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Hochbahnsteige auf der Limmerstraße - Chancen und Möglichkeiten für Hannovers kultigste Flaniermeile!
geschrieben von Jules 
Zitat
Jules
Was soll das Gerede von der "herben Klatsche" und dem "toten Pferd"? Es gab eine politsche Entscheidung und die Grünen halten sich daran. Punkt.

Sicher? Und warum haben die Grünen und besonders Daniel Gardemin dann noch sechs Jahre weiter nach der Hochflur-Entscheidung an dem Thema Niederflur herumlaboriert, bis sie endlich 2018 eingesehen haben, dass das Thema aber sowas von politisch durch war? Hat ziemlich lange gedauert, diese Erkenntnis…
Zitat
Amarok365
Im Gegensatz zu Dir mit Deiner abgehakten Straßenbahn oberirdisch durch die Sallstraße hege ich keine „tote Pferde”, sondern ich weiß, dass ein Tunnel unter der Limmerstraße für die Landeshauptstadt Hannover in ihrem Masterplan Mobilität seit 2015 „keine Planungsrelevanz” mehr darstellt. Für einen kompletten D-Tunnel hingegen schon. Man sollte also nur politisch das „bespielen” und verfolgen, was aktuell auf dem Plan steht.

Schon formell kann gar kein Beschluss bestehen, dass man sich nie wieder mit diesem Thema befassen darf. Solange kein entsprechender Tunnel in Betrieb, in Bau oder wenigstens vollständig finanziert ist, sondern lediglich Planungsmittel beschlossen wurden, ist es faktisch nicht zu spät, andere Entscheidungen anzustreben. Ohne das Projekt selbst bewerten zu wollen, finde ich es völlig legitim, sich weiterhin für eine Sache zu engagieren, die man für sinnvoll hält - insbesondere wenn es um eine Stadtteilinitiative geht, die gravierende Nachteile für den eigenen Stadtteil befürchtet und Alternativen dazu aufzeigt.
Zitat
Lopi2000
Schon formell kann gar kein Beschluss bestehen, dass man sich nie wieder mit diesem Thema befassen darf.

Das mag sein, ich habe ja selber miterlebt, dass Beschlüsse von vor einigen Jahren maximal zum Abwischen taugten und für neue Beschlüsse keine Relevanz mehr hatten. Selbst die Kommunalaufsicht hat nur mit den Schultern gezuckt.

Zitat
Lopi2000
insbesondere wenn es um eine Stadtteilinitiative geht, die gravierende Nachteile für den eigenen Stadtteil befürchtet und Alternativen dazu aufzeigt.

Hier wiederum zeigst Du den Pferdefuß an dieser ganzen Denkweise auf. Eine Niederflurbahn nur für den Stadtteil Linden-Nord ist alles andere als kompatibel für das Stadtnetz insgesamt und laut zwei Gutachten eine ziemlich teure Spielerei, erst recht, wenn es um solch eine Insellösung geht, damit die Limmerstraße (wohlgemerkt alleine) keinen Schaden nehmen möge. Aber klar: Wenn die Parteien, die das befürworten, eine Satellitenlinie aus ihren Parteikassen finanzieren, die zwischen Ahlem und Goetheplatz hin- und hergondelt, dann mal los. Das Land und der Bund würden sowas nicht fördern, weil der Kosten-Nutzen-Faktor (Achtung, Wortspiel) unterirdisch wäre.
Zitat
Amarok365
Zitat
Jules
Derzeit kommt es mir so vor, dass immer noch einige Lindener*innen meinen, es müsse doch endlich ein Stadtbahn-Tunnel unter der Limmerstraße gebaut werden.
Die sagen: "Bitteschön ich habe nichts gegen Barrierfreieheit für die Stadtbahn in der Limmerstraße einzuwenden, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Linie 10 im Tunnel fährt." Vielleicht hebst du dir deine "Tote-Pferd-Vergleiche" für diese Leute auf?

Würdest Du bitte Quellen anbringen, die das untermauern? Wer sind „einige Lindener*innen”, und reden die genau so, wie Du es zitierst? Oder erfindest Du Dir das passend?

"Natürlich sind Tunnelstrecken teuer aber manchmal geht es eben nicht anders bei einem Hochflursystem. Die Limmerstr gehört untertunnelt ab Steintor zum Hbf braucht es auch einen Tinnel, von der Kopernikusstr bis zum Hainhölzer Bf und vom Wateroo mind bis zum Lindener Markt." Zitat aus einem Beitrag zu einem Artikel in Punkt-Linden.de vom 27. Juni 2025. Der Artikel selbst heißt "Planung der Hochbahnsteige Limmerstraße: Status und Ausblick" und ist vom 26. Juni 2025 Da hast du es schriftlich, was allerdings auch der eine oder andere Lindener im Gespräch sagt.
Es ist schade, dass diese Tunnel-Schimäre die Diskussion über die Gestaltung der Hochbahnsteige Leinaustraße und Küchengarten bei manchen Menschen blockiert.
Zitat
Lopi2000
Zitat
Amarok365
Im Gegensatz zu Dir mit Deiner abgehakten Straßenbahn oberirdisch durch die Sallstraße hege ich keine „tote Pferde”, sondern ich weiß, dass ein Tunnel unter der Limmerstraße für die Landeshauptstadt Hannover in ihrem Masterplan Mobilität seit 2015 „keine Planungsrelevanz” mehr darstellt. Für einen kompletten D-Tunnel hingegen schon. Man sollte also nur politisch das „bespielen” und verfolgen, was aktuell auf dem Plan steht.

Schon formell kann gar kein Beschluss bestehen, dass man sich nie wieder mit diesem Thema befassen darf. Solange kein entsprechender Tunnel in Betrieb, in Bau oder wenigstens vollständig finanziert ist, sondern lediglich Planungsmittel beschlossen wurden, ist es faktisch nicht zu spät, andere Entscheidungen anzustreben. Ohne das Projekt selbst bewerten zu wollen, finde ich es völlig legitim, sich weiterhin für eine Sache zu engagieren, die man für sinnvoll hält - insbesondere wenn es um eine Stadtteilinitiative geht, die gravierende Nachteile für den eigenen Stadtteil befürchtet und Alternativen dazu aufzeigt.

Eine Niederflurbahn würde in Hannover nicht nur für einen Stadtteil einen Vorteil bringen, sondern sie würde auch in vielen anderen Stadtteilen funktionieren und dort Vorteile bringen.
Allerdings sind die Umbaukosten sehr hoch und es gäbe zahlreiche Betriebsausfälle wollte man das bestehende Hochflur-System in Hannover entsprechend umbauen.
Daher darf, kann, muss (?) Hannover sich ähnlich wie zum Beispiel Stuttgart oder Bielefeld in die Riege der Hochbahnsteig-Städte einreihen. Was übrigens nicht nur Nachteile hat!



2 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.01.2026 20:38 von Jules.
Zitat
Amarok365
Zitat
Jules
Was soll das Gerede von der "herben Klatsche" und dem "toten Pferd"? Es gab eine politsche Entscheidung und die Grünen halten sich daran. Punkt.

Sicher? Und warum haben die Grünen und besonders Daniel Gardemin dann noch sechs Jahre weiter nach der Hochflur-Entscheidung an dem Thema Niederflur herumlaboriert, bis sie endlich 2018 eingesehen haben, dass das Thema aber sowas von politisch durch war? Hat ziemlich lange gedauert, diese Erkenntnis…

Die Entscheidung für den oberirdischen Ausbau im Rahmen von Projekt 10/17 mit Hochbahnsteigen fiel mit Zustimmung der Grünen in Regionsversammlung und Rat im Frühjahr 2013. Siehe auch Verkehrs-AG Hannover: [www.verkehrsag-hannover.de]

Es ist auch heute noch sinnvoll, an dem Thema Niederflurbahn zu "laborieren". Für eine echte Verkehrswende wäre es beispielsweise naheliegend, zusätzlich zur Hochflur-Stadtbahn ein Niederflurnetz anzulegen, um allen Menschen eine auskömmliche Mobilität zu ermöglichen. Konkret steht jedoch der Bau zwei weiterer Hochbahnsteige in der Limmerstraße im Raum. Seit 2013 wurden mehr als 40 Hochbahnsteige in Hannover in Betrieb genommen. Bei dem was du schreibst könnte jemand auf die Idee kommen, die Grünen im Rat der Stadt hätten dem Bau dieser Hochbahnsteige nicht zugestimmt. (Daniel Gardemin ist Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat der Stadt.) Kannst du ein Beispiel nennen?

Darüber hinaus stehen sehr dringend die Hochbahnsteige Nieschlagstraße und Lindener Marktplatz für die Linie 9 an!



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 21.01.2026 16:57 von Jules.
Zitat
Jules
Es ist auch heute noch sinnvoll, an dem Thema Niederflurbahn zu "laborieren".

Wenn man sich den Realitäten verweigert, ist das alles andere als sinnvoll.

Zitat
Jules
Für eine echte Verkehrswende wäre es beispielsweise naheliegend, zusätzlich zur Hochflur-Stadtbahn ein Niederflurnetz anzulegen, um allen Menschen eine auskömmliche Mobilität zu ermöglichen.

Warum ignorierst Du die Systementscheidung 2012 für Hochflur so konsequent?

Zitat
Jules
Bei dem was du schreibst könnte jemand auf die Idee kommen, die Grünen im Rat der Stadt hätten dem Bau dieser Hochbahnsteige nicht zugestimmt.

Quatsch, das habe ich nicht geschrieben. Du implizierst, jemand könnte das denken, weil Du es dem Sinn nach verdrehst und manipulativ erwähnst.
Zitat
Amarok365
Warum ignorierst Du die Systementscheidung 2012 für Hochflur so konsequent?
"Systementscheidung" ist ein interessantes Stichwort.

Für was für ein System hat man sich denn deiner Meinung nach entschieden?

Meine Anregung, sowohl Hochflurstraßenbahnfahrzeuge als auch Niederflurstraßenbahnfahrzeuge in einer Stadt fahren zu lassen, ist andernorts gang und gäbe, zum Beispiel in Frankfurt am Main:

Hochflurfahrzeug in Frankfurt/Main:
[www.google.com]

Niederflurfahrzeug in Frankfurt/Main:
[www.google.com]

Für die Limmerstraße sieht es allerdings so aus, dass dort eine Entscheidung zugunsten von Hochflurfahrzeugen gefallen ist.
Und der bereits gebaute sowie die geplanten Mittelhochbahnsteige sind eine naheliegende Möglichkeit, den barrierefreien Einstieg sicher zu stellen. Davon profitieren mit zunehmenden Alter immer mehr und mehr Fahrgäste. Und Menschen mit Kinderwagen, Einkaufstrollys usw. sowieso. Auch für kleine Kinder ist der stufenfreie Einstieg müheloser zu bewältigen.

Aber auch die "fitten" Fahrgäste, die mühelos drei bis vier Stufen erklimmen oder hinabsteigen, profitieren von den Hochbahnsteigen enorm. Auch heute schon! Es ist ihnen allerdings meist nicht bewusst. Und weil sie mit dem Klettern keine Probleme haben, hauen sie dann gerne mal bedenkenlos eine Spruch raus, um gegen Hochbahnsteige zu polemisieren.
Zitat
Jules
"Systementscheidung" ist ein interessantes Stichwort.
Für was für ein System hat man sich denn deiner Meinung nach entschieden?

Was gibt es an diesem Begriff zu kritteln? In dem Planfeststellungbeschluss für die D-Linie steht es eindeutig auf Seite 6.
[www.strassenbau.niedersachsen.de]

Dann braucht man auch keine Suggestivfragen zu stellen.
Zitat
Jules

Meine Anregung, sowohl Hochflurstraßenbahnfahrzeuge als auch Niederflurstraßenbahnfahrzeuge in einer Stadt fahren zu lassen, ist andernorts gang und gäbe, zum Beispiel in Frankfurt am Main:

Hochflurfahrzeug in Frankfurt/Main:
[www.google.com]

Niederflurfahrzeug in Frankfurt/Main:
[www.google.com]

Frankfurt ist da das denkbar schlechteste Beispiel. Die Trennung in zwei Netze ging ja nicht reibungslos vonstatten. Ursprünglich sollte nur die U-Bahn bestehen bleiben und bereits 1986 das Konzept der „schienenfreien Innenstadt“ verwirklicht werden.

Die Beibehaltung der innerstädtischen Straßenbahn (gut!) und der sich verzögernde Ausbau der D-Strecke vom Hbf zur Bockenheimer Warte (erst 2001 fertig aufgrund von Gift im Boden) führte dazu, dass die 4 Stammstrecken oft abrupt in einem Tunnelstumpf enden, während oben eine 2,35m/ 2,40m breite Straßenbahn auf eigenem Bahnkörper fährt, auf der auch 100m lange U-Bahnen fahren könnten. Deshalb gibt es für viele Verbindungen Brechungen, an denen umgestiegen werden muss.

Gerade der Ostast der U5 hatte allerdings den größten straßenbündigen Anteil, sodass dort erst 2013-2016 der Bau von Hochbahnsteigen vollendet werden konnte.

Heute sind beide Netze gut getrennt, für sich alleine lebensfähig und werden beide ausgebaut.

-------------

Für Hannover wurde es eben geprüft, ob und wenn ja, wo man ein Niederflurnetz betreiben könnte - nur die Linie 10 von Limmer bis zum EAP wäre eben zu kurz für ein eigenes System.

EOD

Gruß vom Laufer
Zitat
laufer
Für Hannover wurde es eben geprüft, ob und wenn ja, wo man ein Niederflurnetz betreiben könnte - nur die Linie 10 von Limmer bis zum EAP wäre eben zu kurz für ein eigenes System.
Gruß vom Laufer
Ja, für Hannover wurde geprüft und befunden, dass die Linie 10 von Ahlem zum Hauptbahnhof zu kurz für ein eigenes Niederflurnetz ist. So wurde es dann abschließend von der Politik für die Linie 10 von Ahlem zum Hauptbahnhof entschieden.
Dieser Beschluss beinhaltet aber eben auch den Bau der Hochbahnsteige deren Bau in der Limmerstraße in diesem Thread diskutiert wird.
Mit dem Beschluss die Linie 10 von Ahlem zum Hauptbahnhof als oberirdische Hochflurstadtbahn mit Hochbahnsteigen zu bauen wurde für diese Strecke eine Systementscheidung getroffen. Und auch für eine Erweiterung durch die Südstadt ist damit eine Vorfestlegung getroffen worden, was es ermöglicht, an die Strecke von der Freundallee zur Messe-Ost anzuknüpfen.
Das schließt jedoch nicht aus, dass eines Tages Stadtplanungskonzepte für Hannover Wirklichkeit werden, die eine deutlich verringerten MIV-Anteil beinhalten und es sinnvoll machen, heute noch nicht für den schienengebundenen ÖPNV erschlossene Strecken mit einer Niederflurbahn auszustatten.
Deshalb wäre es nicht richtig, davon zu sprechen, es sei eine Systementscheidung getroffen worden, die ein für allemal Niederflurbahnen in der gesamten Region Hannover ausschließt.
Für die Limmerstraße ist es aktuell wichtig, die Vorzüge und Chancen des Hochbahnsteigbaus herauszuarbeiten.
Realitätsverweigerung par excellence.
Zitat
Jules
Zitat
laufer
Für Hannover wurde es eben geprüft, ob und wenn ja, wo man ein Niederflurnetz betreiben könnte - nur die Linie 10 von Limmer bis zum EAP wäre eben zu kurz für ein eigenes System.
Gruß vom Laufer
Ja, für Hannover wurde geprüft und befunden, dass die Linie 10 von Ahlem zum Hauptbahnhof zu kurz für ein eigenes Niederflurnetz ist.
[...]
Mit dem Beschluss die Linie 10 von Ahlem zum Hauptbahnhof als oberirdische Hochflurstadtbahn mit Hochbahnsteigen zu bauen wurde für diese Strecke eine Systementscheidung getroffen.

Nein, die Systementscheidung wurde zu Beginn des Stadtbahnbaus getroffen, dass man Strecken für 2,65m breite Züge mit hohem Einstieg baut.
Und das wurde konsequent verfolgt. In den 90ern <s>prüfte</s>überlegte man dann, ob man evtl. die noch nicht ausgebauten Strecken zu einem Niederflurnetz schlagen sollte, dass man dann mit Strecken z.B. durch die Bödekerstr., am Maschsee entlang hätte erweitern können. Davon hat man aus Gründen Abstand genommen.

Was du nicht bedenkst: Damals hatten alle Straßen- und U-Bahnen Drehgestelle und die Technik unten. Der TW6000 hatte noch Trittstufen, mit den Hochbahnsteigen sind die nicht mehr nötig. Aber bei Stadtbahnfahrzeugen hat man eben den Platz für schwere Sachen unten, was die Fahreigenschaften verbessert.

In den 90ern glaubten manche Städte mit den neuen Niederflurfahrzeugen sich den aufwendigen Bau von Hochbahnsteigen sparen zu können. Die Marken Combino, deren schwere Technik für Risse in den Aluminium-Kästen sorgte, bzw. der Vario-Tram in Helsinki und Nürnberg, die bereits nach 15 Jahren (!) ausgemustert werden, weil sie die Schienen zerstören, zeigen, dass Niederflur technisch nicht die Lösung ist.

Ihr schimpft über das Geruckel in den TW2000 - ihr habt ja keine Ahnung, wie gut ihr's habt!

Gruß von Euerm Laufer



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 31.01.2026 14:18 von laufer.
Zitat
laufer
In den 90ern glaubten manche Städte mit den neuen Niederflurfahrzeugen sich den aufwendigen Bau von Hochbahnsteigen sparen zu können. Die Marken Combino, deren schwere Technik für Risse in den Aluminium-Kästen sorgte, bzw. der Vario-Tram in Helsinki und Nürnberg, die bereits nach 15 Jahren (!) ausgemustert werden, weil sie die Schienen zerstören, zeigen, dass Niederflur technisch nicht die Lösung ist.
Gruß von Euerm Laufer

Dazu passt dieses Bild:
[www.msges.at]
Ich habe es gefunden auf der Internetseite der Multiple Sklerose Gesellschaft Wien.
[www.msges.at][gallery5194]/0

Es zeigt den Einstieg in einen "ULF"-Straßenbahnwagen.
Das Foto deutet die Schwierigkeit an, "Barrierefreiheit" zu definieren.
Auf der Internetseite der Wiener Linien heißt es:
"Straßenbahn-Stationen und Bus-Stationen sind fast vollständig barrierefrei gestaltet.
(...)
Straßenbahnen: Die Niederflur-Straßenbahnen (ULF) sind barrierefrei."

Diese Aussage passt nur dann zu dem verlinkten Foto, wenn unter einem barrierfreien Ein- und Ausstieg auch der Ausstieg mit einer Klapprampe mitgemeint sein könnte.

Egal ob Hochflurstadtbahn oder Niederflurstadtbahn. Ich halte es für richtig, wenn als Voraussetzung für Barrierfreiheit eine Kombination von Haltestelle und Fahrzeug definiert wird, die einen ebenerdigen Einstieg ermöglicht, ohne dass speziell für den Einstieg eines Rolli-Fahrers eine Rampe händisch ausgeklappt oder mit Motorkraft ausgefahren werden muss.

Das Foto bestätigt deine These, dass manche Städte mit dem Blick auf die Niederflurtechnik vor allem darauf hofften, dass sie den Bau von Bahnsteigen erübrigt, die einen barrierefreien Einstieg ohne Rampe ermöglichen.

Andere Städte mit Niederflurstadtbahnen dagegen haben konsequent alle Haltestellen mit einem ausreichend hohen Haltestellenbord ausgestattet, so dass dort auch Bahnen mit einem Fahrzeugboden bis cirka 30 cm (die ULF-Fahrzeuge liegen bei 20 cm oder knapp darunter) barrierefrei betreten und verlassen werden können, ohne dass für den Einstieg eines Rollifahrers eine Rampe händisch ausgeklappt oder mechanisch ausgefahren werden müsste. Zum Beispiel habe ich in Straßburg beobachtet, dass dort alle Haltestellen mit einem ausreichend hohen Haltestellenbord ausgestattet sind, sodass ein ebenerdiges Betreten und Verlassen der Niederflurfahrzeuge möglich ist.

Der in der Limmerstraße bereits gebaute Hochbahnsteig und die beiden weiteren Hochbahnsteige im Planungsstadium ermöglichen den Ein- und Ausstieg ohne Höhenversatz und mit einem erfreulich schmalen Spalt. Das könnte man allerdings auch mit einer Niederflurbahn hinbekommen.

Dann würden sich jedoch einige zu Wort melden und den Verzicht auf einen Haltestellenbord fordern. Denen muss man entgegnen: Selbst bei der Wiener "ULF"-Straßenbahn wäre das keine gute barrierfreie Lösung, wenn die ohne Haltestellenborde durch die Limmerstraße fahren würden. Dieses Foto auf der Internetseite der "Tourist Info Wien" zeigt, dass Barrierfreiheit an einer Haltestelle ohne Haltestellenbord zwar möglich ist.
[www.wien.info]
Das ist die Website mit dem Foto:
[www.wien.info]
Aber das Foto zeigt eben auch, dass das nur mit Klapprampe möglich ist.

In diesem lesenswerten Artikel von "BIZEPS - Zentrum für Selbstbestimmtes Leben" wird darauf hingewiesen, dass weiterhin neue Fahrzeuge mit Ultra-Low-Floor Technik in Wien angeschafft werden, allerdings nicht mehr von Siemens, sondern von Bombardier (heute Alstom):
[www.bizeps.or.at]
Anscheinend fahren die Flexity-Fahrzeuge mit Ultra-Low-Floor-Technik zuverlässiger als ihre ULF-Vorgänger. Der Tenor des Artikels ist, dass Bizeps beklagt, dass nicht schon früher sehr viel mehr Niederflurfahrzeuge angeschafft wurden.

Fazit: Die Entscheidung für Hochflurbahnen und Hochbahnsteige ist für die Linie 10 gefallen und es macht keinen Sinn daran jetzt etwas zu ändern oder den Bau der Hochbahnsteige zu verzögern. Stattdessen sollten die Vorteile im Mittelpunkt stehen, so etwa die Möglichkeit ohne Höhenversatz und nur mit einem sehr kleinen Spalt ein- und aussteigen zu können. Davon profitieren nicht nur Roillifahrer, sondern alle Fahrgäste. Nicht zuletzt auch deshalb, weil das Ein- und Aussteigen so deutlich beschleunigt wird. Und die Haltezeiten an den Haltestellen sich verringern.

Hier ein Bild von einem Niederflurstadtbahn-Fahrzeug in Dresden, das an der Haltestelle Neustädter Markt an einem ausreichend hohen Haltestellenbord hält.
Das Foto aus Dresden zeigt: Eine barrierfreie Stadtbahn mit Niederflurfahrzeugen erfordert neben den Niederflurfahrzeugen einen ausreichend hohen Haltestellenbord um eine angemessene Barrierfreiheit zu gewährleisten.
Darunter ein Bild aus Stuttgart von einem Hochflurstadtbahn-Fahrzeug, das an der Haltestelle Erwin-Schoettle-Platz an einem Hochbahnsteig hält.



6 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2026 12:10 von Jules.


Zitat
Amarok365
Zitat
Jules
Was soll das Gerede von der "herben Klatsche" und dem "toten Pferd"? Es gab eine politsche Entscheidung und die Grünen halten sich daran. Punkt.

Sicher? Und warum haben die Grünen und besonders Daniel Gardemin dann noch sechs Jahre weiter nach der Hochflur-Entscheidung an dem Thema Niederflur herumlaboriert, bis sie endlich 2018 eingesehen haben, dass das Thema aber sowas von politisch durch war? Hat ziemlich lange gedauert, diese Erkenntnis…

Möglicherweise hast du etwas verwechselt? (CDU statt Grüne und sieben Jahre statt sechs Jahre?) Dieser NP-Artikel vom 16.5.2019 zeigt, dass die CDU die Entscheidung für eine oberirdische Linienführung der 10 mit Hochbahnsteigen, die 2012 getroffen wurde, lange nicht realisiert hat:
"Drei Hochbahnsteige sollen auf die Limmerstraße kommen. Daran will die Region nicht mehr rütteln. Für die CDU in Hannovers Rat ist die Sache aber noch nicht gegessen. Sie hat sich im Bauausschuss am Mittwoch für den Bau eines Tunnels ausgesprochen."
Einen Beleg für deine Behauptung, die Grünen hätten lange Zeit den Beschluss von 2012 ignoriert, habe ich nicht gefunden.
[www.neuepresse.de]
Zitat
Jules
Einen Beleg für deine Behauptung, die Grünen hätten lange Zeit den Beschluss von 2012 ignoriert, habe ich nicht gefunden.

Aber Schorse, Du wohnst doch in Linden, dann kommst Du doch sicherlich auch beim Büro der Grünen in Linden in der Nieschlagstraße vorbei. Dort hing im Schaufenster dieses fotografierte Plakat (siehe unten).
Wann ich das Foto gemacht habe? Am 3. Oktober 2017. Fünf Jahre und vier Monate nach dem Hochflur-Beschluss.

Zitat
Jules
Es gab eine politsche Entscheidung und die Grünen halten sich daran. Punkt.

Jaja… Siehe Plakat.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 02.02.2026 14:09 von Amarok365.


Zitat
Jules
Möglicherweise hast du etwas verwechselt? (CDU statt Grüne und sieben Jahre statt sechs Jahre?)

Dein CDU-Bashing ist ja bekannt und pathologisch, das wollen wir mal nicht weiter beleuchten. Ansonsten aber kann ich die politischen Akteure und deren Begehrlichkeiten noch gut auseinanderhalten. Die Realitäten rutschen bei Dir ja öfters weg. Das mag aber auch daran liegen, dass Du die politischen Vorlagen und Beschlüsse nicht kennst, nicht liest oder ignorierst. Wahrscheinlich alles drei davon. Den Antrag der CDU kenne ich sehr wohl noch, ich war ja im SBR Linden-Limmer mit dabei. Der erste, der schimpfend nach der Sitzung aus dem Saal stürmte und die CDU lauthals verdammte bei jedem, der an Dir vorbeikam, warst Du.
Zitat
Amarok365
Zitat
Jules
Einen Beleg für deine Behauptung, die Grünen hätten lange Zeit den Beschluss von 2012 ignoriert, habe ich nicht gefunden.

Aber Schorse, Du wohnst doch in Linden, dann kommst Du doch sicherlich auch beim Büro der Grünen in Linden in der Nieschlagstraße vorbei. Dort hing im Schaufenster dieses fotografierte Plakat (siehe unten).
Wann ich das Foto gemacht habe? Am 3. Oktober 2017. Fünf Jahre und vier Monate nach dem Hochflur-Beschluss.

Zitat
Jules
Es gab eine politsche Entscheidung und die Grünen halten sich daran. Punkt.

Jaja… Siehe Plakat.

Vermutlich hing es da als ein Souvenir aus längst vergangenen "Schlachten". Veröffentlicht wurde das Plakat nämlich in der Hochzeit der Diskussionen um die Zukunft der Stadtbahnlinie 10 als Niederflurstadtbahn oder Hochflurstadtbahn. Unter anderm wurde das Plakat mit dem Titel, "Alle Städte setzen auf Niederflur ..." hier im Lindenspiegel, 16. Jahrgang, vom Juni 2012 auf Seite 5 veröffentlicht:
[www.lindenspiegel.co.uk]
Das war mehrere Monate vor der Entscheidung für die Hochflurstadtbahn versus Niederflurstadtbahn, als intensiv über die Zukunft der Linie 10 diskutiert wurde.

Und seine Berechtigung hat das Plakat bis heute, denn es war eine versäumte Chance in Hannover eine Niederflurstadtbahn aufs Gleis zu setzen. Aber wie schon weiter oben gesagt, diese Schlacht ist vergangen und das politische Ergebnis gilt es jetzt umzusetzen. Übrigens hatte nicht zuletzt das von dir fotografierte Plakat von 2012 mich damals neugierigt gemacht, welche weiteren Städte noch Hochbahnsteige haben und wie sie aussehen. Unter anderem von Manchester hatte ich bereits weiter oben berichtet. Und in Stuttgart habe ich mich seitdem mehrfach direkt vor Ort umgesehen.
Zitat
Jules
Vermutlich hing es da als ein Souvenir aus längst vergangenen "Schlachten".

In einem politischen Büro mit Tagesgeschäft. Ziemlich langes öffentliches „Souvenir”. Zeitgleich wurde bis 2017 auch noch die Niederflur-Webseite www.zukunft-stadtbahn.de betrieben. Nach Aufgabe dieser Domain im Frühjahr 2018 – sechs Jahre nach dem Hochflur-Beschluss – zeigt die URL jetzt auf die wahren Zukunftsthemen der Stadtbahn.

Zum Abschluss gerne nochmals das bekannte Zitat: „Wenn Dein Pferd tot ist, steig ab”.



1 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.02.2026 09:13 von Amarok365.


Lange Zeit wurde in der grünen und linken Politik nach dem Hochflur-Beschluss 2012 noch mit mehreren Argumenten versucht, Niederflur in Hannover zu etablieren. Dabei kamen Argumente zum Zuge, die denen jetzt vorgestellten und leicht satirisch gemeinten verblüffend ähnelten.

„Wenn Dein Pferd tot ist, steig ab” – ja, aber…

…wir suchen Berater, die uns bestätigen, dass das Pferd noch nicht ganz tot ist.
…wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
…wir besorgen einfach eine stärkere Peitsche.
…wir erhöhen die Qualitätsstandards für das Reiten auf toten Pferden.
…wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.”
…wir werden den Reiter wechseln.
…wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
…wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
…wir kaufen etwas hinzu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
…wir spannen mehrere tote Pferde zusammen, um ihre Teamfähigkeit zu erhöhen.
…wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des toten Pferdes zu erhöhen.
…wir stellen Vergleiche zwischen unterschiedlich toten Pferden an.
…wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
…wir ändern die Kriterien, die besagen, ab wann ein Pferd tot ist.
…wir veranlassen eine Gegenstudie, die die Lebendigkeit des Pferdes nachweist.
…wir erstellen eine Präsentation darüber, was das Pferd könnte, wenn es noch lebte.
…wir erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
…wir stellen fest, dass die anderen auch tote Pferde reiten, und erklären dies zum Normalzustand.
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