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Tram- und Omnibusparade an Christi Himmelfahrt, 25.5.2017, Hannover Bahnhofsvorplatz
geschrieben von Jules 
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"Los geht es an Christi Himmelfahrt, den 25. Mai 2017. Vor dem Hauptbahnhof können die Hannoveraner von zwei Tribünen aus eine einzigartige Parade hannoverscher Busse und Bahnen vom Pferde- bis zum Elektrobus und von der ersten elektrischen Straßenbahn bis zur neuen Stadtbahn TW 3000 an sich vorbeiziehen lassen. Die Fahrzeugparade beginnt um 10 Uhr, der Eintritt ist frei."
Quelle: [www.uestra.de]

Wer alte Trams und Omnibusse liebt, der darf bei diesem Termin keinesfalls fehlen.
Es ist außerdem die (vorläufig?) letzte Gelegenheit auf dem Bahnhofsvorplatz eine Tram fahren zu sehen, denn die Gleise sollen von dort verschwinden. Leider, leider!

Aber vor etwas mehr als 40 Jahren sind ja schon mal Gleise abgebaut worden, die durch den Posttunnel. Die werden gerade wieder hergestellt!
Info der Üstra zur historischen Tramparade am Donnerstag, 25. Mai 2017, 10:00 bis 12:00 Uhr:

"Den Zuschauern stehen zwei Tribünen zur Verfügung, von denen sie über 20 Fahrzeuge aus der Historie des hannoverschen Nahverkehrs bestaunen können.
... ein fachkundiger Moderator erläutert jedes Fahrzeug und seine Geschichte im Einzelnen. Die Parade beginnt am Donnerstag, den 25. Mai 2017 (Himmelfahrt), um 10 Uhr und geht bis ca. 12 Uhr. Der Eintritt ist frei."
Zitat aus einer Pressemitteilung der Üstra vom 18.5.2017:
[www.uestra.de]

Damit ist leider ein weiteres Kapitel Straßenbahngeschichte in Hannover zu einem traurigen Ende gekommen. Wer es gewohnt war, nach seiner Ankunft in Hannover Hauptbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz die Straßenbahn vorbeifahren zu sehen oder direkt dort einzusteigen, wird sie bald vermissen.
Auf dem Stadtmodell von 1939 im Neuen Rathaus (siehe Foto) sieht man welch reger Straßenbahnbetrieb früher vor dem Hauptbahnhof stattgefunden haben muss. Straßenbahnschienen führten sowohl durch die Bahnhofstraße, als auch durch die Schillerstraße zum Hauptbahnhof. Die Straßenbahnverbindung, die einst durch die Schillerstraße zum Hauptbahnhof führte, wurde nach dem Krieg verlegt in die Kurt-Schumacher-Straße (früher Artilleriestraße).
Von der Joachimstraße her kamen (wie es bis zum 25. Mai 2017 noch der Fall sein wird) die Bahnen aus Richtung Aegidientorplatz auf den Bahnhofsvorplatz zugefahren.

Einziger kleiner Lichtpunkt: Durch die neue Linienführung zur neuen Endhaltestelle der Linien 10 und 17 am Raschplatz werden wieder wie zuletzt Ende der 60er Jahre Straßenbahnen durch den sog. Posttunnel fahren. Und vom Hauptbahnhof-Ausgang Rundestraße ist es bald ein kurzer Weg zum neuen Endpunkt der Linien 10 und 17.

Vielleicht ist das ja ein Anlass, zu einem späteren Zeitpunkt eine historische Tramparade zum neuen Endpunkt der Linien 10 und 17 durchzuführen?

Foto: Stadtmodell von 1939 im Neuen Rathaus. Die neue Linienführung ist grün eingezeichnet.



5 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.05.2017 23:17 von Jules.


Auch wenn zukünftig keine Straßenbahnen mehr auf dem Bahnhofsvorplatz zu sehen sein werden. Vielleicht können eines Tages diese Straßenbahn-ähnlichen Omnibusse von Alstom zumindest ein bisschen an den einst regen Straßenbahnbetrieb erinnern:
[www.alstom.com]

Oder diese Fahrzeuge von Van Hool, die in Metz unter dem Namen Mettis das Stadtbild bereichern:
[www.metzmetropole.fr]
Quelle: Internetseite Metz Metropole: [www.metzmetropole.fr]

Immerhin bietet auch Solaris einen Bus in Straßenbahn-Optik, den Solaris Urbino 18 Hybrid MetroStyle: [www.solarisbus.com]
Hier ein Video, in dem Solaris seinen Gelenkbus in Straßenbahn-Optik vorstellt. Die erste halbe Minute werden zunächst erst mal nur Straßenbilder gezeigt, bevor der Bus selbst ins Bild rückt.
[www.youtube.com]



5 mal bearbeitet. Zuletzt am 22.05.2017 00:35 von Jules.
Einen kleinen Vorgeschmack auf die Tramparade gab es schon ganz früh (um kurz nach 1:00 Uhr) am Christi-Himmelfahrt-Morgen. Unmittelbar vor dem letzten linienmäßig verkehrenden Zug der Linie 10 fuhr TW 6001, der erste grüne Stadtbahnwagen Hannovers, der allerdings nicht mehr im Liniendienst eingesetzt wird. Es folgte als "letzte Linie" ein Zweiwagenzug mit TW 6120 vorweg und TW 6102 hintendran. TW 6102 ist der älteste noch im Liniedienst eingesetzte Stadtbahnwagen vom Typ TW 6000.

Die letzte linienmäßige Fahrt zog zahlreiche Straßenbahnfans an. Überfüllt waren die Wagen allerdings nicht. Besonders im zweiten, den wirklich letzten Wagen, gab es noch freie Sitzplätze. Es war offensichtlich, dass das Verteilen von Platzkarten den Aufwand nicht gelohnt hätte. Vielleicht wird das ja anders, wenn im September der erste Zug zur neuen Endhaltestelle Hauptbahnhof/Raschplatz fährt.

Zeitgleich hielten beide Züge vor'm Hauptbahnhof, um dann weiter ins Üstra Depot Glocksee zu fahren.


Unter anderem das wurde gezeigt bei der großen Tramparade auf dem Bahnhofsvorplatz an Christi Himmelfahrt 2017:
Vorgänger der Pferdestraßenbahn war der Pferdeomnibus. Gezeigt wurde ein Modell aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mit 11 Sitzplätzen und 5 Stehplätzen. (Bild 1)
1893 wurde die Straßenbahn elektrisch. Der gezeigte Triebwagen 168 hatte jedoch zuzsätzlich zum Stromabnehmer auch Akkumulatoren, weil die Bewohner der Innenstadt Hannovers anfangs Anstoß an den Fahrdrähten nahmen, die sie zunächst nicht in der Innenstadt dulden wollten. (Bild 2)
Im Pferdeomnibus gab es 11 Sitzplätze und 5 Stehplätze, so dass bis zu 16 Fahrgäste mitfahren konnten.
Im TW 168 sind es bereits 16 Sitzplätze und 14 Stehplätze, so dass bis zu 30 Fahrgäste mitfahren konnten.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.06.2017 16:04 von Jules.


Der orange-gelbe Stückguttriebwagen 804 von 1928 erinnert an die Zeit (1899 bis 1953) als in Hannover die Straßenbahn auch zum Gütertransport eingesetzt wurde. (Bild 1)

Die Berliner Zeitung vom 1.6.2017 berichtet über Pläne, in Berlin eine Gütertransport-Straßenbahn wiederentstehen zu lassen. [www.berliner-zeitung.de]

Zweites Bild: Diese Straßenbahn bediente die Ringlinie. Sie hatte den Verlauf Schwarzer Bär – Calenberger Straße – Aegidientorplatz – Emmichplatz – Lister Platz – Herschelstraße – Gustav-Adolf-Straße – Christuskirche – Königsworther Platz – Glocksee – Küchengarten – Lindener Marktplatz – Schwarzer Bär. ( Quelle: Wikipedia: [de.wikipedia.org] ) Vorgeführt wurde Triebwagen 129
Baujahr: 1927 (als 130)
Hersteller: Norddeutsche Waggonfabrik, Bremen Serie: 121 – 130
Länge: 9,48 m
Breite: 2,2 m
Gewicht: 13,3 t
Leistung: 2x 46 kW
Sitzplätze: 24 Stehplätze: 45
( Quelle: [www.strassenbahn-hannover.de] ) Bild 2

Warum gibt es eigentlich heute keine Ringlinie mehr in Hannover? Das Stadtbahnnetz wurde auf das unterirdische Zentrum Kröpcke hin ausgerichtet. Mit den drei zusätzlichen Knotenpunkten Aegi, Hauptbahnhof und Steintor. Eine oberirdische Ringlinie würde die Straßenbahn/Stadtbahn im Stadtbild präsentieren. Ein neuer Streckenverlauf müsste freilich erst entwickelt werden.
Derzeit gibt es mit der Buslinie 100/200 eine ÖPNV-Ringlinie, die alle Stadtbahnstrecken verbindet.



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 01.06.2017 18:24 von Jules.


1938 erreichte die Üstra in puncto Ausstattung der Straßenbahnen einen Höhepunkt. Der Crédee-Wagen von 1938 hatte gepolsterte Drehsitze. Drehsitze deshalb, weil die Üstra bis vor dem zweiten Weltkrieg ihre Straßenbahnwagen im Zwei-Richtungsbetrieb einsetzte. Das Drehen der Sitze ermöglichte den Fahrgästen stets in Vorwärtsrichtung zu sitzen.

Spätere Credee-Wagen hatten dann keine so luxuriöse Ausstattung mehr. Es war Kriegszeit. Gepolsterte Straßenbahn-Sitze gehören seitdem in Hannover einer immer ferner rückenden Vergangenheit an. Und zum Zweirichtungsbetrieb ist man auch erst sehr viel später (1975 mit dem TW 6000) zurückgekehrt, so dass Drehsitze in den ersten Nachkriegsjahrzehnten erst mal keinen mehr Sinn machten.
Während des Zweiten Weltkriegs und danach wurden an den Endpunkten Wendeschleifen gebaut, so dass ein Einrichtungsbetrieb möglich war.

Und bei den neueren TW2000/2500 sowie den TW3000-Modellen sitzt die Mehrheit der Fahrgäste ohnehin wieder mit dem Rücken zu Fenster, so wie es mal ganz am Anfang der Straßenbahngeschichte schon der Fall war.

Die TW 6000 Stadtbahnen (ab 1975) haben Kunststoffschalensitze, die immerhin ein wenig wie gepolsterte Sitze aussehen. Danach kamen wieder Holzsitze.

Bild 1 und 2: Credee-Triebwagen 227



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 12.06.2017 22:04 von Jules.


Weitere Fotos von der Tram-Parade auf der Üstra-Internetseite [www.uestra.de]
Dort gibt es eine Bildergalerie zum Durchklicken jeweils mit eigenen kurzen Erläuterungen.
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