Aus der Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums vom 6. November:

>> Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat heute zahlreiche zusätzliche Schienenprojekte vorgestellt, die in den kommenden Jahren vordringlich geplant und umgesetzt werden sollen. Es handelt sich um Projekte, die im Bundesverkehrswegeplan 2030 bislang in die Kategorie "Potenzieller Bedarf" eingestuft waren.

Insgesamt 44 dieser Projekte wurden in den vergangenen Monaten gutachterlich unter die Lupe genommen und auf ihre Wirtschaftlichkeit untersucht – auch vor dem Hintergrund des vor Kurzem von Minister Scheuer vorgestellten Deutschlandtakts, einem optimalen Fahrplan mit dem die Menschen öfter, schneller überall an ihr Ziel kommen sollen. Zu dessen Umsetzung braucht Deutschland ein hochleistungsfähiges Schienennetz für den Personen- und den Güterverkehr.

Ergebnis der Bewertungen: 29 Schienenprojekte steigen in den "Vordringlichen Bedarf" (die höchste Dringlichkeitsstufe) des Bundesverkehrswegeplans auf. Es handelt sich um 22 Neu- und Ausbauvorhaben, 6 Ausbauvorhaben von Eisenbahnknoten, sowie Maßnahmen für den Einsatz von 740-Meter langen Güterzügen. Die Projekte erhalten damit eine ganz konkrete Umsetzungsperspektive und können nun geplant werden. <<

[www.bmvi.de]

Unter der Pressemitteilung findet man Links auf zwei PDFs, die ausführliche Bewertung der einzelnen Vorhaben (auch der gescheiterten) und einen Kurzbericht.

Ganz Bayern betreffend sind die folgenden Vorhaben des bisherigen Potenziellen Bedarfs heraufgestuft worden (zitiert aus dem Kurzbericht):

3 ABS München– Mühldorf – Freilassing (inkl. Walpertskirchner Spange für Verkehre Flughafen MUC – Salzburg und zweigleisigem Ausbau Tüßling – Freilassing)

4 ABS/NBS Nürnberg – Erfurt (VDE 8.1, inkl. Maßnahmen zur weiteren Fahrzeitverkürzung und Tunnel Fürth)

6 ABS Nürnberg – Schwandorf / München – Regensburg – Furth im Wald – Grenze D/CZ

10 ABS Augsburg – Donauwörth

15 ABS Stuttgart – Backnang / Schwäbisch Gmünd – Aalen – Nürnberg [Vorzugsstrecke über Backnang, nicht Aalen]

17 ABS Landshut – Plattling

21 ABS Regensburg – Mühldorf

43 Knoten München

Nach der Liste folgt eine Warnung:

>> Die Aufnahme in den VB bedeutet angesichts des erweiterten Gesamtumfangs des VB nicht, dass für alle Maßnahmen die Planungen unmittelbar aufgenommen werden können. <<

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Für weitere Informationen zum BVWP 2030 verweise ich auf das Franken-Forum:

[www.bahninfo-forum.de]
Auch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat eine Pressemitteilung herausgegeben:

[www.stmb.bayern.de]

>> Bundesverkehrsministerium stuft neun Bahnprojekte in Bayern hoch

München, 07.11.2018

Deutliches Bekenntnis zum Verkehrsträger Schiene

• Bayerisches Bahnnetz mit neun Projekten überdurchschnittlich bedacht
• Hochstufung vom „Potentiellen“ in den „Vordringlichen Bedarf“
• Staatssekretär Josef Zellmeier: „Wir investieren dort ins Bahnnetz, wo der Bedarf am größten ist.“

+++ Weitere Signale für notwendige Bahnstreckenausbauten im Freistaat Bayern sind jetzt auf grün gestellt: Das Bundesverkehrsministerium hat insgesamt 29 zusätzliche Bahnstrecken und -knoten fest in den Bedarfsplan Schiene übernommen, allein neun davon in Bayern oder mit direkter Auswirkung für Bayern. Das hierfür erforderliche Investitionsvolumen wird allein bei den bayerischen Strecken auf vier bis fünf Milliarden Euro geschätzt. Für Bayerns Verkehrsstaatssekretär Josef Zellmeier ist die Aufwertung der Bahnprojekte ein klares Bekenntnis zur Stärkung des Verkehrsträgers Schiene. „Die Auswahl zeigt, dass es wichtig und wirtschaftlich ist, dort ins Bahnnetz zu investieren, wo der Bedarf am größten ist.“+++

Folgende Projekte im bayerischen Bahnnetz sind jetzt in der Priorität hochgestuft worden:

1 Ausbau der Strecke Augsburg – Donauwörth auf drei Gleise
2 Ausbau der sogenannten Metropolenbahn als Verbindung von München und Nürnberg nach Prag über die Strecke nach Furth im Wald mit Hauptfokus auf die Elektrifizierung der Strecke von Nürnberg via Schwandorf zur deutsch-tschechischen Grenze
3 Ausbau der Strecke Regensburg – Mühldorf mit Hauptfokus auf die Elektrifizierung des Abschnitts Landshut – Mühldorf
4 Ausbau der Strecke Landshut – Plattling mit Schaffung von zusätzlichen Begegnungsabschnitten
5 Ausbaustrecke München – Mühldorf – Freilassing mit der Projekterweiterung um ein zweites Gleis im Abschnitt Tüßling – Freilassing, die Walpertskirchner Spange, das Fernbahngleis des Erdinger Ringschluss und um Maßnahmen zur Erhöhung der Reisegeschwindigkeit zwischen Markt Schwaben und Mühldorf
6 Ausbaustrecke Nürnberg – Erfurt mit der Projekterweiterung um den Güterzugtunnel Fürth sowie Maßnahmen zur weiteren Fahrzeitverkürzung
7 Ausbau der Strecke Stuttgart – Backnang – Nürnberg für Neigetechnik
8 Knoten München mit den Teilprojekten Westkopf München-Pasing, Daglfinger Kurve, Viergleisiger Ausbau Daglfing – Johanneskirchen und Truderinger Spange sowie
9 Knoten Frankfurt, u.a. mit dem Teilprojekt Verbindungskurve Mainaschaff.

Die nunmehr hochgestuften Projekte hatten 2016 bei der Aufstellung des neuen Bundesverkehrswegeplans (BVWP 2030) und dem darauf basierenden Bedarfsplan Schiene des Bundesschienenwegeausbaugesetzes noch nicht ausreichend auf ihre Wirtschaftlichkeit hin untersucht werden können. Deshalb war für sie erstmalig die Kategorie „Potentieller Bedarf“ geschaffen worden. Mit Nachweis der Wirtschaftlichkeit – das heißt höherem Nutzenwert als notwendige Kosten – sollten sie in die Kategorie „Vordringlicher Bedarf“ aufgestuft werden. Dies ist nun passiert.

Kein auskömmliches Nutzen-Kosten-Verhältnis erzielten die Elektrifizierungsprojekte der Oberfranken-Achse von Schnabelwaid über Bayreuth und Neuenmarkt-Wirsberg bis nach Hof bzw. Hochstadt-Marktzeuln sowie die Strecke Weiden – Neukirchen, die sich beide ebenfalls bis dato im Potentiellen Bedarf befanden hatten. „Es gibt allerdings einen Hoffnungsschimmer für diese Streckenausbauten, denn der Bund will eine mögliche Umsetzung in seinem neuen Elektrifizierungsprogramm prüfen“, erklärte Staatssekretär Zellmeier.

Nach Abschluss des Prozesses zur Aufstellung des BVWP 2030 und des Bedarfsplans Schiene zieht Zellmeier ein überwiegend positives Fazit: „Auch wenn nicht alle unsere Vorstellungen im bundesweit wichtigsten Infrastrukturprogramm für die Schiene verankert worden sind, ist der Modernisierungsbedarf des bayerischen Bahnnetzes sowohl bei der ersten als auch nun bei der zweiten Stufe insgesamt überdurchschnittlich bedacht worden.“ Nun gelte es aber, insbesondere bei den Projekten Nägel mit Köpfen zu machen, die nun eine hohe Priorität bekommen haben, aber vorerst nur auf dem Papier existieren: Bereits 2016 seien etliche bayerische Großprojekte wie die Franken-Sachsen-Magistrale, die Aus- und Neubaustrecke Augsburg – Ulm, der sogenannte „Ostkorridor Süd“ zwischen Hof und Regensburg oder der Brenner-Nordzulauf im Vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans Schiene fest verankert worden. <<
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