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Der Kommunalwahlkampf in Hannover entdeckt den ÖPNV als Thema
geschrieben von Jules 
Fein. Und jetzt bitte mal Plakate von der CDU, die Du seit Jahren disst und verreißt.
Aber was soll's, ich helfe Dir mal gerne:

Die CDU sagt zum Kommunalwahlkampf:

„Die CDU Hannover steht für eine verkehrsmitteloffene Mobilitätspolitik. Wir lehnen es ab, Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Hannover braucht ein funktionierendes Gesamtsystem, das Auto, öffentlichen Nahverkehr, Radverkehr, Fußverkehr und Shared Mobility sinnvoll miteinander verbindet. Verkehrspolitik darf nicht von ideologischen Verboten geprägt sein, sondern muss alltagstauglich, fair und leistungsorientiert sein.”

Und explizit:

„Ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ist ein zentraler Baustein moderner Mobilität. Wir unterstützen den ÖPNV in Stadt und Region und setzen uns dafür ein, ihn dort auszubauen, wo er den größten Nutzen für die Menschen entfaltet.
Wir wollen insbesondere die Weiterentwicklung des Stadtbahnnetzes mit einer prioritären Anbindung der Medizinischen Hochschule Hannover und der Wasserstadt Limmer vorantreiben. Darüber hinaus setzen wir uns für den Bau des D-Tunnels ein, um den Engpass am Kröpcke dauerhaft zu entschärfen und die Leistungsfähigkeit des Netzes zu erhöhen. Diese Projekte dürfen nicht weiter vertagt werden. Sie müssen politisch priorisiert, professionell geplant und transparent kommuniziert werden.”


Das passt nicht alles auf ein Wahlplakat mit einem Slogan, ist aber schon randscharf formuliert.
[cdu-hannover-stadt.de]
Zitat
Amarok365
Die CDU Hannover steht für eine verkehrsmitteloffene Mobilitätspolitik. Wir lehnen es ab, Verkehrsteilnehmer gegeneinander auszuspielen. Hannover braucht ein funktionierendes Gesamtsystem, das Auto, öffentlichen Nahverkehr, Radverkehr, Fußverkehr und Shared Mobility sinnvoll miteinander verbindet. Verkehrspolitik darf nicht von ideologischen Verboten geprägt sein, sondern muss alltagstauglich, fair und leistungsorientiert sein.

Interessant, dass sie es versuchen, den Menschen in Hannover die gleichen ideologieverblendeten Lügenmärchen aufzutischen wie in Berlin, wo sie seit wenigen Jahren und noch für wenige Monate die Stadt mit ihrer Autofixiertheit quälen.

In der Praxis steht diese "Verkehrsmitteloffenheit" für Kürzungen im ÖPNV, bewussten Verzicht auf mehr Sicherheit für Radfahrende durch Abbruch von begonnenen Projekten, was teils zu Unfällen mit schweren Verletzten führte und Führung von Durchgangsverkehr durch Wohngebiete und wird absehbar dafür wohl bald von den Wählenden deutlich abgestraft werden.

Ich will mal für Hannover hoffen, dass man sich dort erst gar nicht auf einen solchen Unsinn einlässt.
Oha, geht das CDU-Bashing weiter? Wieder mal kein Wort zum ÖPNV (wofür dieses Forum ja eigentlich steht) und nur wieder die bösen Autos?
Zitat
Amarok365
Oha, geht das CDU-Bashing weiter? Wieder mal kein Wort zum ÖPNV (wofür dieses Forum ja eigentlich steht) und nur wieder die bösen Autos?

Ja, ich würde ja auch gern etwas positives über die CDU-ÖPNV-Politik sagen, weil ich mir deren Ergebnissen leben muss, aber das entspricht leider der von mir vor allem zitierten Berliner CDU-Politik. ÖPNV ist irgendwas, was man wohl für den Pöbel erhalten muss, aber es sollte wenigstens nicht dem richtigen Verkehr im Weg sein. Also sind Kosten-Nutzen-Rechnungen eher egal, Hauptsache, man bekommt das Zeug unter die Erde oder in die Luft. Der Radverkehr darf notfalls auf den viel zu schmalen und unsicheren "Radwegen" weiterfahren, wenn man ab und an mal jemanden mit dem Auto vom Rad holt, nimmt der Radverkehr wenigstens nicht unnötig zu.
Etwas zu polemisch und mit Sicherheit nicht 1:1 auf Hannover pauschal übertragbar.
Zitat
Amarok365
Fein. Und jetzt bitte mal Plakate von der CDU, die Du seit Jahren disst und verreißt.
Leider habe ich bislang noch kein aktuelles Wahlplakat der CDU zur Kommunalwahl am 13. September 2026 gefunden in dem es ums Thema Öffentlicher Personennahverkehr geht. Obwohl in Badenstedt schon sehr früh sehr viele CDU-Plakate aufgehängt wurden.
Eines zum Beispiel an der Haltestelle Riechersstraße mit dem Konterfei des CDU-OB-Kandidaten Peter Karst. Fotografiert am Tag 1 des Plakatwahlkampfes in der Landeshauptstadt am 17.7.2026.
Der Ort ist deshalb interessant, weil es die CDU war, die massiv dafür eingetreten war, dass die Haltestelle Eichenfeldstraße aus dem Zentrum des Stadtteils Badenstedt herausgerückt wurde und zum heutigen Standort hinter die Einmündung Riechersstraße verschoben wurde. Begründung der CDU: Wegfallende Parkplätze im Zentrum von Badenstedt.
Dass die Stadtbahnfahrgäste möglichst zentral ein- und aussteigen können und kurze Wege zu den Geschäften und Arztpraxen usw. haben, war der CDU weniger wichtig.
Dass ausgerechnet Peter Karst dort plakatiert ist, ist deshalb interessant, weil der CDO OB-Kandidat bei der verkehrspolitischen Diskussion am 8.5.2026 im Gymnasium Limmer sagte, dass er die Buslinie 300 als ausreichend empfinde für den Nahverkehr aus Richtungen Hemmingen und die Stadtbahn-Linie 13 besser nicht hätte gebaut werden sollen.
Die CDU darf man wohl auf dem Hintergrund solcher Vorgänge und Aussagen mit Fug und Recht als ÖPNV-Verhinderer bezeichnen.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 23.07.2026 10:52 von Jules.


Zitat
Amarok365
Oha, geht das CDU-Bashing weiter? Wieder mal kein Wort zum ÖPNV (wofür dieses Forum ja eigentlich steht) und nur wieder die bösen Autos?
Es ist nicht nur die CDU, die sich zum Thema ÖPNV ausschweigt. Was das BSW unter Mobilität versteht, kann man an dem Plakat mit dem Schlagloch in der Straßenmitte und den Autos am Fahrbahnrand sehen. (Siehe unten!)
In Hannover ist das Foto auf dem Plakat nicht aufgenommen worden, wenn ich mich nicht irre. Allerdings wurde kürzlich ja auch darüber berichtet, dass die BSW-Wahlplakate KI-generiert seien. Es ist also möglich, dass es die Szenerie in der gezeigten Zusammenstellung gar nicht gibt.

Die Aussage dagegen ist an diesem Ort, an dem das Plakat aufgehängt wurde gewagt.
Schließlich wurde die Fössestraße mit den im Foto erkennbaren 5 Autofahrspuren gerade erst vor einem Jahr mit einer neuen Asphaltdecke versehen.
"22.07.2025 Pressemitteilung auf Hannover.de: Fössestraße bekommt neue Fahrbahndecke
Die Fössestraße erhält zwischen Küchengarten und Kötnerholzweg eine neue Fahrbahndecke. Sie wird deshalb von Freitag, 25. Juli, 17 Uhr, bis voraussichtlich Montag, 28. Juli, 6 Uhr, für den Kfz-Verkehr in beiden Richtungen voll gesperrt."
[presse.hannover-stadt.de]


Zitat
Jules
Die CDU darf man wohl auf dem Hintergrund solcher Vorgänge und Aussagen mit Fug und Recht als ÖPNV-Verhinderer bezeichnen.

Na, das hat ja nicht lange gedauert mit dem reflexartigen pathologischem CDU-Bashing. Das Wahlprogramm hast Du natürlich auch nicht gelesen, weil Du es mit keinem Wort erwähnst.
Warum startest Du hier also Beiträge, die nur als Einbahnstraße funktionieren? Auf einem Podest am Kröpcke hättest Du mit Deiner „Speakers Corner”-Mentalität vielleicht mehr Zuhörer. Vielleicht sogar drei.
Zitat
Amarok365
Zitat
Jules
Die CDU darf man wohl auf dem Hintergrund solcher Vorgänge und Aussagen mit Fug und Recht als ÖPNV-Verhinderer bezeichnen.

Na, das hat ja nicht lange gedauert mit dem reflexartigen pathologischem CDU-Bashing. Das Wahlprogramm hast Du natürlich auch nicht gelesen, weil Du es mit keinem Wort erwähnst.
Warum startest Du hier also Beiträge, die nur als Einbahnstraße funktionieren? Auf einem Podest am Kröpcke hättest Du mit Deiner „Speakers Corner”-Mentalität vielleicht mehr Zuhörer. Vielleicht sogar drei.

Jetzt habe ich mal angeschaut, was die CDU Hannover in ihrem Wahlprogramm so zum ÖPNV schreibt: viel ist das nicht. Ein einzelnes konkretes Projekt, das in die von mir skizzierte Richtung geht, ansonsten eher blabla. Fehlt nur noch das auf Bundesebene so gern verwendete Wort technogieoffen. Was sollen die da groß auf Plakate bringen? Und was so man da groß diskutieren?
Zitat
Lopi2000
ansonsten eher blabla. Fehlt nur noch das auf Bundesebene so gern verwendete Wort technogieoffen.

Für das Blabla ist das BSW doch zuständig. Noch generischer geht es nicht in derem Wahlprogramm, und hier fällt das Wort, dass Du der CDU gerne ankleben wolltest:

„Wir stehen für Technologieoffenheit: E-Mobilität, Hybridfahrzeuge und moderne Verbrenner haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung soll bei den Menschen liegen.”

Siehe:
https://ni.bsw-vg.de/wp-content/uploads/2026/07/Wahlprogramm_Niedersachsen.pdf
"Technologieooffenheit" ist eine CDU (und FDP-) Phrase, die dafür steht, dass sich nichts ändern soll am hohen Maß der Abhängigkeit von fossiler Energie.
Dass die CDU-Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, die das Wort Technologieoffenheit häufig mit "Technogieoffenheit" ausspricht, direkt aus der Energiewirtschaft ins Ministerinnenamt wechselte, spricht Bände. Aber nicht nur bei der Strom- und Wärmeversorgung soll sich nichts ändern an der Abhängigkeit von fossiler Energie.

Auch bei der Mobilität soll alles so bleiben wie es ist. Das (Verbrenner-)Auto an der Spitze der Verkehrsinfrastruktur.
Und wer sanft darauf hinweist, dass das technologisch nicht darstellbar ist, der wird gedisst. Siehe CDU-Plakat aus Hildesheim. (1. Foto)
Das ist Wahlwerbung pur für die AfD, denn auch eine CDU-geführte Regierung könnte in einer Stadt wie Hildesheim kein Verkehrskonzept aus dem Hut zaubern, dass sowohl dem enormen Raumbedarf der Auto-Einpendler*innen und einheimischen Autofahrer*innen gerecht wird, und das zugleich dem Bedürfnis der Hildesheimerinnen nach einem lebenswerten Wohnumfeld entspricht.
Hintergrund für die CDU-Kampagne ist die Einrichtung von weiteren Anwohner*innen-Parkzonen. Da macht die CDU dann gleich ein "Autofahren wird verboten" draus. Der notwendige ÖPNV-Ausbau ist mit den rückwärtsgewandten CDU-Parolen nicht zu erreichen, weil ÖPNV-Nutzung mit solchen CDU-Plakaten quasi als Zwangsmaßnahme beschrieben wird. Dabei ist Hildesheim gar nicht so schlecht aufgestellt, wie man zum Beispiel am großen Zentralen Omnibusbahnhof am Bahnhof sieht. (2. Foto) Wenn die CDU aber so tut, da ginge noch was mit immer mehr Auto-Nutzung, dann öffnet sie das Feld der politischen Diskussion für Populisten, wie die von der AfD oder von den Hannoverannern oder dem BSW.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.2026 22:21 von Jules.


Zitat
Jules
Dass die CDU-Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, die das Wort Technologieoffenheit häufig mit "Technogieoffenheit" ausspricht, direkt aus der Energiewirtschaft ins Ministerinnenamt wechselte, spricht Bände.

Erich Honecker hat immer "Deutsche demkrasche Replik" gesagt. Und nun?

Zitat
Jules
Und wer sanft darauf hinweist, dass das technologisch nicht darstellbar ist, der wird gedisst. Siehe CDU-Plakat aus Hildesheim.

CDU-Bashing, Teil 479.

Zitat
Jules
Der notwendige ÖPNV-Ausbau ist mit den rückwärtsgewandten CDU-Parolen nicht zu erreichen, weil ÖPNV-Nutzung mit solchen CDU-Plakaten quasi als Zwangsmaßnahme beschrieben wird.

Nein, das ist Deine Interpretation, die Du hier reinquetscht.
Außer den üblichen Anti-Auto-Tiraden und Interpretationen gibt es also nichts Echtes zum Thema ÖPNV von Dir zu sagen?
Zitat
Amarok365
Zitat
Jules
Der notwendige ÖPNV-Ausbau ist mit den rückwärtsgewandten CDU-Parolen nicht zu erreichen, weil ÖPNV-Nutzung mit solchen CDU-Plakaten quasi als Zwangsmaßnahme beschrieben wird.

Nein, das ist Deine Interpretation, die Du hier reinquetscht.
Außer den üblichen Anti-Auto-Tiraden und Interpretationen gibt es also nichts Echtes zum Thema ÖPNV von Dir zu sagen?

Das Hildesheimer CDU-Plakat habe ja nicht ich aufgehängt. Und ich weiß ja nicht, was du darin siehst, aber es ist doch objektiv unverkennbar, dass die CDU damit politische Gegner angreift, die bereit sind Maßnahmen zu ergreifen, um die ungebremste Ausbreitung des Autoverkehrs zumindest ein wenig einzugrenzen.
Ganz im Sinne der von Verkehrsexperten geforderten Kombination von Push und Pull Maßnahmen:
"Nur die Kombination Push und Pull führt zur Nachhaltigkeit
Die Kommunalpolitik konzentriert sich meist auf die sogenannten »Pull«-Maßnahmen, mit denen Menschen zur Nutzung bestimmter Angebote durch deren Verbesserung bewegt werden sollen. »Push«-Maßnahmen, die den Autoverkehr unattraktiv machen, werden dagegen selten geplant. Forschungen haben gezeigt, dass eine Angebotsausweitung des Öffentlichen Verkehrs nicht automatisch zu einer Reduktion des motorisierten Individualverkehrs führt."
Frauenhofer-Gesellschaft 2021
[www.isi.fraunhofer.de]
Vielleicht kannst du aber das unten abgebildete FDP-Plakat interpretieren, dass ich am Bahnhof in Springe fotografiert habe und mit dem sich die FDP für einen zuverlässigen Nahverkehr ausspricht.

Dass sich die FDP für einen zuverlässigen Öfffentlichen Parsonennahverkehr ausspricht, ist eher ungewöhnlich, aber ganau danach sieht es aus. Und das muss gelobt werden.
Schließlich wird das Wort Nahverkehr umgangssprachlich häufig an Stelle von Öffentlicher Personennahverkehr benutzt. Leider liest man auf dem Plakat nichts davon, dass die FDP auch Push-Maßnahmen fordert.
Siehe Foto 1 mit dem Springer Bahnhof im Hintergrund.

Oder meint die FDP stattdessen mit dem Wort "Nahverkehr" ohnehin nur den Nahverkehr mit dem Auto? Im Hintergrund des Plakates sind einige Autos zu sehen, wenn man das Plakat von einer anderen Position aus fotografiert. (Foto 2)


Wir wissen schon, dass Du Dir Blickwinkel und Aussagen so zurechtbiegst, dass es Deine Sichtweisen unterstützt. Wenn auf einem Wahlplakat einer Dir unbeliebten Partei eine große „6” stehen würde, würdest Du Dich auf den Kopf stellen, ein Foto machen und behaupten, sie würden eine „9” propagieren.
Ohne Begleit-Text:


Ach ja, Wahlplakate alleine – da trifft die Realität dann schnell auf papierne Aussagen:


Zitat
Amarok365
Mehr Themen von der CDU gibt es in Kurzform bei der HAZ vom 30.08. zu lesen:

https://www.haz.de/lokales/hannover/verlaessliche-s-bahn-regions-cdu-stellt-ihre-wahlkampfthemen-vor-UPAQHESLNRHIPHXLZWQYR4FIHE.html

Die Schwierigkeiten von Transdev mit dem Betrieb der S-Bahn sind nicht zu übersehen und freilich ein Wahlkampfthema, das keine Oppositiospartei in der Region Hannover links liegen lassen dürfte. Und die Versuche der rot-grünen Regierungskoalition in der Regionsversammlung, diese Schwierigkeiten abzustellen und die Transdev dazu zu bringen, die Leistungen zu liefern, die vertraglich vereinbart sind, fruchten nur ganz langsam.
Allerdings hat die CDU 2018 in der Zeit der rot-schwarzen Koalition, in der vorigen Legislaturperiode selbst mitentschieden, Transdev mit dem S-Bahnbetrieb zu beauftragen.
Zitat
Jules
Allerdings hat die CDU 2018 in der Zeit der rot-schwarzen Koalition, in der vorigen Legislaturperiode selbst mitentschieden, Transdev mit dem S-Bahnbetrieb zu beauftragen.

Und warum „allerdings”? Schiebst Du eine Teilschuld auf die CDU, die auch wie alle anderen Parteien 2018 noch nicht wissen konnte, was für einen Pannenverein man sich da ans Bein bindet?
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