindestbetrag für jeden Mitarbeiter und eine Vorteilsregelung für ver.di-Mitglieder. „Diese Forderungen sind für die Nahverkehrsarbeitgeber nicht finanzierbar,“ stellt die Verhandlungsführerin fest.
Heute hat die Arbeitgeberseite ihr ursprüngliches Angebot nochmal verbessert. Neben einer Entgelterhöhung in Höhe von 2 Prozent in 2018 sollen alle Beschäftigte zusätzlich ein Smartphone erhalten, das auch zur privaten Nutzung freigegeben wird. Die BVG trägt die Kosten, wie z.B. für die Geräteanschaffungen und die Mobilfunkverträge. Dieses Angebot der Arbeitgeberseite bedeutet eine Steigerung des Volumens auf 3 insgesamt Prozent, obwohl sie nach den tariflichen Regelungen zu einem wesentlich geringeren Angebot verpflichtet wäre. Damit unterstreichen die Arbeitgeber nachdrücklich ihre Wertschätzung der Arbeit der Mitarbeiter und berücksichtigen deren private Lebensbedürfnisse.
„Wir setzen auf Kompromissfähigkeit der Gewerkschaft. Sie dürfen den Blick für die wirtschaftliche Lage der Nahverkehrsarbeitgeber BVG AöR und Berlin Tarnsport GmbH bei den weiteren Verhandlungen nicht verlieren,“ appelliert Claudia Pfeiffer.
Die Verhandlungen werden vereinbarungsgemäß im Juni fortgesetzt.
Ver.di sieht die Sache so:
Zitat
Sachleistung statt Entgelt ?
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am 28.05.2018 hat die zweite Verhandlungsrunde zum Entgelt 2018 beim Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin (KAV Berlin) stattgefunden. Bereits vor Verhandlungsbeginn haben ver.di-Vertrauensleute durch eine Kundgebung am Verhandlungsort die ver.di-Verhandlungskommission gestärkt. Rund 100 Vertrauensleute machten deutlich, dass die Forderung nach 100 Euro Festbetrag ein notwendiger Schritt ist. Die Verhandlungen begannen mit einem nochmaligen Austausch der Argumente und endeten mit einem vermeintlichen Angebot der Arbeitgeberseite. Der KAV Berlin bot eine lineare Erhöhung der Entgelttabelle um 2,0 % an. Darüber hinaus würde die Arbeitgeberseite allen Beschäftigten ein Smartphone für den dienstlichen, wie auch privaten Gebrauch zur Verfügung stellen. Würde dies bei ver.di nicht auf Zustimmung treffen, bliebe es bei der Erhöhung des Gesamtvolumens von 2,5%. Dieser Vorschlag war offensichtlich nicht auf die Kolleginnen und Kollegen der BT bezogen, was durch eine gewisse Verunsicherung auf Arbeitgeberseite erkennbar war.
Die Tarifkommission hat diesen Alternativvorschlag der Arbeitgeber bewertet und einstimmig als skandalös und vollkommen unzureichend abgelehnt. ver.di fordert tabellenwirksame Entgelterhöhungen statt Sachleistungen, die für viele Kolleginnen und Kollegen jetzt schon betriebliche Notwendigkeit sind. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht gewillt, die Digitalisierungsthemen des Betriebes durch Abstriche bei ihrem Entgelt zu finanzieren. Auch würde so der weiteren Verfügbarkeit der Beschäftigten für 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche Vorschub geleistet.
Die Verhandlungskommission erwartet von der Arbeitgeberseite bis zum 8. Juni ein verbessertes Angebot auf der Grundlage unserer Forderung. Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits für den 13. Juni terminiert.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.05.2018 18:50 von nicolaas.
Das Angebot habe ich wiederum bei "neues deutschland" kommentiert:

Zitat
Kohle statt Smartphones
»Ich will lieber das Geld« kommentiert ein Beschäftigter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), nachdem er vom großzügigen Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin (KAV) in der laufenden Tarifrunde erfährt. Jeder BVG-Mitarbeiter soll ein Smartphone bekommen, das auch privat genutzt werden kann. Zusammen mit der tatsächlich angebotenen Lohnerhöhung errechnet die KAV so ein Plus von drei Prozent für die Beschäftigten. »Damit unterstreichen die Arbeitgeber nachdrücklich ihre Wertschätzung der Arbeit der Mitarbeiter und berücksichtigen deren private Lebensbedürfnisse«, heißt es weiter in der Mitteilung.
Bitte was? Ein Smartphone? Was soll das denn? Abgesehen davon, dass die meisten vermutlich ohnehin eines haben klingt das doch eher nach einem Versuch, die Mitarbeiter stets in Rufbereitschaft zu halten. Klingt für mich nach allem, nur nicht nach einer Berücksichtigung der Lebensbedürfnisse der Mitarbeiter.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Zitat
Philipp Borchert
Bitte was? Ein Smartphone? Was soll das denn? Abgesehen davon, dass die meisten vermutlich ohnehin eines haben klingt das doch eher nach einem Versuch, die Mitarbeiter stets in Rufbereitschaft zu halten. Klingt für mich nach allem, nur nicht nach einer Berücksichtigung der Lebensbedürfnisse der Mitarbeiter.

Der KAV Berlin scheint geistig noch irgendwo in den 2000ern zu sein und glaubt, kein massives Personalproblem zu haben. Sie sollten noch ein paar Glasperlen drauflegen.
In der Berliner Zeitung berichtet Peter Neumann, dass ver.di schon mit Warnstreiks droht.

Zitat
Tarifverhandlung: Verdi droht mit Warnstreiks bei der BVG
„Für die nächste Runde am 13. Juni erwarten wir ein verbessertes Angebot auf der Grundlage unserer Forderung“, so Verdi-Sekretär Jeremy Arndt. Sonst sei damit zu rechnen, dass Verdi den Tarifvertrag zu Ende Juni kündigt: „Dann endet die Friedenspflicht, und es könnte ab Anfang Juli zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen.“
Zitat
Philipp Borchert
Bitte was? Ein Smartphone? Was soll das denn? Abgesehen davon, dass die meisten vermutlich ohnehin eines haben klingt das doch eher nach einem Versuch, die Mitarbeiter stets in Rufbereitschaft zu halten. Klingt für mich nach allem, nur nicht nach einer Berücksichtigung der Lebensbedürfnisse der Mitarbeiter.

Deine Befürchtung teile ich, und habe schwere Bedenken, private Kontakte mit einem dienstlichen Telefon zu vermischen.
Ich würde das Ding bei Ausgabe ausgeschaltet in den Spind tun und zum Renteneintritt im Urspungszustand abgeben....
Statt für so einen Irrsinn Geld auszugeben,lieber in die Lohntüte, ggf als Einmalzahlung.

T6JP
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
Philipp Borchert
Bitte was? Ein Smartphone? Was soll das denn? Abgesehen davon, dass die meisten vermutlich ohnehin eines haben klingt das doch eher nach einem Versuch, die Mitarbeiter stets in Rufbereitschaft zu halten. Klingt für mich nach allem, nur nicht nach einer Berücksichtigung der Lebensbedürfnisse der Mitarbeiter.

Deine Befürchtung teile ich, und habe schwere Bedenken, private Kontakte mit einem dienstlichen Telefon zu vermischen.
Ich würde das Ding bei Ausgabe ausgeschaltet in den Spind tun und zum Renteneintritt im Urspungszustand abgeben....
Statt für so einen Irrsinn Geld auszugeben,lieber in die Lohntüte, ggf als Einmalzahlung.

Das Ding soll ja für die Fahrer eine Verbesserung bringen. Damit können sie sich dann zum Dienst anmelden und auch ihre Dienste abrufen. Dann kann man gleich die Fahrerterminals abschaffen.
Mag sein, dass es für den ein oder anderen tatsächlich was Gutes ist, aber ich persönlich hielte einen deutlichen Abstand zwischen Arbeit und Privatleben (v.A. wenn gleichbedeutend mit Freizeit) für sinnvoller. Die Abschaffung der Fahrerterminals wäre ja vor Allem für die BVG aus betrieblicher Sicht eine Einsparung.

Es MUSS ein Hobby sein - leisten kann ich mir das nicht... :)
Ekelhaft, wie sich die BVG hinter der KAV versteckt. Man verhandelt noch nicht mal selbst mit seinen Arbeitnehmern.

______________________

Nicht-dynamische Signatur
Zitat
Bd2001
Zitat
T6Jagdpilot
Zitat
Philipp Borchert
Bitte was? Ein Smartphone? Was soll das denn? Abgesehen davon, dass die meisten vermutlich ohnehin eines haben klingt das doch eher nach einem Versuch, die Mitarbeiter stets in Rufbereitschaft zu halten. Klingt für mich nach allem, nur nicht nach einer Berücksichtigung der Lebensbedürfnisse der Mitarbeiter.

Deine Befürchtung teile ich, und habe schwere Bedenken, private Kontakte mit einem dienstlichen Telefon zu vermischen.
Ich würde das Ding bei Ausgabe ausgeschaltet in den Spind tun und zum Renteneintritt im Urspungszustand abgeben....
Statt für so einen Irrsinn Geld auszugeben,lieber in die Lohntüte, ggf als Einmalzahlung.

Das Ding soll ja für die Fahrer eine Verbesserung bringen. Damit können sie sich dann zum Dienst anmelden und auch ihre Dienste abrufen. Dann kann man gleich die Fahrerterminals abschaffen.

Die BVG besteht aus mehr als Fahrern- was sollen all die anderen mit einem Diensthandy, so es ihre Arbeitsaufgaben nicht erfordert...??

T6JP
Zitat
Bd2001
Dann kann man gleich die Fahrerterminals abschaffen.

Eben, es geht ja hauptsächlich um eine Kostenersparnis für die BVG. Terminals abschaffen, ggf. bezahlte Vorbereitungszeiten (wenn vorhanden) kürzen, den Mitarbeiter vielleicht langfristig auch nicht mehr an Meldestellen binden. Kann man machen, wo der der Einzelne Vor- oder Nachteile sieht, bleibt ihm überlassen. Das aber als Wertschätzung zu verkaufen und als Teil einer Tarifverhandlung zu sehen empfinde ich schon als Hohn. Die Möglichkeit der privaten Nutzung kann man auch einfach als Anreiz von Seiten der BVG sehen, dass der Mitarbeiter das Ding auch immer mit sich rumschleppt und die BVG keine Vorrichtungen schaffen muss, die dem Arbeitnehmer auch ermöglichen, das Telefon auf der Arbeit zu belassen oder dort aufzuladen. Eine Verpflichtung, Arbeitsmittel mit nach Hause zu nehmen, hat der Arbeitnehmer pauschal nämlich nicht. Ich weiß, es ist Krümelkackerei, aber genau diese Themen hatten wir bei der Einführung des Tablets bei der S-Bahn und ich erkenne starke Parallelen. Auch hier wurde den Kollegen die private Nutzung schmackhaft gemacht, was aber, wenn man sich so umhört, kaum einer möchte.

Zitat
Bd2001

Damit können sie sich dann zum Dienst anmelden und auch ihre Dienste abrufen.

Um den Dienst, wenn denn gewollt, auch in der Freizeit abrufen zu können, benötigt es eigentlich nur einen entsprechenden Mitarbeiterbereich auf der Homepage der BVG.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.05.2018 23:40 von Railroader.
Zitat
Lehrter Bahnhof
Ekelhaft, wie sich die BVG hinter der KAV versteckt. Man verhandelt noch nicht mal selbst mit seinen Arbeitnehmern.

Die Arbeitnehmer ihrerseits verhandeln auch nicht selbst mit der BVG, sondern mandatieren dafür ihre Gewerkschaften. Es gibt da ein Tarifvertragsgesetz, das ziemlich genau regelt, wer überhaupt genau mit wem worüber verhandeln darf. Bei der DB macht das auch der entsprechende AGV und für Landesbedienstete die Tarifgemeinschaft der Länder, nicht Herr Müller persönlich...

Viele Grüße
Arnd
Diese ganze Folklore ist einfach nur nervig und ich kann weder Verdi noch KAV in ihrer gegenseitigen Empörtheit ernst nehmen. Es wäre schön, wenn tatsächlich mal "richtig" verhandelt würde und nicht nur immer dieser Austausch von Plattitüden stattfinden würde.

Ich fürchte, dass es nach dem üblichen Raster weiterläuft und Verdi wieder völlig unnötige "Warnstreiks" vom Zaun bricht, um die Mitglieder bei der Stand zu halten, während die Arbeitgeberseite das trotz der durch die GDL geschaffenen Rechtslage unter Abgabe empörter Wortmeldungen tolerieren wird und somit die Fahrgäste die Gekniffenen sind, was beide Seiten trotz angedeuteter Krokodilstränen bewusst inkauf nehmen.

Natürlich wünsche ich den BVG-Mitarbeitern eine deutliche Gehaltsverbesserung und ggf. auch mal eine Überarbeitung der Eingruppierungen, aber ich befürchte, dass am Ende mal wieder ein fauler Kompromiss groß gefeiert wird, den man auch hätte jetzt schon finden können.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
Zitat
Jay
während die Arbeitgeberseite das trotz der durch die GDL geschaffenen Rechtslage unter Abgabe empörter Wortmeldungen tolerieren wird und somit die Fahrgäste die Gekniffenen sind, was beide Seiten trotz angedeuteter Krokodilstränen bewusst inkauf nehmen.

Was wäre die Alternative?

Und welche Rechtslage hat die GDL geschaffen?



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 29.05.2018 01:01 von Railroader.
Zitat
Railroader
Zitat
Jay
während die Arbeitgeberseite das trotz der durch die GDL geschaffenen Rechtslage unter Abgabe empörter Wortmeldungen tolerieren wird und somit die Fahrgäste die Gekniffenen sind, was beide Seiten trotz angedeuteter Krokodilstränen bewusst inkauf nehmen.

Was wäre die Alternative?

Da nicht absehbar ist, dass man Vorkehrungen, wie in den streikfreudigen Ländern Italien und Frankreich, trifft mit denen ein Basisfahrplan garantiert wird, obwohl das z.B. im Rahmen einer Notdienstvereinbarung möglich wäre, bleibt nur der Weg auf das geltende Recht zu pochen und nichtstreikenden Mitarbeitern die Arbeitsaufnahme zu ermöglichen. Das von Verdi gern praktizierte "zuparken" der Betriebshöfe ist nämlich rechtlich nicht (mehr) gedeckt und funktioniert nur noch, weil die meisten Betriebe das so akzeptieren. Sie stellen sogar im vorauseilenden Gehorsam bereits bis zu 2h vorher den Betrieb ein und fahren alle Fahrzeuge in die Höfe.

Eigentlich würde Verdi die finanziellen Auswirkungen deutlich in die Höhe treiben, wenn sie diese Folklore sein ließen und jeden Fahrwilligen fahren ließen. Dann müsste die BVG nämlich genau nachprüfen, wer tatsächlich gefahren ist und somit vollen Lohnanspruch hat, statt pauschal nichts zahlen zu müssen. Auch für die Verkehrsvertragsabrechnung ist dann spannend, was tatsächlich gefahren ist.

--- Signatur ---
Bitte beachten Sie beim Aussteigen die Lücke zwischen Bus und Bordsteinkante!
@ Jay: Okay, das ist schlüssig, sehe ich ähnlich.
Zitat
Jay
Diese ganze Folklore ist einfach nur nervig und ich kann weder Verdi noch KAV in ihrer gegenseitigen Empörtheit ernst nehmen. Es wäre schön, wenn tatsächlich mal "richtig" verhandelt würde und nicht nur immer dieser Austausch von Plattitüden stattfinden würde.

Natürlich wünsche ich den BVG-Mitarbeitern eine deutliche Gehaltsverbesserung und ggf. auch mal eine Überarbeitung der Eingruppierungen, aber ich befürchte, dass am Ende mal wieder ein fauler Kompromiss groß gefeiert wird, den man auch hätte jetzt schon finden können.

Die Folklore gehört nun mal zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Natürlich wird auch "richtig" verhandelt, aber nicht in der Öffentlichkeit.
Leider wurde im laufenden Tarifvertrag von 2013 auf ein viel zu hohes Betriebsergebnis gesetzt, das der Senat durch die Aussetzung der VBB-Tariferhöhung bewusst niedrig hält. Die jährliche Steigerung der Fahrgastzahlen erfordert nun auch bedeutend höhere Aufwendungen, was die steigenden Fahrgelderlöse gleich wieder auffrisst.
Solange der Entgelttarif nicht von einer Seite gekündigt wird, besteht übrigens Friedenspflicht, so dass Streiks erstmal nicht zu befürchten sind.

Die Eingruppierungen, Zuschläge, Arbeitszeiten und so weiter gehören in den Manteltarifvertrag, den Ver.di zum Jahresende kündigen kann und wohl auch wird. Hier kommt die eigentliche Nagelprobe, wieweit die Arbeitgeberseite die Mitarbeiter liebt ... Da sind Arbeitskampfmaßnahmen zu erwarten.

so long

Mario
Zitat
der weiße bim

Die Folklore gehört nun mal zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Aber eben nicht das Hindern der nicht streikenden Kollegen. Bei der S-Bahn gab es sowas bisher in meiner Zeit hier mE nicht, aber ich kann es auch nicht ab, wenn nicht streikende Kollegen wie Aussetzige behandelt werden. Die Demokratie gibt eben auch her, dass in dieser Situation jeder selbst entscheiden darf. Auch das sollte man respektieren und nicht auf emotionaler Ebene austragen.
Zitat
der weiße bim

Die Eingruppierungen, Zuschläge, Arbeitszeiten und so weiter gehören in den Manteltarifvertrag, den Ver.di zum Jahresende kündigen kann und wohl auch wird. Hier kommt die eigentliche Nagelprobe, wieweit die Arbeitgeberseite die Mitarbeiter liebt ... Da sind Arbeitskampfmaßnahmen zu erwarten.

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